Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

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Jekyll
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Jekyll » So 26. Feb 2017, 13:21

Kardux hat geschrieben:(25 Feb 2017, 22:02)

Der Iran darf sich über kurz oder lang auf einen heftigen Partisanenkrieg mit den Kurden gefasst machen. Die Belutschen werden dann gewiss mitziehen.


http://www.basnews.com/index.php/en/news/middle-east/332282

Die Frage ist wer bereit ist die Kurden im Iran tatkräftig zu unterstützen. Und je mehr der Iran seinen schiitischen Halbmond ausbaut und festigt desto verzweifelter könnten die Verlierer dieser Politik (sunnitischen Araber) werden.

Wenn der Stein erst einmal zum Rollen gebracht wird kann sich der Iran auf syrische Verhältnisse gefasst machen. Bei einer eventuellen Schwächung der iranischen Streitkräfte würden sogar die Turkvölker im Iran (auch wenn sie derzeit Macht besitzen) in den Startlöchern sitzen. Ich möchte da nur an das Jahr 1946 erinnern, als die Azeris sich für knapp ein Jahr vom Iran loslösten.
Ein weiteres Land in der Region, wo ein Bürgerkrieg tobt und auf Jahre hin Millionen Opfer und Flüchtlinge generiert, ist so ziemlich das Letzte, was wir derzeit brauchen können. Hoffentlich bleibt uns das erspart, wie verführerisch militante Phantastereien auch sein mögen.

Die Kurden zumindest sind geduldig.
Gerade die Geduldigen schlagen den zivilen Weg der Integration und Koexistenz ein, die Ungeduldigen greifen zur Waffe und werden militant (inkl. diverser Phantastereien).
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Kardux
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Kardux » So 26. Feb 2017, 23:38

Jekyll hat geschrieben:Ein weiteres Land in der Region, wo ein Bürgerkrieg tobt und auf Jahre hin Millionen Opfer und Flüchtlinge generiert, ist so ziemlich das Letzte, was wir derzeit brauchen können. Hoffentlich bleibt uns das erspart, wie verführerisch militante Phantastereien auch sein mögen.


Es sind Staaten wie der Iran aber auch die Türkei die wegen ihrer Großmachtsphantastereien Unruhe im gesamten Nahen Osten erzeugen. Die Millionen Opfer, von denen Sie hier schreiben, gehen u.a. auch auf das Konto der Türkei und des Irans. In Syrien und im Irak kämpfen nichts weiter als ihre Proxies. Die Radikalisierung wurde von diesen beiden Staaten bewusst herbei geführt. Die Iraner lassen schiitische Milizen mordend durch Syrien und den Irak streifen und die Türkei unterstützt sunnitische Halsabschneider seit Beginn des Konflikts. Wer wenn nicht Tehran und Ankara sollten sonst für die Radikalisierung in diesem Ausmaß verantwortlich sein, welcher ja bekanntlich zu den vielen Opfern und Flüchtlingen geführt hat?

Die Türkei schwelgt noch immer in Nostalgie und glaubt wahrhaftig daran mit seinen Mini-Resourcen die sunnitische Welt anführen zu können. Ja, das ist eine Phantasterei. Und was der Iran derzeitig tut ist nicht weniger befremdlich. Man möchte ohne großartig viel Geld auszugeben den gesamten Nahen Osten kontrollieren/beeinflussen. Und gleichzeitig möchten beide Staaten im Inneren ihre Minderheiten unterdrücken. Der Iran lässt monatlich mindestens ein Dutzend Kurden für fadenscheinige Anschuldigungen hinrichten. Gleichzeitig beuten sie die Region wirtschaftlich aus und lassen es vor sich hin vegitieren. Die Türkei ist in der Hinsicht nicht viel besser. Bis heute erkennt man die Existenz eines weltweit anerkannten Volkes nicht an. Darüberhinaus schließt man dieses Volk von der Politik aus und zerstört ganze Städte und Dörfer - beraubt den Kurden somit jegliche Lebensgrundlage.

Und Sie wollen mir hier etwas von Militarismus erzählen? Ihre Türkei aber auch der Iran haben speziell in den letzten hundert Jahren so viele Opfer und Flüchtlinge erzeugt, dass ich gar nicht wüsste wo ich anfangen sollte zu erzählen. Alleine was Ihre faschistische Türkei in den letzten zwei Jahren verursacht spricht Bände. Wie groß ist denn die Zahl der kurdischen Binnenflüchtlinge in der Türkei?

Militante Phantastereien...

Und sowas von

Jekyll hat geschrieben:Gerade die Geduldigen schlagen den zivilen Weg der Integration und Koexistenz ein, die Ungeduldigen greifen zur Waffe und werden militant (inkl. diverser Phantastereien).


Sowohl im Iran als auch in der Türkei ist es vollkommen egal ob man zur Waffe greift oder sich mit zivilgesellschaftlichen Mitteln gegen die Unterdrückung der Kurden einsetzt. Die Geschichte hat uns sogar gelehrt das es meist die pazifistischen Intellektuellen sind welche die türkischen und iranischen Kolonialherren zuerst beseitigt haben wollen. Tahir Elci, ein kurdischer Anwalt und Menschenrechtsaktivist geriet viel schneller ins Fadenkreuz der zivil gekleideten türkischen Sondereinheiten als so manch militanter Kurde.

Und lernen Sie doch bitte endlich den Unterschied zwischen Integration und Assimilation. Das sind zwei paar Schuhe. So viel dürften Sie doch vom Auftritt Ihres Führers in Köln gelernt haben. Oder ist man bei solchen Auftritten zu sehr damit beschäftigt sich Gedanken darüber zu machen wie laut man klatschen kann?

Wie gesagt, die Kurden sind geduldig. Das haben uns die Schicksale der beiden Staaten Syrien und Irak gezeigt. Und das ist erst der Anfang. Denn die Koexistenz, von der Sie hier schreiben, wird nicht auf ewig eine Beziehung zwischen Unterdrücker und Unterdrücktem sein. Koexistenz hat immer etwas mit Respekt zu tun. Der ist derzeit nicht gegeben.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 27. Feb 2017, 20:18

Die Saudis melden sich offen. Es geht um die Nachkriegsordnung. Nach dem IS. Dabei appelliert Riad an den Arabismus. Denn die Mehrheit im Irak sind Schiiten. Religiös kann Riad da nicht punkten. Es geht natürlich gegen den Iran, dieser ist nunmal kein arabisches Land.

Jubair im Irak: Es geht um die Nahost-Neuordnung nach dem IS

Saudi-Arabien hat das erste Mal seit dem irakischen Überfall auf Kuwait im Jahr 1990 seinen Außenminister auf Besuch nach Bagdad geschickt. Der Irak soll ins arabische Boot zurückgeholt werden, auf Kosten des Einflusses Teherans.


Ein weiterer Konkurrent für Saudi-Arabien ist noch vorhanden, wenn auch nicht in so scharfer Konkurrenz. Aber die Türkei und Erdogan sieht sich als sunnitisch/islamische Führungsmacht in der Region.

Muqtada al-Sadr bietet Sunniten Versöhnliches

Ein weiteres intern irakisches Element in diesem großen Bild ist der einstmals wilde und junge schiitische Mullah Muqtada al-Sadr, bei dessen Demonstrationen jüngst "Iran raus" skandiert wurde. Er macht den Sunniten in Mossul, die von radikalen Schiiten als Kollaborateure des IS gesehen werden, versöhnliche Angebote. Und er stärkt Abadi den Rücken gegen dessen Vorgänger Nuri al-Maliki, der ins Premiersamt zurückkehren will. Die irakischen Sunniten brauchen, um gegen Angebote des jihadistischen Islam immun zu werden, einen Garanten für ihren Platz im mehrheitlich schiitischen Irak. Dafür bietet sich Saudi-Arabien an.

Diesen Job hätte aber auch gerne die sunnitische Türkei: Präsident Tayyip Erdogan schwenkt immer mehr auf die Saudi-Trump-Linie ein, was den Iran betrifft, verfolgt im Irak und in Syrien aber auch eigene Interessen. Er hält ja auch gar nicht damit hinterm Berg, dass die Türkei ihre Einflusszone über ihre Grenzen hinaus vergrößern will. Das ist, was der Iran seit Jahren tut – und auch sagt. Und nun bekennt sich auch Saudi-Arabien offen dazu.

derstandard.at/2000053218658/Jubair-im-Irak-Es-geht-um-die-Nahost-Neuordnung-nach
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 1. Mär 2017, 17:20

Die Türkei und der Iran haben sich hinter den Kulissen wegen verschiedener Interessen in der Region teilweise sehr gestritten. Das soll beigelegt, bzw. entschärft werden.

Iran, Turkey presidents meet to defuse tensions

http://www.reuters.com/article/us-iran- ... SKBN1684K6
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Do 2. Mär 2017, 19:59

Können die USA in der Zukunft noch einen Fuß im Irak behalten? In dem bisherigen Umfang in der Region?

