Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

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King Kong 2006
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 6. Apr 2018, 21:58

Russland, Iran und die Türkei wollen "Ruhe am Boden" und Deeskalationszonen einrichten. Saudi-Arabien muß Businessmann Trump für eine US-Präsenz bezahlen. :thumbup:

„Ruhe am Boden“

In einer gemeinsamen Erklärung nach dem Treffen am Mittwoch in Ankara bekannten sich die Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin und Hassan Ruhani dazu, ihre Bemühungen für ein Ende der Gewalt in den sogenannten Deeskalationszonen zu verstärken. Dasselbe gelte für den Schutz von Zivilisten dort. Die drei Länder wollten stärker darauf hinwirken, dass humanitäre Hilfe Notleidende in diesen Zonen erreiche. Ziel sei es, „Ruhe am Boden“ zu schaffen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Mittwoch auf der Webseite von Ruhani veröffentlicht wurde.

https://www.welt.de/print/welt_kompakt/ ... Boden.html


Nächster Dreiergipfel Russlands, Iran und der Türkei findet in Teheran statt.

Saudi-Arabien muß mehr Geld abdrücken. Wäre ja auch dumm das nicht zu fordern, solange sie noch können.

Saudi Arabia have to pay to keep US troops in Syria – Trump

US President, Donald Trump, has said that Saudi Arabia will have to pay if it wants US troops to remain in Syria.

http://dailypost.ng/2018/04/04/saudi-ar ... ria-trump/


Wie gesagt, Saudi-Arabien ist eine Melkkuh. Wollen sie (Haus al-Saud) "Schutz", müssen sie bezahlen. So ist das auf der Straße. Warum sagt Trump das so offen? Gut, ihm fehlt es an Feingefühl. Und er muß seiner Fanbase zeigen, daß man ihm Tribut zollen muß. Die al-Sauds zahlen schon. Solange sie können. Jetzt kaufen sie Kanonen im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar... :dead:

US approves $1.3 billion sale of artillery to Saudi Arabia

http://www.financialexpress.com/world-n ... a/1123252/


Völlig klar, braucht man da auch... Für, ähm den Schutz. Kanonen - für den Preis - in der Wüste. Könnte ja sein, daß da plötzlich aus heiterem Himmel mechanisierte Divisionen aufkreuzen.

Trump will da raus. Aus Syrien. Obama wollte da nicht mal rein. Aber gegen Entgeld könnte Trump sich schon vorstellen US-Boys und Girls dort in den Kampfzonen zu belassen.

Saudi Arabia’s Dark Role in the Syria Conflict

https://www.huffingtonpost.com/daniel-w ... 02447.html
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Di 10. Apr 2018, 07:24

Bei dem mutmaßlichen jüngsten Giftgasangriff, der immer dann erfolgt, wenn die syrische Armee Erfolge verbuchen kann, gehen die Emotionen hoch. Besonders zwischen Moskau und Washington. Der Trump-Truppe und der Putin-Truppe.

Russland spricht von "inszeniertem" Giftgasangriff

Ermittler hätten in Syrien keine Beweise gefunden: Im Uno-Sicherheitsrat hat Russland den mutmaßlichen Giftgasangriff auf Duma als Erfindung bezeichnet - und sich mit den USA einen verbalen Schlagabtausch geliefert.


Uno-Botschafterin Haley warf Moskau vor, "Blut syrischer Kinder an den Händen" zu haben. Ihr russischer Kollege Nebensja sagte: "Sie irren, wenn Sie glauben, dass Sie Freunde haben. Ihre angeblichen Freunde sind nur diejenigen, die nicht Nein zu Ihnen sagen können." Er drohte, künftige Ratssitzungen zu unterbrechen, wenn Haley Russland noch einmal als "Regime" bezeichne. Diese Formulierung hatte Haley mehrfach verwendet.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 02047.html


Wenn man bedenkt, daß die Opfer von chemischen Waffen in Syrien (eingesetzt von wem auch immer) nur einen Bruchteil der Opfer ausmachen, aber diese Situationen jedes mal gefühlt grenznah an einen Weltkonflikt führt, fragt man sich unwillkürlich, wozu das instrumentalisiert wird. Im Gegensatz zu dem viel verheerenderen Einsatz konventioneller Waffen (gerade auch Kleinwaffen wie Schusswaffen oder Mörsergranaten) in Syrien.

