Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

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Jekyll
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Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Jekyll » Di 13. Okt 2015, 17:06

Jetzt ist es amtlich; die Kurden in Syrien begehen Kriegsverbrechen.

"Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen" (Focus)
Die Menschenrechtsorganisation entsandte eine Mission in 14 Städte und Dörfer in Nordsyrien. Die Zerstörungen, die sie dort vorfanden, seien nicht das Ergebnis von Kämpfen gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), sondern vielmehr einer "gezielten und koordinierten Kampagne zur kollektiven Bestrafung" der Einwohner der zuvor vom IS kontrollierten Dörfer oder von Dörfern, die angeblich IS-Kämpfern Zuflucht boten.

Von Amnesty ausgewerteten Satellitenbildern zufolge wurde etwa das Dorf Husseinija im Nordosten Syriens in der Zeit zwischen Juni 2014 und Juni 2015 zu 94 Prozent zerstört. Ein von Amnesty zitierter Einwohner Husseinijas beschreibt, dass die Kurdenkämpfer die Menschen aus den Häusern getrieben, die Häuser angezündet und sie eins ums andere mit Planierraupen dem Erdboden gleichgemacht hätten, bis es das Dorf nicht mehr gegeben habe.
http://www.focus.de/politik/ausland/syrien-krieg-amnesty-international-kurdenkaempfer-begehen-kriegsverbrechen_id_5009229.html

Eine andere Quelle:
"Amnesty International wirft Kurden Vertreibung von Arabern vor" (heise.de)
Damals berichteten vor allem türkische und arabische Medien sowie Blogs über die Vorwürfe. Westliche Zeitungen und Sender griffen sie kaum auf. Nun hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) einen Bericht veröffentlicht, der Zwangsumsiedlungen sowie die Zerstörung ganzer Dörfer mittels Zeugenaussagen, Satellitenbildern, Fotos und Videos dokumentiert.
[...]
In Asaylem und Husseiniya fand sie vor Ort Indizien dafür, dass die YPG nicht nur Dörfler vertrieb, sondern auch zahlreiche Häuser zerstörte. In Husseiniya stand beim AI-Besuch Anfang August nur noch ein einziges von vorher rund 90 Häusern. Ein Husseiniyaner berichtete, dass die YPG den Bewohnern nicht einmal Zeit ließ, ihre Kleider aus den Häusern zu holen, bevor sie sie anzündete und später mit Bulldozern niederwalzte.


Und besonders perfide:
In anderen Dörfern veranlassten die kurdischen Eroberer die Bewohner mit der Drohung zur Flucht, man werde den Amerikanern fälschlich sagen, dass sich dort IS-Stellungen befänden, die sie bombardieren müssten.
http://www.heise.de/tp/artikel/46/46247/1.html

Hier der entsprechende Bericht von Amnesty International:
https://www.amnesty.org/en/latest/news/2015/10/syria-us-allys-razing-of-villages-amounts-to-war-crimes/

Hat man sich da etwa aus Versehen mit dem Beelzebub eingelassen, um den Teufel auszutreiben? Ist es ethisch noch vertretbar, wenn solche obskuren Verbündeten mit Waffen und Know-How tatkräftig unterstützt werden?

Oder doch weiter Karl-May rauchen und alles ist gut?
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Flat » Di 13. Okt 2015, 17:40

Moin,

amnesty ist keine amtliche Quelle. Ich halte amnesty auch nicht für besonders glaubwürdig sondern für tendenziell.

Dennoch sollte so ein Bericht nicht wirklich überraschen. Die kurdische PKK ist auch nicht gerade ein Häkelklub.
_______
wer Rechtsradikales sagt und tut, ist rechtsradikal. Das hat nichts mit Nazikeule zu tun.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/inte ... 62231.html
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Kardux » Di 13. Okt 2015, 17:50

Jekyll » Di 13. Okt 2015, 18:06 hat geschrieben:Jetzt ist es amtlich; die Kurden in Syrien begehen Kriegsverbrechen.

"Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen" (Focus)
http://www.focus.de/politik/ausland/syrien-krieg-amnesty-international-kurdenkaempfer-begehen-kriegsverbrechen_id_5009229.html

Eine andere Quelle:
"Amnesty International wirft Kurden Vertreibung von Arabern vor" (heise.de)


Und besonders perfide:
http://www.heise.de/tp/artikel/46/46247/1.html

Hier der entsprechende Bericht von Amnesty International:
https://www.amnesty.org/en/latest/news/2015/10/syria-us-allys-razing-of-villages-amounts-to-war-crimes/

Hat man sich da etwa aus Versehen mit dem Beelzebub eingelassen, um den Teufel auszutreiben? Ist es ethisch noch vertretbar, wenn solche obskuren Verbündeten mit Waffen und Know-How tatkräftig unterstützt werden?

