Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 6. Apr 2018, 21:58

Russland, Iran und die Türkei wollen "Ruhe am Boden" und Deeskalationszonen einrichten. Saudi-Arabien muß Businessmann Trump für eine US-Präsenz bezahlen. :thumbup:

„Ruhe am Boden“

In einer gemeinsamen Erklärung nach dem Treffen am Mittwoch in Ankara bekannten sich die Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin und Hassan Ruhani dazu, ihre Bemühungen für ein Ende der Gewalt in den sogenannten Deeskalationszonen zu verstärken. Dasselbe gelte für den Schutz von Zivilisten dort. Die drei Länder wollten stärker darauf hinwirken, dass humanitäre Hilfe Notleidende in diesen Zonen erreiche. Ziel sei es, „Ruhe am Boden“ zu schaffen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Mittwoch auf der Webseite von Ruhani veröffentlicht wurde.

https://www.welt.de/print/welt_kompakt/ ... Boden.html


Nächster Dreiergipfel Russlands, Iran und der Türkei findet in Teheran statt.

Saudi-Arabien muß mehr Geld abdrücken. Wäre ja auch dumm das nicht zu fordern, solange sie noch können.

Saudi Arabia have to pay to keep US troops in Syria – Trump

US President, Donald Trump, has said that Saudi Arabia will have to pay if it wants US troops to remain in Syria.

http://dailypost.ng/2018/04/04/saudi-ar ... ria-trump/


Wie gesagt, Saudi-Arabien ist eine Melkkuh. Wollen sie (Haus al-Saud) "Schutz", müssen sie bezahlen. So ist das auf der Straße. Warum sagt Trump das so offen? Gut, ihm fehlt es an Feingefühl. Und er muß seiner Fanbase zeigen, daß man ihm Tribut zollen muß. Die al-Sauds zahlen schon. Solange sie können. Jetzt kaufen sie Kanonen im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar... :dead:

US approves $1.3 billion sale of artillery to Saudi Arabia

http://www.financialexpress.com/world-n ... a/1123252/


Völlig klar, braucht man da auch... Für, ähm den Schutz. Kanonen - für den Preis - in der Wüste. Könnte ja sein, daß da plötzlich aus heiterem Himmel mechanisierte Divisionen aufkreuzen.

Trump will da raus. Aus Syrien. Obama wollte da nicht mal rein. Aber gegen Entgeld könnte Trump sich schon vorstellen US-Boys und Girls dort in den Kampfzonen zu belassen.

Saudi Arabia’s Dark Role in the Syria Conflict

https://www.huffingtonpost.com/daniel-w ... 02447.html
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Di 10. Apr 2018, 07:24

Bei dem mutmaßlichen jüngsten Giftgasangriff, der immer dann erfolgt, wenn die syrische Armee Erfolge verbuchen kann, gehen die Emotionen hoch. Besonders zwischen Moskau und Washington. Der Trump-Truppe und der Putin-Truppe.

Russland spricht von "inszeniertem" Giftgasangriff

Ermittler hätten in Syrien keine Beweise gefunden: Im Uno-Sicherheitsrat hat Russland den mutmaßlichen Giftgasangriff auf Duma als Erfindung bezeichnet - und sich mit den USA einen verbalen Schlagabtausch geliefert.


Uno-Botschafterin Haley warf Moskau vor, "Blut syrischer Kinder an den Händen" zu haben. Ihr russischer Kollege Nebensja sagte: "Sie irren, wenn Sie glauben, dass Sie Freunde haben. Ihre angeblichen Freunde sind nur diejenigen, die nicht Nein zu Ihnen sagen können." Er drohte, künftige Ratssitzungen zu unterbrechen, wenn Haley Russland noch einmal als "Regime" bezeichne. Diese Formulierung hatte Haley mehrfach verwendet.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 02047.html


Wenn man bedenkt, daß die Opfer von chemischen Waffen in Syrien (eingesetzt von wem auch immer) nur einen Bruchteil der Opfer ausmachen, aber diese Situationen jedes mal gefühlt grenznah an einen Weltkonflikt führt, fragt man sich unwillkürlich, wozu das instrumentalisiert wird. Im Gegensatz zu dem viel verheerenderen Einsatz konventioneller Waffen (gerade auch Kleinwaffen wie Schusswaffen oder Mörsergranaten) in Syrien.

