Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

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Re: US-Truppen als Puffer zwischen der Türkei und den Kurden?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 1. Mai 2017, 09:52

Audi hat geschrieben:(01 May 2017, 10:03)

Meinst doch nicht wirklich, dass USA türkische Truppen angreifen?


Es reicht ja, wenn die türkischen Streitkräfte die US-Einheiten nicht bombardieren, wenn sie neben den YPG stehen. ;)

Von daher glaube ich schon, daß die Türkei keine US-Truppen angreifen. Um den Satz umzukehren.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Audi » Mo 1. Mai 2017, 10:48

Wir können es nur hoffen. Sonst klatscht es in Ankara
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Rule, Britannia! rule the waves

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 1. Mai 2017, 17:50

So, da die Briten die EU verlassen, müssen sie schauen, wo sie etwas zur Kompensation finden. Nachdem sie die islamische Scharia-Bank in London etablieren, da die anderen Hochfinanzhäuser sich jetzt wohl eher nach Frankfurt oder Paris umschauen, kommen die Petro-Dollar Scheichs vom Persischen Golf in Frage.

Britische Interessen statt langfristige Lösungen im Nahen Osten

Auf der Suche nach Post-Brexit-Handelspartnern ist Großbritannien am Golf fündig geworden Brüssel, Paris, Berlin – in jeder europäischen Hauptstadt dominiert ein Thema: Der Austritt Großbritannien aus der Europäischen Union. Doch auch in Doha, Muskat oder Riad ist der Brexit. Thema. Kaum eine europäische Großmacht hat eine so lange und tiefe Beziehung wie Großbritannien mit dem Nahen Osten – wenn auch nicht immer eine einfache.


Einerseits, so die Expertin im Gespräch mit STANDARD-Redakteurin Gudrun Harrer, werde Großbritannien versuchen seine wirtschaftlichen und politischen Verbindungen vor allem mit den Golfstaaten zu vertiefen. Andererseits werde das britische Engagement in anderen Teilen des Nahen Osten – wie zum Beispiel Tunesien – abnehmen.


Die Golfstaaten riechen natürlich ihre Chance.

Bereits jetzt gehören Investoren aus den oftmals öl- und gasreichen Golfstaaten zu den wichtigsten Investoren in Großbritannien, das soll nach dem Wunsch Großbritanniens noch zunehmen. Das Vereinigte Königreich werde von den Golfstaaten als stabiler und sicherer Hafen für Investitionen angesehen, auch deswegen habe es trotz Brexit eine Zunahme der Investition aus der Region in Großbritannien gegeben.


Die Golfstaaten wüssten allerdings um die Verzweiflung der Briten, neue Handelspartner zu finden und seien dadurch in einer stärkeren Verhandlungsposition.


Waffenexporte

Großbritannien, so Khatib, versuche sich als verlässlicher Partner zu präsentieren – auch im Bereich der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit. Deswegen werde die britische Militärpräsenz im Golf weiter ausgebaut. Mit ein Grund dafür sei, dass das Vereinigte Königreich einer der größten Waffenexporteure der Welt sei und ein Gutteil der Exporte in den Nahen Osten ginge.


Das alles birgt natürlich auch Risiken. Für beide Seiten.

Eine der Konsequenzen die Khalid befürchtet: Ein Comeback der britischen Politik, die repressive Regime in der Region unterstützt um die eigenen wirtschaftlichen Interessen voranzutreiben.

Am Ende des Tages, glaubt Khalid aber, dass sowohl die EU als auch Großbritannien nach dem Brexit den Blick mehr nach innen richten werden. Die Hauptinteressen Großbritanniens in der Region werden sein, die eigenen kurzfristigen ökonomische und sicherheitspolitischen Interessen zu wahren; nicht die langfristige Lösung politischer Konflikte in der Region.

Diese Politik könnte sich aber rächen, glaubt Khatib. Selbst die Großbritannien eng verbundenen Golfstaaten könnten rasch frustiert sein, wenn sie merken, dass die Briten nur die eigenen kurzfristigen Interessen im Kopf haben. Noch größer sei das Risiko, dass Großbritannien durch den Austritt außenpolitisch noch stärker abhängig von der US-Politik werde. Und auch die EU habe viel zu verlieren: wenig Staaten hätten so viel Know-How über den Nahen Osten wie die Briten. Dieses Wissen ist nach dem Brexit außerhalb der EU angesiedelt.

derstandard.at/2000056476548/Brexit-im-Nahen-Osten-Eigeninteressen-stattlangfristige-Loesungen


