Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 28. Apr 2018, 19:42

Meine, das gab es ja noch nie, dass die Regierung jedweden Sachverhalt jedwedem Bürger gegenüber einzeln nachweist. Beispiel Reisewarnungen - die gehen einfach so raus.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 28. Apr 2018, 19:43

Polibu hat geschrieben:(28 Apr 2018, 20:41)

Der Vergeltungsschlag war völkerrechtswidrig. Und das hat nicht irgendwer gesagt, sondern der wissenschaftliche Dienst des Bundestages.

Das ist nur eine Rechtsauffassung und beweist gar nichts, geschweige denn, dass es gar ein Schuldspruch sein könnte.
Da gilt dann die Unschuldsvermutung komischerweise wieder nicht.
Zuletzt geändert von DarkLightbringer am Sa 28. Apr 2018, 19:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon Polibu » Sa 28. Apr 2018, 19:43

DarkLightbringer hat geschrieben:(28 Apr 2018, 20:41)

Du glaubst aber daran, dass neuerdings die Welt ein Amtsgericht wäre. Und das kommt doch von den Russen.


:rolleyes: Beweise zu fordern ist völlig legitim. Zu behaupten man würde die Russen unterstützen, weil man Beweise fordert, ist doch völlig gaga.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon Polibu » Sa 28. Apr 2018, 19:45

DarkLightbringer hat geschrieben:(28 Apr 2018, 20:43)

Das ist nur eine Rechtsauffassung und beweist gar nichts, geschweige denn, dass es gar ein Schuldspruch sein könnte.


Das Völkerrecht gilt also nur für die "Bösen" und für die "Guten" nicht. Wieso sagst du denn nicht gleich, dass dir das Völkerrecht völlig egal ist?
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 28. Apr 2018, 19:46

Polibu hat geschrieben:(28 Apr 2018, 20:43)

:rolleyes: Beweise zu fordern ist völlig legitim. Zu behaupten man würde die Russen unterstützen, weil man Beweise fordert, ist doch völlig gaga.

Es ist gar kein Gericht da oder wo ist es denn ? Und wo ist der Richter?
Die Beweisaufnahme ist mir nur als Prozessordnung bekannt, nicht als Diskussion zwischen russischen und westlichen Medien.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 28. Apr 2018, 19:48

Polibu hat geschrieben:(28 Apr 2018, 20:45)

Das Völkerrecht gilt also nur für die "Bösen" und für die "Guten" nicht. Wieso sagst du denn nicht gleich, dass dir das Völkerrecht völlig egal ist?
Anders wird ein Schuh draus - ein Völkerrecht, welches ausschließlich von Tyrannen genutzt werden könnte, wäre gar keines.
Das Kriegsrecht und das humanitäre Völkerrecht gilt nach wie vor, ebenso das Genfer Protokoll von 1925. Ob Assad das mag, ist eine andere Sache.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 28. Apr 2018, 19:53

Wenn wir von Den Haag sprechen, wäre es doch gar kein Thema. Da gibt es selbstverständlich auch die Beweisaufnahme.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon Cobra9 » So 29. Apr 2018, 09:39

Woran die Syrien-Diskussion irgendwiekrankt, sind die Lügen, Halbwahrheiten und Floskeln, die in jedem Gespräch zum Thema vorgebracht werden. Oder Störungen weg vom vom Thema. Was hier an Scheinheiligen sich beteiligt muss Ich sagen ist......ekelhaft.

Denn für die Pro Russland Fraktion bzw. SYRIEN gilt irgendwie immer In dubio pro Putin oder Assad .Dasß Assad seit sieben Jahren das Völkerrecht bricht und Hunderttausende Zivilisten ermorden ließ inkl. Nicht abstreitbarer Belege ? Zählt nicht. Warum auch.

Russland, Syrien gut und der Westen böse. Fake News, Lügen blendet man aus. Da frag Ich mich ob es bei manchen das Hirn getoastet hat. Lügt man sich gerne selber an ? Mit Phrasen ?


Kleines Beispiel. Der Krieg lasse sich nur auf diplomatischem Weg beenden, so immer das Mantra.

Dieser Dauerbrenner unter den Floskeln ist leider Unsinn. Nur allein durch militärische Gewalt konnte das syrische Regime den Krieg für sich entscheiden bisher. Oder etwa nicht ?

Russland und Iran haben hierzu entscheidend beigetragen mit verdammt viel Einsatz.

