Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon schelm » Mi 17. Mai 2017, 23:58

think twice hat geschrieben:(17 May 2017, 22:58)

Ja und? Ist deshalb schonmal darüber nachgedacht worden, dass man vielleicht besser seinen hisorischen Verpfichtungen nicht mehr nachkommen solle, weil das Integrationsbemühungen behindern könnte?

Man kann seiner historischen Verpflichtung nur nachkommen, wenn die Bewohner dieses Staates sie anerkennen. Die Bewohner sind letztlich der Staat. So verhält es sich auch in allen anderen relevanten Fragen. Das GG, die Emanzipation, der innere Frieden etc. sind das Papier nicht mehr wert auf dem das postuliert wird, wenn die Bewohner dieses Staates das nicht mittragen.
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Vizegott » Do 18. Mai 2017, 06:05

Der Nationalstaat ist die größte einheit zu der sich menschen als gruppe zugehörig fühlen können.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Afghanen verstehen sich zum Beispiel mehrheitlich nicht als Afghanen sondern sie fühlen sich eher ihrem volk z.b. paschtunen zugehörig.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » So 21. Mai 2017, 09:19

think twice hat geschrieben:(17 May 2017, 22:33)

Hast du schon jemals von einem Ausländer gehört, dass er fordert, die Deutschen sollten ihre historische Verantwortung gegenüber Israel aufgeben? Oder dass er weniger bereit ist, sich zu integrieren, weil die deutsche Politik zu Israel steht? :rolleyes:

Von europäischen Ausländern nicht, dafür umso mehr von den zugewanderten "Kulturbereicherern" - die fordern nicht, die "handeln", die leben ihren Antisemitismus offen aus und niemand unternimmt etwas gagegen. Links-Grün-Bekiffte labern lieber über eine angebliche "Weltoffenheit und selbstbestimmtes Tragen" des Kopftuchs, bei Ausschreitungen gegen Juden hingegen schauen sie weg. Das Problem existiert für sie nicht. Das zeigt eigentlich wie verlogen und heuchlerisch die links-grün bekiffte Einforderung von Verantwortung gegenüber der Geschichte und deren Reduzierung deutscher Geschichte auf die dunkelsten 12 Jahre sind.
Verantwortung gegenüber der Geschichte bedeutet auch, Ausschreitungen gegen Juden und Hetze gegen Israel mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu unterbinden - auch wenn diese von Moslems vorgenommen werden - und eine Auseinandersetzung mit dem, um sich greifenden, Antisemitismus innerhalb der muslimischen Communty, einzufordern.
Das allerdings passiert nicht!
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » So 21. Mai 2017, 09:38

Dark Angel hat geschrieben:(21 May 2017, 10:19)

Von europäischen Ausländern nicht, dafür umso mehr von den zugewanderten "Kulturbereicherern" - die fordern nicht, die "handeln", die leben ihren Antisemitismus offen aus und niemand unternimmt etwas gagegen. Links-Grün-Bekiffte labern lieber über eine angebliche "Weltoffenheit und selbstbestimmtes Tragen" des Kopftuchs, bei Ausschreitungen gegen Juden hingegen schauen sie weg. Das Problem existiert für sie nicht. Das zeigt eigentlich wie verlogen und heuchlerisch die links-grün bekiffte Einforderung von Verantwortung gegenüber der Geschichte und deren Reduzierung deutscher Geschichte auf die dunkelsten 12 Jahre sind.
Verantwortung gegenüber der Geschichte bedeutet auch, Ausschreitungen gegen Juden und Hetze gegen Israel mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu unterbinden - auch wenn diese von Moslems vorgenommen werden - und eine Auseinandersetzung mit dem, um sich greifenden, Antisemitismus innerhalb der muslimischen Communty, einzufordern.
Das allerdings passiert nicht!


Und passend dazu der neueste Vorstoß der Links-Grün-Bekifften - auch passend zu Thread:
Im Hass auf die eigene Kultur und im Verleugnen, Verdrängen und Beseitigen machen Links-Grün-Bekiffte vor gar nichts halt.
Im Zuge der Rekonstruktion des Berliner Schlosses, die 2019 abgeschlossen sein soll, kommen sie mit neuen Forderungen: Kein Kreuz auf der Kuppel! Sie sind der Meinung das Zeichen einer der Wurzeln europäischer Kultur stelle eine Reduzierung auf "eine Religion" dar gebe durch "Hierarchisierung" eine Richtung vor und verhindere "den Austausch der Kulturen".

