Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

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King Kong 2006
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Arabische Halbinsel & Iran = Idioten, Melkühe und Fakenews - im Orient nichts neues

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 31. Mai 2017, 19:24

Es gibt in der Region Persischer Golf unterschiedliche und sich überschneidende Interessen der Staaten. Saudi-Arabien und Iran sind sich nicht grün. Riad ist bemüht eine Art Fraktionszwang auf der Arabischen Halbinsel zu forcieren. Ständige Querulanten sind Katar und Oman. Katar fühlt sich von dem großen Bruder Saudi-Arabien gegängelt und Oman hat traditionell gute Beziehungen zum Iran, schon unter Kaisers Zeiten. Noch heute führen sie militärische Manöver zusammen im Persischen Golf durch.

Einer der weiteren vielen Verschwörungen in der Region.

Saudisch-katarischer Konflikt: "Fake", sagt der Scheich zum Emir

Glaubt man den saudisch gesteuerten Medien, ist der Emir von Katar dabei, sich mit dem Iran gegen die Araber zu verschwören. Katar schreit "Fake-News" – und verbreitet seine eigenen Geschichten über den saudischen Königssohn.

Geheimtreffen mit Iranern

Der in Doha beheimatete TV-Sender Al Jazeera wurde in Ägypten, Saudi-Arabien, den Emiraten und Bahrain lahmgelegt. Dort hören und sehen die Medienkonsumenten jetzt täglich neue Horrormeldungen über die katarisch-iranische Verschwörung gegen die Araber. Etwa dass der katarische Außenminister soeben in Bagdad mit dem iranischen General Ghassem Soleimani zusammengetroffen sei, Thema des Treffens, wie Katar gegen die Beschlüsse des Gipfels von Riad arbeiten könne.

Katar fällt auf den Kopf, dass es stets eigene, von Saudi-Arabien unabhängige politische Wege gehen wollte. Besonders beim Thema Muslimbrüder gab es andere – durchaus fragwürdige – Ansätze im Emirat, das sich genauso wie Saudi-Arabien ja eigentlich zum salafistisch-wahhabitischen Islam bekennt. In Al Jazeera ist etwa der aus Ägypten stammende Prediger Yussuf Qaradawi groß geworden, in Doha fand die Hamas-Spitze Aufnahme, als sie Syrien verlassen musste; und dort ist auch im Vorjahr der syrische Muslimbruder Mohammed Surur gestorben.

derstandard.at/2000058476075/Saudisch-katarischer-Konflikt-Fake-sagt-der-Scheich-zum-Emir


Die Beziehungen des arabischen Staates Katar zum nicht-arabischen Staat Iran sind wohl tatsächlich rein zweckgebunden. Katar will Saudi-Arabien ausbremsen. Nicht zuletzt militärische Beziehungen zur Türkei dienen demselben Zweck. Katar selbst ist auch kein Unschuldslamm. Die Beziehungen des arabischen Staates Oman zum Iran sind viel substantieller. Die intensiven Beziehungen reichen bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. Der Iran half militärisch mit den Aufstand im Oman niederzuschlagen. Fast ähnlich intensiv wie jetzt im Irak und Syrien. Damals war der Iran neben eigener Rechnung dort auch ein Proxy der USA (siehe Dhofar Aufstand).

Nachdem sich Saudi-Arabien und Iran endgültig nichts zu sagen haben, jedenfalls dieser Tage, meldet sich Khamenei noch mal zu Wort.

Khamenei nennt Saudi-Arabiens Führung "Idioten"

"Milchkühe für die Amerikaner"

Die saudischen Führer sind laut Khamenei "ein unfähiger und wertloser Haufen", der das Schicksal einiger Muslime in der Hand habe.

derstandard.at/2000058345507/Iran-Khamenei-nennt-Saudi-Arabiens-Fuehrung-Idioten


Nichts neues. "Die Iraner" nahmen die Saudis nie ernst und beten für den Tag, an dem die USA ihre Truppen dort abziehen. Und die Könige und Prinzen sahen im Iran, egal ob vor oder nach 1979, immer eine Gefahr für ihre Interessen.
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Sykes-Picot II

Beitragvon King Kong 2006 » Do 1. Jun 2017, 22:49

Die Player schicken ihre Proxies in den Kampf.

Powerful pro-Iran Badr Brigades to enter Syria

Hadi al-Amiri, commander of the strongest Iraqi Shiite militia, the Badr Brigades, said Wednesday, May 31, that his forces are preparing to enter Syria. The advanced capabilities of this powerful Iranian-led militia, would tilt the Syrian war strongly in Iran’s favor, with alarming ramifications for the US, Israel and Jordan.

Al-Amri, in making this announcement, cited Iran’s new slogan: “Iraq’s security will be maintained only if Syria’s security is preserved.” In other words, the Syrian conflict would end only when pro-Iranian Shiite militias, including Hizballah, control Syria like they control Iraq.


The combat capabilities of the Badr Brigades, estimated at between 30,000 and 50,000 strong, are impressive. One of the most professional and well-trained military forces in Iraq, its recruits receive instruction at special camps operated by Revolutionary Guard Corps on Iranian soil. The militia consists of special forces, tank, mechanized infantry, artillery and antiaircraft units. The high quality of their munitions may be seen in the photo at the top of the story.

Their entry into Syria could raise the total of pro-Iranian Shiite forces fighting in Syria to 80,000 to 100,000 troops.


Es geht im wesentlichen um die Kontrolle der Grenzregion Syrien/Irak. Die USA versuchen dagegen zu steuern.