After Mosul Falls, Trump Loses Influence in Iraq

Iraqi forces, helped by US military advisors, are inching their way toward the re-conquest of Mosul, the country’s second largest city, from the Islamic State and its allies.

The Baghdad government and the newly-installed Donald Trump administration will undoubtedly hail the taking of the city as a triumph, in that it marks the weakening of a terrorist threat and the beginning of an era of peace in Iraq.


In reality, the Mosul campaign has been not just a US-Iraqi undertaking, but a three-legged alliance-of-coonvenience that includes Iran. Iran-sponsored Shiite militias have been busy blocking the western exits from Mosul to close off Islamic State escape routes. Iranian advisors counsel these militias andhave put some of its own troops on the ground.


And while American military muscle in Iraq is temporary, Iran’s is permanent. Iranian-sponsored Iraqi militias groups have long operated in Iraq. They help keep Abadi weak—he lacks full control over government use of force in his own country. Most of Iraq’s army is weaker and less motivated than the armed groups sponsored by Iran.

http://www.huffingtonpost.com/entry/aft ... d19b92656d


Trump, der noch weniger Interesse zeigt als Obama in Übersee militärisch aktiv zu werden - aus verständlichen Gründen - verfällt eventuell auf einen Trick um sich die Iraker Milde zu stimmen. Sein von der US-Justiz als widerrechtlich eingestuftes Einreisedekret könnte er modifizieren. Und die Iraker ausklammern. Das macht per se keinen Sinn. Es gibt eine sehr große westlich eingestellte iranische Gemeinde in den USA die diskriminiert wird, keine irakische. Aber damit könnte es versuchen im Irak ein besseres Bild der USA zu erzeugen. Immerhin, wie sieht das aus? Da kooperiert man mit dem Irak, aber Iraker sind nicht "erwünscht".

Trump is already losing the long-term fight in Iraq

Mr. Mattis discounted that risk during a visit to Baghdad last Monday, saying, “I imagine we’ll be in this fight for a while and we’ll stand by each other.” A reasonable Iraqi might ask: Why should a U.S. administration that bans all Iraqis from setting foot on American soil be regarded as a worthy partner?


Vor allen Dingen könnte das (die "Wahrheit"?) so einige im Irak schwer irritieren.

His repeated suggestions that the United States might seize Iraq’s oil fields

https://www.washingtonpost.com/opinions ... ec783c55de


Tja, für die USA ist guter Rat teuer. Aus der Region zurückziehen? Begann schon unter Bush durch seine Abenteuer dort. Obama führte das fort. Trump sprach es sogar aus: "America first". Nur, kann das eine sich als Supermacht verstehende Nation aus dieser Region? Und, wer rückt nach? Permanent?
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Adam Smith » Do 2. Mär 2017, 20:09

King Kong 2006 hat geschrieben:(02 Mar 2017, 19:59)
Und, wer rückt nach? Permanent?

Die Nation die sich jetzt schon da befindet. Der Iran wird dort dauerhaft bleiben und niemals mehr einen Angriff des Irak auf den Iran zulassen. Im Irak sind die USA mit dem Iran Allierte gehen den IS. Aus dem Grund kann die Feindschaft zwischen den USA und dem Iran gar nicht mehr so gross sein.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 6. Mär 2017, 12:03

Adam Smith hat geschrieben:(02 Mar 2017, 20:09)

Die Nation die sich jetzt schon da befindet. Der Iran wird dort dauerhaft bleiben und niemals mehr einen Angriff des Irak auf den Iran zulassen. Im Irak sind die USA mit dem Iran Allierte gehen den IS. Aus dem Grund kann die Feindschaft zwischen den USA und dem Iran gar nicht mehr so gross sein.


Das Verhältnis der USA und Irans zueinander bleibt wohl ein Buch mit sieben Siegeln. Der kleinste gemeinsamer Nenner in der Region ist wohl, daß sie sich gegenseitig aushalten und tolerieren. Schlimmstenfalls bekämpfen. Unter der Hand kooperieren sie teilweise so eng, daß keiner es offen zugibt, weil es beiden peinlich ist und ideologisch nicht passt. Ins offizielle Bild.

Im Irak könnte es nach dem Fall zu einem neuen Kapitel kommen. Eine These ist, das Teheran die von den USA geführte Allianz aus der Luft toleriert, weil sie beim Vormarsch hilft. Fällt Mosul, dann könnte es sein, daß die militärische Führung Irans die Anwesenheit der USA als obsolet ansieht.

Iran Positions for Reset in Iraq after Recapture of Mosul

Iran was tolerant of continued U.S. presence in Iraq in order to defeat ISIS, but now that Mosul’s capture is certain it will seek to expel the U.S. from the region.

http://iswresearch.blogspot.de/2017/01/ ... after.html


Natürlich wird die USA nicht so einfach wieder einpacken. Geschäftsmann Trump hat ja von den Ölfeldern gesprochen. Was immer das zu bedeuten hat. Es wird Konfliktpotential nach dem Fall von Mosul geben.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Di 7. Mär 2017, 09:59

Mittlerweile sollen 2100 iranische Soldaten in Syrien und Irak gefallen sein.

2,100 Iran fighters killed in Iraq, Syria: official

http://www.dailystar.com.lb/News/Middle ... icial.ashx


Die Anzahl der dort stationierten Truppen ist nicht bekannt.

Ankara und Teheran sollen sich beim Thema Syrien haben einigen können. Wobei auch immer. Erdogan und Rouhani haben sich persönlich unterhalten.

Iran, Turkey reach agreements over Syria

In a recent meeting between the presidents of Iran and Turkey, the two sides spoke “frankly” about the latest regional developments, Iran’s Foreign Ministry spokesman Bahram Qassemi said at a press conference.

http://en.trend.az/iran/politics/2728759.html


Derweil versucht Netanjahu in Gesprächen mit Putin diesen zu überzeugen, Teheran zu überzeugen auf Operationen am Golan Abstand zu nehmen. Zur Erinnerung, es gab zwei aufeinanderfolgende Kampfgeschehen vor einiger Zeit dort in der Nähe. Dabei wurden u.a. abwechselnd iranische und israelische Militärangehörige getötet. January 2015 Mazraat Amal incident und January 2015 Shebaa farms incident.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 11. Mär 2017, 10:36

Es ist beim Post-ISIS-Sykes Picot Raum mit diplomatischen Gerangel zwischen Teheran und Moskau zu rechnen. Der Iran will einen Landkorridor zum Mittelmeer. Das will allen voran die USA nicht. Der Iran steht zwar schon seit Jahren am Mittelmeer, aber mit der Zerfall bzw. eine Neuordnung der Machtverhältnisse in diesem Raum wird sich das absehbar zementieren. Russland unterstützt dieses Ziel Irans nicht zwangsläufig. Für Moskau ist der Konflikt interessant, weil er damit (wieder) ein wichtiger Gesprächspartner auf der internationalen Bühne wird. "Nur" Moskau kann den Iran gut zureden, das gilt auch für die mögliche, organisierte Rückführung von Flüchtlingen. Wenn Moskau dem Westen dort Gefälligkeiten erweist, dann kann Moskau das auch in der Ukraine andersherum erwarten? Sprich, der Iran verfolgt langfristige Pläne in der Region in der er lebt, die seine Vormachtstellungs untermauern sollen, Russland benötigt die Region, um damit Deals machen zu können. Egal, worüber und wozu. Das kann Richtung Ende des IS zwischen den Beiden zu Konflikten führen. Weil, wenn Moskau einen guten Deal angeboten bekommt, muß dieser das dem Iran kommunizieren. Dieser hat von diesem Deal aber nichts. Das könnte eine Chance für die USA und Co. sein.

WHO WILL DOMINATE THE POST-ISLAMIC STATE LANDSCAPE IN IRAQ AND SYRIA?

The regime, with its Iranian, Russian and Hezbollah allies, is seeking to reduce and destroy isolated rebel-held enclaves in the midst of regime-held territory in western Syria. Hence the attacks on Eastern Ghouta and on al-Wa’er in the Homs area. Once this is done, the pro-regime forces may well turn their attention to southwest Syria and eventually also to rebel-held Idlib province in the north.

The regime is also now engaging in the war against Islamic State. Government forces reached the Euphrates River this week, after sweeping through Islamic State-held territory in the east Aleppo countryside.

As the direction of events becomes clear, so the possibility emerges of the Iran-led alliance achieving an overall victory in the Syria and Iraq wars.

Such a victory would, on the face of it, constitute an achievement for Assad. But the Syrian dictator’s own forces are entirely dependent for advances on the Iranian Revolutionary Guards, Hezbollah, Iraqi Shi’a militia forces and paramilitary formations created by the Iranians to address the regime’s manpower shortages over the last five years.

