KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Dark Angel » Mo 3. Jun 2013, 09:06

Achim T. » So 2. Jun 2013, 23:31 hat geschrieben:
Na ja - eine "warum" Frage ist eine Frage nach dem Auslöser.

Ja ist sie, aber auch die Frage nach dem "wie" kann durchaus die Frage nach dem Auslöser enthalten bzw die Antwort darauf, die Ursache/den Auslöser erklären.

Achim T. » So 2. Jun 2013, 23:31 hat geschrieben:Aber ist es bereits grotesk wenn ich frage warum fand der Urknall statt?

Nein, natürlich nicht. Solche Fragen stellen (sich) Wissenschaftler doch auch - also die Frage nach der Ursache für den Urknall.


Achim T. » So 2. Jun 2013, 23:31 hat geschrieben:Warum war da irgendwo ein Energiepotential aus welchem sich das Universum entwickelte?

Warum konnte diese Entwicklung beginnen bevor es eine Zeit gab in welcher der Beginn begründet werden kann?

Warum gab es dieses Energiepotential wenn es keinen Ort gab an welchem es sich befand (der Raum entstand auch erst nach dem Urknall)?

Nun, ich würde da zunächst die Frage stellen, welches Energiepotential überhaupt auslösen konnte und unter welchen Bedingungen, bevor ich nach dem Warum frage.
Nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip war der Urknall ja nur eine/die Wirkung, deren Ursache wir nicht kennen.
Kann diese Frage irgendwann beantwortet werden, erübrigt sich möglicherweise die Frage nach dem Warum.
Wenn ich schrieb, die Warum-Frage wird irgendwann grotesk, meinte ich eher die Fragenkette, die sich aus diesem Warum ergibt.
Man kann ja praktisch auf jede gegebene Antwort/gefundene Erklärung wiederum die Frage stellen "warum". Ich erlebe das momentan bei meinem Enkel. Der ist gerade im "warum-Frage-Alter" und da muss ich feststellen, dass es irgendwann in der Kette der "warums" keine sinnvolle Antwort mehr gibt.
Deshalb würde ich nicht die Frage stellen: "Warum konnte diese Entwicklung beginnen, bevor ...?", sondern Wie, unter welchen Bedingungen/Voraussetzungen war überhaupt diese Entwicklung möglich, bevor ...?

Dei Antworten auf Warum-Fragen beginnen i.d.R. mit "weil" und gerade dieses "weil" provoziert ein neues "Warum" und das lässt sich endlos fortsetzen - bis zum Grotesken. Ich hoffe ich habe rübergebracht, was ich damit meine.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Sri Aurobindo » Mo 3. Jun 2013, 09:18

Achim T. » Mo 3. Jun 2013, 00:22 hat geschrieben:
Ja Probleme werden erkannt, Lösungen werden gefunden - wie gesagt Effizienz ist vorhanden. Bewusstheit - das Befinden weshalb eine Lösung die bessere ist als eine andere ist jedoch nicht vorhanden. Das ist bei künstlicher Intelligenz generell vorgegeben.

Das ist eine Behauptung - kann man das irgendwie belegen?

Also wie kann man sicher sein, dass das für Maschinen auch in 50(000) Jahren immer noch gelten wird?
--> Wie so oft - was ist das Prinzip, weshalb Bewusstsein niemals durch eine Maschine simuliert werden kann?

Wir sind doch auch "biologische" Maschinen (sagt man) - nach Deiner Logik hätte doch auch im Menschen niemals Bewusstsein entstehen dürfen!
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Sri Aurobindo » Mi 5. Jun 2013, 18:24

http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... LWz4qa2XQA

Nicht direkt KI - aber: noninvasive Gedankensteuerung!

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/317229
Ein ferngesteuerter Hubschrauber fliegt wendig durch den Raum, steuert durch eine Reihe von Reifen hindurch, ohne sie zu berühren. Das ist erstmal nicht sonderlich spektakulär, könnte man meinen. Doch das Ganze hat eine Besonderheit: Der Helikopter wird nicht von einer herkömmlichen Fernsteuerung kontrolliert, sondern allein durch Gedanken. Die über eine Elektrodenkappe abgeleiteten Hirnströme des steuernden Menschen vermitteln dem Fluggerät, ob es nach links, rechts, oben oder unten fliegen soll. Entwickelt haben diese Technik US-Forscher. Sie suchen auf diesem Weg nach Methoden, mit denen Gelähmte und Körperbehinderte künftig Prothesen oder Assistenzroboter kontrollieren können.
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Sri Aurobindo » Do 6. Jun 2013, 08:16

