Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrnehmung

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Demolit

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Demolit » Mo 26. Okt 2015, 18:40

Piedro » Mo 26. Okt 2015, 18:33 hat geschrieben:
Einesfalls, es wurde bereits mehrfach richtig gestellt, daß Angst nicht pathologisch sein muß, nur, weil sie es sein kann. Angst, Furcht, Sorge... nenne es wie du willst, wird doch ins Feld geführt, wenn es mu diesen "Problemkreis" geht. Da ist die Rede von Grundstückspreisen, Krimininalität, davon, die Deutschen könnten in die Minderheit geraten... usw.



Du unterschätzt die Wirkung von Angst. Natürlich regt Angst zum Nachdenken an, aber sie kann das Denken auch leicht bestimmen. Das habe ich eigentlich recht deutlich beschrieben, oder nicht?

Deinen letzten Satz verstehe ich nicht, das ist mir zu krypisch.



Er hat das bereits mehrfach richtig gestellt. Es geht nicht darum, Angst zu pathologisieren.



Der erste Satz ist nicht diskussionswürdig, den letzten kannst du gern erläutern. Welche Befürchtungen weckt denn die Debatte bei dir?


lach..

Notiz zum letzten Satz...

Antwort: keine.

Was da kommt macht mich nur lächeln....das was wir bereits haben, zeigt doch den Weg... ;) Wir, wir sind zu doof den Weg aufzuzeigen...weil wir haben den Kompass verloren..

deshalb..-> lächeln mein Freund...die jetzt Gesandten werden uns auf unserem Weg , den wir gefahren sind, bestärken,

echt ;)
Piedro

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Mo 26. Okt 2015, 19:43

Demolit » Mo 26. Okt 2015, 17:49 hat geschrieben:Nur soviel sei gesagt. Angst im deinem implizierten Sinne hat eigentlich niemand. Die Flüchtlinge selber bereiten keine Ängste, weil wir das schaffen können und jeder weiß, dass wenn die Flüchtlinge mitarbeiten, sich hier einfügen, keine Angst machen können.

Ängste, die auftauchen können, beziehen sich auf das, was einzelne Flüchtlinge mit sich hier herein transportieren und das sie nicht bereit sind einem Anpassungsprozess zu unterwerfen.


Aha. Flüchtlinge machen keine Angst. Aber Ängste können "auftauchen" wegen dem, was "einzelne Flüchtlinge" ins Land "transprotieren".

Das ist nicht schlüssig.

Die Maskulinisierung innerhalb des Flüchtlingspotentials z.B. kann Ängste hervorrufen. Nur ist das kein Problem des Flüchtlings und der Flüchtlingsproblematik, sondern das Problem des Maskulinen, das einige, die kommen, nicht in sich und an sich beherrschen.


Abgesehen von der Wortwahl ist das ein Klassiker der Xenophobie. Maskulinisierung des Flüchtlingspotentials ist der Hammer. :thumbup:

Es könnte also Angst "auftauchen", daß maskulinisierte Flüchtlinge (= Männer) ihre Maskulinisierung nicht in den Griff kriegen. Bekanntlich fallen sie dann ja über Frauen her, im Ernstfall über deutsche...

Aber das kennen wir ja schon von anderen hier bereits Ansässigen.


Echt jetzt? Ist ja interessant...

Ist also nur ein im Persönlichen befindendes Phänomen, das aus einer anderen Gemengenlagen schon lange mit einem Individuum herum geschleppt wird. Bei den anderen Dingen müssten die Flüchtlinge mehr Angst haben, denn ihre Zukunft ist nicht so rosig, Sie werden die Lower-Class vergrößern. Aber unsere Politik wird sie schon schützen... ;)

usw usw...


Sicher gibt es auch abgesehen von der Klassenprognose Gründe, sich als Flüchtling zu fürchten. Ansonsten wurde bereits festgestellt, daß Angst eine zutiefst persönliche Angelegenheit ist, aber ein Phänomen kann Angst nur in gesellschaftlichem Zusammenhang sein. Und darum geht es eigentlich.

also immer schön weiter Ängste beschwören..damit kann man dann argumentativ hausieren gehen.

echt ;)


Wo wird denn hier Angst beschworen, Kollege?

"Fürchtet euch nicht." Schon mal gehört?
Piedro

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Mo 26. Okt 2015, 19:44

Demolit » Mo 26. Okt 2015, 18:40 hat geschrieben:
lach..

Notiz zum letzten Satz...

Antwort: keine.

Was da kommt macht mich nur lächeln....das was wir bereits haben, zeigt doch den Weg... ;) Wir, wir sind zu doof den Weg aufzuzeigen...weil wir haben den Kompass verloren..

deshalb..-> lächeln mein Freund...die jetzt Gesandten werden uns auf unserem Weg , den wir gefahren sind, bestärken,

echt ;)



Jau, und die jetzt Gesalbten teilen uns das mit.

So wird das nix, Kollege.
Demolit

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Demolit » Mo 26. Okt 2015, 19:53

Piedro » Mo 26. Okt 2015, 19:43 hat geschrieben:
Aha. Flüchtlinge machen keine Angst. Aber Ängste können "auftauchen" wegen dem, was "einzelne Flüchtlinge" ins Land "transprotieren".

Das ist nicht schlüssig.



Abgesehen von der Wortwahl ist das ein Klassiker der Xenophobie. Maskulinisierung des Flüchtlingspotentials ist der Hammer. :thumbup:

Es könnte also Angst "auftauchen", daß maskulinisierte Flüchtlinge (= Männer) ihre Maskulinisierung nicht in den Griff kriegen. Bekanntlich fallen sie dann ja über Frauen her, im Ernstfall über deutsche...