Intelligence sources expect the Badr Brigades to first head south towards the Deir ez-Zor area to link up with the Syrian Arab Army and Hizballah forces, which are threatening the US special forces and allied hold on a key crossing that commands the triangle where the Jordanian, Syrian and Iraqi borders meet.

http://www.debka.com/article/26079/Powe ... nter-Syria


A showdown is looming between the US, Syria and Iran at Tanf

http://www.militarytimes.com/articles/a ... an-at-tanf


USA liefern Waffen an Kurdenmilizen bei Rakka

Kurdische Kämpfer nahe der IS-Hochburg Rakka haben die ersten zugesagten Waffen bekommen. Die Türkei kritisiert die Unterstützung der von ihr bekämpften Gruppe scharf.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017 ... i-rakka-is


Die USA geraten in der Frage der Verbindungswege mit dem Iran aneinander. Der Iran will einen direkten, kontrollierten Weg vom Iran über den Irak nach Syrien/Libanon. Dabei geht es um Sicherheitspolitik und Transportwege für Rohstoffe. Die USA können das aus geostrategischen Gründen nicht hinnehmen. Der Konflikt der USA mit der Türkei entzündet sich primär um die Frage der Rolle der kurdischen Milizen. Waffenlieferungen an diese ist praktisch gleichzusetzen mit Waffenlieferungen an Feinde der Türkei durch die USA. Allerdings setzt sich das auch zwischenstaatlich fort, siehe der Prediger Gülen in den USA und der Haft genommene us-amerikanische Prediger in der Türkei. Und zwischen der Türkei und dem Iran knistert es auch nachdem iranische Grenzer von kurdischen Kräften getötet wurden im türkisch-iranischen Grenzgebiet. Teheran macht Ankara mitverantwortlich.
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Irakische PMF überschreitet Grenze zu Syrien

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 3. Jun 2017, 08:06

In den letzten Jahren war es üblich, daß in Syrien auch Kräfte aus dem Irak operieren. Nun scheint es eher offiziellen Rahmen zu haben. Die irakische PMF operiert nun auch im syrischen Grenzgebiet.

Iraq’s Iran-backed Popular Mobilisation Units (PMU) on Friday crossed the border into Syria. This comes despite repeated warnings by the Kurdish YPG leadership and Syrian Democratic Forces (SDF).


“By taking the border area, we have given the Syrian army the ability to comfortably advance on Raqqa,” Nouri added.

However, the Kurdish-led SDF forces have launched a major offensive against ISIS in Raqqa. The US-backed forces imposed a siege on ISIS militants inside the city, which is deemed a de facto capital for the ISIS self-proclaimed Caliphate.


Qasim Musla, brigadier general of PMU group Liwaa Al-Toufouf, told ARA News that the Iraqi air cover facilitated their progress against ISIS near the border with Syria.

http://www.aranews.net/2017/06/iraqs-sh ... -warnings/
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Direkter Angriff auf Rakka steht bevor?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 3. Jun 2017, 21:39

Offenbar sind es die kurdische YPG, die die "Ehre" hat Rakka zu erobern. Hätte ich nicht gedacht, das es die Kurden sein würden.

Kurdenmiliz will Offensive auf Rakka binnen Tagen starten

Laut Angaben der Kurdenmiliz haben die Truppen bereits die Außenbezirke der Stadt erreicht

Beirut – Die Offensive auf die syrische IS-Hochburg Rakka soll nach Angaben der Kurdenmiliz YPG in den kommenden Tagen beginnen. "Die Truppen haben die Außenbezirke der Stadt erreicht, und die Hauptoperation wird in den nächsten Tagen starten", sagte der Sprecher der Miliz, Nuri Mahmud, der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag am Telefon. Hinter der Offensive stehen die Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF), die kurdische und arabische Milizen vereinen und von den USA und der Anti-IS-Koalition unterstützt werden. Rakka gilt als Hauptstadt der Extremistenmiliz IS in Syrien.

Die syrische Armee erklärte unterdessen, sie habe gebirgiges Territorium östlich der Straße von Damaskus nach Aleppo vom IS zurückerobert. Außerdem hätten die Regierungstruppen 22 Dörfer und Gehöfte nahe Maskaneh eingenommen, der letzten größeren Stadt in der Hand des IS in der Provinz Aleppo. Sollte Maskaneh fallen, könnten die von Russland unterstützten syrischen Truppen bis an die Grenze der Provinz Rakka vorstoßen, die großteils unter Kontrolle der von den USA unterstützten Milizen ist, die gegen den IS und gegen die syrische Regierung kämpfen.

derstandard.at/2000058710586/Kurdenmiliz-will-Offensive-auf-Rakka-binnen-Tagen-starten


Das wird propagandistisch nicht zu unterschätzen sein, für die kurdischen Interessen.

Sollte Rakka demnächst fallen, hätte das Kalifat keine wirklich große Stadt mehr unter Kontrolle. Mosul im Irak verloren und Rakka in Syrien. Wo ist der Kalif? Es wird gemunkelt, er hätte sich irgendwo in der Nähe des Euphrat zurückgeflüchtet.
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Wir haben Kontakt - Korridor zwischen Teheran-Bagdad-Damskus-Beirut

Beitragvon King Kong 2006 » So 11. Jun 2017, 07:47

Syrischen Streitkräften ist es zusammen mit Unterstützern gelungen die Landverbindung mit dem Irak wiederherzustellen. Bis dato wurde dies vom IS oder durch Landkontrolle der kurdischen YPG verhindert.

How an Iranian general duped US command in Syria

Soleimani’s forces were found to have quietly reached new positions on both sides of the border.

1. He had moved those forces to a point 56km north of Al-Tanf to a rendezvous with pro-Iranian Shiite militias which had come from southern Iraq. That rendezvous breached the Iraqi-Syrian border and attained Iran’s strategic goal of opening up a land bridge between Iraq and Syria.

2. A second pro-Iranian force captured and cut off the roads from northern Syria to the southeastern town of Deir ez-Zor, thereby segregating US and pro-American forces in the north from the American garrison in the south.

Our sources cannot confirm for certain what part the Russians played in Iran’s underhand maneuver. Were they in on it, or were they hoodwinked by Soleimani like the Americans? However, the bottom line of this incident is that Syria’s neighbors, Israel and Jordan, face a new and distinctly troubling downturn in the strategic

http://www.debka.com/article/26092/How- ... d-in-Syria


Die Personalstarke irakische PMF erhält dadurch die Möglichkeit eines sicheren Zugangs nach Syrien für die Unterstützung.

Iran on Syrian-Iraqi Border Via al-Tanf

Beirut- Syrian forces and their allied militias reached the Iraqi border on Friday, achieving Tehran’s strategic objective in linking the Syrian border with Iran via Iraq and guaranteeing a meeting point for Iraq’s Popular Mobilization Forces and groups backed by Tehran in Syria.


Eine iranische Drone vom Typ Shahed 129 soll diese Bewegungen durch Ablenkungen an anderer Stelle gedeckt haben, wie es aus verschiedenen Quelle heißt. Halte ich zwar für gewagt, das das in der Form so klappt, aber naja. Die USA wollten ja gerade diese räumlichen Zugewinn der Landverbindung verhindern.

