Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

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Welfenprinz
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Welfenprinz » Mo 12. Jun 2017, 08:11

Wenn auf eins Verlass ist,dann auf die Uneinigkeit der Araber. Meine persönliche Einschätzung der letzten Jahrzehnte. Wenn Saudi-Arabien etwas freisetzen möchte,dann sollten sie die Gelder nicht der amerikanischen rüstungsindustrie hinterherwerfen sondern Teheran als Reparationszahlung für den Überfall in Golfkrieg I anbieten. Wäre wohl existenzsichernder.


Vielleicht beurteile ich Teheran zu positiv(bezüglich des Realismus),kann sein.
Ich hab mir in den letzten 10 Jahren angewöhnt das Gegenteil von dem anzunehmen,was in unseren Medien über Teheran geschrieben wird. Die Steinzeit(mullahs) sitzen in Riad,die modernste Gesellschaft nach Israel in der Region ist der Iran. Sie gefallen uns bloss nicht. -:))
Und am machbaren orientiert haben sie die letzten 40 Jahre Schritt um Schritt gemacht.
Mal sehen ob es in Zukunft so bleibt.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
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Kardux
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Kardux » Mo 12. Jun 2017, 20:16

Welfenprinz hat geschrieben:(12 Jun 2017, 09:11)

Wenn auf eins Verlass ist,dann auf die Uneinigkeit der Araber. Meine persönliche Einschätzung der letzten Jahrzehnte. Wenn Saudi-Arabien etwas freisetzen möchte,dann sollten sie die Gelder nicht der amerikanischen rüstungsindustrie hinterherwerfen sondern Teheran als Reparationszahlung für den Überfall in Golfkrieg I anbieten. Wäre wohl existenzsichernder.


Vielleicht beurteile ich Teheran zu positiv(bezüglich des Realismus),kann sein.
Ich hab mir in den letzten 10 Jahren angewöhnt das Gegenteil von dem anzunehmen,was in unseren Medien über Teheran geschrieben wird. Die Steinzeit(mullahs) sitzen in Riad,die modernste Gesellschaft nach Israel in der Region ist der Iran. Sie gefallen uns bloss nicht. -:))
Und am machbaren orientiert haben sie die letzten 40 Jahre Schritt um Schritt gemacht.
Mal sehen ob es in Zukunft so bleibt.


Ja, dass Sie den Iran zu positiv beurteilen ist mir schon aufgefallen. Liegt es vielleicht noch daran, dass Sie den Iran zu sehr mit der Pahlavi-Dynastie assoziieren? Das die Schalthebel in Riad extrem reaktionär sind und viele Gemeinsamkeiten mit dem IS aufweisen ist wohl keine Diskussion wert - das ist nunmal die Realität. Aber ein Land, dass in Stadtzentren vor den Augen der Massen, Menschen auf Baukränen hängen lässt, ist glaub ich nach gar keiner Definition modern oder auch nur im Ansatz fortgeschritten. Ja, das ist der Iran. Und bezüglich der westlichen Medien muss ich schlichtweg sagen, dass der Iran verhältnismäßig "gut" wegkommt. Die Dutzenden Menschen die jeden Monat im Iran öffentlich hingerichtet werden schaffen es nunmal nicht auf Titelseiten. Wenn in der Türkei wieder 100 Menschen vom Dienst entlassen werden oder ein Journalist festgenommen wird schlägt das größere Wellen. Womit ich natürlich nicht behaupten möchte, dass dies nicht schlimm sei. Die Relation passt halt nicht.