That is, the real power behind such a victory would be Iran-arranged forces on the ground. These, in turn, are capable of moving forward only in cooperation with Russian air power, as events in Aleppo and the northwest have shown.


The 100,000 fighters of the PMU do not consist solely of pro-Iranian elements. But the main militias and de facto command structures are in the hands of pro-Iranian forces. Most significantly, the Badr Corps of Hadi al-Ameri and the Kata’ib Hezbollah group of Abu Mahdi al-Muhandis are directly linked to Iran’s Revolutionary Guards.

The militias are now located west of Mosul city, close to the town of Tel Afar. If regime forces push eastward, they will link at the border with their comrades of the PMU, creating a massive contiguous area of de facto Iran-controlled territory all the way from deep inside Iraq across Syria and into Lebanon.

That is what victory for the Iran-allied side in the wars in Syria and Iraq would look like. How might it be prevented?

Advances for the Iranian side are possible only with the support of Russian air power. And Russian goals in Syria (Iraq is less significant for Moscow) do not necessarily dovetail with Tehran’s. Iran wants total victory, the reunification of Syria under Assad’s nominal control, and the emergence of the Iranled Shi’a militias as the key power-holders in Iraq.

Moscow had and has far more limited goals. The Russians in Syria wanted to prevent Assad’s defeat, secure their naval assets on the Mediterranean and make themselves the main broker in the subsequent frozen or semi-frozen conflict.

There is a large gap between these two agendas, and working on and widening it should be foremost in the minds of both Western and Israeli policy-makers.

The Russians need to understand that while their own perceived vital interests in Syria can be accommodated, the far more ambitious Iranian agenda in the area crosses Western and Israeli redlines, and therefore will not be allowed to achieve its goals. Without the Russians, Western and Israeli efforts to contain and turn back the Iranians can proceed apace.


The post-Islamic State landscape in Iraq and Syria is emerging. The contest for primacy within it is set to begin.

http://www.jpost.com/International/Behi ... SIS-483789


Amid Syrian chaos, Iran’s game plan emerges: a path to the Mediterranean

Militias controlled by Tehran are poised to complete a land corridor that would give Iran huge power in the region

https://www.theguardian.com/world/2016/ ... d-corridor


Zur Zeit versucht Netanjahu Putin wegen dem Iran zu bearbeiten. Der Klassiker in Netanjahus diplomatischen Köcher. Auf den Hinweis, daß Persien seit 2500 Jahren versucht die Juden zu vernichten hatte Putin nur eine lapidare Antwort.

Putin fordert Netanjahu zu neuer Sicht auf den Iran auf – Wir leben nicht mehr „im fünften Jahrhundert vor Christus“

http://www.epochtimes.de/politik/welt/p ... 66747.html


Auch, wenn das ein diplomatischer Bibi-Klassiker von Berlin bis Peking ist, der mittlerweile einfach zur Kenntnis genommen wird, ist das Verhältnis Iran-Russland für die hier angesprochene Region signifikant. Und der Hebel, an dem gearbeitet werden kann. Denn der Iran hat in der Region die soft power und auf dem Boden die hard power. Russland auf der internationalen Bühne die soft power und in der Region in der Luft die hard power. Das ist unwiderstehlich. Dagegen ein Trump, der sich bemüht über Mauern zu Mexiko und der Stahl- und Kohleindustrie in den USA und diesem schrecklichen Klimawandelkomplott der Rotchinesen. Sicher, Trump ist mittlerweile auch bereit wieder ein paar Tausend US-Soldaten in der Region arbeiten zu lassen. Das reicht aber nicht für strategische Weichenstellungen.

Ganz nebenbei kontrollieren die Kurden in Syrien fast schon ein größeres Gebiet als im Irak. Das wird meiner Meinung viel zu wenig beachtet. Für mich sind die Kurden weiterhin - in Relation - die eigentlichen Gewinner dieser Neuordnung in der Region.

Ich könnte mir vorstellen, daß die Festigung der Macht und Unabhängigkeit der kurdischen Fraktionen ein wichtiges Element in der Nachkriegsordnung sein wird. Neben den Machtblöcken "Assad & Co. (Hezbollah, Mafias, Milizen) in Syrien, der sunnitischen Fraktionen von mäßig radikal bis zu ultraradikal und des schiitisch dominierten Iraks. Darüberhinaus, wird im Überbau die Zusammenarbeit Teherans und Moskaus entscheidend sein. Und was Mächte wie die USA damit überhaupt bezwecken wollen. Denn diesen geht es eigentlich auch weniger um die Region, denn um Russland und den Iran bei dieser Sache. Auch für die USA sind Syrien und Irak dabei eher Bauern hinter denen die beiden als interessanteres Ziel stehen.

Die Region formt in der Tat die Zusammenarbeit überregional. Nicht nur regionale und überregionale Mächte formen die Region, auch diese und ihre Verhältnisse zueinander werden durch die Region beeinflusst. Die Ecke hat irgendwie einen großen Einfluß, global gesehen. Nicht nur seit dem fossilen Energieträgern.

Eine neue Geschichte der Welt

Das Licht aus dem Osten

Der in Oxford lehrende Historiker Peter Frankopan schreibt die Weltgeschichte neu; er sieht Europa abtreten und jenen «Osten» einflussreich werden, in dem die Zivilisationsgeschichte einst begann.

https://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/e ... -ld.122760


"Licht aus dem Osten"

Seide, Pest und Öl

Alles kommt aus Asien: Peter Frankopan will mit "Licht aus dem Osten" unseren Blick auf die Weltgeschichte verändern.

http://www.zeit.de/2016/43/licht-aus-de ... -frankopan
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Israel - Iran und dazwischen Russland

Beitragvon King Kong 2006 » Di 21. Mär 2017, 20:06

Ein Faktor Russlands in Syrien wäre ein Puffer zwischen Israel und dem Iran. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, daß Moskau damit überfordert ist. Oder - sie haben bis dato noch weitreichendere Aktionen verhindern können.

Israel greift regelmäßig Ziele in Syrien an. Wie es offiziell heißt, um Waffenlieferungen für die Hisbollah zu sabotieren. Bis dato hielt sich Syrien (dahinter der Iran) zurück. Nur einmal wie bereits erwähnt gab es ein direktes tit for tat bei dem am Ende tote Israelis, Iraner und Hisbollah-Angehörige zurückblieben.

Syrien-Krieg

Israel und Iran zeigen Russland die Grenzen auf

Israel bombardiert Ziele in Syrien, das Assad-Regime feuert Raketen ab: Die Sorge vor einer Eskalation wächst - und Russland ist verärgert.

Benjamin Netanyahu dachte, er habe sich klar genug ausgedrückt. "Ich sprach mit Präsident Putin ausführlich über die strategische Bedeutung der iranischen Versuche, eine permanente Präsenz in Syrien zu errichten. Ich habe deutlich gemacht, dass das für Israel nicht hinnehmbar ist", sagte der israelische Ministerpräsident nach seinem Gespräch mit Wladimir Putin im Kreml

Das war am 9. März. Er habe den Eindruck, das der russische Staatschef seine Botschaft verstanden habe, sagte Netanyahu.

Offenbar nicht: Ziemlich genau eine Woche später hat sich zwischen Israel und Syrien der schwerste militärische Zwischenfall seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs ereignet. Israelische Kampfjets bombardierten mehrere Ziele in Syrien - und erstmals schlug die Armee von Diktator Baschar al-Assad zurück. Regierungstruppen feuerten eine Luftabwehrrakete russischer Bauart vom Typ S-200 ab. Die Rakete hob ab, lange nachdem die israelischen Flugzeuge sich zurückgezogen hatten.


Angriff in der Nähe russischer Soldaten

Wahrscheinlich zielte der Angriff auf den Militärflughafen T4 in der Nähe von Palmyra. Nachdem Israel in den vergangenen Wochen Waffenlieferungen auf dem Militärflughafen Mezze in Damaskus zerstört hatte, könnte Iran auf den Wüsten-Airport ausgewichen sein, um Raketen an die verbündete Hisbollah-Miliz zu liefern - mit dem Hintergedanken, dass Israel diesen Flughafen weit im Landesinneren nicht angreifen würde. Nach Informationen von Ron Ben-Yishai, dem renommiertesten Kriegs- und Militärberichterstatter in Israel, zielte der Angriff auf eine Lieferung von Scud-D-Raketen, die eine Reichweite von 700 Kilometern haben.

Erstmals bestellte Russland nach einem Luftangriff in Syrien den israelischen Botschafter ein. Noch am Freitag wurde Gary Koren im Moskauer Außenministerium zu den Vorgängen befragt. "Wir haben einen speziellen Verbindungskanal, und wir wollen, dass dieser Kanal effektiver funktioniert und es keine Verwirrung gibt über das, was wer macht", sagte Russlands Vizeaußenminister Michail Bogdanow. Wie das Internetportal "Gazeta.ru" unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen berichtet, hatten Israel und Russland sich eigentlich prinzipiell darauf verständigt, dass die israelische Luftwaffe diejenigen Objekte auf syrischen Territorium vernichten kann, die eine Bedrohung für Israel darstellen.

