Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

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schokoschendrezki
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon schokoschendrezki » Do 15. Okt 2015, 14:25

Kardux » Do 15. Okt 2015, 14:52 hat geschrieben:Aber der IS und sein Terrorstaat haben keinen Platz in so einer Neuordnung und das weiß auch jeder. Und das ist der Grund weshalb ich diesen AI- Bericht so kritisiere. Der IS ist als eine isolierte und gesonderte Terrorgruppe zu betrachten, zumindest haben sie sich als solche herauskristallisiert. Man kann den IS weder mit anderen extremistischen Salafistengruppen (Ahrar al Sham, Nusra- Front) in einen Topf schmeißen, geschweigedenn mit Volksvertretern wie dem Assad- Regime, der FSA, und der YPG.

Nein, kann man nicht. Ich will mich gar nicht weiter an Spekulationen über tendenziöse Ungleichgewichte bei AI beteiligen. Ich stelle mir nur die Frage, was eine striktere Verurteilung des IS durch AI denn bewirken würde. Sowohl IS als auch al Nusra stellen sich selbst und absichtlich außerhalb irgendwelcher politischer Beziehungen und geben vor quasi nur vor Allah Rechenschaft abgeben zu müssen. Die Regierung Assad nimmt dagegen in Anspruch, auch von der Staatengemeinschaft anerkannte Regierung zu sein. Auch wenn ich nicht glaube, dass sie nun ausgerechnet AI besonders Ernst nimmt.

Viel wichtiger wäre es, die Rolle der Türkei, der arabischen Staaten und evtl. ja sogar der US-Geheimdienste beim Aufbau und bei der finanziellen Unterstüzung des islamischen Staats zu beleuchten.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Jekyll » Do 15. Okt 2015, 16:52

Kardux » Do 15. Okt 2015, 08:09 hat geschrieben:Die Intention des werten "Threaderstellers" war es doch ein Bild zu zeichnen, das die kurdischen YPG- Einheiten mit dem IS gleichsetzt. Darüberhinaus, unterstelle ich ich das auch nicht, der Threadersteller selbst behauptet pausenlos in diesem Forum das es keinen Unterschied zwischen YPG und IS gibt.
Ich soll "pausenlos" behauptet haben, dass es keinen Unterschied zwischen YPG und IS gibt? Glauben Sie im Ernst, solche dummdreisten Lügen kauft Ihnen hier irgendjemand ab? Sind Sie verzweifelt oder ist es einfach nur Ihr Charakter?

Sowohl der Threadersteller als auch der User "palulu" sind nicht imstande eigenständig zu denken, das sind arme Parteisoldaten - Erdogan denkt und spricht für diese Leute. Und Erdogan hat gesagt das es keinen Unterschied zwischen der YPG/PKK und dem IS gibt.
Wenn sowas ausgerechnet aus dem Munde eines bekennenden PKK-Sympathisanten kommt, der nicht müde wird, der türkischen Regierung alles mögliche zu unterstellen (z. B. Terroranschläge selber verübt zu haben) und sie damit in die Nähe von Terroristen rückt ("Terrorpate"), auf der anderen Seite aber eine Organisation wie die PKK beweihräuchert, die von vielen Staaten als kriminell und terroristisch eingestuft wird, zeugt das gelinde gesagt nicht gerade vom hohen Reflexions- und Differenzierungsvermögen.

Was die Sache mit dem Beelzebub angeht: Das ist nur so eine Redensart (a), nach meiner Definition ist Beelzebub als mythologische Figur in der Hierarchie deutlich tiefer als der Teufel (hier mit IS gleichgesetzt) angesiedelt (b), und zu guter Letzt: das ganze war als Frage formuliert und auch als solche gemeint; vielleicht zu provokativ für Sie, aber zwischen einer Frage und einer Feststellung gibt es einen himmelweiten Unterschied (c). Einfach mal die Kriche im Dorf lassen.

Vielleicht reden wir ja aneinander vorbei, aber der IS ist als eine gesonderte und separate Gruppe zu betrachten.
Vor allem reden SIE am Threadthema vorbei; es geht hier nicht darum, die (sicher gegebenen) Unterschiede der einzelnen Gruppierungen auszuloten, die in Nordsyrien gerade ihr Unwesen treiben, sondern es geht um die von kurdischen Milizen begangenen Kriegsverbrechen und die daraus resultierenden möglichen Konsequenzen für deren Unterstützer. Einfach mal beim Thema bleiben.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Jekyll » Do 15. Okt 2015, 17:05

