Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 11. Apr 2018, 19:47

Audi hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:32)

und 99 % der Opposition die bewaffnet ist, ISLAMISTEN. Auch in Ghouta

Und die iranischen Islamisten sowie die Assadisten sind unbewaffnet ? Das ist doch lächerlich.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Bleibtreu » Mi 11. Apr 2018, 19:50

Polibu hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:32)

Das ändert doch nichts daran, dass diese Terrorkröten unterstützt wurden und auf dem Vormarsch waren. Ohne Russlands Eingriff hätten sie vermutlich auch gesiegt und das wäre ganz und gar nicht im Sinne des Volkes gewesen.

Gute Guete, du bist wirklich ein PutinSprachrohr. Die USA, UK, F und allen voran die Kurden haben mit der Vertreibung von DAESH natuerlich nichts zu tun. Das war alles Papa Putin, dem Kumpel des StaatsTerroristen Assad, den er im Sattel behalten will! :D

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:45)

Die Terroristen sind an der Macht. Das Volk könnte siegen, wenn die Terroristen gehen.

Richtig, wenn ALLE TerrorKroeten besiegt sind.

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:47)

Und die iranischen Islamisten sowie die Assadisten sind unbewaffnet ? Das ist doch lächerlich.

Natuerlich - passt aber perfekt zu den anderen Absurditaeten
•Wer fuer alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.
https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 11. Apr 2018, 19:54

Polibu hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:03)

Nein, ich kann es nicht verstehen, wenn zigtausende tote Zivilisten in Kauf genommen werden. Du kannst das bestimmt verstehen, aber ich bin halt nicht so abgebrüht. Mir sind lebendige Zivilisten lieber.

Wer im Jemen vertreten ist spielt keine Rolle. Fakt ist, dass die Saudis mit deutschen und amerikanischen Waffen Zivilisten abschlachten.

Jetzt hat man hunderttausende Tote und kein Ende in Sicht. Trotzdem soll man Assad als Alternative zu sich selbst sehen und das Gegebene in Kauf nehmen. Sonderlich schlüssig scheint mir dieses Konzept nicht zu sein.

Vom Jemen aus ist Riad beschossen worden. Dort bahnt sich ein Klein-Syrien an. Nochmal: Das zentrale Terror-Nest sitzt in Teheran, sogar die Iraner selbst wissen das.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 11. Apr 2018, 19:56

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(10 Apr 2018, 08:02)

Hallo Katze,

Ich meine: Viel Lärm um nichts. Irgendwo werden ein paar Raketen niedergehen oder irgendwelche Mordkommandos bringen wieder mal Leute um. In einem Buch von 2013 heißt es, der US-Präsident habe mindestens 326 Tötungsbefehle persönlich unterschrieben, meist Drohnenangriffe, manchmal Killertruppen. Die führende Weltmacht braucht sowas wohl. Um so drolliger, dass sie sich über halbtote Doppelagenten so ins Hemd machen. Und die ganzen Idioten, die da mithetzen, waren teilweise selbst beim Militär, schlucken noch dünnst belegte Storyhäppchen aus USA über erklärte Konfliktgegner. Da kann dann der jeweils aktuelle Kim nur bekloppt, der Erdogan nur größenwahnsinnig und der Assad nur machtverliebt sein. Als höre dieser Konflikt auf, wenn Assad irgendwann mal abgewählt wird oder nicht mehr antritt.

