Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 14. Dez 2016, 08:08

USA stoppen Munitionslieferungen an Saudi-Arabien.

USA stoppen Munitionslieferung an Saudi-Arabien

Wegen hoher Zahl an zivilen Opfern im Jemen – Angriff auf Beerdigung im Jemen offenbar der Grund Sanaa –

In einem ungewöhnlichen Schritt haben die USA die Lieferung von Munition an den traditionellen Sicherheitspartner Saudi-Arabien gestoppt – Grund ist der Konflikt im Jemen. Ein hochrangiger Regierungsvertreter in Washington kritisierte am Dienstag die Art und Weise, in der Saudi-Arabien in dem Bürgerkriegsland militärisch vorgeht.

derstandard.at/2000049254877/USA-stoppen-Munitionslieferung-an-Saudi-Arabien
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 14. Dez 2016, 21:30

Der IS kann offenbar auf bestimmten Niveau Munition produzieren.

Mossul: IS produzierte Waffen in industriellem Ausmaß

Mehr als 5000 Raketen und Granaten gefunden – Material stammt aus der Türkei

Mossul/London – Die jihadistische Terrormiliz "Islamischer Staat" IS hat im Nordirak Strukturen zur Waffenproduktion im industriellen Ausmaß geschaffen. Das geht aus einem Bericht der Nichtregierungsorganisation "Conflict Armament Research" (CAR) hervor, der am Donnerstag in London veröffentlicht wurde.

Auf ehemaligen Schlachtfeldern und von der irakischen Armee befreiten Gebieten rund um Mossul fanden Mitarbeiter der Expertengruppe innerhalb weniger Tage im November mehr als 5000 Raketen und Granaten aus IS-Produktion. Das lasse den Schluss zu, dass die Terrormiliz mehrere Zehntausend Geschoße produziert habe, heißt es in dem Bericht.

Materialien aus der Türkei

Dabei könnten sich die Terroristen auf eine stabile Zuliefererkette verlassen. Fast alle Materialien stammen demnach aus der Türkei. Die Funde bestätigten Hinweise, dass der IS "ein groß angelegtes Beschaffungsnetz in der Türkei unterhält und über eine direkte Zuliefererkette über Syrien nach Mossul verfügt", heißt es in dem Bericht. Chemische Ausgangsprodukte seien zum Teil in großen Mengen bei demselben Hersteller oder Zwischenhändler eingekauft worden.

Der Organisationsgrad der Waffenproduktion lasse sich mit der eines Staates vergleichen, schreiben die Experten. Die über ein relativ großes Gebiet im Osten Mossuls verstreuten Werkstätten und Gießereien produzierten demnach nach einheitlichen Standards. Selbst ein Programm zur Qualitätssicherung lasse sich nachvollziehen.

derstandard.at/2000049328389/Mossul-IS-produzierte-Waffen-in-industriellem-Ausmass
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Do 15. Dez 2016, 17:44

Teheran beglückwünscht Damaskus für den Sieg. Sicher hat Assad den geringsten Anteil daran.

Iran hails victory in Aleppo as Shia militias boost Syria's Bashar al-Assad

Iranian leaders have claimed a military victory in Aleppo, with the Ayatollah Ali Khamenei’s chief military aide boasting that Syrian president Bashar al-Assad’s forces would have been unable to retake the besieged city without support from Tehran.

“Aleppo was liberated thanks to a coalition between Iran, Syria, Russia and Lebanon’s Hizbollah,” said Seyed Yahya Rahim-Safavi. “Iran is on one side of this coalition which is approaching victory and this has shown our strength. The new American president should take heed of the powers of Iran.”

Iran’s defence minister called his Syrian counterpart to congratulate him and Mohsen Rezaie, a former commander of Iran’s Revolutionary Guards, wrote on Instagram that Iran’s aim was to cleanse “terrorists and takfiris [a term used in Iran for Sunni jihadists]” from Syria and Iraq.

The parliamentary speaker, Ali Larijani, also congratulated Assad’s government, saying that US and British policies had hit a dead end in Syria, Iraq, Libya and Yemen.

https://www.theguardian.com/world/2016/ ... ia-militia


Mittlerweile sollen mehr Truppenteile unter direktem Befehl eines iranischen Oberkommandos stehen, als Assad Truppen zur Verfügung hat. Angeblich, eine maßgebliche Quelle ist eine oppositionelle iranische, die gerne als Spachrohr genutzt wird. Der NCRI.

70 000 - 80 000 unter direktem iranischem Kommando, gegenüber geschätzten 50 000 Soldaten unter syrischen Kommando.

Iran's Forces Outnumber Assad's in Syria
https://www.gatestoneinstitute.org/9406 ... iers-syria


Grundsätzlich gratuliert Moskau und Teheran Assad. Offiziell gilt Russland auch als Ansprechpartner und mächtiger Organisator, was er auch ist. Putin wurde jüngst wieder von Forbes zum mächtigesten Mann der Welt gewählt. Auch, wenn Russland nicht das mächtigste Land der Welt ist. Khamenie kam immerhin auf Platz 18 gesehen. Unter den "Plänen" und strategischen Vorgehen Russlands baut der Iran strukturell vom Irak, über Syrien bis in den Libanon einiges um. Nicht so im Spotlight wie die russischen Manöver. Aus Sicht Teherans nicht verkehrt, dann muß sich Moskau auch die meiste Kritik anhören. Dafür darf sich Putin auch als unübersehbarer Macher profilieren.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 17. Dez 2016, 21:44

Wohin geht der Schwerpunkt der Rückeroberungs(versuche)? Palmyra oder Idlib?

Wir haben hier nicht nur eine militärische Entscheidung, sondern vor allem auch eine politische. Palmyra bedeutet Stoßrichtung auf Rakka, der Hauptstadt des IS, Idlib bedeutet Al-Qaida, FSA und die anderen Derivate. Palmyra bedeutet - primär - Saudi-Arabien. Idlib bedeutet - primär - die Türkei/"der Westen".

Vermutlich verschnauft The Russia–Syria–Iran–Iraq coalition (RSII coalition), also referred to as 4+1 (in which the "plus one" refers to Hezbollah of Lebanon) erstmal. Wenn es gelingt die Stellung dieser zu stabilisieren, wird dann aber die nächste Phase anstehen. Assad beteuert ja feste, das alles zurückerobert wird. Das ist zwar unrealistisch und hat auch nicht Assad zu bestimmen, aber es ist wahrscheinlich, daß es in einer der beiden oben erwähnten Richtungen gehen wird. Wenn nicht die 4+1 nicht massiv unter Druck geraten.

Politisch wird Idlib eine größere Herausforderung sein. Denn dort hat die Türkei Interessen und "der Westen". Auch sind die Kämpfe gegen den IS in Richtung Rakka einfacher propagandistisch zu verkaufen. Bei Idlib wird eine Genozid-Nachricht nach der anderen zu erwarten sein. Anders als bei Rakka oder beim irakischen Mosul. Da westliche Interessen unmittelbar betroffen sind. Da kann nur üble Nachrichten bedeuten. Anders als bei z.B. Mosul.