Ultra-tifosi » Do 15. Okt 2015, 09:44 hat geschrieben:wenn du 5 Jahre lang immer von den wenigen, gleichen Dörfern aus angegriffen wirst und du ständig Verluste zu melden hast, ist dein Verständnis irgendwann aufgebraucht.
Die Wahrung von elementaren Menschenrechten ist nicht eine Frage des "Verständnisses", den aufzubringen der Einzelne imstande ist. Diese Grundrechte hängen nicht von Befindlichkeiten, Gelüsten oder irgendwelchen Eventualitäten der jeweiligen Situation ab; sie gelten immer und sind unveräußerlich.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Jekyll » Do 15. Okt 2015, 17:14

palulu » Mi 14. Okt 2015, 19:52 hat geschrieben:Die KurdInnen gehen systematisch vor, im Irak genauso wie in Syrien. Nicht nur IA, sondern auch Human Rights Watch weist auf ethnische Säuberungen durch KurdInnen hin:

Irakisch-Kurdistan: Araber vertrieben, ausgegrenzt und eingesperrt
Massive Einschränkungen im Norden Iraks – diese gelten jedoch nicht für Kurden
(...)
„Arabische Bewohner auszugrenzen und ihnen die Rückkehr in ihre Heimat zu verwehren, das geht weit über eine vernünftige Reaktion auf die Bedrohung durch den IS hinaus”, so Letta Tayler, Expertin für Terrorismus und Terrorbekämpfung von Human Rights Watch.
-> https://www.hrw.org/de/news/2015/02/25/ ... ingesperrt
Und wenn der Westen diese Leute weiterhin bedingungslos mit Waffen und KnowHow unterstützt, macht man sich im Endeffekt auch hier mitschuldig. Kein Wunder, dass solche unbequemen Wahrheiten hierzulande auf taube Ohren stoßen.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Kardux » Do 15. Okt 2015, 20:53

Jekyll hat geschrieben:Ich soll "pausenlos" behauptet haben, dass es keinen Unterschied zwischen YPG und IS gibt? Glauben Sie im Ernst, solche dummdreisten Lügen kauft Ihnen hier irgendjemand ab? Sind Sie verzweifelt oder ist es einfach nur Ihr Charakter?


Ich zitiere Sie einmal aus anderen Strängen:

Das ist nunmal das Problem mit den Extremisten und deren Sympathisanten; jede Seite glaubt, für eine "gerechte" Sache zu kämpfen, aber objektiv und nüchtern betrachtet sind sie alle Terroristen, die nur Tod und Verderben bringen. Selbst die "nächst - und feindliebenden" Christen haben diese Erfahrung schon machen müssen. Böse sind immer nur die anderen.


Weil die PKK - im Gegensatz zu IS - nur lokal agiert bzw. lokale Ambitionen hat (IS will expandieren). Außerdem hat die PKK viele Gegner, wenn man den nicht ganz unwesentlichen Umstand, in vielen Ländern als kriminelle, terroristische Organisation verboten worden zu sein, als ein Ausdruck von "Gegnerschaft" interpretiert.


http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=40&t=56371&start=20

In Kontrast zu den IS-Barbaren erscheint mittlerweile wohl jede "gewöhnliche" Verbrecherorganisation als akzeptabel. Selbst Assad wird für den Westen immer salonfähiger. Da denkt man aus Bequemlichkeit einfach viel zu kurzsichtig, die langfristigen Folgen werden wohl die Menschen in der Region tragen müssen.

Die PYD in Syrien, die Peschmerga in Nordirak (das sind die, die de facto ethnische Säuberungen gegen Araber betreiben)...es wird immer offenkundiger, dass die Kurden nicht gerade zur zivilisatorischen Fortschritt in der Region beitragen (werden).


http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=40&t=57163&start=20

IS oder die PKK-Separatisten...für die Türkei bedeutet das im Endeffekt nur die Wahl zwischen zwei Übeln.

http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=40&t=46513&start=60

Die Agumentation mit dem "geringeren Übel" greift nur da, wo es keine weiteren Optionen mehr möglich sind. Im Gegensatz zum Geiseln nehmenden Terroristen hätten wir hier noch andere Möglichkeiten gehabt, das Problem handzuhaben. Etwa selber in den Krieg zu ziehen, anstatt den bequemeren Weg zu gehen, uns mit einem IS-Light abzugeben.
Das macht uns auch zum...geringeren Übel?


Anders als IS werden die Peschmerga von Deutschland und anderen westlichen Staaten tatkräftig unterstützt.

http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=40&t=55592&start=60

Was ich so amüsant finde ist, das Sie sogar die kurdischen Peshmerga im Nordirak mit dem IS gleichsetzen bzw. diese als ein "kleineres Übel" klassifizieren. Das sind alles Ihre Beiträge. Sie bringen die Kurden (sowohl die Kurden in Syrien als auch im Irak) in die Nähe des IS, also sollten Sie schon zweimal nachdenken bevor Sie das mir das nächste mal unterstellen das ich Lügen verbreite und über meinen Charakter brauchen Sie sich schon gar nicht den Kopf zerbrechen. Was Sie geschrieben haben ist nachzulesen. Punkt.