Warum ich meine, dass nichts herausragendes passiert: Syrien ist für die US-Außenpolitik mehr ein Ärgernis als ein Anliegen. Eigentlich hatte man sich schon zum Schwenk nach Asien entschieden, wollte sich aktiver um Kina und Indien, um die Koreafrage und die Zugänge zu den Engstellen an den Schiff-Fahrtwegen kümmern. Die Weltmacht reicht nicht aus, um überall zugleich teure Nebenprojekte anzufangen. Deshalb überlassen sie den Irak weitgehend sich selbst, deshalb Entspannung mit dem Iran (mehr oder weniger). Deshalb konnte Russland in Syrien überhaupt erst der entscheidende Verhandlungspartner werden, dem die EU mit ihrer Unterstützung leerer Oppositions-Hülsen wie neulich in Genf hilflos den Schein eigener Bedeutung entgegenhält. EU und USA sind in Syrien ausgemischt und ohne eine massive, teure Kampagne mit eigenen Truppen ist da auch nichts mehr zu gewinnen. Deshalb wurden halbherzige Projekte wie Geld und Ausbildung für FSA und Kurden praktisch aufgegeben. Sie taugen nicht, die Lage zu drehen und kosten Geld (und, bei einigen regionalen Partnern, Ansehen). Ich denke nicht, dass Syrien dem US-Präsidenten so viel Geld und verpasste Gelegenheiten wert ist, dort massiv reinzugehen. Sonst wäre das längst passiert. Also wird es irgendeine Racheshow geben und das war es.

Update: Die Racheshow beginnt. Trump kündigt Raketenangriff auf Syrien an, Russland kündigt an, die Raketen abzuschießen und auch zurückzuschießen.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon CaptainJack » Mi 11. Apr 2018, 20:02

@Alexyessin

Hättest du lieber die Bestien der FSA an der Regierung? Glaubst du, dass die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung gegen Assad war/ist? Warum sollte Assad ausgerechnet jetzt einen Giftgasanschlag herbeiführen und was für einen Sinn sollte der haben? Glaubst du tatsächlich, dass ich Assad nur eine Spur von Sympathie rüberbringe?
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Alexyessin » Mi 11. Apr 2018, 20:08

Julian hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:04)

Ich verstehe die Haltung zu Assad, die der Westen generell und auch viele hier im Forum einnehmen, nicht so ganz.


Das wundert mich nun wirklich nicht.

Julian hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:04)
Ich denke, die meisten, mich inbegriffen, sind sich einig, dass Assad nicht demokratisch gewählt ist, und dass das von ihm und vorher von seinem Vater angeführte Regime repressiv ist und beispielsweise nicht davor zurückschreckt, Menschen zu foltern oder anderweitig massive Gewalt einsetzt, unter der die Zivilbevölkerung leidet. Meinungsfreiheit, Pluralismus, demokratische Teilhabe, all dies wird man unter solch einem Regime nur sehr wenig bis gar nicht finden. Und sicher sind außenpolitisch gesehen auch die Allianz mit dem islamistischen Mullah-Regime, der negative Einfluss auf den Libanon und die unversöhnliche Haltung Israel gegenüber als Minuspunkte zu werden.


Bis auf die Tatsache, das die Allianz nicht zwischen Teheran und Damaskus besteht sondern zwischen Damaskus und Moskau, hat du die politischen Gegebenheiten gut oberflächlich wiedergeben.

Julian hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:04)
Dennoch wird hier meiner Meinung nach mit zweierlei Maß gemessen. Wie steht es denn um Meinungsfreiheit, Pluralismus, und demokratische Teilhabe in Saudi Arabien?


Überlegen wir uns mal, ob Saudi-Arabien denn ein Bürgerkriegsproblem hat................hm...........nein, ist nicht vorhanden. Warum also, sollten wir hier ein Maß anlegen? Mir ist es durchaus bewusst, das Saudi-Arabien ein absolutistisches Königreich ist, aber im Gegensatz zu Syrien kann es sich Saudi-Arabien schlichtweg leisten gesellschaftlich im tiefsten Mittelalter auszuharren. Dieses Land sitzt auf Erdöl und solange die Welt nicht lernt, auf dieses immer knapper werdendes Gut zu verzichten, wird dieses Königreich stabil sein. Es kann - und das wieder schön im Gegensatz zu Syrien nicht nur die Einflussreichen sondern eben auch bis zu den normalen Bürgern einen Reichtum verteilen und somit die Menschen bei Laune halten. Für die Drecksarbeit gibt's die Wanderarbeiter aus Pakistan und gut ist.
Also, warum sollte ich bei einer Bewertung einer Kriegslage in einem Bürgerkriegsland Syrien die, durchaus berechtigten, theoretischen Fragen einer demokratischen Öffnung des Königreichs Saud.

