Neuordnung Syriens als Friedensweg

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Katenberg
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Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon Katenberg » Sa 10. Sep 2016, 15:17

Eine langfristige Lösung des Konflikts in Syrien ist nicht in Sicht, machen wir uns da nichts vor. Nimmt man allerdings die Erschaffung der Kunststaaten auf dem Reisbrett als Ursache, ließe sich daraus ein Friedensweg kristallisieren, wie er ähnlich nach dem WK2 in Europa gefällt wurde: Die wirkliche ethnische & kulturelle Grenzziehung:
Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich nicht die EU für den Garant des Friedens nach dem letzten großen Krieg halte, sondern eben (unter Anderem) diese Neuordnung, auch wenn sie durch den Preis von Flucht und Vertreibung erwirkt wurde. Die Gebiete, die dies nicht betraf, derartige Grenzen nicht aufweisen (Jugoslawien) waren und sind die resultierenden Krisengebiete Europas.

Nimmt man einmal das Dogma weg, dass "Staaten" wie Somalia, Libyen, Syrien, etc, welche lediglich Striche auf der Landkarte sind, in Zukunft existieren sollen, ließen sich so tatsächliche neue Staaten bilden und damit wohl ein sicheres Konstrukt einer Zukunft im Nahen Osten zeichnen. Dabei könnten verschiedene Konflikte auf diese Weise gelöst werden, denn auch für ein sogenanntes "Palästina" wäre demnach Platz unter den neuen Staaten.

Die weitere Problematik ist dabei, dass es sich tatsächlich um eine übergeordnete Verhandlung über Grenzen und Gebiete handeln muss, da mit Wasserversorgung udn Staudämmen ganz und gar lebenswichtige Faktoren hinzukommen, Wasser eine grundsätzliche Verhandlungsressource ist.
Meines Erachtens nach wird so eine Lösung kommen. Entweder nach alten Muster "Blut und Eisen" oder eben durch Verhandlung und Verträge. Es ist eine Möglichkeit zur Friedensschaffung, entweder haben wir Mut, diese, auch mit ihren Konsequenzen zu tragen, oder wir werden weiter Flucht und Terror ernten.
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon Powerwolf » Sa 10. Sep 2016, 15:20

Sähe eine solche Lösung auch einen Staat Kurdistan vor?
Katenberg
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon Katenberg » Sa 10. Sep 2016, 15:24

Powerwolf hat geschrieben:(10 Sep 2016, 16:20)

Sähe eine solche Lösung auch einen Staat Kurdistan vor?


Meiner Meinung nach ja, zumal es e facto bereits einen Kurdenstaat auf syrischem Boden gibt, wenn auch unter Feuer der Türkei.
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon Wasteland » Sa 10. Sep 2016, 15:30

Kein Staat würde das akzeptieren. In Afrika würden dann auch nicht gerade wenige Krisenherde entstehen.
Obwohl ich dir grundsätzlich zustimme, das ist die einzige Aussicht auf Frieden.
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon Liegestuhl » Sa 10. Sep 2016, 15:31

Katenberg hat geschrieben:(10 Sep 2016, 16:17)
Nimmt man einmal das Dogma weg, dass "Staaten" wie Somalia, Libyen, Syrien, etc, welche lediglich Striche auf der Landkarte sind, in Zukunft existieren sollen, ließen sich so tatsächliche neue Staaten bilden und damit wohl ein sicheres Konstrukt einer Zukunft im Nahen Osten zeichnen. Dabei könnten verschiedene Konflikte auf diese Weise gelöst werden, denn auch für ein sogenanntes "Palästina" wäre demnach Platz unter den neuen Staaten.


Sehe ich auch so. Und diese Logik würde auch gegen eine Einstaatenlösung im Nahostkonflikt sprechen. Die Muslime in dieser Region verstehen sich schon untereinander nicht. Warum es ausgerechnet mit einem Volk klappen soll, dass sie abgrundtief hassen und einer anderen Religion angehört, ist doch höchst unwahrscheinlich.
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon Platon » Sa 10. Sep 2016, 15:34

Wer bestimmt denn wo diese Grenzen verlaufen?
Die Idee ist so nicht sinnvoll, weil die Loyalitäten in Syrien nicht allein entlang religiöser und ethnischer Linien verlaufen, sondern es gerade auf lokaler Ebene viel komplexer ist.
Dazu leben in vielen Regionen gemischte Bevölkerungen und es gibt zahlreiche Enklaven. Es ist immer die Frage wie überlebensfähig auf Dauer solche Enklaven sind...
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon Katenberg » Sa 10. Sep 2016, 15:39

Platon hat geschrieben:(10 Sep 2016, 16:34)

Wer bestimmt denn wo diese Grenzen verlaufen?
Die Idee ist so nicht sinnvoll, weil die Loyalitäten in Syrien nicht allein entlang religiöser und ethnischer Linien verlaufen, sondern es gerade auf lokaler Ebene viel komplexer ist.
Dazu leben in vielen Regionen gemischte Bevölkerungen und es gibt zahlreiche Enklaven. Es ist immer die Frage wie überlebensfähig auf Dauer solche Enklaven sind...


