Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 28. Dez 2015, 22:58

Ultra-tifosi » So 27. Dez 2015, 22:44 hat geschrieben:Der Ganze Nahe Osten brennt und Israel & Jordanien schmeißen erstmal für nen Teilchenbeschleuniger Milliarden zum Fenster raus...


Mehrere Milliarden werden die beiden Staaten da sicher nicht investieren (können).
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 28. Dez 2015, 23:00

Der Iran wird auch wissenschaftlich bis dato sanktioniert und isoliert. Direkt, daß z.B. bestimmte Produkte, die dual-use genutzt werden können auf Sanktionslisten stehen, aber auch indirekt, das Kooperationen nicht möglich sind. Das führt z.B. u.a. auch dazu, daß viele wissenschaftliche Publikationen gar nicht international vorgestellt werden. Solche Statistiken sind deshalb immer "relativ".

Consequences of International Sanctions on Iranian Scientists and the Basis of Science
Unfortunately, alongside the above mentioned embargos, there are hidden aspects of such thinking, which directly or indirectly affect the ordinary scientists, academics, researchers and also students inside or outside of the country. For instance, very recently the famous publisher Elsevier inquired its American editors and reviewers not to exert the manuscripts, in which there are any Iranian co-authors employing in the government of Iran (6).


As recently published in BMJ, several papers have been refused by journals in the US and Australia e.g. American Journal of Cardiology (published by Elsevier), the Journal of Ocular Pharmacology and Therapeutics (published in the US by Marie Ann Liebert), and the Australian journal Ophthalmic Epidemiology) in the recent months because of the sanctions.


Together with all the mentioned consequences, academic people of the country are facing other side effects of such sanctions during the past years. For example, they have many problems with money transaction in order to do scientific activities for example payment of publication fees, society subscription fee, or registration fee in international congresses, etc.

http://hepatmon.com/14843.fulltext


The US magazine Science has recently expected a new era for Iran in science after the lifting of sanctions which is assumed to boost research in the country. A positive image that the journal illustrated does not seem far-fetched because Iran managed to make considerable achievements in different scientific and technological spheres in the sanctions era.


The magazine reported earlier this month that sanctions against Iran in recent years banned scientists from downloading software, subscribing to international science journals and buying much-needed equipment from abroad. Still, science managed to thrive in Iran, it added.


Lifting anti-Iran sanctions would provide universities, scholars, and students with an easy access to scientific data, genuine publications, essential equipment, technologies and software. It would offer an opportunity for scientific cooperation with the world.

http://www.iran-daily.com/News/127190.html


Der registrierte wissenschaftliche output wäre "statistisch" gesehen höher. Dennoch ist er in den letzten Jahren deutlich angestiegen.

Iranian science shows world's fastest growth: ranks 17th in science production in 2012
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3732862/


Wie sehr die internationale Kooperation in der Wissenschaft Irans mit dem Rest der Welt stagniert sieht man an dem riesigen Teilchenbeschleuniger CERN. Anfang 2000 war es tatsächlich noch möglich, daß der Iran als Zulieferer in Frage kam. Zwei je 170 Tonnen schwere superstructers wurden von HEPCO im Iran für zwei je 110 Tonnen schwere Teilchendektoren des CERN gebaut und geliefert. In Folge weiterer Zuspitzung mit den USA und Sanktionen wurde dies nicht mehr vertieft. Auf dem Papier findet man den Iran dort assoziert aber immer noch. Man erhofft sich wieder dort weitermachen zu können.

Components from Iran en route for CMS
http://cerncourier.com/cws/article/cern/28996


Solange geht Projekt SESAME auch. ;)

Wenn die Sanktionen sukzessiv fallen und die Kooperationsmöglichkeiten iranischen WissenschaftlerInnen und Institute mit internationalen Partner steigen, wie auch die finanziellen Möglichkeiten, dann wird das einen großen Schub geben. Das Sanktionsende macht vielen Nachbarn Kopfzerbrechen. Die Ketten, die den Iran seit 1979 in steigender Form durch Sanktionen auferlegt wurden halten sein Potential zurück. Für viele kein unangenehmer Gedanke. Wie ich in einem Radiofeature wieder hörte, gibt auch das Militär Aufträge in Deutschland an Uni-Forschungsgruppen. Das will ich hier gar nicht kritisieren. Aber auch im Iran ist das Militär und der Staat natürlich mit den Unis vernetzt. Auch deshalb bekamen diese, genauso wie z.B. die iranischen Revolutionsgarden und staatliche Stellen die Sanktionen zu spüren. Die Wissenschaft im Iran ist sanktioniert. Das führte u.a. zu Kooperationen mit Staaten wie Nordkorea, zwielichtigen Figuren wie Khan aus Pakistan usw. Schwarzmarkt. Auch chinesische Firmen oder russische, deutsche usw. trifft der Bannstrah, wenn sie gewisse Geschäfte mit dem Iran machen. Alles was irgendwie dual-use ist, greift da. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Das wirkt natürlich nicht vertrauensvoll, wenn der Iran sich dann vieles illegal verschafft hat. Der Iran muß da transparenter werden. Das ist auch eine Aufgabe im Iran. Die jetzige Politik in der Atomfrage ist da der Kern.