Echt jetzt? Ist ja interessant...



Sicher gibt es auch abgesehen von der Klassenprognose Gründe, sich als Flüchtling zu fürchten. Ansonsten wurde bereits festgestellt, daß Angst eine zutiefst persönliche Angelegenheit ist, aber ein Phänomen kann Angst nur in gesellschaftlichem Zusammenhang sein. Und darum geht es eigentlich.



Wo wird denn hier Angst beschworen, Kollege?

"Fürchtet euch nicht." Schon mal gehört?


Das ist ein Highlight der abendländischen Leitkultur.. ;) kenne ich gut , war mein dictum.

Denn das bedeutet die positive Hinwendung zu allem, was geschieht. Deshalb hat sich diese Leitkultur als die Durchetzungsfähige erwiesen, weil der positive Ansatz darin, der von den Vordenkern wahr!genommen wurde und sich evolutionär dann weiter entwickelt hat im Geiste so überzeugend. Wohingegen andere sich auf das befestigt haben, was ihnen par lettre vorgeschrieben wurde..

Genau das dies nicht geschieht, weil die Angst nicht da ist, dem ehedem Festgelegten, starr zu Verfolgendem zu entrinnen, gibt es die von dir jetzt herangezogenen schmalbrüstige Sicht aus ängstlicher Perspektive zu dem, was wir können und was wir gelernt haben nicht..

Wunderbarer Teilaspekt des Aufgeklärtseins..sind weiter..

echt ;)
Piedro

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Di 27. Okt 2015, 12:34

Demolit » Mo 26. Okt 2015, 19:53 hat geschrieben:
Das ist ein Highlight der abendländischen Leitkultur.. ;) kenne ich gut , war mein dictum.

Denn das bedeutet die positive Hinwendung zu allem, was geschieht. Deshalb hat sich diese Leitkultur als die Durchetzungsfähige erwiesen, weil der positive Ansatz darin, der von den Vordenkern wahr!genommen wurde und sich evolutionär dann weiter entwickelt hat im Geiste so überzeugend. Wohingegen andere sich auf das befestigt haben, was ihnen par lettre vorgeschrieben wurde..

Genau das dies nicht geschieht, weil die Angst nicht da ist, dem ehedem Festgelegten, starr zu Verfolgendem zu entrinnen, gibt es die von dir jetzt herangezogenen schmalbrüstige Sicht aus ängstlicher Perspektive zu dem, was wir können und was wir gelernt haben nicht..

Wunderbarer Teilaspekt des Aufgeklärtseins..sind weiter..

echt ;)


Au weia. :rolleyes:

- Denn das bedeutet die positive Hinwendung zu allem, was geschieht.

Wieso das denn? Fürchtet euch nicht heißt nicht: wendet euch dem Bösen positiv hin, wenn es geschieht. Das hast du ganz falsch verstanden.

- Deshalb hat sich diese Leitkultur als die Durchetzungsfähige erwiesen, weil der positive Ansatz darin, der von den Vordenkern wahr!genommen wurde und sich evolutionär dann weiter entwickelt hat im Geiste so überzeugend. Wohingegen andere sich auf das befestigt haben, was ihnen par lettre vorgeschrieben wurde..

Ich gehe mal davon aus, das ist tatsächlich ernst gemeint...

- Das Christentum als "Leitkultur" hat sich nicht wegen der Furchtlosigkeit der Christen als "Leitkultur" entwickelt, sondern weil es über etliche Generationen Furcht verbreitet hat, Grauen, Krieg und Vernichtung aller, die sich nicht unter das seligmachende Joch der Kirche beugten. Und wurde alles par lettre vorgeschrieben, Kollege. Das Christentum wurde als gesellschaftlicher Machtfaktor überwunden, aus dem hat sich die aktuelle "Leitkultur" entwickelt. Furchtlose sind inzwischen unter den Christen nicht zahlreicher als in unchristlichen Bevölkerungsgruppen. Furcht steht heutzutage hoch im Kurs.


- Wunderbarer Teilaspekt des Aufgeklärtseins..sind weiter..

Ja, manche haben sich schon längst selbst überholt.
Zuletzt geändert von Piedro am Di 27. Okt 2015, 12:35, insgesamt 1-mal geändert.
Demolit

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Demolit » Di 27. Okt 2015, 12:44

Piedro » Di 27. Okt 2015, 12:34 hat geschrieben:
Au weia. :rolleyes:

- Denn das bedeutet die positive Hinwendung zu allem, was geschieht.

Wieso das denn? Fürchtet euch nicht heißt nicht: wendet euch dem Bösen positiv hin, wenn es geschieht. Das hast du ganz falsch verstanden.

- Deshalb hat sich diese Leitkultur als die Durchetzungsfähige erwiesen, weil der positive Ansatz darin, der von den Vordenkern wahr!genommen wurde und sich evolutionär dann weiter entwickelt hat im Geiste so überzeugend. Wohingegen andere sich auf das befestigt haben, was ihnen par lettre vorgeschrieben wurde..

Ich gehe mal davon aus, das ist tatsächlich ernst gemeint...

- Das Christentum als "Leitkultur" hat sich nicht wegen der Furchtlosigkeit der Christen als "Leitkultur" entwickelt, sondern weil es über etliche Generationen Furcht verbreitet hat, Grauen, Krieg und Vernichtung aller, die sich nicht unter das seligmachende Joch der Kirche beugten. Und wurde alles par lettre vorgeschrieben, Kollege. Das Christentum wurde als gesellschaftlicher Machtfaktor überwunden, aus dem hat sich die aktuelle "Leitkultur" entwickelt. Furchtlose sind inzwischen unter den Christen nicht zahlreicher als in unchristlichen Bevölkerungsgruppen. Furcht steht heutzutage hoch im Kurs.


