Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrnehmung

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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon pikant » Do 22. Okt 2015, 08:17

Teeernte » Mi 21. Okt 2015, 23:14 hat geschrieben:

Es gehen grad etliche kleine Sportvereine platt... für einige Leute Das leben..


das Leben der Fluechtlinge ist massiv bedroht - darauf hat das BKA jetzt hingewiesen!
kleine Sportvereine gehen platt, weil oft der Nachwuchs fehlt und da koennen anerkannte Fluechtlinge helfen die Vereine vorm Siechtum zu retten.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Teeernte » Do 22. Okt 2015, 08:38

Kopernikus » Do 22. Okt 2015, 05:13 hat geschrieben:Die ganze Idee massenweiser Unterbringung von Flüchtlingen auf einem kleinen Raum wie eben speziellen Asylbewerberheimen ist doch von Anfang an ein Kind von Rechten und Konservativen gewesen, damit die "Bittsteller" möglichst umfassend beobachtet und kontrolliert werden können und abseits jedweder Zivlisation möglichst wenig zu sehen kriegen. Wer hat sich denn immer gegen die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen, die solche Heime möglichst überflüssig machen soll, ausgesprochen? Ganz bestimmt nicht "linksgrüne Gutmenschen". Und wenn jetzt immer neue solcher Heime entstehen und nicht mehr allesamt im Nirgendwo gebaut werden können, dann ist das die Konsequenz des Versagens konservativer Politik, sich über all die Jahre niedriger Flüchtlingszahlen zu einer für alle Beteiligten weit besseren Unterbringungsform, nämlich einer dezentralen, durchzuringen.



Hier ging es mir um eines der "Erfassungslager" - die ja nicht anders funktionieren.

Aber ja - da hast Du Recht - ...obwohl es den Leuten sicher nicht um Beobachtung geht.... eher um preiswerte Versorgung , Bewachung und nur einmal Ärger mit dem Umland.

Wie immer bleibt es bei kurzfristiger Info - ohne jegliche Einspruchsmöglichkeit... (Polizei : beschweren Sie sich doch bei Ihrem Abgeordneten..)

4 km sind es auch hier bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit.....

Was mich "wundert" - das es hier noch keine Einkaufsbusse mit Flüchtlingsbedarf gibt ....... Telefonkarten mit Internet ... Rasierzeug... (Syrische) Zigaretten... und Syrische "Leckerli".

Unser Joghurt hängt denen schon zum XXXXX raus.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon pikant » Do 22. Okt 2015, 08:43

Teeernte » Do 22. Okt 2015, 08:38 hat geschrieben:



4 km sind es auch hier bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit.....

Was mich "wundert" - das es hier noch keine Einkaufsbusse mit Flüchtlingsbedarf gibt ....... Telefonkarten mit Internet ... Rasierzeug... (Syrische) Zigaretten... und Syrische "Leckerli".

Unser Joghurt hängt denen schon zum XXXXX raus.


man kann nur was einkaufen, wenn man auch Geld hat!
haben Sie es noch nicht mitbekommen, dass man auf Sachleistungen umgestellt hat?

mich wundert eher solchen Unsinn her lesen zu muessen.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Teeernte » Do 22. Okt 2015, 08:50

pikant » Do 22. Okt 2015, 09:14 hat geschrieben:

kein Link nichts, nur Parolen gegen Fluechtlinge und Angst um sein Haus!


Nicht immer von Dir ausgehen - ich hab keine ANGST um mein Haus. :D :D :D :D

....unverbaubarer "Bahnblick" !! :D :D :D


Ihr müsst ja schon im Nassen sitzen - wenn Ihr anderen Angst unterstellt ..

Bring ich Dir einen Ort - wirst Du mäkeln ......Einzelfall...

Rechne ich Dir ganz D aus ....sinds wieder alles Nazis.

Es ist Fakt - wenn Du dagengen opponieren willst mach selbst ein Beispiel.

(Flüchtlingsunterkunft über 500 F. - preis vor Bekanntmachung - Bekannt machungstermin - Preis danach..)
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Teeernte » Do 22. Okt 2015, 08:52

pikant » Do 22. Okt 2015, 09:43 hat geschrieben:
man kann nur was einkaufen, wenn man auch Geld hat!
haben Sie es noch nicht mitbekommen, dass man auf Sachleistungen umgestellt hat?

mich wundert eher solchen Unsinn her lesen zu muessen.


Du scheinst keinen Kontakt mit Deinen Flüchtlingen zu haben ?

Ich helf denen schon mit Übersetzungshilfe.....

Meine haben schon gut Geld. - sicher das erste mal Taxi ..... hat die Jungs schon belehrt..... die laufen jetzt lieber.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon pikant » Do 22. Okt 2015, 08:55

Teeernte » Do 22. Okt 2015, 08:52 hat geschrieben:
Du scheinst keinen Kontakt mit Deinen Flüchtlingen zu haben ?

