Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

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King Kong 2006
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 14. Nov 2016, 23:34

Wird die USA unter Trump sein "Wahlversprechen" einlösen?

Trump: Assad, Iran And Russia Are The Only Partners I See In Syria

WASHINGTON ― GOP nominee Donald Trump suggested Sunday night that Syrian dictator Bashar Assad and his patrons, Russia and Iran, are the only potential partners for the U.S. in Syria when it comes to fighting the self-styled Islamic State.

“I don’t like Assad at all, but Assad is killing ISIS, Russia is killing ISIS and Iran is killing ISIS,” Trump said.

http://www.huffingtonpost.com/entry/tru ... 55eab57d13


Sein einziges klar definiertes Ziel ist der Krieg gegen den IS – in enger Zusammenarbeit mit Russland, Syrien und dem Iran – Erzfeinde der sunnitischen Verbündeten der USA. Die werden deswegen in naher Zukunft wohl auf größere Distanz zur Supermacht gehen.

https://www.welt.de/politik/ausland/art ... -wird.html


Natürlich könnte es sich wie andere Wahlversprechen als "gesagt, getrumped" herausstellen. Also, nur ausgesprochen, dann in den Mülleimer. Ansonsten wäre das eine massive Kehrtwende. Sicherlich weniger signifikant für Russland und den Iran, so eng wirds mit denen nicht werden. Aber es könnte sich verheerend für die Interessen der Anderen auswirken. Das sehe ich als wesentlich bedeutender. Wenn er seinen Ankündigen mal treu bleibt.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Nosony » Di 15. Nov 2016, 10:24

Ich glaube den Kurden wird man eine weitgehende Autonomie nicht mehr nehmen können, nach ihrem Einsatz gegen den IS. Vielleicht wäre es sogar Zeit für ein offizielles Kurdistan, es ist ein Volk von ca. 50 Millionen menschen über die Grenzregion /Türkei/Syrien/Irak verteilt. In Syrien und dem Irak haben sie Autonomie, in der Türkei werden sie unterdrückt (wer nicht?).
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Di 15. Nov 2016, 19:04

Der Bischof von Aleppo hofft auf Trump. Was er nicht sagt, was dies aber impliziert ist, daß er hofft, daß im Gegensatz zu Obama oder Hillary, der Donald pragmatischer an die Sache geht. D.h. wohl in logischer Konsequenz mit Damaskus, Moskau und Teheran zu reden. Die Alternative kann er wohl nicht meinen, nämlich sich mit denen richtig anzulegen. Das würde ja auch dem "America first" widersprechen. Dann muß er sich richtig reinknien. Und von Syrien bleibt dann nichts mehr über. Das will der Bischof gerade verhindern.

Erzbischof von Aleppo kritisiert westliche Syrien-Politik

Melkitischer Erzbischof Jeanbart setzt auf Donald Trump Clinton "hätte Politik der Zerstörung Syriens fortgesetzt"

Aleppo – "Wenn Ihr uns wirklich helfen wollt, dann beendet endlich diesen Krieg und lasst uns Christen weiter in unserer Heimat Syrien leben": Mit scharfen Worten hat der griechisch-katholische melkitische Erzbischof von Aleppo, Jean-Clement Jeanbart, im "Kathpress"-Interview die westliche Syrien-Politik kritisiert.

Die Menschen in Syrien, vor allem auch in Aleppo, würden seit fünf Jahren unvorstellbar leiden. In Aleppo lebten einst 3,5 Millionen Menschen. Jetzt sind es laut Erzbischof Jeanbart noch 1,5 Millionen. Von den 160.000 Christen sind nur mehr 60.000 in der Stadt. Die Stadt ist geteilt in einen westlichen Teil, der von der Regierung und ihren Verbündeten gehalten wird, und den östlichen Teil, in dem die "Rebellen" ihre Stellungen halten. Christliches Leben gibt es nur mehr im Westteil.

Die Christen fürchteten sich vor der Zukunft. Dass ihre Kinder unter der Herrschaft eines fundamentalistischen islamistischen Systems leben müssten, sei eine Horrorvorstellung für die Menschen.

derstandard.at/2000047605101/Erzbischof-von-Aleppo-kritisiert-westliche-Syrien-Politik
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Do 17. Nov 2016, 21:02

Reguläre Truppen sollen verstärkt ran.