Jekyll hat geschrieben:Wenn sowas ausgerechnet aus dem Munde eines bekennenden PKK-Sympathisanten kommt, der nicht müde wird, der türkischen Regierung alles mögliche zu unterstellen (z. B. Terroranschläge selber verübt zu haben) und sie damit in die Nähe von Terroristen rückt ("Terrorpate"), auf der anderen Seite aber eine Organisation wie die PKK beweihräuchert, die von vielen Staaten als kriminell und terroristisch eingestuft wird, zeugt das gelinde gesagt nicht gerade vom hohen Reflexions- und Differenzierungsvermögen.


Wo und wann haben Sie die AKP- Regierung denn jemals kritisiert ? Ich hingegen habe absolut keine Probleme damit die PKK kritisch zu begutachten. Das kann man alles nachlesen...

Ja, die PKK wird aufgrund seiner Taten in der Vergangenheit von vielen Staaten als Terrororganisation eingestuft und hat sich dieses Image selber zuzuschreiben. Die PKK aber konsequent abzuschreiben ist eine andere Geschichte. Die PKK hat sich im Laufe der Zeit verändert auch wenn es heute noch innerhalb der Partei böse Geister gibt, ich persönlich hasse den Führerkult.

Das die Türkei ein Terrorpate ist und die Jihadisten unterstützt ist aber auch eine Tatsache. Tut mir leid, das Sie damit nicht leben können. Ich würde mich an Ihrer Stelle auch schämen, aber es leugnen und verdrängen würde ich nicht. Das ist eben der Unterschied zwischen meinem Charakter und Ihrem.

Jekyll hat geschrieben:Was die Sache mit dem Beelzebub angeht: Das ist nur so eine Redensart (a), nach meiner Definition ist Beelzebub als mythologische Figur in der Hierarchie deutlich tiefer als der Teufel (hier mit IS gleichgesetzt) angesiedelt (b), und zu guter Letzt: das ganze war als Frage formuliert und auch als solche gemeint; vielleicht zu provokativ für Sie, aber zwischen einer Frage und einer Feststellung gibt es einen himmelweiten Unterschied (c). Einfach mal die Kriche im Dorf lassen.


Ich kenne die Redensart. Indem Sie beide Parteien als böse betrachten ist sehr wohl von einer Gleichsetzung die Rede. Ob der IS nun für Sie als schlimmeres Übel gilt spielt keine Rolle. Weder YPG noch FSA stehen in irgendeinem Verhältnis zum IS. Der IS ist eine Ausnahmeorganisation. Was der IS in den letzten Jahren getan hat erinnert stark an das Mittelalter. Das steht in überhaupt keiner Relation zu den Vergehen oder der Agenda der YPG.

Jekyll hat geschrieben:Vor allem reden SIE am Threadthema vorbei; es geht hier nicht darum, die (sicher gegebenen) Unterschiede der einzelnen Gruppierungen auszuloten, die in Nordsyrien gerade ihr Unwesen treiben, sondern es geht um die von kurdischen Milizen begangenen Kriegsverbrechen und die daraus resultierenden möglichen Konsequenzen für deren Unterstützer. Einfach mal beim Thema bleiben.


Wenn Sie Texte richtig interpretieren könnten, dann würden Sie erkennen das ich beim Themal geblieben bin. Ich schrieb das AI den Hintergrund dieser Dorfbewohner gar nicht näher erläutert. Sie recherchieren gar nicht welchen Schaden diese Dörfer für die umliegenden Dörfer erzeugt haben...
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon palulu » Do 15. Okt 2015, 21:09

Je länger der Konflikt andauert, desto eher werden die EuropäerInnen merken, dass die PKK nicht besser als der IS oder anderen Gruppierungen ist.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Kardux » Do 15. Okt 2015, 21:15

Für die USA gilt trotzdem:

Die USA werden die westkurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) weiterhin mit Militärgütern aufrüsten. Das teilte US-Außenamtssprecher John Kirby am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Washington mit.

Kirby erklärte, die Gespräche mit der Türkei über die US-Unterstützung der YPG dauerten an. „Es darf nicht in Vergessenheit geraten, dass die IS-Bekämpfung für die USA und die übrigen 60 Mitgliedsstaaten der Militärkoalition oberste Priorität haben. Allerdings habe ich in diesem Punkt auch Verständnis für die Sensibilität der Türkei. Diejenigen Mächte, die den IS in Syrien effektiv bekämpfen, werden wir weiterhin unterstützen“, fügte der US-Außenamtssprecher hinzu.