On Thursday a US jet shot down a pro-regime combat drone that fired what turned out to be a dud bomb at US-led coalition forces close to the garrison near the Jordanian border.

https://english.aawsat.com/p-astatih/ne ... ia-al-tanf


U.S. F-15E Downs Iranian-Built Syrian Drone After Airstrike on U.S. Led Forces

https://theaviationist.com/2017/06/09/u ... ed-forces/
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Iran -> Mittelmeer

Beitragvon King Kong 2006 » Di 13. Jun 2017, 20:09

Es ist das erste Mal seit fast 1400 Jahren (pers. Sassanidenreich), daß der Iran wieder einen möglichen, ungehinderten Zugang zum Mittelmeer hat. Vor ca. 2400 Jahren führt die pers. Königsstraße im pers. Achämenidenreich vom heutigen Iran nach Sardes (im Westen der heutigen Türkei) gen Mittelmeer.

Die Persische Königsstraße war eine historische Hauptstraße, die vom persischen König Dareios I. im 5. Jahrhundert v. Chr. angelegt wurde. Darius ließ diese Straße bauen, um schnelle Kommunikation innerhalb seines sehr großen Reiches von Susa bis Sardis zu erleichtern. Seine Kuriere konnten so 2.699 km in sieben Tagen zurücklegen. Der griechische Historiker Herodot schrieb: „Es gibt niemanden in der Welt, der schneller als diese persischen Kuriere reist.“ Herodots Lob für diese Boten – „Weder Schnee noch Regen noch Hitze noch Dunkelheit hält sie davon ab, die ihnen übertragene Aufgabe mit der größtmöglichen Geschwindigkeit zu erledigen“ – war die Vorlage für das inoffizielle Motto der Postboten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Persische_Königsstraße


2017 n. Chr. gibt es jetzt wieder eine Möglichkeit vom Iran, über den Irak, Syrien/Libanon ans Mittelmeer.

Realistisch wurde diese Option erstmals wieder nach 1980. Saddam griff den in Verwirrung und mit dem Westen ehemals eng verbündeten Iran an. Im Laufe dieses Krieges formierte sich eine Allianz Irans mit Syrien. Und es formierte sich die Hisbollah im Libanon. Den befürchteten und möglichen Durchmarsch Irans gen Westen bzw. gen Süden (arabische Halbinsel) wurde mit einer praktisch grenzenlosen Unterstützung Saddams gekontert. Bis hin zu wiederholten Waffeneinsätzen von Massenvernichtungswaffen in erheblichem Umfangs zur Frontstabilisierung gegenüber Iran und gegenüber der eigenen Bevölkerung. Danach war der Iran erschöpft. Saddam durch diese ganzen Chemielieferungen auf Steroiden und manisch. Während der Iran abgenervt und grollend vor sich hin grummelte suchte der hyperventilierende Saddam neue Spielwiesen zum Streßabbau. Die Bush-Dynastie in den USA brachte wieder Bewegung. Während Papa Bush Kuwait als Lockmittel nutzte den abgehobenen Saddam auszubremsen und diesen fand durch den Einmarsch in Kuwait, machte G.W.Bush, der in einer ähnlichen Qualitätsliga wie Trump spielt dem Iran wieder die Spielräume auf. G.W.Bush - anders als sein Vater- zertrümmerte die Struktur Iraks. Das Tor Irans gen Westen.

“The corridor is done,’’ a Kurdish official told me, speaking on the condition of anonymity. “The Iranians can go from the Iranian border all the way to the Mediterranean.”


The development is potentially momentous, because, for the first time, it would bind together, by a single land route, a string of Iranian allies, including Hezbollah, in Lebanon; the Assad regime, in Syria; and the Iranian-dominated government in Iraq.


No Iranian trucks or other vehicles have apparently used the route yet, and no Iranian official has spoken publicly about it.

A senior American official who deals with the Middle East contested the idea that the Iranian corridor was open, saying that there were still many actors on the ground who could frustrate the Iranians’ efforts to pass. “It’s an extremely long way through Syria, and they would not control those roads,’’ the official said, of the Iranians.

http://www.newyorker.com/news/news-desk ... h-in-syria


TOP ISRAELI INTEL OFFICIAL: THREAT OF IRAN'S MIDEAST DOMINANCE ‘IMMEDIATE’

Concern among officials about Iran’s influence – and what is believed to be its goal of forming a land corridor from Tehran to Beirut – has grown.

http://www.jpost.com/Arab-Israeli-Confl ... ate-495062


Der Iran besitzt das Land für diesen Korridor nicht. Anders als bei den pers. Reichen zuvor. Aber durch Allierte hat er die Möglichkeit der Nutzung dessen. So, wie die USA nicht Eigentümer diverser Basen in der Region ist und diese nicht räumlich als imperiale Macht einverleibt hat. Wie die großen Basen auf der arabischen Halbinsel des Persischen Golfes. Aber sie sind da.

Der Iran war auch schon vor Jahrzehnten am Mittelmeer. Aber dazwischen waren funktionierende Staaten wie Syrien und Irak. Eine permanente Pipeline, oder Straße ist etwas völlig anders als eine Luftbrücke, was die logistischen Möglichkeiten betrifft.
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Kooperation Russland & Iran - Ein Paradies für Dronen

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 17. Jun 2017, 00:52

Bekanntermaßen kooperieren Teheran und Moskau in Syrien und Irak. Der Iran koordiniert im wesentlichen die Operationen am Boden. Weil er dazu die Möglichkeiten hat. Russland leistet im wesentlichen die Luftunterstützung. Weil es die Möglichkeiten dazu hat. Das gilt für Luftangriffe und den Einsatz von Marschflugkörpern. Es gibt aber tatsächlich einen Bereich in der Luftkriegsführung, der im wesentlichen vom Iran übernommen wird. Der Einsatz von UACV , also Kampfdronen. Die russische Luftwaffe hat keine in ihren Reihen. Etwas ungewöhnlich für Streitkräfte dieser Größenordnung. Es gibt Entwicklungen in Russland. Aber noch keine Serienreife. Vor kurzem gelang es es der US-Airforce erstmals eine große iranische Drone abzuschiessen, vom Typ Shahed 129. Ein leistungsfähigerer Nachfolger ist die Fotros. Bis dato waren es meist kleinere iranische Dronen (UAV) bzw. kleine UACVs (bewaffnete Dronen).