Sicherlich wünschen wir uns alle, dass Diplomatie den Vorrang vor Gewalt hat. Leider wird dieser Wunsch eine Illusion bleiben

Das Assad-Regime hat sich bewusst gegen die Diplomatie entschieden, weil es durch die Armee eine Lösung erzwingen kann. Es gibt daher auf syrischer Seite keinen Verhandlungspartner für eine diplomatische Lösung. Also warum sollte es nicht möglich sein in Syrien mit Gewalt zu agieren ?

Es ist möglich. Nur ist Syrien nicht die Eskalation wert und die Opfer. Zu den fehlenden Beweisen kommt mir echt die Galle langsam hoch.

Die Vereinten Nationen und die Organisation für das Verbot chemischer Waffen haben allein bis zum Jahr 2017 zwei Dutzend Chemiewaffenangriffe der syrischen Regierung nachgewiesen. Das kann man alles bei der UN oder OCPW nachlesen Zwei Dutzend! Wenn das als Beleg nicht reicht muss man verstehen das es gewisse Menschen nicht verstehen wollen. Oder können.

Russland hat im aktuellen Fall die Konsequenz gezogen und mit seinem Veto im UN-Sicherheitsrat verhindert, dass eine unabhängige Untersuchungskommission die Vorgänge aufklärt und die Schuldigen benennen darf. Warum den wenn man nichts zu verbergen hat.


Ich würde mittlerweile Assad mit Gewalt zwingen sich an den Verhandlungen konstruktiv zu beteiligen. Erst als 2013 damals Obama mit Gewalt vorging hat es was mit Vernunft gegeben. Die NATO sollte Stärke zeigen, Assad einen Kompromiss bieten das in einer UN Mission mündet.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon DarkLightbringer » So 29. Apr 2018, 10:53

Ein Onlinearchiv für Kriegsverbrechen
Die Initiative Syrian Archive dokumentiert Chemiewaffenangriffe auf die syrische Bevölkerung. 212 Attacken wurden nachgewiesen.
https://www.taz.de/Chemiewaffenangriffe ... /!5499036/

Wenn Assad Beweise für seine Untaten will, muss er nach Den Haag kommen und sich einem Kriegsverbrecher-Tribunal stellen. In dem Fall würde sich auch niemand darüber beschweren, wenn die Verteidigung originelle Versionen bedenkt oder Beweise der Anklage hin und her dreht.
Entscheidend ist, eine Beweisaufnahme findet in einem ordentlichen Gerichtssaal statt, nicht im Internet.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon Ebiker » So 29. Apr 2018, 12:41

Schnitter hat geschrieben:(29 Apr 2018, 11:23)

Und haben vorher im großen Stil Leichen verschwinden lassen.



Dafür hast du sicher seriöse Quellen die du benennen kannst. Weißhelme, Beobachtungsstelle u.ä. sind nicht seriös
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon Schnitter » So 29. Apr 2018, 12:44

Ebiker hat geschrieben:(29 Apr 2018, 13:41)

Dafür hast du sicher seriöse Quellen die du benennen kannst. Weißhelme, Beobachtungsstelle u.ä. sind nicht seriös


Was für einen Putin-Fanboy eine "seriöse Quelle" ist interessiert die zivilisierten Demokratien nicht die Bohne.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon DarkLightbringer » So 29. Apr 2018, 12:45

Ebiker hat geschrieben:(29 Apr 2018, 13:41)

Dafür hast du sicher seriöse Quellen die du benennen kannst. Weißhelme, Beobachtungsstelle u.ä. sind nicht seriös

Das ist so nicht richtig. Die russische Regierung und ihre Konten sind nicht seriös.

Die Desinformationskampagne gegen die sog. Weißhelme beispielsweise, dürfte dem Abdecken von Kriegsverbrechen dienen.

Schmutzkampagne gegen zivile Retter in Syrien dauert an
https://euvsdisinfo.eu/schmutzkampagne- ... dauert-an/
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon Cobra9 » Mo 30. Apr 2018, 07:16

Ebiker hat geschrieben:(29 Apr 2018, 13:41)

Dafür hast du sicher seriöse Quellen die du benennen kannst. Weißhelme, Beobachtungsstelle u.ä. sind nicht seriös



Ein Beispiel nur


The OPCW-UN Joint Investigative Mechanism,[15][16][17][18] the governments of the United States, United Kingdom, Turkey, Saudi Arabia, France, and Israel, as well as Human Rights Watch have attributed the attack to the forces of Syrian President Bashar al-Assad.[19][20][21][22] The Assad government denied using any chemical weapons in the air strike.[23

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Khan_Sh ... cal_attack



Wir haben hier UN, NGOs usw. wo alle sagen es war Syrien. Was kommt von Pro Assad ......Beweise !