Wenn die USA/sagen wir mal auch die EU, die 4+1 aufhalten wollen, dann geht das neben politischen Druck auf Russland und dem Iran auch durch massive Unterstützung der Kräfte in Idlib. Notfalls auch des IS. Wird Trump dem Putin und Teheran Dampf machen? Die EU halte ich dafür nicht geeignet.

Die Frage wird lauten, ob die USA und die EU mit der massiven Kontrolle der 4+1 im Vorderen Orient leben können. Wenn ja, dann wird man den Krieg in Syrien auslaufen lassen. Jedenfalls nicht weiter dort signfikant involviert sein. Die Frage wird auch lauten, ob Putin die russische Präsenz dort noch braucht. Er braucht sie u.a. wegen der Lage in Osteuropa an seiner Grenze. Wenn es dort ruhiger für Russland wird, werden sie für Assad nur noch den kleinen Finger krumm machen. Auf der einen Seite wünschenswert, auf der anderen Seite hat man dann dort einen ausstrahlenden Dauerkonflikt, wenn dort nicht Ruhe einkehrt. Gewohntermassen durch einen Gewaltherrscher.

Im Gegensatz zu Putin scheint Trump mit dem Iran gerne ein Tänzchen zu machen. Damit ist Krawall in der Region vorprogrammiert. Der Iran sieht Syrien als first line of defence. Das ist nicht ein Hobby, daß sind unmittelbare Sicherheitsinteressen Irans. Noch unmittelbarer als für Russland. Trump wird keine politischer Kraft mehr haben in Syrien offen den Iran oder Russland zu konfrontieren. Er will ja auch noch weniger als Obama eine Intervention. Aber er kann den Druck auf den Iran erheblich erhöhen. Dieser wird dann diesen nach unten weitergeben. In den Dampfkessel Naher und Mittlerer Osten. Mal sehen, was Trumps Berater dazu sagen.

Assad kann derweil meinen, was er will. Sogar die Hisbollah wird dort eher die Hosen anhaben als der promovierte Augenarzt. In Syrien wird große Politik gemacht. Wie einst in den Golfkriegen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 18. Dez 2016, 09:56

Russland, die Türkei und der Iran beraten über das weitere Vorgehen in Sachen Aleppo.

Derweil werden weitere Kontingente von Zivilisten evakuiert. Auch welche, die nicht das Siegel der Bedrohung von bestimmten Politikern und Presse verliehen bekommen haben. Da auf der geopolitisch falschen Seite stehend. Gabs schon mal bei den jahrelangen Massenvernichtungseinsätzen gegen Irakern und Iranern im ersten Golfkrieg. Wird gerne solange wie es geht ignoriert. Wenn eigene Interessen vorrangig werden, wird die Bedrohung durch Genozid dann plötzlich erkannt. Gütesiegel und Handlungsbedarf.

Es kommt wieder Bewegung in der Frage des Abzuges. Im Gegenzug zum Abzug der Kämpfer und Zivilisten aus Aleppo können auch die durch die Rebellen belagerten (und wenig von der Presse beleuchteten) Verletzten und Zivilisten an anderen Orten abziehen. Die waren offenbar nie in Gefahr von Genoziden. Es ist wohl die politische Interessenslage, wem wohl der Status der Bedrohung durch Massaker zuerkennt wird und wem nicht. Recht billig, aber seit Urzeiten von jeder Seite propagandistisch erprobt.

Evakuierung syrischer Enklaven scheint bevorzustehen

Russland, Türkei und Iran ziehen Syrien-Beratungen um eine Woche vor

UN-Sicherheitsrat stimmt am Sonntag über Beobachter für Aleppo ab – Nato-Chef rechtfertigt Zurückhaltung des Militärbündnisses

Damaskus – Hunderte Menschen in zwei belagerten Orten im Nordwesten Syriens dürfen auf baldige Rettung hoffen: Am Samstagabend erreichten 25 Busse die Gegend um die schiitischen Dörfer Fua und Kafraja, um rund 1.500 Verletzte, Frauen und Kinder in Sicherheit zu bringen, wie syrische Regierungskreise mitteilten.

Milizen aus dem schiitischen Iran, die an der Seite der syrischen Armee kämpfen, hatten nach Angaben aus Regierungskreisen gefordert, dass im Gegenzug für die Evakuierung der Rebellengebiete Aleppos auch die Blockade dieser beiden Orte aufgehoben werden müsse.


Stoltenberg befürchtet Eskalation

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg rechtfertigte indes die militärische Zurückhaltung des Militärbündnisses im Syrien-Konflikt. In manchen Fällen seien "die Kosten des Einsatzes militärischer Mittel größer als der Nutzen", sagte Stoltenberg der "Bild am Sonntag". "Mit Blick auf Syrien sind die NATO-Partner zum Ergebnis gekommen, dass der Einsatz von Militär eine schreckliche Situation noch schrecklicher machen würde."


Ist Ankara Vertreter "des Westens" oder in eigener Sache dort?

Syrien-Beratungen um eine Woche vorgezogen

Russland, die Türkei und der Iran wollen ihre Beratungen über die Lage in Syrien um eine Woche auf kommenden Dienstag vorziehen. Die Außenminister der drei Länder wollten sich am 20. Dezember in Moskau treffen, teilte das iranische Außenministerium am Samstag in Teheran mit. Zuvor hatten die beiden Chefdiplomaten Russlands und Irans, Sergej Lawrow und Mohammed Javad Zarif, über die Situation in Syrien beraten und entschieden, dass das Dreiertreffen bereits am Dienstag stattfinden solle, wie die Nachrichtenagentur Irna meldete.

derstandard.at/2000049489447/Russland-Tuerkei-und-Iran-ziehen-Syrien-Beratungen-um-eine-Woche
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Mr. Hisbollah » So 18. Dez 2016, 16:13

Die Busse stehen in Flammen.

Quelle: http://de.euronews.com/2016/12/18/syrie ... ern-in-der
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Di 20. Dez 2016, 20:10

Moskau, Teheran und Ankara wollen eine "erweiterte Waffenruhe".