Russia and Iran Cooperate on UAVs, UCAVs

Iran is sharing its experience of operating UAVs with Russia, including three years of operations over Iraq and Syria. The cooperation started in October 2013, when Russian air force commander Gen. Victor Bondarev visited Tehran and was presented with a local copy of the Scan Eagle UAV. Both Iran and Russia have operated small UAVs over Syria, but a new dimension to Iran’s activities there became apparent on June 8, when a U.S. Air Force F-15E shot down an Iranian-made UAV “similar in size to the MQ-1 Predator.”

This medium-altitude long-endurance (MALE) vehicle was later identified as a Shahed 129 UCAV. Operated by Iran’s Islamic Revolutionary Guards Corp (IRGC), the drone had attacked Syrian rebels operating around At-Tanf who are trained and supported by the U.S. The Shahad 129 has a claimed range of 1,700 km and a 24-hour endurance, and can carry various air-launch munitions including guided missiles. It was not the first Iranian UAV to be shot down by rebel fire, but all previous incidents involved relatively small and inexpensive Ababil and Mohajer series drones for close-in tactical reconnaissance and surveillance.


Pikant hierbei ist, daß Russland neben iranischen UACVs auch israelische Kampfdronen evaluiert.

The Russian expeditionary forces in Syria are also operating a total of 80 small UAVs, such as the Orlan-10, Granat, Eleron, Zala-426-16 and Forpost (which is a licensed copy of the IAI Searcher Mk.2). Some time after Bondarev’s visit to Tehran, the Russian MoD stated that Iranian drones, along with those from Israel (IAI Bird Eye-400, I-View Mk150 and the like acquired in 2012), were being used for evaluation and for the training of Russian UAV operators. Recently, Russian media has reported the testing of a United 40 Block 5 UCAV with claimed 100-hour endurance that was acquired from the UAE’s Adcom Systems.

https://www.ainonline.com/aviation-news ... uavs-ucavs


Diese wehrtechnischen Überschneidungen sind im besonderen Fokus und sehr sensitiv in ähnlicher Konstellation - Iran und Israel - in China und Indien. Alle Beteiligten sind sich nicht sicher, daß ihre Waffentechnik zu Drittpartern gelangt. Sei es gewollt, oder durch Sicherheitslücken.

Iranische Dronen werden in der Region massiv eingesetzt. Z.T. ist die Entwicklung ähnlich begründet, wie bei den Raketenstreitkräften, aufgrund der defizitären Luftwaffe seit dem Bruch mit dem Westen.

Iran has used drones extensively in Syria and Iraq, supplying both countries’ governments with reconnaissance data and identifying targets for manned airstrikes. Iranian drones have been spotted flying over Syrian battle zones since the early days of the Syrian civil war. Altogether, Iran probably has more operational experience with drones than any country other than Israel or the United States.

In 2015, Venezuela’s president, Nicolas Maduro, announced that his country had collaborated with Iran to develop and produce a fleet of surveillance drones to patrol the country’s borders. The Arpia-001 drones, which are based on Iran’s Mohajer series, will be used to seek out drug smugglers.

Also, Iranian officials have told the media that Russia wants to import the technology of one of the Iranian-made drones. The official refused to unveil more details. Iran earlier gave Russia a copy of ScanEagle – a US spy drone – as proof that its elite forces have reverse-engineered and mass produced the American UAV.

http://www.arabianaerospace.aero/home-drone.html


Seit einigen Jahren fliegen iranische Dronen auch neben bzw. über US-Flugzeugträgern. Sie sind allerdings wohlweislich nicht bewaffnet. Das würde von der US-Navy auch nicht so ohne weiteres toleriert werden. Denn eine UACV könnte auch einem Flugzeugträger nicht unerheblichen Schaden zufügen.

Unarmed Iranian drone takes 'precise' photos of US ship, state media reports

Commander Kevin Stephens, a spokesman for the US navy’s 5th fleet based in Bahrain, said an unarmed Iranian drone flew near the French aircraft carrier Charles de Gaulle and “directly over” the USS Harry S Truman on 12 January as the vessels were in international waters in the Persian Gulf.

He said the navy launched a helicopter that determined the drone was not armed and “posed no danger to the ship” as the carrier was not conducting flight operations at the time. His comments implied that had there been active takeoffs and landings of US aircraft, the situation might have changed.

https://www.theguardian.com/world/2016/ ... ier-photos


Dronen fliegen in der Region wie Fliegenschwärme. Die USA liquidieren damit Terrorfürsten, wie auch kollateral Hochzeitsgesellschaften in rauhen Mengen in Afghanistan/Pakistan. Die Flüge gen und über den Iran sind Legion. Das führte im Iran teilweise zu mysteriösen UFO-Sichtungen, hinter denen wohl Dronen aus den USA oder Israel stecken. Auch ist die "Landung" der großen hochmodernen US-Stealth Drone RQ-170 im Iran zu erwähnen. Wobei es unklar ist, ob sie Notlanden mußte, oder durch electronic warfare übernommen wurde.
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PMF - Transnationaler Akteur?

Beitragvon King Kong 2006 » So 18. Jun 2017, 09:30

Die irakische PMF werden als Akteur bei den Operationen im Raum Irak/Syrien immer bedeutsamer.

Es ist der große irakische Dachverband diverser meist schiitischer Milizen. Die PMF ermöglichte es den irakischen Streitkräften die Rückeroberung großer Teile Iraks erfolgreich abzuschliessen. Vormals waren die irakischen Streitkräfte auf dem Rückzug. Teile des PMF operieren auch zusammen mit anderen Einheiten in Syrien. Eher inoffiziell. Sie treten jetzt selbstbewußter auf. Ein Knackpunkt zwischen Washington und Teheran ist nun die Aufgabe des PMF bei transnationalen Operationen zwischen den Staaten Irak und Syrien. Der PMF sichert Grenzposten zwischen den Staaten. Sie sollen die Logistik zwischen Teheran, Bagdad, Damaskus und dem Libanon sicher stellen. Ganz nebenbei werden damit die Restnester der IS bzw. Al-Qaida angegangen.

From Tehran to Beirut: Shia militias aim to firm up Iran's arc of influence

Iranian plans to secure ground routes across Iraq and Syria and being shored up by proxies driving Isis from the region

On the road into town, Abu Mahdi al-Muhandis, the joint leader of the PMF, was greeting his victorious forces who in recent weeks have carved out a new swath of influence from Mosul to the Syrian border.

“This was the last castle in the area for Isis, said Muhandis, in a rare interview inside a tribal meeting hall his men had commandeered. “It was the crossing point for terrorists from Turkey since 2013-2014. They entered Ba’aj and Tel Afar. It’s a strategic area for their leaders.”