Ein weiteres Problem ist, daß sich eit der Revolution im Iran ein immenser brain drain von meist gut ausgebildeten und dynamischen IranerInnen vollzieht. Was man nicht verdenken kann.

According to the International Monetary Fund, the Islamic Republic of Iran had a substantial drain of highly educated individuals (15 percent) in the early 1990s.[1] More than 150,000 Iranians left the Islamic Republic every year in the early 1990s,[2] and an estimated 25% of all Iranians with post-secondary education then lived abroad in "developed countries" (according to the standards of the OECD).[3][1] A report by the International Monetary Fund in 2009 indicated that Iran tops the list of countries losing their academic elite, with an annual loss of 150,000 to 180,000 specialists. It is equivalent to a capital loss of $50 billion.[4][5][6]

https://en.wikipedia.org/wiki/Human_cap ... _from_Iran


Hundertausende Fachkräfte haben den Iran verlassen. Viele mach(t)en Karriere, z.B. in leitender Funktion bei den NASA-Marsmissionen. Das das iranische Raumfahrtprogramm bei solchen Verlusten beim Humankapital überhaupt ins All vorstossen konnte, grenzt an ein Wunder. Auf der anderen Seite werden im Iran so viele Akademiker produziert, daß der heutige Iran das gar nicht adäquat absorbieren kann. Dafür gibt es momentan gar nicht genug Arbeitsplätze und den entsprechenden Lohn dafür.

Israel hat ein ähnliches Problem. Das Land hat zwar im Gegensatz zum Iran einen viel größeren Zugang zu westl. Hochtechnologie, ist auch selbst daran beteiligt, kann das aber in der Region praktisch nicht nachbarschaftlich umsetzen. Den Iran behindern die Sanktionen und viele sehen sprichwörtlich die Entwicklung im Iran als Gefahr und Israel wird praktisch nicht akzeptiert. Viele wollen keinen starken Iran, weil sie die Dominanz eines "befreiten" Irans fürchten und Israel wollen viele per se gar nicht.

Shimon Peres schrieb in seinem Buch "Die Versöhnung" von einer Vision, die er hatte. U.a. sollten die arabischen Nachbarn von der Technologie Israels z.B. in der Agrarwirtschaft partizipieren. Die technologischen Vorteile, die Israel bieten könnte, würden zu einer stärkeren Vernetzung in der Region führen, die somit zwangsläufig zu einem Interesse an Stabilität und Prosperität führen müsste. Theoretisch. Die Ablehnung Israels, jedenfalls durch nicht unerhebliche Teile der Gesellschaften in der Region und dem beruhigende Gedanken an einem "gefesselten" Iran herrschen allerdings vor. Ein Grund mag sein, daß anders als in Europa nicht durch jahrhundertelange Kriege die Grenzen so abgesteckt wurden, dies anschließend in feste Vertragswerke gegossen, wie der EU/NATO, der Währungsunion, wie im Orient, dieser Prozess in der Region Naher und Mittlerer Osten noch lange anhält. Siehe der Zerfall von Sykes-Picot. Es ist noch zuviel in Bewegung, als das es zur Ruhe kommen kann. Die Gegnerschaften sind noch viel zu groß, als das an einem gut funktionierende nachbarschaftlichen System zu denken wäre.

Eine bescheidene Möglichkeit, neben so etwas wie gemeinsames Musizieren, Kochen oder Tanzen was man eher leicht lächelnd in die naive "Gutmenschentum"-Ecke stellen könnte, ist auch der Austausch auf wissenschaftlicher Ebene. Das wird sicher nicht in kürzester Zeit zu Friede, Freude und Eierkuchen führen, aber besser als nichts. SESAME ist so eine Sache, oder die Kooperation der Türkei und Irans auf Hochschulebene.

Letztendlich ist natürlich Stabilität in der Region auch eine Frage der Gesellschaftsstrukturen, aber auch - teilweise - der Bildung. Das Bildung und Aufklärung nicht alles ist sah man in Europa an den letzten Weltkriegen oder dem Jugoslawienkrieg.
Zuletzt geändert von King Kong 2006 am Mo 28. Dez 2015, 23:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon palulu » Di 29. Dez 2015, 14:56

"Wenn die Sanktionen sukzessiv fallen und die Kooperationsmöglichkeiten iranischen WissenschaftlerInnen und Institute mit internationalen Partner steigen, wie auch die finanziellen Möglichkeiten, dann wird das einen großen Schub geben."