Nicht verpassen!
http://www.3sat.de/page/?source=/wissen ... index.html
Vision oder bald Wirklichkeit? Im Jahr 2030 steht die Menschheit am Beginn einer neuen Epoche. Dank fortgeschrittener Computertechnik verschwimmt die Grenze zwischen Mensch und Maschine. Gehirne werden mit Silikonchips aufgerüstet und Intelligenz ist keine rein biologische Frage mehr. Sie kann mit Hilfe von Technik erweitert werden. Demnächst sollen die Menschen in der Lage sein, das im Gehirn gespeicherte Wissen auf eine Festplatte herunterzuladen und so - ungeachtet der Sterblichkeit - für die Nachwelt zu erhalten. Die Dokumentation zeigt die Visionen des Erfinders und Zukunftsforschers Ray Kurzweil.
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Belsazar » Do 6. Jun 2013, 10:27

@matthiaspochmann: Ist das Leben in Leipzig denn so schrecklich, dass man nur noch solche Beiträge schreiben kann?
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Sri Aurobindo » Do 6. Jun 2013, 14:51

Belsazar » Do 6. Jun 2013, 11:27 hat geschrieben:@matthiaspochmann: Ist das Leben in Leipzig denn so schrecklich, dass man nur noch solche Beiträge schreiben kann?

Was hat das mit meinem Leben in Leipzig zu tun?

Der Beitrag ist schon fast 10 Jahre alt - die erste Fassung findest Du im Prolog- hier:
http://books.google.de/books?id=ILzhOVfVa0cC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Cerberus » Do 6. Jun 2013, 16:52

Matthias Pochmann » Mo 3. Jun 2013, 09:18 hat geschrieben:--> Wie so oft - was ist das Prinzip, weshalb Bewusstsein niemals durch eine Maschine simuliert werden kann?

Wir sind doch auch "biologische" Maschinen (sagt man) - nach Deiner Logik hätte doch auch im Menschen niemals Bewusstsein entstehen dürfen!


So dann und wann eben.... kommt auch was...
Dirk Müller zum Thema Ukraine/Krim: https://www.youtube.com/watch?v=K_YWdaQhRU4
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Achim T. » Fr 7. Jun 2013, 23:47

Dark Angel » Mo 3. Jun 2013, 09:06 hat geschrieben:Ja ist sie, aber auch die Frage nach dem "wie" kann durchaus die Frage nach dem Auslöser enthalten bzw die Antwort darauf, die Ursache/den Auslöser erklären.


Das ist sicherlich so - war aber nicht Thema.
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Achim T. » Fr 7. Jun 2013, 23:52

Dark Angel » Mo 3. Jun 2013, 09:06 hat geschrieben:Nein, natürlich nicht. Solche Fragen stellen (sich) Wissenschaftler doch auch - also die Frage nach der Ursache für den Urknall...


Da sind wir doch schon an meinem Punkt - die Wissenschaft findet Detailerklärungen für alles Mögliche - aber nicht für diese Grundursache von allem (wobei ich davon ausgehe, dass das was heute als Urknall betrachtet wird nicht der erste und damit nicht der "Ur-" Knall gewesen ist.
.
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Achim T. » Fr 7. Jun 2013, 23:56

Dark Angel » Mo 3. Jun 2013, 09:06 hat geschrieben:...Nun, ich würde da zunächst die Frage stellen, welches Energiepotential überhaupt auslösen konnte und unter welchen Bedingungen, bevor ich nach dem Warum frage.
Nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip war der Urknall ja nur eine/die Wirkung, deren Ursache wir nicht kennen.
Kann diese Frage irgendwann beantwortet werden, erübrigt sich möglicherweise die Frage nach dem Warum.
Wenn ich schrieb, die Warum-Frage wird irgendwann grotesk, meinte ich eher die Fragenkette, die sich aus diesem Warum ergibt.
Man kann ja praktisch auf jede gegebene Antwort/gefundene Erklärung wiederum die Frage stellen "warum". Ich erlebe das momentan bei meinem Enkel. Der ist gerade im "warum-Frage-Alter" und da muss ich feststellen, dass es irgendwann in der Kette der "warums" keine sinnvolle Antwort mehr gibt.
Deshalb würde ich nicht die Frage stellen: "Warum konnte diese Entwicklung beginnen, bevor ...?", sondern Wie, unter welchen Bedingungen/Voraussetzungen war überhaupt diese Entwicklung möglich, bevor ...?