Ich helf denen schon mit Übersetzungshilfe.....

Meine haben schon gut Geld. - sicher das erste mal Taxi ..... hat die Jungs schon belehrt..... die laufen jetzt lieber.


dann schreiben Sie hier keinen solchen pauschalen Mist mit einkaufen Taxi und solchem Scheissdreck der nicht stimmt!

von 'meinen Fluechtlingen" zu schreiben ist zudem eine Anmassung, die keinem zusteht!
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Do 22. Okt 2015, 09:03

omegaunion » Mi 21. Okt 2015, 20:35 hat geschrieben:

Dein Beitrag ist zwar unfreiwillig sehr passend, aber trotzdem passt er sehr gut zum Problem.
Wut könnten auch Menschen haben, denen jahrelang von den Parteien gesagt wurde, dass einfach kein Geld für sozialen Wohnungsbau da sei.
Heute ist das Geld nicht das Problem, sondern der Umstand, dass man in 4 Monaten leider keine hunderttausende Wohnungen bauen kann.

Wut könnten auch Menschen haben, die hier 30 Jahre lang gearbeitet haben, bereits seit 3 Jahren arbeitslos sind und sich nun hinter Menschen an der Tafel anstellen müssen, denen die dort ausgegeben Lebensmittel zu minderwertig sind weil sie aus der Heimat aus der sie flohen wohl Besseres gewohnt waren.

Unterschätze also die Wut nicht.


Warum sollte ich die Wut unterschätzen? Es ist doch überdeutlich, welche Folgen diese Wut haben kann. Besonders, wenn ein Individuum nicht befähigt ist, die eigene Angst, eigenen Haß oder eigene Wurt zu reflektieren. Wer wütend auf den Sozialabbau ist, sollte seine Wut eher nicht gegen Flüchtlinge oder Religionsangehörige richten. Die haben den Sozialabbau weder veranlaßt noch verursacht. Sie haben bestenfalls idirekten Einfluß auf "die Politik" und sind ihr ansonsten weit mehr ausgesetzt als Einheimische. Das zeigt, daß die Wut genauso diffus ist wie die ihr zugrunde liegende Angst und der sie befördernde Haß. Irrationalität in diesem Ausmaß ist nie zu unterschätzen, besonders dann nicht, wenn sie von extremistischen Kadern instrumentalisiert wird.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Do 22. Okt 2015, 09:28

Piedro » Mi 21. Okt 2015, 19:38 hat geschrieben:
Das Wesen dieser Angst als eine diffuse zu erkennen ist ja nicht schwer. Die meichten Befürchtungen ließen sich durch Faktenchek weitgehend aus der Welt schaffen. ZB die Sache mit den Mehrheiten, so eine Mehrheit läßt sich ja leicht berechnen, und so lange es kein teutonisches Massensterben oder einen Exodus der Einheimischen gibt, ist eine Mehrheit von Zuwanderern kaum möglich. Das könnte jeder erkennen, der von dieser Angst geplagt wird. Stattdessen fühlt man sich aber allem zugetan, was der Angst entspricht, was sie nährt, sie bestätigt, was sie teilbar macht.

Es scheint, als erfüllt diese Angst eine wichtige Funktion bei denen, die von ihr bestimmt und getrieben werden. Sie ist dann zwar nicht mehr im persönlichen Sinne diffus, sonder sie gerät sogar zur Wahrheit und ändert die persönliche Qualität der Angst. Vor allem ihre Teilbarkeit wertet sie zu einem Identitätsmerkmal auf. Gemeinsam kann man darauf beharren, daß die diffuse Angst eben nicht irrational sei, ganz gleich, wie irrational die formulierten Bedenken sind.



Unter Kontrolle versteht sich halt auch leicht verschiedenes. Dem einen bedeutet Kontrolle, dass Organisation funktioniert. Dem anderen bedeutet es, dass Störungen vermieden werden. Alles, was den geplanten oder gewünschten Ablauf stört, stört die Kontrolle. Und dann versagen die "Verantwortlichen" auch noch an allen Fronten und setzen bisherige Versäumnisse so lange fort, bis tatsächlich eine Krisensituation da ist, die ohne die Hilfe von Freiwilligen nicht zu bewältigen wäre. Die aktuelle Improvisation ist vor allem politischer Kurzsichtigkeit zu verdanken. Derzeit glaube ich auch nicht, dass die Situation kontrolliert wird, es wird weiter improvisiert und Krisenmanagement betrieben, aber die Angstbürger stellen in Teilen ein ebenso brisantes Problem dar, das Gewaltpotential steigt am rechten Rand.