Die Links-Grünen schreien immer ganz laut Toleranz, interssanterweise fordern sie diese Toleranz immer nur von Deutschen, von Angeörigen "unserer Kultur" gegenüber anderen Kulturen bzw Angeörigen anderer Kulturen, aber sie niemals fordern sie die gleiche Toleranz von den Angehörigen anderer Kulturen "unserer Kultur" gegenüber.

Stellt sich die Frage wo endet Toloeranz und wo beginnen Selbstverleugnung und Unterwerfung?
Zum Thema Identität und Kultur - i.w.S. sogar "Leitkultur":
Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) plädiert für das Kreuz. „Unsere Kultur der Offenheit, Freiheit und Barmherzigkeit hat ihre Wurzeln in unserem christlichen Menschenbild“, so Grütters. „Das Angebot eines offenen Hauses, wie es das Humboldt-Forum sein will, ist nur glaubwürdig, wenn wir uns unserer eigenen Wurzeln bewusst sind und sie auch zeigen. Nur wer sich seiner Identität sicher ist, kann dem anderen Raum geben, ohne sich bedroht zu fühlen. Dafür steht für mich das Kreuz, und deshalb gehört es für mich zum Schloss dazu.“

Nun - einer Staatsministerin kann wohl kaum Zugehörigkeit oder auch nur Sympathie mit der "identitären Bewegung" unterstellt werden. Allerdings sagen diese Sätze einiges über Zusammengehörigkeitsgefühl und Identität aus.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon schokoschendrezki » So 21. Mai 2017, 12:13

Dark Angel hat geschrieben:(21 May 2017, 10:38)

Und passend dazu der neueste Vorstoß der Links-Grün-Bekifften - auch passend zu Thread:
Im Hass auf die eigene Kultur und im Verleugnen, Verdrängen und Beseitigen machen Links-Grün-Bekiffte vor gar nichts halt.
Im Zuge der Rekonstruktion des Berliner Schlosses, die 2019 abgeschlossen sein soll, kommen sie mit neuen Forderungen: Kein Kreuz auf der Kuppel! Sie sind der Meinung das Zeichen einer der Wurzeln europäischer Kultur stelle eine Reduzierung auf "eine Religion" dar gebe durch "Hierarchisierung" eine Richtung vor und verhindere "den Austausch der Kulturen".


"Links grün Bekiffte", "Hass auf die eigene Kultur" ... ich weiß nicht, in welcher Region und vor allem in welchem Zeitalter du lebst. Berlin ist voll von weltoffenen Informatikern, Musikern, Kulturschaffenden, Ingenieuren, deutschen wie ausländischen, die in erster Linie klug und kreativ sein wollen und sind. Als Bekiffter hätte man in diesem kreativen Millieu null Chancen. Und, übrigens, all das gemeinsam mit inzwischen zirka 17000 israelischen Bürgern.

Und einen gebildeten, intelligenten Menschen interessiert es einfach nicht, ob jemand ein Kopf-Tuch oder Sado-Maso-Klamotten trägt. Er oder sie ist ohnehin ständig von Individualisten umgeben, die alle möglichen seltsamen Dinge tun, über die man in der Provinz nur den Kopf schüttelt. Und sei es verbohrte und rüückständige Religiösität.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Zunder » So 21. Mai 2017, 13:17

Dark Angel hat geschrieben:(21 May 2017, 10:38)

Und passend dazu der neueste Vorstoß der Links-Grün-Bekifften - auch passend zu Thread:
Im Hass auf die eigene Kultur und im Verleugnen, Verdrängen und Beseitigen machen Links-Grün-Bekiffte vor gar nichts halt.
Im Zuge der Rekonstruktion des Berliner Schlosses, die 2019 abgeschlossen sein soll, kommen sie mit neuen Forderungen: Kein Kreuz auf der Kuppel! Sie sind der Meinung das Zeichen einer der Wurzeln europäischer Kultur stelle eine Reduzierung auf "eine Religion" dar gebe durch "Hierarchisierung" eine Richtung vor und verhindere "den Austausch der Kulturen".

Die Links-Grünen schreien immer ganz laut Toleranz, interssanterweise fordern sie diese Toleranz immer nur von Deutschen, von Angeörigen "unserer Kultur" gegenüber anderen Kulturen bzw Angeörigen anderer Kulturen, aber sie niemals fordern sie die gleiche Toleranz von den Angehörigen anderer Kulturen "unserer Kultur" gegenüber.