Dei Antworten auf Warum-Fragen beginnen i.d.R. mit "weil" und gerade dieses "weil" provoziert ein neues "Warum" und das lässt sich endlos fortsetzen - bis zum Grotesken. Ich hoffe ich habe rübergebracht, was ich damit meine.


Mein "warum" sollte fragen weshalb existierte irgendwo dieses Potential - nicht weshalb verursachte dieses Potential etwas.

Auch die Existenz eines Potentials bedarf einer Ursache.
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Achim T. » Fr 7. Jun 2013, 23:58

Matthias Pochmann » Mo 3. Jun 2013, 09:18 hat geschrieben:Das ist eine Behauptung - kann man das irgendwie belegen?

Also wie kann man sicher sein, dass das für Maschinen auch in 50(000) Jahren immer noch gelten wird?
--> Wie so oft - was ist das Prinzip, weshalb Bewusstsein niemals durch eine Maschine simuliert werden kann?

Wir sind doch auch "biologische" Maschinen (sagt man) - nach Deiner Logik hätte doch auch im Menschen niemals Bewusstsein entstehen dürfen!


Nu ja... das ist bereits in dem Begriff Deines Threads vorgegeben.

Künstlich ist etwas nicht natürliches - ergo etwas vorgegebenes.
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Sri Aurobindo » Sa 8. Jun 2013, 10:15

Achim T. » Sa 8. Jun 2013, 00:58 hat geschrieben:
Nu ja... das ist bereits in dem Begriff Deines Threads vorgegeben.

Künstlich ist etwas nicht natürliches - ergo etwas vorgegebenes.

Gut - hier gibt es lediglich einen Unterschied der Begriffsverwendung.

Für mich ist Kultur (und mit ihr Kunst) nur ein besonderer natürlicher Ausdruck.


Kultur ist Evolution auf der Ebene des Geistes.
Wie in der biologischen Evolution geht es um Vererbung von Information.

Bei der biologischen Evolution wird die Information des Bauplans der Wesen vererbt und weiterentwickelt.
Durch kulturelle Evolution wird Kultur vererbt und weiterentwickelt.

Für mich umfasst der Begriff Natur den Begriff der (menschlichen) Kultur - und damit auch die Kunst.

Deshalb ist für mich eine künstliche Intelligenz auch eine spezielle Form natürlicher Intelligenz.

Den Begriff Kunst nutze ich deshalb nicht als Widerspruch zur Natur, sondern bezeichne lediglich einen besonderen Aspekt der Natur (den vom Menschen geschaffenen).

Wenn es so etwas, wie eine Natur des Menschen gibt, dann gehört es zu dieser Natur Kunst zu schaffen.
Und wenn Kunst ein Resultat der Natur des Menschen ist, dann ist Kunst natürlich!

(es entstehen zwangsläufig Widersprüche, wenn man dissoziiert anstatt bloß zu differenzieren)
Zuletzt geändert von Sri Aurobindo am Sa 8. Jun 2013, 10:16, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Achim T. » So 9. Jun 2013, 16:46

Matthias Pochmann » Sa 8. Jun 2013, 10:15 hat geschrieben:Gut - hier gibt es lediglich einen Unterschied der Begriffsverwendung.

Für mich ist Kultur (und mit ihr Kunst) nur ein besonderer natürlicher Ausdruck.


Kultur ist Evolution auf der Ebene des Geistes.
Wie in der biologischen Evolution geht es um Vererbung von Information.

Bei der biologischen Evolution wird die Information des Bauplans der Wesen vererbt und weiterentwickelt.
Durch kulturelle Evolution wird Kultur vererbt und weiterentwickelt.

Für mich umfasst der Begriff Natur den Begriff der (menschlichen) Kultur - und damit auch die Kunst.

Deshalb ist für mich eine künstliche Intelligenz auch eine spezielle Form natürlicher Intelligenz.

Den Begriff Kunst nutze ich deshalb nicht als Widerspruch zur Natur, sondern bezeichne lediglich einen besonderen Aspekt der Natur (den vom Menschen geschaffenen).