Oder doch weiter Karl-May rauchen und alles ist gut?


Schmeckt Ihnen wohl nicht das die Kurden gegen den IS auf dem Vormarsch sind, natürlich dank der Unterstützung aus dem Westen. Kann ich schon verstehen das sowas IS- Sympathisanten nicht gefällt.

Der IS tötet nicht nur Kurden, Christen, Alawiten und Minderheiten sondern auch Angehörige sunnitisch- arabischer Stämme ! Wer mit dem Teufel einen Pakt eingeht braucht sich nicht wundern wenn dann abgerechnet wird. Der IS vertritt nicht die Sunniten in Syrien, der rechtmäßige Vertreter der Sunniten in Syrien ist die FSA. Sowohl die FSA (größtenteils) als auch die YPG werben für Koexistenz.

Sie tun so als ob der IS und IS- Anhänger eine Legitimation hätten. Die YPG- Einheiten haben sich bis jetzt so gut es geht von ethnischen Säuberungen distanziert, aber wenn Dörfer den IS hofieren und von dort aus die Einnahme kurdischer Dörfer vorbereitet wird braucht man sich wirklich nicht wundern das diese Dörfer angegriffen werden. Der IS und seine Anhänger negieren die kurdische Existenz und töten Zivilisten in Massen - das ist ein Kampf ums Überleben.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Kardux » Di 13. Okt 2015, 18:05

Jekyll hat geschrieben:Oder doch weiter Karl-May rauchen und alles ist gut?


Aus einem Ihrer Artikel entnehme ich:

In jedem Fall bekam das neue Bündnis über 45 Tonnen Waffen und Munition von den US-Streitkräften geliefert, die die Kriegsgüter mit C-17-Transportflugzeugen über der Provinz Hassakeh abwarfen. Vorher hatten die USA mit einer halben Milliarde Dollar versucht, "moderate Rebellen" auszubilden, konnten dafür aber lediglich eine einstellige Zahl von geeigneten Personen gewinnen.


Wie sich bis jetzt heraus gestellt hat, sind die YPG- Einheiten die einzigen die vorort imstande sind wirklich erfolgreich gegen den IS vorzugehen und im Interesse der freien Welt handeln. Schon interessant das genau dann, wenn Kurden bewaffnet werden wieder solche Meldungen kommen.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Jekyll » Di 13. Okt 2015, 22:42

Flat » Di 13. Okt 2015, 17:40 hat geschrieben:Moin,

amnesty ist keine amtliche Quelle. Ich halte amnesty auch nicht für besonders glaubwürdig sondern für tendenziell.
In Anbetracht der Deutlichkeit der Beweise, auf denen die erhobenen Vorwürfe beruhen (14 Dörfer und Städte in Nordsyrien wurden in Augenschein genommen; Zeugenaussagen, Satellitenbilder, Fotos...) braucht man denke ich hier auf mögliche Feinheiten tendenzieller Art nicht Rücksicht zu nehmen. Darüber hinaus gab es schon vorher Berichte über solche Vorkommnisse auch durch andere Quellen, nämlich seitens türkischer und arabischer Medien, was auch in dem von mir verlinkten Artikel angedeutet wird. Es gibt von daher keinen plausiblen Grund, die Richtigkeit dieser übereinstimmenden Berichte irgendwie infrage zu stellen. Bemerkenswert ist, dass in den westlichen Medien diese Verbrechen eher verschwiegen werden, was in merkwürdigem Kontrast zu der sonst üblichen Lebhaftigkeit in Sachen Berichtserstattung steht. Amnesty International leistet hier als übernationale Non-Profit-Organisation wertvolle Dienste.

Dennoch sollte so ein Bericht nicht wirklich überraschen. Die kurdische PKK ist auch nicht gerade ein Häkelklub.
Es geht hier zwar konkret um die kurdische YPG, aber im Prinzip handelt es sich um gleiche radikale Gruppierungen mit lediglich unterschiedlichen Etikettierungen.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Jekyll » Di 13. Okt 2015, 22:58

Kardux » Di 13. Okt 2015, 17:50 hat geschrieben:Schmeckt Ihnen wohl nicht das die Kurden gegen den IS auf dem Vormarsch sind, natürlich dank der Unterstützung aus dem Westen. Kann ich schon verstehen das sowas IS- Sympathisanten nicht gefällt.