- Wunderbarer Teilaspekt des Aufgeklärtseins..sind weiter..

Ja, manche haben sich schon längst selbst überholt.


Was du schreibst, steht in keinem sachlichen Zusammenhang zu dem, was ich schrieb.

Fürchtet euch nicht ist einmal aus der Semantik heraus nur positiv zu sehen, zum anderen von dem Vordenker einer Denkschule immer perspektivisch positiv zukunftsgerichtet geäußert worden. Deine Ansicht ist durch keine Quelle im Lesebuch der Denkschule zu belegen.

Das andere ist der übliche Ablass von denen, die Entwicklungen aus einer Denke heraus nur unter dem Gesichtspunkt abarbeiten, der nur in der propagandistisch gefärben Nachschau auf diese Entwicklung sich ergibt.

Einfach nur mal darüber nachdenken, dass nur Hoffnung und Frieden das bringen könen, was eine Gesellschaft über Jahrtausende prägen konnte. Dein Deschnern zeigt nur die vorhandene aber nie prägende Ausprägung von Haltungen dieser Denkschule.

Vergiss es......

echt ;)
Piedro

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Di 27. Okt 2015, 12:56

Demolit » Di 27. Okt 2015, 12:44 hat geschrieben:Das andere ist der übliche Ablass von denen, die Entwicklungen aus einer Denke heraus nur unter dem Gesichtspunkt abarbeiten, der nur in der propagandistisch gefärben Nachschau auf diese Entwicklung sich ergibt.

Einfach nur mal darüber nachdenken, dass nur Hoffnung und Frieden das bringen könen, was eine Gesellschaft über Jahrtausende prägen konnte. Dein Deschnern zeigt nur die vorhandene aber nie prägende Ausprägung von Haltungen dieser Denkschule.

Vergiss es......


Nö. :D

- Einfach nur mal darüber nachdenken, dass nur Hoffnung und Frieden das bringen könen, was eine Gesellschaft über Jahrtausende prägen konnte.

Hoffnung und Frieden haben also unsere "Leitkultur" über Jahrtausende geprägt, wenn man keine "propagandistisch gefärbte Nachschau" betreibt. Ist ja aufregend. Hoffnung prägt jede Kultur, Kollege, das ist keiner Erwähnung wert. Aber Frieden war kein prägendes Element für die europäische Kultur, ganz im Gegenteil. Kriege wurden durchgehend geführt, seit das Christentum in Europa fußfassen konnte. Nicht zuletzt auch Religionskriege. Inquisition, feudalisitische Willkür und Kolonialismus haben unsere Kultur weit mehr geprägt als Hoffnung und Friede.
Demolit

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Demolit » Di 27. Okt 2015, 14:20

Piedro » Di 27. Okt 2015, 12:56 hat geschrieben:
Nö. :D

- Einfach nur mal darüber nachdenken, dass nur Hoffnung und Frieden das bringen könen, was eine Gesellschaft über Jahrtausende prägen konnte.

Hoffnung und Frieden haben also unsere "Leitkultur" über Jahrtausende geprägt, wenn man keine "propagandistisch gefärbte Nachschau" betreibt. Ist ja aufregend. Hoffnung prägt jede Kultur, Kollege, das ist keiner Erwähnung wert. Aber Frieden war kein prägendes Element für die europäische Kultur, ganz im Gegenteil. Kriege wurden durchgehend geführt, seit das Christentum in Europa fußfassen konnte. Nicht zuletzt auch Religionskriege. Inquisition, feudalisitische Willkür und Kolonialismus haben unsere Kultur weit mehr geprägt als Hoffnung und Friede.



Lach, das Kriege geführt wurden ist keinerlei Erwähnung wert, weil das ist überall normal :? ......die Konsequenzen, die aus den unseeligen Handlungen gezogen wurden sind' s. Da liegt die hier vorherrschende Leitkultur wunderbar im Rennen bzgl der positiven Auswirkungen auf den Menschen.

echt ;)
Piedro

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Di 27. Okt 2015, 15:36

Demolit » Di 27. Okt 2015, 14:20 hat geschrieben:

Lach, das Kriege geführt wurden ist keinerlei Erwähnung wert, weil das ist überall normal :? ......die Konsequenzen, die aus den unseeligen Handlungen gezogen wurden sind' s. Da liegt die hier vorherrschende Leitkultur wunderbar im Rennen bzgl der positiven Auswirkungen auf den Menschen.

echt ;)


Aha. Ich fasse deine Thesen dann mal zusammen.

1. Flüchtlinge machen keine Angst (es gibt keine Angst vor Flüchtlingen?) Ängste können aber "auftauchen" wegen dem, was Flüchtlinge ins Land transpotieren, nicht zuletzt ihre Maskulinität.

2. Die Betrachtung dieser Ängste (Ursachen, Auswirkungen, gesellschaftliche Wahrnehmung etc) ist für dich Angstmacherei, da es diese Ängste nicht gibt, wohl aber "auftauchen" können.

3. "Fürchtet euch nicht" prägt die "Leitkultur" zu "positivem Hinwenden", ebenso ist diese "Leitkultur" durch Hoffnung und Frieden geprägt, letzteres vor allem durch Kriege.

Jetzt bleibt noch festzustellen, was diese so geprägte Leitkultur sein soll. Themenbezogen hinsichtlich der Flüchtlinge. Von denen soll sich ja diese Leitkultur auch massiv unterscheiden, wenn ich dich richtig verstanden habe.