Auch das ist eine interessante Fragestellung, besonders für mich. Ich war etwa zwanzig Jahre out of Germoney und habe die Entwicklung in die Agenda nicht erlebt. Ich erfuhr nur, was im Nachbarland berichtet wurde. ZB über diese 1-Euro-Jobs, die ja nicht umsonst wieder abgeschafft wurden, nach jahrelangem Mißbrauch, nach ungezählten Rechtsbrüchen, Wettbewerbsmanipulationen usw. Interessiert keine Sau. Ich bin mir ziemlich sicher, daß man bei allen Fragestellungen diesbezüglich auch auf Angst trifft, und immer wird sie diffus sein. Ist ja nicht so, dass Angst nur am rechten Rand kultiviert wird. Das Land, in dass ich zurückkam war ein anderes als das, was ich verlassen hatte. Und es ist eigentlich nichts wirklich besser geworden. Was ganz deutlich zu merken war: es gab mehr Angst als früher. Die Rente ist nicht mehr sicher, der Job ist bedroht, alle schauen auf die Wirtschaft, auf den Euro, politisches oder gewerkschaftliches Engagement ist zur Ausnahme geworden... Da gibt es so viel, was man sich zwanzig Jahre vorher nicht mal hätte vorstellen können... Ich versteh's immer noch nicht. Irgendwas ist in der Zeit gehörig schief gelaufen, da gibbet nix.


Es scheint, als erfüllt diese Angst eine wichtige Funktion bei denen, die von ihr bestimmt und getrieben werden. Sie ist dann zwar nicht mehr im persönlichen Sinne diffus, sonder sie gerät sogar zur Wahrheit und ändert die persönliche Qualität der Angst. Vor allem ihre Teilbarkeit wertet sie zu einem Identitätsmerkmal auf. Gemeinsam kann man darauf beharren, daß die diffuse Angst eben nicht irrational sei, ganz gleich, wie irrational die formulierten Bedenken sind.


Das deckt sich mit den Äußerungen hierzustrang. Zur Identität: Gemeinsame Ängste sind ein wunderbares Feld für komplexe soziologische Sachverhalte. Man kann die Ängste der Menschen nicht zusammenwerfen: Es wird die geben, die schlichtweg Angst vor Veränderung haben und unsicher sind (der besorgte Bürger in der Bürgerversammlung); er wird die geben, die Angst kompensiert haben und mit Konfrontation dieser entweder aggressiv oder zurückweisend reagieren (der besorgte Bürger in der Bürgerversammlung, der dem spontanen Ruf der NPD folgt). Aber dann gibt es auch diejenigen, die Angst nutzen, um ihre eigene Bedeutung zu steigern (der NPDler in der Versammlung, der mit schwungvollen Worten die Leute zur Gefolgschaft bewegt).

Solche Reaktionen gehen blitzschnell, weil sie evolutionär so gewollt sind: Unangenehme Reize vermeiden wir; mit zunehmender Vermeidungszeit werden wir immer empfindlicher für den Reiz; werden wir konfrontiert, müssen wir das Überlebensprogramm aktivieren: Flucht oder Angriff. Die Heidenauer sind in der kollektiven Angstsituation unter dem Funken der NPD "durchgebrannt", auf Angriff gegangen. Das sieht man ganz gut daran, dass an den Folgetagen die Teilnahme an diesem Mob auf den ideologischen Kern sank.

Die Angstdebatte lebt von solchen Momenten. Was haben die Heidenauer zuvor gehört, dass sie in eine solche Ohnmachtssituation gekommen sind? Welche ideologische Matrix lag bei ihnen vor?

Das Attentat auf Reker durch einen rechtsradikalen Angsthasen ist auch ein gutes Bsp. für die Angstdebatte. "Ich tue es für eure Kinder", maßte er sich an, als er das Messer zückte. Er missbrauchte die Angstsituation anderer, um sich selbst in ihre Reihen zu stellen, sich selbst aufzuwerten und Mut für eine Schandtat zu fassen. Auch das ist eine Wechselwirkung der gesell. Wahrnehmung. Und ein interessantes Muster: Im Irak waren es auch die Fremden, die die ersten ISIL-Kämpfer motivierten, den Schrecken des Krieges in den Schrecken des Terrorismus umzuwandeln: Auch sie führten Worte wie "Invasoren", "Kontrollverlust", "Minderheit-Mehrheit" an, als sie ihre Taten rechtfertigten. Und hierzulande steht einigen Leuten das Schreckensbild dieser Leute im Kopf: Sie werden uns die Freiheiten nehmen - und schon ist es passiert: Jemand wendet in Deutschland IS-Methoden an, im Namen unserer Kinder, um potentielle Verursacher von IS in Deutschland zu bestrafen. Wenn das Schule macht: Ist dann nicht auch der stolzeste Rechte zum Abziehbild des stereotypen gewalttätigen Musels geworden? Es ist so lächerlich, da die angstschürende Rechtsmeinungsmafia Moslems abwertend als "Messerstecher" bezeichnet. Und nun? Dieselbe Methode ist im Angstklima entstanden.