Bei dem massiven Einsatz von Massenvernichtungswaffen - nicht nur mutmaßlich, sondern klar zu zuordnen - im Irak-Iran Krieg durch Saddam (alleine auf iranischer Seite über 100 000 Opfer, bis heute) haben sich die USA überhaupt nicht aufgeregt. Im Gegenteil. Die Unterstützung, auch anderer Staaten im Westen, ist klar belegt. D.h. hier geht es wieder ganz klar um eine geostrategischer Interessenlage. Wenns passt, dann passts, wenn nicht, dann nicht. Deshalb glauben viele Menschen in der Region nicht an den Handlungen und Gerede der sogenannten Großmächte, die dort stets ihren Interessen entsprechend intervenieren (siehe das Fettgedruckte im Zitat - gilt natürlich aber auch für die Sowjetunion oder Russland...).
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 11. Apr 2018, 16:48

Das Interesse an der Person Assad ist im Falle der geostrategischen Verwicklungen im besagten Raum eher marginal. Twitterkönig Trump sagt das ganz klar.

"Russland, mach dich bereit", twitterte Donald Trump am Mittwoch. "Schöne, neue, smarte" Raketen würden kommen.

derstandard.at/2000077737282/Trump-kuendigt-Raketenangriff-in-Syrien-an


Russland soll sich bereit machen. Für die Raketen. Nicht Assad.

Ok, vielleicht sind wieder leere Gebäude wie beim letzten Mal Ziele. Dazu kündigt man das ja an. Damit man vorher alles wegräumen kann. Aber das ist eine Richtung nach Moskau. Sagt ja Trump selbst. Trump könnte aber etwas in Gang setzen bei dem am Ende eine größere Intervention der USA vonnöten wird. Sicher ist den Trump-Beratern wieder ziemlich schlecht. Gerade den Militärs. Das war unter Bush schon so beim Irak. Jetzt ist es für Trump Syrien.

Bis jetzt ist trotz Ankündigung von Trump binnen 24-48 Stunden in Syrien anzugreifen, nichts passiert. Kann ja noch kommen. Vielleicht hofft Trump mit der Drohung Bambule zu machen wieder Zugeständnisse abzuringen. Seine Taktik. Auf der anderen Seite kann Trump, genauergesagt die USA sich nicht erlauben wieder stärker in der Region "einzusteigen". Das könnte aber ein Hebel sein, um die USA wieder unter Druck zu setzen. Auch Zugeständnisse abzuringen. Im Vorfeld, davon abzusehen, wie auch die USA wieder dort hineinzuziehen. Das wäre für die USA nicht tragbar. Zerstörte Gebäude machen den politischen, wirtschaftlichen oder geostrategischen Schaden für die USA in der Region nicht wett.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Do 12. Apr 2018, 16:01

Nach Ghouta, nächstes Ziel Idlib.

Top Iranian official wants U.S. forces driven from east Syria

BEIRUT (Reuters) - The top adviser to Iran’s supreme leader said on Thursday he hoped Syria’s army and its allies would drive U.S. troops out of eastern Syria, and take Idlib in the northwest from insurgents.

“Idlib is an important Syrian city, and we hope it will be liberated very soon,” Ali Akbar Velayati told a news conference in Damascus. “East of the Euphrates is also a very important area. We hope big steps will be taken in order to liberate this area and expel the occupying Americans.”

https://www.reuters.com/article/us-mide ... SKBN1HJ1QA


In der Tat ist Idlib diplomatisch gesehen ein schwerer Brocken. Wohl weniger wegen den USA. Die Türkei hat sicher ein Interesse dieses Territorium "zu halten". Inwiefern die Absprachen zwischen Moskau, Teheran und Ankara diese Thema berührt, gar gelöst haben, bleibt abzuwarten.

