Das moderne Weltbild

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Platon
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Das moderne Weltbild

Beitragvon Platon » So 5. Mai 2013, 10:17

Liebe Nutzerinnen und Nutzer

Seit ehedem hat sich der Mensch Fragen gestellt. Fragen wie:
Woher kommt das Sein?
Wie entstand das Leben?
Wie entstand der Mensch?
Woher kommen wir?/Wie ist unsere Geschichte?
und viele mehr

Auch heute ist das so. Allerdings sind heute nicht mehr Mythen sondern wissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien die Grundlage unseres Weltbildes, welches diese und andere Fragen beantwortet und welches uns erklärt in was für einer Welt wir leben. Gerade in den letzten 100-200 Jahren haben revolutionäre Erkenntnisse diese Sicht der Welt zusammen gefügt. Wenngleich viele Fragen noch nicht wirklich geklärt sind

In diesem Strang möchte ich die wichtigsten Aussagen, Erkenntnisse, Theorien und Denker sammeln welche das moderne Weltbild konstitutieren und auch die Fragen sammeln auf die diese eine Antwort geben. Neben den Klassikern wie Darwin, Freud oder Einstein ist es auch besonders interessant, einmal nicht ganz so bekannte Leute, ihre Fragen und Antworten kurz vorzustellen.

Beginnen will ich, wie bei diesem Thema üblich, mit:
Darwin, welcher in seiner Evolutionstheorie eine erste Antwort darauf gab, wie alle Lebewesen langsam durch einen evolutionären Prozess über Jahrmilliarden entstanden sind.
Die Entdeckung der DNA 1869 durch Friedrich Miescher sowie die Entdeckung ihrer Struktur 1953 James D. Watson und Francis Crick war ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung, welcher hier erstmal stellvertretend für viele weitere Entdeckungen auf dem Bereich der Biologie und der Genetik stehen soll.

Aber auch die Geologie prägte unser Weltbild, gibt sie doch Antworten über die Entstehungsgeschichte der Erde und die Existenz von Kontinentalplatten.

Interessant sind auch die Erkenntnisse über die Entstehungsgeschichte des Menschen bzw. der Art Homo Sapiens. Die Funde früherer Menschenarten wie des Homo Erectus oder die Erkenntnisse über die Ausbreitung des Menschen die durch archäologische Funde und durch DNA-Analysen möglichen wurden. Hier hat sich die Out-of-Africa-Theorie mittlerweile durchgesetzt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ausbreitung_des_Menschen

Wie ohnehin die Archäologie, als moderne Wissenschaft, zu einer Vielzahl von Themen wichtigste Erkenntnisse über die Geschichte der Menschen geliefert und immer noch liefert.
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odiug
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon odiug » So 5. Mai 2013, 10:50

Ich moechte hier dem geneigten Leser das Buch von Max Horkheimer und Theodor Adorno : "Dialektik der Aufklaerung" empfehlen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dialektik_ ... %C3%A4rung
Besonders den Essay : "Odysseus oder Mythos und Aufklärung".

Auch sehr zu empfehlen ist das Buch : "Schiffbruch mit Zuschauer" von Hans Blumenberg.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schiffbruc ... menberg%29
Hierin versucht der Autor, anhand der antiken Metapher vom Philosophen, der vom Festland einen Schiffbruch vor der Kueste beobachtet, den Wandel des Standort des Menschen in der Welt durch die Geschichte zu beschreiben um letztlich den Menschen selbst als Schiffbruechigen zu verordnen.
Sehr gutes Buch.
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Max73 » So 5. Mai 2013, 15:03

Platon » So 5. Mai 2013, 11:17 hat geschrieben:Allerdings sind heute nicht mehr Mythen sondern wissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien die Grundlage unseres Weltbildes, welches diese und andere Fragen beantwortet und welches uns erklärt in was für einer Welt wir leben.

