Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

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NicMan
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon NicMan » Sa 16. Sep 2017, 10:43

Russland hat scheinbar eine Position der SDF nahe Deir ez-Zor angegriffen. Das wirft die Frage auf, ob Assad und Russland sich tatsächlich an einen Grenzverlauf am Euphrat halten würden.

https://twitter.com/CivilWarMap/status/ ... 0491192320
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 16. Sep 2017, 11:00

NicMan hat geschrieben:(16 Sep 2017, 11:43)

Russland hat scheinbar eine Position der SDF nahe Deir ez-Zor angegriffen. Das wirft die Frage auf, ob Assad und Russland sich tatsächlich an einen Grenzverlauf am Euphrat halten würden.

https://twitter.com/CivilWarMap/status/ ... 0491192320


Ist die Haltmachung der syrischen Armee am Euphrat in einem Abkommen vereinbart worden? Es gilt die Kontrolle über das gesamte Gebiet Syriens wiederherrzustellen, so Damaskus. Für die irakische PMF, schiitische Milizen und iranischen Militärs ist die Grenze zwischen Syrien und Irak relevant. Nicht ein Fluß in Syrien.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon NicMan » Sa 16. Sep 2017, 11:16

King Kong 2006 hat geschrieben:(16 Sep 2017, 12:00)

Ist die Haltmachung der syrischen Armee am Euphrat in einem Abkommen vereinbart worden? Es gilt die Kontrolle über das gesamte Gebiet Syriens wiederherrzustellen, so Damaskus. Für die irakische PMF, schiitische Milizen und iranischen Militärs ist die Grenze zwischen Syrien und Irak relevant. Nicht ein Fluß in Syrien.


Ich wüsste keine valide Quelle, die ein solches Abkommen belegen würde. In letzter Zeit sah es zumindest für den subjektiven Beobachter von außen so aus, als könne es dort eines geben. Und die USA hatten die syrische Armee ja gewarnt, den Euphrat zu überqueren (was freilich nicht bedeutet, dass diese die Anweisung befolgen werden).
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 16. Sep 2017, 11:27

NicMan hat geschrieben:(16 Sep 2017, 12:16)

Ich wüsste keine valide Quelle, die ein solches Abkommen belegen würde. In letzter Zeit sah es zumindest für den subjektiven Beobachter von außen so aus, als könne es dort eines geben. Und die USA hatten die syrische Armee ja gewarnt, den Euphrat zu überqueren (was freilich nicht bedeutet, dass diese die Anweisung befolgen werden).


Für die USA wäre das relevant, um den iranischen Landkorridor vom Iran zu den Basen in Syrien und Libanon zu blockieren bzw. zu behindern. Daran wird sich auf jedenfall der Iran und Allierte nicht halten. Russland wird sich daran wohl auch nicht halten. Den jüngsten Vorstoss der kurdischen YPG und kurdisch dominierten SDF sehe ich als direkten Zug bzw. mit Absprache der USA vollzogen. In genau diesem Kontext.

Assad will wieder die gesamte Kontrolle über das Staatsgebiet. Wenn auch dies im Falle der kurdisch kontrollierten Gebiete illusorisch ist, so wird er aber versuchen mit Allahs Hilfe (und der aus Teheran, Moskau und Bagdad) zumindest die noch vom IS gehaltenen Gebiete unter Kontrolle zu bekommen. Und die gehen deutlich über den Euphrat hinaus. Bis zur syrisch-irakischen Grenze. Vermutlich wird Washington mit Hilfe der Kurden versuchen das zu behindern. Diese haben natürlich auch ein Interesse möglichst viel Land gut zu machen. Das wird dann aber sicher irgendwann zur Konfrontation führen. Siehe bei Deir ez-Zor.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Platon » Sa 16. Sep 2017, 14:05

Man muss mal abwarten wie die Russen bzw. Assad den Vorfall erklärt.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Platon » Sa 16. Sep 2017, 22:09

In Astana gibt es weiter Fortschritte und man teilt Idlib auf und will dort eine De-Eskalationszone einrichten. Das heißt wie auch an anderen Stellen endet der Krieg und die Übergänge zwischen den Einflusszonen werden von internationalen Soldaten (Russen, Türken, Iraner) bemannt. Es sieht alles nach einem Ende des Krieges aus, die einzigen Fragen die noch offen sind, sind ob die pro-iranischen Truppen eine Landverbindung Iran-Irak-Syrien-Libanon bekommen und inwiefern Israel in der Nähe seiner Grenze pro-iranische Präsenz zulassen muss. Dazu die Frage was man mit al Nusra anstellt, ob es gelingt genug Rebellen für eine erfolgsversprechende Offensive gegen al Qaida zusammen zu trommeln oder ob die Türkei bzw. entweder im Alleingang oder wie in Jarabulus im Verbund mit Rebellen selbst militärisch im Nachbarland eingreift.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Platon » Sa 16. Sep 2017, 22:51

In der letzten Zeit sieht es aus, als wenn es für al Nusra wieder bergab geht.