Seit dem 19. Jahrhundert hat GB die Region maßgeblich mit(verun-)gestaltet. Auch im Rahmen phantasiereicher Staatsgründungen. Im Rahmen der Globalisierung geht das jetzt auch in die andere Richtung. Jeder Kanal der besteht, geschlossen oder geöffnet wird, geht stets in beide Richtungen. Heutzutage. GB versucht sich gegenüber der EU damit zu schützen. Mit Protektionismus. Und öffnet sich paradoxerweise stärker u.a. jetzt in den islamischen Raum. Wie gesagt, wie leben nicht mehr im 19. Jahrhundert. In dem es reichte den Einfluß durch muslimische Galeeren verkörpert zu versenken.
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Russland, Iran und Türkei errichten Deeskalationszonenin Syrien

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 5. Mai 2017, 07:29

Russland, Iran und Türkei einigen sich auf Syrien-Schutzzone

Kein Waffengebrauch

Der russische Plan, der nun auf dem Tisch liegt, sieht vier Deeskalationszonen vor: in Idlib im Nordwesten, nördlich von Homs, die östliche Ghouta bei Damaskus und im Süden an der jordanischen Grenze. In den Zonen würde der Einsatz von Waffen, auch Angriffe aus der Luft, verboten sein. Der Schutz gilt nicht für den "Islamischen Staat" (IS) und die zu Al-Kaida gerechnete Nusra-Front, die unter verschiedenen Namen auftritt. Aber genau an diesem Aus einanderdividieren von "Rebellen" und "Terroristen" scheitern immer wieder Versuche von lokaler Befriedung.


Danaben gabs noch andere Pläne

Zuletzt wurde über US-Pläne spekuliert, im Süden und Osten Gebiete mit jordanischer und anderer arabischer Hilfe abzusichern: zuerst gegen den IS und dann gegen die Verbündeten Assads, den Iran und die libanesische Hisbollah. Jetzt ist die Zone im Süden, wo auch die Briten vermehrte Präsenz zeigen, plötzlich quasi eine russische Idee. Oder man teilt sich die Zonen auf: USA im Süden, Türken im Norden, Russen und Iraner im Zentrum. Darin sehen viele Syrer jedoch den Beginn einer Zerschlagung ihres Staates, ganz gleich, was die externen Akteure jetzt versprechen.

derstandard.at/2000056987442/Russland-Iran-und-Tuerkei-einigen-sich-auf-Sicherheitszonen-in-Syrien


Die sogenannten Rebellen haben sich aus den Gesprächen zurückgezogen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Kardux » Fr 5. Mai 2017, 11:55

King Kong 2006 hat geschrieben:Die sogenannten Rebellen haben sich aus den Gesprächen zurückgezogen.


Weil es keine Rebellen, sondern schlichtweg Söldner sind.
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Saudi-Arabien & Iran liefern sich Wortgefechte

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 8. Mai 2017, 16:45

Prinz Salman von Saudi-Arabien überlegt, ob es strategisch klüger wäre den Krieg in den Iran zu bringen, bevor der Krieg nach Saudi-Arabien kommt. In Teheran ist man über dieses Denkspiel nicht angetan. Falls diese Option umgesetzt werden würde, würde man - wohl aus Gründen der religiösen Pietät - nur noch Medina (Begräbnisort von Mohammed) und Mekka stehen lassen.

Saudi Arabia will be razed except for Mecca & Medina if it attacks Iran – defense minister