Meine Meinung hab ich geschrieben zu der Haltung
Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon EinePerson » Di 1. Mai 2018, 07:19

Hallo DarkLightbringer,

Ost-Aleppo wurde während der Zeit seiner Belagerung von Al-Nusra und einigen Splitterorganisationen, welche zu Al-Nusra gehörten kontrolliert. Al-Nusra wird als Terrororganisation anerkannt. Das konnte man durch etwas Recherche bereits Ende 2012 wissen (siehe meinen langen Beitrag auf Seite 42), bzw hier nochmal das Dokument des US Verteidigungsministeriums aus dem Jahre 2012, aus dem das klar hervorgeht:

http://www.judicialwatch.org/wp-content/uploads/2015/05/Pg.-291-Pgs.-287-293-JW-v-DOD-and-State-14-812-DOD-Release-2015-04-10-final-version11.pdf


Nachdem Al-Nusra aus Aleppo vertrieben war, bzw. Assad ihnen freies Geleit gewährte, nachdem sie aufgegeben hatten, hörte auch die Belagerung von Ost-Aleppo auf.

An dieser Stelle ein paar kurze Zwischenfragen: Wenn die Erzählung war ist, dass Assad „gegen sein eigenes Volk kämpft“ - wieso wurde die Belagerung dann nach Abzug von Al-Nusra eingestellt? Das Volk war ja immer noch da, nur die Terrororganisation war nicht mehr dort. Wieso wurde West-Aleppo nicht ebenso bombardiert? Das Volk war ja auch in West-Aleppo. Die Situation scheint also etwas komplizierter zu sein als es eine verkürzte Erzählung wie „Assad kämpft gegen sein Volk“ fassen könnte.

Zurück zum eigentlichen Thema, der Vergleich zwischen Ost-Aleppo und Mossul:

In Mossul kämpfte eine internationale Allianz gegen Terroristen (IS) und tötete dabei nicht nur IS Kämpfer sondern auch unschuldige Zivilisten – es ist eine Millionenstadt und der IS hinderte viele Einwohner daran die Stadt zu verlassen, weil sie diese als menschliche Schutzschilde missbrauchen wollten.

In Ost-Aleppo kämpfte eine internationale Allianz gegen Terroristen (Al-Nusra) und tötete dabei nicht nur Al-Nusra kämpfer sondern auch unschuldige Zivilisten – in Ost-Aleppo lebte zu dem Zeitpunkt vermutlich einige zehntausend Menschen, die Schätzungen variieren. Auch in diesem Fall hinderten die Terroristen die Einwohner daran, die Stadt zu verlassen, weil sie diese als menschliche Schutzschilde missbrauchen wollten, um ihren Tod propagandistisch ausschlachten zu können. Russland und Assad versuchten mehrere Male einen Schutzkorridor einzurichten, um die Einwohner aus der Stadt nach West-Aleppo zu bringen, aber in allen Fällen eröffneten die Al-Nusra kämpfer das Feuer auf die Flüchtenden. Nach der Befreiung Ost-Aleppos berichteten die Einwohner, dass Al-Nusra nicht nur Scharfschützen hatte, die auf Flüchtende schossen, sondern auch Drohungen aussprach, dass sie die Freunde und Familien von jedem, der versucht zu flüchten, ausfindig machen, foltern und töten werden.