Nicht unbedingt. Seit zwei Jahren stagniert der Iran, was wissenschaftliche Erzeugnisse angeht. Dual-Use-Güter zu verbieten, bedeutet nicht, dass die wissenschaftliche Forschung zum Erliegen kommt. Siehe Russland & China. Den Durchbruch hatte Iran 2010, wie die Statistiken belegen. Außerdem werden reine Veröffentlichungen gezählt, ohne dabei Rücksicht auf die Qualität und das Medium zu nehmen.

Das Ende der Sanktionen wird nüchtern betrachtet deshalb vergleichsweise wenig ändern, eventuell wird das eine oder andere amerikanische Journal die eine oder andere iranische Forschung nun abdrucken, mehr aber auch nicht.

Außerdem werden alle (Eigen-)Produkte, auf die die IranerInnen heute stolz sind, die aber in der Regel ihren westlichen Gegenstücken meilenweit unterlegen sind, keine Fortschritte erfahren, sondern eher Nachteile. Nehmen wir als Beispiel die Autoproduktion, die Kardux ansprach. Was er nicht weiß: auch die Türken bau(t)en Busse, LKWs, Autos.

https://en.wikipedia.org/wiki/Anadol
https://de.wikipedia.org/wiki/Devrim
BMC https://www.google.de/search?q=bmc+türkiye&client=opera&hs=HjG&biw=1366&bih=630&tbm=isch&source=lnms&sa=X&ved=0ahUKEwig0sORkIHKAhXC1hQKHXLYAkkQ_AUIBygC
Basak Traktör, TürkTraktör etc.

Die kritischsten Teile aber werden, im Iran wie auch der Türkei, importiert; einen leistungsstarken Verbrennungsmotor kann selbst der Iran nicht ohne ausländische Assistenz produzieren, aber er kann den größten Teil eigenständig herstellen. Das ist lobenswert. Die größten Eigenentwicklungen der Türkei fallen daher in die Zeit der Importsubstitution, was nichts anderes als eine selbstgewählte Isolation war. Genau so ist es im Falle des Irans heute.

Der Iran baut seinen eigenen Panzer: https://de.wikipedia.org/wiki/Zulfiqar_(Panzer)

Das ist löblich. Bloß ist das Schrott auf Ketten, mehr nicht. Schon wurden die Sanktionen aufgehoben, kauft man sich einen russischen Panzer: http://www.al-monitor.com/pulse/origina ... tanks.html

Niemand im Iran wird iranische Autos fahren wollen, wenn man sich einen BMW, Ford oder Toyota kaufen kann. Der Iran wird keinen Entwicklungsschub durch die Aufhebung der Sanktionen erfahren. Viele Bereiche, die heute bloß deshalb überlebensfähig sind, weil die Sanktionen bestehen, werden eingehen. Die Aufhebung bzw. Lockerung der Sanktionen könnte sich auch als Fluch entpuppen.

Die IranerInnen haben Inseltechnologien, die sie aufgrund der fehlenden Privatwirtschaft zudem nicht in Geld umsetzen können, weil staatliche Firmen und Unternehmen Monopole halten und den Wettbewerb verzerren - völlig unabhängig davon, ob ohne oder unter den Sanktionen.

Amir Taheri, dessen Meinung ich oftmals nicht teile, hat zu diesem Punkt etwas Richtiges geschrieben: http://english.aawsat.com/2015/12/artic ... ic-horizon
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 29. Dez 2015, 15:19

Was genau ist jetzt deine Quintessenz? Das alles iranische (= türkische, wie du schriebst) = Schrott ist? Ja, was machen wir denn jetzt? Bzw. Ankara und Teheran? Teheran hofft seinen "Schrott" demnächst upzugraden - wie der Rest der Welt auf big business. Wie ist die Strategie der Türkei ihren Schrott aufzupimpen?
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 26. Feb 2016, 23:30

Start der Simorgh?

Es gibt Hinweise, daß es in der nächsten Woche zu einem Start einer Trägerrakete kommen könnte. Offiziell wurde in jüngster Vergangenheit der Start einer längst überfälligen neuen Trägerrakete namens Simorgh angekündigt. NOTAM ist betreffs mehrere Zeitfenster davon in Kenntnis gesetzt worden. U.a. für den 1-2. März.

NOTAM (Notice(s) to Airmen) sind Anordnungen und Informationen über temporäre oder auch permanente Änderungen der Aeronautical Information Publication (AIP), die für einen geordneten, sicheren und flüssigen Flugverkehr wichtig sind.

https://de.wikipedia.org/wiki/NOTAM


Der Start soll gleichzeitig die Einweihung eines neuen Weltraumbahnhofs sein.



IRAN LAUNCH FORTHCOMING

Launch Preparations? All I see are buildings. But those buildings tell a story. First, the new image reveals that Iran has completed construction at the site, which we call Launch Complex 2. That’s news. Second, the launch gantry, which moves along rails, is now positioned over the launch bucket. That suggests Iran is stacking up and fueling the rocket inside. (If you want to see a similar launch operation, this video from India is a good model.) Third, there are a lot of vehicles on site. That means personnel are there working. This is pretty much what preparing to launch looks like.