Bei dem massiven Einsatz von Massenvernichtungswaffen - nicht nur mutmaßlich, sondern klar zu zuordnen - im Irak-Iran Krieg durch Saddam (alleine auf iranischer Seite über 100 000 Opfer, bis heute) haben sich die USA überhaupt nicht aufgeregt. Im Gegenteil. Die Unterstützung, auch anderer Staaten im Westen, ist klar belegt. D.h. hier geht es wieder ganz klar um eine geostrategischer Interessenlage. Wenns passt, dann passts, wenn nicht, dann nicht. Deshalb glauben viele Menschen in der Region nicht an den Handlungen und Gerede der sogenannten Großmächte, die dort stets ihren Interessen entsprechend intervenieren (siehe das Fettgedruckte im Zitat - gilt natürlich aber auch für die Sowjetunion oder Russland...).
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 11. Apr 2018, 16:48

Das Interesse an der Person Assad ist im Falle der geostrategischen Verwicklungen im besagten Raum eher marginal. Twitterkönig Trump sagt das ganz klar.

"Russland, mach dich bereit", twitterte Donald Trump am Mittwoch. "Schöne, neue, smarte" Raketen würden kommen.

derstandard.at/2000077737282/Trump-kuendigt-Raketenangriff-in-Syrien-an


Russland soll sich bereit machen. Für die Raketen. Nicht Assad.

Ok, vielleicht sind wieder leere Gebäude wie beim letzten Mal Ziele. Dazu kündigt man das ja an. Damit man vorher alles wegräumen kann. Aber das ist eine Richtung nach Moskau. Sagt ja Trump selbst. Trump könnte aber etwas in Gang setzen bei dem am Ende eine größere Intervention der USA vonnöten wird. Sicher ist den Trump-Beratern wieder ziemlich schlecht. Gerade den Militärs. Das war unter Bush schon so beim Irak. Jetzt ist es für Trump Syrien.

Bis jetzt ist trotz Ankündigung von Trump binnen 24-48 Stunden in Syrien anzugreifen, nichts passiert. Kann ja noch kommen. Vielleicht hofft Trump mit der Drohung Bambule zu machen wieder Zugeständnisse abzuringen. Seine Taktik. Auf der anderen Seite kann Trump, genauergesagt die USA sich nicht erlauben wieder stärker in der Region "einzusteigen". Das könnte aber ein Hebel sein, um die USA wieder unter Druck zu setzen. Auch Zugeständnisse abzuringen. Im Vorfeld, davon abzusehen, wie auch die USA wieder dort hineinzuziehen. Das wäre für die USA nicht tragbar. Zerstörte Gebäude machen den politischen, wirtschaftlichen oder geostrategischen Schaden für die USA in der Region nicht wett.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Do 12. Apr 2018, 16:01

Nach Ghouta, nächstes Ziel Idlib.

Top Iranian official wants U.S. forces driven from east Syria

BEIRUT (Reuters) - The top adviser to Iran’s supreme leader said on Thursday he hoped Syria’s army and its allies would drive U.S. troops out of eastern Syria, and take Idlib in the northwest from insurgents.

“Idlib is an important Syrian city, and we hope it will be liberated very soon,” Ali Akbar Velayati told a news conference in Damascus. “East of the Euphrates is also a very important area. We hope big steps will be taken in order to liberate this area and expel the occupying Americans.”

https://www.reuters.com/article/us-mide ... SKBN1HJ1QA


In der Tat ist Idlib diplomatisch gesehen ein schwerer Brocken. Wohl weniger wegen den USA. Die Türkei hat sicher ein Interesse dieses Territorium "zu halten". Inwiefern die Absprachen zwischen Moskau, Teheran und Ankara diese Thema berührt, gar gelöst haben, bleibt abzuwarten.

Have Iran, Russia and Turkey reached agreement on future Syrian state?

Read more: http://www.al-monitor.com/pulse/origina ... z5CT9JXeQk


Die Drohung an Moskau man werde Raketen schicken mag da eine Rolle spielen diese Absprachen ins Rotieren zu bringen.

The United States may carry strikes against Syria in fear that its allies' strategic defeat by the Syrian army may persuade other countries in the region to join the newly emerged winning alliance of guarantor states - Russia, Turkey and Iran, experts told Sputnik.

https://sputniknews.com/analysis/201804 ... -iran-usa/


Es gibt auch die These, daß das alles an die mutmaßliche omnipotente Präsenz Irans gerichtet ist. Nach unbestätigten Angaben "iranischer Oppositioneller" sollen rund 250 000 Gehälter im Bürokraten- und Militärapparat Syriens vom Iran gezahlt werden. Was praktisch dann der Dienstherr ist. *

Ein Experter ist sich sicher: Donald Trump wird den Militärschlag nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien wagen. Dabei gehe es dem US-Präsidenten aber nicht um Russland.