Bezugnehmend auf den Abwurf der US-Waffen- und Munitionspakete über Syrien sagte Kirby, diese seien den ihm vorliegenden Informationen zufolge für syrisch-arabische Gruppen bestimmt, die den IS (Islamischer Staat) bekämpften. Für konkretere Angaben verwies Kirby auf entsprechende Erklärungen des US-Verteidigungsministeriums.

„Gespräche mit der Türkei über die YPG werden fortgesetzt“

Der US-Außenamtssprecher betonte, Gespräche mit der Türkei bezüglich der US-Unterstützung an die YPG-Kräfte würden fortgesetzt. Die USA respektierten und hätten Verständnis für die Sorgen der Türkei.

„Es handelt sich um Sorgen, die immer wieder zum Ausdruck gebracht werden. Die Türkei äußerst sich hierzu aufrichtig und offen. Wir werden die Gespräche über diese Befürchtungen mit ihnen weiterführen“, sagte John Kirby.

http://www.basnews.com/de/news/2015/10/15/usa-wir-werden-die-ypg-weiterhin-unterstuetzen/

Ich kann die Befürchtungen der Türkei, das der IS niedergeringt wird auch nachvollziehen.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon palulu » Do 15. Okt 2015, 21:23

Glaubst Du eigentlich immer noch, dass die KurdInnen auf der Siegerseite in diesem Konflikt stünden?
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon palulu » Do 15. Okt 2015, 21:24

Versuch' dich in einer objektiven Antwort.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Jekyll » Do 15. Okt 2015, 22:47

Kardux » Do 15. Okt 2015, 20:53 hat geschrieben:Ich zitiere Sie einmal aus anderen Strängen:
Wenn ich z. B. schreibe "In Kontrast zu den IS-Barbaren erscheint mittlerweile wohl jede "gewöhnliche" Verbrecherorganisation als akzeptabel." dann bestätigt so eine Formulierung doch eher, dass ich hier eine Differenzierung vornehme, nämlich die zwischen "IS-Barbaren" und "gewöhnlichen" (!) Verbrecherorganisationen. Wenn Sie sinnerfassend lesen, kann so eine Formulierung nur bedeuten, dass der IS eben außergewöhnlich (im negativen Sinne) ist und nicht mit anderen Organisationen verglichen sprich gleichgesetzt wird (daher auch "in Kontrast...").
Ähnlich verhält es sich, wenn ich von der PKK als "IS-Light" oder als "kleinere Übel" rede. Das mag Ihnen als PKK-Sympathisanten sicher nicht gefallen, aber bei so einer Formulierung können Sie mir definitiv keine Gleichsetzung vorwerfen.
In anderen Fällen spreche ich einfach nur eine allgemeine Problematik aus ("...jede Seite glaubt, für eine "gerechte" Sache zu kämpfen, aber objektiv und nüchtern betrachtet sind sie alle Terroristen, die nur Tod und Verderben bringen.").

Sie müssen sich schon damit abfinden, dass es Menschen gibt, die in diesem Konflikt nicht jeden, der gegen den IS kämpft, automatisch zu Helden glorifizieren sondern einen nüchternen, kritischen Standpunkt bewahren und ggf. auch die Vergehen der IS-Gegner zur Aussprache bringen und diese anprangern. Und mit Verlaub, ethnische Säuberungen zu betreiben ist kein Kavaliersdelikt, Herr Kardux. Dass Sie das alles als nur eine Gleichsetzung interpretieren zeugt nur von Ihrem Unvermögen, differenziert zu denken. Das ist ja auch nicht weiter verwunderlich, da Ihre parteiische Haltung allzu offenkundig ist.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Kardux » Do 15. Okt 2015, 23:12

palulu hat geschrieben:Glaubst Du eigentlich immer noch, dass die KurdInnen auf der Siegerseite in diesem Konflikt stünden?


Die Kurden waren und sind ein geknechtetes Volk, einer der ganz großen "Verlierer" nach dem 1. WK und der folgenden Neuordnung im Nahen Osten. Wer sich mit kurdischer Geschichte intensiv befasst hat (und das habe ich), weiß das wir in den entscheidenden Momenten der Geschichte fast immer die falschen Entscheidungen getroffen haben. Entsprechend diesem historischen Kontext vertrete ich eine allgemein pessimistische Grundhaltung bezüglich kurdischer Forschritte. Ich war auch immer skeptisch gegenüber dem Friedensprozess zwischen der AKP und der PKK, nicht weil ich ihn mir nicht wünschte, sondern wegen dieser Grundhaltung - und ja, ich wurde leider bestätigt. Nun, ob die Kurden derzeit auf der Siegerseite stehen, ist eine sehr relative Aussage. Man müsste auch die Frage stellen ob hier die Kurden in Syrien oder im Irak gemeint sind ?