Why 1-2 March? Iran has issued a Notice to Airmen (NOTAM) closing the airspace over the launch pad for 1-2 March. Iran typically issues a NOTAM before a launch, although a previous NOTAM for 16-18 February expired with no launch and Iranian officials floated different launch dates. And, of course, space launches can be delayed.

http://www.armscontrolwonk.com/archive/ ... rthcoming/


Mit Sicherheit wird der nächste Start solch einer Trägerrakete - egal wann- wieder "Sorgen" hervorrufen. Interessanterweise ist der mögliche Start zeitlich nahe der Wahlen im Iran.

Der Start dieser Rakete war schon lange angekündigt. Weshalb er nicht stattfand ist unklar. Technische Probleme oder politische Komplikationen im Kontext der Verhandlungen mit den USA wegen des Atomprogramms sind möglich.

Iranian Space Agency

The Simorgh rocket is 27 metres (89 ft) long, and has a mass of 77 tonnes (85 tons).[4] Its first stage is powered by four main engines, each generating up to 29,000 kilograms (64,000 lb) of thrust, plus a fifth which will be used for attitude control, which provides an additional 13,600 kilograms (30,000 lb).[4] At liftoff, these engines will generate a total of 130,000 kilograms (290,000 lb) of thrust. Simorgh is capable of putting a 60-kilogram (130 lb) payload into a 500-kilometre (310 mi) low Earth orbit.[5] According to ISNA the engine could be used in future rockets capable of carrying 700-kilogram (1,500 lb) satellites into 1,000-kilometre (620 mi) orbits.[4][6]

https://en.wikipedia.org/wiki/Iranian_Space_Agency
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 27. Feb 2016, 09:36

Atomtechnik für den kleinen Geldbeutel?

Nukleartechnologie ist teuer. Aber vielseitig einsetzbar, es geht nicht nur um Energie, sie ist unersetzbar in Industrie, Medizin und der Wissenschaft geworden. Viele Staaten in Asien und Afrika haben dafür kein Geld. Und müssen bei einigen wenigen Anbietern Produkte und Dienstleistungen, natürlich zu einem fairen Preis, einkaufen. Teheran möchte mit Kooperationspartnern wie Ungarn und Japan da Abhilfe schaffen.

Kleine Reaktoren, für kleines Geld.

Iran has proposed a project with Hungary to design and develop a small nuclear reactor that could be sold across Asia and Africa and also built in the Islamic republic, Tehran's top nuclear official said on Thursday.

Iran's Ali Akbar Salehi said he envisaged a joint pilot project with Hungary to design a 25-megawatt reactor and then a reactor of up to 100 megawatts, a size he said would be marketable across Asia and Africa.

He told a conference in Budapest that small reactors would be more affordable to poorer countries and require less cooling water, a critical consideration in Africa and Asia.

http://www.reuters.com/article/us-iran- ... SKCN0VR2IN


Iran interested in cooperation with Japan to build small N. power plants

Head of the Atomic Energy Organization of Iran (AEOI) Ali Akbar Salehi announced Tehran's willingness to cooperate with Japan in building small nuclear power plants.

Salehi made the remarks in a meeting with Special Advisor to Japanese Prime Minister Katsuyuki Kawai in Tehran on Tuesday afternoon, Fars News Agency reported on Feb.17.

During the talks, Salehi called for the development of cooperation in scientific and technological fields, adding that Tehran is also interested in cooperation with Tokyo in areas related to nuclear safety, building 100-MW nuclear power plants, and other peaceful uses of nuclear technology.

Kawai, for his part, underlined the need for the expansion of bilateral ties, and said, "Good proposals were raised during the meeting which will be precisely studied by the Japanese government."

http://en.trend.az/iran/nuclearp/2495787.html


Das könnte wieder einige aufschrecken. Weniger, weil dann sogar Afrikaner Atomwaffen bauen, so einfach geht das nicht, sondern, weil das womöglich Kunden wegnimmt. Eine Urananreicherung auf industriellen Niveau, wie vom Iran angedacht (von anderen Industrienationen merkwürdigerweise abgelehnt...) und jetzt erstmal bis zu 10+ Jahre eingefroren, haben schon vor Jahren einige als Konkurrenz wahrgenommen. Weniger im Atombombenbau, denn als Preisbrecher auf dem lukrativen Markt. Vermutlich sind nicht nur Dübel aus dem Iran billiger als z.B. von europäischen Produzenten. Das ist auch eine Frage der Lohnkosten etc.

Es bleibt abzuwarten, ob es ein realistisches Unterfangen ist, dennoch ist grundsätzlich ein Bestreben auch von Minderbetuchten da an den Segnungen der Industrienationen teilzunehmen.
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 15. Mär 2016, 18:46

Beginnend ab Frühling soll es zu mehreren Testflügen der Simorgh kommen.