Stellt sich die Frage wo endet Toloeranz und wo beginnen Selbstverleugnung und Unterwerfung?
Zum Thema Identität und Kultur - i.w.S. sogar "Leitkultur":
Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) plädiert für das Kreuz. „Unsere Kultur der Offenheit, Freiheit und Barmherzigkeit hat ihre Wurzeln in unserem christlichen Menschenbild“, so Grütters. „Das Angebot eines offenen Hauses, wie es das Humboldt-Forum sein will, ist nur glaubwürdig, wenn wir uns unserer eigenen Wurzeln bewusst sind und sie auch zeigen. Nur wer sich seiner Identität sicher ist, kann dem anderen Raum geben, ohne sich bedroht zu fühlen. Dafür steht für mich das Kreuz, und deshalb gehört es für mich zum Schloss dazu.“

Nun - einer Staatsministerin kann wohl kaum Zugehörigkeit oder auch nur Sympathie mit der "identitären Bewegung" unterstellt werden. Allerdings sagen diese Sätze einiges über Zusammengehörigkeitsgefühl und Identität aus.

Das Berliner Schloß ist ein rekonstruierter Neubau. Einen Neubau mit einem Kreuz zu krönen hat nichts mit Tradition zu tun, sondern mit einem Statement.

Dem Original wurde die Kuppel mit dem Kreuz erst Mitte des 19. Jahrhunderts aufgesetzt. Bis zur Zerstörung der Kuppel dauerte es ungefähr 90 Jahre, von der Zerstörung bis zur geplanten Fertigstellung werden ungefähr 75 Jahre vergangen sein. Es ist nicht wirklich so, daß die Kuppel mit dem Kreuz zum unverzichtbaren Kernbestand der deutschen Identität gehört.

In der völkischen Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts, die das Deutschtum als dezidiert christlich definierte, war das Kreuz ein Statement gegen die Juden. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wäre es ein Statement gegen Juden, Muslime, Buddhisten........und Atheisten. Der "integrative" Charakter des Christentums bestand eigentlich immer nur in Mission und Zangskonversion. Unter diesem Aspekt ist es die Bruderreligion des Islam. Das braucht kein vernünftiger Mensch.

Das Humboldt Forum, das im Schloß untergebracht werden soll, trägt den Namen zweier Aufklärer, nicht zweier Pfaffen.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » So 21. Mai 2017, 14:22

Zunder hat geschrieben:(21 May 2017, 14:17)

Das Berliner Schloß ist ein rekonstruierter Neubau. Einen Neubau mit einem Kreuz zu krönen hat nichts mit Tradition zu tun, sondern mit einem Statement.

Dem Original wurde die Kuppel mit dem Kreuz erst Mitte des 19. Jahrhunderts aufgesetzt. Bis zur Zerstörung der Kuppel dauerte es ungefähr 90 Jahre, von der Zerstörung bis zur geplanten Fertigstellung werden ungefähr 75 Jahre vergangen sein. Es ist nicht wirklich so, daß die Kuppel mit dem Kreuz zum unverzichtbaren Kernbestand der deutschen Identität gehört.

In der völkischen Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts, die das Deutschtum als dezidiert christlich definierte, war das Kreuz ein Statement gegen die Juden. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wäre es ein Statement gegen Juden, Muslime, Buddhisten........und Atheisten. Der "integrative" Charakter des Christentums bestand eigentlich immer nur in Mission und Zangskonversion. Unter diesem Aspekt ist es die Bruderreligion des Islam. Das braucht kein vernünftiger Mensch.

Das Humboldt Forum, das im Schloß untergebracht werden soll, trägt den Namen zweier Aufklärer, nicht zweier Pfaffen.

Geplant war die Kuppel des Glockenturms mit Kreuz bereits von Andreas Schlüter, der den Auftrag zum Umbau des Renaissance-Schlosses im 18. Jh. vom preussischen König Friedrich I. erhielt - als nix mit "Statement gegen Juden" und nix mit "völkische Nationalbewegung". Wie der Name "Glockenturm" bereits andeutet, sollte die Kuppel die Schlosskapelle abschließen und Kirchen, Kapellen, Dome tragen überall in Europa das Kreuz als Zeichen christlichen Glaubens. Das Christentum ist Kernbestand europäischer und damit auch deutscher Identität und damit ist auch das Kreuz als Symbol christlichen Glaubens Teil europäischer und damit auch deutscher Identität.
Dass Andreas Schlüter seinen Entwurf nicht ausführen konnte und die Schlosskapelle ohne Kuppel blieb, war den technischen Möglichkeiten der Zeit (18.Jh.) geschuldet, da sich die Fundamente des Renaissanceschlosses als nicht tragfähig genug erwiesen.
Zudem handelt es sich beim Neubau des Schosses um eine spendenfinanzierte originalgetrue Rekonstruktion. Originalgetreu bedeutet, das Kreuz hat auf der Kuppel zu sein und spendenfinanziert bedeutet, irgendwelche linksgrün bekifften Politiker haben nicht reinzuquatschen, wie zweckgebundene Spenden zu verwenden sind.
Und bitte nicht vergessen die beiden Aufklärer Alexander und Wilhelm von Humboldt waren keine Atheisten, sie waren Christen!
Und bitte nicht vergessen wer den Abriss des teilweise zerstörten Stadtschlosses zu verantworten hat und wer eine öffentliche Diskussion Wiederaufbau vs. Abriss des Stadtschlosses und großer Teile der Mitte Alt-Berlins verhinderte.