Wenn es so etwas, wie eine Natur des Menschen gibt, dann gehört es zu dieser Natur Kunst zu schaffen.
Und wenn Kunst ein Resultat der Natur des Menschen ist, dann ist Kunst natürlich!

(es entstehen zwangsläufig Widersprüche, wenn man dissoziiert anstatt bloß zu differenzieren)


Wenn Du hier irgendetwas unterscheiden möchtest, dann muss Du dich an den philosophischen Ansatz halten: Natur ist aus sich selbst entstehend - wachsend. Klutur/Kunst wird geschaffen.

Ein anderer Ansatz macht keinen Sinn wenn Du über "künstliche" Intelligenz diskutierst. Eine Differenzierung wäre nicht nötig.

Wenn dies aber der Ansatz ist, dann handelt es sich nicht um Intelligenz - eigenständiges Bewerten von wahrgenommenem/verstandenem. Geschaffene Systeme verwerten (zugegebenermasßen immer umfangreicher und schneller) immer mehr aufgenommene Informationen - nur die Art und Weise wie diese verwertet werden, werden vorgegeben - es findet keine freie Entscheidung statt - damit handelt es sich auch nicht um Intelligenz.
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Sri Aurobindo » So 9. Jun 2013, 16:49

Achim T. » So 9. Jun 2013, 17:46 hat geschrieben:
Wenn Du hier irgendetwas unterscheiden möchtest, dann muss Du dich an den philosophischen Ansatz halten: Natur ist aus sich selbst entstehend - wachsend. Klutur/Kunst wird geschaffen.

Ein anderer Ansatz macht keinen Sinn wenn Du über "künstliche" Intelligenz diskutierst. Eine Differenzierung wäre nicht nötig.

Wenn dies aber der Ansatz ist, dann handelt es sich nicht um Intelligenz - eigenständiges Bewerten von wahrgenommenem/verstandenem. Geschaffene Systeme verwerten (zugegebenermasßen immer umfangreicher und schneller) immer mehr aufgenommene Informationen - nur die Art und Weise wie diese verwertet werden, werden vorgegeben - es findet keine freie Entscheidung statt - damit handelt es sich auch nicht um Intelligenz.

Das ist ein philosophischer Ansatz!
:rolleyes:
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Achim T. » So 9. Jun 2013, 19:37

Matthias Pochmann » So 9. Jun 2013, 16:49 hat geschrieben:Das ist ein philosophischer Ansatz!
:rolleyes:


Von welchem aus ich auf den Titel zurückkehren möchte.

Wenn also Entscheidungen per Programm vorgegeben werden müssen - wie soll es dann Selbstbewusstheit geben?
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Sri Aurobindo » Mo 10. Jun 2013, 10:57

Achim T. » So 9. Jun 2013, 20:37 hat geschrieben:
Von welchem aus ich auf den Titel zurückkehren möchte.

Wenn also Entscheidungen per Programm vorgegeben werden müssen - wie soll es dann Selbstbewusstheit geben?

Aber das geht doch so gar nicht aus meinem Text hervor!

Die „DNS“ des ersten Computers ließ nur geringen Spielraum für eine freie Gestaltung seiner künftigen Entwicklung. Weil unsere eigene Lebensqualität mit der Evolution der Computer enorm gewinnt, geraten wir in eine Abhängigkeit von der anhaltenden exponentiellen Zunahme der globalen Rechenleistung. Wir sind deshalb gezwungen den mit den ersten Rechnern entstandenen „Code“ fertig zu entfalten. Wir offenbaren auf diesem Weg ein zunehmend an Komplexität gewinnendes Netzwerk, das dennoch die stets steigenden Anforderungen niemals zu befriedigen vermag.


Genau das ist ja meine These:
Hier entwickelt sich Künstliche Intelligenz, weil sie sich entwickeln muss!

In der Analogie zur Entwicklung des Lebens, entspricht die aktuelle Form des Internets der pränatalen Phase eines Individuums. Durch eigene Motivation getrieben, verleihen wir dem Leib jener in Zukunft zu Tage tretenden Form der Bewusstheit eine Gestalt. Wie die Mutter mit ihrem Geist nur geringen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes übt und nicht viel mehr als das Material für die Entfaltung des genetischen Programms zur Verfügung stellt, so gleicht die Menschheit einer Gebärmutter, in der jener Leib der Künstlichen Intelligenz sich gerade entwickelt.


