Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

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King Kong 2006
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Druck auf die Turkmenen im Irak

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 5. Jul 2017, 22:06

Der IS hat offenbar über 200 Turkmenen exekutiert.

IS executes 200 Turkmens, last local leader in Tal Afar

http://www.iraqinews.com/iraq-war/execu ... -tal-afar/


2014 gerieten sie unter Druck des IS. Es drohte ein Massaker als die Stadt Amirli, die mehrheitlich von schiitischen Turkmenen bewohnt wird vom IS bedrängt wurde. Damals mobilisierte der Iran sehr schnell mit irakischen und kurdischen Kräften den Entsatz. Einheiten der Peschmerga und der irakischen Armee versuchten den Verteidigungsring zu durchbrechen. Spezialisten der irakischen PMF (u.a. von der Kataib Hezbollah) und der iranischen Quds wurden in den Kessel geflogen und organisierten den Ausbruch von innen. Die Kampfflugzeuge der Allianz und Irans waren auch beteiligt.

20,000 citizens in Amirli were in danger from being killed by ISIS, dying from thirst or hunger.

The United Nations expressed concern over the situation in Amirli, and warned about the possibility of ISIS committing a massacre in the town.[13]

The Siege of Amirli was a siege of the predominantly Shi'ite Turkmen town of Amirli in Iraq by the Islamic State of Iraq and the Levant (ISIS) during the 2014 Iraq conflict. The town was besieged by ISIS forces from June 2014, lacking access to food, electricity, and water. Most the residents are Shia Turkmen, who have organized local self-defense militias to fight against ISIS.[13] On August 31, the Iraqi military reportedly broke the siege and entered the town.[14][15] It has been described as "Iraq's Biggest Victory Against ISIS", as of September 2014.[9]

Iran had reportedly played a "military planning" role in breaking Siege of Amirli.[3]

https://en.wikipedia.org/wiki/Siege_of_Amirli


Quds-Chef General Qassem Soleimani ließ es sich wie immer nicht nehmen persönlich vor Ort zu erscheinen.

A senior Iraqi official told the BBC that when the city of Mosul fell, the rapid reaction of Iran, rather than American bombing, was what prevented a more widespread collapse.[9] Qasem Soleimani also seems to have been instrumental in planning the operation to relieve Amirli in Saladin province where ISIS had laid siege to an important city.[34] In fact the Quds force operatives under Soleimani's command seem to have been deeply involved with not only the Iraqi army and Shi'ite militias but also the Kurdish in the battle of Amirli,[39] not only providing liaisons for intelligence sharing but also the supply of arms and munitions in addition to "providing expertise".[40]

https://en.wikipedia.org/wiki/Qasem_Sol ... IS_in_Iraq


Der immer in Bewegung sich befindende General lässt sich gerne mal mit Truppenteilen aller Herren Länder fotografieren. Mit Syrern, mit Irakern, mit Libanesen, mit Afghanen. Auch mit Kämpfern der kurdischen Peschmerga, er mitten drin. Das wäre - theoretisch - eine Chance gewesen, "the single most powerful operative in the Middle East today" auszuschalten. Aber das wäre wohl aus kurdischer Sicht hochgradig kontraproduktiv gewesen. Aber aus seiner Sicht mehr als riskant. Sein Charakter wird aus einer Mischung aus "Karla" aus den John le Carré Romanen und Scarlet Pimpernel beschrieben. Was immer das zu bedeuten hat.

Das jüngste Massaker (hier an den Turkmenen) fand in Tal Afar statt. Der Raum um diese Stadt herum wurde von den Milizen der PMF blockiert. Man wollte dem IS keinen Rückzug nach Syrien ermöglichen. Im Rahmen der Einkesselung Mosuls.

How Iran closed the Mosul 'horseshoe' and changed Iraq war

http://www.reuters.com/article/us-midea ... SKBN13W1H1


Die iranische Militärführung für Syrien/Irak setzte sich hier durch. Es wurde befürchtet, daß der IS in die Enge getrieben in Raserei verfallen würde. Tatsächlich finden auch Massaker statt. Diese fanden aber auch bei dem Vormarsch des IS statt. Und dort wo er herrschte. Der Gedanke, keinerlei Rückzugskorridore zu bieten ist, das die Kämpfer des IS nicht zwischen Syrien und dem Irak hin und herflüchten können. Man will die Vernichtung des IS. Durch Aufgabe oder Tod. Mehr oder weniger auf Biegen und Brechen. Mit den Waffen und Taktiken, die einem zur Verfügung stehen. In Syrien und Irak. Diese Taktik ist nicht neu.

"War is cruelty. There is no use trying to reform it. The crueler it is, the sooner it will be over." (William T. Sherman US-Kommandeur Military Division of the Mississippi 1864-1866)

„Krieg ist Grausamkeit, und man kann ihn nicht verfeinern“

Der US-General, der den Krieg zur Hölle machte
https://www.welt.de/geschichte/article1 ... achte.html
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Gespräche über Deeskalatiosräume erstmal gescheitert

Beitragvon King Kong 2006 » Do 6. Jul 2017, 11:08

Moskau, Teheran und Ankara konnten sich in Astana nicht einigen.