Offenbar war der Kreml auch deshalb so erzürnt über das israelische Vorgehen, weil in Palmyra russische Soldaten stationiert sind.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 39771.html


Israel ist offenbar bereit tiefer in Syrien Ziele anzugreifen. Gerade jetzt, wo sich die Niederlage des IS abzeichnet und die Formation Libanon-Syrien-Irak-Iran. Andererseits wird der Iran, Pardon Assad, das nur zu einem gewissen Level hinnehmen. Das mit einer S-200 geantwortet wurde, zeigt auf der einen Seite, daß man nicht an einer regelrechten Eskalation interessiert ist, sonst wäre eine moderne Boden-Boden Rakete gestartet, statt einer älteren Boden-Luft Rakete, zumal nachdem die IAF weg war. Da trifft man auch nichts mehr. Aber da sich die S-200 - lt. Israel - wie eine Boden-Boden Rakete verhalten hat, war das ein Zeichen, daß man es ernster meint.

PS: Fake news? Wer weiß. Damaskus und Teheran sollen lt. eine Quelle irritiert gewesen sein, daß die syrische Luftabwehr nie so richtig reagieren konnte. Angeblich weil Moskau Codes dieser an Israel weitergeleitet haben soll.

Israel has reportedly attacked dozens of times in Syrian territory since Hezbollah joined the Syrian civil war in 2012, but Friday marked the first time that an anti-aircraft missile had been fired at an IAF jet

Al-Jarida's Tehran correspondent, Farzad Qassemi, cited a source in the Iranian Defense Ministry as saying that Iranian experts had changed the operation codes for the Syrian air defense system, which is what enabled the anti-aircraft missiles to be used against the Israeli Air Force on Friday morning.

According to the source, Damascus and Tehran "were shocked" every time the Russian-made air defense system did not work to defend Syria's airspace, or even give notification that the air space had been penetrated in order to evacuate outposts prior to the airstrike. The systems are supposed to identify the takeoff of Israeli Air Force jets from their bases because of the small distance between the countries and is even supposed to attempt to target the planes and any missiles that are fired from them. Kuwaiti daily quotes Iran Defense Ministry source as saying Iran was able to change the codes without Russia's knowledge, enabling Friday's missile launch against Israeli aircraft.

According to the source, the Iranians and the Syrians suspected that Russia gave the codes for the air defense system to Israel and even refused the requests of Tehran and Damascus to check the codes. "Iran has the ability today to change the Russian security codes since it received the advanced Russian S-300," the source added. "This came after it received reports that Israel got the operation codes for the missile system. In Iran, they even expanded their knowledge when they built the Bavar-373 air defense system - which is a domestic copy of the Russian S-300 - in order that the systems would work together during an attack."

According to the source, three weeks ago, during Iranian military maneuvers, Iranian engineers hacked into the codes of the S-300, but when the Bavar-373 was not working in conjunction with the Russian air defense system the experiment was suspended.

The source said further that the Iranian Defense Ministry sent several engineers to Syria to change the codes of the air defense system that was under the control of the Syrian army, without Moscow's knowledge. "They succeeded in changing some of the codes last month and therefore when the Israel fighter jets took off from their bases - the air defense system succeeded in identifying them and firing interceptor missiles at them and at the missiles they had launched."

The source added that "the Syrian radar treated Israeli fighter jets as friendly planes in the past and not as enemy planes, which proves that Israel knew the codes of the missile system."

http://www.jpost.com/Arab-Israeli-Confl ... ses-484777


Zwischen dem Iran und Israel zu lavieren könnte Moskau mächtig ins Schwitzen bringen. Denn egal, wem Moskau sich positiv zuwendet, es wird den anderen erzürnen. Langfristig wird Moskau sich entscheiden müssen. Sonst gehen die durchaus positiven Effekte der Intervention Moskaus in Syrien (aus Sicht Russlands) im Ärger der Dreien unter. Dann wird das ein Nullsummenspiel.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Do 30. Mär 2017, 07:06

Ankara hat ihre Intervention als erfolgreich beendet erklärt.

Türkei beendet Militäreinsatz

Seit Monaten kämpfen türkische Truppen in Nordsyrien gegen den "Islamischen Staat" und kurdische Truppen. Nun erklärte die Regierung in Ankara den Einsatz für "erfolgreich abgeschlossen".

http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 41056.html
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King Kong 2006
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Trump: Assad bleibt erstmal -> Neuer Status Quo nach der Ära Bush erstmal akzeptiert?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 1. Apr 2017, 09:57

Die USA zum Thema:

USA: Müssen Assad als "politische Realität" in Syrien akzeptieren

derstandard.at/2000055225918/USA-Muessen-Assad-als-politische-Realitaet-in-Syrien-akzeptieren


Derweil muß Teheran Gratifikationen an Kämpfer in Syrien verteilen. Nicht nur die Opposition wie Al-Qaida, IS, FSA und Co. ziehen ja Kämpfer aus alle Herren Länder an. Auch Teheran hat Truppen, die Assad an der Macht halten geschickt. Darunter gibt es sicher Hardcore-Überzeugungstäter, aber auch viele, die das für Geld machen. Angeblich sollen in Syrien und Irak bis zu 250 000 Personen auf der Gehaltsliste Irans stehen. Irak ist weniger ein Problem. Das Land ist "sicher". Syrien ist ein Wackelkandidat - aus Sicht Irans.

Iran's Assad Regime

Regime Manpower Shortage

The Syrian Arab Army (SAA) no longer exists as a unified or coherent fighting force capable of independently securing the entire country. Six years of defections, desertions, and combat attrition have more than halved its pre-war combat strength to an estimated 100,000 soldiers as of 2014 – primarily ill-equipped and poorly-trained conscripts. Only a fraction of these forces can reliably deploy in offensive operations – perhaps as few as 30,000-40,000 soldiers. These units largely consist of ‘elite’ forces such as the Republican Guard, Special Forces, and Fourth Armored Division that recruit heavily among Syrian Alawites.


Breakdowns in Command-and-Control

The Syrian Civil War also forced the regime to surrender control over pro-regime forces on the ground. The regime mobilized tens of thousands of paramilitary and foreign fighters not beholden to the state in order to mitigate and reverse its operational immobility. The regime directs this coalition through an increasingly decentralized and ad hoc network of command-and-control structures that grants expanded operational authority to junior officers in the field. These structures have been coopted by local strongmen as well as Iran and Russia.


Foreign Dominance

Iran currently provides the high-end manpower capable of securing significant gains for pro-regime forces on the ground. Iran currently provides the high-end manpower capable of securing significant gains for pro-regime forces on the ground. Iran operates a coalition of nearly 30,000 fighters that includes the Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC), Lebanese Hezbollah, Iraqi Shi’a militias, and Afghan Shi’a fighters. These forces likely constitute one-sixth to one-eighth of total pro-regime forces – this ratio only increases when compared to the small number of combat-effective regime units.

Iran has deployed at least 7,000 of its own fighters to Syria. These forces include elements of the IRGC-Ground Forces and Iranian ‘Artesh’ that represent the first expeditionary deployment of conventional forces by Iran since the Iran-Iraq War. Iran also leads a coalition of roughly 20,000 foreign fighters in the country, including 6,000 to 8,000 from Lebanese Hezbollah, 4,000 to 5,000 from Iraqi Shi’a militias, and 2,000 to 4,000 Afghan Shi’a fighters. Iran's New Way of War in SyriaThese totals exclude the wide array of local paramilitary groups supported by Iran in Syria. This coalition provides a disproportionate amount of the combat-capable infantry used in major pro-regime operations. For example, Iran and its proxies reportedly provided more than half of the 10,000 fighters assembled for the year-long regime campaign to seize Aleppo City in 2015. These forces also played key roles in the two operations launched to recapture Palmyra over the past year.

Iran has created a self-sufficient method of combined force operations that excludes a major role for the regime’s military. The IRGC has developed a model of cadre-warfare that allows Iran to implant military leadership over a base of irregular fighters that it organizes, funds, and equips in a host country. Iran operates sophisticated infrastructure – including a strategic air bridge from Tehran to Damascus via Baghdad - to train, equip, manage, and redeploy these forces across the region in line with its own strategic priorities. The IRGC – Quds Force and Lebanese Hezbollah lead key operations and relegate the SAA to providing heavy support including artillery, armor, and airstrikes to foreign infantry forces.

Iran gradually co-opted the regime’s remaining command structure as its combat forces became the most asymmetric advantage in the conflict. Iran reportedly assumed control of key operations rooms and ad hoc headquarters in both Latakia and Dera’a Provinces in 2015.