Es geht um Toleranz und zur Toleranz gehört auch die Toleranz religiöser Symbole.
Wenn sich Atheisten und Angeörige anderer Religionen durch das Symbol einer Religion, die die europäische Kultur maßgeblich mitgeprägt hat, diskriminiert und/oder ausgegrenzt fühlen (sollten), dann zeugt das nicht von Tolerenz, sondern im Gegenteil von Intoleranz.
Toleranz ist nunmal keine Einbahnstraße - wenn man Toleranz gegenüber Andersdenkenden einfordert, dann kann (muss) man in gleichem Maße auch Toleranz von Andersdenkenden einfordern (können).
Darum die Frage: wo endet Toleranz und beginnen Selbtverleugnung und Unterwerfung.

"Nur wer sich seiner Identität sicher ist, kann dem anderen Raum geben, ohne sich bedroht zu fühlen."
Dieser Satz der Kulturstaatsministerin Monika Grütters beinhaltet die zentrale und entscheidende Aussage!
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Zunder » So 21. Mai 2017, 17:14

Dark Angel hat geschrieben:(21 May 2017, 15:22)

Geplant war die Kuppel des Glockenturms mit Kreuz bereits von Andreas Schlüter, der den Auftrag zum Umbau des Renaissance-Schlosses im 18. Jh. vom preussischen König Friedrich I. erhielt - als nix mit "Statement gegen Juden" und nix mit "völkische Nationalbewegung". Wie der Name "Glockenturm" bereits andeutet, sollte die Kuppel die Schlosskapelle abschließen und Kirchen, Kapellen, Dome tragen überall in Europa das Kreuz als Zeichen christlichen Glaubens. Das Christentum ist Kernbestand europäischer und damit auch deutscher Identität und damit ist auch das Kreuz als Symbol christlichen Glaubens Teil europäischer und damit auch deutscher Identität.
Dass Andreas Schlüter seinen Entwurf nicht ausführen konnte und die Schlosskapelle ohne Kuppel blieb, war den technischen Möglichkeiten der Zeit (18.Jh.) geschuldet, da sich die Fundamente des Renaissanceschlosses als nicht tragfähig genug erwiesen.
Zudem handelt es sich beim Neubau des Schosses um eine spendenfinanzierte originalgetrue Rekonstruktion. Originalgetreu bedeutet, das Kreuz hat auf der Kuppel zu sein und spendenfinanziert bedeutet, irgendwelche linksgrün bekifften Politiker haben nicht reinzuquatschen, wie zweckgebundene Spenden zu verwenden sind.
Und bitte nicht vergessen die beiden Aufklärer Alexander und Wilhelm von Humboldt waren keine Atheisten, sie waren Christen!
Und bitte nicht vergessen wer den Abriss des teilweise zerstörten Stadtschlosses zu verantworten hat und wer eine öffentliche Diskussion Wiederaufbau vs. Abriss des Stadtschlosses und großer Teile der Mitte Alt-Berlins verhinderte.

Es geht um Toleranz und zur Toleranz gehört auch die Toleranz religiöser Symbole.
Wenn sich Atheisten und Angeörige anderer Religionen durch das Symbol einer Religion, die die europäische Kultur maßgeblich mitgeprägt hat, diskriminiert und/oder ausgegrenzt fühlen (sollten), dann zeugt das nicht von Tolerenz, sondern im Gegenteil von Intoleranz.
Toleranz ist nunmal keine Einbahnstraße - wenn man Toleranz gegenüber Andersdenkenden einfordert, dann kann (muss) man in gleichem Maße auch Toleranz von Andersdenkenden einfordern (können).
Darum die Frage: wo endet Toleranz und beginnen Selbtverleugnung und Unterwerfung.

"Nur wer sich seiner Identität sicher ist, kann dem anderen Raum geben, ohne sich bedroht zu fühlen."
Dieser Satz der Kulturstaatsministerin Monika Grütters beinhaltet die zentrale und entscheidende Aussage!