Have Iran, Russia and Turkey reached agreement on future Syrian state?

Read more: http://www.al-monitor.com/pulse/origina ... z5CT9JXeQk


Die Drohung an Moskau man werde Raketen schicken mag da eine Rolle spielen diese Absprachen ins Rotieren zu bringen.

The United States may carry strikes against Syria in fear that its allies' strategic defeat by the Syrian army may persuade other countries in the region to join the newly emerged winning alliance of guarantor states - Russia, Turkey and Iran, experts told Sputnik.

https://sputniknews.com/analysis/201804 ... -iran-usa/


Es gibt auch die These, daß das alles an die mutmaßliche omnipotente Präsenz Irans gerichtet ist. Nach unbestätigten Angaben "iranischer Oppositioneller" sollen rund 250 000 Gehälter im Bürokraten- und Militärapparat Syriens vom Iran gezahlt werden. Was praktisch dann der Dienstherr ist. *

Ein Experter ist sich sicher: Donald Trump wird den Militärschlag nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien wagen. Dabei gehe es dem US-Präsidenten aber nicht um Russland.


Eine militärische Konfrontation zwischen den USA und Russland ist sicher nicht gewollt von Trump“, sagte Braml. „Der Iran soll getroffen werden.“


Je mehr Trump innenpolitisch unter Druck gerate, desto höher sei die Kriegsgefahr.

https://www.merkur.de/politik/usa-exper ... 71287.html


Wie dem auch sei. Andererseits thematisiert Trump Moskau, nicht Teheran. Das ist schon eine Festlegung. Einfacher wäre es einen Propagandakrieg gegen den Iran zu führen, denn gegen Russland. Andererseits sind die Begründungen in der Region oft eh völlig daneben. Siehe die ABC-Waffenprogramm Iraks anno 2003 und dann die Realität vor Ort.

Was wird Trump tun? Er will ja da raus. Schiesst er jetzt erstmal da rein, ist es aus mit raus. Und das wird auch Reaktionen - in der einen oder anderen Form - in der Region mit Russland und Iran geben. Im Kontext von US-Interessen. Trump, besser den USA (Donald weiß wohl nicht mal wo Syrien liegt) geht es nicht um die Syrer oder Assad. Es geht ihm um geostrategische Interessen dort. Im Kontext Russlands und Irans. Es geht ihm allenfalls um Wahlergebnisse, so wird er agieren. Sprich kämpfen oder nicht hängt davon ab, was er sich davon persönlich versprechen kann. Die USA haben Interessen darüber weit hinaus. Der Iran sieht Syrien als "first line of defence". Das wurde von Shamkhani, Ex-Admiral und iranischer Sicherheitsberater klar geäußert. Und Russland sieht Syrien als Kartenblatt an, mit dem man gegen die USA spielen kann.

The U.S. Has Troops in Syria. So Do the
Russians and Iranians. Here’s Where.


https://www.nytimes.com/interactive/201 ... -iran.html



*
While, according to reports by Iran's Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC), the Syrian military has fewer than 50,000 men, Iran has deployed more than 70,000 Iranian and non-Iranian forces in Syria, and pays monthly salaries to over 250,000 militiamen and agents. According to a report entitled, "How Iran Fuels Syria War," published by the National Council of Resistance of Iran (NCRI), non-Iranian mercenaries number around 55,000 men; Iraqi militias are around 20,000 men (from 10 groups), Afghan militias are approximately 15,000 to 20,000 men, Lebanese Hezbollah are around 7,000 to 10,000 men, and Pakistani, Palestinian and other militiamen number approximately 5,000 to 7,000.

In addition, the composition of Iranian IRGC forces are around 8,000 to 10,000 men, and 5,000 to 6,000 from the regular Iranian Army.

https://www.gatestoneinstitute.org/9406 ... iers-syria
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 15. Apr 2018, 09:46

Frankreich fordert u.a. eine Entwaffnung der Milizen in und um Idlib. Ob man so einer Rückeroberung den Wind aus den Segeln nehmen kann?