Der europäische Weg gemessen an der Nachkriegszeit wäre eben die Abschaffung derartiger Enklaven, also die Schaffung wirklicher Grenzen. Wie ich sagte, der Preis wäre hoch, aber wohl eine Lösung.
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon Liegestuhl » Sa 10. Sep 2016, 15:40

Platon hat geschrieben:(10 Sep 2016, 16:34)

Wer bestimmt denn wo diese Grenzen verlaufen?


Die Politiker
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon Wasteland » Sa 10. Sep 2016, 16:00

Katenberg hat geschrieben:(10 Sep 2016, 16:39)

Der europäische Weg gemessen an der Nachkriegszeit wäre eben die Abschaffung derartiger Enklaven, also die Schaffung wirklicher Grenzen. Wie ich sagte, der Preis wäre hoch, aber wohl eine Lösung.


Aber Europa hat diesen Weg auch durch Kriege beschritten. Bis 1945 gab es vermutlich kein Jahrzehnt, in dem in Europa kein Krieg herrschte.
Da Europa einen gewissen Standortvorteil hat gegenüber anderen Regionen der Welt, ging diese Entwicklung bei uns eben früher los.
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon Teeernte » Sa 10. Sep 2016, 21:56

...wer dort ordentlich bombardiert bekommt das Gebiet zur Befriedung....

unter Kriegsrecht ist schnell gewählt - .....einer - der Ruhe garantiert...

In Libyen währ das Gaddafi - nur der ist tot. - da waren die Franzosen dran - für das Land "haften" also die Franzmänner und Damen.
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon DK2008 » So 11. Sep 2016, 20:48

Ethnische/Religiöse Aspekte spielen sicherlich bei vielen Konflikten eine Rolle, sind aber meist nicht die eigentliche Ursache. Auch der syrische Bürgerkrieg ist nicht aufgrund der Feindschaft verschiedener Ethnien oder Streit in religiösen Fragen ausgebrochen, sondern als Resultat des repressiven und korrupten Staatsapparats verbunden mit dem wirtschaftlichen Niedergang in den Jahren vor dem Bürgerkrieg (hohe Inflation, 50% Jugendarbeitslosigkeit, …). Bei den Massen-Demonstrationen zu Beginn des Bürgerkriegs ging es nicht um Konfessionen oder Ethnien, sondern einzig und allein darum die Assad-Regierung zu stürzen. Auch wenn sich im Verlauf des Krieges eine gewisse Aufspaltung nach Ethnien herausgebildet hat, verläuft der Konflikt nach wie vor nicht streng entlang ethnischer Grenzen. Mittlerweile ist der syrische Bürgerkrieg in wesentlichen Teilen sowieso ein Stellvertreterkrieg fremder Mächte, die um Einfluss in der Region wetteifern…

Eine Aufspaltung Syriens in viele kleine ethnisch-homogene Einheiten ist davon abgesehen sowieso hochgradig impraktikabel, da die verschiedenen Gruppen nunmal nicht geographisch getrennt sind. Und großangelegte Vertreibungen als Weg zum Frieden zu bewerben erscheint – gelinde gesagt –etwas merkwürdig. Bürgerkriege kommen auch in ethnisch-homogenen Staaten vor und das Beispiel Israel zeigt, dass auch eine räumliche Trennung keineswegs zu friedlicher Koexistenz führt.
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon bobone » Mi 21. Sep 2016, 13:26

Die UN hat doch dafür schon alles klar festgelegt.
Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist ziemlich deutlich.
Nur wird das von den mächtigen akteuren für manche völker bewilligt, für andere wiederum nicht......
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HugoBettauer
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon HugoBettauer » Mo 26. Sep 2016, 11:16

Katenberg hat geschrieben:(10 Sep 2016, 16:17)