Russia, Turkey, Iran fail to agree on Syria de-escalation zones

http://www.reuters.com/article/us-midea ... SKBN19Q1P8


Da steht ja auch einiges auf dem Spiel. Wo diese Zonen sind, wird ja schon ein bißchen die zukünftige Landkarte gezogen.
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Operationen der Luftwaffe von Jordanien aus

Beitragvon King Kong 2006 » So 9. Jul 2017, 08:31

Die dt. Luftwaffe beginnt mit dem Abzug aus der Türkei und wird demnächst von einer Basis in Jordanien aus in der Region eingesetzt.

Bundeswehr startet Abzug aus der Türkei

Die Bundeswehr startet nach SPIEGEL-Informationen heute den Abzug von der türkischen Basis Incirlik nach Jordanien. Zurück bleibt ein offener Dissens mit dem Nato-Partner Türkei.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 56856.html
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Trump stoppt Waffenlieferungen an Anti-Assad Kräfte - Israel sieht die Waffenruhe mit Sorge

Beitragvon King Kong 2006 » Do 20. Jul 2017, 06:45

Unter Obama wurden die Anti-Assad Kräfte mit Waffen beliefert. Trump stoppt die Hilfe.

Trump stoppt Waffenlieferungen an Anti-Assad-Rebellen

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 58794.html


Derweil beginnen der Iran und Russland mit dem Aufbau von Basen in Syrien. Israel ist über die Waffenruhe in Südsyrien nicht begeistert. Es befürchtet eine Konsolidierung der Präsenz Irans.

PM opposes Syria ceasefire, says it will strengthen Iran

http://www.timesofisrael.com/netanyahu- ... then-iran/
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Sind die Würfel für die USA, Russland und Iran gefallen?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 22. Jul 2017, 10:22

Analysis: Trump's cutoff of aid to Syrian rebels marks victory for Assad, Russia and Iran

https://www.usatoday.com/story/news/201 ... 496180001/


Trump muß sich teilweise jetzt dieselben Vorwürfe gefallen lassen, die einst gegenüber Obama verlautbart wurden. Er tue zu wenig. Jetzt mit der Einstellung der US-Waffenhilfe praktisch gar nichts mehr.

Analysis Trump Officially Hands Syria Over to Russia and Iran

read more: http://www.haaretz.com/middle-east-news ... m-1.802675




Im Irak ist es in Sachen Iran nicht anders.

Iran Dominates in Iraq After U.S. ‘Handed the Country Over’

https://www.nytimes.com/2017/07/15/worl ... power.html


Es ist müssig bzw. zum jetzigen Zeitpunkt schwierig über die Auslöser diverser Kriege in der Region - hier Syrien und Irak im Thread - zu diskutieren. Deshalb fand ich es naheliegender Interessen und "Sorgen" der beteiligten Mächte mal zu beleuchten, die sich mehr oder weniger in die Konflikte einklinkten. Weil sie unmittelbar oder mittelbar ihre Interessen berühren. War es der ehrliche Versuch arabisch-islamische Gesellschaften durch Kriegseinsätze in demokratische Gesellschaftsformen zu transformieren? Waren es primär ökonomische Interessen, wie Pipelinepläne durch Syrien und die Carter-Doctrin beim Irak? Waren es die falschen Herrscher mit den falschen Kontakten zu Gegnern z.B. der USA? Also, regime change?

Nun ja, zumindest kann man sagen, daß sich bei der Ausweitung des bzw. der Konflikte gleich, wie Eingangs des Threads erwähnt, gleich diverser Mächte reingekniet haben. Um "mitgestalten" zu können. Wenn die Sache erstmal ins Rollen gekommen ist. Man kann durchaus sagen, daß im Irak und jetzt in Syrien die Sache für die USA nicht gut gelaufen ist. Genauergesagt für ihre Interessen. Sie orientieren sich dabei nicht unwesentlich auch regional an dem Iran und überregional an Russland. Es ging dabei nie so sehr um Personen wie Assad oder Saddam. Worum es geht sagten auch einst Ex-Bundespräsidente Köhler und Ex-Verteidigungsminister Guttenberg. Und bei dieser Betrachtung sind für die USA der Iran und Russland einfach Mitspieler.

Statt im Irak einen Verbündeten zu gewinnnen, der den Iran ersetzen könnte oder den unzuverlässigen saudischen Verbündeten, ist das ein Allierter Irans geworden. Wichtige Ressource für anderen arabische Staaten (arabische Schiiten). Mit neuen/alten Kontakten zu Russland. Syrien hatte immer eine Präsenz Irans und Russlands. Nur, war da Assad noch jemand fest im Sattel. Sprich, er hatte noch etwas gegenüber dem Iran und Russland mitzureden. Jetzt ist er ein Hanswurst, der nur noch wegen dem Iran und Russland dort überhaupt noch sitzt. Selbst die Hisbollah aus dem Libanon ist dort wohl federführender als Assad.

