Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon DarkLightbringer » So 15. Apr 2018, 11:06

unity in diversity hat geschrieben:(15 Apr 2018, 11:58)

Das dauert nicht mehr lange.
Kein westlich orientierter Syrer kann bereit sein, ein Mullah-Regime auf seinem Territorium zu akzeptieren.

Glaubst du denn, die Hisbollah fragt danach, wer was will ?

Nicht mal der "säkulare" Assad fragt danach. Vor Jahren gab es mal Berichte darüber, wie Soldaten verlangt haben, Assad förmlich anzubeten. So ganz säkular im westlichen Sinne ist das auch nicht.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon DarkLightbringer » So 15. Apr 2018, 11:08

Arcturus hat geschrieben:(15 Apr 2018, 12:03)

Aha, wirklich eine spannende Aussage. Reicht schon, wenn den Ländern der Abenddämmerung einfällt, schon selber jeglichen Bockmist gebaut zu haben.

Wir haben stets kritische Oppositionen und noch kritischere Journalisten. Was bieten denn die Diener der Mullahs genau ?
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon Cobra9 » So 15. Apr 2018, 11:25

Spam entfernt !
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon zollagent » So 15. Apr 2018, 11:26

Arcturus hat geschrieben:(15 Apr 2018, 11:57)

Du lenkst die ganze Zeit ab. Wenn du mir hierzu nix fundiertes geben kannst, dann lass doch das Zitieren.

Willkürliche Folterungen gab es auch schon vorher, wie Amnesty berichtet. Das ist absolut zu verurteilen. In diesem speziellen Fall ging es aber um was anderes.

DarkLightbringer behauptete, dass es vor den Protesten schon zu (systematischen) Folterungen von Jugendlichen kam (Einzelfälle gibt es ja vermutlich fast überall) und das ist eine Äußerung, die nicht einfach unbehauptet stehen bleiben kann. Egal, was die Assad-Family für Dreck am stecken hat. Kannst du das also bitte differenzieren oder willst du mir weiterhin irgendeinen Mist vorwerfen?

Ich sehe da keinerlei Differenzierung. Folterung zur Durchsetzung eines Unrechtsregimes ist eines der K.O.Kriterien, die die Figuren, für die du hier Lanze um Lanze brichst, indiskutabel machen. Für die gibt es nur eine einzige Möglichkeit, sich noch mal für den politischen Diskurs hoffähig zu machen: Eine Aufarbeitung ihrer Taten und Methoden vor dem Gerichtshof in Den Haag. Punkt!
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon unity in diversity » So 15. Apr 2018, 11:27

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Apr 2018, 12:06)

Glaubst du denn, die Hisbollah fragt danach, wer was will ?

Nicht mal der "säkulare" Assad fragt danach. Vor Jahren gab es mal Berichte darüber, wie Soldaten verlangt haben, Assad förmlich anzubeten. So ganz säkular im westlichen Sinne ist das auch nicht.

nö, das ist Personenkult.
wenn die Soldaten es so wollen, müssen sie fallen.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon zollagent » So 15. Apr 2018, 11:27

Arcturus hat geschrieben:(15 Apr 2018, 12:02)

Weißt du was? Sagen wir mal, du hast Recht. Selbst das von dir hier dargestellte Muster des Whataboutism beinhaltet Kritik an Putin & Co. Es ist ja letztendlich die Einsicht von Verbrechen, die vorher genauso von jemand anderes begangen wurden. Ihr hingegen werft nur vor, ohne die Verbrechen der Vergangenheit zu verurteilen.
Ich frage mich, was schlimmer ist.

Ich muß nicht die Geschichte der Menscheit aufarbeiten, um einen aktuellen Rechtsbruch zu erkennen und zu verurteilen. Das ist nur Ablenkung und Schönrednerei. Die Menschheit sollte sich fortentwickeln und ihre Zukunft kann definitiv nicht in Gewaltherrschaft, Repression und Diktatur bestehen. Das sollte eigentlich nur noch Geschichte und kein aktuelles Problem mehr sein.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon DarkLightbringer » So 15. Apr 2018, 12:17

unity in diversity hat geschrieben:(15 Apr 2018, 12:27)

nö, das ist Personenkult.
wenn die Soldaten es so wollen, müssen sie fallen.