Russland, Türkei und Iran wollen "erweiterte" Waffenruhe für Syrien

Lawrow sieht bisherige internationale Syrien-Gespräche als gescheitert an

Moskau – Russland, die Türkei und der Iran haben sich auf eine gemeinsame Initiative zur Lösung des Syrien-Konflikts verständigt. Es werde eine "erweiterte" Waffenruhe angestrebt, heißt es in einer am Dienstag in Moskau von den Außenministern der drei Staaten vereinbarten Erklärung. Demnach soll es neue Syrien-Gespräche in Kasachstan geben.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow machte dabei klar, dass er die im Vorjahr in Wien eingeleiteten Syrien-Gespräche als gescheitert ansieht. Die internationale Gruppe zur Unterstützung Syriens sei nicht fähig gewesen, ihre Entscheidungen umzusetzen. Russland, der Iran und die Türkei seien bereit, ein Abkommen zwischen Regime und Opposition in Syrien zu vermitteln. In der Erklärung bekannten sich die drei Staaten auch zur territorialen Integrität Syriens. (APA, 20.12.2016)

derstandard.at/2000049610167/Russland-Tuerkei-und-Iran-wollen-erweiterte-Waffenruhe-fuer-Syrien


Dabei gibt es gleich einen Seitenhieb Richtung USA und Co. Diese sind zumindest in Syrien nicht handlungsfähig.

Während "unsere westlichen Partner sich nur in Rhetorik und Propaganda ergangen" hätten, hätten jetzt die Staaten miteinander verhandelt, die "tatsächlich Einfluss auf eine Verbesserung der Lage am Boden nehmen" könnten, sagte Lawrow.

In Aleppo hatten iranische Milizen und die russische Luftwaffe mit ständigen Angriffen der syrischen Armee den Weg in den lange von der Opposition gehaltenen Ostteil der Stadt gebahnt. Die Türkei mit ihrem Einfluss auf Assad-Gegner hatte schließlich den Abzug der Kämpfer und ihrer Familien mit ausgehandelt.

http://www.sueddeutsche.de/politik/syri ... -1.3303763
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 23. Dez 2016, 10:58

Türkische Soldaten in der Hand des IS hingerichtet?

Angeblich sind zwei türkische Soldaten von oppositionellen Kräften in Syrien verbrannt worden. Sie wurden im Raum Aleppo gefangengenommen.

Sick ISIS savages film themselves burning two Turkish soldiers alive in disturbing new execution video after capturing them in Aleppo

Read more: http://www.dailymail.co.uk/news/article ... z4TeXcd1bx
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ISIL video shows 'Turkish soldiers burned aliv

Turkey reportedly blocks social media after release of ISIL video showing two Turkish soldiers being burned alive.

http://www.aljazeera.com/news/2016/12/i ... 19947.html


Inzwischen ist Aleppo wieder wohl unter Kontrolle der Regierung.

Aleppo vollständig unter Regierungskontrolle

https://www.welt.de/politik/article1605 ... rolle.html


Der Springerverlag spricht von syrischer Regierung?

Derweil wird noch einmal ausgeprochen, was eigentlich klar ist, nämlich gemeinsame Nutzung von Stützpunkten zur Koordination.

Top Iranian Official: Iran and Russia Share Syrian Army Base to Coordinate Defense of Assad

http://www.thetower.org/4341-top-irania ... -of-assad/


Ein großes Kommandozentrum ist das "Glasshaus" bei Damaskus.



Kampf um Aleppo

Der Mann, der Assad zum Sieg verhalf

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 81500.html


Russia’s influence has risen but Iran is the real winner in Aleppo

https://www.theguardian.com/world/2016/ ... e-analysis


Die brutale Hinrichtung der türkischen Soldaten zeigt, wie wütend man über die momentane Haltung der Türkei ist. In Nordsyrien starben bei Gefechten mindestens 10 türkische Soldaten.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 28. Dez 2016, 09:29

Erstmals werden jetzt Beweise für die Unterstützung der USA für den IS vorgelegt!

Erdogan wirft USA Unterstützung des IS vor

Angeblich soll es Film- und Fotobeweise geben: Der türkische Präsident Erdogan behauptet, die USA würden die Terrormiliz "Islamischer Staat" unterstützen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat der von den USA geführten Koalition vorgeworfen, die Extremistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) und die militanten Kurdengruppen YPG und PYD zu unterstützen. "Sie haben uns beschuldigt, Daesch (Islamischer Staat) zu fördern", sagte Erdogan vor Reportern in Ankara. "Jetzt unterstützen sie Terrorgruppen einschließlich Daesch, YPG, PYD." Es gebe Film- und Fotobeweise dafür.

"Die Koalitionskräfte halten zurzeit leider nicht, was sie versprochen haben", sagte Erdogan. Türkische Truppen liefern sich zurzeit verlustreiche Gefechte mit dem IS um die von der Terrormiliz gehaltene nordsyrische Stadt al-Bab. Bei schweren Kämpfen kamen seit vergangenem Mittwoch mindestens 17 türkische Soldaten ums Leben. Ziel der Türkei ist nach Regierungsangaben, die Stadt einzunehmen. Erdogan sagte, die Türkei werde ihren Weg "entschlossen" weitergehen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 27698.html


Zudem sollen die USA mit kurdischen Organisationen wie der YPG und PYD zusammenarbeiten.

Was soll das jetzt heißen? Ende der Zusammenarbeit zwischen den USA und der Türkei?

Ist das zeitlich ein Zufall? Ankara konferiert stärker mit Moskau und Teheran. Ist das eine andere, neue Linie der Türkei? Oder will Edogan damit dem Westen noch mehr Angst machen, sprich ihn doch stärker zu umgarnen, denn zu kritisieren?
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 6. Jan 2017, 22:28

Der US-Oberkommandierende der Anti-Is Koalition General Townsend findet lobende Worte für die PMF.

US general praises ‘remarkably disciplined’ Shiite forces

The Shiite Hashd al-Shaabi have been “remarkably disciplined,” praised the US Commanding General of the anti-ISIS global coalition forces.

“Before I got here, I read all kinds of things about the PMF, and I got here and I haven’t observed that behavior,” said Lt. Gen. Stephen Townsend, referring to the Popular Mobilization Forces (PMF), as the Hashd al-Shaabi are also known.

“We’re not having allegations of bad behavior or misconduct,” he added in an interview with The Daily Beast published Monday.

http://rudaw.net/english/middleeast/iraq/261220161


Hm, im Falle Aleppos klang des - zumindest in einigen westlichen Medien und öffentlichen Verlautbarungen in den Hauptstädten - irgendwie anders. Da mußte man annehmen, daß es sich bei diesen Milizen um wildgewordene Soldateska auf der Suche nach Genoziden handelt. Aber, wer mit den USA bei der Intervention kooperiert, muß zwangsläufig gut sein. Auch der US-General berichtet davon "er hätte im Vorfeld eine Menge gehört", was sich nun als Falschmeldung herausgestellt hat. Wirklich?

Derweil geht der Vormarsch in Mosul weiter.

Mosul battle: Iraqi troops 'take key district' from IS

http://www.bbc.com/news/world-middle-east-38532332


Die Region Mosul, die noch vom IS kontrolliert wird ist im Moment jedenfalls von dem Kalifat abgeschnitten worden. Hauptsächlich durch die PMF. Mosul ist eingeschlossen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 7. Jan 2017, 09:58

Assad oder IS/Al-Qaida - So die Gleichung des scheidenden US-Außenministers Kerry.