https://www.rt.com/news/387557-iran-sau ... ck-threat/


Iran warns Saudi prince for bringing 'battle' to Iran remark

http://abcnews.go.com/International/wir ... k-47268472


Die Nerven liegen in der Region etwas blank. Die USA ziehen sich zurück und werden auch unter Trump nicht mehr in der Form wiederkommen, wie unter den Bushs, Reagan, Carter usw. Also, mit hundertausenden Soldaten. Saudi-Arabien fand das schon unter Obama sehr dramatisch. Dazu die Aufhebung eines Teils der Sanktionen gegenüber den Iran. Ohne die USA, bzw. deren Willen dort full scale wars zu führen wird man in Saudi-Arabien nervös. Dazu wird es in Saudi-Arabien immer mehr Thema, das man diese Art Wohlfahrtsstaat nicht mehr durchhalten kann. Die Leute wollen auch mehr Offenheit und Freiheit. Das birgt Potential an Unruhe gegen das Königshaus und deren wahabitischer Auslegung des Islams. Dazu läuft es im Sykes-Picot Raum nicht gut für Saudi-Arabien. In Syrien und Irak. Dazu noch der Jemen direkt an der Grenze zu Saudi-Arabien. Die Saudis werden mit den schiitischen Houthi-Rebellen nicht fertig. Saudische Leopardpanzer werden von diesen zerstört. Saudische Kriegsschiffe beschossen oder auch mal ein Raketenbeschuß auf eine saudische Basis in Saudi-Arabien. Auch die schiitische Minderheit, die ausgerechnet in den saudischen Erdölgebieten wohnt, wird mit Mißtrauen beäugt. Andersherum beschwert sich der Iran über saudische Einmischung in Sistan-Belustschistan durch Saudi-Arabien. Dort herrscht der Drogenkampf und sunnitischer Extremismus. Gefechte sind an der Tagesordnung, siehe Jundullah. Auch wurden Vorwürfe laut, daß Riad Kontakte und Stimmung in den kurdischen Gebieten Irans macht. Kurzum, auch in den betreffenden Staaten Saudi-Arabien und Iran - so die Vorwürfe - wildern diese gegenseitig.

Nun hat der potentielle saudische shooting Star Prinz Salman in einem Interview gesagt, daß er sich keine verständigenden Gespräche mit dem Iran vorstellen kann und den Krieg besser direkt in den Iran bringen würde. Eine interessante Frage wäre, was das iranische Verteidigungsministerium machen würde, wenn Prinz Salman sich in die Kaaba stellen würde. Theoretisch wäre er sicher. Und eines ist sicher. Gewaltige Rüstungskäufe. Saudi-Arabien ist Großkunde. Und die Symbiose zwischen Kuh und demjenigen, der melkt ist wichtig. Riad kauft in erster Linie damit Schutz. Was ein Land wie Saudi-Arabien mit diesen exorbitanten Rüstungskäufen sonst anfangen soll ist völlig unklar.
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Re: Saudi-Arabien & Iran liefern sich Wortgefechte

Beitragvon Audi » Di 9. Mai 2017, 09:47

King Kong 2006 hat geschrieben:(08 May 2017, 17:45)

Prinz Salman von Saudi-Arabien überlegt, ob es strategisch klüger wäre den Krieg in den Iran zu bringen, bevor der Krieg nach Saudi-Arabien kommt. In Teheran ist man über dieses Denkspiel nicht angetan. Falls diese Option umgesetzt werden würde, würde man - wohl aus Gründen der religiösen Pietät - nur noch Medina (Begräbnisort von Mohammed) und Mekka stehen lassen.





Die Nerven liegen in der Region etwas blank. Die USA ziehen sich zurück und werden auch unter Trump nicht mehr in der Form wiederkommen, wie unter den Bushs, Reagan, Carter usw. Also, mit hundertausenden Soldaten. Saudi-Arabien fand das schon unter Obama sehr dramatisch. Dazu die Aufhebung eines Teils der Sanktionen gegenüber den Iran. Ohne die USA, bzw. deren Willen dort full scale wars zu führen wird man in Saudi-Arabien nervös. Dazu wird es in Saudi-Arabien immer mehr Thema, das man diese Art Wohlfahrtsstaat nicht mehr durchhalten kann. Die Leute wollen auch mehr Offenheit und Freiheit. Das birgt Potential an Unruhe gegen das Königshaus und deren wahabitischer Auslegung des Islams. Dazu läuft es im Sykes-Picot Raum nicht gut für Saudi-Arabien. In Syrien und Irak. Dazu noch der Jemen direkt an der Grenze zu Saudi-Arabien. Die Saudis werden mit den schiitischen Houthi-Rebellen nicht fertig. Saudische Leopardpanzer werden von diesen zerstört. Saudische Kriegsschiffe beschossen oder auch mal ein Raketenbeschuß auf eine saudische Basis in Saudi-Arabien. Auch die schiitische Minderheit, die ausgerechnet in den saudischen Erdölgebieten wohnt, wird mit Mißtrauen beäugt. Andersherum beschwert sich der Iran über saudische Einmischung in Sistan-Belustschistan durch Saudi-Arabien. Dort herrscht der Drogenkampf und sunnitischer Extremismus. Gefechte sind an der Tagesordnung, siehe Jundullah. Auch wurden Vorwürfe laut, daß Riad Kontakte und Stimmung in den kurdischen Gebieten Irans macht. Kurzum, auch in den betreffenden Staaten Saudi-Arabien und Iran - so die Vorwürfe - wildern diese gegenseitig.