Moskau ebnet Weg für Einsatz von Bodentruppen in Syrien

Gesetz soll Antiterroreinsätze russischer Wehrpflichtiger im Ausland ermöglichen

Luftunterstützung nicht genug

Moskau hat das Eingreifen in Syrien zur Unterstützung von Bashar al-Assad als Antiterroreinsatz deklariert. Dementsprechend würde das neue Gesetz es ermöglichen, Wehrpflichtige in die Region zu entsenden, wenn sie einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen. Die Leiterin des Komitees der Soldatenmütter, Valentina Melnikowa, gehört zu jenen, die in der Vergangenheit Bedenken äußerten, dass mit diesem Gesetz die Nötigung zu solchen Vertragsschlüssen zunehmen werde.

Kreml-Chef Wladimir Putin hatte zu Beginn der Operation vor gut einem Jahr noch Kampfeinsätze russischer Soldaten am Boden ausgeschlossen. Allerdings wurde inzwischen bekannt, dass in Syrien auch eine Söldnerfirma namens Wagner aktiv ist, deren Stärke auf 400 Mann – vorwiegend außer Dienst gestellte russische Offiziere – geschätzt wird.

Moskau geht von einer baldigen Einnahme Aleppos durch syrische Truppen aus. Zugleich wächst die Einsicht, dass allein russische Luftunterstützung Assad zur Wiedererlangung der Kontrolle nicht reicht.

http://derstandard.at/2000047742606/Mos ... -in-Syrien


Seit Anfang 2016 tauchen auch neben Einheiten der iranischen Quds (Auslandseinheit der iranischen Revolutionsgarden - Sepah) auch Einheiten der regulären iranischen Armee auf. Namentlich der 65. Luftlandebrigade. Sie hat eine neben der postrevolutionären IRGC/Quds ältere Tradition innerhalb der regulären iranischen Armee (Artesh) in Auslandseinsätzen. Angehörige und Kommandos war bei der Niederschlagung der Rebellion im Oman beteiligt und auch im Vietnamkrieg. Ihr Wintercamp ist bei einem Ski-Gebiet im Norden Irans. Ausbildungsplätze sind auch bei Qom für die Wüste. Sie sind speziell für Geiselbefreiung, Antiterror und asymmetrischer Kriegsführung als schnelle Eingreiftruppe konzipiert. Im Besonderen sind aber für Syrien (und seinerzeit Vietnam) die Scharfschützen als Kommandos. Partner waren auch die brit. SAS.

Who sent Iranian Green Berets to Syria?

http://www.al-monitor.com/pulse/sites/a ... yment.html


Trump hat sich mit "America first" physisch von der Ecke verabschiedet. Wenn er denn dieses Wahlversprechen einhält. Im Irak sind sie noch stärker vertreten. Bleibt es so? Interessant ist, daß Trump es besser als Obama versteht Rückzug mit Stolz und Stärke zu kaschieren. Obama zeigt Schwäche, wenn er Truppen abzieht. Demokrat und mutmaßlicher Muslim eben. Oder einer dieser Intellektuellen und Liberalen. Trump, der ehrliche Makler und ganzer Mann mit gelben Haar macht daraus "America first!" und wer auch was will, muß eben zahlen. Dasselbe in anderen Gewändern.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Nosony » Sa 19. Nov 2016, 10:26

Es kämpfen ja schon internationale Special-Forces in Syrien/Irak, russische, französische, englische, us-amerikanische, bei denen eingebettet sind die jeweiligen Geheimdienste, die in den ehemaligen IS-Gebieten Infos sammeln.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 20. Nov 2016, 10:02

Nosony hat geschrieben:(19 Nov 2016, 10:26)

Es kämpfen ja schon internationale Special-Forces in Syrien/Irak, russische, französische, englische, us-amerikanische, bei denen eingebettet sind die jeweiligen Geheimdienste, die in den ehemaligen IS-Gebieten Infos sammeln.


Ja. Allerdings halten alle Beteiligten Interventionisten sich mit solchen Berichten etwas zurück. Das Besondere im Falle Irans und Russlands ist, daß neben Zeitarbeitsnehmern, Söldnern und eigenen Spezialkräften nun eben auch Personal aus den regulären Streitkräften auftauchen. Sicher auch keine einfachen Wehrpflichtigen, aber scheint sich einen Tür für Einheiten zu öffnen, die nicht mehr im Besonderen Spezialkommandos sind.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Cobra9 » So 20. Nov 2016, 11:56

Ich bin mal gespannt ob Trump in Sachen Iran echt Ernst macht.
Anton Tschechow

Keine Literatur kann in puncto Zynismus das wirkliche Leben übertreffen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 20. Nov 2016, 19:21

Cobra9 hat geschrieben:(20 Nov 2016, 11:56)

Ich bin mal gespannt ob Trump in Sachen Iran echt Ernst macht.