Nun, ich beziehe mich nur auf die Westkurden:

Ich bin trotz der Waffenlieferungen seitens der USA skeptisch. In erster Linie muss man realistisch bleiben, die USA haben stand heute kein Interesse daran Syrien zu spalten, dem Projekt Rojava stehen sie auch sehr misstrauisch bis ablehnend gegenüber, zumindest die amerikanische Politik. Das die YPG- Einheiten derzeit mit Waffen überschüttet werden ist nichts weiter als Pragmatismus. Die USA brauchen die YPG- Einheiten, das könnte sich aber schon morgen wieder ändern. Auf der anderen Seiten haben sich die Kurden in Syrien sowohl mit dem Iran, Assad als auch Russland arrangiert. Die YPG- Einheiten hatten sogar bis vor kurzem diplomatische Kontakte zur Türkei. Sie hatten bis zum heutigen Tag vieles richtig gemacht, auch weil sie zwischen den ganzen Mächten lavierten. Was die YPG aus meiner Sicht versäumte war eine politische Emanzipation (sich von der PKK loslösen oder es zumindest versuchen oder vorzutäuschen). Die Erfolge der Kurden in Syrien könnten aber nach der Zerschlagung des IS und der Einigung zwischen dem Assad- Regime und der FSA wieder gefährdet werden.

Ich bin aber trotzdem der Meinung das die Kurden in Syrien momentan auf der Siegerseite stehen, ganz einfach weil sie zuvor mit leeren Händen dastanden. Viele Kurden in Syrien besaßen nicht einmal einen syrischen Ausweis, sie waren sogenannte Staatenlose. Die Arabisierungspolitik der Baath- Partei hat seine Spuren hinterlassen, der gesamte Norden Syriens wurde entweder vereinzelt oder stark mit arabischen Stämmen angesiedelt. Nach den Aufständen im Jahr 2004 wurden die Kurden in Syrien noch heftiger vom Assad- Regime unterdrückt, dies hatte die erste große Flüchtlingswelle in Syrien ausgelöst (wird oft vergessen). Allgemein standen die Chancen der Westkurden auf Selbstbestimmungsrechte oder gar Autonomie niemals unter einem guten Stern. In Westkurdistan gab es dutzende Parteien die sich untereinander nicht verstanden und darüber hinaus gab es nie in der Geschichte wirkliche Aufstände oder Revolten in Westkurdistan. Die Erfolge derzeit, mit den drei Kantonen kamen aus dem Nichts heraus. Ich hatte zwar nie den Glauben an Westkurdistan verloren, aber allein schon die Geographie dieses Gebiets liess nie wirklich einen richtigen Widerstandskampf zu. Was ich sagen möchte ist, das die Westkurden sich einen Namen geschaffen haben und die Welt sie registriert hat. Sie sind quasi eine Realität und werden auch so von den Großmächten wahrgenommen. Unsere Ansprüche waren immer schon sehr bescheiden, deshalb sehe ich die Westkurden sehr wohl auf der Siegerseite, auch wenn die Lage kippen kann.

Das die Westkurden aus dem Nichts heraus die Kantone aufbauten hat allen Kurden einen Aufschwung gegeben, besonders den Kurden in der Türkei. Der Widerstand in Kobanê war ein Weckruf für alle Kurden. Das man die Stadt am Ende noch halten konnte war ein Symbol des unbändigen Willens nach Freiheit. Die Botschaft der Kämpfer aus Kobanê war klar. Wenn wir hier überstehen, dann könnt auch ihr gegen den Iran und die Türkei bestehen - früher oder später.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Kardux » Do 15. Okt 2015, 23:41

Jekyll hat geschrieben:Ähnlich verhält es sich, wenn ich von der PKK als "IS-Light" oder als "kleinere Übel" rede. Das mag Ihnen als PKK-Sympathisanten sicher nicht gefallen, aber bei so einer Formulierung können Sie mir definitiv keine Gleichsetzung vorwerfen.
In anderen Fällen spreche ich einfach nur eine allgemeine Problematik aus ("...jede Seite glaubt, für eine "gerechte" Sache zu kämpfen, aber objektiv und nüchtern betrachtet sind sie alle Terroristen, die nur Tod und Verderben bringen.").