Im Personenkult werden oft Assad, Nasrallah und Khamenei nebeneinander gestellt. Wenn man so will, sind das die heiligen Drei der Schwarzröcke. Und mindestens einer von ihnen kommt einem Halbgott gleich.

Die Chemie stimmt - ob es nun nach Schwefel oder Chlor riecht.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon Selina » So 15. Apr 2018, 17:46

Das Beste und Klarste, was man meines Erachtens zum Thema in den letzten Stunden lesen konnte, ist dieses Interview mit Antje Vollmer:

Kurzes Zitat aus dem insgesamt sehr lesbaren Interview:

Antje Vollmer, ehemalige Vizepräsidentin des Bundestags, kritisiert die Angriffe auf Syrien scharf. Diese seien ein "eindeutiger Bruch des Völkerrechts" und ein "feindlicher Akt gegen den UN-Generalsekretär", sagt die Grünen-Politikerin im Interview mit n-tv.de. Sie fordert eine neue Russlandpolitik. Bereits am Donnerstag hatte sie in einer gemeinsamen Stellungnahme mit prominenten Altpolitikern von CDU, CSU, FDP und SPD - unter ihnen der ehemalige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz Horst Teltschik und der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber - vor den Gefahren eines dritten und letzten Weltkriegs gewarnt. Die Russlandpolitik des Westen müsse sich grundlegend ändern, so ihre Forderung.

https://www.n-tv.de/politik/Eindeutiger ... 84251.html
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon H2O » So 15. Apr 2018, 17:55

Selina hat geschrieben:(15 Apr 2018, 18:46)

Das Beste und Klarste, was man meines Erachtens zum Thema in den letzten Stunden lesen konnte, ist dieses Interview mit Antje Vollmer:

Kurzes Zitat aus dem insgesamt sehr lesbaren Interview:

Antje Vollmer, ehemalige Vizepräsidentin des Bundestags, kritisiert die Angriffe auf Syrien scharf. Diese seien ein "eindeutiger Bruch des Völkerrechts" und ein "feindlicher Akt gegen den UN-Generalsekretär", sagt die Grünen-Politikerin im Interview mit n-tv.de. Sie fordert eine neue Russlandpolitik. Bereits am Donnerstag hatte sie in einer gemeinsamen Stellungnahme mit prominenten Altpolitikern von CDU, CSU, FDP und SPD - unter ihnen der ehemalige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz Horst Teltschik und der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber - vor den Gefahren eines dritten und letzten Weltkriegs gewarnt. Die Russlandpolitik des Westen müsse sich grundlegend ändern, so ihre Forderung.

https://www.n-tv.de/politik/Eindeutiger ... 84251.html


Soll die neue Rußlandpolitik vorauseilenden Gehorsam bei künftigen Verletzungen geltenden Völkerrechts durch Rußland einschließen? So ein Schwachsinn! Ich bin überzeugt, daß Rußland verstanden hat, daß das Maß inzwischen voll ist und es besser von weiteren Übergriffen dieser Art absehen sollte.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon KarlRanseier » So 15. Apr 2018, 17:58

H2O hat geschrieben:(15 Apr 2018, 18:55)

Soll die neue Rußlandpolitik vorauseilenden Gehorsam bei künftigen Verletzungen geltenden Völkerrechts durch Rußland einschließen? So ein Schwachsinn! Ich bin überzeugt, daß Rußland verstanden hat, daß das Maß inzwischen voll ist und es besser von weiteren Übergriffen dieser Art absehen sollte.