Schwer zu sagen, wie Trump im Kontext der Geopolitik/Interventionen agiert. Wenn man seinen vorherigen Ankündigungen glauben schenken mag, Zweifel an diesen sind berechtigt, dann sieht er den IS als Hauptgegner. Namentlich nicht Russland, Iran und Assad.

Wenn er eine konfrontative Haltung gegenüber dem Iran einlegt, wird sich das natürlich auf die Region, auch auf den Irak, worin sich primär auch US-Personal befindet auswirken. Die Frage wird wie immer sein, was sind Kosten, was ist der Nutzen? Für Trump. Was ist der Nutzen einer Konfrontation in Syrien/Irak (und natürlich darüberhinaus) für Trump? Wenn der Nutzen klar zu benennen und erreichbar, wahrscheinlich erscheint und die Kosten überragen, dann kann er in die Vollen gehen. Wobei dann eine Kausalitätskette aktiviert wird, die diametral zu dem steht, was Trump grundsätzlich will oder wollte, nämlich die USA raushalten. Aus Ärger und Kostengründen, also nicht nur monitär, sondern auch aus wirtschaftlichen und innen-, wie außenpolitischen Schäden.

Konfrontation mit dem Iran heißt in der Region engagement, theoretisch bis boots on the ground, wie ein CENTCOM General zu Zeiten von Bush es sagte. Man muß im Notfall die Sache bis zu Ende denken. Sonst steht man dumm da. Man muß notfalls auch voll reingehen. Ob es im Interesse der USA ist in einen größeren Konflikt mit dem Iran zu fahren? Etwas was Bush nicht mehr wollte und Obama fortgeführt hat. Der Nutzen war für die USA nicht mehr erkennbar. Für sie galt es raus aus der Eskalation in der Region. Das wäre auch für die Region sicher nicht mehr verkraftbar. Der Iran ist deutlich größer als Syrien und Irak zusammen und könnte für die Region desaströs sein, wenn dort etwas ins Wanken kommt. Man muß wissen, daß Konfrontation bis zur Eskalation führen kann.

Wenn es allerdings "nur" um die Frage geht, ob Trump meint, der Atomdeal wäre ungünstig, oder keine Boeings für Teheran, ist es der falsche Thread.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 21. Nov 2016, 19:36

Netanjahu, Assad und der König von Jordanien sollen sich hinter den Kulissen darum bemühen ihre gemeinsame Grenze wieder zu stabilisieren.

Secret Israel-Jordanian-Syrian border talks begin

Israel, Jordan and Syria have embarked on secret discussions for the stabilization of their borders in southern Syria by restoring the status quo ante that reigned on the Golan prior to the outbreak of the Syrian civil war in 2011.

http://www.debka.com/article/25789/Secr ... alks-begin


Es ist kein Geheimnis, daß Israel Assad stets favorisiert hat.

'Syrians view Israel as the defender of the Assad regime'

http://www.jpost.com/Middle-East/Syrian ... ays-456811


Israel ist das Assad-Regime in Syrien immer noch lieber als ein von anti-israelischen Islamisten beherrschtes Nachbarland. "Lieber einen bekannten Teufel (Assad), als unbekannte Dämonen, wenn Syrien im Chaos versinkt und sich dort Extremisten aus der ganzen arabischen Welt breitmachen", zitierte die britische Tageszeitung "The Times" einen ungenannten israelischen Geheimdienstoffizier.

http://www.t-online.de/nachrichten/ausl ... yrien.html

Oder sind es eher die USA?

Israel’s Not Protecting Assad—Obama Is

http://www.weeklystandard.com/israels-n ... cle/561004


Lieber einen angezählten Assad, der berechenbar ist, als den IS?
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 23. Nov 2016, 18:55

Aleppo und Mosul die größten Bastionen des Widerstandes. Intervention pfui, Intervention hui?

Mosul ist wie Aleppo eingekesselt. Vermutlich wird wie im Falle Aleppos nun der Durchhaltebefehl erteilt.