Der IS tötet nicht nur Kurden, Christen, Alawiten und Minderheiten sondern auch Angehörige sunnitisch- arabischer Stämme ! Wer mit dem Teufel einen Pakt eingeht braucht sich nicht wundern wenn dann abgerechnet wird. Der IS vertritt nicht die Sunniten in Syrien, der rechtmäßige Vertreter der Sunniten in Syrien ist die FSA. Sowohl die FSA (größtenteils) als auch die YPG werben für Koexistenz.

Sie tun so als ob der IS und IS- Anhänger eine Legitimation hätten. Die YPG- Einheiten haben sich bis jetzt so gut es geht von ethnischen Säuberungen distanziert, aber wenn Dörfer den IS hofieren und von dort aus die Einnahme kurdischer Dörfer vorbereitet wird braucht man sich wirklich nicht wundern das diese Dörfer angegriffen werden. Der IS und seine Anhänger negieren die kurdische Existenz und töten Zivilisten in Massen - das ist ein Kampf ums Überleben.
Mit so einer Grundhaltung zeigen Sie, welches radikalen Geistes Kind Sie sind, Kardux. Aus dem Bericht geht eindeutig hervor, dass es sich hierbei um kollektive Strafmaßnahmen handelt, die die Kurden an der arabischen und auch turkmenischen Bevölkerung anwenden. Man spricht nicht umsonst von Kriegsverbrechen, und Sie versuchen das alles noch zu rechtfertigen. Noch besser konnten Sie hier Ihre arg parteiische Haltung nicht zum Ausdruck bringen.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon palulu » Di 13. Okt 2015, 23:04

Die KurdInnen sind kein Deut besser als andere AkteurInnen in diesem Krieg.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Kardux » Mi 14. Okt 2015, 07:43

Jekyll hat geschrieben:Mit so einer Grundhaltung zeigen Sie, welches radikalen Geistes Kind Sie sind, Kardux. Aus dem Bericht geht eindeutig hervor, dass es sich hierbei um kollektive Strafmaßnahmen handelt, die die Kurden an der arabischen und auch turkmenischen Bevölkerung anwenden.


Schwachsinn. Es handelt sich um einige wenige Dörfer die mit den Jihadisten kooperiert haben.

Was ich wirklich an dem AI- Bericht interessant finde ist diese Stelle:

A fact-finding mission to northern Syria has uncovered a wave of forced displacement and home demolitions amounting to war crimes carried out by the Autonomous Administration led by the Syrian Kurdish political party Partiya Yekîtiya Demokrat (PYD) controlling the area, said Amnesty International in a report published today. The Autonomous Administration is a key ally, on the ground, of the US-led coalition fighting against the armed group calling itself the Islamic State (IS) in Syria.


Den IS als bewaffnete Gruppe zu titulieren ist schon sehr bezeichnend für den weiteren Verlauf dieses Berichts. Der IS versklavt Frauen und Kinder, enthauptet willkürlich Menschen, betreibt Kulturmord, verwüstet ganze Landschaften, verfolgt alle (!) religiösen und ethnischen Minderheiten, aber all diese Greueltaten werden ausgeblendet, indem man den IS schon in der Einleitung des Berichts als "armed group" bezeichnet. Sowohl die kurdischen als auch christlichen Milizen können nicht immer astrein agieren und IS- Unterstützer einfach gewähren lassen. Es ist ein Kampf ums Überleben.

Was oftmals vergessen wird, speziell von AI ist, das die gesamte Region von der sie grad berichten kurdische Siedlungsgebiete waren. Speziell die Region rund um Hasakah war schwer betroffen von dieser Arabisierungspolitik. Das sind Fakten die man nachschlagen, sofern Interesse besteht. Die Kurden in Syrien pflegen sehr gute Kontakte mit den autochthonen arabischen Stämmen (z.B. Shammar Stamm), dasselbe gilt aber nicht für die künstlich angesiedelten Araber, diese sind entweder loyal gegenüber dem Assad- Regime oder schliessen sich Jihadisten an - hauptsache gegen Kurden. Diese angesiedelten Araber möchten nämlich auf keinen Fall auf ihre Ländereien verzichten, welche sie den Kurden abgenommen haben.

Interessant auch dieser Bericht:

Arab Tribes Split Between Kurds And Jihadists
According to figures received from the Asayish—a Kurdish police force—in al-Yarubiya, about 20 percent of the prewar population of the town was Kurdish, while the remaining 80 percent was made up of Arabs from no fewer than 20 different tribes. The largest of these tribes was the Shammar, representing about 20 percent of the total population. After al-Yarubiya fell to the Nusra Front and its allies, it was the tribe of Shammar that sent out a delegation to the YPG, supported its advance, and even gave financial assistance.