Ich kann dem Autor deines verlinkten Berichtes über den Vergleich zwischen Mossul und Aleppo nicht in den Kopf schauen, ich kenne nicht seinen Kenntnisstand, aber den Vergleich beider Städte als unangebracht zu bezeichnen, weil in Aleppo keine IS Kämpfer waren ist….mindestens naiv, wenn der Autor es besser wusste sogar eine Täuschung/Lüge. Denn es gibt mehr Terrororganisationen als den IS, nur weil der IS nicht in Aleppo war, bedeutet das nicht, dass die Terrororganisation, die dort war weniger Anlass zum Widerstand bot. Des weiteren ist es erschreckend, dass mit diesem Artikel ein weiteres Beispiel existiert, in welchem eine Terrororganisation – in diesem Fall Al-Nusra – von unseren Medien als „Rebellen“ verharmlost wird. Damit wird diese Terrororganisation unterstützt, denn Unterstützung findet nicht nur materiell und finanziell statt durch Lieferung von Kriegsgerät oder Geld sondern auch immateriell, z.B. indem einer Gruppe Ansehen verliehen oder entzogen wird, und damit ihre Position gestärkt wird, bzw. internationale Reaktionen wie Sanktionen oder militärische Eingriffe mit-legitimiert werden. Meine Vermutung ist, dass damit der Kampf gegen diese Terroristen als nicht-legitim dargestellt werden soll, womit Druck auf Assad und Russland erzeugt werden soll, bzw. das ganze als "Krieg gegen das eigene Volk" dargestellt werden soll, wohingegen es tatsächlich primär ein Krieg gegen Terroristen ist (in dessen Verlauf auch viele unschuldige Zivilisten getötet werden!). Das Töten von unschuldigen Zivilisten ist moralisch nicht zu rechtfertigen. Es ist etwas anderes, ob jemand vorsätzlich Zivilisten tötet - das also das primäre Ziel ist, oder ob jemand z.B. einen Krieg führt und dabei Zivilisten unabsichtlich tötet - auch im zweiten Fall muss sich die entsprechende Partei das Töten vorwerfen lassen - aber es ist dennoch nicht dasselbe, wie diese vorsätzlich, als gezielt zu töten. Auch Assad kann ich nicht in den Kopf schauen, und weiß deshalb nicht was seine Motive sind - der Umstand allerdings, dass von Terroristen befreite Gebiete nicht von Assads Truppen angegriffen werden, lässt mich daran zweifeln, dass Assad gegen sein Volk einen Krieg führt. Gleichzeitig muss darauf hingewiesen werden, dass es auch vor dem Ausbruch des Syrienkrieges schon Jahrzehnte lange Verfolgung und Inhaftierung von politischen Opponenten gab, das war auch einer der Hauptgründe für Kritik an Assad durch Teile seines Volkes, der jahrzehnte lange Ausnahmezustand, die Bespitzelung durch die Geheimdienste und die Inhaftierung von politischen Opponenten zum Teil ohne ordentliches Gerichtsverfahren und Berichte von Folter dieser gab es auch.

Ist dir/euch aufgefallen, dass es im Falle von Ost-Aleppo eine tägliche Berichterstattung darüber gab, wie viele Krankenhäuser zerstört wurden, wie viele Zivilisten, vor allem Frauen und Kinder getötet wurden, aber im Falle von Mossul fast gar nichts berichtet wurde? Wieso wurde uns nicht berichtet wie viele Krämkenhäuser in Mossul von der internationalen Allianz zerstört wurden, wie viele Zivilisten, Frauen und Kinder sie getötet haben – und das täglich? Wieso wurde so wenig darüber berichtet, dass Al-Nusra von Ost-Aleppo aus fast täglich mit Mörsern und selbst gebauten Gaskanister-Granaten auf West-Aleppo geschossen hat und dabei viele Zivilisten getötet und ebenso Krankenhäuser zerstört hat? Wieso gab es darüber keine tägliche Berichterstattung mit detaillierten Auflistungen?
Hier haben wir es offensichtlich mit einer sehr unausgewogenen Berichterstattung zu tun, bei der eine Lupe auf Ost-Aleppo gerichtet war und der Mantel des Schweigens über Mossul ausgebreitet wurde. Es gibt nur sehr wenige Berichte über zivile Opfer in Mossul.


Abschließend möchte ich noch ein Szenario konstruieren und dann eine Frage in den Raum stellen. Stellt euch mal vor, es gäbe einige zehntausend oder sogar einige hunderttausend Terroristen in Deutschland, die gemeinsam gegen die Bundesregierung kämpfen würden, weil sie diese stürzen möchten. Diese Terroristen würden nach und nach immer mehr Städte und Landkreise einnehmen und dabei Massaker verüben. Wenn die Bundesregierung die Armee einsetzt gegen sie, ziehen sich diese Terroristen in eine Stadt oder ein Dorf zurück, halten dort die Einwohner fest und hindern sie daran zu flüchten, gleichzeitig benutzen sie Mörser und Granatwerfer, um von diesem 'gefestigten' Stand aus benachbarte Dörfer und Städte anzugreifen, bzw. greifen wann immer es die Gelegenheit gibt an und ziehen sich bei Bedarf wieder zurück. Was glaubt ihr, wie würde sich die Bundesregierung verhalten? Würde sie die Armee gegen die Terroristen einsetzen, auch wenn dabei Zivilisten sterben würden? Und falls ihr das mit "Nein" beantworten, wie würde dann die Reaktion der Bundesregierung aussehen? Wie geht man mit so einer Situation um, um einerseits den Terroristen Einhalt zu gebieten und andererseits keine Zivilisten zu töten?
Zuletzt geändert von EinePerson am Di 1. Mai 2018, 08:02, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 1. Mai 2018, 07:24