IS-Kämpfer von Nachschub abgeschnitten

Demnach haben schiitische Milizen die Stadt und das Umland von der Außenwelt abgeschnitten.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/m ... 22773.html


Aleppo und Mosul sind sich in einigen Dingen ähnlich, sie sind nach den Hauptstädten die wohl größten Städte ihrer Länder, Basra vermutlich ausgenommen. Sie sind multiethnisch. Und sie befanden sich irgendwie, obwohl pulsierend stets in einem abseitigen Dornröschenschlaf. Die Alawitenenführung in Damaskus und die mehrheitlich schiitische Bevölkerung südlich ab Bagdad sprachen in der einen oder anderen Form eine andere Sprache, als diese Städte. Nun sind diese Städte im Rahmen des Bürgerkrieges vielleicht auch gerade deshalb in das Auge des Orkans geraten.

Was ist gleich? Die syrische Armee kämpft um die Rückeroberung Aleppos. Die irakische Armee kämpft um die Rückeroberung Mosuls. Beide kämpfen um die Rückkehr zur staatlichen Ordnung dieser beiden Städte. In beiden Fällen sind kurdische Fraktionen in der einen oder anderen Form beteiligt. Das iranische Oberkommando ist für beide Schlachtfelder dasselbe. Soweit so gut, oder schlecht. Was ist anders? In Syrien ist Moskau als überregionaler Akteur ebenso vertreten. Im Irak Washington. Und Assad wird als unrechtmäßiger Diktator wahrgenommen. Während Bagdad eine offenbar demokratische Legemitation und Rechtsstaatlichkeit vorweisen kann.

Worin basiert in westlichen Medien der Unterschied? Russland vs USA (Geopolitik)? Diktator Assad vs Demokraten in Bagdad? Schlimme Dschihadisten in Aleppo gegen ganz, ganz schlimme Dschihadisten in Mosul? Die iranischen Militärs sind im wesentlichen "gleich". Wobei der Iran in Syrien weniger gern gesehen wird, als im Irak. Die Milizen, die switchen ja sogar zwischen den Staaten hin und her, wobei sie von den jeweiligen Militärs unterstützt werden, die für sich alleine eine Katastrophe sind.

Oder ist es wirklich nur die Kriegsführung?
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Do 24. Nov 2016, 22:29

Die PMF und die Perschmerga sind überein gekommen zu kooperieren. Die irakische Armee darf dann auftreten.

Kurdish and Shi’ite Forces to Cooperate After Cutting Off Iraq's Mosul

Cooperation aimed at preventing 'ISIS from moving their equipment and their fighters,' leader Shi'ite militia says.


The agreement was reached at a meeting on Wednesday between commanders of Kurdish Peshmerga forces deployed in Sinjar, west of Mosul, and Hadi al-Amiri, the leader of the Iranian-backed Badr Organisation, the biggest component of the mostly Shi'ite paramilitary coalition known as Popular Mobilization.

Popular mobilization, or Hashid Shaabi, deployed southwest of Mosul to complete the encirclement of ISIS’ last major city stronghold in Iraq.


Ach ja, da gibts noch die irakische Armee. Nachdem die PMF und die Peschmerga Ziele erkämpft haben, darf die irakische Armee dann wieder auf sicheren Straßen weiterfahren und die Befreiung weitere Gebiete verkünden. ;)

Controlling the road will make it easier for the Iraqi army to enter Tal Afar, Xelil said. "There must be cooperation between us to prevent ISIS from moving their equipment and their fighters," he added.


Another prominent leader of the Popular Mobilization units, Abu Mahdi al-Mohandes, said on Wednesday the Shi'ite forces had linked up with the Peshmerga near Sinjar, completing the encirclement of a region that extends from Mosul and Tal Afar.

Mohandes said Popular Mobilization would try next to separate Mosul from Tal Afar, which lies on the route between Mosul and Raqqa, the main city of the militant group's self-styled "caliphate" in Syria.

read more: http://www.haaretz.com/middle-east-news/1.755073


Die PMF und die Peschmerga sind so etwas wie shock troops. Sie brechen gegnerische Linien auf. Danach stoßen reguläre irakische Truppen nach. Das hat militärische und vor allen Dingen politische Gründe. Es soll nicht heißen, daß das ein sektiererischer Krieg wäre. Also Schiiten, Kurden gegen Sunniten. Es ist die irakische Armee. Letztendlich ist das Ergebnis egal, oder welche Uniform. PMF und kurdische Fraktionen bekommen ihren Anteil. Das andere ist Show.

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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 25. Nov 2016, 22:41

Offizielle Zusammenarbeit der russischen Streitkräfte und der Hisbollah?