Da wäre ich mir nicht so sicher.
Jedenfalls, wenn Du mit "wissenschaftlich" eine Art von Synonym für "objektiv und gesichert" meinst.
;)

Ist Dir schon einmal aufgefallen, wie viele wissenschaftlich gesicherte "Erkenntnisse"
bereits 30 Jahre später revidiert werden, von der Wissenschaft selbst.

Vielleicht ist die "Wissenschaft" häufig nur der Glaube und der Gott der Moderne?
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Platon
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Platon » So 5. Mai 2013, 15:20

Max73 » So 5. Mai 2013, 16:03 hat geschrieben:Da wäre ich mir nicht so sicher.
Jedenfalls, wenn Du mit "wissenschaftlich" eine Art von Synonym für "objektiv und gesichert" meinst.
;)

Ist Dir schon einmal aufgefallen, wie viele wissenschaftlich gesicherte "Erkenntnisse"
bereits 30 Jahre später revidiert werden, von der Wissenschaft selbst.

Vielleicht ist die "Wissenschaft" häufig nur der Glaube und der Gott der Moderne?

Die Tatsache, dass die Wissenschaft aufgrund neuer Erkenntnisse, die z.B. mit dem technischen Fortschritt und der Möglichkeit bessere Messinstrumente zu konstruieren, hin und wieder ihre Theorien revidiert ändert nichts an ihrer besonderen Befähigung die Welt zu erklären. Eine wissenschaftliche Erkenntnis und Theorie ist nie 100% gesichert, es ist ja gerade der besondere Charakter wissenschaftlicher Aussagen, dass sie theoretisch falsifiziert werden können. Irgendwann, durch eine möglicherweise nur ganz leicht von den Vorhersagen der Theorie abweichende Beobachtung.

Die wissenschaftlichen Methoden führen zum aktuell besten Wissenstand der Menschheit und als solche sind Wissenschaftler im besonderen Maße dazu kompetent diese darüber aufzuklären woher der Mensch kommt, woraus das Universum besteht usw.
Die Tatsache, dass manche dieser Erkenntnisse möglicherweise eines Tages revidiert werden müssen, ändert nichts an dieser Kompetenz und dieser Vorrangstellen, die aus rein sachlichen Überlegungen resultiert und keinen Mythen bezüglich Wissenschaftsgläubigkeit oder Fortschrittsgläubigkeit.
Zuletzt geändert von Platon am So 5. Mai 2013, 15:23, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Max73 » So 5. Mai 2013, 15:23

Ich wäre schon dreimal tot, wenn ich der Wissenschaft mehr geglaubt hätte
als meinem gesunden Menschenverstand.

Nichts gegen Wissenschaft, aber die Haltung vieler ihr gegenüber
und deren Vertretern sollte nicht dieselbe sein wie die
des Mittelalters gegenüber der Religion und deren Pfaffen.

:D
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon odiug » So 5. Mai 2013, 16:53

Platon » So 5. Mai 2013, 15:20 hat geschrieben:Die Tatsache, dass die Wissenschaft aufgrund neuer Erkenntnisse, die z.B. mit dem technischen Fortschritt und der Möglichkeit bessere Messinstrumente zu konstruieren, hin und wieder ihre Theorien revidiert ändert nichts an ihrer besonderen Befähigung die Welt zu erklären. Eine wissenschaftliche Erkenntnis und Theorie ist nie 100% gesichert, es ist ja gerade der besondere Charakter wissenschaftlicher Aussagen, dass sie theoretisch falsifiziert werden können. Irgendwann, durch eine möglicherweise nur ganz leicht von den Vorhersagen der Theorie abweichende Beobachtung.