Der Neubau ist keine originalgetreue Rekonstruktion und wird auch nicht aus Spenden finanziert.

Rekonstruiert und spendenfinanziert werden Teile der Fassade. Der Bau kostet den Steuerzahler nach aktueller Schätzung 590 Mio Euro. Das Kreuz auf der Kuppel spendet der Otto-Versand. So funktioniert das.

Der Bau hat mit dem ursprünglichen Gebäude nichts mehr zu tun. Es ist eine Als-ob-Tradition. Wenn das ursprüngliche Kreuz tatsächlich wegen der Schloßkapelle angebracht worden war, müßte es konsequenterweise weggelassen werden, weil es eben keinen Bezug des Gebäudes zum Christentum gibt. Ein "Geschichtsbewußtsein", das an Fassaden klebt, gehört in den Bereich Disneyland.

Das Bekenntnis zum christlichen Charakter der abendländischen Kultur steht unmittelbar neben dem Schloß. Es ist der Dom. Deswegen stellt sich auch gar nicht die Frage, ob das Christentum in irgendeiner Form ausgeblendet oder negiert werden soll, sondern nur darum, daß mit dem Kreuz Etikettenschwindel betrieben wird, weil der Bau eben nichts christliches hat, und daß es letztlich auch einen Machtanspruch symbolisiert, der längst obsolet geworden ist.

Sorry, aber wenn ich sowas lese:
"Nur wer sich seiner Identität sicher ist, kann dem anderen Raum geben, ohne sich bedroht zu fühlen."
rollen sich mir die Fußnägel auf.

Ich bin mir meiner Identität als Atheist durchaus sicher. Es gibt viele Figuren, die mein Sicherheitsgefühl ganz bestimmt nicht erhöhen, wenn sie sich in meiner Nähe breit machen.

Solche Kalendersprüche sind ziemlich unergiebig.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » So 21. Mai 2017, 19:27

Zunder hat geschrieben:(21 May 2017, 18:14)

Der Neubau ist keine originalgetreue Rekonstruktion und wird auch nicht aus Spenden finanziert.

Rekonstruiert und spendenfinanziert werden Teile der Fassade. Der Bau kostet den Steuerzahler nach aktueller Schätzung 590 Mio Euro. Das Kreuz auf der Kuppel spendet der Otto-Versand. So funktioniert das.

Der Bau hat mit dem ursprünglichen Gebäude nichts mehr zu tun. Es ist eine Als-ob-Tradition. Wenn das ursprüngliche Kreuz tatsächlich wegen der Schloßkapelle angebracht worden war, müßte es konsequenterweise weggelassen werden, weil es eben keinen Bezug des Gebäudes zum Christentum gibt. Ein "Geschichtsbewußtsein", das an Fassaden klebt, gehört in den Bereich Disneyland.

Das Bekenntnis zum christlichen Charakter der abendländischen Kultur steht unmittelbar neben dem Schloß. Es ist der Dom. Deswegen stellt sich auch gar nicht die Frage, ob das Christentum in irgendeiner Form ausgeblendet oder negiert werden soll, sondern nur darum, daß mit dem Kreuz Etikettenschwindel betrieben wird, weil der Bau eben nichts christliches hat, und daß es letztlich auch einen Machtanspruch symbolisiert, der längst obsolet geworden ist.

Man mag vom Neubau des Schlosses halten, was man will. Teile davon werden im Urprungszustand als Museum rekonstruiert, anderes nicht. Aus dem Kuppelkreuz ein Politikum zu machen und da irgendwelche Machansprüche, "Richtungsvorgaben oder Hierarchisierungen" hineinzuinterpretieren ist sowas von daneben, das fällt auch nur Links-Grün-Bekifften ein - als ob Berlin, das am Tropf des Länderfinanzausgleichs hängt, keine anderen Probleme hätte.

Zunder hat geschrieben:(21 May 2017, 18:14)Sorry, aber wenn ich sowas lese:
"Nur wer sich seiner Identität sicher ist, kann dem anderen Raum geben, ohne sich bedroht zu fühlen."
rollen sich mir die Fußnägel auf.

Ich bin mir meiner Identität als Atheist durchaus sicher. Es gibt viele Figuren, die mein Sicherheitsgefühl ganz bestimmt nicht erhöhen, wenn sie sich in meiner Nähe breit machen.

Solche Kalendersprüche sind ziemlich unergiebig.