Russia and Hezbollah ‘officially’ working together in Syria

Military cooperation had been under the radar; Shiite militia pushes credentials as conventional army


Russia and Hezbollah have begun “official” military coordination in Syria at the behest of Moscow, according to a report published Thursday on a pro-Hezbollah news site.

The pro-Hezbollah Lebanese website al-Akhbar reported that Hezbollah officials met with “senior” Russian officers in the embattled city of Aleppo last week in the “first official and direct” meeting between the two sides since the start of Moscow’s year-long military involvement in the Syrian civil war.


So richtig neu ist das nicht. Aber es wurde bisher nicht offiziell von deren Seite kund getan.

The report notes that Russian and Hezbollah officials have met before in non-official capacities, such as in battle operations rooms.

The meeting, reportedly arranged by Russia, was said to have established “continual” communication and shared channels between the two sides over what’s happening on the battlefield and includes future plans.


Die Hisbollah ist vermutlich die effizienteste Truppe auf dem syrisch/irakischen Schlachtfeld. Besonders natürlich präsent in Syrien. Deren Feldoffiziere haben auch keine gute Meinung über die syrischen Führungsqualitäten. Sie werden vom iranischen Oberkommando als Feuerwehr eingesetzt, wenns besonders brennt. Vermutlich hat auch Moskau schon länger erkannt, wie wichtig sie sind. Zumal wie immer der Krieg auf dem Boden entschieden wird.

Russia is especially interested in coordinating with Hezbollah’s infantry on the ground in Aleppo, where airstrikes are less effective in the densely packed city, the report said.

The Iranian-backed militia is estimated to have 6,000-8,000 fighters in Syria, but some analysts think the number could be higher.

There has already been clear coordination between Hezbollah and Russia, and between Russia and other Shiite militias in Syria as well, said Michael Horowitz, director of Intelligence at Prime Source, a Middle East-based geopolitical consultancy, adding that he wasn’t surprised by the report.


Die Hisbollah entwickelt sich zunehmend zu eine konventionellen Streitmacht. Hatte sie bereits im letzten Konflikt mit Israel bereits Züge eine konventionell kämpfenden Streitmacht, so wird dies auf dem Schlachtfeld in Syrien weiterentwickelt. Weg vom statischen, verbunkerten Kampf im Südlibanon gegen die IDF hin zum Bewegungskrieg in Syrien.

The decision to publicize relations between Hezbollah and Moscow as “official” likely stems from Hezbollah’s increasing desire to depict itself as a conventional army, Horowitz said. He noted that Thursday’s report follows Hezbollah’s first military parade in Syria in mid-November, during which the militia flaunted its advanced Russian and US weaponry.

http://www.timesofisrael.com/russia-and ... -in-syria/


Hezbollah has been hardened and honed by years of conflict over difficult terrain. On the Syrian battlefield, the militants have confronted varied environments and threats. From high-intensity urban combat to mountain warfare and rapid maneuvers over open plains, its fighters have gained a great deal of experience in waging war. Some of its expertise, such as operating tanks and coordinating airstrikes, would not be of much value in a clash with Israel. But close-proximity skirmishes, sniper tactics and anti-tank guided missile deployment certainly would.

https://www.stratfor.com/analysis/israe ... worse-last


Die Präsenz Russlands in Syrien ist für Israel und Iran gleichzeitig störend, wie hilfreich.

Die Kriegsführung in Syrien und Irak überfordert alleine den Iran. Finanziell, wie personell. Während selbst Supermächte, wie die USA sich immer mehr zurückziehen und es Koalitionen zunehmend überlässt. Und dem Iran. Russland wurde angeblich direkt vom Iran angefordert. Und natürlich offiziell von Assad. Nun sind sie da. Es gibt Reibungspunkte zwischen Russland und dem Iran. Aber es ist für beide wichtig dort aktiv zu sein. Israel, wie stehen es zu Russland? Israel muß bei Einsätzen gegen die Hisbollah nun die Präsenz Russlands einkalkulieren. Aber es eröffnet auch Chancen, da nun in Syrien jemand ist, mit dem Israel offen, direkt kommunizieren und sich austauschen kann. Auf der anderen Seite muß auch die Hisbollah und Teheran Russland in ihren Plänen berücksichtigen. Russland könnte ein Puffer sein, der beide behindert aber auch Eskalation verhindern kann. Auf der anderen Seite sitzt Russland nun auch mittendrin. Das kann anstrengend sein Israel und den Iran zufriedenzustellen... Es wäre nicht das erste Land, daß dort mit Blessuren und völlig entnervt herauskommt. Schließlich verfolgt, siehe diesen Thread, Moskau auch dort ganz spezielle Interessen, die Israel und den Iran nicht interessieren. Und beide könnten abgenervt sein, weil Moskau als Störfaktor wahrgenommen wird.