Iran to Launch Homegrown Satellite Carrier This Spring

Manteqi told the Tasnim News Agency that the missile will be launched in three phases: two test launches, one of which will take place in the coming weeks and the other in late summer, and a third launch, which will most probably take place in early 2017.

http://www.tasnimnews.com/en/news/2016/ ... his-spring


Im Rahmen der Asia-Pazific Space Cooperation Organization (APSCO) soll in Kooperation der Bau von Satelliten betrieben werden.

Iran and 7 member states of the Asia-Pacific Space Cooperation Organization (APSCO) are planning to jointly design and build a remote sensing satellite, said head of Iranian Space Agency for International Cooperation on Friday.


Naghash further added that the universities from China, Turkey, Pakistan, Bangladesh, Thailand, Mongolia, and Peru have stated their readiness to take part in the satellite project.

http://www.payvand.com/news/16/mar/1056.html
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 9. Apr 2016, 08:12

In Bezugnahme zum Eingangsthread. 2017 kann es offiziell losgehen. Die Arbeit mit dem Teilchenbeschleuniger kann beginnen.

Israel to cooperate with Iran, other Mideast powers on accelerator machine

Cooperation on accelerator machine with Iranian, Turkish, Egyptian, Pakistani and Palestinian researchers starts next year.

Leaving politics aside, the governments of Israel, Jordan, Iran, Turkey, Pakistan, Cyprus, Egypt and the Palestinian Authority are cooperating so that by the middle of 2017, their scientists work together on SESAME, the first Synchrotron-light for Experimental Science and Applications in the Middle East.


Located in the Jordanian city of Allan 35 kilometers northwest of the capital of Amman, it will be the first synchrotron light source and first major international scientific center in the Middle East and the region.

http://www.jpost.com/Business-and-Innov ... ron-450149


Im Iran finden die Robocup Meisterschaften 2016 wieder statt.

Soccer match highlights RoboCup Iran Open

RoboCup Iran Open 2016 was organized by the Iranian RoboCup Regional Committee and Qazvin Azad University. 320 teams from Iran and abroad participated. The 3-day competitions kicked off Wednesday at Tehran’s Permanent Fairground.

http://darkroom.baltimoresun.com/2016/0 ... an-open/#1


Robocup IranOpen 2016
http://2016.iranopen.ir/en-gb/home.aspx

IranOpen
https://en.wikipedia.org/wiki/IranOpen
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 23. Apr 2016, 12:51

Es gab wohl einen Start einer neuen Trägerrakete. US-Quellen sind sich offenbar noch nicht schlüssig, ob es eine fehlerhafte Mission war, da mutmaßlich nichts in den Orbit gebracht wurde, oder ob nur bestimmte Aspekte der Trägerrakete getestet wurden.

Iran Tests Space Rocket Amid Long-Range Missile Rumors

According to the Washington Free Beacon, Iran launched its Simorgh space launch vehicle on Tuesday.

A U.S. defense official told the news outlet the test "was either an unsuccessful launch, or a test of third stage."

The Simorgh did not reach orbit, according to the report.

State Department spokesman John Kirby would not confirm the launch had taken place, but said U.S. officials have been keeping an eye on the situation.

http://www.newsmax.com/Newsfront/iran-r ... z46eLAw6yN
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon King Kong 2006 » So 8. Mai 2016, 09:18

Die Atomanlage bei Fordo/Iran kann optional zu einer Produktionsstätte für Isotope und Forschung in der internationalen Atomwirtschaft in Zukunft genutzt werden.

Es besteht nach dem Wegfall der Sanktionen die Chance, daß auch die Atomindustrie Irans international vernetzt wird. Die in den letzten Jahrzehnten sich zu spitzende Krise zwischen den USA und dem Iran verengte die allgemeine Sicht auf die iranische Nuklearindustrie auf ein reines Waffenprogramm. Was so gerechtfertigt ist, wie eine metallverarbeitende Industrie in einem Land nur auf Rüstungsgüter oder eine chemische Pharmaindustrie nur auf Chemie- und Biowaffen zu reduzieren.

Iran nuclear deal raises hopes for science

“The option that Fordow may be transferred into a physics-research facility is certainly exciting to the physics community of Iran,” says Shahin Rouhani, a physicist at the Institute for Research in Fundamental Sciences (IPM) in Tehran and president of the Physics Society of Iran. “What will actually happen is, of course, dependent on the final agreement in a few months’ time, and the exact infrastructure available in Fordow,” he adds.


According to the proposed deal, some of the uranium-enrichment centrifuges at the Fordow site would be repurposed to produce isotopes such as molybdenum-99, which is widely required for medical imaging (see go.nature.com/jafnpt). Rüdiger Voss, head of inter­national relations at CERN, Europe’s particle-physics laboratory near Geneva, Switzerland, says that such a capability could help to stem a global shortage of these isotopes.