Hezbollah to play lead role in
new Syria regime force: report

As-Safir reported that top Hezbollah commanders will embed in the Fifth Corps, which is expected to include elite fighters form the Lebanese militant group.

https://now.mmedia.me/lb/en/NewsReports ... gime-force


Natürlich bedeutet dies nicht, daß es keinen Rückhalt Assads in der Bevölkerung gibt. Sonst wäre der IS, FSA und Al-Qaida usw. schon längst etabliert in Syrien. Genauergesagt ist es der Machtapparat und diverse Volksgruppen (z.B. Alawiten, Christen...) in Syrien, die zusammen mit Teheran und Moskau die Stellung gegen IS, FSA, Al-Qaida usw. gehalten haben. Das sind tausende Familien. Der Einfluß Irans und Russlands ist dahinsichtlich noch größer in Syrien geworden, weil "Assad" nur noch ein Abziehbild ist.

How the Syrian Civil War Has Transformed Hezbollah
The Lebanese Shiite militia, which has played a central role in defending the Assad regime, is now a powerful regional player.

“We are with the Iranians,” asserts Abu Hussein, arguing that the war will only conclude with a military victory. He acknowledges that Hezbollah’s fighters constitute the bulk of the Iranian-backed forces currently engaged in hostilities around Damascus, which also include Iraqi Shiite militias.

“We have no other choice” but to side with Iran, says the fighter, who took up arms against Israel in the 1990s and has become a seasoned veteran of the Syrian war over the past five years. “We are under their command.”

“Bashar al-Assad is only a name; we are controlling everything in Syria.” —Abu Hussein

“There are differences between what the Russians, Syrians, and Iranians want.” —Hezbollah commander Bakr

“I was fighting with Syrians and I don’t trust them.” —Hezbollah fighter Jaafar

“Hezbollah helps us in every way…especially with military support.” —Rifaat Nasrallah, Lebanese Christian militia leader

It appears that Hezbollah, with Christian support, is looking for ways to push the refugees back into Syria.

Lebanon’s new Christian president, Michel Aoun, is an unlikely ally with Hezbollah.

https://www.thenation.com/article/how-t ... hezbollah/


Aktuell sind viele der Beteiligten weniger Macher, denn Getriebene der Entwicklungen. Auch in der Hisbollah fragen sich viele, was sie in Syrien bluten sollen. Aber auch sie müssen mitrennen, sonst könnten sie überrannt werden. Natürlich befeuern und focieren sie gewisse Entwicklungen. Aber ein großer Auslöser war eindeutig der Krieg gegen den Irak von 2003. Das Aufsprengen der Machtstrukturen machte diese Entwicklungen erst möglich. Ob man sie mag oder nicht, ist davon unberührt. Nur gibt es logische Entwicklungen daraus. Z.B. durch den Wegfall des baathistischen/arabischen-sunnitischen Machtsystems (Saddam) im Irak z.B. Genauso wie die USA sich "genötigt" fühlten ihre Interessen damals wie heute auch mit militärischen Interventionen durchzusetzen, auch über die Kritik von Verbündeten hinweg, so, sahen sich daraufhin auch weitere Beteiligte wie der Iran und später Russland "genötigt" ihre Interessen in den Entwicklungen wahrzunehmen und durchzusetzen.

Trump setzt in der Region die Politk Obamas weiter fort, sich dort zurückzuziehen. Er verhält sich noch "schlapper" als Obama, dem das ja angekreidet wurde. Da hilft auch keine US-Bombe auf eine Kantine eines Flugplatzes in Syrien, das vorher durch Ansage netter weise evakuiert werden konnte. Obama selbst konnte nach dem ungeheuren Desaster der Bush-Kriege in der Region auch nichts mehr machen, als abzuziehen. Das ist wohl weniger einer weniger bellizistischen Haltung der USA zu schulden, denn den Umständen, daß die USA das in dieser Form nicht mehr leisten können. Die Zeiten haben sich geändert.
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Neue Interventionisten - TQILA

Beitragvon King Kong 2006 » Di 25. Jul 2017, 19:02

Eine neue Formation mit einer bestimmten Ideologie ist in Syrien aufgetaucht.