Bemerkenswert, wie einige scheidende Politiker mal Klartext reden wollen, bzw. können, wenn sie nicht mehr das Korsett ihrer Position tragen müssen.

John Kerry: Russia And Iran "Saved" Syria And Bashar al-Assad From Being Overthrown By Islamic Extremists

And so together, Iran and Russia had to prop him up, and save him from the possibilities that the extremists might take over the country.

http://www.realclearpolitics.com/video/ ... syria.html


Natürlich ist das nur ein Aspekt für die Intervention/Prävention Irans und Russlands. Aber eben einer. So etwas würde man von einem Außenminister nicht in der aktiven Phase hören.

Olmert konnte das auch. Er begann es am Ende seiner Amtszeit mit den Worten:"Was ich Ihnen jetzt sage, hat kein israelischer Führer vor mir gesagt..."
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 21. Jan 2017, 08:51

Realpolitik at work. Terrorgruppen in koordinierten Kampfhandlungen mit dt. Kriegsgerät.

Mit Panzern aus Deutschland

Türkei kämpft in Syrien zusammen mit Terroristen

In Deutschland gilt Ahrar al-Scham als Terrororganisation - in Syrien kämpft sie an der Seite der türkischen Armee. Mit dabei: Panzer aus deutscher Produktion.

Die Offensive der türkischen Armee in Nordsyrien gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ist für die deutsche Bundesregierung äußerst heikel.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/t ... 30913.html


Nun ja, aber wie hieß es schon mit Saddam? Er ist ein Hurensohn, aber er ist unser Hurensohn. Das sind "unsere Terroristen".
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Audi » Sa 21. Jan 2017, 09:17

King Kong 2006 hat geschrieben:(21 Jan 2017, 08:51)

Realpolitik at work. Terrorgruppen in koordinierten Kampfhandlungen mit dt. Kriegsgerät.



Nun ja, aber wie hieß es schon mit Saddam? Er ist ein Hurensohn, aber er ist unser Hurensohn. Das sind "unsere Terroristen".

Was glaubst du warum man in Aleppo so ein Tam Tam gemacht hat? Weil dort diese Gruppe am stärksten vertreten war und kurz davor stand komplett vernichtet zu werden.

Das passt hier auch dazu

Kaum humanitäre Hilfe für Aleppo: Internationale Medien ignorieren syrische Stadt nach Befreiung


Die syrische Armee hat die Stadt Aleppo vor gut einem Monat befreit. Von der internationalen Gemeinschaft kommen kaum Hilfslieferungen an. Seit der Befreiung der Stadt wird die dortige Situation von den Mainstream-Medien ignoriert.
Der Priester Andrew Ashdown, der Aleppo besuchte, erzählte RT, dass sich die tatsächliche Wahrnehmung der lokalen Bevölkerung über den Konfliktes von der westlichen Medienberichterstattung grundsätzlich unterscheidet und diese nur propagandistischen Erwägungen diente.

https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/4 ... ur-aleppo/

Das ARD war vor Ort und hat mit den Menschen dort gesprochen. Diese teilten gegen die Rebellen aus. Seit dem kam nichts mehr in die Richtung.
Aleppo war doch nur ein Instrument um druck auf Assad und Moskau zu verstärken. Man hat laut von UN Lieferungen gesprochen die jetzt verstummt sind.

Türkei setzt wahrscheinlich nur das ein was es kriegen kann gegen die Kurden und IS. Erdogan ist nicht weit weg von der Sham, rein ideologisch. Erdogan kommt mit Luftwáffe und Panzer, Sham kommt mit Bodentruppen
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 21. Jan 2017, 09:49

Audi hat geschrieben:(21 Jan 2017, 09:17)

Was glaubst du warum man in Aleppo so ein Tam Tam gemacht hat? Weil dort diese Gruppe am stärksten vertreten war und kurz davor stand komplett vernichtet zu werden.

Das passt hier auch dazu

Kaum humanitäre Hilfe für Aleppo: Internationale Medien ignorieren syrische Stadt nach Befreiung


Die syrische Armee hat die Stadt Aleppo vor gut einem Monat befreit. Von der internationalen Gemeinschaft kommen kaum Hilfslieferungen an. Seit der Befreiung der Stadt wird die dortige Situation von den Mainstream-Medien ignoriert.
Der Priester Andrew Ashdown, der Aleppo besuchte, erzählte RT, dass sich die tatsächliche Wahrnehmung der lokalen Bevölkerung über den Konfliktes von der westlichen Medienberichterstattung grundsätzlich unterscheidet und diese nur propagandistischen Erwägungen diente.

https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/4 ... ur-aleppo/

Das ARD war vor Ort und hat mit den Menschen dort gesprochen. Diese teilten gegen die Rebellen aus. Seit dem kam nichts mehr in die Richtung.
Aleppo war doch nur ein Instrument um druck auf Assad und Moskau zu verstärken. Man hat laut von UN Lieferungen gesprochen die jetzt verstummt sind.

Türkei setzt wahrscheinlich nur das ein was es kriegen kann gegen die Kurden und IS. Erdogan ist nicht weit weg von der Sham, rein ideologisch. Erdogan kommt mit Luftwáffe und Panzer, Sham kommt mit Bodentruppen


Es war ja sehr auffällig, daß bei dem Vormarsch der syrischen Armee die Sorge "des Westens" (kann als Einheit auch obsolet sein) wuchs. Umso schneller der Vormarsch, desto dramatischer die Kritik an der Situation dort. Dahinter verbarg sich natürlich das Credo "Mit dem Vormarsch und Sicherung Russlands und Irans in der Region wächst die Sorge" (von wem genau...?). Es ist im Grunde genommen die Sorge vor Russland und dem Iran. Ansonsten wurden und werden auch gerne Gruppen von den USA oder "dem Westen" unterstützt, die sagen wir mal vorsichtig, "sehr befremdlich sind". Aber es sind allierte "Hurensöhne" die Interessen vertreten.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Do 26. Jan 2017, 07:40

Phase 2?

Der Aufbau nach der Intervention/Prävention? Mobilnetzwerke und Transportkorridore zum Mittelmeer/Europa?

Iran, Syria sign major economic deals

Iran and Syria have signed several agreements during a visit by Prime Minister Imad Khamis to Tehran, under which the Islamic Republic will build a mobile service operator in the Arab country.


Under the deals, Syria will grant a license to Iran to operate the Arab country’s third mobile service provider and allow the Islamic Republic to set up a petrol terminal on 5,000 hectares of land, the report said.

Syria will also give Iran 5,000 hectares of farmland and commission the operation of phosphate mines in Sharqiya and a port in the Arab country to Iranian companies, IRNA added.


In May 2013, Iran agreed to provide Syria with a $3.6 billion credit line for imports of goods and commodities and implementing civilian projects.

Iranian firms are involved in a series of electricity generation projects worth $660 million in Syria, according to Energy Ministry officials.