Vor allem sollte eine neue Russlandpolitik selbst auf Verstöße gegen das Völkerrecht, insbesondere auf Angriffskriege und Terroranschläge, verzichten.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon DarkLightbringer » So 15. Apr 2018, 18:06

Selina hat geschrieben:(15 Apr 2018, 18:46)

Das Beste und Klarste, was man meines Erachtens zum Thema in den letzten Stunden lesen konnte, ist dieses Interview mit Antje Vollmer:

Kurzes Zitat aus dem insgesamt sehr lesbaren Interview:

Antje Vollmer, ehemalige Vizepräsidentin des Bundestags, kritisiert die Angriffe auf Syrien scharf. Diese seien ein "eindeutiger Bruch des Völkerrechts" und ein "feindlicher Akt gegen den UN-Generalsekretär", sagt die Grünen-Politikerin im Interview mit n-tv.de. Sie fordert eine neue Russlandpolitik. Bereits am Donnerstag hatte sie in einer gemeinsamen Stellungnahme mit prominenten Altpolitikern von CDU, CSU, FDP und SPD - unter ihnen der ehemalige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz Horst Teltschik und der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber - vor den Gefahren eines dritten und letzten Weltkriegs gewarnt. Die Russlandpolitik des Westen müsse sich grundlegend ändern, so ihre Forderung.

https://www.n-tv.de/politik/Eindeutiger ... 84251.html

Nun strebt ja Maas offenbar eine neue Ostpolitik an. Eine, die den Dialog am Ergebnis realistisch bewertet, eine, die Brandts Erbe nicht als bloße Berlin-Moskau-Achse missversteht und eine, die für mehr Klarheit plädiert.

In der Darstellung von Antja Vollmer und von einigen anderen ist eines besonders typisch - die sog. Zwischenländer kommen überhaupt nicht vor, ein Dialog über kleinere Länder, deren Sicherheit bedroht ist, wird nicht mal erwähnt.

Erfrischend anders gab sich da Marieluise Beck in einer Plenarrede vom Juni 2017 zum Thema der Östlichen Partnerschaft:

Der Historiker Timothy Snyder hat hier in Berlin in der vergangenen Woche eindrucksvoll auf die dunklen Seiten der deutsch-russischen Geschichte hingewiesen. Deutschland und Russland waren lange Zeit Hegemonialmächte in Europa, die ihre kolonialen Interessen innerhalb Europas verfolgt haben. Die Länder zwischen diesen beiden Imperien wurden dabei zum Opfer dieser imperialen Politik. Was bedeutet das, wenn wir in Deutschland über die Östliche Partnerschaft sprechen?

Erstens. Eine Achse Berlin-Moskau, mag sie noch so wohlmeinend sein, ist historisch unstatthaft und führt zu berechtigtem Unbehagen der Länder zwischen uns. Sie verletzt zudem die von uns reklamierten Werte der OSZE wie Selbstbestimmung, Souveränität und freie Bündniswahl.

Zweitens. Eine direkte Versorgungslinie zwischen Russland und Deutschland wie Nord Stream 2, die im Krisenfall die Zwischenländer umgehen könnte, ist mehr als ein harmloses wirtschaftliches Projekt. Es zeugt von unzureichender Auseinandersetzung mit der Geschichte,

(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)

den beunruhigten Blick der östlichen Nachbarn als Hysterie abzutun.

Drittens. Der Dialog mit Russland muss immer mit Blick auf diese sogenannten Zwischenländer geführt werden, die sich erst spät aus der Neokolonialumklammerung der Sowjetunion befreien konnten. Diese Länder bezahlten mit ihrer Freiheit für den Zweiten Weltkrieg, der von Deutschland zu verantworten ist.
https://marieluisebeck.de/artikel/28-06 ... tnerschaft

Das hört sich nach Verantwortungspolitik an, weniger nach Gefälligkeitspolitik zu jedem Preis.
Zuletzt geändert von DarkLightbringer am So 15. Apr 2018, 18:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon H2O » So 15. Apr 2018, 18:07

KarlRanseier hat geschrieben:(15 Apr 2018, 18:58)

Vor allem sollte eine neue Russlandpolitik selbst auf Verstöße gegen das Völkerrecht, insbesondere auf Angriffskriege und Terroranschläge, verzichten.