Julian hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:04)
Wie um seine Außenpolitk, beispielsweise im Jemen oder auch in Syrien? Ist es so viel verwerflicher, ob sich ein Politiker mit einem Vertreter des Assad-Regimes oder des saudischen Regimes ablichten lässt? Ich finde nicht, und ehrlich gesagt, ist Saudi Arabien in vielen Belangen noch übler als Syrien unter Assad.


Ein netter Ablenkungsversuch, wirklich. So weit ich mich richtig entsinne gibt es einen Thread über den Bürgerkrieg im Jemen und ich glaube auch das es einen separaten Thread über den Konflikt zwischen dem Königreich Saudi-Arabien und der Islamischen Republik Iran geht.
Und nein, ich bin mit Sicherheit kein Freund der militärischen Interventionen von SA im Jemen oder in Syrien. Nur ist dieses Themenfeld zu komplex um es in einer geschickten Ablenkungsfrage zu diskutieren.

Julian hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:04)
Weiterhin stellt sich die Frage, wer denn alternativ Syrien regieren soll.


Ja, das ist eine sehr berechtigte Frage. Ich denke aber, das das Land Syrien als solches nicht ohne langjährige Besatzung befriedet werden könnte. Was aber bedeuten würde, das sich die USA, Frankreich, Russland, der Iran, Israel UND die Türkei an einen Tisch setzen müssten. Da ich das für unwahrscheinlich in der nächsten Zeit halte wird wohl Syrien das passieren, wie dem Irak.

Julian hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:04)
Dazu bitte ich doch, die Berichte über die sogenannten Rebellen in Ost-Ghouta wahrzunehmen, Berichte, die inzwischen auch in der als seriös geltenden Mainstream-Presse erscheinen. Die Wahrheit ist: Es handelt sich bei den Rebellen um Islamisten, deren Ziel es ist, ein islamistisches Regime zu errichten, und die von Terror zur Erreichung ihrer Ziele Gebrauch machen.


Wieso war es mir klar, das diese Aussage von dir kommen musste. War es nicht der Großmufti aus Damaskus, jener dieser welcher wo sich deine Parteigenossen haben sehen lassen, der Europa mit Terror gedroht hat? Das macht die Gefahr durch wirklich existierende islamistischen Rebellengruppen nicht kleiner, aber wenn du das als Argument anführst, dann muss ich dich darauf hinweisen, das Terrordrohungen nicht nur von Seiten der Rebellen kommen, die Islamisten sind. Und das sind auch nicht alle, so wie du es hier zu verkaufen versuchst.

Julian hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:04)
Es mag sein, dass ganz am Anfang des Konfliktes eine bürgerliche Opposition eine größere Rolle gespielt hat; nun aber sind Islamisten am Drücker, die von Saudi Arabien und der Türkei, aber leider offenbar auch vom Westen unterstützt werden.


Nachdem die bürgerliche Opposition entweder es geschafft hat, sich abzuseilen oder aber in den Folterkellern des Regimes Assad hingerichtet wurden haben natürlich die bewaffneten Rebellen den Kampf gegen Assad weitergeführt. Und ja, es sind dort radikalste Islamistengruppen darunter. Aber es gibt auch andere Rebellengruppen.
Ich weiß nicht wie viele "westliche" Staaten über den Umweg Saudi-Arabien an die Rebellengruppen Waffen geliefert haben, aber dieses Vorgehen halte ich nach wie vor für militärisch falsch und geopolitisch für zu gefährlich. Da gab es eine Diskussion zwischen DLB und mir im alten Syrienthread, wo wir genau diese Situationen diskutiert haben und ich damals - sinngemäss - geschrieben hatte, das ich Waffenlieferungen an Rebellengruppen ablehne aufgrund der Gefahr, das diese Waffen in Hände von islamistischen Spinnern geraten könnte. Glaub mir, ich wünschte ich hätte mich da geirrt.

Julian hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:04)
Was soll denn passieren, wenn Assad weg ist, außer weiterer Bürgerkrieg, Kampf von Rebellengruppen untereinander, islamistische Anschläge, Chaos allenthalben? Vielleicht noch Mord und Vertreibung an den ungläubigen Schiiten, Christen, Jesiden etc. durch die Sunniten? War das Beispiel Irak nicht lehrreich genug?