Dieses Bsp. sollten wir uns merken. Es treibt die Angstdebatte ordentlich voran.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Do 22. Okt 2015, 09:48

omegaunion » Mi 21. Okt 2015, 21:35 hat geschrieben:

Dein Beitrag ist zwar unfreiwillig sehr passend, aber trotzdem passt er sehr gut zum Problem.
Wut könnten auch Menschen haben, denen jahrelang von den Parteien gesagt wurde, dass einfach kein Geld für sozialen Wohnungsbau da sei.
Heute ist das Geld nicht das Problem, sondern der Umstand, dass man in 4 Monaten leider keine hunderttausende Wohnungen bauen kann.

Wut könnten auch Menschen haben, die hier 30 Jahre lang gearbeitet haben, bereits seit 3 Jahren arbeitslos sind und sich nun hinter Menschen an der Tafel anstellen müssen, denen die dort ausgegeben Lebensmittel zu minderwertig sind weil sie aus der Heimat aus der sie flohen wohl Besseres gewohnt waren.

Unterschätze also die Wut nicht.




Meinst Du nicht, dass derjenige, der wütet, nicht auch selbst einen Anteil seiner eigenen Emotion hat? Ist Deine Wut die Schuld der anderen? Und wieso verdient es ein Fremder, Opfer Deiner Wut zu werden?
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Do 22. Okt 2015, 10:03

Bielefeld09 » Mi 21. Okt 2015, 23:30 hat geschrieben:Sorry geschätzter Freund, aber bei dem beschriebenem geht es nicht um Logik.
Es geht um Gefühl.
Es geht darum, das du akzeptieren musst, das andere Verlustängste haben, existienzielle Ängste
und diese in Deutschland seit Jahren nicht beantwortet worden sind.

Wir haben Probleme in dieser Gesellschaft, auch jenseits der Flüchtlinge.
Wir beachten diese Stimmen anscheinend nicht genug.




Das ist m.E. eine durchaus richtige Sache. Die Frage ist: Warum?

Ich persönlich glaube, dass nicht nur die monotonisierende Politik schuldig ist. Denn es gehört dazu auch derjenige, der sich das gefallen lässt: Ein offener Dialog über Ängste in unserer Harmonie-Stärke-Ansehenkultur ist etwas Unangenehmes. Du siehst es doch an den Schreibern hierzustrang: Ängste werden als Schwäche diskrediert. Sie meiden die Auseinandersetzung mit denselben. Es gibt keine soziale Plattform für Ängste und Gefühle in Deutschland. Deshalb beantwortet die Politik solche Fragen auch nicht, was ihr sehr nützlich ist. Aber gerade das müsste in einer Demokratie mit Bürgerbewusstsein eingefordert werden - von den Bürgern.

Jeder will sozial etwas Gutes darstellen. Das aber widerspricht ein wenig der sozialen Entwicklung in unserem Land, die mehr verunsichernde Fragen aufwirft. Warum also - die Frage habe ich schon an Piedro gestellt -, warum also lassen sich die Menschen nicht dazu bewegen, z.B. soziale Fragen politisch zu manifestieren? Warum drängt die soziale Angst die Menschen nicht zu Demos oder Aktivität? Warum aber manifestiert sich Angst eher in der Flüchtlingsfrage? Warum ist sozialer Wohnungsbau, dessen Einsparung Gysi jahrelang kritisiert hat, erst jetzt Gegenstand der Angst? Wegen des sozialen Bewusstseins? Oder nur wegen der Flüchtlinge und der Angst vor eben denselben? Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Kleinen den Kleinen neiden und die Großen verehren: Manch einer von ganz unten hat Angst vor dem "sozialen Bodensatz". Warum aber nicht vor denjenigen, die ihn z.B. auf der Arbeit sozial auspressen können? Warum ist soziale Not ein Thema, wenn Arme etwas wollen, nicht aber dann, wenn es darum geht, die Reichen zu besteuern? Findest Du nicht, dass auch diese Dinge beachtet werden müssten, wenn wir über soziale Ängste sprechen?
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon relativ » Do 22. Okt 2015, 10:31

Agesilaos Megas » Do 22. Okt 2015, 10:03 hat geschrieben:


Das ist m.E. eine durchaus richtige Sache. Die Frage ist: Warum?

Ich persönlich glaube, dass nicht nur die monotonisierende Politik schuldig ist. Denn es gehört dazu auch derjenige, der sich das gefallen lässt: Ein offener Dialog über Ängste in unserer Harmonie-Stärke-Ansehenkultur ist etwas Unangenehmes. Du siehst es doch an den Schreibern hierzustrang: Ängste werden als Schwäche diskrediert. Sie meiden die Auseinandersetzung mit denselben. Es gibt keine soziale Plattform für Ängste und Gefühle in Deutschland. Deshalb beantwortet die Politik solche Fragen auch nicht, was ihr sehr nützlich ist. Aber gerade das müsste in einer Demokratie mit Bürgerbewusstsein eingefordert werden - von den Bürgern.