A plan has been mooted for exports of Iranian electricity to Syria which would hook up Iran’s national grid with those of Iraq and Lebanon, creating the biggest power network in the Islamic world.

http://www.presstv.ir/Detail/2017/01/18 ... tor-Khamis


Zunächst kann man sich natürlich auch fragen, woher Syrien das ganze Geld dafür nehmen möchte.

Iran-Iraq gas pipeline set to begin operation

Iran will kick off the operation of a pipeline supplying natural gas to Iraq on Tuesday (January 24), said a senior Iranian official.

http://www.tradearabia.com/news/OGN_319549.html


Während der Irak wohl den Umständen entsprechender Zahlungskräftiger ist, ist Syrien zunächst einmal als Investitionsstandort wichtiger. Das wird wohl langfristiger gesehen werden müssen. Und Investitionen müssen nicht nicht primär monitär auszahlen. Das kann auch politisch sein.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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King Kong 2006
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 12. Feb 2017, 11:23

Assyrer, Babylonier, persische Achämeniden, Alexanderreich, Rom, persische Sassaniden, Byzanz, Osmanen, Briten, USA... (diese Reihe erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)

...
Und der Sieger heißt: Iran
Jedenfalls als eine mögliche Perspektive und für eine gewisse Zeit, siehe oben.

Dieser Krieg löscht endgültig zwei historische Axiome des 20. Jahrhunderts, die für die schiitischen Revolutionsführer in Teheran immer schon unerträglich waren. Das eine lautete: Der Westen ordnet den Nahen Osten. Kolonialmächte wie Frankreich und Großbritannien haben sich einst Territorien und Ressourcen aufgeteilt, die Supermächte USA und Sowjetunion im Kalten Krieg ihre Einflusssphären gesichert. Das andere Axiom: Die religiöse und politische Vormacht in der Region gehört der arabisch-sunnitischen Mehrheit, angeführt von der saudischen Monarchie.

Mit beiden Axiomen ist es zu Beginn des 21. Jahrhunderts vorbei. Teheran meldet den Alleinanspruch an – laut und deutlich.

Hinter dieser Idee eines "schiitischen Halbmonds" steckt die Ideologie des iranischen Revolutionsexports, aber auch ältere imperiale Träume. Die glorreichen Phasen persischer Reiche von der Antike bis zur Ära der Safawiden im 16. und 17. Jahrhundert gehören an Irans Schulen ebenso zum Geschichtsunterricht wie die Serie der Demütigungen: Großbritannien und Russland zerfledderten im 19. Jahrhundert das Imperium; London griff nach dem Ersten Weltkrieg nach den persischen Ölquellen; die USA und Großbritannien zettelten 1953 einen Putsch an, als die Regierung des Premierministers Mossadegh die Ölquellen nationalisieren wollte; der Westen stützte jahrzehntelang das Regime des Schahs.


So dürfte wohl gelingen, wovon Generationen iranischer Politiker kaum zu träumen wagten: ein fast zusammenhängendes Gebiet iranischen Einflusses in der arabischen Welt, vom Golf bis zum Mittelmeer. Derzeit ist kein Land der Region in der Lage, dem Iran seine blutig erkämpfte Position streitig zu machen.


Es gibt auch kritische Ausblicke dabei.

Es sieht gut aus für Teheran – und trotzdem sind die Bruchstellen seiner Strategie schon jetzt zu erkennen. Die Zerstörung Ost-Aleppos hat unter Sunniten von Casablanca bis Istanbul ebenso große Verzweiflung wie Wut ausgelöst. Dem Irak, das befürchtet unter anderem die Nahost-Expertin Emily Agnostos vom Institute for the Study of War, steht nach der Vertreibung des IS aus Mossul der nächste sunnitische Aufstand ins Haus. Denn in Bagdad ist wenig geschehen, um der sunnitischen Minderheit eine Teilhabe an der Zukunft des Landes zu garantieren. Und der Syrien-Krieg könnte für den Iran zu dem werden, was einst Vietnam für die USA und Afghanistan für die Sowjetunion bedeuteten: eine kostspielige Überdehnung der eigenen Kräfte, die in einen demütigenden Abzug mündet.

Der Fall von Ost-Aleppo habe dem Iran "zwei Nächte Freude und dreißig Jahre weiterer Probleme beschert", sagt der ehemalige iranische Diplomat Mir Mahmud Mussawi. Er ist ein Anhänger des Reformflügels. Seine Worte zeigen, dass auch innerhalb des Irans so mancher keinen "schiitischen Halbmond", sondern ein böses Ende der Expansionsträume kommen sieht. Nur haben diese Stimmen politisch gerade nichts zu melden.

http://www.zeit.de/2017/04/mittlerer-os ... ettansicht


Bei all den militärischen Operationen darf man die Zielsetzungen der Interventionen/Präventionen der Beteiligten Mächte nicht aus den Augen lassen. Die USA und der Iran ringen dort um die besten Plätze. Nicht, weil die USA das schlimmste Imperium wäre, das es jetzt gegeben hätte, oder der Iran rückständiger als Saudi-Arabien und Afghanistan. Beides stimmt nicht. Es geht um profane Machtinteressen, die sich natürlich auch auf wirtschaftliche Macht gründen. Aleppo u.a. sind kleine Puzzlesteine dabei.

G.W.Bush hat sich schwer verzockt bei der Herangehensweise die US-Hegemonie in der Region zu sichern. Er versuchte den Iran durchaus zu fesseln, durch containment, begründet durch die Atomkrise. Aber in der Summe war es eine fatale Intervention der USA. Sie zahlte sich nicht aus. Teheran zappelt sich langsam aus den Fesseln heraus. Und durch die Politik von Bush war der Abzug der USA aus der Region vorprogrammiert. Dies beides zusammengenommen, Abzug der USA und freischwimmen Irans eröffnet die Wege neu.

Interessant dabei ist Russland zu sehen. In dreifacher Hinsicht. Zum einen, wie am Anfang des Thread thematisiert, hat Moskau eigenes Interesse, das dabei gekoppelt ist. Zum anderen kamen sie offenbar auf Bestreben Irans massiver in die Region zurück (auch um sich den Weg für deren Ziele freischiessen zu lassen, siehe diesen Artikel) und dann werden, so schwer es unter einem Hut zu bringen ist, die USA, aber auch z.B. Israel oder Saudi-Arabien es auch nicht so ungern sehen. Warum? Nur den Iran am Mittelmeer zu sehen ist vielen nicht geheuer. Wenn dort auch Russen stehen, weiß man, daß Teheran sich mit Moskau absprechen muß. Und z.B. Israel kann mit Moskau besser reden, als mit Teheran. Trotz der ablehnenden Haltung vieler auch Russlands gegenüber. Aber Russland-Iran üben auch checks & balances sich gegenüber aus.