Ich hoffe inständig, das sich die Konfliktparteien an einen grünen Tisch setzen können. Ansonsten wird das ein zweiter Irak.

Julian hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:04)
Und zum Einsatz von Chemiewaffen ist zu sagen, dass es durchaus möglich ist, dass das Assad-Regime diese eingesetzt hat.

Ebenso ist es aber möglich, dass es andere interessierte Kreise waren, die diese eingesetzt haben, beispielsweise die Rebellen selbst.


Mit welchen militärischen Mitteln denn? Das sind ja keine Handgranaten.

Julian hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:04)
Auffallend ist, dass nun, da die Rebellen stark zurückgedrängt werden, es zum Einsatz solcher Waffen kommt, obwohl Assad das doch gar nicht nötig hätte. Die Rebellen hätten es aber nötig, wenn sie einen Angriff des Westens provozieren wollen.


Ich dachte die Rebellen wäre so gut wie besiegt? Was denn nun? So gut wie besiegte Rebellen, ohne nennenswerte Militärbasen und nötigen Equipment schaffen so ein Ding?
Sollte das der Fall sein, sollte "der Westen" diese Soldaten als Ausbilder einstellen.

Julian hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:04)
Ich bin alt genug, die Angelegenheit von 2002/2003 im Irak mitverfolgt zu haben - und wie sehr der Westen bereit war entweder zu lügen oder Falschinformationen aufzusitzen. Für einen Kriegseinsatz wünsche ich mir bedeutend mehr Evidenz, vor allem, wenn dabei eine Eskalation mit weiteren Mächten, etwa Russland, möglich ist.


Komisch, ich kann mich daran erinnern, das es kaum eine Zeit gab, wo "der Westen" zerstrittener war als zur Zeit der Planung und den Angriffs auf den Irak.
Neues und altes Europa nannte Rumsfeld das. Die Koalition der Willigen. Da ja Onkel Joschka erst neulich seinen 70er hatte kam eben auch diese Gegenrede gegen Rumsfeld auf der SiKo. Also da war "der Westen" alles andere als sehr bereit.
Und Gott bewahre, ich möchte auch keinen Kriegseinsatz. Das hier Tweety Donald das Trumpeltier im Porzellanladen gibt finde ich sehr beängstigend. Und leider ist grad niemand da, der ihm auf die Finger klopft. Hoffentlich wird McCain nochmal fit.

Julian hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:04)
Und selbst wenn der Krieg in Syrien mit harten Bandagen gekämpft wird - warum sollte das den Westen, vor allem Deutschland interessieren? Manche Kriege müssen ausgefochten werden, damit danach Ruhe ist. Dass ein kleines Land wie Deutschland "Fluchtursachen" wirksam bekämpfen könnte, halte ich für eine Mär; man sieht das ja sehr gut in Afghanistan, wo der versammelte Westen in Jahrzehnten nichts Wesentliches erreicht hat.


In Afghanistan ist "der versammelte Westen" erst seit eineinhalb Jahrzehnte aktiv. Bitte bei der Wahrheit bleiben.
Das Problem bei der Geschichte "Deckel drauf und warten bis es aufhört zu rumpeln" ist, das dieser Zeitpunkt verstrichen ist, sofern er überhaupt greifbar war. Dafür ist Syrien zu wichtig und seid Hotel Ruanda und Srebrenica sind die Menschen im "Westen" nun mal sensibilisiert.
Nein, der Zeitpunkt war 2013 - da hätte man mit Russland und UN Truppen das Land besetzen können. Aber das wollte keiner und dann kam der IS.

Julian hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:04)
Man kann die Leute nicht zu ihrem Glück zwingen; eine Entwicklung, die westliche Länder über viele Jahrhunderte, ja, Jahrtausende vollzogen haben, können nicht in wenigen Jahren oder Jahrzehnten einfach aufgezwungen oder kopiert werden. Und was muslimische Bevölkerungen tun, wenn man sie frei wählen lässt, dürfte klar sein, dafür reicht ein Blick nach Ägypten oder in die Türkei.