Die wissenschaftlichen Methoden führen zum aktuell besten Wissenstand der Menschheit und als solche sind Wissenschaftler im besonderen Maße dazu kompetent diese darüber aufzuklären woher der Mensch kommt, woraus das Universum besteht usw.
Die Tatsache, dass manche dieser Erkenntnisse möglicherweise eines Tages revidiert werden müssen, ändert nichts an dieser Kompetenz und dieser Vorrangstellen, die aus rein sachlichen Überlegungen resultiert und keinen Mythen bezüglich Wissenschaftsgläubigkeit oder Fortschrittsgläubigkeit.

Aber die Naturwissenschaft ist nicht in der Lage ihrer Erkenntnis Sinn zu verleihen.
Die Theorien ueber die Entstehung des Universums oder die genetische Entwicklung des Menschen beantworten ja nicht eine einzige der existenziellen Fragen des Menschen.
Und in dem Versuch der Naturwissenschaft eine sinnstiftende Bedeutung zuzuschreiben, machst du die Naturwissenschaft zur Religion.
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Cat with a whip » So 5. Mai 2013, 17:08

Astronomie: Genickbruch für klassische Konzepte wie Lichtäther und Emissionstheorie: Wilhelm de Sitters Nachweis der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit. Aristoteles' fünftes Element war endgültig auf dem Müllhaufen der Geschichte gekarrt. Bravissimo.
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Adam Smith » So 5. Mai 2013, 17:12

Und 2012 wurde dann das Higgs-Boson nachgewiesen.

Während das Higgs-Feld nicht direkt messbar ist, muss bei seiner Existenz ein weiteres Elementarteilchen auftreten, das „Higgs-Boson“. Dieses ist das einzige Teilchen des Standardmodells, das noch nicht endgültig nachgewiesen werden konnte. Allerdings spricht vieles dafür, dass das im Juli 2012 vom Europäischen Kernforschungszentrum CERN präsentierte Teilchen ein Higgs-Boson ist.[2]


http://de.wikipedia.org/wiki/Higgs-Mechanismus
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Mithrandir » So 5. Mai 2013, 17:44

Max73 » So 5. Mai 2013, 16:03 hat geschrieben:Ist Dir schon einmal aufgefallen, wie viele wissenschaftlich gesicherte "Erkenntnisse"
bereits 30 Jahre später revidiert werden, von der Wissenschaft selbst.

Vielleicht ist die "Wissenschaft" häufig nur der Glaube und der Gott der Moderne?

Ganz entschieden nein!

Die Wissenschaft unterscheidet sich erheblich von Glauben. Einer der Unterschiede ist, dass wissenschaftliche Theorien zwar unsere Welt beschreiben und erklären, dabei aber überprüfbare Vorehrsagen machen - und eine große Stärke ist es, dass die Wissenschaft Argumenten und Überprüfungen zugänglich ist und dabei auch vorherige "Erkenntnisse" revidieren kann.

Dabei werden wirklich gut gesicherte Erkenntnisse kaum umgeworfen, eher wird das Verständnis verfeinert.
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Cat with a whip » So 5. Mai 2013, 19:01

Max73 » So 5. Mai 2013, 16:23 hat geschrieben:Ich wäre schon dreimal tot, wenn ich der Wissenschaft mehr geglaubt hätte
als meinem gesunden Menschenverstand.


Das mit dem gesunden Menschenverstand ist so eine Sache.

Wer nur teilweise Selbstüberschätzung einzelner Mediziner oder Behandlungsfehler in persönlicher Lebenserfahrung anführt und den Rest leugnet begeht einen fatalen Fehler in der Bewertung des medizinischen Fortschritts.