Hussein al-Kadaan, one of the Shammar leaders, claims that the tribe arrived to the area around al-Yarubiya in 1916 and that relations with local Kurds have always been good. The Kurds have supported the Shammar in times of conflict with other tribes, and the Shammar tribesmen have reciprocated in turn. Indeed, several local sources confirm that the Shammar was the only tribe that refused to attack the Kurds during the Kurdish uprising against the Syrian regime in March 2004.

In and around Tel Hamis, however, the largest Arab tribe is the Sharabia, a longtime rival of the Shammar. Most Sharabia tribsemen arrived to the area around al-Yarubiya from Raqqa in the 1970s and were placed as settlers on land that was taken from local Kurds. This project was part of the Syrian regime’s “Arab belt” policy, designed to weaken the demographic dominance of the Kurds in their traditional heartland. Sharabia tribesmen took part in attacks on the Kurds in 2004. This history of conflict with both the Kurds and the Shammar goes some way to explain why the inhabitants of Tel Hamis appear to have been less inclined to back the YPG than the residents of al-Yarubiya.

While the example of the Shammar and the Sharabia may demonstrate how intertribal conflicts play a role in producing political allegiances, the dividing lines are not clear-cut, as the existence of intratribal rivalry means that there are often several leaders to choose from. It should be noted that Ahrar al-Jazeera belongs to the Shammar tribe, as does Ahmad Jarba, currently head of the main Syrian opposition group in exile Syrian National Coalition, which supported a united front that included ISIS against the YPG in Tel Hamis. Meanwhile, some Sharabia tribesmen have joined the YPG as fighters.

http://carnegieendowment.org/syriaincrisis/?fa=55607

Die Kurden stellen sich nicht pauschal gegen das arabische Volk, aber jeder möchte auch irgendwo überleben. Wer Kurden ausrotten möchte und sich an Massakern und Versklavungen beteiligt braucht nicht zu erwarten das es darauf keine Antwort gibt.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Gerhard XV » Mi 14. Okt 2015, 07:50

Flat » Di 13. Okt 2015, 18:40 hat geschrieben:Ich halte amnesty auch nicht für besonders glaubwürdig sondern für tendenziell.

Natürlich tendenziös, weil sich AI kompromisslos für Menschenrechte einsetzt und den Befindlichkeiten irgendwelcher Nationalisten und Kriegstreiber nicht die geringste Bedeutung beimisst. Ich finde gerade diese Art der Tendenziösität besonders ehrenvoll.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Flat » Mi 14. Okt 2015, 07:55

Gerhard XV » Mi 14. Okt 2015, 07:50 hat geschrieben:Natürlich tendenziös, weil sich AI kompromisslos für Menschenrechte einsetzt und den Befindlichkeiten irgendwelcher Nationalisten und Kriegstreiber nicht die geringste Bedeutung beimisst. Ich finde gerade diese Art der Tendenziösität besonders ehrenvoll.


Moin,

wenn es denn so wäre.

Aber AI ist teilweise nicht besonders genau mit der Faktenrecherche, wenn das Ergebnis in ihr Weltbild passt und sie sind keineswegs immer so schön auf der Seite der Opfer, gerade wenn es um größere Konflikte geht. Da ergreifen sie durchaus auch Partei für Nationalisten und Kriegstreiber.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Kardux » Mi 14. Okt 2015, 08:00

palulu » Mi 14. Okt 2015, 00:04 hat geschrieben:Die KurdInnen sind kein Deut besser als andere AkteurInnen in diesem Krieg.


Deshalb sympathisiert auch die freie Welt mit den Kurden. :)

Interessant auch das so viele Araber, Christen und andere Nicht- Kurden in kurdisch- kontrollierte Gebiete flüchten und dort den Umständen entsprechend gut versorgt werden. Aber nein, die Kurden sind natürlich nicht besser als der IS, die schiitischen Milizen oder das Assad- Regime...
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Kardux » Mi 14. Okt 2015, 08:05

Gerhard XV hat geschrieben:Ich finde gerade diese Art der Tendenziösität besonders ehrenvoll.


Sehr ehrenvoll, das man eine Terrororganisation wie den IS, der Sklaventreiberei verübt und Menschen in brutalster Art und Weise massakriert als "armed gruops" bezeichnet. Das ist in der Tat sehr tendenziös.