Es gibt zwischen den USA, Russland, GB und Frankreich Unterschiede zum Iran/Persien, der Türkei/Osmanisches Reich oder Saudi-Arabien. Die ersteren können primär über Kontakte, Partnerschaften, Marionetten und physisch über Stützpunkte versuchen (früher durch Kolonialismus) dort Einfluß zu bekommen und zu erhalten. Die letzteren sind permanent da. Die kann man nicht einfach rausschmeissen. Und durch ihr birth right dort vor Ort sehen sie alle anderen als unrechtsmäßige Kolonisatoren. Das sie selbst auch so gesehen werden verblasst dann. Im Falle Irans/Persien kommt aber durchaus dazu, daß man sich jenseits der politischen Reiche als Religionskonfession stets unterdrückt gesehen hat. Im Irak, in Syrien, Libanon, Bahrain, Jemen, Pakistan und Afghanistan. Aus der Sicht schiitischer Ideologen ist das jetzt alles ein Befreiungsschlag. Aus Sicht der Kontrahenten gefährlicher Imperialismus.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 20. Feb 2017, 11:28

US-Praesident Trump:

Trump hatte im Präsidentschaftswahlkampf und nach seinem Amtsantritt mehrfach gesagt, die USA hätten während der achtjährigen Besetzung des Irak die Einnahmen aus dem irakischen Erdöl nutzen sollen, um ihre Militärausgaben zu finanzieren.

Bei einem Besuch der CIA hatte Trump kürzlich ergänzt, vielleicht gebe es "ja noch eine zweite Chance", und damit für Irritationen in Bagdad gesorgt.

http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-1135364.htm
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Kardux » Mo 20. Feb 2017, 18:12

King Kong 2006 hat geschrieben:(20 Feb 2017, 11:28)

US-Praesident Trump:


Gewiss. Der Aufenthalt der US-Soldaten im Irak zwischen 2003 und 2011 wurde aus dem US-Haushalt abgedeckt.


:D
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 25. Feb 2017, 14:35

Was macht eine Intervention im größeren Maßstab und in zeitlicher Dimension mit dem Interventionisten?

So eine Angelegenheit ist ja immer eine Schwingtür oder eine Straße, die man nach beiden Seiten benutzen kann. Wie die Globalisierung. Den Zusammenbruch der UdSSR führt man auf einen Blumenstrauß an Gründen zurück. Vom Vatikan (Polen) über Rüstungsspiralen oder z.B. dem Engagement in Afghanistan hin. Die USA haben durch die Vietnamkrieg sicher noch einmal richtig Zunder für Bürgerrechtsbewegungen, Flower Power u.ä. bekommen. Die Kriege von G.W.Bush in Afghanistan, Irak und die Konfrontation mit dem Iran haben sie von einer kurzeitigen Hypermacht auf Supermacht zurückgestuft. Und auch das bröckelt. Die Langzeitwirkungen sind noch zu untersuchen.

Die größten Interventionisten sind Iran, Russland, die USA, Saudi-Arabien und die Türkei. Was macht dieser Krieg (Syrien und Irak) mit dem Iran? Nicht nur, was macht Teheran mit ihnen. Die Interventionsgründe sind am Anfang bereits mal thematisiert worden. Darum geht es nicht. Um die Toten Irans in diesem Krieg(en?) machte man im Iran lange ein Geheimnis. Warum? Vermutlich mehrere Gründe. Man wollte nicht über ein gesteigertes Engagement sprechen. Das sieht nach Imperialismus aus. Persischen. Und man ist im Iran ja seit 1979 ein Gegner jeder Art von Imperialismus. Auch wollte man sicher nicht noch die Skeptiker im Iran, im Kontext der jetzigen Regierung/Führung noch Stoff bieten. Also, man habe ja schon genug Probleme und Ausgaben. Einfachen Bürgern mit dennoch wahrhaftigen Problemen kann man nicht mit Strategien o.ä. erklären, warum die Ausbildung der Kinder so teuer ist, oder Wohnraum. Der Krieg kommt aber langsam in den Familien im Iran an.

Es gibt keine exakten Zahlen, aber vermutlich sind ca. 1000 Iraner bisher in Syrien und Irak gefallen. Darunter viele Offiziere bis zum Generalsrang. Auffallend viele. Das liegt vermutlich am Korpsgeist und Selbstverständnis der eingesetzten Truppen. Es waren bis vor kurzem in der Hauptsache Iranische Revolutionsgarden (IRGC oder auch Sepah). Erst jüngst kamen Spezialeinheiten der regulären Armee (Artesh) dazu, Fallschirmjäger oder Scharfschützen. Erstere, gerade die Offiziere sind gewohnt in alter Manier in vorderster Front zu wirken und zu leiten. Das fordert Blutzoll. Deshalb so viele der Tote (Unter-)Offiziere. Ähnlich wie die Zenturionen Roms, die napoleonischen Offiziere der vormaligen Revolutionstruppen, den Offizieren der Waffen-SS oder der Roten Armee waren sie keine Gebildeten und Hochschulabsolventen in der Mehrzahl. Kamen aus Mannschaften und waren auch als Offiziere gewohnt "vorne mitzumischen". Da kann man dann auch mal einen Kopfschuss bekommen. Wie einem iranischen General passiert. Daneben sind natürlich viele Spezialisten dort tätig. Oft (Unter-)Offiziere.

Mittlerweile sind die Begräbnisse im Iran nicht mehr "als nebenbei" zu handhaben. Die Frage wird lauten, kann Teheran die "Kosten" niedrig halten? Vietnam, Afghanistan, Irak haben in den USA und Russland tiefe Spuren hinterlassen. Davor hat Teheran Angst. Eine Gegenmaßnahme war, daß ähnlich wie die USA oder Russland der Iran mit Proxies arbeitet. Die Hisbollah mußte ran. Sie haben einen hohen militärischen Wert, das meint auch Moskau, aber jeder Hisbollah-Kämpfer bedeutet einen Iraner weniger. Dazu Afghanen, Pakistaner. Alle nach Syrien und Irak geschickt. Spart Iraner. Dazu natürlich Syrer und Iraker selbst. Das führte in Syrien zu ca. 70 000 Mann unter direktem iranischen Kommando (mehr als die syrische Armee selbst) und im Irak zur PMF, ca. 100 000. Anders als die USA oder Russland kann der Iran gar nicht solche Kontingente selbst bestreiten bzw. fern der Heimat bewirtschaften. Auch das reichte nicht. Der Iran braucht mehr Firepower. So soll der iranischer Chef der Auslandstruppe der iranischen Revolutionsgarden General Suleimani Russland überzeugt haben dazuzukommen.

Die iranische Militärdoktrin (Politik - Clausewitz) wird durch diese Kriege verändert.

