Leben wir in einer Computer-Simulation?

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Moses
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Re: Leben wir in einer Computer-Simulation?

Beitragvon Moses » Sa 14. Jan 2017, 19:30

Provokateur hat geschrieben:(08 Dec 2016, 19:51)

Wen kümmert es, ob es eine Simulation ist? Okay, wenn es eine ist, will ich die Cheatcodes.


Die standen auf der dritten Steinplatte, die hab ich damals stehen lassen, war mir zu schwer zum schleppen - sorry.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Perdedor
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Re: Leben wir in einer Computer-Simulation?

Beitragvon Perdedor » So 19. Mär 2017, 23:12

Hier mal ein Blogbeitrag eines echten Forschers zu der Simulationshypothese.
"The simulation hypothesis, as it’s called, enjoys a certain popularity among people who like to think of themselves as intellectual, believing it speaks for their mental flexibility. Unfortunately it primarily speaks for their lacking knowledge of physics."
http://backreaction.blogspot.de/2017/03 ... puter.html

Demnach is es ausgesprochen schwierig die Simulationshypothese mit den Erkenntnissen der modernen Physik in Einklang zu bringen. Der Beitrag schließt mit
"All this talk about how we might be living in a computer simulation pisses me off not because I’m afraid people will actually believe it. No, I think most people are much smarter than many self-declared intellectuals like to admit. Most readers will instead correctly conclude that today’s intelligencia is full of shit."
Der Verlauf dieses Stranges gibt dem Recht.
Arbeit. Leben. Zukunft.
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immernoch_ratlos
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Re: Leben wir in einer Computer-Simulation?

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 20. Mär 2017, 10:36

Wer braucht eine Matrix - Computersimulation ? Wenn, alles was wir in unseren Hirnen programmiert vorfinden, nichts als eine von anderen weitgehend frei erfundene Scheinrealität ist ?

Es gibt da einige Basismodelle und jede Menge davon abgeleitete Vorstellungen. Wer z.B. als Hindu seinen Lebensweg beginnt, wird diese "seine Welt" nur in den seltensten Fällen nicht als "Realität" wahrnehmen. Versuche diese Fiktion zu hinterfragen sind in seiner "Welt" mit ihrer intersubjektiven "Ordnung" schwierig bis unmöglich. Nicht das sich dies nun auf Hindus (deren Kastendenken weicht von anderen Modellen besonders stark ab) beschränkt, jede "Weltordnung" der wir anhängen, ist was die Inhalte angeht nichts, als ein sich in Grenzen, frei programmierendes Selbst.

Eine "Neuprogrammierung" ein "Tabula rasa" ist unmöglich. So gesehen existiert in jedem menschlichen Hirn ein permanent ablaufende Simulation der Welt da draußen. Umfassende Programmänderungen sind schlicht unmöglich. Kleine Updates - z.B. Religion, als nichts als eine intersubjektiven "Ordnung", - in jeder Hinsicht menschengemacht - anzusehen - findet immer noch in der selben "Umgebung" statt.

Dieser unser "personal Computer" - unser Hirn - reagiert (über körpereigene Sensoren) auf reale äußere Einflüsse im Sinn der intersubjektiven "Ordnung" (Programmierung). War "Blitz und Donner" (über Auge und Ohr wahrgenommen) für recht lange Zeit "ein Nachweis göttlicher Aktivität", wurden inzwischen nach umfassenden Updates rein physikalische Ereignisse daraus. Wo jedoch keinerlei Bezug zur Physik existiert, ist jedes "Denkmodell" mit seiner an die vorherrschende intersubjektiven "Ordnung" Bindung möglich.

Realistisches Beispiel : subjektive Behauptung "alle Menschen sind gleich in ihren Rechten" wurde und wird mit der ebenfalls nicht beweisbare Behauptung : z.B. "Neger" (kann nahezu beliebig auf andere Gruppierungen angewandt werden) "sind keine Menschen", können also keinesfalls gleiche Rechte besitzen - sind lediglich Objekt welches nicht über sich selbst entscheiden kann, relativiert. Ist eine bestimmte Programmierung gesetzt, sorgt die Umgebung - die intersubjektiven "Ordnung" für deren Einhaltung.

So leben auch sehr große Gruppen in ihrer ganz eigene Parallelwelt. Falsch ist also definitiv, wir alle leben eben in der selben "Simulation". Richtig ist, jeder lebt in einer intersubjektiv kontrollierten Simulation, die er - sie - wir alle für die maßgebliche einzig richtige Lebenseinstellung halten. Kleine, gerade noch intersubjektiv erlaubte Abweichungen nähren die (fälschliche) Überzeugung, wir wären frei selbst zu entscheiden.... :?
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
Alpha Centauri
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Re: Leben wir in einer Computer-Simulation?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 15. Jul 2017, 22:37

frems hat geschrieben:(07 Dec 2016, 22:40)

Forschung: Milliardäre wollen Menschheit aus der "Matrix" befreien
Geheime Recherchen sollen den Menschen aus einer möglichen Computer-Simulation befreien

http://derstandard.at/2000045581945/For ... x-befreien

Simulations-Hypothese: Die ganze Welt ist eine einzige Simulation
Alles nur Simulation, sagt der Philosoph Nick Bostrom. Wir und unsere Welt sind nicht wirklich, alles ist nur eine Computersimulation. Leute wie Tesla-Chef Elon Musk scheint das zu überzeugen.

http://dradiowissen.de/beitrag/simulati ... simulation

Tjoa, was hält die werte Userschaft von dieser Hypothese? PR-Gag? Wilde Verschwörungstheorie? Interessantes Gedankenspiel? Und wenn wir "hier" virtuell sind, wo sind wir real? Wieso kann man nicht, wie bei einer Computersimulation, einfach aufhören bzw. zurückkehren? Oder kann man?


Zumindest können wir den Wahrheitsgehalt der Theorie nie völlig zu hundert Prozent verneinen. Gleich der Begriff Wirklichkeit zweifellos relativ, eben so wie der Begriff Wahrheit

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