'These faggots kill fascists': Army of international volunteers form first LGBT fighting unit to 'smash the ISIS caliphate' as photos show them raising rainbow flag in Raqqa

Read more: http://www.dailymail.co.uk/news/article ... z4nrpxPRlL
Follow us: @MailOnline on Twitter | DailyMail on Facebook


Das muß schwer sein. Auf der einen Seite die Frauentruppe der YPG, auf der anderen Seite Gottlose (alles außer IS-Ideologie, also Schiiten, Christen, Alawiten, Yeziden usw.) und jetzt noch die Queer-Fraktion. Ein wahrer Endkampf gegen alles Schlechte. :cool:

Die bunte NWO smashed die wahre Religon in der syrischen Wüste.
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Türkische Armee verlegt mehr Truppen an syrischer Grenze

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 5. Aug 2017, 21:23

Türkei verlegt Artillerie an syrische Grenze

Konfrontation mit Kurdenmilizen befürchtet

Ankara – Die Türkei hat einem Agenturbericht zufolge ihre Militärpräsenz an der südlichen Grenze zu Syrien verstärkt. In der Nacht zum Samstag seien sechs Haubitzen, Panzer und Militärfahrzeuge in die Provinz Kilis verlegt worden, meldete die Nachrichtenagentur Dogan.

http://derstandard.at/2000062302321/Tue ... her-Grenze


Die Möglichkeiten der Kurden sind immens gewachsen. Interessant wird die Haltung der USA zu dieser Entwicklung sein. Zur Zeit scheint sich ein Rennen auf Deir es Zor anzubahnen. Das ist eine Enklave inmitten von IS-kontrolliertem Gebiet, die von der syrischen Armee gehalten wird. Es ist von großer Bedeutung, wer den Weg dahin schafft.
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Adam Smith
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Re: Türkische Armee verlegt mehr Truppen an syrischer Grenze

Beitragvon Adam Smith » So 6. Aug 2017, 01:22

King Kong 2006 hat geschrieben:(05 Aug 2017, 22:23)

Die Möglichkeiten der Kurden sind immens gewachsen. Interessant wird die Haltung der USA zu dieser Entwicklung sein. Zur Zeit scheint sich ein Rennen auf Deir es Zor anzubahnen. Das ist eine Enklave inmitten von IS-kontrolliertem Gebiet, die von der syrischen Armee gehalten wird. Es ist von großer Bedeutung, wer den Weg dahin schafft.


Regierungstruppen und ihre Verbündeten eroberten nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstrelle für Menschenrechte mit Al-Suchna die letzte große Stadt in der Provinz Homs, die noch von den Extremisten gehalten wurde. Die Truppen von Präsident Assad werden vom russischen Militär und der libanesischen Hisbollah-Miliz unterstützt. - Im Norden Syriens rücken kurdische Einheiten gegen Stellungen des IS vor und versuchen die Stadt Rakka zurückzuerobern.


http://www.deutschlandfunk.de/syrien-sy ... _id=777003

Im Moment sieht es danach aus, dass die syrische Armee zuerst Deir es Zor erreichen wird.
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USA & Iran Kooperation im Schatten?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 9. Aug 2017, 19:08

Neben dem Irak gibt es scheinbar auch abgesprochene Aktionen vom Libanon gegen Stellungen der IS und Al-Qaid-Derivate in Syrien. Die Hezbollah vorneweg.

U.S. AND IRAN WORK TOGETHER AGAINST ISIS, THIS TIME IN LEBANON

The U.S. and Iran, rival powers in Middle Eastern affairs, are once again working together to combat the Islamic State militant group (ISIS) via local allies, this time in the barrens of the Lebanese-Syrian border. Their cooperation follows a previous, reluctant understanding in Iraq.

In the latest grouping, the U.S.-backed Lebanese army is set to storm ISIS outposts tucked in the mountains of Ras Baalbek that separate Lebanon from Syria, where a civil war between the government and rebels has allowed jihadists and other militants to threaten regional security. Iran has been a major supporter of Syrian President Bashar al-Assad and his armed forces, bolstering their ranks with its Lebanese ally, Shiite Muslim militant movement Hezbollah. While considered a terrorist organization by the U.S., Hezbollah has proven an effective force against fighters with both ISIS and Al-Qaeda, and appears poised to join the fight. As a final showdown looms, Lebanon has prepared for a deadly confrontation.


Im Irak fliegen die US-geführten Flugzeuge Missionen, am Boden operieren die vom Iran geführten Streitkräfte.

The alignment of U.S. and Iranian tactical interests in Lebanon mimics that in Iraq, where both countries devoted extensive resources to battling ISIS despite significant political differences. After evolving out of Al-Qaeda in Iraq's insurgency against the U.S. military and local Shiite Muslims, ISIS managed to take nearly half the country before spreading into neighboring Syria. The U.S. responded by forming an international coalition to launch airstrikes against the jihadists while at the same time supporting the Iraqi military and Kurdish forces on the ground. Iran stepped in by backing a number of majority-Shiite Muslim militias known collectively as the Popular Mobilization Forces.

http://www.newsweek.com/us-iran-work-to ... non-648272


U.S. Special Forces in Lebanon Prepare to Fight ISIS – Alongside Hezbollah?

The Americans are training with the Lebanese army, while Hezbollah is gearing up to fight ISIS.

read more: http://www.haaretz.com/us-news/1.805446


ANALYSIS: U.S. Special Forces In Lebanon Helping Iran By Assisting Lebanese Army In Operation Against Sunni Islamists

U.S. Special Forces are now reportedly helping Iran carve out its long-sought land corridor from the Iranian border in the Nineveh Province in Iraq to the Mediterranean Sea in Lebanon.