Ich sehe das so: die Leitkultur ist nur sehr bedingt "christlich" - oder jüdisch oder so... Sie ist vor allem freiheitlich. Freiheit des Indivuduums. Dazu gehört zum einen, daß jedes Individuum sich beliebig orientieren kann, so lange es keine Grenzen verletzt, die durch das Strafrecht und andere Normen gesetzt werden. Ein Individuum muß sich also auch nicht an einer Leitkultur orientieren, weil diese Leitkultur ihm die Freiheit zuspricht, das nicht zu tun. Mit Abstrichen, versteht sich. Kann also die tatsächliche oder angenommene Leitkultur eines Individuums geeignet sein, ihm Grundrechte abzusprechen, wie zB das Asylrecht? Weil es später gekommen ist als andere, die diesen Anspruch bekommen haben, zB? Oder weil es eine mutmaßliche, vielleicht auch tatsächliche leitkulturelle Orientierung hat, die es für unsere Grundordnung qualifizieren?
Demolit

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Demolit » Di 27. Okt 2015, 15:55

Piedro » Di 27. Okt 2015, 15:36 hat geschrieben:
Aha. Ich fasse deine Thesen dann mal zusammen.

1. Flüchtlinge machen keine Angst (es gibt keine Angst vor Flüchtlingen?) Ängste können aber "auftauchen" wegen dem, was Flüchtlinge ins Land transpotieren, nicht zuletzt ihre Maskulinität.

2. Die Betrachtung dieser Ängste (Ursachen, Auswirkungen, gesellschaftliche Wahrnehmung etc) ist für dich Angstmacherei, da es diese Ängste nicht gibt, wohl aber "auftauchen" können.

3. "Fürchtet euch nicht" prägt die "Leitkultur" zu "positivem Hinwenden", ebenso ist diese "Leitkultur" durch Hoffnung und Frieden geprägt, letzteres vor allem durch Kriege.

Jetzt bleibt noch festzustellen, was diese so geprägte Leitkultur sein soll. Themenbezogen hinsichtlich der Flüchtlinge. Von denen soll sich ja diese Leitkultur auch massiv unterscheiden, wenn ich dich richtig verstanden habe.

Ich sehe das so: die Leitkultur ist nur sehr bedingt "christlich" - oder jüdisch oder so... Sie ist vor allem freiheitlich. Freiheit des Indivuduums. Dazu gehört zum einen, daß jedes Individuum sich beliebig orientieren kann, so lange es keine Grenzen verletzt, die durch das Strafrecht und andere Normen gesetzt werden. Ein Individuum muß sich also auch nicht an einer Leitkultur orientieren, weil diese Leitkultur ihm die Freiheit zuspricht, das nicht zu tun. Mit Abstrichen, versteht sich. Kann also die tatsächliche oder angenommene Leitkultur eines Individuums geeignet sein, ihm Grundrechte abzusprechen, wie zB das Asylrecht? Weil es später gekommen ist als andere, die diesen Anspruch bekommen haben, zB? Oder weil es eine mutmaßliche, vielleicht auch tatsächliche leitkulturelle Orientierung hat, die es für unsere Grundordnung qualifizieren?



1 und 2 richtig. Nur so geht da mit dem Abarbeiten der problemkreise richtig von statten.

den Punkt 3 hast du in Bezug auf Krieg und Frieden in deinem Sinne unkorrekt dir zusammen interpretiert. Frieden gehört zum Krieg und wir haben Frieden teuer erlitten,..diese Richtung ist heute hier die maßgebende.

Deine Ableitung Individuum teile ich im Großen und Ganzen. Sie bringt uns aber nicht weiter, weil Individuen zusammen leben (wollen) müssen. Deshalb ist nicht nur die Grenze des Individuums da, wo diese Individualität andere beeinträchtigt, sondern auch dort, wo Individualität eine falsches Zeichen setzt, das zur Ablehnung des anderen Individuums führen kann.

Die Grenzziehung darüber ist das Spannende einer Gesellschaft. Dieser Diskurs über die "Freiheit" des Einzelnen macht eine spannende Gesellschaft aus, die es zu etwas bringen will.

Manche fühlen sich in ihre aufstoßenden Individualität sauwohl. Das hat was mit Selbsteinschätzung und Intelligenz zu tun. Die beiden Dinge sind nicht im Rahmen von Gesetzestreue abzuarbeiten...

echt ;)
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Mi 28. Okt 2015, 06:29

Piedro » Mo 26. Okt 2015, 20:43 hat geschrieben:
Aha. Flüchtlinge machen keine Angst. Aber Ängste können "auftauchen" wegen dem, was "einzelne Flüchtlinge" ins Land "transprotieren".

Das ist nicht schlüssig.



Abgesehen von der Wortwahl ist das ein Klassiker der Xenophobie. Maskulinisierung des Flüchtlingspotentials ist der Hammer. :thumbup:

Es könnte also Angst "auftauchen", daß maskulinisierte Flüchtlinge (= Männer) ihre Maskulinisierung nicht in den Griff kriegen. Bekanntlich fallen sie dann ja über Frauen her, im Ernstfall über deutsche...



Echt jetzt? Ist ja interessant...



Sicher gibt es auch abgesehen von der Klassenprognose Gründe, sich als Flüchtling zu fürchten. Ansonsten wurde bereits festgestellt, daß Angst eine zutiefst persönliche Angelegenheit ist, aber ein Phänomen kann Angst nur in gesellschaftlichem Zusammenhang sein. Und darum geht es eigentlich.



Wo wird denn hier Angst beschworen, Kollege?

"Fürchtet euch nicht." Schon mal gehört?




Ahoi, Piedro,

kannst Du mir erklären, was Demolit mit diesem Beitrag meint? Ich habe bei diesem kryptischen Andeuten, das nicht einmal auf etwas Vorheriges eingeht, den Faden verloren.



