Ursprung des Islamistischen Terrors?

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Humanist62
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Ursprung des Islamistischen Terrors?

Beitragvon Humanist62 » Fr 4. Dez 2015, 19:27

Hallo,
Leider bin ich kein Experte auf diesem Gebiet, könnte mir aber vorstellen, das die Assassinen die Vorbilder des gegenwärtigen Islamistischen Terrorismus sind.
Zitat "Assassinen ist der europäische Name einer nizaritisch-ismailitischen Bewegung, die zwischen dem Ende des 11. Jahrhunderts und der Mitte des 13. Jahrhunderts in Persien und in Syrien aktiv war und durch ihre Mordattentate auf politische Gegner Angst und Schrecken verbreitete.
aus https://de.wikipedia.org/wiki/Assassinen
Religion ist Opium für die Menschen und kann tödlich enden.

Willi Brandts Worte "Mehr Demokratie wagen" sind bei den jetzigen Deutschen Führungspolitikern Fremdwörter.
Atheist

Re: Ursprung des Islamistischen Terrors?

Beitragvon Atheist » Fr 4. Dez 2015, 20:39

Humanist62 » Fr 4. Dez 2015, 20:27 hat geschrieben:Hallo,
Leider bin ich kein Experte auf diesem Gebiet, könnte mir aber vorstellen, das die Assassinen die Vorbilder des gegenwärtigen Islamistischen Terrorismus sind.
Zitat "Assassinen ist der europäische Name einer nizaritisch-ismailitischen Bewegung, die zwischen dem Ende des 11. Jahrhunderts und der Mitte des 13. Jahrhunderts in Persien und in Syrien aktiv war und durch ihre Mordattentate auf politische Gegner Angst und Schrecken verbreitete.
aus https://de.wikipedia.org/wiki/Assassinen


Die Assasinen waren Mörder, keine Selbstmordattentäter. Am ehesten sind sie mit all den heiligen Orden bzw. den Kreuzzüglern der Christenheit vergleichbar. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang aber eine Gestalt aus dem alten Testament:

Samson, eigentlich Simson oder Schimschon (hebräisch ‏שִׁמְשׁוֹן Šimšon, Šimšôn‎ „von der Sonne“; auch „Diener Gottes“, oder diminutiv „Kleine Sonne“ bzw. „Sönnchen“)[1] ist eine Gestalt aus der Richterzeit des Alten Testaments und Held des israelitischen Stammes Dan, dessen Leben im Buch der Richter in den Kapiteln 13–16 als drittletzter Richter des Alten Israel vor der Königszeit geschildert wird. Als ein Auserwählter Gottes (Nasiräer) blieb er durch seine unbezwingbare Stärke für die Philister unbesiegbar, solange er sein Haupthaar ungeschoren ließ, wodurch er die Unterdrücker Israels oftmals besiegte. Erst als er dieses Geheimnis seiner philistinischen Frau Delila (Dalila) verriet, die es an ihre Landsleute weitergab, wurde er gefangen genommen, geblendet und geschoren. Als sein Haar wieder wuchs, erlangte er noch einmal seine Kraft und brachte einen Philistertempel zum Einsturz, wodurch er 3000 Philister mit sich in den Tod riss. (Ri 13,1-16,31 EU)


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Samson

Dazu noch eine Buchempfehlung: http://buecher.hagalil.com/2010/06/grossman/
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Platon
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Re: Ursprung des Islamistischen Terrors?

Beitragvon Platon » Fr 4. Dez 2015, 21:00

Humanist62 » Fr 4. Dez 2015, 19:27 hat geschrieben:Hallo,
Leider bin ich kein Experte auf diesem Gebiet, könnte mir aber vorstellen, das die Assassinen die Vorbilder des gegenwärtigen Islamistischen Terrorismus sind.
Zitat "Assassinen ist der europäische Name einer nizaritisch-ismailitischen Bewegung, die zwischen dem Ende des 11. Jahrhunderts und der Mitte des 13. Jahrhunderts in Persien und in Syrien aktiv war und durch ihre Mordattentate auf politische Gegner Angst und Schrecken verbreitete.
aus https://de.wikipedia.org/wiki/Assassinen

Nein.

Von der Religions-, politischen und Ideengeschichte her gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen den "Assasinen" und der heutigen Al Qaida. Das eine ist eine schiitische Sekte des Mittelalters, welche sich bald nach Indien verabschiedete, das andere ist eine Splittergruppe moderner militant-revolutionärer sunnitischer Bewegungen.

Die These welche beide Gruppen miteinander verbindet wurde übrigens von Bernard Lewis in die Welt gesetzt in seinem Buch The Assassins: A Radical Sect in Islam (dt. Die Assassinen).

Laut einer Rezension geht es dabei vor allem um Ähnlichkeiten im Vorgehen.
[...]There are some similarities between the Assassins' modus operandi and that of today's Al-Qaeda terrorists. In each case, terrorists assigned to carry out missions for the group did not concern themselves with escape and expected to die whether their mission succeeded or not - a fact that added greatly to the apprehension of their enemies and their own mystique. Each group treated acts of terrorist violence as having a sacramental component - the Assassins always killed their victims up close and personal, choosing to use knives rather than poison or arrows, much as Mohammed Atta and his confederates observed certain rituals of personal hygiene and dress before carrying out their terrorist acts. The young men selected to carry out the actual terrorist operations in each case believed that their sacrifice for the sake of the cause would open the gates of paradise. And each group answered to the commands of s single leader, who styled himself as both a religious teacher and a political and military strategist.

But there the similarities end.[...]

http://www.amazon.com/gp/customer-revie ... GK0I0DO6RP

Einen direkten Zusammenhang wird man nur mit viel Fantasie und Halbwissen herstellen können, ich würde nach Vorbildern eher in modernen Militanten Bewegungen suchen. Ich würde vermuten, dass den meisten Jihadisten ein Che Guevara deutlich näher wäre, als ein "Häretiker" wie Hassan-i Sabbah.


Mehr zum Ismailitischen Islam übrigens hier:
viewtopic.php?f=21&t=58272
Zuletzt geändert von Platon am Fr 4. Dez 2015, 21:08, insgesamt 2-mal geändert.

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