In a televised speech, Nasrallah said that the Lebanese army is Hezbollah’s “partner” and part of the axis which he dubbed “the Army-People Resistance”, meaning the loose coalition of terror groups and armies fighting Israel.

The Hezbollah leader also confirmed that the offensive against-Sunni Islamist groups in the border region with Syria is a coordinated action between the Russian-Iranian-backed pro-Assad coalition and the Lebanese army, and has been planned since the beginning of 2017.

http://www.westernjournalism.com/analys ... islamists/


Noch engere Kooperationen gab es beim Sturz der Taliban in Afghanistan (die jetzt wieder die heimlichen Herrscher dort sind). Seinerzeit kämpften die iranischen Quds zusammen mit der US-Delta Force. Angeblich war US-Personal sogar in Teheran. Damals hoffte man auf Tauwetter unter dem als Reformer bezeichneten Khatami. G.W.Bush, der Clinton ablöste entschied sich aber im Rahmen des Project for the New American Century die Region us-freundlicher umzugestalten. So wurde die Kooperation mit dem Iran gekündigt.

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USA für Verschiebung des kurdischen Unabhängigkeitsreferendums

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 12. Aug 2017, 19:40

USA für Verschiebung von Unabhängigkeitsreferendum irakischer Kurden

Barzani verlangt im Gegenzug "Garantien" und "Alternativen"

Bagdad/Washington – Washington hat den irakischen Kurdenführer Massoud Barzani aufgefordert, das für September geplante Unabhängigkeitsreferendum für die autonome Region im Nordirak zu verschieben. In einer von Barzanis Büro am Samstag verbreiteten Erklärung heißt es, der Kurdenführer habe für den Fall einer Aussetzung des Volksentscheids von der US-Regierung "Garantien und Alternativen für die Zukunft der Kurden" verlangt.

US-Außenminister Rex Tillerson habe in einem Telefonat am Freitag den Wunsch der US-Regierung geäußert, die für den 25. September angesetzte Volksabstimmung zu verschieben. Nach seinen Worten sollten demnach die Probleme zwischen der autonomen Region Kurdistan und der Zentralregierung in Bagdad auf dem Weg des Dialogs gelöst werden.

derstandard.at/2000062598865/USA-fuer-Verschiebung-von-Unabhaengigkeitsreferendum-irakischer-Kurden


Langfristig wird daran festgehalten. Auf kürzerer Sicht soll die Verschiebung dazu dienen Alternativ in einer günstigere Verhandlungsposition in anderen Fragen mit Bagdad zu kommen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Aristide » Sa 12. Aug 2017, 19:44

Was sagen eigentlich die türken dazu!? Denn barzani hat im gegensatz zu den pkk-terroristen in syren den ruf, ein lakai der türken zu sein.
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Saudi-Arabien - Iran = Annäherung?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 18. Aug 2017, 21:35

Der Iran und Saudi-Arabien sind zwei große Interventionisten in der Region. Auf verschiedenen Seiten. Riad soll Bagdad gebeten haben zwischen Saudi-Arabien und dem Iran die Rolle eines Mediatoren einzunehmen.

Saudi Arabia Rushes To Mend Relations with Iran

The Iraqi TV channel Alghadeer reported that Mohammed bin Salman (MBS), the impulsive crown prince who once said that he would take the fight to Iran, reached out to Haider al-Abadi, the Iraqi prime minister, requesting that al-Abadi lead a mediation effort with Iran.

http://www.huffingtonpost.com/entry/sau ... 5e472cee5d


Ohne dem massiven Rückhalt der USA, den es offenbar in dieser Form nicht mehr gibt, sieht sich Saudi-Arabien in Zeiten des Ölpreisverfalls im Kontext seines Wohlfahrtstaates, dem nicht zu deckelnden Krieg mit dem Jemen und die massive Konfrontation mit dem Iran im Libanon, Syrien und Irak und mit der Akte Qatar überfordert.

Zudem könnte es heikel mit den saudischen Schiiten werden. Die leben ausgerechnet in den saudischen Erdölgebieten.

Awamiya: Eine "Kriegszone" in einer Stadt in Saudi-Arabien

Riad/Wien – Die saudi-arabischen Behörden versuchten noch, die Notbremse zu ziehen, und luden eine Gruppe von Journalisten auf eine gut gesicherte Tour durch Awamiya beziehungsweise durch das zerstörte Viertel al-Musawara ein. Es ist dennoch ein PR-Desaster. Es sehe aus wie in einer Kriegszone, berichteten Reporter vergangenen Mittwoch aus der 30.000-Einwohner-Stadt im Verwaltungsbezirk Qatif in der östlichen Provinz Sharqiya.