Mein werter seniler Freund, sprechen wir hier nur über die PKK und seinem Ableger die YPG ? Ihr Zitat mit dem "IS- Light" richtete sich an die kurdischen Peshmerga im Nordirak - somit an die Autonome Region Kurdistan, welche sowohl von Baghdad anerkannt wird als auch von Ihrer Türkei. Sie wird nicht nur anerkannt, Ihr Mentor Erdogan pflegt sogar sehr gute Beziehungen zur KRG. Fast täglich besuchen Botschafter aus allen Ländern die KRG. Die kurdischen Peshmerga werden ganz offiziell mit Waffen ausgerüstet und sogar ausgebildet von Staaten wie Deutschland, Frankreich, UK, USA, usw. Neben den YPG- Einheiten haben sich die kurdischen Peshmerga mitunter die heftigsten Kämpfe mit dem IS geliefert und darüber hinaus knapp eine halbe Millionen (oder vielleicht mehr) flüchtende Araber bei sich aufgenommen, wo man nicht genau weiß wer IS- Sympathisant ist und wer nicht. Nachdem eine handvoll Dörfer die nachweislich mit dem IS kooperiert haben und in der Tötung und Versklavung von Kurden beteiligt waren zerstört wurden, werden diese Peshmerga- Einheiten als IS- Light bezeichnet ? Das ist und bleibt eine Gleichsetzung.

Sie schrieben ja auch:
IS oder die PKK-Separatisten...für die Türkei bedeutet das im Endeffekt nur die Wahl zwischen zwei Übeln.

Das ist eine Gleichsetzung, nicht mehr und nicht weniger.

Jekyll hat geschrieben:Sie müssen sich schon damit abfinden, dass es Menschen gibt, die in diesem Konflikt nicht jeden, der gegen den IS kämpft, automatisch zu Helden glorifizieren sondern einen nüchternen, kritischen Standpunkt bewahren und ggf. auch die Vergehen der IS-Gegner zur Aussprache bringen und diese anprangern.


Sie müssen auch niemanden als Helden glorifizieren. Mir ist bewusst, das Sie als Türke kein Problem damit haben den "Belzebub" (PKK) mit dem Teufel (IS) auszutreiben (für Sie habe ich da die Redewendung geändert). Egal wie man zur PKK/YPG stehen mag, Sie stehen einfach in keiner Relation zum IS - Fakt.

Jekyll hat geschrieben:Und mit Verlaub, ethnische Säuberungen zu betreiben ist kein Kavaliersdelikt, Herr Kardux. Dass Sie das alles als nur eine Gleichsetzung interpretieren zeugt nur von Ihrem Unvermögen, differenziert zu denken. Das ist ja auch nicht weiter verwunderlich, da Ihre parteiische Haltung allzu offenkundig ist.


Ich hatte bereits schon belelgt das die YPG keine systematische ethnische Säuberung gegenüber den Arabern vollzieht. Viele Verbände innerhalb der YPG bestehen aus Arabern. Viele arabische Stämme sympathisieren mit der YPG. Ohne die Hilfe der lokalen Stämme hätte man niemals so viele Nicht- kurdische Dörfer befreien können. Sie verwechseln ethnische Säuberungen mit dem Vorgehen gegen vereinzelte IS- Nester.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Jekyll » Fr 16. Okt 2015, 17:07

Kardux » Do 15. Okt 2015, 23:41 hat geschrieben:Mein werter seniler Freund, sprechen wir hier nur über die PKK und seinem Ableger die YPG ? Ihr Zitat mit dem "IS- Light" richtete sich an die kurdischen Peshmerga im Nordirak - somit an die Autonome Region Kurdistan
Richtig, es ging tatsächlich um die Peschmerga...denn:

"Die fragwürdigen Methoden der Peschmerga"
Unweit von hier liegt ein anderes, ehemals von der arabischen Minderheit bewohntes Dorf: Barsanke. Auch Barsanke war vom IS besetzt und ist von den Kurden inzwischen zurückerobert worden. Donatella Rovera, die Krisenbeauftragte von Amnesty International für den Irak, hat es kurz darauf besucht.

"Die Zerstörungen dort waren so gewaltig, dass mir klar war: Niemand kann einfach zurückkommen, weil es nichts gibt, wohin man zurückkommen kann. Buchstäblich jedes einzelne Haus war zerstört. Und zwar nicht aufgrund der Kämpfe, sondern die Peschmerga hatten das Dorf anschließend plattgemacht. Vorsätzlich und erst nachdem der IS sich längst zurückgezogen hatte. Die Peschmerga dort erzählten mir ganz offen: Sie hätten Haus für Haus eingerissen, um sicher zu sein, dass die arabischen Bewohner nicht mehr zurückkommen würden."