Iran also played an integral role in the development of pro-regime paramilitary groups ostensibly under regime authority in order to establish the long-term infrastructure of a ‘Syrian Hezbollah.’ Iran and Lebanese Hezbollah played a foundational role in building the NDF based on the Iranian ‘Basij.’ Iran also oversaw enlistment campaigns across the country – in some cases competing directly with the regime for new recruits by providing competitive salaries and military equipment. Iran nurtured its pool of future manpower through religious outreach including funding for theology schools and revolutionary youth groups among Alawites on the Syrian Coast.


Russia, by contrast, strengthened the regime’s military and security services’ formal structures. Russia provides the majority of its military aid, including advanced weaponry and air support, directly to the SAA. This support included the provision of advanced armored vehicles such as T-90 Main Battle Tanks and BTR-82 Armored Personnel Carriers to elite units such as the Syrian ‘Tiger Forces’ and Republican Guard. Russia took great pains to present its military engagement as a bilateral agreement between two legitimate governments against terrorism through high-profile basing deals and public coordination with senior regime officials. These efforts complement the actions of Iran in Syria while simultaneously allowing Russia to develop an independent partner for long-term influence.

Russia also tried to reconsolidate paramilitary groups under state control via new headquarters and command structures. Russia drove the establishment of the Fourth Storming Corps in Latakia Province in October 2015 and the Fifth Storming Corps in Damascus in November 2016. These new corps structures reportedly intend to consolidate paramilitary groups under state control with Russian command-and-control support, funding, and equipment. The Fifth Storming Corps spearheaded the pro-regime offensive that recaptured Palmyra from ISIS in March 2017 with backing from Russia, Iran, and Lebanese Hezbollah.

Russia has nonetheless eroded the regime’s sovereignty. Russia took control over major operations in Northern Syria in late 2015, including key battlefronts in Latakia and Aleppo Provinces. Russia’s increasing influence in operational planning and strategic decision-making generated noticeable changes in pro-regime campaign design, including the use of frontal aviation and major cauldron battles against the opposition in Aleppo Province. On the diplomatic front, Russia attempted to impose its own constitutional draft upon both the regime and opposition in order to resolve the Syrian Civil War under favorable terms that preserve its long-term basing rights on the Syrian Coast.


Das Auseinanderbrechen der staatlichen Ordnung in Syrien impliziert nicht nur Schwierigkeit für Assad gegenüber der unheimlich zersplitterten Opposition, sondern auch innerhalb seiner Fraktion. Nicht nur gegenüber Hisbollah-Kommandeuren, die sehr dominieren und iranischen Quds, oder Russen, sondern auch viele paramilitärische Einheiten arbeiten auf eigene Rechnung.

Paramilitary groups linked to a wide variety of benefactors, causes, and ideologies fight alongside the regime, generating intense friction with the state. These factions include political militias organized by the Syrian Arab Ba’ath Party and Syrian Social Nationalist Party, Palestinians, private militias run by wealthy businessmen, and tribal organizations. Several branches of the state security apparatus – including the four rival intelligence agencies – also recruit their own paramilitaries. These groups reportedly engage in a wide range of criminal activity that exploits local populations to bolster their meager incomes. Paramilitary groups have even engaged in direct confrontations with state authorities. For example, Assad reportedly ordered the withdrawal of nearly 900 individuals from two prominent paramilitary groups - the ‘Desert Hawks’ and ‘Naval Commandos’ - after their forces allegedly interfered with a presidential convoy in Latakia City in February 2017.

https://www.criticalthreats.org/analysi ... sad-regime


Mittlerweile werden schiitische Kämpfer z.B. aus Afghanistan und Pakistan im Iran beerdigt. Auch in der heiligen Stadt Qom.

Increasing Number Of Afghans, Pakistanis Killed In Syria Buried In Iran

http://www.rferl.org/a/persian-letters- ... 77907.html


Oder es werden für die Hinterbliebenen im Iran Wohnraum geschaffen. Staatsbürgerschaften angeboten.

Die Rolle Russlands wird von den Akteuren unterschiedlich betrachtet. Vordergründig mag es einige aufregen, daß sie dort sind. Hintergründig haben sie aber die Hoffnung und einen weiteren Aufgabenbereich, nämlich den Iran zurückzuhalten. Der Iran eröffnet sich die Räume, die Bush und die Neocons geschaffen haben. Es ist sinnbildlich, daß im Raum Syrien/Irak nicht nur ein großes Mosaik an sunnitischen Kräften ist. Sondern auch ein schiitisches (dort meist auch nicht-islamische, wie christliche Einheiten, aber auch Sunniten). Der Irak ist mehrheitlich schiitisch. Aber in Syrien formiert der Iran die Minderheiten. Schiitische Muslime, Christen usw. Dort kämpfen Schiiten aus vielen Ländern. Die sunnitischen Unterstützer sind nicht kohärent. Die Türkei, Saudi-Arabien uvm. sind auch untereinander uneins. Der Iran kann eine konzentriertere Strategie verfolgen. Russland - so die Hoffnung - kann als Partner Irans darauf Einfluß nehmen.

Netanyahu turns to Putin for help containing Shiite influence

http://www.dw.com/en/netanyahu-turns-to ... a-37861865


The regional superpower

Thus Iran, as it takes advantage of the civil war in Syria and Islamic State's takeover in Iraq, is looking more and more like the big winner of the Arab Spring in the region stretching from Teheran to Latakia and southward to Beirut. The Shi'ite crescent, which King Abdullah of Jordan warned about more than a decade ago, is amassing unprecedented power in the region even without possessing an atomic bomb and with its nuclear program frozen. If the saying "Islam is the solution" was common in the past, particularly among the Sunnis (in reference to groups such as the Muslim Brotherhood and Hamas), perhaps the saying from now on should be that Shi'ite Islam is the solution.

Iran is in control of swaths of territory running from the Persian Gulf to the Mediterranean Sea; it has taken control of Iraq and is expelling Islamic State from there using Shi'ite militias under its command.

The Hebrew-language Walla news site reported recently that Iran has been paving a "trans-Iraq" highway from Iran to Syria. Teheran has enormous influence over what happens in Syria militarily and economically. It operates a cellular franchise throughout Iraq, and - as was mentioned in talks between Prime Minister Binyamin Netanyahu and Russian President Vladimir Putin in Moscow in early March - is working to build a port in Latakia, on Syria's Mediterranean coast.

While Iran has not yet begun construction, it has submitted a draft proposal for the port to Assad, who tends toward approving it. The proposal states, in simple terms, that Iran will lease land in the city from Syria and use it to establish the maritime terminal. The port would be under Iranian sovereignty in every way, and the Syrians would have no access to it. In other words, it would be like the naval-base that the Russians established in Tartus. The land would be leased to the Iranians for fifty years.

http://aijac.org.au/news/article/iran-i ... -civil-war


Für Russland natürlich eine prima Sache. Damit wird man wichtig. Das zeigt noch einmal deutlich, was die Stoßrichtungen für den Iran und Moskau sind. Der Iran agiert dort, um Einfluß direkt vor Ort zu bekommen. Um beeinflußen und absichern zu können. Russland, um die Karten, die es dort wegen der Präsenz in die Hand bekommen hat, in Regionen, die ihm wichtiger sind, wie Osteuropa oder Zentralasien zu haben. Inwiefern Russland das kann und will, Teheran einzudämmen, bleibt abzuwarten. Es gibt derart viele gemeinsame, unterschiedliche und überschneidende Interessen, daß die Handlungsoptionen lähmend sind. Zumindest hat sich die Profi-Truppe um Trump durchgerungen. Assad hat keine höchste Priorität. Trump siehts wohl so wie Obama. Was bleibt ihm auch anderes übrig. Bush hat die Weichen gelegt. Der Iran und auch Russland und viele andere in der Region nutzen sie jetzt. Ja, müssen sie sogar nutzen. Ob sie wollen oder nicht. Teheran ist über den IS nicht begeistert. Sie haben erstmals in Farsi direkt dem Iran gedroht.

Bush hat - vordergründig - die Meinung vertreten, daß in der Region die Verhältnisse nicht stimmen, z.B. beim ex-Allierten Saddam Hussein. Das müsste geändert werden. Ok, wurde durch seine Intervention verändert, die Verhältnisse. Und der Prozess ist noch nicht zu Ende. Der Kurdenstaat. Ein Block Iran-Irak-Restsyrien-Libanon mit Teilen Afghanistans und Pakistans. IS. Die arabische Halbinsel bietet auch noch Potential für Veränderungen. Vielleicht hat Bush das nicht initiiert. Aber er hat dem allen eine Stoßrichtung und Schwung gegeben. Viele Kritiker seinerzeit waren keine Pazifisten, die gegen die Interventionen von Bush waren. Ganz und gar nicht. Oder Völkerrechtler, die das rein juristisch betrachten. Nein, es war völlig klar, das das eine Achterbahn wird. Irak und Afghanistan angreifen, böse (ex-Verbündete) bekämpfen, dann blühende demokratische Landschaften und gutes Geld dort verdienen, macht sich gut zur Rechtfertigung, zu mehr nicht.