Nun hat der potentielle saudische shooting Star Prinz Salman in einem Interview gesagt, daß er sich keine verständigenden Gespräche mit dem Iran vorstellen kann und den Krieg besser direkt in den Iran bringen würde. Eine interessante Frage wäre, was das iranische Verteidigungsministerium machen würde, wenn Prinz Salman sich in die Kaaba stellen würde. Theoretisch wäre er sicher. Und eines ist sicher. Gewaltige Rüstungskäufe. Saudi-Arabien ist Großkunde. Und die Symbiose zwischen Kuh und demjenigen, der melkt ist wichtig. Riad kauft in erster Linie damit Schutz. Was ein Land wie Saudi-Arabien mit diesen exorbitanten Rüstungskäufen sonst anfangen soll ist völlig unklar.

Der Iran hätte mächtige feinde. Saudi+Israel, vielleicht auch noch Erdogan. Iran sollte jetzt lieber mal seine Luftwaffe aufrüsten um Israel auf Distanz zu halten. Die Saudis alleine könnten eigentlich nichts ausrichten, wobei die Wortwahl vom Prinzen schon eine Hausnummer ist :?
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Re: Saudi-Arabien & Iran liefern sich Wortgefechte

Beitragvon King Kong 2006 » Di 9. Mai 2017, 11:13

Audi hat geschrieben:(09 May 2017, 10:47)

Der Iran hätte mächtige feinde. Saudi+Israel, vielleicht auch noch Erdogan. Iran sollte jetzt lieber mal seine Luftwaffe aufrüsten um Israel auf Distanz zu halten. Die Saudis alleine könnten eigentlich nichts ausrichten, wobei die Wortwahl vom Prinzen schon eine Hausnummer ist :?


Der Iran hatte immer mächtige Gegner. ;)
Auch in der Neuzeit. Vor 1979 die Atommacht Sowjetunion. In der Gegenwart die Atommaechte USA und Israel. Aktuell die Kombi Atommaechte Saudi-Arabien/Pakistan. Experten meinen in dem Zusammenhang, das es Unklug wäre nicht auch atomar gleichzuziehen (z.B. der israelische Militaerhistoriker van Crefeld oder ein gewisses Verständnis von Michael Wolfsohn). Andere meinen, das wäre völlig unnötig und warnen, das die zahlreichen Atommaechte in der Region dann auch Atomwaffen entwickeln würden. Auch , wenn es paradox klingt....

Wie dem auch sei. Die Region ist im Wandel. Ich denke, das Saudi-Arabien und Iran ein wirkliches Potential für Ärger miteinander haben. An einem Kriegsausbruch hat global jedoch keiner ein Interesse. Denn dann wackelt es dort richtig. Und das hat weltwirtschaftlich Auswirkungen, von Fluechtlingsmassen zu schweigen.
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Re: Saudi-Arabien & Iran liefern sich Wortgefechte

Beitragvon Adam Smith » Di 9. Mai 2017, 11:41

King Kong 2006 hat geschrieben:(09 May 2017, 12:13)

Der Iran hatte immer mächtige Gegner. ;)
Auch in der Neuzeit. Vor 1979 die Atommacht Sowjetunion. In der Gegenwart die Atommaechte USA und Israel. Aktuell die Kombi Atommaechte Saudi-Arabien/Pakistan. Experten meinen in dem Zusammenhang, das es Unklug wäre nicht auch atomar gleichzuziehen (z.B. der israelische Militaerhistoriker van Crefeld oder ein gewisses Verständnis von Michael Wolfsohn). Andere meinen, das wäre völlig unnötig und warnen, das die zahlreichen Atommaechte in der Region dann auch Atomwaffen entwickeln würden. Auch , wenn es paradox klingt....

Wie dem auch sei. Die Region ist im Wandel. Ich denke, das Saudi-Arabien und Iran ein wirkliches Potential für Ärger miteinander haben. An einem Kriegsausbruch hat global jedoch keiner ein Interesse. Denn dann wackelt es dort richtig. Und das hat weltwirtschaftlich Auswirkungen, von Fluechtlingsmassen zu schweigen.

Saudi-Arabien dürfte keine Chance haben den Iran zu erobern. Erstens gibt es als Puffer den Irak und zweitens hat der Iran höchstwahrscheinlich aus dem Angriff des Irak gelernt und seine Verteidigung danach ausgerichtet.
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Re: Saudi-Arabien & Iran liefern sich Wortgefechte

Beitragvon Kardux » Di 9. Mai 2017, 14:52

Adam Smith hat geschrieben:(09 May 2017, 12:41)

Saudi-Arabien dürfte keine Chance haben den Iran zu erobern. Erstens gibt es als Puffer den Irak und zweitens hat der Iran höchstwahrscheinlich aus dem Angriff des Irak gelernt und seine Verteidigung danach ausgerichtet.