Übrigens: Was denkst Du über Roosevelts Rhetorik?

So, first of all, let me assert my firm belief that the only thing we have to fear is fear itself — nameless, unreasoning, unjustified terror which paralyzes needed efforts to convert retreat into advance. In every dark hour of our national life a leadership of frankness and of vigor has met with that understanding and support of the people themselves which is essential to victory. And I am convinced that you will again give that support to leadership in these critical days.
Zuletzt geändert von Agesilaos Megas am Mi 28. Okt 2015, 06:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Mi 28. Okt 2015, 06:41

Prof. Bude (Kassel) hat bereits schon einen interessanten Aspekt eingeworfen, der auch die Angst berührt:

Die, die sich „nicht den Mund verbieten lassen“

In diesem Gefühl, sich auf einem glitschigen Boden zu bewegen, können sich ganz schnell Koalitionen der Angst bilden, die quer durch die Gesellschaft laufen. Man attackiert zuerst Politiker, von denen angenommen wird, dass sie sich den Staat als Beute genommen und nichts anderes im Sinn haben, als wiedergewählt zu werden; dann spießt man Journalisten auf, denen unterstellt wird, dass sie heimlich auf der Gehaltsrolle von Lobbyisten und Werbern stehen; und schließlich läuft man rot an, wenn Repräsentanten von Verbänden auf dem Bildschirm erscheinen, die immer nur die erwartbaren Erklärungen abgeben. Dieses ganze Personal der Öffentlichkeitserzeugung kann zu einem System der Wirklichkeitsverweigerung zusammengefasst werden, in dem niemand mehr den Mut aufbringt, die Dinge beim Namen zu nennen.

So wird diffuses Systemvertrauen, das besagt, dass bei aller Kritik im Einzelnen im Grunde alles in Ordnung ist, durch ein ebenso diffuses Systemmisstrauen ersetzt, das trotz positiver Nachrichten über die Rückkehr des sozialen Wohnungsbaus oder den Aufbau einer europäischen Bankenaufsicht immer nur die Bestätigung für den Eindruck sucht, dass nichts in Ordnung ist. Kommuniziertes Misstrauen kann dann zu einer Ressource von spontanen Vergemeinschaftungen werden, bei denen man öffentlich seiner Gereiztheit, seiner Verdrießlichkeit und seiner Enttäuschtheit Ausdruck verschafft.

Brenzlig kann die Situation dann werden, wenn es zu einem Kurzschluss zwischen den beiden Brennpunkten des sozialen Bruchs kommt: wenn die Ignorierten aus dem Dienstleistungsproletariat sich mit den Verbitterten aus der gesellschaftlichen Mitte im Blick auf einen Sündenbock verbünden, den man dafür verantwortlich machen kann, dass alles so schief läuft.

Das bereitet die Bühne für den Auftritt des autoritären Rebellen, der seinem Publikum vermittelt, dass niemand sonst es versteht. Themen, für die Appellwörter wie „Wirtschaftsflüchtling“, „Wohnungseinbrüche“ und „Sozialbetrüger“ stehen, bilden das Register des europäischen Rechtspopulismus.Wenn dann eine Figur kommt, die sagt, ich lasse mich nicht belügen, ich lasse mir den Mund nicht verbieten, und ich weiß, was ich weiß, dann ist eine Politik gefordert, die keine Angst vor den Ängsten der Leute hat.


http://www.faz.net/aktuell/politik/denk-ich-an-deutschland-1/wenn-systemkritik-proletariat-und-mittelstand-eint-13797245-p3.html



Ich teile Budes Ansicht, dass die tiefen Ursachen u.a. auch für die Verwerfungen in der Asylantenfrage in den Bereich der sozialen Angst zurückgehen. Studien haben ja schon mehrfach bewiesen, dass jene Mittelschicht, die dem rechtspopulistischen Spektrum angehört, von der Angst vor Abrutsch in das "Dienstleistungsproletariat" angetrieben wird.

Und die Wahrnehmung der Angst bezeichnet er interessanterweise als Angst der Politiker vor der Angst der Bürger. Will heißen: Dass die Politik es nicht verstehe, sich mit den Ängsten der Menschen auseinanderzusetzen. Ob er da richtig liegt? Oder gibt es abweichende Meinungen?
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Mi 28. Okt 2015, 06:51

Demolit » Di 27. Okt 2015, 16:55 hat geschrieben:

1 und 2 richtig. Nur so geht da mit dem Abarbeiten der problemkreise richtig von statten.

den Punkt 3 hast du in Bezug auf Krieg und Frieden in deinem Sinne unkorrekt dir zusammen interpretiert. Frieden gehört zum Krieg und wir haben Frieden teuer erlitten,..diese Richtung ist heute hier die maßgebende.

Deine Ableitung Individuum teile ich im Großen und Ganzen. Sie bringt uns aber nicht weiter, weil Individuen zusammen leben (wollen) müssen. Deshalb ist nicht nur die Grenze des Individuums da, wo diese Individualität andere beeinträchtigt, sondern auch dort, wo Individualität eine falsches Zeichen setzt, das zur Ablehnung des anderen Individuums führen kann.

Die Grenzziehung darüber ist das Spannende einer Gesellschaft. Dieser Diskurs über die "Freiheit" des Einzelnen macht eine spannende Gesellschaft aus, die es zu etwas bringen will.