Eine militärische Konfrontation zwischen den USA und Russland ist sicher nicht gewollt von Trump“, sagte Braml. „Der Iran soll getroffen werden.“


Je mehr Trump innenpolitisch unter Druck gerate, desto höher sei die Kriegsgefahr.

https://www.merkur.de/politik/usa-exper ... 71287.html


Wie dem auch sei. Andererseits thematisiert Trump Moskau, nicht Teheran. Das ist schon eine Festlegung. Einfacher wäre es einen Propagandakrieg gegen den Iran zu führen, denn gegen Russland. Andererseits sind die Begründungen in der Region oft eh völlig daneben. Siehe die ABC-Waffenprogramm Iraks anno 2003 und dann die Realität vor Ort.

Was wird Trump tun? Er will ja da raus. Schiesst er jetzt erstmal da rein, ist es aus mit raus. Und das wird auch Reaktionen - in der einen oder anderen Form - in der Region mit Russland und Iran geben. Im Kontext von US-Interessen. Trump, besser den USA (Donald weiß wohl nicht mal wo Syrien liegt) geht es nicht um die Syrer oder Assad. Es geht ihm um geostrategische Interessen dort. Im Kontext Russlands und Irans. Es geht ihm allenfalls um Wahlergebnisse, so wird er agieren. Sprich kämpfen oder nicht hängt davon ab, was er sich davon persönlich versprechen kann. Die USA haben Interessen darüber weit hinaus. Der Iran sieht Syrien als "first line of defence". Das wurde von Shamkhani, Ex-Admiral und iranischer Sicherheitsberater klar geäußert. Und Russland sieht Syrien als Kartenblatt an, mit dem man gegen die USA spielen kann.

The U.S. Has Troops in Syria. So Do the
Russians and Iranians. Here’s Where.


https://www.nytimes.com/interactive/201 ... -iran.html



*
While, according to reports by Iran's Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC), the Syrian military has fewer than 50,000 men, Iran has deployed more than 70,000 Iranian and non-Iranian forces in Syria, and pays monthly salaries to over 250,000 militiamen and agents. According to a report entitled, "How Iran Fuels Syria War," published by the National Council of Resistance of Iran (NCRI), non-Iranian mercenaries number around 55,000 men; Iraqi militias are around 20,000 men (from 10 groups), Afghan militias are approximately 15,000 to 20,000 men, Lebanese Hezbollah are around 7,000 to 10,000 men, and Pakistani, Palestinian and other militiamen number approximately 5,000 to 7,000.

In addition, the composition of Iranian IRGC forces are around 8,000 to 10,000 men, and 5,000 to 6,000 from the regular Iranian Army.

https://www.gatestoneinstitute.org/9406 ... iers-syria
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 15. Apr 2018, 09:46

Frankreich fordert u.a. eine Entwaffnung der Milizen in und um Idlib. Ob man so einer Rückeroberung den Wind aus den Segeln nehmen kann?

"Das Schicksal von Idlib muss in einem politischen Prozess geklärt werden, zu dem die Entwaffnung der Milizen gehört", sagte Le Drian der Wochenzeitung "Le Journal du Dimanche" vom Sonntag. Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter hatte zuletzt angedeutet, dass Idlib nach dem Fall von Douma das nächste Ziel der syrischen Regierungstruppen sein könnte .

derstandard.at/2000077964228/Frankreich-warnt-vor-humanitaerer-Katastrophe-in-Idlib


Dort sammeln sich Hardcore-Kämpfer, wie die Al-Qaida nahe Ha’aty Tahrir al-Sham jihad oder die Rebellen des Jaysh al-Islam. Beide sind salafistisch, aber auch Konkurrenten. Die werden keine Waffen abgeben. ;)

Letztere haben in Ghouta kapituliert. Das wird das Hause al-Saud erzürnt haben. Sie flüchten nach Idlib. Dort treffen sie auf weitere salafistische Gruppen. Aus den dort jetzt schon ausbrechenden Kämpfen unten den Hähnen entwickelt sich wieder eine Notlage.

The group along with Ahrar ash-Sham are among the main rebel groups supported by Saudi Arabia.[42]

https://en.wikipedia.org/wiki/Jaysh_al-Islam


Sollten die salafistischen Gruppen sich gegenseitig schwächen, könnte es für die syrische Armee leichter sein die Kontrolle zurückzuerlangen. Interessant ist wie gesagt, was es für Absprachen mit der Türkei gibt. Sollte Paris versuchen Ankara "aus der Verantwortung" zu drängen, die sich in Konkurrenz zu Saudi-Arabien dort sehen, könnte es diplomatisch hoch hergehen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 15. Apr 2018, 19:45

War die Art und Weise der Operation sogar die Bestätigung von Assads Würden? Interventionen haben immer eine Aussage.