Ethnische Säuberungen, verübt von kurdischen Peschmerga? Um diesem Verdacht nachzugehen, besuchte die Krisenbeauftragte von Amnesty International noch eine andere Ortschaft, eine, die bis 2014 von Kurden und Arabern gemeinsam bewohnt gewesen war. Zurückgekehrt nach der Vertreibung des IS waren aber nur die Kurden.

"Und die nahmen kein Blatt vor den Mund. Sie sagten mir: Wir werden alle arabischen Häuser in die Luft sprengen, damit die Araber nicht zurückkommen. Sie waren dabei, alle leer stehenden kurdischen Läden zu beschriften, damit niemand sie plünderte. Was mit den arabischen geschehen würde, ergab sich aus dem Umkehrschluss. Die Araber sind bisher zu keinem Dorf zurückgekehrt, das die Peschmerga wiedererobert haben. Grundsätzlich hat kein Araber im Augenblick die Möglichkeit, wieder in sein Heimatgebiet zurückzukehren."

Vertreibung, ethnische, beziehungsweise ethnisch-religiöse Säuberungen - bisher Verbrechen, die man eher mit dem sogenannten Islamischen Staat, IS, verband. Gerade, um solchen Menschenrechtsverletzungen entgegenzuwirken, unterstützt die Bundesrepublik Deutschland seit Mitte 2014 die Peschmerga, die Kämpfer der kurdischen Autonomieregierung im Nordirak mit Waffen und mit Ausbildern. Aber wem genau hilft Deutschland da eigentlich?
http://www.deutschlandfunk.de/kurden-im-nordirak-die-fragwuerdigen-methoden-der-peschmerga.724.de.html?dram:article_id=325533

Nicht nur die Kurden in Nordsyrien, sondern auch die Kurden in Nordirak, diesmal als Peschmerga, tun es auch - sie betreiben auch ethnische Säuberungen!

Sieht in der Tat so aus, als ob dahinter System stecken würde.

Ist ja auch irgendwo plausibel, immerhin wollen die Kurden einen kurdischen Staat errichten. Kurdistan den Kurden?
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Kardux » Fr 16. Okt 2015, 17:40

Jekyll hat geschrieben:Richtig, es ging tatsächlich um die Peschmerga...denn:


Also doch. Sie setzen Kurden mit dem IS gleich, sowohl die Peshmerga als auch die YPG. Danke für die Bestätigung.

Jekyll hat geschrieben:Ist ja auch irgendwo plausibel, immerhin wollen die Kurden einen kurdischen Staat errichten. Kurdistan den Kurden?


Nein, ganz falsch. Sie brauchen türkische Leitsprüche (Türkei den Türken) nicht auf uns Kurden weiterleiten. Es ist plausibel das Kurden präventive Maßnahmen vornehmen, weil sie schlichtweg um ihr Überleben kämpfen müssen. Diese IS- Nester sind nicht nur eine Bedrohung für die Kurden.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Parker » Fr 16. Okt 2015, 18:49

Ultra-tifosi » Do 15. Okt 2015, 10:44 hat geschrieben:wenn du 5 Jahre lang immer von den wenigen, gleichen Dörfern aus angegriffen wirst und du ständig Verluste zu melden hast, ist dein Verständnis irgendwann aufgebraucht.
Die Peschmerga im Nordirak haben bei der Begleitung der Yeziden Flüchtlinge durch 4 arabische Dörfer allein über 50 Mann verloren. Irgendwann haste dann halt die Schnauze voll und dann werden sie halt in´s Hinterland abgeschoben, wo sie weniger Schaden als an der Front anrichten können. Es sind ,wie der User Kardux gesagt hat, Bewohner die alle einem Stamm angehören. Wenn der dir ständig in´s Gesicht spuckt, muss er halt die Konsequenzen tragen. Andere hätten längst der ganzen Bevölkerung die Kehle durchgeschnitten.


Und obendrein, hätte der IS diese Dörfer zerstört, wäre da niemand vorher aus seiner Hütte gescheucht worden.

Wir erleben hier eine Entartung des Humanismus, die der Barbarei dient, weil die, die gegen sie um ihr Leben kämpfen, auch tatsächlich darum kämpfen.
"Moments later, Quanah wheeled his horse in the direction of an unfortunate private named Seander Gregg and, as Carter and his men watched, blew Gregg's brains out."
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Parker » Fr 16. Okt 2015, 18:51

Jekyll » Fr 16. Okt 2015, 18:07 hat geschrieben:Richtig, es ging tatsächlich um die Peschmerga...denn:

"Die fragwürdigen Methoden der Peschmerga"
http://www.deutschlandfunk.de/kurden-im-nordirak-die-fragwuerdigen-methoden-der-peschmerga.724.de.html?dram:article_id=325533

Nicht nur die Kurden in Nordsyrien, sondern auch die Kurden in Nordirak, diesmal als Peschmerga, tun es auch - sie betreiben auch ethnische Säuberungen!