Weil zunächst hatte man Hayat Tahrir al Sham gegründet als eine Vereinigung von Rebellengruppen, dominiert von al Nusra bzw. dann als vermeintliche Nicht-al-Qaida assoziierte Gruppe Jabhat Fatah al Sham mit dem offensichtlichen Ziel die eigene Herrschaft in Idlib zu sichern und auszubauen. Es gelang nicht unerhebliche Teile von Ahrar al Sham dazu zu bewegen sich der Organisation anzuschließen und in einem kurzen Krieg hat man dann die Reste der Organisation aus allen strategisch wichtigen Punkten in Idlib vertrieben. Den FSA-Gruppen blieb nicht viel anderes übrig als sich neutral zu verhalten und abzuwarten. Paralell dazu hat man die eigenen quasi-staatlichen Instiutionen ausgebaut und als "zivile Administration" versucht man immer mehr administrative Aufgaben in der Provinz zu übernehmen.

Die Gegenbewegung dazu kam vor allem von außerhalb. Weil es ist klar, dass man al Nusra die Trennung von al Qaida nicht abkauft und man in einer abzeichnenden Friedenslösung man ein al Qaida-Emirat in Syrien nicht dauerhaft akzeptieren wird. Das heißt um eine Rückeroberung des Gebiets durch Assad, womöglich dann mit Hilfe der USA und Russlands, zu verhindern muss die entstehende Dominanz von al Nusra in Idlib verhindert und die Gruppe auf Dauer marginalisiert werden.
https://www.thenational.ae/opinion/the- ... a-1.614506
http://www.washingtoninstitute.org/poli ... y-in-idlib

Aktuell wird wie gesagt in Astana Syrien in Einflusszonen aufgeteilt und die Türkei möchte eine De-Eskalationszone in Idlib einrichten und wird im Zweifelsfall selber militärisch eingreifen müssen um al Nusra zu marginalisieren, sofern die anderen Rebellen die Sache nicht selbst regeln können. Es deutet sich ja wirklich sehr deutlich ab, dass der Krieg zu Ende geht und al Nusra mit seiner Haltung de facto al Qaida zu sein und den Kampf gegen Assad bis zum letzten fortsetzen zu wollen, womöglich nicht die für die Zukunft hilfreichsten Positionen vertritt.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 67867.html

Was nun passiert ist, dass zunächst im Zuge der Kämpfe mit Ahrar al Sham Harakat Nour ad-Din al Zinki die al-Nusra-Sammelgruppe Hayat Tahrir al Sham verlassen hat und die ehemaligen Ahrar al-Sham-Kämpfer, die sich als Jaysh al-Ahrar der Gruppe angeschlossen hatten, sind diesem Beispiel nun gefolgt. Darüber hinaus hat sich auch der berühmte Jihadisten-Prediger in Idlib al-Muhaysini mit al Nusra überworfen und ebenfalls die Gruppe verlassen.
https://justpaste.it/1baxl
http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13960623000432

Es deutet sich an, dass es um al Nusra/Jabhat Fatah al-Sham zunehmend einsamer wird. Dennoch gilt die Gruppe auch weiterhin als die militärisch stärkste in der Provinz und ich bezweifle, dass die Rebellen das Problem quasi selbst lösen können. Ich vermute, dass die Türkei ähnlich wie in Jarabulus zusammen mit verbündeten Rebellen die entsprechenden Schaltpunkte der Macht militärisch erobern muss. Wenn sie das aber geschickt anstellen können sie auf die Unterstützung aller in Syrien wesentlichen Mächte zählen. Denn man hat sich ja in Astana vorher mit allen abgesprochen und das Land bereits aufgeteilt.