Es bedarf auch keiner westlichen Propaganda um über Missstände im Iran zu sprechen. Das Land hat großen Einfluss im Nahen Osten, baut sein Militär immer weiter aus, hat sich mittlerweile wirtschaftlich unabhängiger gemacht als unter der Shah-Monarchie. Ja, das gewiss. Aber der Iran ist weiterhin eine Autokratie welche die Rechte der Frauen (wenn auch nicht wie in Saudi Arabien) untergräbt. Homosexuelle werden im Iran gnadenlos verfolgt und hingerichtet. Die allgegenwärtige Korruption, die vielen Auslandseinsätze und die Milizen außerhalb des Irans verschlingen viel Geld und Kraft. Hinzu kommt das der Iran als Polizeistaat viel Geld für die "innere Sicherheit" (=Machterhalt der Mullahs) ausgeben muss. Kritischer Journalismus (mal abgesehen vom mutigen Widerstand in den sozialen Medien) existiert im Iran nicht, genausowenig wie eine pluralistische Parteienlandschaft.

Ja, und was soll man zur iranischen Gesellschaft sagen? Es ist eine gefangene Gesellschaft. Gefangen in einer Theokratie die den Menschen ihr ganzes Leben vorschreiben will und das Land wirtschaftlich aufsaugt. Da ist es auch kaum verwunderlich, dass der Iran im weltweiten Vergleich zu den Ländern zählt welche die meisten Drogensüchtige aufweist. Aber die Armut führt auch dazu, dass viele Iraner gezwungen sind sich als billige Arbeitskräfte in den benachbarten Staaten ausbeuten zu lassen. Ja, die Armut zwingt auch sehr viele iranische Frauen in die Prostitution. Ich könnte noch weiter fortfahren, aber belasse es dabei.

Das die Mehrheitsgesellschaft im Iran in seinen eigenen vier Wänden mehr oder weniger modern ist, will ich gar nicht abstreiten. Aber in einem streng autokratisch geführten Staat wie dem Iran kann man nunmal die reaktionäre politische Elite und seine Handlanger nicht ausblenden, die wie ein Klotz am Bein des Irans hängen. Und irgendwo haben fast 40 Jahre Theokratie auch Spuren hinterlassen. Also mit Israel würde ich den Iran samt seiner abgestumpften Gesellschaft nicht in einem Atemzug erwähnen, wenn es darum geht eine moderne Gesellschaft zu beschreiben. Denn bei aller Liebe zur iranischen Gesellschaft, die Mullahs haben die sich selber ins Haus geholt...
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Welfenprinz » Di 13. Jun 2017, 07:09

Wir sind reichlich offtopic. ;) über den Iran müssen wir an anderer Stelle weiter reden.
Nicht modern sondern moderner (als die meisten anderen Staaten der Region). Die Baukräne sind mir bewusst,es gibt aber auch Daten wie die Geburtenrate oder die Bildung.
Und der Realismus bezieht sich auf Aussen- und Machtpolitik. Schritt für Schritt vom Paria der Weltgeschichte zum Akteur,an dem niemand vorbei kommt. Gefällt uns nicht,aber die Jungs sind “gut“ in dem was sie tun.

Gut,....jetzt wieder die Brücke zum kurdischen Referendum schlagen. ;)
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Moses » Di 13. Jun 2017, 07:35

Welfenprinz hat geschrieben:(13 Jun 2017, 08:09)

Wir sind reichlich offtopic. ;) über den Iran müssen wir an anderer Stelle weiter reden.
Nicht modern sondern moderner (als die meisten anderen Staaten der Region). Die Baukräne sind mir bewusst,es gibt aber auch Daten wie die Geburtenrate oder die Bildung.
Und der Realismus bezieht sich auf Aussen- und Machtpolitik. Schritt für Schritt vom Paria der Weltgeschichte zum Akteur,an dem niemand vorbei kommt. Gefällt uns nicht,aber die Jungs sind “gut“ in dem was sie tun.

Gut,....jetzt wieder die Brücke zum kurdischen Referendum schlagen. ;)

Das kann ich nur unterstreichen!
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon garfield336 » Mi 14. Jun 2017, 14:18

Müsste man nicht zuerst eine Verfassungsgebene Versammlung einberufen ?

Oder will Barzani den Staat dikstorisch weiter führen. :/
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Kardux » Mo 26. Jun 2017, 18:10

garfield336 hat geschrieben:(14 Jun 2017, 15:18)

Müsste man nicht zuerst eine Verfassungsgebene Versammlung einberufen ?