Eine langfristige Lösung des Konflikts in Syrien ist nicht in Sicht, machen wir uns da nichts vor. Nimmt man allerdings die Erschaffung der Kunststaaten auf dem Reisbrett als Ursache, ließe sich daraus ein Friedensweg kristallisieren, wie er ähnlich nach dem WK2 in Europa gefällt wurde: Die wirkliche ethnische & kulturelle Grenzziehung:
Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich nicht die EU für den Garant des Friedens nach dem letzten großen Krieg halte, sondern eben (unter Anderem) diese Neuordnung, auch wenn sie durch den Preis von Flucht und Vertreibung erwirkt wurde. Die Gebiete, die dies nicht betraf, derartige Grenzen nicht aufweisen (Jugoslawien) waren und sind die resultierenden Krisengebiete Europas.


Weder Nordirland oder das Baskenland noch Russland sind heute "Krisengebiete Europas" - auch wenn es friedliche und gewaltsame Unabhängigkeitsbestrebungen gibt. Du möchtest also Länder wie Indien, Libyen, Georgien, Libanon, Italien, Syrien oder die Türkei gegen ihren Willen zerschlagen und die zahlreichen Minderheiten (wobei Mehrheit und Minderheit in manchen Fällen eine Frage des gerrymandering wird) großflächig umziehen. Davon halte ich nichts. Du beginnst mit Staatsgrenzen, dann machst du mal eben Milliarden Menschen zu einer verschiebbaren Masse. Auch die Folgen dieser Regelung sind nicht klar. Soll die Reisefreiheit danach eingeschränkt werden? Wie willst du verhindern, dass tausende Menschen einfach wieder heim gehen? Wie willst du mit Menschen gemischter Abstammung oder mit Familien verfahren?

Es ist aussichtsreicher, die IS- und FSA-Terroristen militärisch zu erledigen und den gemäßigten Teilen eine demokratische Mitwirkungsperspektive offenzulassen. Eine Ordnung, die nur unter Segregation Bestand haben kann, ist nicht zukunftstauglich.
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon Kardux » Mo 26. Sep 2016, 17:20

HugoBettauer hat geschrieben:Es ist aussichtsreicher, die IS- und FSA-Terroristen militärisch zu erledigen und den gemäßigten Teilen eine demokratische Mitwirkungsperspektive offenzulassen. Eine Ordnung, die nur unter Segregation Bestand haben kann, ist nicht zukunftstauglich.


Aha man soll die FSA- Terroristen erledigen damit Assad dann wieder das gesamte Land kontrolliert. Sehr aussichtsreich muss man sagen. Ganz ehrlich, ich habe noch keinen vernünftigen Beitrag von Ihnen gelesen, zumindest nicht in diesem Subforum.

Eine Neuordnung des Nahen Ostens ist unumgänglich, sofern man an einen Frieden interessiert ist. Es müssen ethnisch bzw. religiös homogene Staaten aufgebaut werden. Am besten müssten die Menschen vorort über ihr Schicksal abstimmen. Die Vereinten Nationen könnten in einem groß angelegten Projekt Abstimmungen organisieren und auswerten. Grenzen die nach dem Geschmack Washingtons oder Moskaus gezogen werden führen zu Nichts, so viel steht fest. Das wäre nur Sykes-Picot 2.0
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon SirToby » Mo 26. Sep 2016, 19:49

Beschreiben Sie doch bitte mal in ihren Worten, wie Sie sich eine Grenzziehung ungefähr vorstellen würden.
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon unity in diversity » Di 27. Sep 2016, 03:36

Solange sich die Beteiligten:
Iran, Assad, Russland/Saudi-Arabien, USA,... nicht von ihrem Lagerdenken lösen können, gibt es keinen Friedensweg, weil immer der IS ua. Extremisten gewinnen.
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon HugoBettauer » Di 27. Sep 2016, 07:49

Kardux hat geschrieben:(26 Sep 2016, 18:20)
Es müssen ethnisch bzw. religiös homogene Staaten aufgebaut werden.

Bevor hier wieder großräumige Vertreibungen angedacht werden, sollte man zur Besinnung kommen. Im 21. Jahrhundert ist die Vorstellung eines "religiös homogenen" Staates schon deshalb absurd, weil Personen ihre Religion jederzeit ändern können. Du müsstest Familien zerreißen und vollkommen neue Staaten und Staatsvölker schaffen, deren weiterer Bestand überhaupt nicht gesichert ist. Das wird nicht kommen.
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon Kardux » Do 29. Sep 2016, 19:48

SirToby hat geschrieben:(26 Sep 2016, 20:49)

Beschreiben Sie doch bitte mal in ihren Worten, wie Sie sich eine Grenzziehung ungefähr vorstellen würden.


