Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

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tabernakel
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon tabernakel » Mo 18. Dez 2017, 16:55

Adam Smith hat geschrieben:(17 Dec 2017, 21:22)
30.000 Ausländer haben laut einigen Quellen mindestens für den IS gekämpft.

Hier darf man nicht vergessen dass in jedem Konflikt Söldner engagiert werden um die Jobs auszufüllen auf die die Einheimischen keine überbordende Lust haben - siehe auch Lybien unter Gaddafi, was bis heute böse Folgen für Schwarzafrikaner im Lande hat; gibt's in der Wirtschaft auch, da nennt man das Gastarbeiter, und solange die Bezahlung stimmt gibt's einen weltweit riesigen Pool an potentiellen Interessenten.

Beim IS scheinen diese Söldner primär für das Bedienen der VBIEDs und für Kanonenfutter zuständig gewesen zu sein, was natürlich den Enthusiasmus derer die kamen etwas enttäuschte. Am Ende sind sie aber selbst schuld wenn sie auf die Hochglanz-Propaganda des IS reinfallen und sich für einen Terror-Staat vereinnahmen lassen. Und die Irakis kennen folgerichtig keine Gnade wenn's um IS-Söldner geht, da hat der Galgen nach Abschluss der militärischen Operationen und der nachfolgenden Gerichtsverhandlungen inzwischen Hochkonjunktur.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Platon » Sa 23. Dez 2017, 18:00

Insurgents Again: The Islamic State’s Calculated Reversion to Attrition in the Syria-Iraq Border Region and Beyond
https://ctc.usma.edu/posts/insurgents-a ... and-beyond

Artikel über einen Strategie-wechsel des IS nach Mossul. Anstatt zu versuchen die Frontlinien zu halten, weicht man zurück sobald klar wird, dass man an einer Front konventionell nicht bestehen kann und man hat die Guerilla-Aktionen vor allem im Irak ausgeweitet. Die Art und Weise wie der IS in den letzten Wochen die Städte verloren hat, hat eigentlich schon gezeigt, dass die Gruppe nicht mehr entschlossen gegen den Feind kämpft.

Der Autor hat sich Publikationen des IS angesehen und darin festgestellt, dass die Taktik in den Guerilla-Modus zurückzukehren, wenn man alle Städte verloren hat, schon länger angedacht ist. Dem Selbstverständnis der Gruppe tut dies keinen Abbruch, da sie den Krieg seit jeher als Abnutzungskrieg gegen den Feind verstanden hat und es dann eben mal so mal so läuft.

Es ist anzunehmen, dass es nach wie vor tausende Kämpfer des IS gibt, die in den nächsten Jahren versuchen werden im Irak und auch in Syrien die lage instabil zu halten, um eine Rückkehr zur Territorialherrschaft vorzubereiten.
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Re: Entwicklung der Bürgerkriege in Syrien/Irak

Beitragvon Platon » Di 26. Dez 2017, 17:33

Assad und al Nusra&Co kämpfen an den Frontlinien der Provinz Idlib mittlerweile wieder wie immer. Der Krieg ist auf breiter Front eskaliert. Assad versucht zur Luftwaffenbasis Abu Dhuhur vorzurücken, um diese und eine bessere Nachschublinie nach Aleppo freizukämpfen. Den Kampf führt hauptsächlich al Nusra, d.h. es geht auch darum die Gruppe zu schwächen. Kurioserweise sind dabei auch IS-Kämpfer beteilligt, die von Assad-Truppen in Zentralsyrien geschlagen in die Rebellenenklave um Idlib geflohen sind und de facto Seite an Seite mit Assad gegen al Nusra kämpfen.
https://en.wikipedia.org/wiki/Northeast ... sive_(2017)

Entscheidende Geländegewinne sind den Assad-Soldaten in der Rebellenenklave Beit Jinn gelungen. Dort waren die Rebellen nicht in der Lage die strategisch wichtigen Anhöhen zu halten und es sieht danach aus, als wenn sie dort militärisch geschlagen werden.
https://en.wikipedia.org/wiki/Beit_Jinn_offensive

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