Along the highway from Qayyara to the south of Mosul, diggers, roadwork machines and bulldozers are lined up. Some will join the Shia-dominated units in battle as they push the retreating ranks of Isis into Syria.

Others will soon be used to consolidate what has been left behind, a barely passable network of roads which – when repaired and expanded – will form a vital route to the border and beyond, with Baaj serving as a waypoint.

“We are not leaving Ba’aj,” said one senior PMF member. “This will be our main base in the area.”

That afternoon, semi-trailers carrying blast walls trundled through the town toward a government building in the centre.

Not far away, the Nujaba Movement, an Iraqi militia that led the fight against forces in Syria opposed to Bashar al-Assad, has set up a base. So too has every one of the militia protagonists to have fought Isis inside Iraq.


The transformation of Ba’aj, from an out-of-bounds haven for Isis leaders to a focal point for Iran’s efforts to change the regional dynamic, is taking place rapidly, even before hundreds of booby-trapped homes have been cleared.

“It’s important,” said the PMF member. “We will do a lot from here.”

In early May, PMF leaders told their senior members a land corridor that would give Iran a supply line across Iraq and Syria and into Lebanon, had been rerouted south of Mt Sinjar, 25 miles to the north. Ba’aj was to be the first main hub, and from there the road was to cross into Syria through the city of Deir Azzour and town of Mayedin, both of which remain under Isis control.


The highway is a focal point of efforts to safeguard a viable route, but senior PMF members said other potential corridors were also being explored as the collapse of Isis rapidly changes the battlefield around the border. A path through Deir ez-Zor, Mayedin and Palmyra and then on toward Damascus is, for now, a preferred option, they said.


Im Moment bevorzugter Landkorridor:
https://interactive.guim.co.uk/uploader ... kmStLeMZ7/

Der PMF wird nun offenbar als transnationaler Akteur auftreten.

With spheres of control now physically taking shape across the battlefield, Muhandis was bullish about what may come next, but reluctant to reveal whether PMF units will now openly cross into Syria.


Ein Teil der Route geht in das Herz des Rückzugraumes des IS. Das wird ein schwerer Kampf werden. Allerdings ist die Führung des PMF auch der Auffassung das dies unumgänglich ist. Da man keinen Ruhe- und Rückzugraum gewähren darf.

“Isis now is in the Euphrates basin in Syria and Iraq, he said. “They are trying to stay there. We want to do a military operation there. I think it will take at least a year, maybe more.

“Al-Qaida was defeated, and then came back as Isis. If we didn’t destroy everything, all this area would be Isis again under a different name.”

https://www.theguardian.com/world/2017/ ... -influence


Zur Erinnerung:

Popular Mobilization Forces

The People's Mobilization Forces (PMF), also known as the Popular Mobilization Units (PMU), is an Iraqi state-sponsored umbrella organization composed of some 40 militias, which are mainly Shia Muslim groups, but there are Sunni Muslim, Christian, and Yazidi individuals as well.

https://en.wikipedia.org/wiki/Popular_M ... ion_Forces


Die PMF werden als permanenter Teil der Streitkräfte Iraks erhalten bleiben. Sie selbst versuchen im Moment zu beruhigen. Sie würde die Grenze nach Syrien hinein nicht überschreiten. Wobei wie gesagt in der Vergangenheit bereits Einheiten der PMF zusammen mit libanesischen, afghanischen und pakistanischen Kräften bereits in Syrien aktiv waren/sind. So, bei der Rückeroberung Aleppos. Offiziell natürlich ein glorreicher Sieg der syrischen Armee. Die PMF mag nicht die militärischen Fähigkeiten der libanesischen Hisbollah haben. Aber durch ihre schiere Größe (140 000 bis hin zu möglichen 800 000 Reservisten) sind sie ein mächtiger Akteur. In enger Anbindung an den Iran.

Diese "Königsstraße" eröffnet auch Russland einen Landweg. Über den Kaukasus.
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Iran feuert MRBMs auf Stellungen des IS in Syrien

Beitragvon King Kong 2006 » So 18. Jun 2017, 22:43

Der IS hat die Verantwortung für die Terroranschläge im Iran angemeldet. Vom Iran aus wurden Mittelstreckenraketen auf Stellungen des IS bei Deir al Zour abgefeuert. Vermutlich von der Bakhtaran Missile Base.

Iran fired missiles on Sunday into eastern Syria, aiming at the bases of militant groups it holds responsible for attacks in Tehran which left 18 dead last week, Iran’s Tasnim news agency reported.

Iranian Revolutionary Guards launched the mid-range ground-to-ground missiles from western Iran into the Deir al Zour region of eastern Syria, killing a “large number” of terrorists and destroying their equipment and weapons, it said.

http://nypost.com/2017/06/18/iran-fires ... r-attacks/
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Re: Direkter Angriff auf Rakka steht bevor?

Beitragvon garfield336 » So 18. Jun 2017, 23:07

King Kong 2006 hat geschrieben:(03 Jun 2017, 22:39)

Offenbar sind es die kurdische YPG, die die "Ehre" hat Rakka zu erobern. Hätte ich nicht gedacht, das es die Kurden sein würden.



Das wird propagandistisch nicht zu unterschätzen sein, für die kurdischen Interessen.

Sollte Rakka demnächst fallen, hätte das Kalifat keine wirklich große Stadt mehr unter Kontrolle. Mosul im Irak verloren und Rakka in Syrien. Wo ist der Kalif? Es wird gemunkelt, er hätte sich irgendwo in der Nähe des Euphrat zurückgeflüchtet.


Tal Afar ?
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Re: Direkter Angriff auf Rakka steht bevor?

Beitragvon Kardux » Mo 19. Jun 2017, 00:28

garfield336 hat geschrieben:(19 Jun 2017, 00:07)

Tal Afar ?


Also ich glaube niemandem mehr bezüglich des selbsternannten Kalifen. Kurdische und schiitische Medien melden seit fast zwei Jahren gefühlt jeden Tag neue Meldungen. Mal flieht er nach Syrien, dann ist er plötzlich getötet worden, dann unterstützt er seine Kämpfer moralisch mitten in Mosul, dann ist er wieder in Hawija, etc.

Ich verstehe eigentlich auch nicht die Besessenheit in diese Person. Sein Vorgänger Zarqawi war doch auch leicht ersetzbar. Namen von Organisationen und Köpfe sind schnell zu ersetzen. Wichtig ist ein vorhandenes Konfliktpotential (das nach dem Sieg der Schiiten wohl nur mehr vorhanden sein wird) und Investoren die ein Interesse am Ausbruch eines Konfliktes haben. Auch das scheint weiterhin der Fall zu sein.