"Das Schicksal von Idlib muss in einem politischen Prozess geklärt werden, zu dem die Entwaffnung der Milizen gehört", sagte Le Drian der Wochenzeitung "Le Journal du Dimanche" vom Sonntag. Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter hatte zuletzt angedeutet, dass Idlib nach dem Fall von Douma das nächste Ziel der syrischen Regierungstruppen sein könnte .

derstandard.at/2000077964228/Frankreich-warnt-vor-humanitaerer-Katastrophe-in-Idlib


Dort sammeln sich Hardcore-Kämpfer, wie die Al-Qaida nahe Ha’aty Tahrir al-Sham jihad oder die Rebellen des Jaysh al-Islam. Beide sind salafistisch, aber auch Konkurrenten. Die werden keine Waffen abgeben. ;)

Letztere haben in Ghouta kapituliert. Das wird das Hause al-Saud erzürnt haben. Sie flüchten nach Idlib. Dort treffen sie auf weitere salafistische Gruppen. Aus den dort jetzt schon ausbrechenden Kämpfen unten den Hähnen entwickelt sich wieder eine Notlage.

The group along with Ahrar ash-Sham are among the main rebel groups supported by Saudi Arabia.[42]

https://en.wikipedia.org/wiki/Jaysh_al-Islam


Sollten die salafistischen Gruppen sich gegenseitig schwächen, könnte es für die syrische Armee leichter sein die Kontrolle zurückzuerlangen. Interessant ist wie gesagt, was es für Absprachen mit der Türkei gibt. Sollte Paris versuchen Ankara "aus der Verantwortung" zu drängen, die sich in Konkurrenz zu Saudi-Arabien dort sehen, könnte es diplomatisch hoch hergehen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 15. Apr 2018, 19:45

War die Art und Weise der Operation sogar die Bestätigung von Assads Würden? Interventionen haben immer eine Aussage.

Elefant im Raum

Ist der humanitäre Aspekt fragwürdig, so sieht eine Bilanz des politischen Nutzens noch düsterer aus. An den Machtverhältnissen in Syrien hat der Angriff nichts geändert. Manche Beobachter meinen sogar, Bashar al-Assad ginge aus dem Wochenende gestärkt hervor: Die Angriffe blieben im symbolischen Bereich, alle scheinen sich mit seinem Verbleib an der Macht abgefunden zu haben.


Man könnte meinen, das der Angriff die Bestätigung der Amtswürde von Assad ist. Wenn man militärisch dort agiert und es gezielt minimalistisch hält und nicht einmal symbolisch etwas bombardiert, das mit Assads Position direkt zu tun hat, dann ist das auch ein Zeichen.

Die Russen bleiben weiterhin die treibende Kraft bei der Entstehung eines Nachkriegssyriens. Auch die Türkei ist noch einmal davongekommen: Sie musste sich nicht zwischen ihren Nato-Partnern und Russland entscheiden, das die Türken in Nordsyrien und diplomatisch in Astana mitspielen lässt.


Der Elefant im Raum ist der Iran. Anders als erwartet – besonders nach dem israelischen Militärschlag auf eine iranische Einrichtung vor einer Woche – wurde die iranische Präsenz in Syrien nicht ins Visier genommen. Da dem Iran keine Beziehungen zu den syrischen C-Waffen nachgewiesen werden kann, wären Großbritannien und Frankreich für so einen Angriff nicht zur Verfügung gestanden. Trump hat mit ihnen Partner, die zudem stark auf die Beibehaltung des Atomdeals mit dem Iran, also auf eine andere Politik dem Iran gegenüber, setzen. Wie es damit weiter geht, ist völlig offen.

derstandard.at/2000077986523/In-Syrien-ist-gar-nichts-erledigt


In der Tat ist der Iran dort sehr ruhig. Teheran kann sehr ruhiges Blut zeigen und konzentriert an der Strategie festhalten. Es gibt für den Iran dort in Aufregung nichts zu gewinnen. Die USA lassen den Iran in Ruhe. Der Iran lässt die USA in Ruhe.