Nein - diese Aussage macht durchaus Sinn. Hat mit "Sicherheitsgefühl" nichts zu tun, sondern mit Toleranz - Toleranz Andersdenkenden gegenüber, dazu muss man sich seiner Identität tatsächlich sicher sein.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » So 21. Mai 2017, 19:38

schokoschendrezki hat geschrieben:(21 May 2017, 13:13)

"Links grün Bekiffte", "Hass auf die eigene Kultur" ... ich weiß nicht, in welcher Region und vor allem in welchem Zeitalter du lebst. Berlin ist voll von weltoffenen Informatikern, Musikern, Kulturschaffenden, Ingenieuren, deutschen wie ausländischen, die in erster Linie klug und kreativ sein wollen und sind. Als Bekiffter hätte man in diesem kreativen Millieu null Chancen. Und, übrigens, all das gemeinsam mit inzwischen zirka 17000 israelischen Bürgern.

Und einen gebildeten, intelligenten Menschen interessiert es einfach nicht, ob jemand ein Kopf-Tuch oder Sado-Maso-Klamotten trägt. Er oder sie ist ohnehin ständig von Individualisten umgeben, die alle möglichen seltsamen Dinge tun, über die man in der Provinz nur den Kopf schüttelt. Und sei es verbohrte und rüückständige Religiösität.

Natürlich Links-Grün-Bekifft - schon Marx bezeichnete in seiner "Kritik an den Feuerbach-Thesen" Religion als das Opium des Volkes. Der "Gute" hat nur vergessen, dass Ideologie auch eine Form von Religion ist bzw viele Gemeinsamkeiten mit Religion und somit auch eine Form von "Opium des Volkes" ist.
Und dass du nix mitkriegst, wie sehr Linke und Grüne die eigene Kultur hassen, wundert mich gar nicht. Für dich ist diese Kultur ja ebenso wenig bewahrenswert. DU siehst ohnehin überall nur Individualisten, die sich nirgens zugehörig fühlen, nirgends dazu gehören wollen und dadurch auch nirgends dazu gehören.
Aber du irrst gewaltig, wenn du meinst, von Individualisten umgeben zu sein. "Weltoffen sein" bedeutet nämlich nicht zwingend a) sich nirgends zugehörig fühlen, b) seine Kultur abzulehnen oder c) Individualist sein - ganz im Gegenteil. Nur wer sich seiner Identität sicher ist, wer ein Zugehörigkeitsgefühl entwickelt (hat), kann wirklich weltoffen sein.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon schokoschendrezki » So 21. Mai 2017, 20:58

Dark Angel hat geschrieben:(21 May 2017, 20:38)

Natürlich Links-Grün-Bekifft - schon Marx bezeichnete in seiner "Kritik an den Feuerbach-Thesen" Religion als das Opium des Volkes. Der "Gute" hat nur vergessen, dass Ideologie auch eine Form von Religion ist bzw viele Gemeinsamkeiten mit Religion und somit auch eine Form von "Opium des Volkes" ist.
Und dass du nix mitkriegst, wie sehr Linke und Grüne die eigene Kultur hassen, wundert mich gar nicht. Für dich ist diese Kultur ja ebenso wenig bewahrenswert. DU siehst ohnehin überall nur Individualisten, die sich nirgens zugehörig fühlen, nirgends dazu gehören wollen und dadurch auch nirgends dazu gehören.
Aber du irrst gewaltig, wenn du meinst, von Individualisten umgeben zu sein. "Weltoffen sein" bedeutet nämlich nicht zwingend a) sich nirgends zugehörig fühlen, b) seine Kultur abzulehnen oder c) Individualist sein - ganz im Gegenteil. Nur wer sich seiner Identität sicher ist, wer ein Zugehörigkeitsgefühl entwickelt (hat), kann wirklich weltoffen sein.

Bin grad vom slowakischen Bratislava kommend durch überall nach Rosen und Fliederblüten duftende Wege zum Neusiedler See geradelt und dann quer darüber gefahren. Ein kleines ungarisches Mädchen schaute fasziniert den österreichischen Möven nach, die trotz heftigen Gegenwinds vor dem strahlend blauen Himmel dem Schiff folgten. Die Welt ist unglaublich schön. Und niemals werde ich Menschen verstehen, die ihr kurzes einmaliges Leben damit verbringen, sich über Nichtigkeiten wie Kopftücher zu ärgern oder sich mit vollkommen unnützem Zeug wie Nation oder Identität befassen.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon schelm » So 21. Mai 2017, 21:29

schokoschendrezki hat geschrieben:(21 May 2017, 21:58)

Bin grad vom slowakischen Bratislava kommend durch überall nach Rosen und Fliederblüten duftende Wege zum Neusiedler See geradelt und dann quer darüber gefahren. Ein kleines ungarisches Mädchen schaute fasziniert den österreichischen Möven nach, die trotz heftigen Gegenwinds vor dem strahlend blauen Himmel dem Schiff folgten. Die Welt ist unglaublich schön. Und niemals werde ich Menschen verstehen, die ihr kurzes einmaliges Leben damit verbringen, sich über Nichtigkeiten wie Kopftücher zu ärgern oder sich mit vollkommen unnützem Zeug wie Nation oder Identität befassen.