Die verstörenden Bilder werden von Saudi-freundlichen und Saudi-feindlichen Medien gleichermaßen verbreitet. Bei Letzteren fehlt meist der Hinweis auf Aleppo nicht: Wie in Syrien habe hier ein Regime seine eigene Bevölkerung belagert und angegriffen. Das saudische Narrativ lautet naturgemäß anders: Riad wolle das heruntergekommene Stadtviertel al-Musawara erneuern und entwickeln, eine Gruppe von schiitischen Terroristen habe sich jedoch dort verschanzt und wurde besiegt, nachdem im Juli die Armee eingeschritten war.


Die Stadt Awamiya gilt von jeher als Hochburg einer schiitischen Opposition, die durch den sogenannten Arabischen Frühling 2011 ermutigt wurde, sich gegen Marginalisierung und – von saudischen salafistischen Predigern legitimierte – Diskriminierung zur Wehr zu setzen. Auch Nimr stammte aus Awamiya.


Tatsächlich versucht Riad (um vielleicht nicht der nächste failed state zu werden) die Hetze gegen Schiiten (im eigenen Land) zu bekämpfen.

Es geht aber nicht nur einfach um Politik: Trotz gegenteiliger Bemühungen des Königshauses ist der religiöse Hass auf die Schiiten im saudischen Klerus nicht auszurotten. der Antagonismus zur Schia ist für den Wahhabismus identitätsstiftend.

Eine Episode, die zeigt, dass die saudischen Behörden neuerdings tatsächlich auf Hetze gegen Schiiten reagieren, ereignete sich am Wochenende. Am Freitag war der in der gesamten arabischen Welt beliebte kuwaitische Schauspieler Abdulhussein Abdulredha verstorben. Ein radikaler saudi-arabischer Prediger reagierte auf die Trauerbekundungen mit einem Tweet: Es sei nicht erlaubt, für Abbdulredha zu beten, er sei "ein iranischer Schiit, der im Irrglauben gestorben ist. Allah hat es Muslimen verboten, einem Polytheisten Gnade und Erbarmen zu wünschen". Das saudische Kultur- und Informationsministerium zeigte Ali al-Rabieei sofort an, der für seine Hetze gegen Schiiten bekannt ist – und inzwischen von einem "Missverständnis" spricht.

derstandard.at/2000062616682/AwamiyaEine-Kriegszone-in-einer-Stadt-in-Saudi-Arabien
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Türkischer Einmarsch?

Beitragvon King Kong 2006 » So 20. Aug 2017, 18:03

Es mehren sich Berichte, wonach die türkische Armee größere Operationen in Nordsyrien plant. Vor kurzem war der iranische Generalstabschef in Ankara. Dabei soll es auch um die von den Rebellen und Kurden gehaltenen Gebiete gegangen sein. Die kurdische YPG hat bereits angekündigt militärischen Widerstand zu leisten. Pikant könnte es für das türkisch-amerikanische Verhältnis werden. Die USA setzen auf die Kurden als einzige Kraft, die für sie ansprechbar sind.

Erdogan riskiert einen Flächenbrand

Präsident Erdogan will einen Kurdenstaat verhindern, dafür bereitet er offenbar einen weiteren Einmarsch in Syrien vor. Er riskiert damit den Bruch mit den USA - und die Ausweitung des Bürgerkriegs auf die gesamte Region.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/t ... 63195.html
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Assad und YPG gegen die Türkei einig?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 21. Aug 2017, 06:47

Turkey cannot be trusted, soldiers in Syria are invaders: Assad

https://www.almasdarnews.com/article/tu ... ers-assad/


Derweil stellen die Kurden extra eine Truppe für den möglichen Kampf gegen die TSK in Nordsyrien auf.

New force formed to fight Turkey in northern Syria

ERBIL, Kurdistan Region – A new armed force has been formed to fight Turkey and its allies in northern Syria.

The new force, called Rebel Forces, has been formed in al-Shahba province, located in Afrin canton north of Aleppo.

Consisting of Arabs, Kurds, and Turkmen, the Rebel Forces “pledge our people that we will fight terrorism in our country and expel the agendas of the Turkish army,” read a statement from the force as published by the US-backed Syrian Democratic Forces (SDF) on Wednesday.

The statement said the force will fight against “invaders” and “those who destroy our country and kill our people, so that the aspiring occupiers can occupy our land” and accused Turkish forces of attacking villages in al-Shahba province.

http://www.rudaw.net/english/middleeast/syria/16082017


Eine äußerst wichtige Frage wird sein, wie ein anderer großer Interventionist, die USA, die Sache sieht und begleitet. Bei einer Auseinandersetzung mit der kurdischen YPG kollidieren die Interessen der USA und der Türkei. Der Iran scheint die Sache mit Ankara beim letzten Treffen abgesprochen zu haben. Auch Moskau scheint involviert.
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Gemeinsames militärisches Vorgehen der Türkei und Irans?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 21. Aug 2017, 22:56

Erdogan says Turkey and Iran discussing joint action against Kurdish militants

ANKARA (Reuters) - Turkey and Iran have discussed possible joint military action against Kurdish militant groups, after talks in Ankara last week between the chief of staff of Iran's armed forces and Turkish leaders, President Tayyip Erdogan said on Monday.