Wie schon einmal haben die USA, genauer gesagt, die Streitkräftet auf Trumps Befehl, ein paar Gebäude aufs Korn genommen. Nicht mehr und nicht weniger. Das eine ist so wichtig, wie das andere. Das eine so aussagekräftig, wie das andere.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 16. Apr 2018, 12:33

Trump will weiterhin schnellstmöglich abziehen.

Trump will Truppen schnellstmöglich abziehen

Nach den Luftangriffen will der US-Präsident seine Soldaten zügig zurückholen. Frankreichs Präsident Macron sagte zuvor, er habe Trump überzeugt, in Syrien zu bleiben.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2018 ... frankreich


Damit führt Trump nur folgerichtig das fort, was bereits unter Bush - nach seinem Versuch das Projekt für das amerikanische Jahrhundert per Krieg dort durchzusetzen - eingeleitet wurde. Der Rückzug der USA aus der Region.

Der Sykes-Picot Raum wird dann vornehmlich wieder den Regionalmächten überlassen. Dem Iran und der Türkei und aufgeregten Prinzen aus dem Hause al-Saud. Diese müssen nach dem zu erwartenden Ende der Bedeutung der fossilen Energie und Modernisierung ihrer Gesellschaft (z.B. Kinos, dann kommen sie da an wo der Iran 1905 war) erstmal selbst ums Überleben kämpfen. ;)

Der Iran und die Türkei können sich das nicht aussuchen. Sie leben dort. Die USA nicht. Sie haben wirtschaftliche Interessen dort. Der Sykes-Picot Raum wird wohl noch einige Zeit und viele Konflikte brauchen, um sich auszubrennen, wie einst Europa. Durch Kolonisation und Osamanisches Reich konnten viele Prozesse nicht ausbrechen. Das wird jetzt nachgeholt. Ähnlich wie im 30jährigen Krieg. Eine Meinung dazu.

Der Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler sieht Parallelen zwischen den Kriegen im Vorderen Orient und dem Dreißigjährigen Krieg, der vor 400 Jahren begann. Wer sich "mit diesem Krieg beschäftigt, kann eine Menge lernen zum Verständnis der eigenen Zeit", sagte Münkler im Dlf.

http://www.deutschlandfunk.de/herfried- ... _id=412221
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 22. Apr 2018, 08:19

Bagdad und Teheran halten erste gemeinsame Verteidigungskommission ab. Früher undenkbar. Stabile Sicherheitsstruktur kann doch entstehen, auch mit dunkler Vergangenheit.

Iran, Iraq to hold 1st defense coop. commission

Upon arriving in Baghdad, Iranian Defense Minister Brigadier General Amir Hatami, told the media that Iran and Iraq will hold their first defense cooperation joint commission during the time of his stay in Iraq.
“There are many objectives in the agenda of this visit to negotiate with Iraqi officials,” said Brigadier General Amir Hatami, Iranian Minister of Defense and Armed Forces Logistical Support, on Wednesday.

https://en.mehrnews.com/news/133470/Ira ... commission


Der Krieg zwischen beiden Ländern fordert bis heute noch Tote. Z.B. durch den massiven Einsatz von Giftgas. Den es in dieser Form nur vorher nur im 1. Weltkrieg gab. Im Gegensatz zu z.B. Syrien zeigte sich die USA bei dem verherrenden Einsatz im Irak-Irak Krieg von einer anderen, interessensgeleiteten Seite. Von Gleichgültigkeit, bis hin zum Behindern und Unterstützung. Beim Einsatz durch den Irak.

Chemical attacks on Iran: When the US looked the other way

When Saddam Hussein used chemical weapons to kill thousands of Iranians during the war from 1980 to 1988, not only did the US look the other way, but also "aided and abetted" Iraq in committing "war crimes", Reza Nasri, an Iran-born international law expert at the Graduate Institute of International and Development Studies (GIIDS) in Geneva, told Al Jazeera.