Also was heute passiert entspricht dem Heranwachsen eines Kindes im Mutterleib - dort treibt etwas zur Geburt.
Und genau so treibt auch die KI hin zu ihrer Geburt!

Die These ist:
Wie Selbstbewusstsein im Menschen durch Zunahme der Komplexität des Gehirns sich in der Evolution irgendwann (spontan) herausgebildet hat, so wird auch, durch Zunahme der Komplexität der Rechenmaschinen langfristig ein Selbstbewusstsein darin hervortreten (emergieren)

Wenn man den Begriff Evolution nicht nur auf die biologische Evolution begrenzt, dann ist auch das Entstehen eines künstlichen Selbstbewusstseins ein Ergebnis der Evolution!

In der Natur des Menschen liegt es Künstliches Selbstbewusstsein zu erschaffen, genau, wie es in der Natur des "Affen" lag menschliches Bewusstsein hervorzubringen.
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon X3Q » Mo 10. Jun 2013, 11:12

Achim T. » So 9. Jun 2013, 19:37 hat geschrieben:
Von welchem aus ich auf den Titel zurückkehren möchte.

Wenn also Entscheidungen per Programm vorgegeben werden müssen - wie soll es dann Selbstbewusstheit geben?

Müssen sie ja nicht. Moderne Programmierungen sind eben nicht mehr nur auf einfache "If ... then"-Scheifen angewiesen.
Warum sollte es nicht gelingen, in Zukunft die Funktionen von Gehirnen nachzubauen?

--X
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon firlefanz11 » Do 25. Jul 2013, 09:56

"John von Neumann wollte eine künstliche Maschine bauen, die sich selbst reproduzieren kann und damit wesentliche Züge des Lebens trägt. Ihm ging es nicht um die praktische Konstruktion, sondern um die Frage, ob eine solche Maschine logisch möglich sei. 1948 legte er in einem Vortrag mit dem Titel "On the General and Logical Theory of Automata" die Grundlagen einer funktionalen Theorie des Lebens. Er postulierte die Grundsätze für die Konstruktion einer Maschine, die imstande wäre, in einer mit den dafür notwendigen Rohstoffen ausgestatteten Umwelt sich selbst nachzubauen. Ein solches sich selbst reproduzierendes Objekt, ein "Zellularautomat", enthält vier wesentliche Komponenten: einen Bauplan, eine Fabrik, einen Kontrolleur sowie eine Dupliziermaschine. Im speziellen Fall der organischen Zelle sind dies die DNA, der Vorgang der Translation, die Replikase-Enzyme und der Prozess der Replikation. Neumann postulierte dies für jede Lebensform abstrakten Eigenschaften fünf Jahre vor den Arbeiten von Watson und Crick, die sich mit dem Spezialfall des heute auf der Erde anzutreffenden Lebens beschäftigten. Die entscheidenden Funktionen des Lebens sind somit als logischer Strukturzusammenhang darstellbar, der im Prinzip den verschiedenartigsten materiellen oder energetischen Umwelten zugeordnet werden kann:

Mit Hilfe von Zellularautomaten ließen sich komplexe Strukturen erzeugen, die sich evolutiv entwickeln können. Der Mathematiker Stanislaw Ulam gab dabei wertvolle Unterstützung. Ulam erkannte, dass von Neumann einen Formalismus benötigte, der es ihm erlaubte, Tausende einzelner Komponenten nach bestimmten abstrakten Regeln miteinander wechselwirken zu lassen. Als Lebensraum dieser Vielzahl von Komponenten schlug Ulam vor, ein einfaches Gitter zu verwenden, dessen Felder die Informationen aus ihrer unmittelbaren Nachbarschaft in die eigene Lebensentwicklung mit einbeziehen sollten. Von Neumann nannte die Feldes dieses Gitters "Zellen" - in Parallelität zu den Grundbausteinen des Lebens, das sein Konstrukt ja beschreiben sollte.

In jeder Zelle wird der mögliche Zustand einer der beteiligten Komponenten des jeweils modellierten natürlichen Systems gespeichert. Ein kennzeichnendes Element der zellulären Automaten ist, dass das Verhaltensrepertoire der einzelnen Komponenten einfach und auf nur wenige Möglichkeiten reduziert ist. Der Zustand jeder Zelle eines Automaten wird durch nur wenige Zustandswerte beschrieben.