Sieht in der Tat so aus, als ob dahinter System stecken würde.

Ist ja auch irgendwo plausibel, immerhin wollen die Kurden einen kurdischen Staat errichten. Kurdistan den Kurden?


Wir würden stattdessen denen, die die unterstützen, die uns umbringen wollen, noch etwas zu essen mitbringen.
"Moments later, Quanah wheeled his horse in the direction of an unfortunate private named Seander Gregg and, as Carter and his men watched, blew Gregg's brains out."
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Jekyll » Fr 16. Okt 2015, 20:33

Kardux » Fr 16. Okt 2015, 17:40 hat geschrieben:
Also doch. Sie setzen Kurden mit dem IS gleich, sowohl die Peshmerga als auch die YPG. Danke für die Bestätigung.



Nein, ganz falsch. Sie brauchen türkische Leitsprüche (Türkei den Türken) nicht auf uns Kurden weiterleiten. Es ist plausibel das Kurden präventive Maßnahmen vornehmen, weil sie schlichtweg um ihr Überleben kämpfen müssen. Diese IS- Nester sind nicht nur eine Bedrohung für die Kurden.
Realitätsflucht ist oft der letzte Ausweg jener, die argumentativ am Ende sind. Selbstverständlich ist das auch moralisch eine Bankrotterklärung. "Präventive Maßnahmen"....neuerdings Fascho-Sprech für ethnische Säuberungen. Wenn man Realpolitik betreiben muss, ist es nicht mehr so einfach, noch zu den Guten zu gehören. Nicht wahr Kardux?
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Kardux » So 18. Okt 2015, 21:53

Jekyll hat geschrieben:Realitätsflucht ist oft der letzte Ausweg jener, die argumentativ am Ende sind. Selbstverständlich ist das auch moralisch eine Bankrotterklärung. "Präventive Maßnahmen"....neuerdings Fascho-Sprech für ethnische Säuberungen. Wenn man Realpolitik betreiben muss, ist es nicht mehr so einfach, noch zu den Guten zu gehören. Nicht wahr Kardux?


Im Gegensatz zum IS und seinem Terrorpaten der Türkei sind wir nicht verantwortlich für Enthauptungen, Massenhinrichtungen, Sklavenhandel, etc.

Die YPG- Einheiten werden weiterhin für die Sicherheit von sunnitischen Arabern, Kurden, orientalischen Christen, und anderen Minderheiten sorgen. Der IS und seine aktiven Unterstützer (einige wenige Araberstämme) müssen mit Konsequenzen rechnen.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Jekyll » So 18. Okt 2015, 22:07

Kardux » So 18. Okt 2015, 21:53 hat geschrieben:
Im Gegensatz zum IS und seinem Terrorpaten der Türkei sind wir nicht verantwortlich für Enthauptungen, Massenhinrichtungen, Sklavenhandel, etc.

Die YPG- Einheiten werden weiterhin für die Sicherheit von sunnitischen Arabern, Kurden, orientalischen Christen, und anderen Minderheiten sorgen. Der IS und seine aktiven Unterstützer (einige wenige Araberstämme) müssen mit Konsequenzen rechnen.
Von internationalen Organisationen und Medien wird das nunmal ganz anders und vor allem differenzierter gesehen und bewertet. Es gibt nunmal Indizien und Beweise inkl. Zeugen, die belegen, dass die YPG und auch die Peschmerga viel mehr tun als nur alten Omis über die Straße zu helfen. Finden Sie sich mit der Realität ab, auch wenn es weh tut.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Kardux » So 18. Okt 2015, 22:19

Jekyll » So 18. Okt 2015, 23:07 hat geschrieben:Von internationalen Organisationen und Medien wird das nunmal ganz anders und vor allem differenzierter gesehen und bewertet. Es gibt nunmal Indizien und Beweise inkl. Zeugen, die belegen, dass die YPG und auch die Peschmerga viel mehr tun als nur alten Omis über die Straße zu helfen. Finden Sie sich mit der Realität ab, auch wenn es weh tut.


Die YPG und Peshmerga haben hunderte arabische Dörfer befreit. AI berichtet das ein dutzend Dörfer zerstört wurden, fragt aber nicht nach weshalb die anderen Dörfer nicht zerstört wurden. Und weshalb kämpfen so viele Araber auf Seiten der Kurden wenn es angeblich systematisch geführte ethnische Säuberungen gibt ?
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