"The claim that the recent US attack on Syria was motivated by humanitarian considerations is not consistent with Iran's own experience as a victim of chemical attacks," he said.


The report said about a million Iranians were "exposed" to chemical agents during the war. Today, about 75,000 victims still receive treatment for "chronic chemical weapons injuries".


It was notable not only that "there was no outrage" from the US and its allies when the chemical attacks took place in Iran, but the US also "used its influence" in the UN Security Council to block any condemnation of Iraq, despite evidence presented by inspectors, Azodi said.

https://www.aljazeera.com/news/2018/04/ ... 24733.html


According to documents at the National Archives Archeological Site (College Park, Maryland), the US supported Saddam Hussein’s regime in their use of chemical weapons in the Iran-Iraq war and the Iraqi–Kurdish conflict.[5] Reporter Michael Dobbs of the Washington Post stated that Reagan's administration was well aware that the chemicals sold to Iraq would employed in the war against Iran. He stated that Iraq's use of chemical weapons was "hardly a secret," with the Iraqi military issuing this warning in February 1984: "The invaders should know that for every harmful insect, there is an insecticide capable of annihilating it... and Iraq possesses this annihilation insecticide." According to Reagan's foreign policy, every attempt to save Iraq was necessary and legal.[4]

According to Iraqi documents, assistance in the development of chemical weapons was obtained from firms in many countries, including the United States, West Germany, the Netherlands, the United Kingdom, and France. A report stated that Dutch, Australian, Italian, French and both West and East German companies were involved in the export of raw materials to Iraqi chemical weapons factories.[7]

https://en.wikipedia.org/wiki/Iraqi_che ... ainst_Iran


Der industrielle Sektor im Irak soll wieder angekurbelt und entwickelt werden. Zivil, wie militärisch. Das der Irak und Iran jetzt nach diesem Krieg sicherheitspolitisch zusammen arbeiten wäre seinerzeit vermutlich undenkbar gewesen. Aber selbst "Erbfeinde" wie Frankreich und Deutschland haben nach den Kriegen von 1871 an heute ein sicherheitspolitisch wichtiges Nebeneinander. Auch für die Region.

Iraq to work with Iran on military industrial development

The National Iraqi News Agency stated that Iraq’s Acting Minister of Industry and Minerals, Mohammad Shiaa al-Sudani had signed a co-operation agreement with Iran’s Defence Minister, Amir Hatami.

According to the outlet, the agreement covers the transfer of technology to Iraq and the localisation of military and civilian products, as well as efforts to “improve and expand future co-operation in military and civilian industrial projects.”

http://www.janes.com/article/79466/iraq ... evelopment
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 22. Apr 2018, 12:44

Unglaublich, Paris verteilt seine Ehrenmedaillen für Verdienste gerne und schweigt darüber. So an Mussolini, Ceausecu, Franco oder Putin.

Assad ist wohl der Erste, der diesen tollen frz. Orden, mit denen die Verdienste geehrt werden jetzt zurückgeben wird. Offenbar fühlt er sich hintergangen.

Assad gibt französischen Ehrenorden zurück

https://mobil.derstandard.at/2000078344 ... en-zurueck


Wenn man zuerst für Verdienste ausgezeichnet wird und sobald sich der Wind dreht dann fallengelassen wird, ist sicher enttäuschend. Putin hat den ja auch bekommen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon zollagent » So 22. Apr 2018, 13:23

King Kong 2006 hat geschrieben:(22 Apr 2018, 13:44)

Unglaublich, Paris verteilt seine Ehrenmedaillen für Verdienste gerne und schweigt darüber. So an Mussolini, Ceausecu, Franco oder Putin.

Assad ist wohl der Erste, der diesen tollen frz. Orden, mit denen die Verdienste geehrt werden jetzt zurückgeben wird. Offenbar fühlt er sich hintergangen.



Wenn man zuerst für Verdienste ausgezeichnet wird und sobald sich der Wind dreht dann fallengelassen wird, ist sicher enttäuschend. Putin hat den ja auch bekommen.