Da der IS ebenfalls im Begriff ist, als Territorialmacht in die Bedeutungslosigkeit zu versinken dürfte damit der Krieg in Syrien tatsächlich dem Ende zugehen. Es gibt mit den De-Eskalationszonen einen neuen Status Quo und die International gefährlichsten Jihadisten werden unschädlich gemacht.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Platon » So 17. Sep 2017, 09:42

Platon hat geschrieben:(16 Sep 2017, 15:05)

Man muss mal abwarten wie die Russen bzw. Assad den Vorfall erklärt.

Russian air strikes have targeted US-backed Syrian Democratic Forces and coalition advisers east of the Euphrates River in Syria's Deir Az Zor province, according to the Pentagon.

Saturday's incident wounded several SDF fighters, but the coalition advisers were unharmed, it said in a statement.

"Russian munitions impacted a location known to the Russians to contain Syrian Democratic Forces and coalition advisers," the Pentagon said.

Russia's military spokesman earlier denied targeting SDF, an alliance of Arab and Kurdish fighters.

"This is not possible. Why would we bomb them?" Igor Konashenkov, Russia's military spokesman, told AFP news agency at the Hmeimim base, Moscow's main outpost for its air operations in Syria.

http://www.aljazeera.com/news/2017/09/p ... 46755.html

Wie auch immer es dazu gekommen ist. Es bedeutet offenbar keine offizielle Änderung der wahrscheinlichen Aufteilung in nördlich und südlich des Euphrat. Die eigentliche Frage ist ohnehin wer die Gebiete direkt an der Grenze zum Irak bekommt, weiter östlich. Weil dort nördlich des Euphrats große Ölfelder sind und die Iraner eine direkte Landverbindung Iran/Irak/Syrien wollen, was USA und Israel gerne verhindern möchten.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Adam Smith » So 17. Sep 2017, 15:18

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, dieser Erfolg übertreffe in seiner Bedeutung alle vorherige Siege über den IS


https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/5 ... ir-es-sor/

Damit ist natürlich auch gemeint, dass dieser Erfolg nicht richtig gewürdigt wird. Dieser Erfolg bedeutet in der Tat, dass die syrische Armee in der Lage ist den IS zu besiegen.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Platon » So 17. Sep 2017, 22:15

Im Osten Syrien geht es auch um große Ölfelder die sowohl Kurden als auch Assad in der Zeit nach dem Krieg gut gebrauchen können. Man muss abwarten ob es bereits Absprachen gibt oder ob man darum kämpft:
https://twitter.com/adpaw13/status/909422207755018241
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 18. Sep 2017, 20:26

Syrische Streitkräfte haben den Euphrat überquert.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon NicMan » Do 21. Sep 2017, 17:50

In Raqqa kollabiert der IS scheinbar grade. Damit wäre die Stadt früher befreit als man geplant hatte.
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Hiobsbotschaften für den IS

Beitragvon King Kong 2006 » Do 21. Sep 2017, 17:50

IS-Hauptstadt Rakka steht vor dem Fall

http://www.n-tv.de/politik/IS-Hauptstad ... 43922.html


Die kurdisch dominierten Kräfte im Verbund mit den USA haben Rakka offenbar praktisch unter ihrer Kontrolle. Jetzt gilt es die "Nester" die noch verblieben sind zu finden und zu bekämpfen.

Im Osten Syriens verliert der IS nördlich von Deir ez-Zor Gebiete an syrische, libanesische, irakische und iranische Kräfte. Auch im Verbund mit Russland.

Im Irak bewegen sich PMF und irakische Armee auf die syrische Grenze zu.

In die IS kontrollierte Enklave bei Hawijah rücken nun ebenfalls irakische Kräfte ein.

Iraq launches offensive to liberate northern Hawijah from Daesh

http://www.presstv.ir/Detail/2017/09/21 ... -operation
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Platon » Sa 23. Sep 2017, 08:08

Erdogan hat bestätigt, dass die Türkei Truppen nach Idlib schicken wird um dort die De-Eskalationszone umzusetzen.
https://www.reuters.com/article/us-turk ... SKCN1BW2PT
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Platon » Di 3. Okt 2017, 16:17

Mal eine Gesamtschau von mir:
Der Krieg in Syrien geht meines Erachtens immer mehr dem Ende zu. Seit dem Kriegseintritt der Russen haben die Rebellen eine Reihe von Niederlagen hinnehmen müssen, die deutlich gemacht haben, dass sie den Krieg militärisch nicht mehr gewinnen können. Dazu kommt der Niedergang des IS, der in Gebiete entlang des Euphrats im Osten des Landes zurückgedrängt wurde, sich dort allerdings als durchaus noch sehr schlagkräftig erweist.