Physicist Ernest Moniz, the US energy secretary who is the nation’s lead scientific negotiator on the agreement, has mentioned the possibility of installing a particle accelerator there. Iranian physicists are already on the case too, says Reza Mansouri, an astronomer at the IPM and a former deputy science minister. The Physics Society of Iran intends to write to politicians to ask to be involved in the choice of any future projects, he says, and Rouhani plans for the society to set up a working group to examine the possibilities for exploiting Fordow. He cites the construction of a neutrino detector as a possibility; Mansouri suggests research on cosmic rays.

Iran has a vibrant physics community and is already home to facilities such as the Iranian Light Source Facility in Qazvin, northwest of Tehran, which provides intense beams of X-rays for research in many fields. Iranian physicists also have many international collaborators, for example through the country’s participation in experiments at CERN, and so are well poised to discuss any plans with colleagues abroad. “I can only be open to the initiative,” says Patrick Fassnacht, who is in charge of international relations with Iran at CERN.

http://www.nature.com/news/iran-nuclear ... ce-1.17321


Under the July 2015 JCPOA (Joint Comprehensive Plan of Action/nuclear deal) no enrichment will be permitted at Fordo for 15 years and the facility will instead be converted into a nuclear, physics and technology center. The facility will also produce radioisotopes for use in medicine, agriculture, industry and science as 1,044 centrifuges are allowed to be installed at the site.

http://en.trend.az/iran/nuclearp/2520977.html


Scientific Center to Be Built for Iran’s Fordow in 2 Years, Russia Says

http://www.tasnimnews.com/en/news/2016/ ... ussia-says


Derweil nähert sich SESAME der Fertigstellung.

Ambassador of Iran visits SESAME

Iranian scientists and engineers have always played an active part in the Centre’s activity. For a number of years, two of its engineers, Arash Kaftoosian and Seadat Varnasseri, headed SESAME’s Radio Frequency Group (in the case of Arash), and its Power Supply and Diagnostics Group (in the case of Seadat). Since August 2015, Hossein Ali Khosroabadi has been working as SESAME’s Beamline Optics Scientist. For 7 months, Iran seconded Ehsan Yousefi to CERN (European Organization for Nuclear Research) to help in construction of the magnetic system for SESAME’s storage ring - construction of the magnets has been funded by the European Commission and led by CERN, in collaboration with SESAME.

An Iranian, Fatemeh Elmi of the University of Mazandaran, was one of the first scientists to use the Fourier Transform Infrared microscope installed at SESAME in the summer of 2014 to jump-start research – this microscope will soon be adapted to SESAME’s ‘day-one’ IR (infrared) beamline. She is working on a joint study on breast cancer.

http://en.mehrnews.com/news/116381/Amba ... its-SESAME
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 13. Jul 2016, 07:25

Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde besuchte jüngst ITER, die Nuklearforschungsanlage in Südfrankreich betreffs der Fusionsenergie. Offenbar ist man übereingekommen zu kooperieren.

Iran, France to cooperate on nuclear fusion project

Tehran’s nuclear chief visited HQ of experimental reactor in southern France before announcing involvement

http://www.timesofisrael.com/iran-franc ... n-project/


Damit knüpft man an aus Sicht Irans an andere frühere gemeinsame Teilhabe wie CERN an. Die technologische Sanktionierung weicht langsam auch wieder.
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon Flat » Mi 13. Jul 2016, 08:28

palulu hat geschrieben:(06 Sep 2015, 21:30)

Teilchenbeschleuniger haben i.d.R. einen Umfang von etwa 500m, erinnere ich mich irgendwo gelesen zu haben. Das ist also Standard.



Moin,

gilt da nicht: je größer desto besser?

HERA beim Hamburger DESY hat einen Durchmesser von 2 km. Ich meine, dass CERN noch einen deutlich größeren betreibt.
_______
wer Rechtsradikales sagt und tut, ist rechtsradikal. Das hat nichts mit Nazikeule zu tun.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/inte ... 62231.html
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon Perdedor » Mi 13. Jul 2016, 15:30

Flat hat geschrieben:gilt da nicht: je größer desto besser?

HERA beim Hamburger DESY hat einen Durchmesser von 2 km. Ich meine, dass CERN noch einen deutlich größeren betreibt.


Es kommt auf den Verwendungszweck an. In SESAME sollen keine Teilchen zur Kollision gebracht, sondern Synchrotronstrahlung erzeugt werden, welche von den sich kreisförmig bewegenden Teilchen ausgeht. Dafür ist kein großer Umfang von Nöten. Die Anlage ist daher weniger mit dem HERA (DESY) oder LHC (CERN) zu vergleichen, sondern mit PETRA (DESY) oder BESSY (Berlin). Eine frühere Version des BESSY ist soagr die Grundlage von SESAME.