Manche fühlen sich in ihre aufstoßenden Individualität sauwohl. Das hat was mit Selbsteinschätzung und Intelligenz zu tun. Die beiden Dinge sind nicht im Rahmen von Gesetzestreue abzuarbeiten...

echt ;)



2. Die Betrachtung dieser Ängste (Ursachen, Auswirkungen, gesellschaftliche Wahrnehmung etc) ist für dich Angstmacherei, da es diese Ängste nicht gibt, wohl aber "auftauchen" können.


1 und 2 richtig. Nur so geht da mit dem Abarbeiten der problemkreise richtig von statten.


Wieso bist Du davon überzeugt, dass keine Ängste in der Gesellschaft vor Asylanten gibt?
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Mi 28. Okt 2015, 07:17

Piedro » Mo 26. Okt 2015, 20:43 hat geschrieben:
Aha. Flüchtlinge machen keine Angst. Aber Ängste können "auftauchen" wegen dem, was "einzelne Flüchtlinge" ins Land "transprotieren".

Das ist nicht schlüssig.



Abgesehen von der Wortwahl ist das ein Klassiker der Xenophobie. Maskulinisierung des Flüchtlingspotentials ist der Hammer. :thumbup:

Es könnte also Angst "auftauchen", daß maskulinisierte Flüchtlinge (= Männer) ihre Maskulinisierung nicht in den Griff kriegen. Bekanntlich fallen sie dann ja über Frauen her, im Ernstfall über deutsche...



Echt jetzt? Ist ja interessant...



Sicher gibt es auch abgesehen von der Klassenprognose Gründe, sich als Flüchtling zu fürchten. Ansonsten wurde bereits festgestellt, daß Angst eine zutiefst persönliche Angelegenheit ist, aber ein Phänomen kann Angst nur in gesellschaftlichem Zusammenhang sein. Und darum geht es eigentlich.



Wo wird denn hier Angst beschworen, Kollege?

"Fürchtet euch nicht." Schon mal gehört?





Aha. Flüchtlinge machen keine Angst. Aber Ängste können "auftauchen" wegen dem, was "einzelne Flüchtlinge" ins Land "transprotieren".

Das ist nicht schlüssig.




Das möchte ich noch einmal herausstellen.

Angst mag sich entweder auf die Gegenwart (Panik) oder aber die Zukunft beziehen, aber der Moment, in welcher die Angst das Handeln bestimmt, bleibt die Gegenwart. Somit ist eine Angst bereits schon existent, bevor sie den Reiz dafür haben kann.

Ein Arachnophober wird sich ängstlich weigern, wenn man ihn fragt, ob er auf eine Tour in alte Gemäuer mitkommen will. Das Gemäuer macht keine Angst, wohl aber die Spinnen. Aber es könnte ja sein, dass es dort keine Spinnen gibt? Dennoch bringt ihn das nicht Angst machende Gemäuer zur Angst (Vermeiden, Schweiß etc.). Denn die Angst, dass Ängste auftreten könnten, ist bereits schon eine Angst und sind symptomatisch für andere Phobien, u.a. Xenophobie. Deswegen lehnt er ab, er will den Reiz vermeiden.

Das führt auf die "Problemkreise" Demolits zurück: Wie kann man die Betrachtung der gesell. Wahrnehmung der Angst kritisieren, da es keine Angst vor Flüchtlingen gebe, sondern nur vor den Konsequenzen?

Vllt. liegt da die Annahme zugrunde, dass der Mensch, wie eine Maschine, sehr wohl rational unterscheiden kann, was Gegenstand seiner vermeidenden Haltung ist.

Vllt. liegt auch nur das Bestreben zugrunde, die Menschen, die Asyl ablehnen, zu rationalisieren. Das wäre aber genau so der falsche Ansatz (Verharmlosung) wie der Vorwurf der Pathologisierung (Übertreibung).

Angst generalisiert Ursachen und Reize. Das ist eine Tatsache.




Nun ist die Frage, ob es tatsächlich Angst vor Flüchtlingen gibt. Die Frage selbst ist obsolet, da nicht wir die Angst herbeigeführt haben, sondern da sie längst schon in der gesell. Interaktion entstanden ist.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/studie-die-aengste-der-deutschen-angst-vor-terror-asylanten-13783505.html


Ein wunderbares Bsp., wie "Konsequenzen, die auftauchen könnten" mit dem Wort "Asylanten" gleichgesetzt wird:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/peter-harth/was-medien-verschweigen-die-angst-vor-fluechtlingen-ist-so-gross-wie-noch-nie.html

Dieser Link ist vom Juli. Interessant ist die Überschneidung "Aslyant"/"wirtschaftlicher Abusus".

Ich zitiere meine Eingangsteilthese:

E. Oder auch der Materialismus könnte die Menschen gierig und neidisch gemacht haben - Flüchtlinge sind dann soziale Eindringle in ihrer Wahrnehmung.


Das deckt sich mit Bude und führt auf mein Anliegen in diesen Strang zurück.
Zuletzt geändert von Agesilaos Megas am Mi 28. Okt 2015, 07:49, insgesamt 2-mal geändert.
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Demolit

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Demolit » Mi 28. Okt 2015, 07:56

Agesilaos Megas » Mi 28. Okt 2015, 06:29 hat geschrieben:


Ahoi, Piedro,

kannst Du mir erklären, was Demolit mit diesem Beitrag meint? Ich habe bei diesem kryptischen Andeuten, das nicht einmal auf etwas Vorheriges eingeht, den Faden verloren.



Übrigens: Was denkst Du über Roosevelts Rhetorik?



Da ist nichts Kryptisches dran und drin. Das Problem ist mit der Betrachtung von der Seite der Angst her nicht anzupacken.