https://www.reuters.com/article/us-turk ... SKCN1B10TB


The possibilities of an Ankara-Tehran joint operation against the PKK terror group, and its branch in Iran, the Kurdistan Free Life Party (PJAK), has increased with officials from both neighboring countries making positive remarks about a cross-border offensive.

https://www.dailysabah.com/war-on-terro ... terrorists


Wie wird sich die USA verhalten? Die PKK/PJAK werden als Terrororganisationen geführt.
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Türkischer Provinzgouverneur in Nordsyrien

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 23. Aug 2017, 18:37

Ankara kritisiert die US-Waffenlieferungen an die Kurden. Und setzt für ein kl. im Norden besetztes Gebiet schon einmal einen türkischen Satrapen ein.

Türkei macht Pentagonchef Vorhaltungen

US-Verteidigungsminister Mattis in Ankara

Waffenlieferungen der USA an Kurden in Syrien weiter Topthema Ankara/Wien – Mohammad Bagheri war gerade da, Waleri Gerassimow kommt demnächst wieder, dazwischen ist Platz für James Mattis. In Ankara geben sich dieser Tage die Armeechefs des Iran und Russlands und der amerikanische Verteidigungsminister die Klinke in die Hand.


Die Medienmaschine der Regierung, die den überwiegenden Teil der Presse und die Nachrichtensender steuert, porträtiert die Amerikaner in immer schrilleren Tönen als Verschwörer, die mit den Putschisten vom Vorjahr unter einer Decke stecken. Kein Tag vergeht auch, an dem türkische Regierungspolitiker die Waffenlieferungen der USA an die Kurden in Syrien nicht als Verrat geißeln würden.

Mehr als 1000 Lastwagen mit Waffen haben die USA bereits über die Grenze vom Irak zu den Kurden nach Syrien gebracht, sagte Erdogan am Dienstag in einer Rede im Präsidentenpalast. "Selbst wenn wir zahlten, würdet ihr uns nicht solche Waffen geben", klagte er. Doch die Kurdenmiliz YPG erhalte sie gar umsonst.


Türkischer Provinzgouverneur im Norden Syriens

Eine kurze Passage in Erdogans Rede vor einer Versammlung von Ortsvorstehern aus dem ganzen Land ging allerdings unter. Der türkische Staatschef gab die Ernennung eines "vali", eines Provinzgouverneurs, im Norden Syriens bekannt. Dieser soll das 2000 Quadratkilometer große Gebiet verwalten, das "unter unserer Kontrolle" stehe, sagte Erdogan.

derstandard.at/2000063057893/Tuerkei-macht-Pentagonchef-Vorhaltungen


Es scheint - im Moment - das die Türkei mit Russland und dem Iran besser harmoniert, denn mit dem NATO-Partner USA (oder Deutschland...).
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US-Allierte vs Türkei-Allierte

Beitragvon King Kong 2006 » Di 29. Aug 2017, 21:20

Die USA und die Türkei sind NATO-Partner, aber ihre Allierten schiessen aufeinander.

US-Koalition und von der Türkei unterstützte Rebellen beschießen sich

Beide sind in der Nato, doch im Syrien-Krieg verfolgen die USA und die Türkei unterschiedliche Interessen. Jetzt ist es zu einem Schusswechsel gekommen, in den beide Seiten verwickelt waren.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 65204.html
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Israel & Russland im Kontext Irans

Beitragvon King Kong 2006 » Do 31. Aug 2017, 18:19

Das Verhältnis zwischen Israel und Russland in Syrien und Irak ist geheimnisvoll. Auf der einen Seite sieht Israel dies wohl grundsätzlich positiv, weil es bedeutet, daß z.B. der Iran da nicht alleine steht. Auf der anderen Seite ist die Gegenwart Russlands aber auch für Israel problematisch, weil auf diese Rücksicht genommen werden muß. Und Russlands Allierte sind nunmal auch Syrien und der Iran. D.h. auch Rücksichtnahme auf diese.

Auf der anderen Seite ergibt sich daraus aber auch Potenial für Störmanöver. Moskau und Teheran sollen hinter den Kulissen durchaus in der Triangel mit Israel aneinandergeraten sein. Bekanntestes Beispiel, von dem berichtet wurde (natürlich ohne Gewähr), daß die syrische Luftabwehr nie in der Lage war die Angriffe auf die Hezbollah und auf Ziele der syrischen Armee abzuwehren. Genauergesagt, sie bekamen sie nicht einmal mit. Das führte dazu, daß Teheran Russland verdächtigte bei israelischen Interventionen auch mal wegzuschauen oder gar Israel dies ermöglichte. Daraufhin sollen Angehörige der iranischen Luftabwehr die russischen Systeme Syriens gehackt und neu programmiert haben. Es geht also darum, daß in Syrien die Allianz Russlands mit Irans durch Israel auf die Probe gestellt werden kann. Aber es gibt auch jenseits des Kontextes mit Israel zwischen Russland und dem Iran Richtungsstreitigkeiten.