Synchrotronstrahlung findet vielfältige Anwendungen in den Materialwissenschaften. Der Beschleuniger ist lediglich eine Maschine zu deren Erzeugung. Neue Teilchen (Higgs...) sollen nicht erzeugt werden, im Gegensatz zum LHC, in dem mehr Energie (->größer) i.A. natürlich besser ist.
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 9. Dez 2016, 22:59

Im May 2017 soll es dann losgehen.

First Middle Eastern X-ray factory readies for action

SESAME project is set to revolutionize science in the region but is strapped for cash.

The Middle East’s first major international research centre has weathered political unrest, international sanctions and even the assassination of two delegates. Now, the Synchrotron-light for Experimental Science and Applications in the Middle East, or SESAME, is on the brink of circulating its first subatomic particles.

The machine, which lies outside Amman, Jordan, will start accelerating electrons around its 133-metre ring in December and begin using the resulting beams of intense radiation to do science from May 2017.

http://www.nature.com/news/first-middle ... on-1.21029


Im Iran versuchen junge startups ihren Weg zu machen.

Inside Iran's 'Silicon Valley'

Young Iranians are creating startups with unprecedented success

Tehran, Iran- Although Iran has been among the world's most isolated nations owing to decades of international sanctions, this is bound to change soon thanks to technology.

There are 80 million mobile phone users in Iran today, almost half of them with smartphones. The country also boasts a young population with 32 million people [out of approximately 78 million] between the age of 20 and 32. According to Iran's Ministry of Communication and Information Technology, by March 2017 the internet penetration rate will be at 65 percent.

http://www.aljazeera.com/indepth/inpict ... 59722.html


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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 2. Feb 2017, 08:00

Die iranische Atomenergiebehörde hat im Rahmen des "Atomabkommens" eine neue Gasultrazentrifuge getestet. Die IR-8. Sie ist rund zwanzigmal so leistungsfähig wie die IR-1, die noch Thema unter der legendären Bush-Administration war. Seinerzeit forderte Bush, daß der Iran nicht eine Gasultrazentrifuge besitzen sollte. Trotz rechtlicher Grundlage. Also nicht mal auf wissenschaftlichen Niveau mögliche Anordnung, wie Teheran es Vorschlug. Nach einigen kritischen Beobachtern hat die wiederholte zero-Haltung von Bush im Iran für richtiges Ärmel hochkrempeln gesorgt. Nach dem Motto "Jetzt erst Recht!" Also, industrielles Niveau, ohne Beschränkung.

Iran tests new-generation centrifuge under JCPOA

Iran has for the first time injected uranium hexafluoride (UF6) gas into its IR-8 uranium enrichment centrifuges. The development of the next-generation centrifuges is being carried out within the framework of the Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), the Atomic Energy Organisation of Iran (AEOI) said.

A statement issued by the AEOI on 28 January said the injection of UF6 into the centrifuges marked an important step in the country's uranium enrichment research and development. It described the IR-8 as 'one of the most advanced centrifuges designed and built by Iranian scientists'. The design has an enrichment capacity 'about twenty times' that of the first-generation IR-1 centrifuges already in operation in Iran, and has been undergoing mechanical testing for the last three years.

AEOI spokesman Behrouz Kamalvandi, reported by the Mehr news agency, said the injection of UF6 was carried out according to schedule. "This measure was not a reaction to or the result of a particular event. It was fully in line with the nuclear deal", he said.

http://www.world-nuclear-news.org/UF-Ir ... 01177.html


Die Entwicklung, Produktion und der Betrieb solcher Urananreicherungsanlagen gilt als eine Königsdiziplin. Sie ist sehr kompliziert und aufwändig. Brasilien ist auf seine Anlage auch recht stolz und hütet sie wie ein Augapfel vor der internationalen Atomenergiebehörde. Aus propagandistischen Gründen hielt man sich aber beim Iran in der Ölreichen Region im Gegensatz zu Brasilien nicht zurück.
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Re: Projekt "Sesam, öffne dich!" - Neue Möglichkeiten?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 17. Mär 2017, 23:54

Die arabischen Staaten am Persischen Golf stecken sich hohe Ziele. Die Emirate wollen einen bemannten Flug zum Mars. Klingt etwas sehr ambitioniert. Immerhin will man sich da bis zu 100 Jahre Zeit nehmen. Das relativiert die Sache...

UAE 'Mission To Mars' Sparks Talk Of A Gulf Space Race

The UAE’s ambitious plans to send a manned mission to Mars within 100 years, unveiled last month, is prompting others around the Gulf region to think about following suit.


Das will Kuwait womöglich nicht hinten anstehen.

A recent report by the official Kuwaiti news agency Kuna suggests that a number of locals there are starting to wonder if Kuwait could follow the UAE’s lead and set up its own national space program. Citing Dr Hala Al-Jassar, assistant professor at the Physics Department at Kuwait University, it said that establishing a space program, or at least a space agency, “is not a fantasy, it is the way of the future.”