Es gab und gibt keinen Krieg auf der Welt wo alles astrein abläuft. Fakt ist nunmal das man sehr wohl die Kurden und alle Konfliktparteien kritisch begutachten kann, aber den IS und seine Agenda zu relativieren ist einer Menschenrechtsorganisation unwürdig...
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Gerhard XV » Mi 14. Okt 2015, 08:20

Kardux » Mi 14. Okt 2015, 09:05 hat geschrieben:Sehr ehrenvoll, das man eine Terrororganisation wie den IS, der Sklaventreiberei verübt und Menschen in brutalster Art und Weise massakriert als "armed gruops" bezeichnet.

Das ist nicht ehrenvoll, sondern sachlich und seriös. Du kannst nicht davon ausgehen, dass AI deine emotionale Sichtweise der Dinge teilt.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Gerhard XV » Mi 14. Okt 2015, 08:21

Flat » Mi 14. Okt 2015, 08:55 hat geschrieben:Aber AI ist teilweise nicht besonders genau mit der Faktenrecherche, wenn das Ergebnis in ihr Weltbild passt und sie sind keineswegs immer so schön auf der Seite der Opfer, gerade wenn es um größere Konflikte geht. Da ergreifen sie durchaus auch Partei für Nationalisten und Kriegstreiber.

Hast du ein Beispiel dafür?
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon JJazzGold » Mi 14. Okt 2015, 08:36

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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Flat » Mi 14. Okt 2015, 08:42

Gerhard XV » Mi 14. Okt 2015, 08:21 hat geschrieben:Hast du ein Beispiel dafür?


Moin,

ja, sie haben z.B. mal völlig falsche Zahlen zum Wasserrverbrauch in Israel und den Palästinsergebieten veröffentlicht, um zu behaupten, Israel würde den Palästinsern alles Wasser klauen. Selbst die Angaben der palästinsischen Behörden lagen deutlich über den AI-Zahlen, was den Wasserverbrauch der Palästinser angeht.

Wenn's ihrer Richtung dient, nimmt AI die Wahrheit nicht so genau.

Den ausführlichen Beleg habe ich nur als Emailanhang. Aber die journalistischen Recherchen waren hier in irgendeinem Thread in den letzten 2-3 (?) Monaten auch schon mal verlinkt. (vielleicht erinnert sich einer der lesenden User und stellt den Link ein)


Ich will das Thema Israel-Palästina hier nicht aufrollen, gibt dazu genug Threads und AI darf und soll auch in diesen Gebieten und auch gegenüber Israel Menschenrechtsverbrechen anklagen. Aber so eine Organisation lebt auch von ihrer Genauigkeit und Glaubwürdigkeit. Die ist eben für mich nicht mehr gegeben und für mich ist AI seitdem keine saubere Quelle mehr.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Gerhard XV » Mi 14. Okt 2015, 08:45



Schlechtes Beispiel. Wer hier Tendenziöses schreibt, sei einmal dahingestellt. Ich persönlich halte Evangelikale für unseriöser als AI. Der Artikel erinnert mich stark an das Gemecker von Esoterikern, die sich über die Verbraucherschutz-Initiative Psiram aufregen.

Habt ihr noch andere Beispiele?
Gerhard XV

Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Gerhard XV » Mi 14. Okt 2015, 08:51

Flat » Mi 14. Okt 2015, 09:42 hat geschrieben:
Moin,

ja, sie haben z.B. mal völlig falsche Zahlen zum Wasserrverbrauch in Israel und den Palästinsergebieten veröffentlicht, um zu behaupten, Israel würde den Palästinsern alles Wasser klauen.

Das ist ja wieder eine ähnliche Geschichte. Jetzt mal bitte etwas ohne "Palästinenser versus Zionisten". Die Nahost-Debatte wird von allen Seiten immer sehr emotional und wenig wahrheitsgetreu geführt. AI stellt meiner Ansicht nach eine Ausnahme dar, die wirklich neutral ist. Sie prangern auch die Verbrechen der Palästinenser an.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Flat » Mi 14. Okt 2015, 08:52

Gerhard XV » Mi 14. Okt 2015, 08:51 hat geschrieben: Die Nahost-Debatte wird von allen Seiten immer sehr emotional und wenig wahrheitsgetreu geführt. AI stellt meiner Ansicht nach eine Ausnahme dar, die wirklich neutral ist.


Moin,

eben nicht und das ist der Punkt.
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Re: Amnesty: Kurdenkämpfer begehen Kriegsverbrechen

Beitragvon Excellero » Mi 14. Okt 2015, 08:58

"Freiheitskämpfer" "IS" egal was ist doch alles das selbe.... ausradieren und Assad wieder einsetzen. Alles andere führt nur zu Chaos. Ich hoffe mit russischer Unterstützung gelingt es den Regierungstruppen das Land wieder unter Kontrolle zu bringen.
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
-Immanuel Kant

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