Ich meine, die meisten TV-Zuschauer wollen das nicht wissen, ob die heldenhafte Waffenschau gegen die bösen Terrormusel irgendwelche Krankenhäuser zermatscht hat oder ob irgendwelche Dritte nun ohne Strom und Wasser in der Scheiße sitzen. Sieg Sieg Sieg, das bringt Quote.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon zollagent » Di 1. Mai 2018, 08:30

Es gibt nicht die Wahl "Assad oder das Chaos". So wollte sich schon Adolf verkaufen. Despoten argumentieren häufig so. Assad ist Chaos und der IS ist es auch. Wer der syrischen Gesellschaft die Chance geben will, sich friedlich zu entwickeln, muß beide ausschalten.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon SirToby » Di 1. Mai 2018, 08:40

EinePerson hat geschrieben:(01 May 2018, 08:19)

Hallo DarkLightbringer,

Ost-Aleppo wurde während der Zeit seiner Belagerung von Al-Nusra und einigen Splitterorganisationen, welche zu Al-Nusra gehörten kontrolliert. Al-Nusra wird als Terrororganisation anerkannt. Das konnte man durch etwas Recherche bereits Ende 2012 wissen (siehe meinen langen Beitrag auf Seite 42), bzw hier nochmal das Dokument des US Verteidigungsministeriums aus dem Jahre 2012, aus dem das klar hervorgeht:

http://www.judicialwatch.org/wp-content/uploads/2015/05/Pg.-291-Pgs.-287-293-JW-v-DOD-and-State-14-812-DOD-Release-2015-04-10-final-version11.pdf


Nachdem Al-Nusra aus Aleppo vertrieben war, bzw. Assad ihnen freies Geleit gewährte, nachdem sie aufgegeben hatten, hörte auch die Belagerung von Ost-Aleppo auf.

An dieser Stelle ein paar kurze Zwischenfragen: Wenn die Erzählung war ist, dass Assad „gegen sein eigenes Volk kämpft“ - wieso wurde die Belagerung dann nach Abzug von Al-Nusra eingestellt? Das Volk war ja immer noch da, nur die Terrororganisation war nicht mehr dort. Wieso wurde West-Aleppo nicht ebenso bombardiert? Das Volk war ja auch in West-Aleppo. Die Situation scheint also etwas komplizierter zu sein als es eine verkürzte Erzählung wie „Assad kämpft gegen sein Volk“ fassen könnte.

Zurück zum eigentlichen Thema, der Vergleich zwischen Ost-Aleppo und Mossul:

In Mossul kämpfte eine internationale Allianz gegen Terroristen (IS) und tötete dabei nicht nur IS Kämpfer sondern auch unschuldige Zivilisten – es ist eine Millionenstadt und der IS hinderte viele Einwohner daran die Stadt zu verlassen, weil sie diese als menschliche Schutzschilde missbrauchen wollten.

In Ost-Aleppo kämpfte eine internationale Allianz gegen Terroristen (Al-Nusra) und tötete dabei nicht nur Al-Nusra kämpfer sondern auch unschuldige Zivilisten – in Ost-Aleppo lebte zu dem Zeitpunkt vermutlich einige zehntausend Menschen, die Schätzungen variieren. Auch in diesem Fall hinderten die Terroristen die Einwohner daran, die Stadt zu verlassen, weil sie diese als menschliche Schutzschilde missbrauchen wollten, um ihren Tod propagandistisch ausschlachten zu können. Russland und Assad versuchten mehrere Male einen Schutzkorridor einzurichten, um die Einwohner aus der Stadt nach West-Aleppo zu bringen, aber in allen Fällen eröffneten die Al-Nusra kämpfer das Feuer auf die Flüchtenden. Nach der Befreiung Ost-Aleppos berichteten die Einwohner, dass Al-Nusra nicht nur Scharfschützen hatte, die auf Flüchtende schossen, sondern auch Drohungen aussprach, dass sie die Freunde und Familien von jedem, der versucht zu flüchten, ausfindig machen, foltern und töten werden.