Jeder will sozial etwas Gutes darstellen. Das aber widerspricht ein wenig der sozialen Entwicklung in unserem Land, die mehr verunsichernde Fragen aufwirft. Warum also - die Frage habe ich schon an Piedro gestellt -, warum also lassen sich die Menschen nicht dazu bewegen, z.B. soziale Fragen politisch zu manifestieren? Warum drängt die soziale Angst die Menschen nicht zu Demos oder Aktivität? Warum aber manifestiert sich Angst eher in der Flüchtlingsfrage? Warum ist sozialer Wohnungsbau, dessen Einsparung Gysi jahrelang kritisiert hat, erst jetzt Gegenstand der Angst? Wegen des sozialen Bewusstseins? Oder nur wegen der Flüchtlinge und der Angst vor eben denselben? Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Kleinen den Kleinen neiden und die Großen verehren: Manch einer von ganz unten hat Angst vor dem "sozialen Bodensatz". Warum aber nicht vor denjenigen, die ihn z.B. auf der Arbeit sozial auspressen können? Warum ist soziale Not ein Thema, wenn Arme etwas wollen, nicht aber dann, wenn es darum geht, die Reichen zu besteuern? Findest Du nicht, dass auch diese Dinge beachtet werden müssten, wenn wir über soziale Ängste sprechen?

Ganz einfach, weil die meisten Menschen in Deutschland , trotz aller "kleinen" Probleme noch gut reflektieren können, wie gut es Deutschland im Vergleich mit den meisten anderen Ländern dieser Erde geht. Diese objektive "Wohlfühloase" möchte man natürlich nicht aufs Spiel setzen, bzw. auf Spiel gesetzt wissen. Dies ist schon mal eine Angst "des Bürgers".
Hinzu kommt jetzt, daß in den letzten Jahren die gefühlte und tatsächliche soziale Schere zwischen den Abgehängten in unserer Gesellschaft und der Mehrheitsgesellschaft (wo Teile davon auch Angst haben in die untere Hälfte der gesellschaft abzudriften) weiter auseinander klafft. Dies schafft gesellschaftliche Unruhe. Wenn dann noch eine Krise , wie jetzt gerade die Flüchtlingskrise, eintritt, potenziert sich der negative Eindruck auf den Staat meist, gerade wenn der Staat den Eindruck erweckt rumzueiern, bzw. kein wirkliches Konzept zu haben. Also die Wut, auf das vermeintliche "Versagen des Staates" und die Hilflosigkeit vieler Bürger ob dieses Versagens, kanalisiert sich bei einigen wieder auf die noch Schwächeren.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Do 22. Okt 2015, 11:11

Agesilaos Megas » Do 22. Okt 2015, 09:28 hat geschrieben:
Dieses Bsp. sollten wir uns merken. Es treibt die Angstdebatte ordentlich voran.


Die noch einen ganz anderen Aspekt hat, nicht nur die diffusen Ängste der Besorgten.

Was ist mir der Angst, die bei anderen entsteht: Migranten, freiwillige Helfer, politisch Andersdenkende (Linke, Punks), Angehörige der Feindreligion, und nicht zuletzt bei Politikern und Beamten, bei Journalisten... Es geht längst nicht mehr darum, die diffusen Ängste zu nähren, wir sind bereits in der Phase der Angstmacherei für die Gegenseite.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Demolit » Mo 26. Okt 2015, 13:54

Werter Mitforist Piedro, der ganze Strang ist eher ein Beispiel dafür, wie ein Problem aufgeblasen wird um es als pathologisch zurück Gedrücktes zu benutzen eine andere Auffassung gegenüber einem Problemkreis zu diskreditieren.

Der Problemkreis betrifft uns, macht uns betroffen. Im Rahmen dieser Betroffenheit kann bei dem einen oder anderen die Angst eine Rolle spielen. Da Angst nur diffus ist, individuelle variierend , nicht in Konkretem festzumachen kann mit dem Begriff Angst erstmals nichts erklärt werden , nichts zur Erklärung beitragen. Sie kann nur Antrieb sein über den Problemkreis - auch um die dann dort entstehende Angst selber - nachzudenken. Bei dem einen verharrt das auf niedrigem Niveau, der latscht dann los. Bei dem anderen rutsch das in die Resignation. Angst selber spielt nur bei den Erscheinungsbilder, die aus der Debatte über den Problemkreis zu erkennen sind ein oberflächliches Erklärungsmuster.

Mehr nicht.

Deshalb hat der Threaderöffner das Thema auch so richtig nicht durchdacht. Er möchte - scheint mir - abweichende Meinungen zu seiner- als "krankhaft" injizieren, damit diese Meinung als faible in der Debatte dasteht.