Oder will Barzani den Staat dikstorisch weiter führen. :/


Es herrscht weiter Willkür. Natürlich erfolgt solch ein Prozess vom Anfang bis zum Ende für gewöhnlich über das Parlament. Aber was ist derzeit im Nahen Osten schon gewöhnlich?
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Kardux » Do 14. Sep 2017, 08:07

Neuigkeiten zum Referendum:

- Offiziell gibt es weder regional noch international weiterin keine Unterstützung für das Referendum bzw. eine Unabhängigkeit. Einzig und allein, Israel, unterstützt das Vorhaben. Erst letzte Woche reiste der Generalsekretär der Arabischen Liga nach Erbil um die Kurden umzustimmen - erfolglos natürlich.

- Diesen Freitag soll das Regionalparlament in Erbil nach knapp 2 Jahren reaktiviert werden - im Vorfeld dazu erklärte das irakische Parlament das Referendum für null und nichtig.

- Die irakisch-schiitische Armee samt schiitischer Milizen plant indes die Rückeroberung von Hawija, welches im Umland der erdölreichen Stadt Kerkûk liegt. Der Zeitpunkt scheint durchdacht zu sein. Die Operation wurde sehr oft verschoben. Jetzt kurz vor dem Referendum soll Hawija befreit werden - welch Zufall. Die Kurden gehen davon aus, dass schiitische Milizen nach der Eroberung von Hawija einen Anlauf auf Kerkûk unternehmen könnten. Zehntausende kurdische Kämpfer wurden bereits nach Kerkûk entsandt. Es könnte vielleicht zum Clash zwischen Kurden und Schiiten kommen.

Das Hauptargument der Gegner des Referendums ist der Zeitpunkt, welcher angeblich nicht richtig wäre. Aber wann bitteschön, wäre aus Sicht Tehrans, Ankaras, Baghdads, oder Damaskus' der richtige Zeitpunkt? Die Antwort liegt auf der Hand.

Es ist noch nicht ganz klar welcher Spielchen gespielt werden und ob das Referendum wirklich greifen wird, aber ganz allgemein ist das Selbstbestimmungsrecht der Kurden und jedes Volkes auf der Welt keine Diskussion wert...
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 15. Sep 2017, 21:56

Irak: Kurden-Parlament billigt Referendum am 25. September

Zentralregierung in Bagdad, Türkei, Iran, Deutschland und USA gegen umstrittene Volksabstimmung

derstandard.at/2000064147231/Irak-Kurden-Praesident-Barzani-schliesst-Verschiebung-von-Referendum-aus


Da darf man gespannt sein.
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Quatschki » Fr 15. Sep 2017, 22:38

Tja. Auch die Kurden wollen ihren Nationalstaat. Keinen Bock auf Multikulti (fast) überall auf der Welt.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Kardux » Sa 16. Sep 2017, 21:08

Quatschki hat geschrieben:(15 Sep 2017, 23:38)

Tja. Auch die Kurden wollen ihren Nationalstaat. Keinen Bock auf Multikulti (fast) überall auf der Welt.


Man ist nicht gegen Multikulti, sondern für die Selbstbestimmung. Weshalb sollten die Kurden darauf kein Anrecht haben?
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Pro&Contra » Sa 16. Sep 2017, 21:28

Kurden haben darauf ein Anrecht. Die deutsche Regierung will dieses Recht nicht anerkennen. Warum wohl? Ist natürlich wieder kuschen vor der Türkei.
Wenn ich nicht antworte, dann habe ich entweder keine Lust oder deine Argumente sind Unsinn.
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Jekyll » Sa 16. Sep 2017, 21:36

Noch interessanter wäre es, wenn auch andere Minderheiten - dem kurdischen Beispiel folgend - nach Unabhängigkeit streben. Kurden sind zwar die größte, aber nicht die einzige Minderheit dort.
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 16. Sep 2017, 21:37