Das kann man, wenn man sich der Realität von Entwicklungen verweigert, dann ist die Welt ein schöner Ort. Früher oder später kommt man an der Realität nicht vorbei, sie holt dich ein. In Form der persönlichen Auseineindersetzung mit Denk- und Verhaltensweisen, die deinen Idealen eklatant widersprechen, oder einer Realität, in der sie lediglich noch eine Nische darstellen, beginnend in den Großstädten.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Alexyessin » So 21. Mai 2017, 21:59

schelm hat geschrieben:(21 May 2017, 22:29)

Das kann man, wenn man sich der Realität von Entwicklungen verweigert, dann ist die Welt ein schöner Ort. Früher oder später kommt man an der Realität nicht vorbei, sie holt dich ein.


Du meinst so wie bei dir?
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Selina » So 21. Mai 2017, 22:18

schokoschendrezki hat geschrieben:(21 May 2017, 21:58)

Bin grad vom slowakischen Bratislava kommend durch überall nach Rosen und Fliederblüten duftende Wege zum Neusiedler See geradelt und dann quer darüber gefahren. Ein kleines ungarisches Mädchen schaute fasziniert den österreichischen Möven nach, die trotz heftigen Gegenwinds vor dem strahlend blauen Himmel dem Schiff folgten. Die Welt ist unglaublich schön. Und niemals werde ich Menschen verstehen, die ihr kurzes einmaliges Leben damit verbringen, sich über Nichtigkeiten wie Kopftücher zu ärgern oder sich mit vollkommen unnützem Zeug wie Nation oder Identität befassen.


Ja, so geht es mir auch. Dann noch so etwas wie ein "Zugehörigkeitsgefühl" zu diesen kleinkarierten, deutschtümelnden Leuten zu entwickeln, die sich Menschen anderer Nationen und Religionen gegenüber überlegen fühlen? Völlig undenkbar. Und ziemlich langweilig :D
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 22. Mai 2017, 05:03

schelm hat geschrieben:(21 May 2017, 22:29)

Das kann man, wenn man sich der Realität von Entwicklungen verweigert, dann ist die Welt ein schöner Ort. Früher oder später kommt man an der Realität nicht vorbei, sie holt dich ein. In Form der persönlichen Auseineindersetzung mit Denk- und Verhaltensweisen, die deinen Idealen eklatant widersprechen, oder einer Realität, in der sie lediglich noch eine Nische darstellen, beginnend in den Großstädten.

Ich lebe ja in einer Großstadt. Oft, in dem einen Teil dieser Stadt, sprechen in der Straßenbahn gefühlt 99 Prozent russisch, in einem anderen Teil erkennt man in der U- oder S-Bahn schon am äußeren, dass gefühlt 99 Prozent der Leute aus dem türkisch-arabischen Raum kommen. Ja und? Ich betrachte die mit einer Mischung aus Neugier und Amüsiertheit, weiß ganz genau, dass deren Werte in vielerlei Hinsicht nicht mit meinen eigenen übereinstimmen und höre ansonsten meinen laufenden Podcast weiter. Was denn sonst?
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Keoma » Mo 22. Mai 2017, 07:35

schokoschendrezki hat geschrieben:(21 May 2017, 21:58)

Bin grad vom slowakischen Bratislava kommend durch überall nach Rosen und Fliederblüten duftende Wege zum Neusiedler See geradelt und dann quer darüber gefahren. Ein kleines ungarisches Mädchen schaute fasziniert den österreichischen Möven nach, die trotz heftigen Gegenwinds vor dem strahlend blauen Himmel dem Schiff folgten. Die Welt ist unglaublich schön. Und niemals werde ich Menschen verstehen, die ihr kurzes einmaliges Leben damit verbringen, sich über Nichtigkeiten wie Kopftücher zu ärgern oder sich mit vollkommen unnützem Zeug wie Nation oder Identität befassen.