Kurz gesagt: Schon morgen könnte sich der nächste IS formieren und dann steigt ein neuer "Kalif" aufs Podest...
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Re: Direkter Angriff auf Rakka steht bevor?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 19. Jun 2017, 06:48

garfield336 hat geschrieben:(19 Jun 2017, 00:07)

Tal Afar ?


Das liegt im Irak. Vermutlich nicht zu empfehlen. Der Bewegungsspielraum ist dort für die IS-Spitze geringer. Diese Stadt ist quasi vom PMF belagert. Gerade von den schiitischen Milizen. Das Euphrat-Gebiet ist viel größer, sprich bietet noch besseren Bewegungsspielraum.
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Re: Direkter Angriff auf Rakka steht bevor?

Beitragvon garfield336 » Mo 19. Jun 2017, 06:57

King Kong 2006 hat geschrieben:(19 Jun 2017, 07:48)

Das liegt im Irak. Vermutlich nicht zu empfehlen. Der Bewegungsspielraum ist dort für die IS-Spitze geringer. Diese Stadt ist quasi vom PMF belagert. Gerade von den schiitischen Milizen. Das Euphrat-Gebiet ist viel größer, sprich bietet noch besseren Bewegungsspielraum.


jaja, aber ich wollte nur erwähnen dass es dann doch noch eine grössere Stadt in IS Hand gibt.
Es handelt sich ja nicht um ein kleines Dorf.

Und dort hatte selbst die US-Army ihre schwierigkeiten. :|
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Kommunikationskanäle? Wo fängt es an, wo hört es auf?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 19. Jun 2017, 19:16

In dem "Sykes-Picot" Raum kämpfen viele Nationen. Militärisch, nachrichtendienstlich, mit Kommandos. Deshalb ist oder scheint es zumindest unumgänglich, das ein Mindestmaß an Absprachen erfolgen muß. Aber wie weit geht das?

Als Trump medienwirksam die Zerstörung von Gebäuden, inklusive Kantinen auf einem syrischen Flughafen anordnete, war dies möglich (Zerstörung von nicht kriegswichtigen Elementen), weil sie vorher Moskau informierten. Die warnten die Syrer. Wichtiger war es, das keine Russen oder Iraner mehr da waren. Wären sie bei einem US-Angriff getötet worden, hätten mögliche Folgen in keinem Verhältnis zu dem medienwirksamen Angriff auf Gebäude des Flughafens gestanden. Der Flughafen nahm kurze Zeit danach auch wieder den Betrieb auf.

Teheran befahl einen Einsatz von Mittelstreckenraketen auf Ziele in Syrien. Gab es eine iranische Vorwarnung? Nicht für den IS, aber in Richtung USA und Israel? Vielleicht über Moskau? Zudem wäre es unglücklich gewesen, wenn US-Kommandos im Detonationsraum gerade Jagd auf IS-Führer gemacht hätten.

Wenn im Iran Mittelstreckenraketen abgefeuert werden, dann ist das für die Luftraumüberwachung Israels, der USA oder der NATO ein Hingucker. Sicher kann man anhand der Flugparameter feststellen, ob sie auf Israel oder auf Ziele in Europa ausgerichtet sind, aber ich könnte mir vorstellen, das auch hier eine Meldung, wenn auch indirekt, an die USA und Israel gegangen ist, daß Ziele in Syrien anvisiert wurden. Netanjahu jedenfalls schickte erwartungsgemäßg eine Warnung ab. Zwar wurden iranische Waffensysteme bereits in Kämpfen mit den IDF eingesetzt, aber der Raketenangriff auf Ziele in Deir al Zour über den Irak hinweg, war von der Entfernung her der der größte robuste Distanzangriff Irans bisher.

After Iran fires missiles at IS in Syria, Netanyahu warns it not to threaten Israel

http://www.timesofisrael.com/after-miss ... ng-israel/


Jetzt allerdings soll es zwischen Russland und den USA richtig Ärger geben. Der Abschuß eines syrischen Kampfflugzeuges war ganz offensichtlich, anders als der Angriff auf einen syrischen Flughafen nicht abgesprochen. Es traf ja Russland auch nicht direkt.

Russland betrachtet Jets der US-Koalition als potenzielle Ziele

Als Reaktion auf den Abschuss eines syrischen Kampfjets kappt Moskau den Kommunikationskanal zu den USA. Offen droht Moskau mit dem Abschuss von Flugzeugen der amerikanisch geführten Koalition.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 52930.html


Man muß sich dort über "Verkehrsregeln" einigen, über Kommunikation und über Verkehrswidrigkeiten. Das ist bei so unterschiedlichen Akteuren und Interessen nicht einfach.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 23. Jun 2017, 23:15

De Facto existiert ein sogenannter Nationalstaat Syrien oder Afghanistan, Kongo oder auch Libyen schon heute nicht mehr, und die Liste der gescheiterten Staaten künftiger Länger werden.


Wir haben nur erst die Vorwehen einer noch viel größeren Problematik zu spüren bekommen ( Bürgerkrieg Syrien , Konflikte im Irak und Jemen) die wahren Katastrophen kommen noch. Wenn erstmal die großen Staaten auseinander fallen ( Ägypten, DR Kongo, Nigeria) allesamt Staaten mit einer höheren Einwohnerzahl als Frankreich oder Deutschland, dann werden die Flüchtlingszahlen von heute noch recht geringer erscheinen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Audi » Sa 24. Jun 2017, 13:18

Dann sollte man aufhören Islamisten mit Waffen zu beliefern.
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Re: Arabische Halbinsel & Iran = Idioten, Melkühe und Fakenews - im Orient nichts neues

Beitragvon Alpha Centauri » Di 27. Jun 2017, 21:20

King Kong 2006 hat geschrieben:(31 May 2017, 20:24)

Es gibt in der Region Persischer Golf unterschiedliche und sich überschneidende Interessen der Staaten. Saudi-Arabien und Iran sind sich nicht grün. Riad ist bemüht eine Art Fraktionszwang auf der Arabischen Halbinsel zu forcieren. Ständige Querulanten sind Katar und Oman. Katar fühlt sich von dem großen Bruder Saudi-Arabien gegängelt und Oman hat traditionell gute Beziehungen zum Iran, schon unter Kaisers Zeiten. Noch heute führen sie militärische Manöver zusammen im Persischen Golf durch.