Ich kann dem Autor deines verlinkten Berichtes über den Vergleich zwischen Mossul und Aleppo nicht in den Kopf schauen, ich kenne nicht seinen Kenntnisstand, aber den Vergleich beider Städte als unangebracht zu bezeichnen, weil in Aleppo keine IS Kämpfer waren ist….mindestens naiv, wenn der Autor es besser wusste sogar eine Täuschung/Lüge. Denn es gibt mehr Terrororganisationen als den IS, nur weil der IS nicht in Aleppo war, bedeutet das nicht, dass die Terrororganisation, die dort war weniger Anlass zum Widerstand bot. Des weiteren ist es erschreckend, dass mit diesem Artikel ein weiteres Beispiel existiert, in welchem eine Terrororganisation – in diesem Fall Al-Nusra – von unseren Medien als „Rebellen“ verharmlost wird. Damit wird diese Terrororganisation unterstützt, denn Unterstützung findet nicht nur materiell und finanziell statt durch Lieferung von Kriegsgerät oder Geld sondern auch immateriell, z.B. indem einer Gruppe Ansehen verliehen oder entzogen wird, und damit ihre Position gestärkt wird, bzw. internationale Reaktionen wie Sanktionen oder militärische Eingriffe mit-legitimiert werden. Meine Vermutung ist, dass damit der Kampf gegen diese Terroristen als nicht-legitim dargestellt werden soll, womit Druck auf Assad und Russland erzeugt werden soll, bzw. das ganze als "Krieg gegen das eigene Volk" dargestellt werden soll, wohingegen es tatsächlich primär ein Krieg gegen Terroristen ist (in dessen Verlauf auch viele unschuldige Zivilisten getötet werden!). Das Töten von unschuldigen Zivilisten ist moralisch nicht zu rechtfertigen. Es ist etwas anderes, ob jemand vorsätzlich Zivilisten tötet - das also das primäre Ziel ist, oder ob jemand z.B. einen Krieg führt und dabei Zivilisten unabsichtlich tötet - auch im zweiten Fall muss sich die entsprechende Partei das Töten vorwerfen lassen - aber es ist dennoch nicht dasselbe, wie diese vorsätzlich, als gezielt zu töten. Auch Assad kann ich nicht in den Kopf schauen, und weiß deshalb nicht was seine Motive sind - der Umstand allerdings, dass von Terroristen befreite Gebiete nicht von Assads Truppen angegriffen werden, lässt mich daran zweifeln, dass Assad gegen sein Volk einen Krieg führt. Gleichzeitig muss darauf hingewiesen werden, dass es auch vor dem Ausbruch des Syrienkrieges schon Jahrzehnte lange Verfolgung und Inhaftierung von politischen Opponenten gab, das war auch einer der Hauptgründe für Kritik an Assad durch Teile seines Volkes, der jahrzehnte lange Ausnahmezustand, die Bespitzelung durch die Geheimdienste und die Inhaftierung von politischen Opponenten zum Teil ohne ordentliches Gerichtsverfahren und Berichte von Folter dieser gab es auch.

Ist dir/euch aufgefallen, dass es im Falle von Ost-Aleppo eine tägliche Berichterstattung darüber gab, wie viele Krankenhäuser zerstört wurden, wie viele Zivilisten, vor allem Frauen und Kinder getötet wurden, aber im Falle von Mossul fast gar nichts berichtet wurde? Wieso wurde uns nicht berichtet wie viele Krämkenhäuser in Mossul von der internationalen Allianz zerstört wurden, wie viele Zivilisten, Frauen und Kinder sie getötet haben – und das täglich? Wieso wurde so wenig darüber berichtet, dass Al-Nusra von Ost-Aleppo aus fast täglich mit Mörsern und selbst gebauten Gaskanister-Granaten auf West-Aleppo geschossen hat und dabei viele Zivilisten getötet und ebenso Krankenhäuser zerstört hat? Wieso gab es darüber keine tägliche Berichterstattung mit detaillierten Auflistungen?
Hier haben wir es offensichtlich mit einer sehr unausgewogenen Berichterstattung zu tun, bei der eine Lupe auf Ost-Aleppo gerichtet war und der Mantel des Schweigens über Mossul ausgebreitet wurde. Es gibt nur sehr wenige Berichte über zivile Opfer in Mossul.