Der Iran bekommt nach 1300 Jahren wieder einen Korridor und Zugang zum Mittelmeer. Israel sieht dies als Bedrohung. Deshalb war Netanjahu jetzt in Moskau. Druck auf Russland ausüben. Ob mit Erfolg, ist zu bezweifeln. Thema Assad:

Israels Versuche, die USA und Russland zu einer klaren Haltung gegen den wachsenden iranischen Einfluss in Syrien zu bewegen, sind offenbar fehlgeschlagen. Auf die Drohung Tel Avivs, notfalls den Amtssitz des syrischen Präsidenten zu bombardieren, soll Putin lediglich erwidert haben: „Viel Glück!“

https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/5 ... el-glueck/


Thema Iran:

"We don’t have any information about anyone preparing an attack on Israel," the Russian top diplomat said commenting on media reports stating that Iran plans to deploy high-precision missiles, capable of hitting Israel, to Syria and Lebanon.

More:
http://tass.com/politics/962699


Ein Vertrauter Bibis meldet sich zu Worte, das es nicht stimmen würde, was Pravda darüber schreibt, nämlich, daß Netanjahu bei diesem Thema nahe einer Panikattacke gewesen wäre.

Ze'ev Elkin says Pravda article reporting premier was 'close to panic' during meeting with Russian leader on Iranian military expansion is 'fake news'

https://www.timesofisrael.com/netanyahu ... ckle-iran/


Egal, was passiert ist, ich nehme an, daß Pravda und Co. nichts schreiben, was nicht im Sinne Putins wäre.

Iranisches Militär ist 8 km von der israelischen Grenze entfernt.

Despite Netanyahu's warning, US and Russia agree to Iranian military presence in Syria

http://www.jerusalemonline.com/news/mid ... rder-30801


Russia warns Israel not to attack Iran in Syria

http://www.washingtonexaminer.com/russi ... le/2632953


Auf der einen Seite mag das dramatisch wirken, auf der anderen Seite das zum Thema, man würde sofort sich gegenseitig an die Gurgel gehen, wenn es möglich wäre. Also noch näher geht praktisch nicht. Und wirklich neu ist das auch nicht. Iranisches Militär ist seit den Achtzigern an der israelischen Grenze. Und man hat sich auch schon bereits beschossen und getötet. Ohne, daß gleich Atomraketen geflogen sind.
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Wiederaufbau in Syrien

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 13. Sep 2017, 07:37

Wenig überraschend haben Syrien und Iran mehrere Abkommen im Rahmen des Wiederaufbaus unterzeichnet.

Iran reportedly intends to construct a 450 MW power plant in Syria's Latakia. The energy officials of both countries have signed a corresponding deal in Tehran.

https://sputniknews.com/middleeast/2017 ... ower-memo/


Syria signs Aleppo power plant contract with Iran

Syria's government signed a contract with an Iranian company on Tuesday to import five gas-fired power plants to the war-battered city of Aleppo, in an early sign of the major role Tehran is expected to play in Syria's reconstruction.

Read more here: http://www.newsobserver.com/news/busine ... rylink=cpy


Iran Signs Deals To Repair Syria's Power Grid, Infrastructure

They include restoring the main control center for the electricity grid in the capital, Damascus, and helping to restore full power to the northern city of Aleppo.

The accords could lead to Iran playing a major role in rebuilding the country's infrastructure, Kharboutli said during the signing ceremony.


Russland und China werden natürlich auch nicht fehlen.

Thousands of troops from Iran's Islamic Revolutionary Guards Corps have fought alongside Syrian government troops and suffered heavy casualties in the war against rebels and IS militants.

Damascus is also likely to turn to Russian and Chinese firms to help rebuild the country's infrastructure, although the future of Assad's government is not assured, with Western powers pushing for his eventual removal.


Mahmoudi, on the Energy Ministry website, said, "We will stand by the Syrian people to rebuild this country.... We will bring light to houses of the Syrian people.

Iran has made inroads in other areas of Syria's economy, signing agreements to operate a new cell-phone system and gaining concessions on farming land, oil and gas, and phosphate mining.

https://www.rferl.org/a/syria-iran-sign ... 31919.html
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Kurdistan - Israel

Beitragvon King Kong 2006 » So 17. Sep 2017, 22:55

Das von dem Iran, der Türkei, Syrien, auch der UN und USA besorgt entgegengesehene Referendum in der KRG zur Unabhängigkeit eines Kurdistans führt in Bagdad zu drastischen Worten.

Unabhängigkeitsreferendum der Kurden

Irakischer Vizepräsident will kein "zweites Israel" dulden

Die Kurden im Irak träumen von der Unabhängigkeit, die Regierung will das mit allen Mitteln verhindern. Nun hat der Vizepräsident der Minderheit gedroht.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 68381.html


Diese Ansage beeinhaltet eine Haltung, die man diplomatisch als robust bezeichnen könnte.
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