Ja, aber Saudi Arabien würde eine Kettenreaktion auslösen. Wenn es wirklich eskalieren sollte, würde Saudi Arabien breite Massen der Sunniten mobilisieren - das würde zu einem "Islamischen Weltkrieg" führen, den der Iran niemals gewinnen würde - dazu fehlt es ihnen an der nötigen Masse und den Einflusssphären. Das Ausweiten des schiitischen Halbmonds und die gleichzeitige Vertreibung und Dezimierung von Sunniten in den jetzigen Konfliktregionen sind sozusagen eine Vorbereitung oder nennen wir es Präventionsmassnahmen für bzw. gegen solch ein Szenario.

Ganz allgemein behaupte ich, dass sowohl der Iran als auch Saudi Arabien zu viel wollen. Beide Staaten werden in Zukunft noch gewaltig auf die Schnauze fallen, darauf lege ich mich fest.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Audi » Di 9. Mai 2017, 15:39

Wie wird USA reagieren, falls es dort zum Krieg kommt? Wie reagiert Erdogan?`Für mich die wichtigste Frage
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Saddam-Irak Puffer für Riad & Republik Irak Zugang für Iran?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 9. Mai 2017, 19:04

Adam Smith hat geschrieben:(09 May 2017, 12:41)

Saudi-Arabien dürfte keine Chance haben den Iran zu erobern. Erstens gibt es als Puffer den Irak und zweitens hat der Iran höchstwahrscheinlich aus dem Angriff des Irak gelernt und seine Verteidigung danach ausgerichtet.


Vorweg, eine direkte Konfrontation zwischen diesen beiden Staaten ist wohl eher gering.

Seit der Revolution im Iran verstehen sich diese beiden Staaten besonders schlecht. Vorher waren die USA auf Seiten Irans. Immerhin liegen dort einige der größten Öl- und Gasfelder der Welt. Nach ihrem Rauswurf aus dem Iran wechselten sie nach Saudi-Arabien. Es war sehr wichtig diesen Staat weltwirtschaftlich zu halten. Das zog automatisch den Zorn des Irans auf sich. Zudem aus religiöser Sicht die beiden denkbar schlecht nach 1979 zusammenpassten.

Du sprichst den Irak als Puffer an. Genaugenommen ist genau das das Problem für Saudi-Arabien und vor 2003 für den Iran. Das, was das Königtum Al-Saud schützt ist der Persische Golf. Der Iran ist nicht in der Lage diesen zu überqueren. Dort ist die US-Navy u.a. mit ihrem Stützpunkt in Bahrain. Mehrheitlich schiitisch. Sunnitisch beherrscht. Der Iran braucht eine Landverbindung. Saudi-Arabien hat Unsummen, wie auch Kuwait usw. an Saddam gezahlt, damit der als Prellbock den Iran absorbiert. Mit diesen Geldern hat Saddam u.a. seine Rüstungskäufe bezahlt und ABC-Waffenprogramm und Einsätze gegen die eigene Bevölkerung und dem Iran finanziert. Das tat Riad nur aus einem Grund, den Zusammenbruch Iraks zu verhindern. Den Durchschmarsch Irans, auch Richtung Saudi-Arabien aufzuhalten. Der Iran steht heute trotzdem am Mittelmeer und im Südirak. Dank einem der besten US-Präsidenten aller Zeiten, G.W.Bush.