Deutschland darf nur vor sich selber Angst haben, vorweg genommene Hosenscheißerei möchte ich das nennen, worüber sich unsere Nachbarn schon trefflich amüsieren. ;)

Die Selbstvergessenheit und Relativierungsmechanismen beim Umgang und bei der Debatte Problemkreise jetzt hier und heute, die wecken Befürchtungen...

echt ;)
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Mo 26. Okt 2015, 14:19

Demolit » Mo 26. Okt 2015, 14:54 hat geschrieben:Werter Mitforist Piedro, der ganze Strang ist eher ein Beispiel dafür, wie ein Problem aufgeblasen wird um es als pathologisch zurück Gedrücktes zu benutzen eine andere Auffassung gegenüber einem Problemkreis zu diskreditieren.

Der Problemkreis betrifft uns, macht uns betroffen. Im Rahmen dieser Betroffenheit kann bei dem einen oder anderen die Angst eine Rolle spielen. Da Angst nur diffus ist, individuelle variierend , nicht in Konkretem festzumachen kann mit dem Begriff Angst erstmals nichts erklärt werden , nichts zur Erklärung beitragen. Sie kann nur Antrieb sein über den Problemkreis - auch um die dann dort entstehende Angst selber - nachzudenken. Bei dem einen verharrt das auf niedrigem Niveau, der latscht dann los. Bei dem anderen rutsch das in die Resignation. Angst selber spielt nur bei den Erscheinungsbilder, die aus der Debatte über den Problemkreis zu erkennen sind ein oberflächliches Erklärungsmuster.

Mehr nicht.

Deshalb hat der Threaderöffner das Thema auch so richtig nicht durchdacht. Er möchte - scheint mir - abweichende Meinungen zu seiner- als "krankhaft" injizieren, damit diese Meinung als faible in der Debatte dasteht.

Deutschland darf nur vor sich selber Angst haben, vorweg genommene Hosenscheißerei möchte ich das nennen, worüber sich unsere Nachbarn schon trefflich amüsieren. ;)

Die Selbstvergessenheit und Relativierungsmechanismen beim Umgang und bei der Debatte Problemkreise jetzt hier und heute, die wecken Befürchtungen...

echt ;)


Ahoi, Demolit,

auch dieses Posting eröffnet mehr Fragen, als dass es sie klärt.

1. Inwiefern werden andere Auffassungen diskreditiert, wenn jeder seine Ängste darlegen kann, was, bis auf einen Fall, auch tatsächlich gemacht worden ist?

2. Inwiefern - am besten mit Belegen für diese Behauptung - wird Angst als etwas Krankhaftes "injiziert"?

3. Inwiefern kann Angst keine Erklärung für ein soziales Phänomen bieten?

4. Wieso fehlen Dir andere Erklärungsmuster in einem Strang, der sich explizit (Eingangsbeitrag) einem Bereich gewidmet hat, der viele Wege für ein Erklärungsmuster bietet?

5. Wieso spielt "Deutschland darf nur Angst vor sich selber haben", "Selbstvergessenheit", "Relativierungsmechanismen" auch nur irgendeine Rolle mit der Angstkultur im Zusammenhang mit Asylpolitik? Willst Du damit sagen, dass Deine Kritik alleinig auf der Illusion basiert, dass mangelnde Deutschtümelei zur Asylfeindlichkeit einiger Mitbürger führe? Mit Verlaub: Das wäre recht wenig durchdacht. Echt. :)
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Mo 26. Okt 2015, 14:26

Piedro » Do 22. Okt 2015, 12:11 hat geschrieben:
Die noch einen ganz anderen Aspekt hat, nicht nur die diffusen Ängste der Besorgten.

Was ist mir der Angst, die bei anderen entsteht: Migranten, freiwillige Helfer, politisch Andersdenkende (Linke, Punks), Angehörige der Feindreligion, und nicht zuletzt bei Politikern und Beamten, bei Journalisten... Es geht längst nicht mehr darum, die diffusen Ängste zu nähren, wir sind bereits in der Phase der Angstmacherei für die Gegenseite.



Ja. Und die Angst betrifft auch nicht mehr nur Helfer, sondern auch diejenigen, die im Bereich der Migranten-Integration tätig sind. Erneut war es wieder Skandinavien, das erschüttert hat.

Erst wurde das THW mit Steinen beschmissen, dann Asylantenheime abgefackelt oder blockiert, dann OB niedergemessert und jetzt Schulen zerlegt - auch auf der Gegenseite kann man teilweise eine Angstkultivierung wahrnehmen.