Zwei ganz schlechte Beispiele. Und ich bin gerne bereit dir das kurz zu erklären, warum ich das so sehe.
In der Türkei wurde nicht der islamistische Diktator Erdogan gewählt, sondern der konservative Demokrat. Und er wurde ja von allen hofiert. Er hat sich mit den Kurden arrangiert, hat das übermächtige Militär zurückgedrängt und vor allem einen wahnsinnigen wirtschaftlichen Erfolg gehabt, was ihm die zweite Wiederwahl einbrachte. Ob Erdogan von vorne herein vorhatte sich zum neuen Sultan am Bosporus zu installieren oder ob ihm das im Laufe seiner Amtszeiten gekommen ist, weiß ich nicht. Aber WIE er es gemacht hat ist ein gutes Lehrbeispiel dafür das nicht solide Demokratien von innen heraus übernommen werden können.

Und nun zu Ägypten. Die einzige organisierte Opposition zu Mubarak waren die Moslembrüder. Ägypten hat in den Zeiten der beiden Militärdiktaturen Saddat und Mubarak den Fehler begangen, weite Teile der Bevölkerung in Armut zu halten. Und da griffen die Moslembrüder ein. Barmherzigkeit ist eine der fünf Säulen des Islam und wären die Moslembrüder nicht gewesen hätte es wesentlich mehr Hungerrevolten gegeben. Das Problem ist aber, das nicht nur Barmherzigkeit stark ausgelebt wurde sondern eben auch einen strenge orthodoxe Haltung in allen Fragen der islamischen Lehre. Und deswegen hatte Mursi relativ leichtes Spiel bei der ersten und einzigen demokratischen Präsidentschaftswahl in Ägypten
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Alexyessin » Mi 11. Apr 2018, 20:09

CaptainJack hat geschrieben:(11 Apr 2018, 21:02)

@Alexyessin

Hättest du lieber die Bestien der FSA an der Regierung? Glaubst du, dass die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung gegen Assad war/ist? Warum sollte Assad ausgerechnet jetzt einen Giftgasanschlag herbeiführen und was für einen Sinn sollte der haben? Glaubst du tatsächlich, dass ich Assad nur eine Spur von Sympathie rüberbringe?
Noch was: Fassbomben sind heutzutage nicht viel besser als Steinschleudern ... überspitzt formuliert. .... und ich will endlich, dass dieser Dreck aufhört, egal, wer seine Finger drin hat.


Wo ist dein Problem mal direkt auf meinen Beitrag zu antworten? Mach das mal.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Alexyessin » Mi 11. Apr 2018, 20:10

Audi hat geschrieben:(11 Apr 2018, 20:32)

und 99 % der Opposition die bewaffnet ist, ISLAMISTEN. Auch in Ghouta


Belege?
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Audi » Mi 11. Apr 2018, 20:12

Alexyessin hat geschrieben:(11 Apr 2018, 21:10)

Belege?

Faz, spon, focus, Tagesschau. Erschreckend wie schlecht du informiert bist
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Alexyessin » Mi 11. Apr 2018, 20:14

Audi hat geschrieben:(11 Apr 2018, 21:12)

Faz, spon, focus, Tagesschau. Erschreckend wie schlecht du informiert bist


Komm. Links usw. Du weißt doch wie das geht.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Audi » Mi 11. Apr 2018, 20:17

Alexyessin hat geschrieben:(11 Apr 2018, 21:10)

Belege?

Faz, spon, focus, Tagesschau. Erschreckend wie schlecht du informiert bist
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 11. Apr 2018, 20:17

CaptainJack hat geschrieben:(11 Apr 2018, 21:02)
Warum sollte Assad ausgerechnet jetzt einen Giftgasanschlag herbeiführen und was für einen Sinn sollte der haben?.