Es mag so aussehen, als ob es um Assad geht. Oder den IS. Assad ist nicht wichtig. Teheran hat bereits den Grundstein gelegt, ohne ihn dort zu sein. Russland ist er auch nicht so wichtig. Ganz im Gegenteil. Der Kampf wütet zwischen den größeren Parteien und um die Geografie dort.

Wenn das Weisse Haus sagt, daß Assad nun mal die Realität darstellt. Dann meinen sie natürlich nicht eigentlich Assad. Sondern die Machtverhältnisse dort.
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Irak - Welche Funktion werden die Milizen in der Zukunft spielen?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 1. Apr 2017, 21:42

Der Irak ist mehrheitlich schiitisch. In kolonialer Machart spiegelten sich viele Mehrheitsverhältnisse in der Region nicht in der tatsächlichen Machtverteilung wieder. Bahrain, das mal zum brit. Empire gehörte, war und ist mehrheitlich schiitisch. Lustigerweise sind dort aber keine Schiiten an der Macht. Das macht abhängiger, z.B. vom Empire. In Syrien sind es die Alawiten, nicht die Sunniten. Und eben im Irak, das wie Bahrain brit. dominiert war, war es die Minderheit der Sunniten an der Macht, die London gefiel. Diese Eliten sind abhängiger, wenn es Minderheiten sind. Gleichtzeitig wurde damit der Grundstein für Konflikte gelegt, die sich u.a. jetzt Bahn brechen. Mit schierer Gewalt. In Syrien und im Irak. Jeder auf seine Art und Weise.

Im Irak lieferten die irakischen Streitkräfte eine unglaublich schlechte Performance gegenüber dem IS ab. Die Armee war total demoralisiert. Dementsprechend leichtes Spiel hatten die Kämpfer des IS. Teilweise konnten sie ihr Einflußgebiet bis nach Bagdad hin ausbauen. Auch die kurdische Autonomiebehörde wurde massiv bedroht. Nach der Zerstörung der irakischen Sicherheitsorgane nach 2003 übernahmen schiitische Milizen im Süden, sunnitische im Westen und kurdische im Norden die Kontrolle. Der Kampf gegen den IS durch die irakischen regulären Streitkräfte war jammervoll. Erst durch den Einsatz wesentlich höher motivierter Milizionäre konnte die Lage stabilisiert werden. Ohne sie hätte vielleicht ein Desaster für den Irak gedroht. Mittlerweile sind Einheiten aus dem Pool des PMF im permanenten Einsatz in Syrien. Auch bei den Eroberungen von Aleppo und Palmyra.

Was geschieht mit den Milizen, wenn der IS im Irak in die Bedeutungslosigkeit versunken ist, bzw. komplett zerstört? Aus Bagdad heißt es, daß alle, die nicht den offiziellen Button vom Irak in Sachen Waffentragen bekommen, als Kriminelle eingestuft werden. Außer Einheiten der PMF. Manche sind gleicher, bzw. Bagdad ist auch schiitisch dominiert.

The People's Mobilization Forces (PMF), also known as the Popular Mobilization Units (PMU),[11] is an Iraqi state-sponsored umbrella organization composed of some 40 militias, which are mainly Shia Muslim groups, but there are Sunni Muslim, Christian, and Yazidi individuals as well.


Composition and organization

While there are no official data about the strength of the Popular Mobilization Forces, there are some estimates, differing significantly; around Tikrit are believed to be about 20,000 engaged militiamen, while the grand total ranges are from 2 million – 5 million[24] to 300,000 – 450,000 Iraqi armed forces,[2] including about 40,000 Sunni fighters,[25] a figure evolving from early 2015 one, which counted 1,000 to 3,000 Sunni fighters.[26][27] By early March 2015 the Popular Mobilization Forces appears to be strengthening its foothold in the Yazidis town of Shingal by recruiting and paying local people.[28][29]

The Popular Mobilization Forces consist of both new volunteers and pre-existing militias, which have been grouped within the umbrella organization formally under the control of the Ministry of Interior Popular Mobilization Units directorate.[30][31] Among these militias there are the Peace Companies, formerly known as the Mahdi Army, Kata'ib Hezbollah, Kata'ib Sayyid al-Shuhada, Kata'ib al-Imam Ali, Asa'ib Ahl al-Haq and the Badr Organization.[32]

https://en.wikipedia.org/wiki/Popular_M ... ion_Forces


Großer Rüstungslieferant ist der Iran, gefolgt von den USA. Wenn Kolonnen der Milizen der PMF mit Fahrzeugen made in Iran fahren geht das noch. Makaber sieht es aus, wenn Einheiten der PMF mit US-Abrams fahren. Diese wurden nicht von den USA direkt geliefert, die irakischen Armee scheint sie weiterzugeben oder nicht "energisch" genug zurückzufordern, wenn sie erbeutet wurden.

Neben diesen amerikanischen Waffen ist der Iran der größte Waffenlieferant: 2014 soll Teheran Waffen und Ausrüstung im Werte von fast 10 Mrd Dollar an Bagdad verkauft haben. Darüber hinaus gibt es tägliche Lieferungen aus dem Iran.[28]

Im Mai 2015 belieferten die USA Bagdad mit Ausrüstung im Werte von 1,6 Mrd Dollar, deren großer Nutznießer die Volksmobilmachung sein dürfte.[29]

https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Haschd_asch-Schaʿbī


What role will Iran-linked militias play once IS leaves Iraq?

Iraqi Prime Minister Haider al-Abadi said recently that any group taking up arms in Iraq outside the state's official framework will be considered outlaws. However, it seems at least some of the factions fighting under the banner of the Popular Mobilization Units (PMU) in Iraq would not obey Abadi's order.


For instance, in October, former Iraqi Prime Minister Nouri al-Maliki, who considers himself a PMU founder, said the operation to retake Mosul and Ninevah province from IS — known as We Are Coming, Ninevah — "also means We Are Coming, Raqqa; We Are Coming, Aleppo; and We Are Coming, Yemen.”


Meanwhile, some Iran-influenced Shiite factions fighting under the PMU umbrella have full loyalty to the Iranian regime and its supreme leader, Ayatollah Ali Khamenei.

Iraqi militias loyal to Iran, such as al-Nojaba, Asaib Ahl al-Haq, Saraya al-Kharasani and Kataib Hezbollah, play a dual role in Iraq and the region. On one hand, they operate under the PMU, which is part of the Iraqi armed forces. On the other hand, the militias are involved in the Syrian war, following direct orders from Iranian leadership.


Sehr viel stärker als die Einheiten der syrischen NDF, sind die irakischen PMF ein großes Potential, das in der Region einsetzbar ist. Es ist sehr wichtig zu verstehen, daß die vernetzten Einheiten von syrischen, irakischen, libanesischen, afghanischen und pakistanischen Einheiten, unter einer stringenten Führung ihrer politischen und religiösen Führer mit dem Überbau der iranischen Quds (Auslandseinheit der iranischen Revolutionsgarden) eine dynamische Kraft ist. Nicht nur in ihren Heimatländern beschränkt. Sondern da, wo es gerade brennt eingesetzt werden. So gesehen bei der Eroberung von Aleppo. Der Unterschied zu sunnitischen Gruppierungen ist, daß sie praktisch nur auf weitesgehend schiitisch bewohnten Gebieten atmen können. Das macht sie trotz ihrer überlegenen Struktur und Organisation für den Westen und viele muslimische Staaten weniger gefährlich als die zersplitterten sunntischen Gruppen. Die überall da leben können, wo es Sunniten gibt. Und das ist praktisch überall, Nahost, Kaukausus Zentralasien, Südostasien, Nordafrika, Schwarzafrika, Europa, Amerika. Im Gegensatz zu den Schiiten. Deren Wirkungsfeld ist deutlich lokaler beschränkt, dafür wird er jetzt zu einem verdichteten Rammbock geschmiedet.

The wars raging in Syria and Yemen provide a suitable environment for these forces to expand and play an important role in preserving the Islamic regime in Iran in the future. Based on their ideology, these forces are ready to play any military role the Iranian leadership assigns to them. This may include moving toward Yemen, confronting Saudi forces or Israelis in the Golan Heights, or even attacking Turkish forces in Iraq.