Alle Zellen sind in einer Art räumlichem Netz angeordnet, ähnlich den Gitterplätzen eines gigantischen Schachbretts. Nur die unmittelbar benachbarten Zellen innerhalb dieses Netzwerkes können miteinander kommunizieren und sich bei der Wahl ihrer Zustände aufeinander abstimmen. Die Information, die eine Zelle aus ihrer lokalen Nachbarschaft bekommt, entscheidet über ihren zukünftigen Zustand. Bei jedem Ticken einer imaginären Uhr verändern die Zellen aufgrund der Entwicklungsregel des Automaten ihren Zustand. Die lokale Kommunikation zwischen den Zellen ist die einzige Möglichkeit, in dem verwobenen Netz zahlloser Komponenten eine gemeinsame Ordnung zu erschaffen. Welchen Einfluss der Zustand der Nachbarn auf die eigene Entwicklung nimmt, also die Art der Wechselwirkungen zwischen den Zellen, legt die Regel des Automaten fest.. Sie beschreibt das eigentliche Programm, das für alle Zellen gleich ist und das wie in einem Parallelrechner von ihnen simultan ausgeführt wird.

Zelluläre Automaten sind einfache Modelle, die die Eigenschaften vieler natürlicher Systeme festhalten, die aber auch eine Deutung als Rechensystem analog den bekannten digitalen Rechenanlagen zulassen.

Kann unsere Welt als zellulärer Automat aufgefasst werden? Es ist vorstellbar, dass man auf der Suche nach immer kleineren Grundeinheiten der Materie die Quarks oder auch die Strings durch noch einfachere Einheiten ersetzen muss. Sie wären dann durch die Zahl der Zustände beschrieben, die eine Gitterzelle annehmen kann, und vielleicht kommt man - der Idee der Digitalteilchen entsprechend - mit zwei Zuständen aus. Erlaubt es der diskrete Charakter der Quantenwelt, Elementarteilchen als zelluläre Automaten zu betrachten, die gemäß einfacher Regeln von einem Zustand zum nächsten springen (eine Manifestation der vier Grundkräfte der Natur)? Die materielle Wirklichkeit wäre dann nichts weiter als eine Simulation von zellulären Automaten."

Zugegebenermaßen dachte ich beim Thema KI erst an das Konzept der Geist u. Körper verbindenden Kraft Ki. Aber gut. Jedenfalls zeigt das oben gemacht Zitat, dass das Konzept KI u. U. doch mehr ist als nur eine fixe Idee, sondern in der Tat ein notwendiger Bestandteil der zum besseren Verständnis des Lebens u. vielleicht des Universums führt.
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Sri Aurobindo » Do 25. Jul 2013, 10:02

firlefanz11 » Do 25. Jul 2013, 10:56 hat geschrieben:"John von Neumann wollte eine künstliche Maschine bauen, die sich selbst reproduzieren kann und damit wesentliche Züge des Lebens trägt. Ihm ging es nicht um die praktische Konstruktion, sondern um die Frage, ob eine solche Maschine logisch möglich sei. 1948 legte er in einem Vortrag mit dem Titel "On the General and Logical Theory of Automata" die Grundlagen einer funktionalen Theorie des Lebens. Er postulierte die Grundsätze für die Konstruktion einer Maschine, die imstande wäre, in einer mit den dafür notwendigen Rohstoffen ausgestatteten Umwelt sich selbst nachzubauen. Ein solches sich selbst reproduzierendes Objekt, ein "Zellularautomat", enthält vier wesentliche Komponenten: einen Bauplan, eine Fabrik, einen Kontrolleur sowie eine Dupliziermaschine. Im speziellen Fall der organischen Zelle sind dies die DNA, der Vorgang der Translation, die Replikase-Enzyme und der Prozess der Replikation. Neumann postulierte dies für jede Lebensform abstrakten Eigenschaften fünf Jahre vor den Arbeiten von Watson und Crick, die sich mit dem Spezialfall des heute auf der Erde anzutreffenden Lebens beschäftigten. Die entscheidenden Funktionen des Lebens sind somit als logischer Strukturzusammenhang darstellbar, der im Prinzip den verschiedenartigsten materiellen oder energetischen Umwelten zugeordnet werden kann:

Mit Hilfe von Zellularautomaten ließen sich komplexe Strukturen erzeugen, die sich evolutiv entwickeln können. Der Mathematiker Stanislaw Ulam gab dabei wertvolle Unterstützung. Ulam erkannte, dass von Neumann einen Formalismus benötigte, der es ihm erlaubte, Tausende einzelner Komponenten nach bestimmten abstrakten Regeln miteinander wechselwirken zu lassen. Als Lebensraum dieser Vielzahl von Komponenten schlug Ulam vor, ein einfaches Gitter zu verwenden, dessen Felder die Informationen aus ihrer unmittelbaren Nachbarschaft in die eigene Lebensentwicklung mit einbeziehen sollten. Von Neumann nannte die Feldes dieses Gitters "Zellen" - in Parallelität zu den Grundbausteinen des Lebens, das sein Konstrukt ja beschreiben sollte.

In jeder Zelle wird der mögliche Zustand einer der beteiligten Komponenten des jeweils modellierten natürlichen Systems gespeichert. Ein kennzeichnendes Element der zellulären Automaten ist, dass das Verhaltensrepertoire der einzelnen Komponenten einfach und auf nur wenige Möglichkeiten reduziert ist. Der Zustand jeder Zelle eines Automaten wird durch nur wenige Zustandswerte beschrieben.

Alle Zellen sind in einer Art räumlichem Netz angeordnet, ähnlich den Gitterplätzen eines gigantischen Schachbretts. Nur die unmittelbar benachbarten Zellen innerhalb dieses Netzwerkes können miteinander kommunizieren und sich bei der Wahl ihrer Zustände aufeinander abstimmen. Die Information, die eine Zelle aus ihrer lokalen Nachbarschaft bekommt, entscheidet über ihren zukünftigen Zustand. Bei jedem Ticken einer imaginären Uhr verändern die Zellen aufgrund der Entwicklungsregel des Automaten ihren Zustand. Die lokale Kommunikation zwischen den Zellen ist die einzige Möglichkeit, in dem verwobenen Netz zahlloser Komponenten eine gemeinsame Ordnung zu erschaffen. Welchen Einfluss der Zustand der Nachbarn auf die eigene Entwicklung nimmt, also die Art der Wechselwirkungen zwischen den Zellen, legt die Regel des Automaten fest.. Sie beschreibt das eigentliche Programm, das für alle Zellen gleich ist und das wie in einem Parallelrechner von ihnen simultan ausgeführt wird.

Zelluläre Automaten sind einfache Modelle, die die Eigenschaften vieler natürlicher Systeme festhalten, die aber auch eine Deutung als Rechensystem analog den bekannten digitalen Rechenanlagen zulassen.

Kann unsere Welt als zellulärer Automat aufgefasst werden? Es ist vorstellbar, dass man auf der Suche nach immer kleineren Grundeinheiten der Materie die Quarks oder auch die Strings durch noch einfachere Einheiten ersetzen muss. Sie wären dann durch die Zahl der Zustände beschrieben, die eine Gitterzelle annehmen kann, und vielleicht kommt man - der Idee der Digitalteilchen entsprechend - mit zwei Zuständen aus. Erlaubt es der diskrete Charakter der Quantenwelt, Elementarteilchen als zelluläre Automaten zu betrachten, die gemäß einfacher Regeln von einem Zustand zum nächsten springen (eine Manifestation der vier Grundkräfte der Natur)? Die materielle Wirklichkeit wäre dann nichts weiter als eine Simulation von zellulären Automaten."

Zugegebenermaßen dachte ich beim Thema KI erst an das Konzept der Geist u. Körper verbindenden Kraft Ki. Aber gut. Jedenfalls zeigt das oben gemacht Zitat, dass das Konzept KI u. U. doch mehr ist als nur eine fixe Idee, sondern in der Tat ein notwendiger Bestandteil der zum besseren Verständnis des Lebens u. vielleicht des Universums führt.

Zitat? Quelle?
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Re: KI - Das Erwachen einer neuen Form der Selbstbewusstheit

Beitragvon Achim T. » Do 25. Jul 2013, 20:06

Matthias Pochmann » Mo 10. Jun 2013, 10:57 hat geschrieben:Aber das geht doch so gar nicht aus meinem Text hervor!


Nicht?

Welcher Teil nicht - dass künstliche Intelligenz das Ergebnis eines Programmablaufs darstellt oder dass diese selbstbewusst ist?

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