Diese militärische Entwicklung wird auf diplomatischer Ebene begleitet durch den Versuch Russlands in Astana, Kasachstan eine Friedenslösung nach eigenen Vorstellungen durchzusetzen und eine Annäherung der Türkei mit dem Iran, während die USA unter Trump zu keinen eigenen ernsthaften diplomatischen Initiativen fähig sind und sich lediglich das US-Militär/US-Verteidigungsministerium (Brett McGurk spielt hier als Sonderbeauftragter der Anti-IS-Koalition eine wichtige Rolle) bemüht zusammen mit kurdischen und arabischen Verbündeten den IS immer weiter zurückzudrängen.

Das führt meinem Eindruck nach zu der Situation, dass die Türkei, USA, Russland und Iran Syrien in Einflusszonen aufteilen und nach einem langen Prozess von diplomatischen Absprachen und letzten kriegerischen Entwicklungen gemeinsam einen Frieden in Syrien erzwingen.

Nun einmal zu all den Punkten die ich gerade genannt habe, ausführliche Erläuterungen meiner Sicht der Dinge.

1. Die Niederlagen der Rebellen:
Nach Jahren der Belagerung und Luftangriffe und mit massiver russischer Luftunterstützung ist es pro-Assad-Truppen gelungen zahlreiche Enklaven der Rebellen zur Aufgabe zu zwingen. Das heißt Daraya und Muadamiyat, Wadi Barada, Zabadani, das Grenzgebiet zum Libanon im Qalamoun-Gebirge oder al-Waer in Homs. Auch das große Rebellengebiet im Osten von Damaskus im östlichen Ghouta ist durch Assad-Offensiven in den letzten Jahren erheblich kleiner geworden. Die grünen Busse, welche die ehemals Belagerten in die Rebellengebiete in der Provinz Idlib bringen, wurden ein Symbol des Niedergangs der Rebellen. Sie kamen auch zum Einsatz, als es im Dezember 2016 pro-Assad-Millizen gelang, die seit gar nicht so langer Zeit belagerten Rebellen in Aleppo zu besiegen und die verbliebenen Rebellen und ihre Familie aus der Stadt zu transportieren. Alle größeren Offensiven der Rebellen in der letzten Zeit waren letztendlich erfolglos.
a) Der Versuch einer großen Koalition von al Nusra (zu denen komme ich noch) und Ahrar al Sham und Co die Belagerung von Aleppo zu beenden, schaffte es einige Gebiete von Aleppo zu erobern, war jedoch dann nicht in der Lage die entscheidenden Geländegewinne zu erzielen um die eigene Position dauerhaft zu halten. (der von den Rebellen eroberte Korridor 1070-Projekt-->Militärakademie-->vor allem Ramouseh konnte von Assad-Truppen problemlos unter Feuer genommen werden, weswegen man sich dort nicht dauerhaft halten konnte)
https://en.wikipedia.org/wiki/Aleppo_of ... ugust_2016)
b) Der Versuch einer großen Koalition von al Nusra, Ahrar al Sham, FSA und Co von Idlib aus auf Hama vorzurücken konnte zunächst große Geländgewinne verzeichnen, konnte aber auch hier wieder die letztlich entscheidenden Punkte nicht erobern. (Qomhana und diese zwei Berge nördlich von Hama, von wo aus ein Angriff auf die Stadt selbst möglich wäre) Es gibt dort alle paar Monate eine Offensive der Rebellen, aber ohne das da zuletzt viel passiert wäre. Ein paar Dörfer vor, ein paar zurück.
https://en.wikipedia.org/wiki/Hama_offe ... April_2017)


Wenn die besten Truppen von Assad (Tiger Forces, Hisbollah, irakische Milizen) zusammen mit der syrischen und russischen Luftwaffe kämpfen, dann können die Rebellen sich militärisch nicht durchsetzen und die strategisch wichtigen Punkte erobern. Völlig egal wie viele Panzer, Artillerie und Kämpfer sie einsetzen.