Ja, nur sehe ich diese Angriffskriege nicht, und auch keine Terroranschläge. Wohl aber den wiederholten Gasangriff in Syrien und auch einen verdeckten Gasangriff in London mit Null Bereitschaft Rußlands, an der Aufklärung mit zu wirken. Mal reicht's denn auch! Wenn das verstanden wurde, ist schon sehr viel gewonnen.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon DarkLightbringer » So 15. Apr 2018, 18:11

KarlRanseier hat geschrieben:(15 Apr 2018, 18:58)

Vor allem sollte eine neue Russlandpolitik selbst auf Verstöße gegen das Völkerrecht, insbesondere auf Angriffskriege und Terroranschläge, verzichten.

..und auf eine traditionelle Vernarrtheit in die Berlin-Moskau-Achse, die Osteuropa weder historisch noch sicherheitspolitisch gerecht werden kann.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon Selina » So 15. Apr 2018, 18:49

Immer mehr vernünftige Stimmen sind zu hören. So auch diese. Sehr gut.

Zitat:

Für den früheren Generalinspekteur der Bundeswehr, Kujat, waren die jüngsten Luftschläge der USA, Großbritanniens und Frankreichs in Syrien eine völkerrechtswidrige Aggression. Eine politische Lösung des Konflikts werde dadurch nicht leichter, sagte er MDR AKTUELL. Auch in Frankreich gibt es Kritik am Handeln der eigenen Regierung. Der Chef der Konservativen warf Präsident Macron "Straf-Schläge" ohne "Strategie" vor.

Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hat den westlichen Angriff auf Syrien als völkerrechtswidrige Aggression bezeichnet. Der General a.D. sagte am Sonntag MDR AKTUELL, ein souveräner Staat wie Syrien werde von außen angegriffen. Das erleichtere nicht gerade die Zusammenarbeit.

Laut Kujat ist durch die jüngsten Militärschläge des Westens eine politische Lösung im Syrien-Konflikt schwieriger geworden. Eine solche Lösung müsste nach Auffassung des früheren Luftwaffen-Generals so aussehen, dass zunächst die Terrorgruppen im Land bekämpft werden, damit sie nicht mehr in der Lage sind, tausende Syrer als Geiseln zu nehmen. Wenn dieses Ziel erreicht sei, müsse ein politischer Prozess in Gang gesetzt werden. Wie dieser aussehen könnte, habe Russlands Präsident Wladimir Putin zu Beginn der Syrien-Mission seines Landes 2015 erläutert: Kampfhandlungen beenden, Bildung einer Übergangsregierung und einer verfassungsgebenden Versammlung und dann freie Wahlen.

Das sei die Strategie Russlands, so Kujat. Ob die richtig oder falsch ist, sei erstmal dahingestellt. Aber eine westliche Strategie oder eine amerikanische Strategie gebe es nicht. Trotzdem lobte Kujat die jüngste französische Initiative im UN-Sicherheitsrat zur unabhängigen Untersuchung der Vorgänge in Duma. Dies könne im politischen Prozess aber nur ein Anfang sein.


https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ ... g-100.html
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon Quatschki » So 15. Apr 2018, 18:56

zollagent hat geschrieben:(15 Apr 2018, 11:05)

Anlagen zur Herstellung von Chemiewaffen sind für mehr Menschen gefährlich, wenn sie fortbestehen. Wenn man eine Gefährdung der Menschen hätte ausschließen wollen, hätte man sie besser erst gar nicht gebaut.