Auch das ist ein Ergebnis. Der Krieg mit Saddam war sehr statisch. Es ging nicht anders, weil dem Iran die industrielle und technologische Infrastruktur fehlte ähnlich wie die USA, GB, Frankreich, Deutschland oder Russland sich mit nötigen Kriegsmaterial selbst zu versorgen. Nach dem Krieg ging man darin über - da die USA als gefährlichster Gegner definiert wurde - zu einer asymmetrischen Kriegsführung (die im übrigen sogar vom Pentagon als defensiv eingestuft wurde). Weil eine konventionelle Kriegsführung gegen die USA hoffnungslos ist und der Iran da industriell sowieso nicht mithalten kann. Nicht mal Russland kann das. Das hat in der Anfangsphase der iranischen Intervention in Syrien und Irak sehr gut geklappt. Der Iran hat eine enorme soft power (Kontakte und Einfluß auf Personen und Organisationen) und die Strukturen der asymmetrischen Kriegsführung passten sehr gut zum Kampfstil der Fraktionen im Irak und Syrien. Irgendwann aber merkte man im Iran, daß das aber auch nicht reichte. Man konnte damit stabilisieren. Hier und da. Aber zu wuchtigen, nachhaltigen Operationen reichte es nicht. Dazu brauchte man die Russen. Diese hatten zwar schon im Afghanistankrieg eine teilweise bedauernswerte Performance. Noch als Supermacht. Aber das war noch deutlich mehr, wozu der Iran im Stande war. Das selbst die USA da teilweise schlecht da standen sei hier bemerkt. Als Rumsfeld die Truppen bei Bagdad besuchte, wurde ihm gezeigt, was man aus Ermangelung von Nachschub tun mußte (->Hillbilly Armour). In Syrien selbst war der russische Einsatz für den Iran von großen Vorteil. Vor allen Dingen die Luftwaffe, die Luftkriegsführung- und Aufklärung. Da mangelte es an Möglichkeiten. Auch das war fragil, wie das Beispiel Palmyra zeigte, als schiitische Milizen abgezogen wurden, überrannten IS-Truppen den großen russischen Stützpunkt dort. Keine Firepower aus der Luft konnte dem Einhalt gebieten. Aber, da wo iranische Bodenkriegsführung und russische Luftkriegsführung Hand in Hand ging, konnte man Erfolge erringen. Die könnten vermutlich viel größer sein, aber weder Teheran noch Moskau knien sich da voll rein. Und sie behindern sich auch gerne gegenseitig.

Was geschieht mit dem Iran durch diese "Erfahrungen"? Innenpolitisch? Die Gegner Teherans, auch die Gegner Irans, da muß man ja unterscheiden würden es sich wünschen, daß der Schaden groß ist. Die einen, weil sie sich davon erhoffen daß etwas aus ihrer Sicht positives geschieht, z.B. die Schwächung der bisherigen Führung, die andern, weil ein Konkurrent der hinfällt eben besser ist. Das ist ein buntgemischter Haufen. Menschenrechtler, Natonalisten, Islamisten anderer Staaten, Großmächte usw. Jeder hat aus einem anderen Grund die Hoffnung, daß vielleicht der militärische Engagement Teheran kulturell, politisch, wirtschaftlich schwer treffen kann und so für Veränderungen anfälliger machen könnte. Das das Auswirkungen hat, sah/sieht man klar an den USA und UdSSR/Russland. Nur um die beiden zu nennen.

Politisch und um Clausewitz herbeizuholen, auch militärisch ist dieser Krieg in Syrien/Irak seit Jahrhunderten, wenn nicht gar seit Jahrtausenden die erste Intervention dieser Art. Deshalb auch die Sorge vor den alten persischen Imperien der Antike und Spätantike, die immer heraufbeschworen werden. Die Auseinandersetzungen mit Israel mit der Hisbollah sind damit in der Größenordnung nicht zu vergleichen. Auch war der Irak-Iran Krieg ein gänzlich anderer. Der Einsatz der kaiserlichen Truppen Irans in Oman kommen dem etwas näher. Aber auch nur etwas. Für den Iran ist das seit "langer" Zeit ein großer Einsatz fern der eigenen Grenzen.

"Iran is transforming its military to be able to conduct quasi-conventional warfare hundreds of miles from its borders. This capability, which very few states in the world have, will fundamentally alter the strategic calculus and balance of power within the Middle East."

http://www.expressnews.com/militarycity ... 945640.php


Die iranischen Militärs machen zur Zeit enorm viel Erfahrungen in Sachen Logistik, operativen Planungen und Handlungen über ein Kriegsgebiet teilweise fern der Heimatbasen auf einem Gebiet daß quasi die Levante umreißt. Das ist nicht gänzlich neu. Die Militärs der Vorgänger standen schon viel weiter in Europa, Afrika, Zentralasien oder Indien, mit deutlich mehr Truppen und Logistik in der Antike. Was jetzt dazu kommt ist die Kooperation mit Russland. Sprich einer Macht, die über entsprechende Technologie, Waffen und Möglichkeiten verfügt. Moderne Kriegsführung. Man kann natürlich darüber streiten, ob eine asymmetrische Kriegsführung nicht auch schon per se heutzutage modern wäre. Ja, sicherlich. Die iranischen Konzepte sind modern, da die Waffentechnik - mehr oder weniger - die dabei eingesetzt wird es auch sind. Es geht nicht nur um wild herumrasende Jeeps dabei. Das ist schon komplexer und vernetzter. Cyberwar ist im Iran weit entwickelt. Siehe Libanonkrieg Israel vs. Hisbollah. Aber das reicht eben nicht, um auf Schlachtfeldern oder in Staaten alle Ziele zu erreichen.

Iran Sends Military Students to Syrian Front

Iran is increasingly using Syrian battlefields as a proving ground for fresh military officers in training, according to Iranian media reports and Syrian opposition figures.

Tehran-based Imam Hossein University, a school affiliated with The Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC), said it recently deployed military leadership students to fight in Syria as part of an educational program designed for future officers, according to state-run media.


A vital training ground for battle

Syria has become a vital battlefield training ground for the IRGC, analysts say.

“The handling of the Syrian crisis presented the first example of real life training opportunity for Iran's military,” said Hooshang Aryanpour, a Washington-based retired Iranian general.

And Iranian officials say that despite growing causalities in their ranks in Syria, the country's military continues to benefit from engaging in battles there.

“We have gained technical and tactical advancements, militarily and in terms of intelligence collection," Brigadier General Hossein Salami, deputy commander of the IRGC, said in a television interview late last year.


General Salami gilt übrigens als Vater der asymmetrischen Kriegsführung Irans (im Kontext einer Auseinandersetzung mit den USA)

Iranian forces helped take Aleppo

Rebel leaders say Iran's role was evident in decisive battles in Aleppo where Syrian troops and their Iranian allies including the Lebanese Hezbollah ousted rebel forces in December of last year.

“The IRGC and Hezbollah militiamen were the ones who retook eastern Aleppo from us,” said Riad al-Asaad, a commander with the rebel group, the Free Syrian Army. “IRGC had brought many reinforcements to Aleppo, mainly new officers and students from its military academy.”