Abschließend möchte ich noch ein Szenario konstruieren und dann eine Frage in den Raum stellen. Stellt euch mal vor, es gäbe einige zehntausend oder sogar einige hunderttausend Terroristen in Deutschland, die gemeinsam gegen die Bundesregierung kämpfen würden, weil sie diese stürzen möchten. Diese Terroristen würden nach und nach immer mehr Städte und Landkreise einnehmen und dabei Massaker verüben. Wenn die Bundesregierung die Armee einsetzt gegen sie, ziehen sich diese Terroristen in eine Stadt oder ein Dorf zurück, halten dort die Einwohner fest und hindern sie daran zu flüchten, gleichzeitig benutzen sie Mörser und Granatwerfer, um von diesem 'gefestigten' Stand aus benachbarte Dörfer und Städte anzugreifen, bzw. greifen wann immer es die Gelegenheit gibt an und ziehen sich bei Bedarf wieder zurück. Was glaubt ihr, wie würde sich die Bundesregierung verhalten? Würde sie die Armee gegen die Terroristen einsetzen, auch wenn dabei Zivilisten sterben würden? Und falls ihr das mit "Nein" beantworten, wie würde dann die Reaktion der Bundesregierung aussehen? Wie geht man mit so einer Situation um, um einerseits den Terroristen Einhalt zu gebieten und andererseits keine Zivilisten zu töten?


Die Behauptung, dass Al-Nusra den Ostteil von Aleppo gehalten hat, ist ziemlich barer Unsinn. In Aleppo gab, es verschiedene Rebellengruppen, darunter u.a mit al-zenki und ansar al-sharia ziemlich unappetitliche Islamisten.

Aber nein, al-nusra hat mit Aleppo nicht viel zu tun gehabt, geschweige denn, dass diese den gesamten Ostteil der Stadt kontrollierten. Das ist einfach nur Assad/Putin Propaganda.
Daniel Patrick Moynihan: "Sie haben ein Recht auf ihre eigene Meinung! Sie haben kein Recht auf ihre eigenen Fakten!"
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon EinePerson » Di 1. Mai 2018, 09:30

Hallo SirToby,

hier ein Zitat aus einem Pressebriefing des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahre 2016:

https://www.defense.gov/News/Transcripts/Transcript-View/Article/739157/department-of-defense-press-briefing-by-col-warren-via-teleconference-from-bagh/

"COL. WARREN: Well, you know, I'm not going to predict -- (inaudible) -- what their intentions are. What I do know is that we have seen, you know, regime forces with some Russian support as well begin to mass and concentrate combat power around Aleppo. So this is something we're concerned about and something we'll keep an eye on.

That said, it's primarily al-Nusra who holds Aleppo, and of course, al-Nusra is not part of the cessation of hostilities. So it's complicated. We're watching it. "

Sind Stellvertreter des US-Verteidigungsministeriums für dich Assad/Putin-Propagandisten?
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon zollagent » Di 1. Mai 2018, 12:43

EinePerson hat geschrieben:(01 May 2018, 10:30)

Hallo SirToby,

hier ein Zitat aus einem Pressebriefing des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahre 2016:

https://www.defense.gov/News/Transcripts/Transcript-View/Article/739157/department-of-defense-press-briefing-by-col-warren-via-teleconference-from-bagh/

"COL. WARREN: Well, you know, I'm not going to predict -- (inaudible) -- what their intentions are. What I do know is that we have seen, you know, regime forces with some Russian support as well begin to mass and concentrate combat power around Aleppo. So this is something we're concerned about and something we'll keep an eye on.

That said, it's primarily al-Nusra who holds Aleppo, and of course, al-Nusra is not part of the cessation of hostilities. So it's complicated. We're watching it. "

Sind Stellvertreter des US-Verteidigungsministeriums für dich Assad/Putin-Propagandisten?

Nein, aber die, die immer wieder nur die genehmen Teile von irgendwelchen Veröffentlichungen zitieren und ihre selektive Auswahl als "die Wahrheit" hinstellen, die kann man durchaus so bezeichnen.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
van Kessel
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon van Kessel » Di 1. Mai 2018, 13:44

Wenn das Ungeheuer Assad liquidiert oder 'weg' ist, kommt die reine Demokratie über dies Land!?? Dürfte es nicht eher dem libyschen 'Weg' folgen, wo Banden aller Stilrichtungen hausen und morden? Btw.stellt man sich auch eine Konstruktion für Syrien a la Irak vor, wo die 'Beschützer' ein Regime installierten, es mit Waffen vollpumpten - welche dann flugs von Fanatikern (IS) erbeutet wurden - und diese so in den Stand setzten, halb Irak und Syrien zu erobern und unter abscheulichen Gräueltaten zu destabilisieren.