Eine schwierige Frage. Notwendig für einen Fortschritt der Offensive waren solche Waffen bisher offenbar nicht. Für die absehbare Zeit nach den Offensiven hilft die Aktion auch nicht. Kommt Russland eine Eskalation mit USA derzeit gelegen, nachdem USA das Thema Syrien bereits abgeschrieben hatte? Welche Idee steht dahinter?
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 11. Apr 2018, 20:18

Macron will offenbar arabische Partner mit einbeziehen.

Die Regierung in Paris tauscht sich intensiv mit ihren Partnern aus, vor allem mit Amerika und Großbritannien. Der französische Präsident stimmte ferner am Dienstagabend mit dem saudischen Kronprinzen Muhammad Bin Salman, dem marokkanischen König Mohamed VI. sowie dem libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri in Paris das weitere Vorgehen ab. Aus diplomatischen Kreisen hieß es, Saudi-Arabien könne an den Militärschlägen beteiligt werden. Es sei wichtig, nicht den Eindruck zu erwecken, es handele sich um eine Vergeltungsaktion nur des Westens.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 37621.html
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Alexyessin » Mi 11. Apr 2018, 20:18

Audi hat geschrieben:(11 Apr 2018, 21:17)

Faz, spon, focus, Tagesschau. Erschreckend wie schlecht du informiert bist


Links schicken. Deine Behauptung deine Nachweispflicht.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 11. Apr 2018, 20:27

Audi hat geschrieben:(11 Apr 2018, 21:17)

Faz, spon, focus, Tagesschau. Erschreckend wie schlecht du informiert bist

Also kein einziger Beweis. Die Desinformation steht für sich, es soll das syrische Volk diskreditieren, um die Mullahs als alternativlos darzustellen.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 11. Apr 2018, 20:28

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Apr 2018, 21:18)

Macron will offenbar arabische Partner mit einbeziehen.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 37621.html

Hat der Franzi wieder Angst, das Echo abzukriegen. Niedlich, der kleine.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon CaptainJack » Mi 11. Apr 2018, 20:29

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(11 Apr 2018, 21:17)

Eine schwierige Frage. Notwendig für einen Fortschritt der Offensive waren solche Waffen bisher offenbar nicht. Für die absehbare Zeit nach den Offensiven hilft die Aktion auch nicht. Kommt Russland eine Eskalation mit USA derzeit gelegen, nachdem USA das Thema Syrien bereits abgeschrieben hatte? Welche Idee steht dahinter?
Siehst du, alles völlig wirr und unsinnig, fake news eben! Die Frage
Kommt Russland eine Eskalation mit USA derzeit gelegen.....?
hätte ihre Richtigkeit, wenn da nicht zwei kleine Fehler drinstecken würden. :rolleyes:
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 11. Apr 2018, 20:33

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(11 Apr 2018, 21:28)

Hat der Franzi wieder Angst, das Echo abzukriegen. Niedlich, der kleine.

Du meinst, jeder Stoß, ein Franzos´ ?

Nein, ich denke, eine arabische Konstruktivität bahnt sich ja schon länger an, man hat das Hauptproblem erkannt.

https://www.welt.de/politik/ausland/art ... kreich.jpg
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 11. Apr 2018, 20:35

CaptainJack hat geschrieben:(11 Apr 2018, 21:29)

Siehst du, alles völlig wirr und unsinnig, fake news eben! Die Frage hätte ihre Richtigkeit, wenn da nicht zwei kleine Fehler drinstecken würden. :rolleyes:

Das weiß ich nicht. Irgendwer wird wohl tatsächlich Gas losgelassen haben. Ich würde das nicht einfach abtun. Es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass der Gasmann mehr für als gegen Assad handeln wollte, jedenfalls nicht sein Gegner war. Ausschließen kann man wen? Ich weiß nicht. Gehen wir als Arbeitshypothese einfach mal davon aus, dass die Nachrichten so ungefähr stimmen.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 11. Apr 2018, 20:49

Nach einem Bericht der „New York Times“ hat die amerikanische Regierung zahlreiche Ziele in Syrien ins Visier genommen, die sie über mehrere Tage hinweg attackieren könnte.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 37621.html

Ui, ui, ob da mal kein als Syrer verkleideter Russe in die Linie kommt.
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