Read more: http://www.al-monitor.com/pulse/origina ... z4d215qpwJ


Es ist unwahrscheinlich, daß die irakischen PMF, die zahlenmäßig alles in Syrien oder dem Libanon in den Schatten stellen sich auflösen. Das wollen weder deren Führer (noch Teheran), das wird ein Selbstläufer wie die libanesische Hisbollah, sprich ein großer Konzern, der sich und die seinen versorgt und schützt. Wieso sollte der sich freiwillig auflösen? Zumal, auf die irakische Armee war kein Verlass. Für viele ein Todesurteil oder das Signal die Beine in die Hände zu nehmen. Z.B. nach Europa. So läuft das in der Region. Von Diskussionen ob diese Milizen fies oder rechststaatlich sind, kann sich da keiner was kaufen. Auch nicht die Töchter vom IS zurück.
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Die islamische Koalition

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 8. Apr 2017, 09:14

An dieser Stelle soll "Die islamische Koalition" oder "Islamic Military Alliance" kurz erwähnt werden. Sie ist in der hier beschriebenen Region und Jemen aktiv.

Die Islamische Koalition wurde am 15. Dezember 2015 unter Führung von Saudi-Arabien gegründet. Ziel des militärischen Bündnisses, das zu Beginn aus 34 Mitgliedern besteht, ist die Bekämpfung von „jeder Form von Terrorismus“.[1] Sitz der Vereinigung ist Riad, die Hauptstadt Saudi-Arabiens.[2]

https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Koalition


Dort sind Länder mit muslimischer Mehrheit vertreten. Es fehlen allerdings Länder wie Indonesien, Iran, Irak, Syrien, Turkmenistan, Aserbaidschan, Usbekistan, Tadschikistan, Algerien u.a. Andere Länder wie Indien mit über 100 Mio. Muslimen fehlen logischerweise, da sie nicht die Mehrheit stellen.

Wozu dient eine solche Organisation? Kann man sie "Islamische NATO" nennen? Teheran hält von dem Verein gar nichts. Unterstellt der Organisation eher eine symbolische, ideologische Aussage. Insgeheim wettert man gegen eine Blockbildung. Diese Gruppe ist allerdings auch kaum effektiv oder kohärent. Jetzt ist ein pakistanischer General zum Chef ernannt worden.

Iran not OK with Gen Raheel Sharif heading Islamic military alliance

Iran on Tuesday said it has reservations on the appointment of Pakistan’s former army chief Gen Raheel Sharif as the head of the Saudi Arabia-led 39-nation Islamic military alliance, warning it may “impact” the unity among Muslim countries.


He also said Pakistan had contacted Tehran before issuing the no-objection certificate to the retired general to head the Saudi-led alliance.

He said Tehran had informed Islamabad Iran would not become part of such a military alliance, adding that neither had Iran been extended an offer to join a coalition of this sort.

http://www.hindustantimes.com/world-new ... yHUdN.html


Die Wahl des pakistanischen Generals zeigt die Trennlinien des Machtkampfes auf. Saudi-Arabien und Pakistan sind enge Verbündete. Hinter den Kulissen munkelt man, daß Saudi-Arabien und Pakistan atomare Waffenbrüder sind. Riad der Schatzmeister und Pakistan der Waffenschmied. Sicherheitspolitisch und Rüstungstechnisch sind sie eng verzahnt. So auch in Afghanistan, siehe Taliban und Al-Qaida. Das führte zu anderen Konstellationen wie Iran und Indien und Russland die sich in der Region sicherheitspolitisch austauschen. Auch im Jemen prallen sie aufeinander und in Syrien.

Military cooperation

Pakistan maintains close military ties with Saudi Arabia, providing extensive support, arms and training for the Saudi Arabian military.[13] Fighter Pilots of the Pakistan Air Force flew aircraft of the Royal Saudi Air Force to repel an incursion from South Yemen in 1969. In the 1970s and 1980s, approximately ~15,000 Pakistani soldiers were stationed in the kingdom.[13] Saudi Arabia has negotiated the purchase of Pakistani ballistic missiles capable of carrying nuclear warheads.[13] It is also speculated that Saudi Arabia secretly funded Pakistan's atomic bomb programme and seeks to purchase atomic weapons from Pakistan to enable it to counteract possible threats from arsenals of the weapons of mass destruction possessed by Iran, Iraq and Israel.[16][17][18] Both nations have received high-level delegations of scientists, government and Saudi military experts of seeking to study the development of a Saudi nuclear programme.[13][16][19]

According to Bruno Tertrais, a researcher for the EU Non-Proliferation Consortium, during informal discussions held in 2005 a former Pakistan National Command Authority officials have said that deploying Pakistan nuclear warheads in Saudi Arabia would be "worse than the Cuban missile crisis." Tertrais concludes that there is no hard evidence in the public domain of any nuclear cooperation between the two countries.[20]

https://en.wikipedia.org/wiki/Pakistan–Saudi_Arabia_relations


Die Aktivitäten in der Region sind bis dahin nicht kriegsentscheidend wahrnehmbar. Analysten sehen in dieser Organisation eher den Versuch Saudi-Arabiens eine bestimmte Rolle einnehmen zu können. Gerade wo sich die USA immer mehr zurückziehen.

To date, all members are countries with Sunni-dominated governments. The alliance does not include any countries with Shia-dominated governments, such as Iran, Iraq and Syria.[14] According to a Euronews report, some analysts see formation of the alliance as part of Saudi Arabian efforts to take the leading role in the Middle East and the Muslim world, in rivalry with Iran.[15]

https://en.wikipedia.org/wiki/Islamic_Military_Alliance


So gesehen könnte es eher für Saudi-Arabien Sinn machen. Allerdings ist diese Organisation in dieser Form eher ein Papiertiger. Denn Erdogan und eine Türkei wird sich kaum einem arabischen König für dessen Vorstellungen unterordnen. ;)
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Sind die Schachzüge noch überschaubar? Für die Trump-Intervention

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 10. Apr 2017, 08:41

Nach dem US-Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien, der offenbar so geplant war, das er minimalen Schaden anrichtete, also eher symbolisch zu nehmen ist, scheinen sich Moskau und Teheran irgendwie auf eine Reaktion geeinigt zu haben.

Russia and Iran pledge to hit back against further Syria strikes as they blast US for ‘crossing red lines’

The command centre for the two countries and allied groups released a joint statement today saying they would ‘respond to future breaches of red lines with force’

https://www.thesun.co.uk/news/3293221/r ... -in-syria/


Natürlich ist da sehr viel Symbolik im Spiel. Der US-Angriff war nicht signifikant. Der Militärflughafen ist wieder im Betrieb. Russen und Iraner scheinen vorher "informiert" worden zu sein. Trump, der ja gemischte Aussagen zur bisherigen US-Politik in Nahost geäußert hat, mußte jetzt mal Farbe bekennen. Mal hielt er Obama - im Gegensatz zu ihm selbst - Schwäche und Zögerlichkeit vor, dann riet er ihm väterlich doch keinen Unsinn dort zu machen. So, in der Opposition kann man immer viel reden. Jetzt muß er liefern. Das hat er symbolisch gemacht.

Dieser Luftangriff ändert signifikant nichts. Ist aber von großer politischer Brisanz. Weil er vor allen Dingen Russland ohne Hosen hat dastehen lassen. Putin hat mit seiner Intervention in Syrien zeigen wollen, das Russland noch eine sehr große Macht ist. Zwar macht der Iran dort die meiste Arbeit, aber es ist nicht iranischer Stil gerne aufzufallen. Russland ist ein guter Prellbock. Wenn man die öffentliche Diskussion verfolgt sind es auch meist die bösen Russen, die in Syrien für alles verantwortlich sind. So kann es aus Sicht Teherans auch bleiben. Es zeigt auch nochmal, daß es bei dem Konflikt um den Kampf zwischen den USA, Russland und Iran in der Region geht. Nun hat Trump der ganzen Welt gezeigt, daß Putin nichts machen kann, wenn Trump eingreift. Nicht im Dunklen mit Special Forces, sondern für alle sichtbar. Schwer für Putin zu ertragen. Nun kommt die Ansage aus einem russisch-iranischen Kommandozentrum.

Was nun? Wenn Trump nichts mehr deswegen macht, dann hat er verspielt.
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Trump wird wohl keinen Bodenangriff risikieren - 3 Gründe

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 12. Apr 2017, 12:20

'We're not going into Syria,' he told Fox Business in an interview, which will air in full on Wednesday morning.

Read more: http://www.dailymail.co.uk/news/article ... z4e24bcg9C
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Das wäre ja in der Tat eine völlige Verdrehung von "America first". Wir sprechen ja über dieselbe USA, wie die unter Bush und Obama. Und beginnend bei Bush, fortgeführt durch Obama war abzusehen, daß die USA so etwas nicht mehr wuppen können und wollen. Dasselbe Pferd auf dem die letzten Präsidenten geritten sind ist nicht unbedingt sportlicher für bestimmte Leistungen geworden.

Zudem, würde das große Komplikationen mit sich führen. Auf politischer Ebene würde Russland derartig blamiert, daß sie massiv reagieren müssten. Sonst werden sie als Papiertiger dastehen. Das kann bei vielen Abkommen, der Ukraine usw. spürbar sein. Auf technischer Ebene würde man wohl mit dem Iran kollidieren. Etwas, was sogar Bush stets vermieden hat. Im Irak oder im Persischen Golf. Für Syrien stehen "sehr viele Truppen - PMF/NDF" in dem Raum Syrien/Irak.