2. Der Niedergang des IS vollzieht sich langsam aber stetig, weil er militärisch nicht gegen alle bestehen kann. Die Kurden im gesamten Nordosten über Raqqa bis zum Euphrat, die pro-türkischen Truppen in Jarablous, die irakische Armee und schiitischen Milizen im Irak und die Assad-Armee die die Gebiete östlich von Aleppo und in Zentralsyrien erobert und nun ebenfalls zum Euphrat vorgerückt ist. Man sollte die Gruppe aber noch nicht abschreiben. Sie hat erst kürzlich in einer Offensive gegen Assad-Truppen vor ein paar Tagen über Schläferzellen eine Stadt in Zentralsyrien (Qaratayn) erneut erobert und recht erfolgreich die ausgedehnten Nachschubwege von Assad nach Deir Az Zor angegriffen. Dem vorausgegangen war eine Audio-Botschaft von al-Bagdadi, der allen anders lautenden Berichten wohl immer noch lebt. Aber letztlich wird die Gruppe militärisch besiegt werden und dann langfristig sich erneut von abgelegenen Wüstengegenden aus auf einen Guerilla-Krieg in Irak und Syrien verlegen. Entscheidend ist, dass das Territorium des IS aufgeteilt wird. Von besonderer Bedeutung sind dabei noch die großen Ölfelder entlang des Euphrats um das sich Kurden und Assad streiten. Reichtümer die beide Fraktionen in der Nachkriegszeit gut brauchen können.

3. Es gibt seit einiger Zeit schon die Tendenz, dass der Krieg langsam abflaut. Immer wieder lokale Waffenstillstände die von Internationalen und Lokalen Akteuren ausgehandelt werden. Die USA waren nie in der Lage bzw. haben nie wirklich ernsthaft und mit aller Macht versucht Frieden in Syrien zu erzwingen. Durch das militärische Engagement der Russen haben sich diese in eine Position versetzt erfolgreicher zu sein. Im Endeffekt läuft die Friedenslösung auf einen allgemeinen Waffenstillstand und eine Teilung des Landes hinaus. Das entscheidende Schlagwort ist dabei "De-Eskalationszone". Es gibt mittlerweile deren vier.
a) Die Rebellengebiete im Süden an der Grenze zu Jordanien und Israel (Dara'a, Quneitra)
b) Das Enklave der Rebellen im östlichen Ghouta.
c) Die Enklave im nördlichen Homs (Rastan etc.)
d) Die von den Rebellen komplett eroberte Provinz Idlib.
https://syria.liveuamap.com/en/2017/4-m ... ation-zone
http://www.aljazeera.com/news/2017/05/s ... 08636.html

Das sind nach der Rückeroberung diverser anderer Enklaven im Endeffekt alle Gebiete, die noch von Rebellen gehalten werden. (abgesehen von Yarmouk in Damaskus, weiß gar nicht was damit ist) Es scheint mir einen Prozess zu geben, dass die Internationalen Mächte (d.h. Russland, Iran und Türkei) sich darauf geeinigt haben und lokale Gruppen dann wiederum ihrerseits sich mit Assad einigen müssen, dass auch tatsächlich dauerhaft umzusetzen. So haben wir im Moment die Situation, dass es Verhandlungen gibt und einige Gruppen noch kämpfen, während andere nicht mehr gegen Assad kämpfen und Assad diese auch nicht angreift.
Ein Beispiel ist z.B. die Situation in der Region Rastan im nördlichen Homs. Hier gibt es Verhandlungen, die allerdings dadurch schwierig sind, weil Assad im Laufe der Jahre 7000 Leute gefangen genommen hat, die Verbindungen zu den dortigen Rebellen haben und die Rebellen für einen Frieden ihre Freilassung fordern.
North Homs negotiators say they will not give up on prisoner release in ceasefire talks

Dazu gibt es natürlich noch das Problem, dass sich al Nusra nennt.

Das heißt eine Rebellengruppe, die im Kern aus al-Qaida-Leuten besteht und die seit 2012 systematisch versucht haben, eine dominante Rolle in der syrischen Opposition einzunehmen. Die allgemeine Taktik ist dabei als so anzusehen eine militärisch starke und dominante Fraktion zu sein und durch Fusionen mit ideologisch nahe stehenden Gruppen eine immer dominantere Rolle bei den Rebellen einzunehmen. Das hat auch ziemlich gut geklappt, weil man recht gut organisiert ist und sehr strategisch vorgeht und dazu als die Rebellengruppe gilt die den Kampf gegen Assad trotz der militärisch offensichtlich schlechten Lage weiter fortsetzen will.
Darum hat man sich im Juli 2016 "offiziell" von al Qaida abgewandt und sich von al Nusra zu Jabhat Fatah al-Sham umbenannt und später mit Haiʾat Tahrir asch-Scham eine weitere Rebellendachorganisation gegründet, dem sich auch viele Leute von anderen Gruppen wie Ahrar al Sham angeschlossen hatten, die ihnen ideologisch nahe stehen und den Kampf weiter fortsetzen wollen.
The story of Hayat Tahrir Al Sham's rise to prominence and what it means for Syria