Die Epoche des allmählichen Zerfalls diverser Staaten in vielen Regionen dieser Welt hat erst begonnen.
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Jekyll » Sa 16. Sep 2017, 21:44

Kardux hat geschrieben:(16 Sep 2017, 22:08)

Man ist nicht gegen Multikulti, sondern für die Selbstbestimmung. Weshalb sollten die Kurden darauf kein Anrecht haben?
Natürlich haben sie das. Genauso wie alle anderen Minderheiten in der Gegend auch. Die kurdische Region ist nicht ausschließlich von Kurden besiedelt, oder? Die werden möglicherweise auch nach Unabhängigkeit greifen, womöglich sogar innerhalb eines (neu gegründeten) kurdischen Staates. Wer könnte es ihnen verdenken?
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Jekyll » Sa 16. Sep 2017, 21:48

Pro&Contra hat geschrieben:(16 Sep 2017, 22:28)

Kurden haben darauf ein Anrecht. Die deutsche Regierung will dieses Recht nicht anerkennen. Warum wohl? Ist natürlich wieder kuschen vor der Türkei.
Ich denke, die machen sich eher über Flüchtlingsfluten sorgen, die die westlichen Staaten erneut und verstärkt heimsuchen würden, wenn diese Gegend durch kurdische Alleingänge noch mehr destabilisert würde.
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Quatschki » Sa 16. Sep 2017, 21:54

Kardux hat geschrieben:(16 Sep 2017, 22:08)

Man ist nicht gegen Multikulti, sondern für die Selbstbestimmung. Weshalb sollten die Kurden darauf kein Anrecht haben?

Weil sie Teil eines größeren Gemeinwesens sind, in das sie sich zu integrieren haben.
Wo soll denn die Grenze verlaufen und was soll mit den Menschen geschehen, die da seit Generationen leben, aber keine Bürger eines kurdischen Staates werden wollen?
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Pro&Contra » Sa 16. Sep 2017, 21:57

Jekyll hat geschrieben:(16 Sep 2017, 22:48)

Ich denke, die machen sich eher über Flüchtlingsfluten sorgen, die die westlichen Staaten erneut und verstärkt heimsuchen würden, wenn diese Gegend durch kurdische Alleingänge noch mehr destabilisert würde.


Bisher waren die Kurden nicht für die Destabilisierungen verantwortlich. Warum sollten sie es in Zukunft sein?
Wenn ich nicht antworte, dann habe ich entweder keine Lust oder deine Argumente sind Unsinn.
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Platon » Sa 16. Sep 2017, 22:04

Ich seh nach wie vor nicht, wer da groß gegen die Kurden vorgehen soll. Offenbar finden es alle nicht so gut, was die Kurden unter Barzani machen aber letztendlich gibt es nicht viel was man dagegen unternehmen kann, da der Schritt nur offiziell macht was ohnehin schon länger Realität ist.
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 16. Sep 2017, 22:05

Jekyll hat geschrieben:(16 Sep 2017, 22:44)

Natürlich haben sie das. Genauso wie alle anderen Minderheiten in der Gegend auch. Die kurdische Region ist nicht ausschließlich von Kurden besiedelt, oder? Die werden möglicherweise auch nach Unabhängigkeit greifen, womöglich sogar innerhalb eines (neu gegründeten) kurdischen Staates. Wer könnte es ihnen verdenken?
p


Die Kurden wurden ja von den Siegermächten des 1. Weltkrieges betrogen , schon damals hatte man.ihnen einen eigenen Staat versprochen, nach dem Krieg und geopolitischen Neuordnung des Kontinents
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Re: Nächster absehbarer Bürgerkrieg, Iraks Kurden kündigen Unabhängigkeitsreferendum an

Beitragvon Jekyll » Sa 16. Sep 2017, 22:06

Pro&Contra hat geschrieben:(16 Sep 2017, 22:57)

Bisher waren die Kurden nicht für die Destabilisierungen verantwortlich. Warum sollten sie es in Zukunft sein?
Wenn es zu einem Krieg mit dem Rest-Irak kommt, werden sie es sein.

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