Es geht knallhart um die Dinge, die die dt. Gesellschaft betreffen, abzuarbeiten. Ob der Faktor Angst ( als individuell empfundenes Gefühl des Ausgesetzseins) von der einen Seite politsich missbraucht wird um Stimmung zu machen oder von anderer Seite als politisches Instrument genutzt wird, denen die Angst haben könnten, zu unterstellen, sie wären auf dem Holzweg oder durch eine Angstbefangenheit politisch gefährdet rechts abzudriften (wie der Starngersteller) ist bei der Problemlösung völlig unerheblich.

Das alles ist Tanz um die eigene Befindlichkeit .

Mehr nicht.

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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Mi 28. Okt 2015, 08:02

Demolit » Mi 28. Okt 2015, 08:56 hat geschrieben:
Da ist nichts Kryptisches dran und drin. Das Problem ist mit der Betrachtung von der Seite der Angst her nicht anzupacken.

Es geht knallhart um die Dinge, die die dt. Gesellschaft betreffen, abzuarbeiten. Ob der Faktor Angst ( als individuell empfundenes Gefühl des Ausgesetzseins) von der einen Seite politsich missbraucht wird um Stimmung zu machen oder von anderer Seite als politisches Instrument genutzt wird, denen die Angst haben könnten, zu unterstellen, sie wären auf dem Holzweg oder durch eine Angstbefangenheit politisch gefährdet rechts abzudriften (wie der Starngersteller) ist bei der Problemlösung völlig unerheblich.

Das alles ist Tanz um die eigene Befindlichkeit .

Mehr nicht.

echt ;)



1. Eingangsbeitrag lesen. Da sind einige Dinge hervorgehoben. Und es geht übrigens nicht nur um die dt. Gesellschaft.

2. Vorwurf des Holzweges belegen. Mit Stellen.

3. Es geht um Perzeption der Angst. Und die kann, clever wie Du bist, eine Befindlichkeit sein, weil es eine Emotion ist.

4. Die Probleme der Gesellschaft stehen nicht im Vordergrund, sondern die unterschiedlichen Angstmechanismen, die mannigfaltig in der Gesellschaft vorhanden sind. Wenn Du knallhart sein willst, hast Du die anthropologische Konstante ignoriert (siehe 1., 3.), die Angst als Phänomen missachtet und das Subforum verfehlt. Aus keinem anderen Grund ist dieser Thread nicht Teil des Sammelstranges. Ängste lassen sich nicht schematisch an gesellschaftl. Fakten abarbeiten noch bewirken gesell. Fakten Ängste, sondern Menschen haben komplexe Strukturen und nehmen in der Öffentlichkeit selektiv wahr - Menschen, die hier schreiben und Angstsituationen darlegen. Du hast z.B. Deine Angst vor fremden Männern geäußert - jene Angst, die sich z.B. nicht etwa mit einer latenten Homosexualität erklären, wie die Pathologisierer ja ahnen möchten, noch mit dem BIP oder der Lohnsituation angehen ließe, sondern nur auf Deiner Selektion basieren. Warum fürchtest Du maskuline Fremde? Weil Du persönlich siehst, dass es nur Männer seien? Oder weil Du davon gehört hast? Oder weil Du bestimmte Medien konsumiert hast? Hast Du Angst um die Frauen oder um die Statistik? Warum gibt es Menschen, die sich nicht daran stören? Da ist der DIALOG mit Dir überaus wichtig.

5. Es soll über Angst, nicht an der Angst vorbei geredet werden. Das Austauschen der Befindlichkeiten ist menschlich und charakterisiert den Menschen. Das Messen von toten Dingen hilft nicht, solange als es keinen introspektiven Ansatz darüber gibt, wer sich wie fühlt, wenn er mit irgendetwas konfrontiert wird.
Zuletzt geändert von Agesilaos Megas am Mi 28. Okt 2015, 08:37, insgesamt 7-mal geändert.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Excellero » Mi 28. Okt 2015, 08:07

Wer mal 10 Minuten nachdenkt welche Konsequenzen sich aus dem Zustrom von Millionen von unqualifizierten, gesellschaftlich schwierigen teils inkompartiblen Individuen ergeben. Auch mittel und langfristig. Der MUSS Angst bekommen, und diese Angst ist berechtigt. Sogar Notwendig.

Angst ist ein Reflex um sich vor Schaden zu bewahren, und keine psychologische Störung.
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Mi 28. Okt 2015, 08:09

Excellero » Mi 28. Okt 2015, 09:07 hat geschrieben:Wer mal 10 Minuten nachdenkt welche Konsequenzen sich aus dem Zustrom von Millionen von unqualifizierten, gesellschaftlich schwierigen teils inkompartiblen Individuen ergeben. Auch mittel und langfristig. Der MUSS Angst bekommen, und diese Angst ist berechtigt. Sogar Notwendig.

Angst ist ein Reflex um sich vor Schaden zu bewahren, und keine psychologische Störung.


Angst ist in der Regel keine Störung, richtig. Damit bist Du schon nüchterner als diejenigen, die sich selbst Pathologisieren wollen oder meinen, es sei ja nur eine Befindlichkeit.

Aber denken wir mal nicht an die Narren. Denken wir mal an Dich:

Welcher Schaden droht Dir?
Zuletzt geändert von Agesilaos Megas am Mi 28. Okt 2015, 08:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Mi 28. Okt 2015, 21:12

Agesilaos Megas » Mi 28. Okt 2015, 06:29 hat geschrieben:


Ahoi, Piedro,

kannst Du mir erklären, was Demolit mit diesem Beitrag meint? Ich habe bei diesem kryptischen Andeuten, das nicht einmal auf etwas Vorheriges eingeht, den Faden verloren.



Übrigens: Was denkst Du über Roosevelts Rhetorik?