Natürlich, wie Du ja siehst, sind einige foristae immer noch im Schwarz-Weiß-Denken gefangen, und machen die Qualität vom Thread von ihrer eigenen Position zur Asylpolitik abhängig. Dieselben jedoch haben nie auch nur eine Zeile über konkrete Ängste geschrieben, sondern sie diffus, unanrührbar belassen. Dass Angst ebenso auf der Gegenseite herrschen kann, sehen sie nicht (wahrscheinlich freuen sie sich sogar darüber). Sind wir jetzt dazu übergegangen, die Helfer "krankhaft zu injizieren"? Echt.
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Demolit » Mo 26. Okt 2015, 14:28

Agesilaos Megas » Mo 26. Okt 2015, 14:19 hat geschrieben:
Ahoi, Demolit,

auch dieses Posting eröffnet mehr Fragen, als dass es sie klärt.

1. Inwiefern werden andere Auffassungen diskreditiert, wenn jeder seine Ängste darlegen kann, was, bis auf einen Fall, auch tatsächlich gemacht worden ist?

2. Inwiefern - am besten mit Belegen für diese Behauptung - wird Angst als etwas Krankhaftes "injiziert"?

3. Inwiefern kann Angst keine Erklärung für ein soziales Phänomen bieten?

4. Wieso fehlen Dir andere Erklärungsmuster in einem Strang, der sich explizit (Eingangsbeitrag) einem Bereich gewidmet hat, der viele Wege für ein Erklärungsmuster bietet?

5. Wieso spielt "Deutschland darf nur Angst vor sich selber haben", "Selbstvergessenheit", "Relativierungsmechanismen" auch nur irgendeine Rolle mit der Angstkultur im Zusammenhang mit Asylpolitik? Willst Du damit sagen, dass Deine Kritik alleinig auf der Illusion basiert, dass mangelnde Deutschtümelei zur Asylfeindlichkeit einiger Mitbürger führe? Mit Verlaub: Das wäre recht wenig durchdacht. Echt. :)


;)

na denn man tau..

alles gesagt, deine letzte Frage ist eine schöne Polemik, die ich gern mit dem allseits beliebten : Denkste......beantworte.

Die Antworten zu dem Rest deiner Fragen ergeben sich bereit aus meinem obigem Kurzanriss.

echt ;)
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Mo 26. Okt 2015, 14:33

Demolit » Mo 26. Okt 2015, 15:28 hat geschrieben:
;)

na denn man tau..

alles gesagt, deine letzte Frage ist eine schöne Polemik, die ich gern mit dem allseits beliebten : Denkste......beantworte.

Die Antworten zu dem Rest deiner Fragen ergeben sich bereit aus meinem obigem Kurzanriss.

echt ;)



Warum Polemik? Weil das Geschriebene sich mit Deiner Anschauung nicht deckt?

Und warum keine Antworten auf meine Fragen? Die Fragen betreffen explizit das Geschriebene. Du willst die Interpretation des Geschriebenen mit dem Geschriebenen verbalisieren? Das ist ein methodologisch seltsamer Schritt, der keinen Diskussionswillen erkennen lässt. Angst vor Austausch? Angst, Deine Meinung darzulegen? Angst vor Argumentation? Dass Du Deine Ohnmacht in Fluchtverhalten verwandelst, ist evolutionär. Aber es muss Dir nicht unangenehm sein, Dich ohnmächtig zu fühlen, wenn jemand anders denkt, zumal Du ja die Kritikpunkte einwirfst. Echt. :)
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Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Agesilaos Megas » Mo 26. Okt 2015, 14:34

So, first of all, let me assert my firm belief that the only thing we have to fear is fear itself — nameless, unreasoning, unjustified terror which paralyzes needed efforts to convert retreat into advance. In every dark hour of our national life a leadership of frankness and of vigor has met with that understanding and support of the people themselves which is essential to victory. And I am convinced that you will again give that support to leadership in these critical days.


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Demolit

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Demolit » Mo 26. Okt 2015, 17:49

Agesilaos Megas » Mo 26. Okt 2015, 14:33 hat geschrieben:

Warum Polemik? Weil das Geschriebene sich mit Deiner Anschauung nicht deckt?

Und warum keine Antworten auf meine Fragen? Die Fragen betreffen explizit das Geschriebene. Du willst die Interpretation des Geschriebenen mit dem Geschriebenen verbalisieren? Das ist ein methodologisch seltsamer Schritt, der keinen Diskussionswillen erkennen lässt. Angst vor Austausch? Angst, Deine Meinung darzulegen? Angst vor Argumentation? Dass Du Deine Ohnmacht in Fluchtverhalten verwandelst, ist evolutionär. Aber es muss Dir nicht unangenehm sein, Dich ohnmächtig zu fühlen, wenn jemand anders denkt, zumal Du ja die Kritikpunkte einwirfst. Echt. :)


Es war erkennbare Polemik, wer was in der Richtung wissen willst , schreibt anders. Deine anderen Ansätze sind auch nicht dazu angetan, da etwas zu erläutern.