Einer der weiteren vielen Verschwörungen in der Region.



Die Beziehungen des arabischen Staates Katar zum nicht-arabischen Staat Iran sind wohl tatsächlich rein zweckgebunden. Katar will Saudi-Arabien ausbremsen. Nicht zuletzt militärische Beziehungen zur Türkei dienen demselben Zweck. Katar selbst ist auch kein Unschuldslamm. Die Beziehungen des arabischen Staates Oman zum Iran sind viel substantieller. Die intensiven Beziehungen reichen bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. Der Iran half militärisch mit den Aufstand im Oman niederzuschlagen. Fast ähnlich intensiv wie jetzt im Irak und Syrien. Damals war der Iran neben eigener Rechnung dort auch ein Proxy der USA (siehe Dhofar Aufstand). Keine der beteiligten regionalen wie überregionalen Kampfparteien mit ihren unterschiedlichen strategischen Interessen ( von den USA, über Russland, der Türkei bis zum Iran und den arabischen Golfstaaten) hat niemand wirklich eine moralisch gesehen reine weiße Weste. Jeder kocht auf seine Weise sein eigenes schmutzig blutiges Süppchen im Ringen um Macht Prestige, und Einfluss.

Nachdem sich Saudi-Arabien und Iran endgültig nichts zu sagen haben, jedenfalls dieser Tage, meldet sich Khamenei noch mal zu Wort.



Nichts neues. "Die Iraner" nahmen die Saudis nie ernst und beten für den Tag, an dem die USA ihre Truppen dort abziehen. Und die Könige und Prinzen sahen im Iran, egal ob vor oder nach 1979, immer eine Gefahr für ihre Interessen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Alpha Centauri » Di 27. Jun 2017, 21:25

Geopolitik kennt nicht nur weiß und schwarz hat selten was mit absolut richtig oder absolut falsch zu tun und erst nur bedingt etwas mit Moral
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USA und Iran - Geopolitik in Vorderasien

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 28. Jun 2017, 20:10

Die letzten Jahre benutzte ich meist die Begrifflichkeit Modus Vivendi, wenn es um die Beziehungen der USA und Iran ging. Damit meinte ich, daß der Disput zwischen beiden damit zusammenhängt und zwar praktisch ausschließlich, daß sie seit dem "Rauswurf" der USA 1979 aus dem Iran und der wechselvollen, schmerzhaften Geschichte miteinander (z.B. die Akte Mossadegh) auch ideologisch aneinandergeraten sind. Jedenfalls Teile der Verantwortlichen auf beiden Seiten. Die haben aber die Verantwortungsgewalt.

Das alles wäre sicher nur ein Sturm im Wasserglas, wenn es nicht diese Region wäre. Man braucht die Energieträger und vor allen Dingen die Möglichkeit diese zu transportieren. Und da wird aus einer weltgeschichtlich bedeutsamen Region auch eine weltwirtschaftlich große Nummer daraus. Was neu dazu gekommen ist, ist das Potential für Volkswanderungen. Die sind jedoch aber nicht neu, die gibt es ja seit Menschengedenken. Die USA muß das nicht kümmern, sie können befreiter dort kämpfen und intervenieren. Sollten die USA und der Iran sich in dieser Frage einmal annähern, der modus vivendi, dann würde die Region um zumindest einen Konfliktherd ruhiger werden.

Mit der Zertrümmerung des alten "Sykes-Picot-Raumes" hat sich das "bemühen" um einen Modus Vivendi zwischen den USA und dem Iran leider weiter verkompliziert. Die neuen Räume gerade im Levante Raum bieten jetzt neuen Stoff. Zudem könnte in Zukunft die arabische Halbinsel dazu kommen. Auch dort haben die USA und der Iran ihre Interessen. Falls es dort instabil wird, werden beide nicht weit sein.

Die USA haben als Wirtschaftsmacht keine andere Wahl als dort massiv zu intervenieren. Nachrichtendienstlich, diplomatische, wirtschaftlich und kriegerisch. Das sorgt dann zwar als Kettenreaktion für weitere Krisen, aber gar nichts zu tun, kann sich eine Wirtschaftsmacht zu erlauben. Und wenns nicht politisch mit der Interessendurchsetzung klappt, dann mit Clausewitz. Langfristige Kollateralschäden, wie auch politische Entwicklungen treten dahinter zurück. Der Iran hat per se keine wirkliche Möglichkeit gar nichts zu tun. Alleine aus dem Grund heraus, weil er dort wohnt. Ihm kann es nicht egal sein, was dort passiert. Ob unter dem Schah, der jetzigen Führung oder später eine sozialdemokratischen oder Junta. Auch das bringt natürlich wie im Falle der USA weitere Krisen mit sich. Beide sagen zwar, das sie aus gutem Interesse handeln. Also, wirtschaftlich sinnvoll, natürlich gerade auch wegen den Menschrechten, oder prophylaktisch aus Sicherheitsvorkehrungen, aber das geht auch immer auf Kosten anderer und anderer Entwicklungen.

Trump kritisiert die Vorgänger-Administration dafür, mal gar nicht, mal zu wenig, oder überhaupt dort irgendetwas verloren zu haben. Doch, siehe die "Protokolle von Greenwich", auch ein Trump hat gar nicht die Möglichkeit sich da herauszuhalten. Er ist nicht der Sonnenkönig um den sich in seinem Trump Tower und Hotels sich alles drehen muß, auch wenn er das meint. Er ist US-Präsident. Und die USA haben dort Interessen. Sonst hätten sie nicht die Position, die sie heute haben. Substantiell seit fast 80 Jahren dort in der Region. Und der Iran verfolgt dort seine Interessen seit 2500 Jahren.

Das Spielbrett ist seit ein paar Jahren in dieser Kombination der Beiden durch die Intervention von G.W.Bush vergrößert worden.

Neue Phase der Geostrategie

Wie USA und Iran ihren Machtkampf in Syrien austragen

Der Iran will seinen Einfluss ausweiten, Amerika das verhindern. Unter Trump werden die Vereinigten Staaten zur Konfliktpartei.


Anders als im Wahlkampf angekündigt, zeigen die Vereinigten Staaten unter Trump im Syrien-Konflikt ohnehin mehr Präsenz als unter Barack Obama. Die Zahl der im Land operierenden Spezialkräfte soll deutlich gestiegen sein; erst vor wenigen Tagen wurden Raketenwerfer an die jordanisch-irakische Grenze verlegt. Dort werden – auf syrischem Territorium – schon seit Längerem Anti-IS-Kämpfer von US-Militärs trainiert.