DAS wiederum wertet den Orden auf. Und bei der Vergabe sollte kritischer vorgegangen werden.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Tom Bombadil » So 22. Apr 2018, 13:27

"Mussolini, Ceausecu, Franco"

Da passen Putin und Assad bestens rein, Erdogan bekommt den Orden sicher auch noch :-D
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon van Kessel » So 22. Apr 2018, 13:32

die Hamburger / Bremer wissen schon, warum man keine Orden und Ehrenzeichen als Hanseat annimmt. „Es gibt über dir keinen Herren und unter dir keinen Knecht.“
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 22. Apr 2018, 16:01

Ist doch auch bemerkenswert, das Paris die Leistungen solcher Männer ehrte. Deshalb konnte wohl auch der Schah und Saddam die Welt nicht mehr verstehen, als auch die Interessensage mancher Industriestaaten sich änderte. Mal sehen wann die Prinzengarde des Hauses al- Saud der Bannstrahl trifft. Noch bemühen sie sich ja durch grosszügige finanzielle Zuwendungen um Streicheleinheiten. Dann gehen auch Krieg und Menschenrechtsverletztungen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 29. Apr 2018, 20:07

Offenbar führt die irakische Luftwaffe Luftschläge gegen IS-Stellungen in Syrien aus. Abgesprochen mit den USA und Damaskus.

Iraq Coordinated With Syrian Government on Anti-IS Air Strikes - Military Spokesman

https://www.nytimes.com/reuters/2018/04 ... tner=IFTTT


It seems the U.S. led coalition had at least something to do with the strikes, or at least it has tacitly agreed with them

http://www.thedrive.com/the-war-zone/20 ... -syria-too


Dabei setzt der Irak US F-16IQ mit GBU lasergesteuerten Bomben ein.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Alpha Centauri » So 29. Apr 2018, 21:31

Gerade in der Geopolitik stirbt die Wahrheit zuerst, wenn man Interventionen , Kriege und Regierungsstürze blutig beginnt mit der Begründung der Freiheit zu dienen der zur Verteidigung der Menschenrechte meint man damit freilich, Macht, Interessen und das klassisches Denken in Einflussspähren, es geht und dass wusste schon Macchiavelli.immer um Erhaltung von Macht und nicht um Verteidigung moralischer Werte.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 12. Mai 2018, 07:27

Wie wird heute eigentlich militärisch interveniert?

Werden heutzutage politisch korrekt "die Gegner" vor Angriffen immer informiert? Trump informierte die Russen und somit Iraner vor dem Angriff auf einen syrischen Flugplatz. Mit dem zu erwartenden Ergebnis, daß keiner mehr da war. Oder wichtiges Gerät. Jetzt warnten Israelis Moskau vor den jüngsten Angriffen in Syrien. Erwartungsgemäß warnten diese in Teheran davor.

Report: Russia Warned Iran Ahead of Israel's Extensive Strikes in Syria

Russia's deputy foreign minister visited Iran and updated counterpart after Netanyahu met Putin in Moscow, London-based Asharq al-Aswat reports. Israel earlier told Russia in advance of its plans

Russia gave Iran advance warning about this week's Israeli attack in Syria, the Saudi-owned and London-based Asharq al-Awswat newspaper reported Friday. Israel told Russia about the imminent attack as part of the two countries' ongoing security coordination in Syria.

According to the report, Russian Deputy Foreign Minister Sergei Ryabkov visited Tehran a few hours before the Israeli attack. Ryabkov gave his Iranian counterpart, Abbas Araghchi, information that reached Syria during Prime Minister Benjamin Netanyahu's visit to Moscow on Wednesday.

https://www.haaretz.com/israel-news/rus ... -1.6076237


Gleichzeitig ließ Israel verlauten, daß man keine Eskalation wünsche. Der Iran hat auch - soweit bekannt - nicht aufgeregt reagiert. Sind das heutzutage die neuen Umgangsformen?
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 12. Mai 2018, 08:08

Israel muss warnen, damit die Antisemiten dieser Welt, angeführt von der UN, nicht zu laut aufjaulen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Di 29. Mai 2018, 21:02

Israel und Iran reden mal wieder indirekt miteinander. Das wurde mehrmals so praktiziert. Gerne auch mit Mediatoren dazwischen. Auch, wenn man sich nicht einig ist, wie beim Bezahlen von Schulden aus der Schah-Ära. Jetzt aktuell sind es als Vermittler die Jordanier.