So gibt es verlässliche Zahlen über Mortalität durch Aufzeichnungen in Klöstern und der allgemeinen deutschen Sterbetafeln anhand denen sich belegen lässt, dass die moderne Medizin erheblich dazu beigetragen hat die Mortalität zu senken. Mit der zweiten Hälfte des 19 Jh. ging die Mortalität sprunghaft zurück, die zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen Mitte des 17. Jh. auf hohem Niveau stagnierte. D.h. zwischen 1650 und 1850 ist die Lebenserwartung der Menschen nicht gestiegen. Selbst in Klöstern, also Orte die den Menschen stabile Lebensgrundlagen liefern. Erst danach kamen die revolutionären Segnungen der modernen Medizin wie etwa Antisepsis, der erfolgreiche Kampf gegen die Seuchen oder die Diagnostik und Therapie wurden verbessert durch Fortschritte in Chemie (Medikamente) oder Physik (Röntgendiagnostik).
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Max73 » So 5. Mai 2013, 19:16

Mithrandir » So 5. Mai 2013, 18:44 hat geschrieben:Ganz entschieden nein!

Die Wissenschaft unterscheidet sich erheblich von Glauben. Einer der Unterschiede ist, dass wissenschaftliche Theorien zwar unsere Welt beschreiben und erklären, dabei aber überprüfbare Vorehrsagen machen - und eine große Stärke ist es, dass die Wissenschaft Argumenten und Überprüfungen zugänglich ist und dabei auch vorherige "Erkenntnisse" revidieren kann.

Dabei werden wirklich gut gesicherte Erkenntnisse kaum umgeworfen, eher wird das Verständnis verfeinert.


Wir begegnen der Wissenschaft in unserem Leben und Alltag in deren Vertetern,
die allermeisten sind nur selbsternannte.
Hier liegt eines der Probleme.

Wer je wissenschaftlich seriös gerarbeitet hat, dem fehlt nur selten die Demut der eigenen Grenzen und derer der Wissenschaft selbst.
Die Marktschreier der Wissenschaft wissen oft gar nicht, was das ist, jedenfalls im gelebten Sein.
Sie leben nur ihre eigene Hochmut und den mangelnden Respekt vor der Natur auch in dieser Weise verbal aus.

Den Marktschreiern traue nie.

Es sind die wiedergeborenen Priester des Mittelalters.
Sie haben sich nie verändert.
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Cat with a whip » So 5. Mai 2013, 19:48

Thema:

Platon » So 5. Mai 2013, 11:17 hat geschrieben:In diesem Strang möchte ich die wichtigsten Aussagen, Erkenntnisse, Theorien und Denker sammeln welche das moderne Weltbild konstitutieren und auch die Fragen sammeln auf die diese eine Antwort geben.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon odiug » So 5. Mai 2013, 20:52


Ich finde eigentlich schon, dass dies dem Thema gerecht wird, da man hier haeufig auf User stoesst, die geisteswissenschaftliche Fragestellungen mit naturwissenschaftlichen Antworten begegnen.
Und ich hallte das fuer einen Fehler, da die Methodik der Naturwissenschaften auf Fragen nach dem Sinn keine Antwort liefert.
Die Naturwissenschaften sind nicht sinnstiftend.
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Sir Porthos » So 5. Mai 2013, 20:55

Max73 » So 5. Mai 2013, 15:23 hat geschrieben:Ich wäre schon dreimal tot, wenn ich der Wissenschaft mehr geglaubt hätte
als meinem gesunden Menschenverstand.

Nichts gegen Wissenschaft, aber die Haltung vieler ihr gegenüber
und deren Vertretern sollte nicht dieselbe sein wie die
des Mittelalters gegenüber der Religion und deren Pfaffen.

:D


Korrekt !

Danke für diesen Beitrag. Das zu lesen, macht weniger einsam. :)
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Cat with a whip » So 5. Mai 2013, 21:26

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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Platon » So 5. Mai 2013, 21:36

odiug » So 5. Mai 2013, 21:52 hat geschrieben:Ich finde eigentlich schon, dass dies dem Thema gerecht wird, da man hier haeufig auf User stoesst, die geisteswissenschaftliche Fragestellungen mit naturwissenschaftlichen Antworten begegnen.
Und ich hallte das fuer einen Fehler, da die Methodik der Naturwissenschaften auf Fragen nach dem Sinn keine Antwort liefert.
Die Naturwissenschaften sind nicht sinnstiftend.