Elefant im Raum

Ist der humanitäre Aspekt fragwürdig, so sieht eine Bilanz des politischen Nutzens noch düsterer aus. An den Machtverhältnissen in Syrien hat der Angriff nichts geändert. Manche Beobachter meinen sogar, Bashar al-Assad ginge aus dem Wochenende gestärkt hervor: Die Angriffe blieben im symbolischen Bereich, alle scheinen sich mit seinem Verbleib an der Macht abgefunden zu haben.


Man könnte meinen, das der Angriff die Bestätigung der Amtswürde von Assad ist. Wenn man militärisch dort agiert und es gezielt minimalistisch hält und nicht einmal symbolisch etwas bombardiert, das mit Assads Position direkt zu tun hat, dann ist das auch ein Zeichen.

Die Russen bleiben weiterhin die treibende Kraft bei der Entstehung eines Nachkriegssyriens. Auch die Türkei ist noch einmal davongekommen: Sie musste sich nicht zwischen ihren Nato-Partnern und Russland entscheiden, das die Türken in Nordsyrien und diplomatisch in Astana mitspielen lässt.


Der Elefant im Raum ist der Iran. Anders als erwartet – besonders nach dem israelischen Militärschlag auf eine iranische Einrichtung vor einer Woche – wurde die iranische Präsenz in Syrien nicht ins Visier genommen. Da dem Iran keine Beziehungen zu den syrischen C-Waffen nachgewiesen werden kann, wären Großbritannien und Frankreich für so einen Angriff nicht zur Verfügung gestanden. Trump hat mit ihnen Partner, die zudem stark auf die Beibehaltung des Atomdeals mit dem Iran, also auf eine andere Politik dem Iran gegenüber, setzen. Wie es damit weiter geht, ist völlig offen.

derstandard.at/2000077986523/In-Syrien-ist-gar-nichts-erledigt


In der Tat ist der Iran dort sehr ruhig. Teheran kann sehr ruhiges Blut zeigen und konzentriert an der Strategie festhalten. Es gibt für den Iran dort in Aufregung nichts zu gewinnen. Die USA lassen den Iran in Ruhe. Der Iran lässt die USA in Ruhe.

Wie schon einmal haben die USA, genauer gesagt, die Streitkräftet auf Trumps Befehl, ein paar Gebäude aufs Korn genommen. Nicht mehr und nicht weniger. Das eine ist so wichtig, wie das andere. Das eine so aussagekräftig, wie das andere.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 16. Apr 2018, 12:33

Trump will weiterhin schnellstmöglich abziehen.

Trump will Truppen schnellstmöglich abziehen

Nach den Luftangriffen will der US-Präsident seine Soldaten zügig zurückholen. Frankreichs Präsident Macron sagte zuvor, er habe Trump überzeugt, in Syrien zu bleiben.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2018 ... frankreich


Damit führt Trump nur folgerichtig das fort, was bereits unter Bush - nach seinem Versuch das Projekt für das amerikanische Jahrhundert per Krieg dort durchzusetzen - eingeleitet wurde. Der Rückzug der USA aus der Region.

Der Sykes-Picot Raum wird dann vornehmlich wieder den Regionalmächten überlassen. Dem Iran und der Türkei und aufgeregten Prinzen aus dem Hause al-Saud. Diese müssen nach dem zu erwartenden Ende der Bedeutung der fossilen Energie und Modernisierung ihrer Gesellschaft (z.B. Kinos, dann kommen sie da an wo der Iran 1905 war) erstmal selbst ums Überleben kämpfen. ;)

Der Iran und die Türkei können sich das nicht aussuchen. Sie leben dort. Die USA nicht. Sie haben wirtschaftliche Interessen dort. Der Sykes-Picot Raum wird wohl noch einige Zeit und viele Konflikte brauchen, um sich auszubrennen, wie einst Europa. Durch Kolonisation und Osamanisches Reich konnten viele Prozesse nicht ausbrechen. Das wird jetzt nachgeholt. Ähnlich wie im 30jährigen Krieg. Eine Meinung dazu.

Der Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler sieht Parallelen zwischen den Kriegen im Vorderen Orient und dem Dreißigjährigen Krieg, der vor 400 Jahren begann. Wer sich "mit diesem Krieg beschäftigt, kann eine Menge lernen zum Verständnis der eigenen Zeit", sagte Münkler im Dlf.

http://www.deutschlandfunk.de/herfried- ... _id=412221
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