Sein Vater kam bei zwei Staaten mit der Idee mit Saddam zu brechen nicht gut an. Der Türkei und Saudi-Arabien. Der Iran war hingegen wohl begeistert. Wenn auch nicht offiziell. Ankara befürchtet zu recht, daß eine Schwächung bzw. Entmachtung Saddams zu einem Zerbrechen des Staates Irak führen könnte. Stichwort Kurden. Riad war nicht begeistert, weil ein Zerbrechen die Mehrheit Iraks an die Macht bringen würde, die Schiiten. Und das ist für Riad gleichbedeutend mit dem Iran. Also, eine Landverbindung Irans zu Saudi-Arabien. Sie könnten um den Persischen Golf, in dem die US-Navy dominant ist wie beim Schlieffen-Plan um Kuwait herumschwenken. Über Land. Zu Hundertausenden oder Millionen. Der Iran hat mehr Einwohner als alle arabischen Staaten in der Region zusammengenommen. So die Befürchtung. D.h. nicht, daß das realistisch ist. Was realistisch ist, ist, daß jetzt iranischen Militärs nicht nur am Mittelmeer stehen, sondern auch direkt an der saudischen Grenze. Und dort sind die saudischen Erölgebiete, ausgerechnet schiitisch bewohnt. Riad wurde, als offenbar wurde, daß die Entmachtung Saddams nicht zu verhindern war nervös. Jetzt, wo die USA auch nicht mehr so recht können oder wollen, wie bisher wurde Riad hysterisch. Das war in der Presse zu lesen. Obama und die Prinzen verstanden sich überhaupt nicht mehr. Den Saudis würden sicherlich viele islamische Kämpfer zu Hilfe kommen. Die würden dann den feinen Wohlfahrtsstaat mit den Prinzen dann aber auch in ein Tollhaus verwandeln, der sich nicht von Syrien oder Afghanistan unterscheiden würde. Riad wird einen Shaitan tun da irgendjemand von der Art ins Land zu bitten. Die fragen die USA. Auch das ist ein Problem. Die USA erkannten Ende der Achtziger, wie empfindlich Saudi-Arabien ist. Osama bin Laden und Co. operierten schon seit Jahren in Afghanistan und kamen "begeistert" wieder nach Saudi-Arabien zurück. Die USA mußten raus aus dem Land. Ein Versuch war der Irak. Das hat auch nicht geklappt. Militärisch würden die USA dennoch wie seinerzeit bei Saddam Unterstützung leisten.

Saudi-Arabien hat zwei Garanten für seine Sicherheit. Die USA/US-Navy, solange sie interessant mit ihrem Erdöl sind. Und Pakistan, solange sie zahlen können. Sprich nuklearer Teilhabe. Diese beiden Faktoren schützen Riad, nach Saddams Irak vor dem Iran. Wovor sie (oder andere Staaten) nicht Schutz bekommen ist das, was die Sowjetunion, zerbrochenen Staaten des Ostblocks, Südafrika oder in der Levante passiert ist. Davor schützen keine Atomwaffen oder konventionelle Rüstung oder Geld auf die lange Sicht. Es ist weder im Interesse Irans, noch Saudi-Arabiens, der USA noch der Weltwirtschaft oder der Region, die Kriegszonen zu erweitern, deshalb gehe ich davon aus, daß es nicht zu einem heißen Krieg kommt. Das sie sich asymmetrisch bekämpfen, könnte sich aber intensivieren.

Interventionen sind in diesem Thread Hauptschwerpunkt, die Interventionen für und gegen Saddam sind in Punkto Saudi-Arabien/Iran entscheidend für die Entwicklung. Der Puffer Irak wurde zerstört. Aber andersherum, als von dir angesprochen. ;)
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USA liefern der kurdischen YPG Waffen

Beitragvon King Kong 2006 » Di 9. Mai 2017, 22:02

USA rüsten kurdische Miliz mit Waffen aus

Im Kampf gegen den "Islamischen Staat" setzen die Amerikaner auf die syrische Kurdenmiliz YPG. Nun wollen sie den Rebellen schwere Waffen liefern - auch wenn das zu Spannungen mit dem Nato-Partner Türkei führen dürfte.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/k ... 46909.html


Das dürfte zu Spannungen mit der Türkei führen. Offenbar setzen die USA primär auf kurdische Kräfte in Syrien. Die YPG gilt als Ableger der als Terrorgruppe definierten PKK. Gleichzeitig nehmen sie damit aber auch Moskau die Initiative aus der Hand. Diese hatten mit den Kurden kokettiert, gerade als es zwischen der Türkei und Russland Spannungen gab. Warum sollte es in der Region unkomplizierter und übersichtiger werden?
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Re: USA liefern der kurdischen YPG Waffen

Beitragvon Audi » Mi 10. Mai 2017, 15:09

King Kong 2006 hat geschrieben:(09 May 2017, 23:02)

Das dürfte zu Spannungen mit der Türkei führen. Offenbar setzen die USA primär auf kurdische Kräfte in Syrien. Die YPG gilt als Ableger der als Terrorgruppe definierten PKK. Gleichzeitig nehmen sie damit aber auch Moskau die Initiative aus der Hand. Diese hatten mit den Kurden kokettiert, gerade als es zwischen der Türkei und Russland Spannungen gab. Warum sollte es in der Region unkomplizierter und übersichtiger werden?