Dadurch wurde man eine militärisch dominante Kraft in der Region Idlib auch wenn die großen Offensiven der Gruppe gegen Assad in Aleppo und nördlichen Hama wie gesagt militärisch jetzt nicht so erfolgreich waren. Aber allein die Tatsache, dass da eine Jihadisten-Rebellen-Armee angeführt von al Nusra mit Dutzenden gepanzerten Fahrzeugen und Tausenden Kämpfern Großstädte wie Aleppo bzw. die Ortschaften nördlich von Hama angreifen, zeigt schon, dass die Gruppe auf einem Höhepunkt ihrer Macht angekommen war/ist. Man hat dann auch versucht mit der "Civil Administration" eigene quasi-staatliche Strukturen zu schaffen und hat allgemeine Anweisungen herauszugeben und im Juli 2017 hat man in einem kurzen Krieg das was von Ahrar al Sham noch übrig war aus allen strategisch wichtigen Punkten (vor allem der Grenzübergang zur Türkei) vertrieben.
Hay'et Tahrir al-Sham take control of Syria's Idlib
Hayat Tahrir al-Sham plots its next move in northern Syria
Preventing a Jihadist Factory in Idlib

Seitdem gibt es allerdings eine Gegenbewegung in und außerhalb von Idlib. Mittlerweile sind zahlreiche Gruppen wie al Zenki und Gruppen die aus Ahrar al Sham hervorgegangen sind, wieder aus Hayat Tahrir al Sham ausgetreten und aus viel mehr als al Nusra besteht die Dachorganisation nicht mehr:
A Jihadist Breakup in Syria

Eine Schlüsselrolle wird nun die Türkei spielen. Diese haben in den letzten Monaten ihre Beziehungen mit Iranern und Russen verbessert und die De-Eskalationzonen mit diesen ausgehandelt. Sie sind dabei selbst die Garantiemacht der Rebellen und Erdogan hat angekündigt auch selbst Truppen nach Idlib zu schicken um die De-Eskalationszone umzusetzen:
Exclusive: Turkey to deploy troops inside Syria's Idlib - Erdogan
Das heißt nichts Anderes als, dass in nicht allzu ferner Zukunft die türkische Armee unterstützt von verbündeten Rebellengruppen in Idlib einmarschieren und der Macht von al Nusra ein Ende machen wird und sie sich dafür auch schon mit Russen und Iraner geeinigt haben, wie diese sich in diesem Fall verhalten sollen bzw. welche Rolle Russland bei der Sache langfristig spielen wird. Die türkische Operation gegen den IS in Jarablous ist da sicherlich als eine Art Vorbild zu sehen, wie man sich das ganz praktisch vorzustellen hat. (türkische Panzer, Artillerie und Luftwaffe, Rebellen als Infanterie)

Wenn das passiert ist und alle Rebellengruppen ihre Waffenstillstände mit Assad verhandelt haben und das restliche Gebiet des IS zwischen Kurden und Assad aufgeteilt ist, ist der Krieg in Syrien vorbei.

4. Noch zu der Annäherung von Türkei und Iran:
Es gibt in den letzten Wochen vor allem auf der Ebene der Militärs eine groß angelegte Annäherung der Iraner mit der Türkei. Diese richten sich einerseits gegen die Kurden im Nordirak, al Nusra in Idlib und die politische Haltung im Konflikt von Qatar mit Saudi Arabien. Hier spielt sich ganz aktuell auf höchster Ebene einiges ab.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Platon » Mi 4. Okt 2017, 22:16

Eine interessante Perspektive eines Drusen in Syrien, der in der Armee von Assad gekämpft hat und jetzt seine Heimat verteidigt.
[...]Q: How do you reconcile your identity as a Druze, a Syrian and a Suwayda resident?

We in Suwayda follow the noble slogan raised by the leader of the Great Syrian Revolution in 1925, Sultan Pasha al-Atrash: “Religion is for God, the homeland is for all.”

We do not choose sectarianism but the war in Syria has forced us to lean in that direction on some matters.

I assure you, if the war in Syria had been with an external foe, you would see the people of Suwayda at the forefront, as was the case in the past. But since it’s a civil, sectarian war, we’re staying out of it.