Zur Erinnerung:
The Russia–Syria–Iran–Iraq coalition (RSII coalition), also referred to as 4+1 (in which the "plus one" refers to Hezbollah of Lebanon)
https://en.wikipedia.org/wiki/Russia–Syria–Iran–Iraq_coalition
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 27. Nov 2016, 09:38

Ägypten-Syrien

Nachdem die Muslimbrüder in Ägypten demokratisch vom Militär weggeputscht wurden, ist das Verhältnis zu Syrien erheblich besser geworden. Nicht zuletzt haben Ägypten und Syrien dieselben Gegner.

Egypt shifts to open support for Assad regime in Syrian civil war

"Our priority is to support national armies, for example in Libya to exert control over Libya territory and deal with extremist elements. The same with Syria and Iraq." Sisi said.


Sisi said Syrian government forces were ''best positioned to combat terrorism and restore stability" in Syria, where a civil war that has taken more than 400,000 lives is in its sixth year.


''For Saudi Arabia, the principal enemy is Iran, for Egypt it is not Iran but rather the Muslim brothers, that's where the gap between them appears'' says Ofir Winter, an analyst at the Institute for National Security Studies.

''In Egypt's view, a victory for the Syrian opposition could give a push to the brothers in Egypt. And a defeat of the Syrian military regime could be an introduction to similar occurrences to the regime in Egypt.'' he added.

http://www.jpost.com/Middle-East/Egypt- ... war-473693


Ägypten soll nun auch angeblich Kampfeinsätze in Syrien tätigen, im russischen Gewande zunächst. Das wäre nicht unwahrscheinlich. Sie wurden auch von den USA genutzt, um Saddam gegen den Iran zu stützen (Operation Bear Spares im Rahmen der US-Unterstützung für Saddam). Warum soll das nicht auch zusammen mit Russland gehen? Zumal die beiden Länder eine lange Tradition der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit haben.

Egyptian pilots flying Russian choppers in Syria

http://www.debka.com/article/25802/Egyp ... s-in-Syria


Ohnehin ist das Verhältnis Saudi-Arabiens zu Ägypten durch den Krieg in Syrien/Irak angespannt. Riad drohte schon den Unterhalt für den Buddy zu kürzen. Aber auch nur zu kürzen. Einen Kollaps Ägyptens wäre auch ein Desaster für Saudi-Arabien. Staatszusammenbrüche mit allen Folgen daraus, regional, wie überregional, sind ansteckend und weitreichend. Zumal Ägypen neben Pakistan auch nicht unwesentlich die Golfscheichtümer am Laufen halten. Auch militärisch durch Berater und Personal. Die Wüstensöhne selbst sind für moderne Streitkräfte, Logistik und Organisation nicht erste Wahl. Nicht mal für die Bedienung eines Fahrstuhls.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 27. Nov 2016, 16:43

Erster offizieller Zusammenstoß zwischen der IDF und ISIS.

ISIS Fighters Killed by Israeli Airstrikes After Opening Fire on IDF Soldiers in Golan Heights

Event is first direct clash between ISIS and Israeli forces. No Israeli soldiers wounded in incident.

read more: http://www.haaretz.com/israel-news/1.755499


Analysis ISIS Is Sure to Attack Israel - It's Only a Matter of Time

The Islamic State isn't high on the Israeli threat list, but it will inevitably try to strike at a vulnerable spot.

read more: http://www.haaretz.com/israel-news/.premium-1.688949
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 28. Nov 2016, 20:16

Stützpunkte. Nach den Briten, Franzosen und den USA suchen jetzt Russland und Iran.

Wirklich neu sind die russischen und iranischen Bestrebungen nicht. Aber während der Westen sich sukzessiv (nach Jahrzehnten massiver "Expansion" in der Region) zurückzieht, nimmt der Iran und seit kurzem (wieder) Russland den Raum ein.

Neben einer Marinebasis in Syrien ist angeblich auch Libyen in den Fokus Moskaus geraten. Die militärischen Beziehungen sind ohnehin nicht neu nach Libyen.

New Putin move to win a military base in Libya
https://www.debka.com/article/25804/New ... e-in-Libya


Der Iran versucht seit einiger Zeit eine militärische Hochseefähigkeit zu erreichen. Marinebasen in Syrien und Jemen.