Zu Rooselvelt: Im Ansatz nicht neu, das haben vor dem Nazarener schon viele Mystiker festgestellt. War Herr R. ein Freimaurer? :D

Ansonsten situationsbedingt derart, daß es gar nicht falsch sein kann. Historisch einwandfrei, aber für Frau M. zB keine Orientierungshilfe.


Zu Demolit: Gelingt mir hier auch nicht, leider. Ansonsten verwendet er gern Schlüsselwörer eigener Prägung, deren genau Bedeutung zu kennen man sich mit der Zeit einbilden darf.
Zuletzt geändert von Piedro am Mi 28. Okt 2015, 21:14, insgesamt 1-mal geändert.
Piedro

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Mi 28. Okt 2015, 21:31

Demolit » Di 27. Okt 2015, 15:55 hat geschrieben:

1 und 2 richtig. Nur so geht da mit dem Abarbeiten der problemkreise richtig von statten


Sorry, da kann ich dir nicht folgen. Mir erscheint das weder klar noch nachvollziehbar. Und zum Problemkreis kann ich erst was sagen, wenn du dein ein wenig definierst. Woher soll ich wissen, was für dich der "Problemkreis Flüchtlinge" (falls du dich überhaupt noch auf die beziehst) ist?

den Punkt 3 hast du in Bezug auf Krieg und Frieden in deinem Sinne unkorrekt dir zusammen interpretiert. Frieden gehört zum Krieg und wir haben Frieden teuer erlitten,..diese Richtung ist heute hier die maßgebende.


Na, der war deftig. :thumbup:

Leider sagt auch das nicht viel mehr, man darf ahnen, welche Gedanken dich bewegen. Maßgebend ist heute keine Richtung zwischen Krieg und Frieden und teurem Leiden, diesbezüglich ist der Kompaß zuverlässig. Es ging ja um die Leitkultur, Grundwerte etc. All das hat sich in einem Gefüge entwickelt, das ein klares Regelwerk bietet. Ein Teil ist dynamisch, die allgemeine Gesetzgebung, ein Teil ist weniger dynamisch, einige Bereiche der Verfassung, und ein Teil ist "unveränderlich". Kireg ist demnach nur eine Option im Verteidigungsfall. Frieden gilt als Normalzustand, den es zu erhalten gilt. Und die Flüchtlingsdebatte, deren Wahrnehmung und so weiter... Das hat nichts mit diesen Axiomen zu tun. Auch, wer Grundrechte nur noch selektiv, vielleicht nach Quote, vergeben will, wer in Sachen Rechtsstaat selektive Abstriche hinnehmen würde oder sie sogar verlangt, ist weit davon entfernt daran etwas ändern zu wollen.

Deine Ableitung Individuum teile ich im Großen und Ganzen. Sie bringt uns aber nicht weiter, weil Individuen zusammen leben (wollen) müssen. Deshalb ist nicht nur die Grenze des Individuums da, wo diese Individualität andere beeinträchtigt, sondern auch dort, wo Individualität eine falsches Zeichen setzt, das zur Ablehnung des anderen Individuums führen kann.


Ein falsches Zeichen durch ein Individuum kann zur Ablehnung des anderen Individuum führen? Sowas aber auch! Und was soll das bedeuten? Dem einen reichen dunkle Haare und dunkler Teint, dann noch dunkle Augen und Ablehnung bis der Arzt kommt. Dem anderen reichen blöde Sprüche und idiotische Parolen, und schon lehnt er ein Individuum ab. Der nächste mag einen Duft nicht, den Klang einer Stimme... Individuuen lehnen sich ununterbrochen gegenseitig ab, das ist ganz normal. Ob ein gesetztes Zeichen falsch ist liegt im Auge des Betrachters, die Reaktion darauf näher beim Stammhirn.

Wer Aufgrund von Abstammung oder anderer Sammelmerkmale Individuen ablehnt, braucht keine falschen Zeichen. Aber man kann davon ausgehen, daß sich unter den Flüchtlingen auch Individuen befinden, die an andere "falsche Zeichen" senden. Es wäre seltsam wenn nicht. Aber was bedeutet das? Ist das ein wichtiger Aspekt für die gesellschaftliche Wahrnehmung? Und warum sollte es das sein?

Die Grenzziehung darüber ist das Spannende einer Gesellschaft. Dieser Diskurs über die "Freiheit" des Einzelnen macht eine spannende Gesellschaft aus, die es zu etwas bringen will.


Aber sowas von! Besonders wenn es darum geht, Freiheiten und Grundrechte zu limitieren. Das geschieht ja derzeit doch recht massiv, da gibbet nix. Deshalb ist die Frage nach den Gründen dieser "Forderung", der Wahrnehmung, die dazu führt, durchaus interessant. Die Eingangsthese ist Angst. Der widersprichst du. Aber ersetzt hast du sie bisher nicht, dafür waren deine Aussagen zu schwammig.

Manche fühlen sich in ihre aufstoßenden Individualität sauwohl. Das hat was mit Selbsteinschätzung und Intelligenz zu tun. Die beiden Dinge sind nicht im Rahmen von Gesetzestreue abzuarbeiten...


Ob die schiere Indivudalität anderen aufstößt darf dem Individuum egal sein. Das ist ja Freiheit. Wenn ich daran denke, wer oder was mir so alles aufstößt... Weia! Soll sich doch jeder in seiner Individualität wohl fühlen, dazu ist das Leben doch da. Deshalb hat die Freiheit ja ihrem Wert, sonst bräuchte sie keine Sau. Das hat natürlich nichts mit Gesetzestreue zu tun, das geht schon etwas tiefer. Aber wenn Gesetze gebrochen werden hört der Spaß natürlich auf. Dann kommt die Moderation.

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