Q: You described the war as sectarian. Can you elaborate?

Yes, it certainly is, and it’s not only [my] feelings—it’s a tangible reality. I saw it clearly while taking part in combat operations, especially when I was in Aleppo.

I saw hundreds of fighters from Lebanon, Iraq and Iran, even Afghanistan. They fought with us or on their own fronts, raising religious slogans. When we spoke with Arabs among them—the Iraqis or the Lebanese—they would tell us that they see it as a war over existence, and that they came to Syria with a religious motive, to defend holy sites and shrines. Some honestly say they’re in Syria to fight the Sunni sect. By contrast, the terrorist organizations that we were fighting would also raise religious slogans and banners, calling for the death of all minorities and religious [groups] that differ from [their own].

If you were in such a situation, you would certainly feel that you don’t have an interest in this war. The priority is to defend your family and the land on which you grew up, so you don’t become a victim of a sectarian war for nothing.

If I were martyred in Suwayda, it would be an honor for me. If the same happened outside my province—between conflicting religious banners—then I would just be a victim.

I’m not weak and I’m not scared—as I said, I’ve participated in dozens of battles [in northern Syria]—but it was enough.

I’m ready to fight to the last breath to defend my province and my family, but I won’t leave again.

http://syriadirect.org/news/%e2%80%98we ... Bs.twitter
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Platon » Do 5. Okt 2017, 11:53

Der türkische Außenminister hat erklärt, dass man versucht al-Nusra bzw. der Teil davon der zu al Qaida gehört zu isolieren. Natürlich als Vorbereitung einer militärischen Aktion, Truppen in der Provinz zu stationieren und die Gruppe zu besiegen.
Turkey seeks to isolate Syria Idlib jihadists opposing truce
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Radikal-Pragmatiker » Fr 6. Okt 2017, 21:03

Ich sage zum Bürgerkrieg in Syrien folgendes:
Assad wird ihn wahrscheinlich gewinnen, oder ihn zumindest einfrieren, mit Hilfe Russland und Irans. Den Konflikt mit den Rebellen wird Assad nach dem Sturz des IS gewinnen oder Ihn einfrieren. Die einzigen, die im Paroli bieten können, die mehrheitlich kurdischen Streitkräfte des SDF, die große Gebiete des Landes im Norden halten. Falls Assad (was ich nicht denke), den Kurden eine halb-autonome Provinz vorerst gesteht oder sie für kurze Zeit mit Geständnissen zu umgarnt, könnte er seine Macht in Syrien sichern(Gefahr droht durch mögliche Terroranschläge oder ein Wiederaufflammen der Revolution zu Beispiel). Natürlich versucht die Türkei das zu verhindern, weshalb wahrscheinlich der Krieg weiter geht, wobei ich mich frage, ob die Türkei als NATO-Land, dann tatsächlich in Syrien Rechenmaschinen darf, oder ob das völkerrechtswidrig ist.

Aber ein Bruch des kurdischen Teils, oder ganz Syriens ist wahrscheinlich irgendwann absehbar, dass es als ehemalige Kolonie, kein Nationalstaat ist, sondern nur ein geografische Komplex mit dem Namen "Syrien" und verschiedenen Völkern und Religionen darin, die keinerlei Verbindungen bzw. Einigkeitsgefühl wie im einer Kulturnation zueinander haben. Man hätte Syrien aufteilen sollen, aber dafür ist es jetzt zu spät.
Assad wird von Russland und Iran unterstützt, wobei vor allem Iran an Assad hängt, während Russland auch ohne Assad nach dem Bürgerkrieg weiterleben könnte. Man hätte also mit Russland und Iran auf gleicher Basis verhandeln sollen, um einen Frieden zu auszuhandeln.

Des weiteren, denke Ich dass Assad (aber nicht sein Clan) und vielleicht ein paar enge Minister nach dem Syrien- Krieg abdanken sollte. Ein anderes Mitglied des Assad -Clans sollte dann die Herrschaft übernehmen. Assad ist auf internationaler Bühne wahrscheinlich isoliert(wie zum Beispiel Sadam Hussein), weshalb dass Regime um Hilfsleistungen aus Westeuropa und USA zu erhalten, den Diktator wechseln muss. Es wird wahrscheinlich nur eine Show sein und Assad wird dann im Hintergrund die Fäden ziehen. Aber man braucht Geld um Syrien wiederauszubauen und Russland & Iran (beide durch Sanktionen eingeschränkt) werden da wahrscheinlich auch nicht helfen.
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Platon
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Platon » Sa 7. Okt 2017, 10:34