Das ist zweifelsohne so, nichts desto trotz wurden in der Moderne alte Schöpfungsmythen was den Ursprung des Menschen, der Erde oder des Seins angeht durch wissenschaftliche Erkenntnisse ersetzt. Und diese bilden das moderne Weltbild, welches ohne übergreifende Sinnstiftung auskommt. Die Fragen die immer gestellt wurden, werden mittels wissenschaftliche Methoden gewonnener Erkenntnisse beantwortet. Die Frage nach dem Sinn wird natürlich ausgeklammert.
Es geht eher um die Frage nach den Ursprüngen der Dinge - des Seins, des Lebens, des Menschen, der Geschichte der Zivilisation usw. Es ist nicht notwendig irgendwelchen Sinnfragen nachzugehen während man diesen Fragen nachgeht, vielmehr einfache Neugierde.
Zuletzt geändert von Platon am So 5. Mai 2013, 21:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Cat with a whip » So 5. Mai 2013, 22:00

odiug » So 5. Mai 2013, 17:53 hat geschrieben:Aber die Naturwissenschaft ist nicht in der Lage ihrer Erkenntnis Sinn zu verleihen.

Die moderne Forschung bezeichnet unter anderem Sinn als psychologisches Konstrukt.
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon odiug » So 5. Mai 2013, 22:28

Platon » So 5. Mai 2013, 21:36 hat geschrieben:Das ist zweifelsohne so, nichts desto trotz wurden in der Moderne alte Schöpfungsmythen was den Ursprung des Menschen, der Erde oder des Seins angeht durch wissenschaftliche Erkenntnisse ersetzt. Und diese bilden das moderne Weltbild, welches ohne übergreifende Sinnstiftung auskommt. Die Fragen die immer gestellt wurden, werden mittels wissenschaftliche Methoden gewonnener Erkenntnisse beantwortet. Die Frage nach dem Sinn wird natürlich ausgeklammert.
Es geht eher um die Frage nach den Ursprüngen der Dinge - des Seins, des Lebens, des Menschen, der Geschichte der Zivilisation usw. Es ist nicht notwendig irgendwelchen Sinnfragen nachzugehen während man diesen Fragen nachgeht, vielmehr einfache Neugierde.

Ich empfehle dir wirklich mal das Buch "Dialektik der Aufklaerung" und dort besonders den Essay "Odysseus oder Mythos und Aufklärung".
Ist gar nicht lang, aber nicht einfach zu lesen.
Letztlich lautet die These, dass der Mythos selbst Aufklaerung ist und natuerlich dann auch die Aufklaerung ein Mythos.
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon odiug » So 5. Mai 2013, 22:35

Cat with a whip » So 5. Mai 2013, 22:00 hat geschrieben:Die moderne Forschung bezeichnet unter anderem Sinn als psychologisches Konstrukt.

Ja ...eben!
Man kann sich auch die Frage stellen, ob Psychologie nun eine Natur oder Geisteswissenschaft ist.
Ich wuerde die Psychologie eher zu den Geisteswissenschaften zaehlen.
Ich habe diesen Aufsatz mal vor Aeonen gelesen ... und leider kaum mehr in Erinnerung.
http://www.uni-muenster.de/imperia/md/c ... schaft.pdf
Aber sollte sich das Thema vertiefen, dann wuerde es sich vielleicht lohnen, meine Erinnerung aufzufrischen.
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Re: Das moderne Weltbild

Beitragvon Selaht » So 5. Mai 2013, 22:41

Max73 » So 5. Mai 2013, 15:23 hat geschrieben:Ich wäre schon dreimal tot, wenn ich der Wissenschaft mehr geglaubt hätte
als meinem gesunden Menschenverstand.

Wissenschaft ist nicht das, was Wissenschaftler erzählen. Und dein gesunder Menschenverstand, ist nicht das, was du behauptest.

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