Wie ist das mit Anlagen zur Erforschung von Chemiewaffenabwehr und Gegenmitteln?
Sehen die nicht ganz genauso aus?
Und wieso, wo das doch Massenvernichtungswaffen sind, wurden bei den Vorfällen immer nur einige dutzend Zivilisten getötet?
Wenn irgendwo ein Quartier in Brand geschossen wird, dürften durch die entstehenden giftigen Rauchgase regelmäßig mehr Menschen umkommen, wenn sie zu lange im Keller ausharren oder der Fluchtweg versperrt ist!
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon H2O » So 15. Apr 2018, 19:15

Quatschki hat geschrieben:(15 Apr 2018, 19:56)

Wie ist das mit Anlagen zur Erforschung von Chemiewaffenabwehr und Gegenmitteln?
Sehen die nicht ganz genauso aus?
Und wieso, wo das doch Massenvernichtungswaffen sind, wurden bei den Vorfällen immer nur einige dutzend Zivilisten getötet?
Wenn irgendwo ein Quartier in Brand geschossen wird, dürften durch die entstehenden giftigen Rauchgase regelmäßig mehr Menschen umkommen, wenn sie zu lange im Keller ausharren oder der Fluchtweg versperrt ist!


So gesehen handelt es sich bei chemischen Kampfstoffen nur um harmlose Reizgase, gegen die vor zu gehen eigentlich mit Kanonen auf Spatzen zu schießen bedeutet... oder so ähnlich. Ich glaube, mein Schwein pfeift... da muß ich jetzt doch 'mal nachsehen.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 15. Apr 2018, 19:18

Quatschki hat geschrieben:(15 Apr 2018, 19:56)

Wie ist das mit Anlagen zur Erforschung von Chemiewaffenabwehr und Gegenmitteln?
Sehen die nicht ganz genauso aus?
Und wieso, wo das doch Massenvernichtungswaffen sind, wurden bei den Vorfällen immer nur einige dutzend Zivilisten getötet?
Wenn irgendwo ein Quartier in Brand geschossen wird, dürften durch die entstehenden giftigen Rauchgase regelmäßig mehr Menschen umkommen, wenn sie zu lange im Keller ausharren oder der Fluchtweg versperrt ist!

Das kennt man aus dem Irakkrieg. Da haben sie mal eine Fabrik für Acetylsalicylsäure hochgejagt, weil das angeblich ein Kampfstoff sei. Laut Aufklärung.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon zollagent » So 15. Apr 2018, 19:44

KarlRanseier hat geschrieben:(15 Apr 2018, 18:58)

Vor allem sollte eine neue Russlandpolitik selbst auf Verstöße gegen das Völkerrecht, insbesondere auf Angriffskriege und Terroranschläge, verzichten.

Ob Russland das auch weiß, und, darüber hinaus, es seinen Verbündeten auch klar macht?
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon zollagent » So 15. Apr 2018, 19:47

Quatschki hat geschrieben:(15 Apr 2018, 19:56)

Wie ist das mit Anlagen zur Erforschung von Chemiewaffenabwehr und Gegenmitteln?
Sehen die nicht ganz genauso aus?
Und wieso, wo das doch Massenvernichtungswaffen sind, wurden bei den Vorfällen immer nur einige dutzend Zivilisten getötet?
Wenn irgendwo ein Quartier in Brand geschossen wird, dürften durch die entstehenden giftigen Rauchgase regelmäßig mehr Menschen umkommen, wenn sie zu lange im Keller ausharren oder der Fluchtweg versperrt ist!

HIER handelt es sich um Anlagen zur Herstellung solcher Mittel. Anlagen für Forschung und Herstellung von Gegenmitteln können um mehrere Dimensionen kleiner sein. Es bleibt dabei, wenn die Bevölkerung nicht gefährdet werden sollte, hätte man solche Anlagen erst gar nicht gebaut. Das "...aber die Anderen..." zieht hier nicht.
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Re: Westmächte greifen Chemiewaffen-Ziele in Syrien an

Beitragvon zollagent » So 15. Apr 2018, 19:49

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(15 Apr 2018, 20:18)

Das kennt man aus dem Irakkrieg. Da haben sie mal eine Fabrik für Acetylsalicylsäure hochgejagt, weil das angeblich ein Kampfstoff sei. Laut Aufklärung.

...und das muß jetzt in Syrien ganz genau so sein, weil man ja niemals nicht Chemiewaffen hergestellt hat. Die Schönrednerei von Diktaturen wird langsam zur Manie. Die Verbindung zur Zivilisation scheint mehr und mehr abzureißen.
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