Iran considers naval bases in Syria, Yemen
http://www.cbsnews.com/news/iran-consid ... men-syria/


Auch ist die militärische Präsenz Irans in Syrien Jahrzehnte alt. Neu ist das Bestreben maritimer Art.

In Syrien könnte die Intervention/Prävention Irans und Russland vor einem signifikanten Erfolg stehen. Wobei das relativiert gesehen werden muß. Syrien wird zersplittert bleiben.

Russland und Iran erobern Aleppo - für Assad

Den Truppen von Diktator Baschar al-Assad ist ein Durchbruch gelungen - im wahrsten Sinne des Wortes. Von zwei Seiten haben syrische Regierungssoldaten im Verbund mit libanesischen und iranischen Milizionären eine Schneise durch den von Aufständischen kontrollierten Ostteil Aleppos geschlagen.


Viele sind in die von der Regierung kontrollierten Gebiete geflohen. Und in denen, die von den Kurden gehalten werden.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass 3200 Zivilisten in einem Auffanglager der syrischen Regierung eingetroffen seien.


Rund 10.000 Menschen flüchteten sich in das kurdische Viertel Scheich Maksud.


Die Rebellen kontrollieren nur noch ländliche Gebiete


Mit ländlichen Gebieten kann man keinen Staat machen und keinen Blumentopf gewinnen. Aber er kann als Rückzugsraum und Nährboden für weitere Strömungen und Entwicklungen gelten.

Das Regime beherrscht damit wohl künftig wieder die fünf größten Städte des Landes: Damaskus, Hama, Homs, Latakia und Aleppo. Wichtigste Bastion der Opposition ist künftig die Provinz Idlib.


Das Gebiet im Nordosten Syriens wird fast vollständig von einem islamistischen Rebellenbündnis kontrolliert. Dessen wichtigste Unterstützer sind Saudi-Arabien und Katar.




Ist das letzte Zitat als Vorwurf zu werten? Warum schreibt der Spiegel von Regierungssoldaten? Ich hatte heute zufällig eine Bildzeitung in der Hand. Dort stand Regierung Syriens. Das vom Springerverlag. Haben die jetzt eine neue Medienpolitik ausgegeben?
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Kardux
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Kardux » Mo 28. Nov 2016, 21:16

King Kong 2006 hat geschrieben:Rund 10.000 Menschen flüchteten sich in das kurdische Viertel Scheich Maksud. Die dort herrschende YPG-Miliz ist zwar mit dem Assad-Regime verbündet, trotzdem hoffen die Flüchtlinge, dort vor dem Zugriff der Regierung vorerst sicher zu sein.


King Kong 2006 hat geschrieben:Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass 3200 Zivilisten in einem Auffanglager der syrischen Regierung eingetroffen seien.


Die Menschen scheinen zu wissen wo es sicherer für sie ist.

Liebe Grüße an Amnesty International und HRW...
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King Kong 2006
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 3. Dez 2016, 15:41

Das strategisch wichtige Aleppo könnte vor dem Fall stehen. Dementsprechend die Warnungen.

Der Uno-Sondergesandte warnt vor einer blutigen Entscheidungsschlacht.


Weil das so sein könnte, warnt gleich die EU.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini warnte die Führungen Syriens und Russlands, auch eine vollständige Einnahme Aleppos werde nicht das Ende des Syrienkriegs bedeuten


Das checken natürlich auch die Rebellen und die Mächte dahinter. Deshalb darf es keinen Abzug geben. Auch nicht den der Zivilisten. Rückzüge, gesichert auch für die Rebellen nicht nur für Zivilisten, gabs immer. Aleppo ist die Ausnahme. Das wird nicht von der Opposition angenommen. Militärisch ist der Verbleib der Rebellen dort - auch von den Zivilisten - wichtig.