Ich bin dafür das man die Menschen abstimmen lässt. Was schon keiner Diskussion bedarf ist die Tatsache das Sunniten und Schiiten nicht in einem Staat zusammen leben können, das gilt nicht nur für Syrien und den Irak, sondern den gesamten Nahen Osten. Das größte Problem hierbei wären aber große Metropolen wie Baghdad oder Damaskus aber auch die erdölreichen Ostgebiete Saudi Arabiens die mehrheitlich von Schiiten besiedelt werden. Ich würde auch eine Eigenständigkeit für kleinere Völker wie die Drusen oder orientalischen Christen vorsehen, zumindest da wo man auch eine ordentliche Mehrheit aufweist. Bei den Christen könnte man das im Libanon gewiss durchziehen vielleicht auch noch in der Niniveh- Ebene. Man sollte einfach ein mögliches Konfliktpotential vermeiden, also möglichst homogene Staaten aufbauen wie das auch in Europa der Fall ist.

Syrien würde ich in vier oder fünf Staaten aufteilen, dabei ist aber zu beachten das die sunnitischen Araber in Syrien und im Irak sich vereinen könnten. Das müssten dann die Menschen vorort abstimmen. Vielleicht könnten sich dann die Vereinten Nationen zum ersten mal in ihrer Geschichte als nützlich erweisen.

Hört sich natürlich alles sehr leicht an, ist es aber gewiss nicht! Den Eindruck möchte ich nicht erwecken. Aber die Welt muss dem unsinnigen Sykes-Picot-Abkommen ein Ende bereiten. Wie bisher geht es nicht.
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon Teeernte » Do 29. Sep 2016, 19:58

SirToby hat geschrieben:(26 Sep 2016, 20:49)

Beschreiben Sie doch bitte mal in ihren Worten, wie Sie sich eine Grenzziehung ungefähr vorstellen würden.



Einfach.... wer die Lufthoheit hat - darf unten Zaun ziehen... :D
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Re: Neuordnung Syriens als Friedensweg

Beitragvon SirToby » Do 29. Sep 2016, 20:10

Kardux hat geschrieben:(29 Sep 2016, 20:48)

Ich bin dafür das man die Menschen abstimmen lässt. Was schon keiner Diskussion bedarf ist die Tatsache das Sunniten und Schiiten nicht in einem Staat zusammen leben können, das gilt nicht nur für Syrien und den Irak, sondern den gesamten Nahen Osten. Das größte Problem hierbei wären aber große Metropolen wie Baghdad oder Damaskus aber auch die erdölreichen Ostgebiete Saudi Arabiens die mehrheitlich von Schiiten besiedelt werden. Ich würde auch eine Eigenständigkeit für kleinere Völker wie die Drusen oder orientalischen Christen vorsehen, zumindest da wo man auch eine ordentliche Mehrheit aufweist. Bei den Christen könnte man das im Libanon gewiss durchziehen vielleicht auch noch in der Niniveh- Ebene. Man sollte einfach ein mögliches Konfliktpotential vermeiden, also möglichst homogene Staaten aufbauen wie das auch in Europa der Fall ist.

Syrien würde ich in vier oder fünf Staaten aufteilen, dabei ist aber zu beachten das die sunnitischen Araber in Syrien und im Irak sich vereinen könnten. Das müssten dann die Menschen vorort abstimmen. Vielleicht könnten sich dann die Vereinten Nationen zum ersten mal in ihrer Geschichte als nützlich erweisen.

Hört sich natürlich alles sehr leicht an, ist es aber gewiss nicht! Den Eindruck möchte ich nicht erwecken. Aber die Welt muss dem unsinnigen Sykes-Picot-Abkommen ein Ende bereiten. Wie bisher geht es nicht.


Ich bin da im Grundsatz ihrer Meinung. Syrien ist ein gordischer Knoten, der zerschlagen gehört. Libanon ist im Prinzip dasselbe. Das ist auch schon lange kein Staat mehr. Ob das wirklich Frieden bringen würde, weiss ich nicht. Es gibt keinerlei Garantie, dass das funktioniert. Dennoch würde es zumindest etwas Klarheit in die Region bringen. Aber dazu muss man die Beteiligten auch erst einmal bringen. Israel versucht ja schon länger die Drusen zu einer Abkehr von Assad und zu einem eigenen Staat im Süden zu bewegen. Bisher mit eher wenig Erfolg.
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