Nur soviel sei gesagt. Angst im deinem implizierten Sinne hat eigentlich niemand. Die Flüchtlinge selber bereiten keine Ängste, weil wir das schaffen können und jeder weiß, dass wenn die Flüchtlinge mitarbeiten, sich hier einfügen, keine Angst machen können.

Ängste, die auftauchen können, beziehen sich auf das, was einzelne Flüchtlinge mit sich hier herein transportieren und das sie nicht bereit sind einem Anpassungsprozess zu unterwerfen. Die Maskulinisierung innerhalb des Flüchtlingspotentials z.B. kann Ängste hervorrufen. Nur ist das kein Problem des Flüchtlings und der Flüchtlingsproblematik, sondern das Problem des Maskulinen, das einige, die kommen, nicht in sich und an sich beherrschen.

Aber das kennen wir ja schon von anderen hier bereits Ansässigen. Ist also nur ein im Persönlichen befindendes Phänomen, das aus einer anderen Gemengenlagen schon lange mit einem Individuum herum geschleppt wird. Bei den anderen Dingen müssten die Flüchtlinge mehr Angst haben, denn ihre Zukunft ist nicht so rosig, Sie werden die Lower-Class vergrößern. Aber unsere Politik wird sie schon schützen... ;)

usw usw...

also immer schön weiter Ängste beschwören..damit kann man dann argumentativ hausieren gehen.

echt ;)
Zuletzt geändert von Demolit am Mo 26. Okt 2015, 17:50, insgesamt 1-mal geändert.
Piedro

Re: Krisen, Angst, Hysterie - Flüchtlinge u. gesell. Wahrneh

Beitragvon Piedro » Mo 26. Okt 2015, 18:33

Demolit » Mo 26. Okt 2015, 13:54 hat geschrieben:Werter Mitforist Piedro, der ganze Strang ist eher ein Beispiel dafür, wie ein Problem aufgeblasen wird um es als pathologisch zurück Gedrücktes zu benutzen eine andere Auffassung gegenüber einem Problemkreis zu diskreditieren.


Einesfalls, es wurde bereits mehrfach richtig gestellt, daß Angst nicht pathologisch sein muß, nur, weil sie es sein kann. Angst, Furcht, Sorge... nenne es wie du willst, wird doch ins Feld geführt, wenn es mu diesen "Problemkreis" geht. Da ist die Rede von Grundstückspreisen, Krimininalität, davon, die Deutschen könnten in die Minderheit geraten... usw.

Der Problemkreis betrifft uns, macht uns betroffen. Im Rahmen dieser Betroffenheit kann bei dem einen oder anderen die Angst eine Rolle spielen. Da Angst nur diffus ist, individuelle variierend , nicht in Konkretem festzumachen kann mit dem Begriff Angst erstmals nichts erklärt werden , nichts zur Erklärung beitragen. Sie kann nur Antrieb sein über den Problemkreis - auch um die dann dort entstehende Angst selber - nachzudenken. Bei dem einen verharrt das auf niedrigem Niveau, der latscht dann los. Bei dem anderen rutsch das in die Resignation. Angst selber spielt nur bei den Erscheinungsbilder, die aus der Debatte über den Problemkreis zu erkennen sind ein oberflächliches Erklärungsmuster.

Mehr nicht.


Du unterschätzt die Wirkung von Angst. Natürlich regt Angst zum Nachdenken an, aber sie kann das Denken auch leicht bestimmen. Das habe ich eigentlich recht deutlich beschrieben, oder nicht?

Deinen letzten Satz verstehe ich nicht, das ist mir zu krypisch.

Deshalb hat der Threaderöffner das Thema auch so richtig nicht durchdacht. Er möchte - scheint mir - abweichende Meinungen zu seiner- als "krankhaft" injizieren, damit diese Meinung als faible in der Debatte dasteht.


Er hat das bereits mehrfach richtig gestellt. Es geht nicht darum, Angst zu pathologisieren.

Deutschland darf nur vor sich selber Angst haben, vorweg genommene Hosenscheißerei möchte ich das nennen, worüber sich unsere Nachbarn schon trefflich amüsieren. ;)

Die Selbstvergessenheit und Relativierungsmechanismen beim Umgang und bei der Debatte Problemkreise jetzt hier und heute, die wecken Befürchtungen...

echt ;)[


Der erste Satz ist nicht diskussionswürdig, den letzten kannst du gern erläutern. Welche Befürchtungen weckt denn die Debatte bei dir?


Abgesehen davon: wie kannst du denn die angesprochene Angst der Demokraten (im Amt oder als Helfer) als Diskreditierung abtun? Diese Angst ist eine konkrete, und sie ist berechtigt. Demokraten werden zu Opfern. Warum? Wenn die Ursache dafür auch Angst ist, dann können wir über Pathologie diskutieren, voher ist das überhaupt nicht interessant.
Zuletzt geändert von Piedro am Mo 26. Okt 2015, 19:16, insgesamt 1-mal geändert.

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