Das alles dürfte nicht nur als Abschreckung für Assad gedacht sein. Auch dessen Verbündetem Russland soll klargemacht werden, dass es nicht nach Gutdünken schalten und walten kann. Doch Amerikas verbales und militärisches Aufrüsten gilt nach Einschätzung von Beobachtern vor allem dem Iran. Teheran soll auf keinen Fall gestattet werden, Syrien und damit womöglich auch der Region seinen Stempel aufzudrücken. Laut Experten keine abwegige These.

Denn für den Iran stellt sich die Lage derzeit so dar: Der „Islamische Staat“ ist militärisch auf dem Rückzug, das unausgesprochene Bündnis mit den USA, den gemeinsamen Feind auch gemeinsam zu bekämpfen, damit hinfällig. Und Assads Herrschaft scheint stabiler denn je – dank tatkräftiger Hilfe aus Teheran. Zeit also, den politischen Lohn für den gewaltigen Einsatz einzufahren und die Zukunft Syriens nach eigenem Ermessen zu gestalten.


Ein Korridor bis zum Mittelmeer


Der Osten mit der Provinz Deir al Sor – ein weitgehend menschenleeres, gleichwohl ölreiches Wüstengebiet – spielt dabei eine zentrale Rolle. Dort gibt es bereits einen Machtkampf zwischen den USA und dem Iran. Denn Trump will unter allen Umständen auch dort Teherans Expansionsdrang Einhalt gebieten.

Dafür ist er bereit, einiges zu investieren und zu riskieren. In den vergangenen Wochen ist es denn auch mehrfach zu Zwischenfällen gekommen. Iranische Drohnen wurden abgeschossen, von Teheran ausgerüstete schiitische Milizen beschossen. Die Mullahs wiederum lassen keine Gelegenheit aus, um zu signalisieren: Hier haben wir allein das Sagen.
So ließen sich hochrangige Vertreter der paramilitärischen Revolutionsgarden jüngst an der syrisch-irakischen Grenze gezielt öffentlichkeitswirksam fotografieren.

http://www.tagesspiegel.de/politik/neue ... 87930.html


Bei Deir al Sor gab es vor kurzem den Einsatz von Boden-Boden Raketen vom Iran aus. Sie flogen über den Irak. Das war sicher nicht nur die Antwort auf die Terroranschläge im Iran, für die der IS die Verantwortung übernommen hat. Das war auch ein Zeichen an Saudi-Arabien (Riad hat quasi dieselbe Entfernung vom Iran aus) und an die USA.

Die Spaßkanone Trump, der sich ungern Fragen stellt, wird sich irgendwann deutlicher positionieren müssen. Etwas, was er stets dem Establishment vorgehalten hat. Den "Politikern". Er wird aber selbst, ob er will oder nicht denselben Automatismen folgen, wie seine Vorgänger. Mehr oder weniger. Die USA sind ja kein gänzlich neues Land, nur weil der Präsident wechselt. Die wechseln, aber nicht die Interessen eines Staates. Die USA sind genauso wie der Iran ein Treiber, wie auch ein Getriebener dort. Nicht zuletzt mit Russland, das an der Seite Irans steht, wird es für die US-Interessen auch nicht leichter. Auch, wenn Trump sich einbildet mit Putin verbinde ihn etwas. Was auch immer. Auch nicht mit Staaten wie Saudi-Arabien an der Seite. Oder Netanjahu. Die wiederum ärgern sich über die US-Interessen wohl auch nicht minder.

PS: Ich nutze in dem Zusammenhang öfters mal den Begriff "Vorderasien" (engl. Western Asia). Naher Osten, Mittlerer Osten oder das engl. middle east treffen es auch nicht immer. In diesem Falle werden die hier thematisierten Staaten tatsächlich mit dem Begriff "Vorderasien" umschrieben. "Arabische Welt" für diesen Thread finde ich weiterhin mehr als unpassend. Z.B. trifft es hier auch iranische Völker, Turkvölker usw.
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Der Kalif ist Tot? Das Rennen in der Wüste für die Beteiligten beginnt

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 30. Jun 2017, 21:45

Ein Sprecher der Auslandsabteilung der iranischen Revolutionsgarden meint, daß al-Bagdadi definitiv tot wäre. Es geht wohl seit kurzem auch nicht mehr primär um den IS. Es geht um die anderen Beteiligten.

IRAN: ISIS LEADER 'BAGHDADI IS DEFINITELY DEAD'

Ali Shirazi, a representative of the foreign branch of Iran's elite Islamic Revolutionary Guard Corps, known as the Quds Force, said he was sure Baghdadi was dead, but declined to elaborate on how or when the elusive cleric had been killed. The claim comes after Russia announced on June 16 it believed it had killed Baghdadi during a May 28 airstrike on what it called a meeting of hundreds of ISIS militants and officials outside of the jihadists' de facto capital of Raqqa in northern Syria.

http://www.newsweek.com/iran-isis-leade ... ead-630204


Es sieht so aus, daß kurdische Kräfte und Allierte von Norden auf Deir ez-Zor rücken und vom Westen die syrische Armee, schiitischen Milizen und russische Kräfte. Deir ez-Zor wird von syrischen Kräften als Enklave inmitten einer Gegend die vom IS kontrolliert wird gehalten. Es liegt zudem im Euphrat-Tal dem wohl einzigen noch sicheren Rückzugsraum für den IS, in dem es noch Infrastruktur gibt. Also, nicht nur Sand. Wenn dies Region fällt, dann ist der IS praktisch am Ende. Da spielt es auch keine Rolle mehr, ob der eine oder andere Quadratmeter Wüste noch vom IS kontrolliert wird. Vermutlich werden dann diese Regionen noch eine ganze Zeit unkontrolliert sein, aber es wird wohl unwahrscheinlich, daß aus diesen noch einmal eine massive Bedrohung in der Form des IS erwachsen kann. Al-Qaida fühlt sich aber wieder an der Reihe.

Der Kampf wird jetzt in der Hauptsache in Washington, Teheran und Moskau ausgefochten. Auch die schiitischen Fraktionen, gerade aus dem Irak werden sich vermutlich ihrer Macht bewußt werden. Der IS wird zum Nebenschauplatz. Er dient vermutlich noch jeder Partei noch lange zur Legitimation.
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