Auf wen sollen die denn sonst setzen? Entweder auf Assad oder YPG sonst gibt es ja niemanden
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Re: USA liefern der kurdischen YPG Waffen

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 10. Mai 2017, 15:33

Audi hat geschrieben:(10 May 2017, 16:09)

Auf wen sollen die denn sonst setzen? Entweder auf Assad oder YPG sonst gibt es ja niemanden


Naja, da gäbe es noch die sogenannten Rebellen. Die Opposition, wie FSA u.a. Oder wäre zumindest optional die Türkei möglich. Sie sind ja bereits auf einen kleinen Puffer in Syrien vorgedrungen. Die FSA stellte sich aber aus vielen Perspektiven gesehen als untauglich heraus. Die Türkei wird wohl nicht signifikanter vor Ort agieren können. Gerade auf Rakka zu. TSK und YPG Seite an Seite kämpfend geht einfach nicht. Auch der Iran und Russland wären wohl für ein größeres Engagement der Türkei auf dem Boden nicht zu gewinnen. Und Ankara selbst wird es sich wohl auch genau überlegen sich in einen umfassenderen asymmetrischen Kampf einzulassen. Gerade im Kontext der eigenen Kämpfen im Land in den kurdischen Gebieten.

Aber im Grunde genommen müssten die USA, die sich ja stets als Kämpfer für das Gute darstellen wollen sich an die üblichen Verdächtigen halten. Der demokratischen Opposition in Syrien, also FSA und vielleicht noch an NATO-Partner, Garanten für Rechtsstaatlichkeit, wie der Türkei. Nicht an Ableger von Terrororganisationen wie der YPG/PKK/PJAK. ;)
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Landkorridor Iran-Irak-Syrien-Libanon-Mittelmeer

Beitragvon King Kong 2006 » Di 16. Mai 2017, 21:50

Der Korridor vom Iran zum Mittelmeer verschiebt sich aufgrund der von der YPG kontrollierten Gebiete im Norden Syriens und der dortigen US-Präsenz. Er verläuft nun nordlich von Bagdad über Tel Afar ins syrische Mayadin und Deir ez-Zor, Damaskus und dann Latakia.

Iran changes course of road to Mediterranean coast to avoid US forces

The new corridor has been moved 140 miles south to avoid a buildup of US forces that has been assembled to fight Islamic State (Isis). It will now use the Isis-occupied town of Mayadin as a hub in eastern Syria, avoiding the Kurdish north-east, which had earlier been mooted by Iranian leaders as a crucial access route.

The changes have been ordered by Maj Gen Qassem Suleimani, commander of the Quds force, and Haidar al-Ameri, the leader of the Popular Mobilisation Front in Iraq, whose Shia-dominated forces have edged closer to the Iraqi town of Ba’aj, a key link in the planned route and where the Isis leader, Abu Bakr al-Baghdadi, is known to have been based for much of the past three years.

https://www.theguardian.com/world/2017/ ... -us-forces


Auch die Kurden haben Interesse am Mittelmeer.

Kurds rush to the Mediterranean sea

The shore

“To reach the Mediterranean sea — that is our right, it is part of our project for Northern Syria,” said Yousef. On the path of the Kurds to the Mediterranean sea are the areas controlled by the armed groups of the so-called moderate opposition in the provinces of Aleppo and Idlib and the province of Latakia directly on the coast — a stronghold of the regime of Bashar al-Assad.

http://micetimes.asia/kurds-rush-to-the ... anean-sea/


Trump ist wiedermal Gesprächsbereit. Erneute scharfe Wendung von Donald. Die nächste Kurve in die entgegengesetzte Richtung ist sicher schon in Sichtweite.

The Trump administration is open to working with Iran to end the Syria conflict.

Read more: http://forward.com/fast-forward/372050/ ... syria-war/
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Bewaffnung der YPG - Türkei und USA uneins

Beitragvon King Kong 2006 » Do 18. Mai 2017, 12:19

Ankara protestiert scharf gegen eine Kollaboration der USA mit der YPG.

Turkish Leader Warns U.S. On Arming Kurdish Militia

But Erdogan said that Turkey will never accept U.S. collaboration with the People's Protection Units (YPG), a Syrian Kurdish militia battling Islamic State (IS) militants that the White House plans to arm.

https://www.rferl.org/a/turkish-preside ... 90437.html
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Das Rennen Phase II

Beitragvon King Kong 2006 » Do 18. Mai 2017, 17:22

Mit dem Iran, dann Russland, den USA, der Türkei, diversen Koalitionen haben in der Region die Spieler bereits Ansprüche durch Interventionen geltend gemacht. Jetzt geht es weiter.

Mosul steht wohl vor dem Fall. Derweil sind von der irakischen Armee gefangene Yesiden aus IS-Gefangenschaft befreit worden.