Iran also has relied on military students to help lead battles around Homs and Damascus where the IRGC is believed to have conducted full-scaled operations with foreign militias against rebels.

“The use of Shiite Afghans and Pakistanis, as well as Hezbollah and Iraqi Shiite militias in this conflict, was an unprecedented military experience for Iranian military units,” Daryoush Bourbour, a retired Iranian special forces commander told VOA.


Iran testing military equipment

Besides training its military forces, Iran has used the Syrian conflict to test its military equipment, according to analysts.

“Iran has tested many of its novice and newly-designed military equipment in Syria, and has tested them on a large scale,” said Bourbour.

Iran's arms industry is the largest and most sophisticated among its neighboring countries, analysts say.

http://www.voanews.com/a/iran-sends-mil ... 35710.html


HOW IRAN IS LEARNING FROM RUSSIA IN SYRIA

Iranian military cooperation with Russia in Syria is dramatically increasing Tehran’s ability to plan and conduct complex conventional operations. Iranians are learning by seeing and by doing, and are consciously trying to capture lessons-learned in Syria for use throughout their military and para-military forces. Iran is fielding a conventional force capability to complement and in some cases supplant its reliance on asymmetric means of combat. Russia is assisting Iran’s military leadership conduct this effort. It is introducing Iran and its proxies to signature Russian campaign-design concepts such as cauldron battles, multiple simultaneous and successive operations, and frontal aviation in Syria. These concepts are the fruit of almost a century of advanced Soviet and Russian thought and hard-won experience in conventional military operations. This knowledge-transfer can help the Iranian military advance its understanding of conventional war far more rapidly than it might otherwise be able to do. It can help Iran become a formidable conventional military power in the Middle East in relatively short order, permanently changing the balance of power and the security environment in the region.

The Iranian military is using the Syrian conflict as a learning environment for its forces. The Islamic Revolutionary Guards Corps (IRGC)’s Imam Hossein University (IHU), which is home to the IRGC’s advanced military education programs, has deployed students to Syria almost certainly as part of an internal study and educational program for Iranian officers. Iranian officers recognize the benefits of experiencing Russian military operations. One Iranian major general, for example, praised Russia’s use of the Shahid Nojeh Air Base in Iran’s Hamedan province for exposing Iranian Air Force personnel to “[Russian] planes and the way they were operated.” Iran has also recently conducted exercises specifically to capture and practice lessons learned from Syria.

http://understandingwar.org/backgrounde ... ssia-syria


Nun ja, Russland und Iran brauchen sich dort. Ohne die Bodenpräsenz Irans kann Russland keinen Stützpunkt halten. Ohne Russland kommt der Iran nicht an moderne Waffensysteme heran. Langfristig versucht Teheran natürlich eine eigene Basis dafür zu schaffen. Im Rahmen seiner industriellen Möglichkeiten. Russland ist ein großer Waffenhändler. Sicher wird Moskau sich nicht entbehrlich machen und in dem Maße liefern, wie Teheran das gern hätte. Das wäre ja unsinnig aus russischer Sicht. Wozu braucht man dann noch Russland? Wobei auch schon die politische Macht (Vetomacht) sehr hilfreich ist.

Der Schah von Persien verstand sein Land schon als ein wichtiges dominierendes Element in der Region. Der Maelstrom der Entwicklungen in der Region hat noch mal etwas durcheinandergewürfelt. Der Iran handelt so, wie seit sehr langer Zeit nicht mehr. Teilweise aktiv, teilweise als Getriebener. Was dieses Engagement aus dem Land machen wird, bleibt abzuwarten.

Iranian media confirmed the deaths of Colonel Zulfighar Nesab, 2nd Lieutenants Mohsen Ghiatsalu and Mojtaba Yadollahi, and Captain Morteza Zaharand. Two Revolutionary Guards members were also slain over the weekend, according to reports.

Iran’s Revolutionary Guards have put in more commanders and troops since last October, when Tehran worked with Russia on multiple offensives — also including Hezbollah and Iranian-led foreign militias — to prop up President Assad and push back rebels, especially in northwest Syria. However, the despatch of the 65th Airborne Special Forces, the 45th and 258th Special Forces, and the 388th Mechanized Infantry are the first deployments of Iranian Army units in the five-year conflict.

http://eaworldview.com/2016/04/iran-dai ... -in-syria/


Im Irak ist ein Denkmal für einen gefallenen iranischen General der Revolutionsgarden errichtet worden. Er war im engen Kontakt mit irakischen Führern und Gruppen, organisierte die PMF mit und war oft an der Front als kommandierender Offizier.

A monument dedicated to an Iranian general has been erected in Iraq for the first time in the country’s history.

http://www.longwarjournal.org/archives/ ... -force.php



Wie gesagt, es gibt nicht nur Auswirkungen auf die Länder, in denen interveniert wird, sondern auch bei denen die intervenieren. Obama hat sich deswegen herausgehalten. Und Trump verwandelt dies propagandistisch in sowas wie "America first!". Klingt nicht so schwächlich wie unter Obama. ;)
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Kardux » Sa 25. Feb 2017, 22:02

King Kong 2006 hat geschrieben:Menschenrechtler, Natonalisten, Islamisten anderer Staaten, Großmächte usw. Jeder hat aus einem anderen Grund die Hoffnung, daß vielleicht der militärische Engagement Teheran kulturell, politisch, wirtschaftlich schwer treffen kann und so für Veränderungen anfälliger machen könnte.


Der Iran darf sich über kurz oder lang auf einen heftigen Partisanenkrieg mit den Kurden gefasst machen. Die Belutschen werden dann gewiss mitziehen.

Kurds Hanged in Iran in Less Than Two Months

ERBIL — the Iranian executive service has hanged 24 Kurdish prisoners across Iran since the beginning of 2017, a Kurdish human rights organization reported on Thursday.

According to Hengaw, the last execution occurred in Dizel Abad Prison of Kermanshah province.

The 28 year old Kurdish inmate from town of Kamyaran, Farshifd Sajjadi Asl, was hanged on Wednesday for committing homicide.

Iran is only next to China for enforcing the largest number of executions a year.

http://www.basnews.com/index.php/en/news/middle-east/332282

Die Frage ist wer bereit ist die Kurden im Iran tatkräftig zu unterstützen. Und je mehr der Iran seinen schiitischen Halbmond ausbaut und festigt desto verzweifelter könnten die Verlierer dieser Politik (sunnitischen Araber) werden.

Wenn der Stein erst einmal zum Rollen gebracht wird kann sich der Iran auf syrische Verhältnisse gefasst machen. Bei einer eventuellen Schwächung der iranischen Streitkräfte würden sogar die Turkvölker im Iran (auch wenn sie derzeit Macht besitzen) in den Startlöchern sitzen. Ich möchte da nur an das Jahr 1946 erinnern, als die Azeris sich für knapp ein Jahr vom Iran loslösten.

Die Kurden zumindest sind geduldig.
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