Rebellen lehnen Abzug ab

Der russische Außenminister Sergej Lawrow teilte mit, Russland sei bereit, mit den USA in Genf über einen Abzug der verbliebenen Rebellen in Aleppo zu verhandeln. Bedingung sei aber, das alle bewaffneten Kämpfer "ohne Ausnahme" den Osten der Stadt verlassen. Die Rebellen haben das abgelehnt.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/a ... 24291.html


Wann immer die syrische Superarmee (mit geringer Unterstützung durch Milizen und ausländischen Mächten) auf dem Vormarsch ist, wird vor Katastrophen gewarnt. Das ist auch eine "Katastrophe". Denn der Vormarsch bedeutet eine stärkere Positionierung Russlands und Irans. Das ist die Katastrophe.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Audi » Sa 3. Dez 2016, 15:53

Aleppo ist gelaufen. Was die Rebellen veranstalten ist einfach nur dumm und wirr. genau so wie die Warnungen EU und Misurta
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Flaschengeist » Sa 10. Dez 2016, 20:46

Liegestuhl hat geschrieben:(04 Oct 2016, 11:26)

Die Flüchtlingswelle ist in erster Linie Resultat des syrischen Bürgerkrieges und der hat mit dem Irakkrieg nur sehr wenig zu tun. Die meisten Menschen sind vor Assads Bomben geflüchtet und auch der Vormarsch des IS wäre ohne das Machtvakuum in Syrien nicht möglich gewesen.



Ohne die Unterstützung von außen durch Türkei, SA usw. für die Terroristen in Syrien wäre die Krieg in Syrien schon längst vorbei.

https://de.wikipedia.org/wiki/Freunde_Syriens

Deshalb kann man in Syrien auch nicht von einem Bürgerkrieg reden. Sondern von einem Krieg der von außen gegen Syrien geführt wird.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 12. Dez 2016, 23:21

Offensichtlich konnte der IS nach der Eroberung des russischen Stützpunktes in Palmyra große Mengen an Waffen und Munition erbeuten. Russland allein kann nicht effektiv Boden halten. Der Iran kann ohne Russland nicht effektiv Boden gut machen. Darum brauchen sich beide.

ISIS seizes big Russian-Syrian T-4 air base

Islamic State forces pushed their assault forward to retake the central Syrian town of Palmyra Monday, Dec. 12. By evening, they had entered the big Russian-Syrian T-4 air base outside the town, carrying off substantial quantities of Russian armaments. Reporting this, DEBKAfile’s military sources add that the booty they snatched included different types of ground-to-ground missiles as well as anti-tank and anti-air rockets.

Russian forces manning the base were hurriedly evacuated from Palmyra and the T-4 base, after the worst defeat Russian armed forces had ever experienced at ISIS hands in Syria. Military circles in Moscow commented grimly that the Russian army had suffered “a major disgrace” in Palmyra.

http://www.debka.com/article/25830/ISIS ... 4-air-base


Das nicht Halten können der Stadt verortet Moskau nicht unerheblich bei den USA.

Russia: Lack of US Cooperation Led to Militants’ Recapture of Palmyra

http://english.almanar.com.lb/131789


Aber eines ist offenkundig, es fehlten die Bodentruppen bei Palmyra. Wenn man sich die Eroberung durch "Assad" hier besieht, genauer die Teilnehmer:



und dann aktuell hier:



Dann fällt primär auf, daß zuletzt diese hier

Shi'ite militias
Liwaa Imam Al-'Ali[6]
Kata'ib Hezbollah[7]
Harakat Hezbollah al-Nujaba[7]
Liwa Fatemiyoun[8]
Badr Brigades[9]
Liwa Sayf al-Mahdi[10]

Iran
IRGC-Seal.svg IRGC advisors[8]
Hezbollah[11]

Ba'ath Brigades[12]


gar nicht mehr da sind. Im Vorfeld wurde ja berichtet, daß für die Eroberung Aleppos der Iran Brigaden aus dem Irak, Syrien und dem Libanon in den Raum Aleppo verlegt hat. Mit dem folgenden Ergebnis der Rückeroberung. Und Palmyra? Da ist jetzt nach deren Abzug wieder der IS. Das zeigt auch, wie symbiotisch Russland und der Iran militärisch verzahnt sind. Ohne die Bodentruppen kann Russland nichts halten. Oder aktiv erobern. Ohne die politische Macht Russlands und die Luftunterstützung kann der Iran nicht wirksam genug agieren und nur Flickwerk betreiben.

Im Wesentlichen braucht Russland Syrien als bargaining chip, wie auch als Demonstrantion für andere Staaten der Region, wie zuverlässig Moskau ist. Die lassen keinen hängen, so die message. Der Iran sieht die ganze Region als Hinterhof. Und Puffer um sich herum. Und er muß für Teheran kontrollierbar sein. Das ist die Chance für Staaten wie die USA oder Israel (die EU sehe ich da als zu zahnlos und desorientiert - handlungsunfähig). Die Unterschiede der Interessen Moskaus und Teherans.
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