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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Dark Angel » Mo 22. Mai 2017, 08:39

schokoschendrezki hat geschrieben:(21 May 2017, 21:58)

Bin grad vom slowakischen Bratislava kommend durch überall nach Rosen und Fliederblüten duftende Wege zum Neusiedler See geradelt und dann quer darüber gefahren. Ein kleines ungarisches Mädchen schaute fasziniert den österreichischen Möven nach, die trotz heftigen Gegenwinds vor dem strahlend blauen Himmel dem Schiff folgten. Die Welt ist unglaublich schön. Und niemals werde ich Menschen verstehen, die ihr kurzes einmaliges Leben damit verbringen, sich über Nichtigkeiten wie Kopftücher zu ärgern oder sich mit vollkommen unnützem Zeug wie Nation oder Identität befassen.

Identiät - eigene Identität bezeichnest du als unnütz - nun das lässt tief blicken.
Menschen, die (eigene) Identität für unnütz halten, sind im Grunde Menschen ohne Überzeugungen, ohne Werte, ohne Ethik!
Ihnen ist alles was nicht sie selbst betrifft mehr oder weniger gleichgültig, es gibt nichts wofür sie sich persönlich einsetzen würden.
Genau dieses Bild zeichnest du von Dir selbst - dir ist es gleichgültig, ob unsere Werte (Grundrechte, Freiheiten) erhalten bleiben oder sukzessive untergraben werden - so lange es nicht dich selbst betrifft.
Unsere Werte (Grundrechte, Freiheiten) haben nur den Wert, den wir ihnen selbst beimessen, haben nur dann Bestand, wenn wir bereit sind für diese Werte auch einzustehen, uns für diese Werte einsetzen und um diese Werte auch (in gewisser Weise) kömpfen. Unser Grundgesetz ist nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben ist, wenn wir nicht bereit sind, für dessen Bestand auch einzutreten. Wir sind für den Bestand unserer Werte verantwortlich, dafür dass es "mit Leben erfüllt ist", nicht irgendein imaginärer Staat. Hat etwas mit Identität zu tun, die DU für unnützes Zeug hältst.
Du bist kein Individualist, du bist irgendwas zwischen Egois, Egomane oder Egozentriker - ein Mensch ohne Werte, ohne Ethik, jemand der der Beleibigkeit das Wort redet, jemand dem alles, was nicht ihn selbst betrifft gegenüber gleichgültig ist.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Billie Holiday » Mo 22. Mai 2017, 09:01

Selina hat geschrieben:(21 May 2017, 23:18)

Ja, so geht es mir auch. Dann noch so etwas wie ein "Zugehörigkeitsgefühl" zu diesen kleinkarierten, deutschtümelnden Leuten zu entwickeln, die sich Menschen anderer Nationen und Religionen gegenüber überlegen fühlen? Völlig undenkbar. Und ziemlich langweilig :D


In erster Linie bist du hier die einzige, die sich anderen überlegen fühlt, nämlich den Deutschen. :D
Ansonsten hast du auch nach mehreren Fragen noch kein Beispiel gebracht, inwiefern denn die Deutschen sich anderen überlegen fühlen. Also ich kenne niemanden. Ich kenne bloß Deutsche, die sich hier ganz wohl fühlen und in ihrer Heimat glücklich und zufrieden sind ohne Überlegenheitsgefühle. Auch habe ich niemanden im Bekanntenkreis, der sich auch nur eine Sekunde darüber Gedanken macht, dass Menschen in anderen Ländern sich an uns ein Beispiel nehmen sollten.
Wer sagt sowas, hast du da was Konkretes?
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Selina » Mo 22. Mai 2017, 09:16

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 May 2017, 06:03)

Ich lebe ja in einer Großstadt. Oft, in dem einen Teil dieser Stadt, sprechen in der Straßenbahn gefühlt 99 Prozent russisch, in einem anderen Teil erkennt man in der U- oder S-Bahn schon am äußeren, dass gefühlt 99 Prozent der Leute aus dem türkisch-arabischen Raum kommen. Ja und? Ich betrachte die mit einer Mischung aus Neugier und Amüsiertheit, weiß ganz genau, dass deren Werte in vielerlei Hinsicht nicht mit meinen eigenen übereinstimmen und höre ansonsten meinen laufenden Podcast weiter. Was denn sonst?


:D :thumbup: In der Großstadt, in der ich oft unterwegs bin, läuft das genauso ab. Andere Menschen? Andere Werte? So what. Ich fühle mich in dem bunten Getümmel wohl.
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Re: Zusammengehörigkeit, Identität, Nationalgefühl

Beitragvon Billie Holiday » Mo 22. Mai 2017, 09:18

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