Dozens of Yazidi 'slaves' rescued by Iraqi troops

The group of 36 Yazidi survivors was saved by Iraqi forces fighting to retake Mosul from ISIL.

"What these women and girls have endured is unimaginable," Grande said in a statement.

ISIL systematically killed, captured, and enslaved thousands of Yazidis in the summer of 2014 as they overran the Sinjar area, where many of the minority group lived. UN investigators have said that constitutes genocide.

http://www.aljazeera.com/news/2017/04/d ... 42389.html


Irakische Militärs sollen in Damaskus eingetroffen sein. Gespräche und Planungen mit der syrischen Armee, Hisbollah und Iranern und Russen sollen stattfinden. Es wird sozusagen schon mal post-IS diskutiert. Hierbei soll vor allen Dingen die Allianz zwischen Iran, Irak, Syrien und Libanon + Russland in Sachen Logistik Hauptthema sein.

Iraqi officers land in Syria, stir Israeli concern

On this very subject, the Iraqi military delegation held separate talks in Damascus with senior officers of the Russian command in Syria and senior Iranian officers posted at Syrian General Staff headquarters. Concurrently, the Russian military command announced that Russia, Iran and Iraq were holding consultations on how to secure the border regions between Syria and Iraq.

Our forces add that the three groups of officers got down to brass talks, in fact, on ways to fit Iraqi army units into the Syrian-Iranian effort for guaranteeing full control by Damascus and Tehran of the sensitive border regions.

http://www.debka.com/article/26058/Iraq ... li-concern


Gleichzeitig sollen die USA, GB, Jordanien und Co. vom Süden her versuchen ihren Teil des Kuchens zu bekommen. Das Problem sehen viele im Moment darin, daß der selbsternannte Anti-Politiker, Establishmentterminator, Erbauer eines eigenen familiären Establishments und TV-Star Donald T. durch seine komplexen Handlungen als Präsident der Kopf für so etwas gerade nicht frei hat. :?:

In dieser Phase geht es nun darum wer wo sein Fähnchen pflanzen kann.

Massive US Troop Movement Reported Along Syria-Jordan Border

A regional news outlet released pictures of dozens of military vehicles believed to be from U.K. and U.S. forces along Jordan's southern border.

https://www.mintpressnews.com/massive-u ... er/227607/
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Audi » Do 18. Mai 2017, 20:09

Us Luftwaffe soll syrische Truppen angegriffen haben die zu nahe an eine "US Basis in syrien" heran gerückt ist
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Der Pate ist gelandet

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 20. Mai 2017, 15:11

Donald T. ist in Riad angekommen. Das Arbeitsverhältnis der USA unter ihm zu Saudi-Arabien wird beibehalten. Die Saudis zahlen und bekommen dafür Schutz. Wie bisher.

Und deshalb bringt er ein gigantisches Rüstungsgeschäft mit: Von 100 Milliarden Dollar ist die Rede, bis zu 350 Milliarden in zehn Jahren. Sie kommen gleichzeitig der saudischen Verteidigung und der US-Wirtschaft zugute: Somit bezahlen die Saudis für ihre Sicherheit, und Trump hält sein "America first" hoch. In Saudi-Arabien wird höchstens hinter vorgehaltener Hand geklagt, dass man das Geld im eigenen Land für zivile Zwecke brauchen könnte. Durch den Krieg im Jemen und den erst langsam anziehenden Ölpreis ist das Königreich knapp bei Kasse.


Die Präsidentendynastie der Bushs und die Königsdynastie der al-Sauds (House of Bush, House of Saud) erfährt auch eine Weiterführung. Jetzt die Dynastie der Trumps.

Das Programm ist das Ergebnis eines wochenlangen Ausverhandelns. Federführend sollen auf US-Seite Trump-Tochter Ivanka und deren Mann Jared Kushner, beide Präsidentenberater, gewesen sein, die beide nach Riad und danach nach Israel und in den Vatikan mitreisen. Damit, dass Politik eine Familienangelegenheit sein soll, hat Saudi-Arabien, das ja nach einer Familie heißt, naturgemäß am allerwenigsten Probleme. Auf saudischer Seite ist der Herr über das Event der Königssohn, Verteidigungsminister und Vizekronprinz – um nur seine wichtigsten Funktionen zu nennen.

http://derstandard.at/2000057984758/Tru ... ffenkammer


Er will ja eine "interessante" Rede halten. Zur Lage der islamischen Welt. Da darf man gespannt sein. :)
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