REPORT: ISRAEL, IRAN ENGAGE IN INDIRECT NEGOTIATIONS OVER SYRIA FIGHTING

The report said a Jordanian mediator carried messages between the sides.


Elaph reported that the Iranians pledged not to participate in expected battles in southwestern Syria between President Bashar Assad’s forces and rebel groups, and Israel has made it clear that it will not intervene in the battles in the tri-border area, as long as Hezbollah and the Iranian-backed Shi’ite militias are not involved.


The unconfirmed report said the negotiations were conducted last weekend between Iran’s ambassador to Jordan, who was in one hotel room in Amman with Iranian security personnel, while in the next room there were senior Israeli security officials, including the deputy head of the Mossad. The report said a Jordanian mediator carried messages between the sides.

https://www.jpost.com/Arab-Israeli-Conf ... ing-558519


Solche Übereinkünfte zwischen Israel und dem Iran sind nicht so selten. Sie werden allerdings ungern von beiden Seiten thematisiert. Das würde den Iran als rationalen Gesprächspartner darstellen und den Iran ebenso als Doppelgesichtig darstellen. Israel wiederum könnte mit den Vernichtungszenarien schlecht arbeiten, wenn man andersherum mit dem Iran über Sicherheitsprobleme und den Lösungen diskutiert... Indirekt.

Neben Sicherheitsabsprachen geht es auch ums schnöde Geld. Israel ist mehrmals in Verhandlungen und Gerichtsbeschlüssen angewiesen worden dem Iran außenstehende Schulden zu bezahlen. Der Iran nimmt das gerne.

Israel told to pay Iran $1b for oil shipments

http://jewishnews.timesofisrael.com/israel-iran-oil/


Natürlich sieht Israel dieses Urteil anders und bezahlt nicht. Da ist das letzte Wort - auch indirekt - nicht gesprochen. Meist sitzen israelische und iranische Diplomaten, Nachrichtenoffiziere und Militärs praktisch in Zimmern nebeneinander. Europäer oder hier jetzt Jordanier rennen dann hin und her.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 3. Jun 2018, 17:09

Hm, Abrüstung? Die USA wollen einen Stützpunkt an der syrisch-irakischen Grenze aufgeben, wenn der Iran sich im Südwesten Syriens zurückhält.

https://www.haaretz.com/middle-east-new ... -1.6138995

Für beide Seiten hart zu schlucken, aber verlockendes Angebot zugleich.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 3. Jun 2018, 22:32

Da gehen die Meinungen auseinander. Syriens Außenminister stellt klar es gibt keine iranischen Truppen in Syrien. Nur Militärberater. Ein iranischer General stellt derweil klar, daß es keinen wie auch immer gearteten Abzug von was auch immer in Südsyrien geben wird.

Israel Is Lying About Iranian Presence in Syria, Assad's Foreign Minister Says

https://www.haaretz.com/middle-east-new ... -1.6138097


Iranian General Denies Reports of Withdrawal From Southern Syria: 'It's Not Going to Happen'

https://www.haaretz.com/middle-east-new ... -1.6140002


Was dagegen klar ist, 85 000 Iraner werden nach Saudi-Arabien gehen. Das lief vorher nicht mehr so gut.

85.000 Iraner sollen im Juli mit Pilgerreise beginnen

"Wir haben diesbezüglich mit den Saudis gute Verhandlungen geführt und bereits auch Vereinbarungen getroffen", sagte Kulturminister Abbas Salehi der Nachrichtenagentur Tasnim am Sonntag. -

derstandard.at/2000080890471/Saudi-Arabien-gestattet-Iranern-die-Wallfahrt-nach-Mekka
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