Es sind auch die Kriege zwischen den Vertretern des Mohammed und dessen Schwagers Ali, Sunniten und Schiiten sitzen auf Öl (oder wollen an selbiges). Und da der Feind meines Feindes mein Freund ist, werden Allianzen geschlossen, deren Basis der gemeinsame Glaube ist. So vertritt der Iran die Sache der Ali-Partei und Saudi-Arabien eine Mischung aus Mohammed und Wahhabit.
Dann müssen Länder wie der Jemen leiden, wenn sie die falsche 'Konfession' haben.

Israel schaukelt sich derweil durch die Weltgeschichte und hat für sich den Iran als Bösewicht ausgemacht. Und natürlich alle Länder, welche von diesem Staat 'gesponsert' werden. So gibt es seltsame Allianzen, durchmischt mit 'Fronten' wie Hisbollah, IS oder Al-Nusra.

Und da sich die USA (seit der Entdeckung von Öl dort) in diesem Gebiet einbringt, Russland als potenzieller Feind aufgebaut wurde (nach der Wiedervereinigung Deutschlands und des Zusammenbrechens des Warschauers Paktes, fehlte der Feind, welcher einen Kongress schon mal zur Bewilligung von höheren Militärausgaben nötigte) ist es unmöglich - für Deutschland - einen 'Schuldigen' auszumachen.

Zwar versuchen die Vertreter der Mächte in Deutschland (Atlantik-Brücke vs. Deutsch-Russisches-Forum) einen schwarzen Peter auszumachen, aber ob Parteiengerangel (Kapitalismus vs. Sozialismus) noch zeitnah ist, kann bezweifelt werden. Bezweifelt, da doch die Welt nicht mehr kommunistisch ist, wo man sich so richtig kuschelig einrichten konnte in seinen Sym- und Antipathien.

Assad fordert jetzt seine 'Leute' in Europa und anderswo auf, sich wieder um ihre Häuser in Syrien zu kümmern. Großes Geschrei, dachte man doch, mit dem kuscheligen Asylrecht, eine Einwanderung unterlaufen zu können. Gerichte werden zugemüllt mit Einspruchsverfahren. Nanu, sollte es gar nicht um eine Gefahr für Leib und Leben mehr gehen, sondern um die Alimentation eines ziemlich dummen Landes, welches in seiner Christlichkeit erstarrt ist?

War es nicht selbstverständlich für Deutschland, dass nach einer Zerstörung des Landes, alle Kräfte mobilisiert wurden, es wieder 'herzustellen'? Nur weil die deutsche Industrie momentan möglichst billiges Humankapital in Händen hat, bedeutet dies noch nicht, sie auch im Lande zu haben. In der übervollen Welt, wo man nur noch überleben kann, wenn man klüger, intelligenter und fleißiger ist als andere Länder (welche gleiches anstreben), leistet sich Deutschland den Luxus einer Alimentation ungebetener 'Gäste' und vergisst über all die Neubauten für diese 'Asylsuchenden', dass es ein Staatsvolk gibt, welches die Aufwendungen aufbringen muss. Natürlich kann man es 'schaffen', wenn man nur diesen Aspekt betrachtet und alles andere ausblendet. Ausblendet, dass die schimmernde Wehr nur bedingt verteidigungsfähig ist, und dass Deutschland große Gebiete hat, welche veröden. Dass Deutschland seine Klimaziele und Energieversorgung nur mit Mühe aufrechterhalten kann; es gibt sicherlich mehr, wo man sagen müsste : "wir schaffen das".

"Aber Deutschland profitiert von der Zuwanderung", hört man es raunen. WIe denn, wo denn, was denn? Wenn die arbeitslosen Kumpel an der Ruhr jetzt aufgefüllt sind mit arbeitslosen Kumpel aus der Türkei? Kann man dies Mehrwert nennen?

Nein, wir wenden lieber unsere ganze Energie und Fantasie für andere Länder auf, deren Probleme wir lösen möchten. 'Muss nur noch die Welt retten, dann bin ich bei dir...". Deutsche Romantik pur.

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