Die türkische Militäroperation gegen al Nusra hat begonnen.
https://www.dailysabah.com/politics/201 ... dogan-says

FSA-Bodentruppen, türkische Unterstützung (ich nehme an mit schweren Waffen) und russische Luftunterstützung(!) gegen al Nusra und Freunde.
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Kardux
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Kardux » Sa 14. Okt 2017, 11:14

Platon hat geschrieben:(07 Oct 2017, 11:34)

Die türkische Militäroperation gegen al Nusra hat begonnen.
https://www.dailysabah.com/politics/201 ... dogan-says

FSA-Bodentruppen, türkische Unterstützung (ich nehme an mit schweren Waffen) und russische Luftunterstützung(!) gegen al Nusra und Freunde.


Reuters meint hierzu:

A first convoy of the military operation that Turkey is carrying out in Syria’s Idlib province crossed into the area late on Thursday, two rebels and a witness said.

The convoy included about 30 military vehicles, said Abu Khairo, a commander in a Free Syrian Army (FSA) rebel group based in the area, and it entered Syria near the Bab al-Hawa border crossing, according to a civilian witness.

It was heading to Sheikh Barakat, a hilltop that overlooks large areas of rebel-held northwestern Syria, but also the Afrin area held by the Kurdish YPG militia.


Und jetzt wird es ganz interessant:

The [b]convoy was escorted by fighters from Tahrir al-Sham[/b], an alliance of jihadist groups including the former al Qaeda affiliate previously known as the Nusra Front, Abu Khairo said.

“The Turkish army convoy is entering under the protection of Tahrir al-Sham to take positions on the front line with the YPG,” another FSA official in the area said.

Tahrir al-Sham opposes the de-escalation deal with the government, but its role in escorting the Turkish reconnaissance team on Sunday indicated there might not be any direct military confrontation between its fighters and Turkey.

https://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-turkey/first-turkish-military-convoy-enters-syrias-idlib-idUSKBN1CH31K

Also wer oder was ist Tahrir al-Sham nochmal?

BBC meint hierzu:

Tahrir al-Sham: Al-Qaeda's latest incarnation in Syria

The Syrian jihadist group Jabhat Fateh al-Sham (JFS), which was known as al-Nusra Front until it broke off formal ties with al-Qaeda last July, has rebranded itself again.

A statement issued on 28 January announced that it had agreed to merge with four smaller factions and form a new alliance, Hayat Tahrir al-Sham (Liberation of the Levant Organisation).

Hashim al-Sheikh, also known as Abu Jabir, who had previously been the head of the now-rival Islamist rebel group Ahrar al-Sham, was named its new leader.

There was no mention in the statement of the long-standing al-Nusra and JFS leader, Abu Mohammed al-Jawlani. However, Tahrir al-Sham confirmed weeks later that he had been appointed the alliance's "general military commander".

On 9 February, Abu Jabir delivered a message in which he insisted Tahrir al-Sham was an "independent entity and not an extension of former organisations and factions".

It appeared to be an attempt to further distance the group from al-Qaeda.

But it is not clear how effective that will be, as the last name change failed to convince the international community and the US kept the group on its list of foreign terrorist organisations.

The statement announcing the creation of Tahrir al-Sham said JFS had joined forces with the Nour al-Din Zinki Movement, one of the most important opposition factions in Aleppo province; Ansar al-Din Front; the Homs-based Jaysh al-Sunnah; and Liwa al-Haqq, which operates in Idlib, Aleppo and Hama provinces.

http://www.bbc.com/news/world-middle-east-38934206

Kurz gesagt:

Die Türkei kämpft mitnichten gegen den Al-Qaida-Ableger in Syrien! Da hilft es auch nicht wenn man seinen Namen zum gefühlt 100sten mal verändert. Die Köpfe und Akteure sind dieselben - die Mentalität ebenfalls. Es handelt sich um jihadistische Gruppen.

Und genau diese, werden seit Anbeginn des Syrienkonflikts von der Türkei unterstützt. Der Einmarsch der Türken in Idlib ist nichts weiter als eine Vorbereitung um die kurdischen Kantone bei gegebener Zeit zu zerschlagen - nicht mehr, nicht weniger.

Die Türkei bekämpft die Nusra-Front...das ich nicht lache...
Make Kurdistan Free Again...

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