Whether the Trump administration will escalate its involvement in Syria remains unclear, but if it decides to do so, then it should also prepare for a confrontation with Iran.

It is Iran and its proxies, not Russia, that dominate realities on the ground, and it is from the ground that Syria's future will be determined and where the post-conflict environment will be shaped.

http://edition.cnn.com/2017/04/10/opini ... ntainment/


Diese drei Faktoren, die USA können/wollen solche Einsätze nicht mehr (America first). Russland wäre gezwungen auf anderer Ebene und anderen Räumen Stärke zu zeigen und man würde mit dem Iran physisch kollidieren (regional von Nahost bis Afghanistan). Dies spricht in der Tat nicht dafür, daß von Trump zu erwarten wäre massiv US-Interessen dort militärisch durchzusetzen.
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Die jüngste US-Intervention - Folgen absehbar und kalkulierbar?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 13. Apr 2017, 09:19

Assad setzt Giftgas ein - Trump reagiert militärisch. So, die Formel, die aus Sicht Washingtons präferiert wird. Man darf natürlich so etwas nie losgelöst von den Realitäten und Möglichkeiten betrachten. Den Folgen. Das ist Realpolitik. So, wurden die Giftgaseinsätze Saddams nicht gestoppt, er wurde weiterhin gefördert. Die "Nahziele" überwogen die Folgen, die das haben könnte. Was könnten die Folgen dieser speziellen Intervention sein?

Trump ist innenpolitisch sehr unter Druck. In vielen Bereichen. Der Klassiker ist immer, wenn der Prophet im eigenen Land nix gilt sich im Ausland zu beschäftigen. So die Grundanhme bei dieser These. Was passiert mit den Protagonisten? Hier bei Russland und dem Iran? In deren Beziehungsgeflecht und Dynamik?

The Iranians are convinced that the United States knew the chemical attack had nothing to do with the Syrian government or the armed forces,” Tehran University professor Mohammad Marandi told Al-Monitor. “That is why they didn't want an impartial inquiry and so they attacked the Syrian air force base without fear of chemicals leaking.” He added, “Trump is under enormous pressure at home because of his many setbacks and a hostile media. Therefore, he carried out this attack because this makes both the [US] establishment and the media content and it distracts attention away from his problems.”

Marandi explained that Trump would have liked to gain leverage, but that he instead antagonized the Russians, thus strengthening their determination. He said, “President Putin cannot afford to be humiliated by the United States after all that his government has done in Syria. So in my opinion, it [the missile attack] was good for Trump and bad for the United States.

In the immediate aftermath of the US attack, Iran condemned it — yet the condemnations were not up to the level of what had happened. An Iranian official who asked not to be identified told Al-Monitor, “The message was meant for the Russians, and it was the Russians who had connections and coordinations with Washington. So Tehran will surely condemn [the US attack], but it is not Tehran that is going to respond on behalf of Moscow. When the Russians had their say, we backed them, and we will back them as close allies.”

The official added, “Our point of view from the beginning was that it is not wise to build on Trump’s policies; we believe the US president does not have a clear plan, and this strike is indicative of this. We are quite sure that he was pushed to approve [the strike] by his military and security advisers, as they are the ones working in Washington right now on getting their country involved directly in the Syrian crisis. They have been doing this quietly in the north of Syria, and here the US president is just a facilitator. Does he know that following the attack on the [Shayrat] air base, [Islamic State] terrorists took advantage of the strike and attacked nearby oil fields?”

Despite the anger in Tehran over the US attack, the Iranians have emerged as the main winners of the latest turn in the Syrian crisis. Once again, Russia has no trusted partner in Syria but Iran, and Tehran is now able to push Moscow to adopt a stronger stance against the US role in the Syrian crisis, meaning that mainly from the Iranian point of view, if such strikes are left without a strong response — even if verbal — they will become a daily or weekly occurrence.

Read more: http://www.al-monitor.com/pulse/origina ... z4e7BNp5pA


Kurzum, diese Art der Intervention, aus hier angenommenen innenpolitischen Gründen Trumps, hat Russland nicht weichgemacht, sondern stärker an den Iran gebunden. Moskau hat Syrien stets eher als Handelsmasse betrachtet, der Iran als durchaus existentielle Situation. Weil er in der Region beheimatet ist. Diese Aktion von Trump hat den Spalt zwischen Moskau und Teheran in dieser Frage sprichtwörtlich mit Gewalt wieder verkleinert. Russland wäre in der Syrienfrage wesentlich flexibler, wenn es dafür an anderer Stelle (Sanktionen, Ukraine usw.) ein Entgegenkommen zu erwarten hätte. Das hätte den Spalt zum Iran vergrößert. Nun haben wir vermutlich das Gegenteil. Trump hat sich zwar mit dieser gewählten Art der Intervention kurz Luft verschafft. Dafür aber in dem Beziehungsgeflecht der anderen Interventionisten aus Sicht der USA sich keinen Gefallen getan.
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Evakuierung aus belagerten Städten

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 14. Apr 2017, 12:50

Doha und Teheran organisieren die Evakuierung.

Evakuierung von vier syrischen Städten beginnt

Mehr als 30.000 Syrer sollen aus vier belagerten Städten gebracht werden. Die Vereinbarung wurde von Katar und Iran vermittelt.


Die unter Vermittlung von Katar und dem Iran zustande gekommenen Vereinbarung sollte eigentlich schon ab Dienstag vergangener Woche umgesetzt werden. Insgesamt sollen demnach mehr als 30.000 Menschen aus den von Rebellen belagerten Städten Fua und Kafraja sowie aus den Regierungstruppen umzingelten Städten Madaja und Sabadani gebracht werden.

Alle 16.000 Bewohner von Fua und Kafraja sollen nach Aleppo, Damaskus oder in die Provinz Latakia gebracht werden. Zivilisten aus den Rebellen-Hochburgen Madaja und Sabadani sollen Berichten zufolge auf eigenen Wunsch bleiben dürfen. Durch die jahrelange Belagerung gab es in den vier Städten kaum Lebensmittel und medizinische Versorgung.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 43370.html
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US-Truppen als Puffer zwischen der Türkei und den Kurden?

Beitragvon King Kong 2006 » So 30. Apr 2017, 15:59

Angeblich sollen die USA als Antwort auf türkische Luftangriffe auf kurdische Stellungen Truppen entsandt haben. Als Puffer.

US Marines in Syria to defend Kurds against Turkey

The US has sent a group of US Marines armed with eight-wheeled Stryker armored carriers to northern Syria as a buffer between Syrian Kurds and Turkish forces, after Turkish air strikes killed 20 members of the US-backed Kurdish YPG (People’s Protection Units) militia, injured 18 and destroyed the local Kurdish command headquarters. Clashes broke out between Turkish and Kurdish forces after the air strikes.

The convoy of US armored vehicles took up positions at the village of Darbasiyah in the northeastern Hasakah province, a few hundred meters from the Turkey border.
It was the second time American armored troops had stepped in to separate Turkish and the Kurdish YPG militia that leads the Syrian Democratic Force (SDF), to which the Americans assign a major role in the offensive to capture Raqqa from ISIS. On March 17, US Marines advanced towards the northern Syrian town of Manbij when the Turkish army was on the point of fighting the Kurdish militia for control of the town.

http://www.debka.com/article/26034/US-M ... nst-Turkey


Die kurdischen YPG kontrolliert inzwischen einen gehörigen Teil Nordsyriens. Die pro-türkischen Milizen und TSK haben sich primär deswegen auch einen kleinen Puffer im Norden Syriens geleistet, damit das nicht ein kurdischer run bis zum Mittelmeer wird. So gibt es noch eine westliche kurdische Enklave, dem die Verbindung zum Hauptgebiet der von der YPG kontrollierten Gebiete fehlt.
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Re: US-Truppen als Puffer zwischen der Türkei und den Kurden?

Beitragvon Audi » Mo 1. Mai 2017, 09:03

King Kong 2006 hat geschrieben:(30 Apr 2017, 16:59)

Angeblich sollen die USA als Antwort auf türkische Luftangriffe auf kurdische Stellungen Truppen entsandt haben. Als Puffer.



Die kurdischen YPG kontrolliert inzwischen einen gehörigen Teil Nordsyriens. Die pro-türkischen Milizen und TSK haben sich primär deswegen auch einen kleinen Puffer im Norden Syriens geleistet, damit das nicht ein kurdischer run bis zum Mittelmeer wird. So gibt es noch eine westliche kurdische Enklave, dem die Verbindung zum Hauptgebiet der von der YPG kontrollierten Gebiete fehlt.

Meinst doch nicht wirklich, dass USA türkische Truppen angreifen?

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