Kuwait has a limited base of experience to draw on in this arena. In 2014, Kuwait University and the Kuwait Foundation for Advancement of Science signed up to NASA’s soil moisture active passive (SMAP) initiative. In addition, the Kuwait Institute for Scientific Research is working with NASA on its jet propulsion laboratory project.

Such programs may be limited, but they do at least represent a start. “When we start a space program, we will not be starting from scratch,” Dr Al-Jassar told Kuna. “We have the budget, the talents, the expertise and outstanding graduates.”


Die Saudis, denen ähnliche Fähigkeiten wie den anderen Golfmonarchien in Punkto Technikbeherrschung und Effizienz nachgesagt wird, haben eine Abkürzung genommen. Ein Prinz sicherte sich schon in den Achtzigern einen Platz in einem Space Shuttle und nun kann mit Stolz behauptet werden, daß gleich in drei Punkten ein Saudi die Meßlatte vorgelegt hat. Der erste Araber, der erste Muslim und der erste Angehörige einer Königlichen Familie war ein Saudi. Herzlichen Glückwunsch. :thumbup:

There have been occasional bouts of space-related dreaming in the past. In June 1985, Sultan bin Salman al-Saud, a member of the Saudi royal family, was part of the crew on a Space Shuttle Discovery flight – becoming the first Arab, first Muslim and first member of a royal family to go into outer space.

https://www.forbes.com/sites/dominicdud ... d13e185fd1


Im Iran gibt es wieder Spekulationen. Ein Start einer Trägerrakete war angesagt. Sie fand nicht statt. Die bereits aufgestellte Rakete wurde wieder vom Startplatz genommen. Das war u.a. auch von Satellitenaufnahmen zu entnehmen. Jetzt meldete sich Brigadier-General Amir Ali Hajizadeh und behauptete, daß dies aufgrund des Druckes aus den USA geschehen sei. Schwierig diese Aussage einzuordnen, da dies lt. Kommentatoren auch im Kontext des Kampfes zwischen Reformern und Hardlinern zu sehen wäre. Sprich die Hardliner wollen das Lager um Rouhani als schwach darstellen. Gerade mit so einer Aussage. Gleichzeitig wurden militärische Raketen getestet und konfrontative Demonstrationen im Persischen Golf mit der US-Navy praktiziert. Warum sollte man dann einen Raketenstart wegen eine möglichen Konfrontation mit den USA abblasen? Wie dem auch sei.

Von zehn Staaten, die bisher einen Satelliten ins All transportiert haben, kommen immerhin sechs aus Asien.

Asian space race

Several Asian countries have space programs and are actively competing to achieve scientific and technological advancements in space, a situation sometimes referred to as the Asian space race in the popular media[1] as a reference to the earlier Space Race between the United States and the Soviet Union. Like the previous space race, issues involved in the current push to space include national security, which has spurred many countries to send artificial satellites as well as humans into Earth orbit and beyond.[2] A number of Asian countries are seen as contenders in the ongoing race to be the pre-eminent power in space.[3]

Of the ten countries that have independently successfully launched a satellite into orbit, six are Asian: China, India, Iran, Israel, Japan and North Korea.

https://en.wikipedia.org/wiki/Compariso ... e_programs


Noch ist kein arabisches Land dort zu sehen, aber den saudischen Prinzen im All kann keiner mehr den Saudis nehmen.
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Ungarn - Iran -> Reaktor für den kleinen Geldbeutel?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 7. Apr 2017, 07:11

Eine Infrastruktur für Forschung und Industrie im nuklearen Bereich ist nicht günstig. Für viele Länder ein Hindernis sich dort signifikant zu engagieren bzw. dies eher im Verbund mit anderen Staaten tun zu können.

Ungarn und der Iran führen über eine Kooperation im nuklearen Bereich schon länger Gespräche. Jetzt scheint es Unterschriftsreif zu sein.

Hungary teams up with Iran to develop joint NUCLEAR POWER PLANT

HUNGARY and Iran have agreed plans for a joint mini nuclear power plant project.


Ein Aspekt dabei ist auch ein Geschäftsmodell zu entwickeln. Nämlich ähnlich wie beim "Volkscomputer" oder "Volkstablet" einen Reaktor zu entwickeln, den sich auch nicht so reiche Länder in Asien und Afrika leisten können.

The two countries had also discussed developing a second, 100-megawatt reactor to be sold in Africa and Asia.

http://www.express.co.uk/news/world/788 ... -sanctions


Das wird sozusagen nicht das iphone unter den Reaktoren, das ist aber auch nicht Sinn der Sache. Es geht bei dieser Kooperation zunächst um Ungarn und Iran. Sowie dem Projekt einen (Forschungs-)Reaktor zu entwickeln, der für den Export gedacht ist und zugeschnitten für die Fähigkeiten und Bedürfnisse derer.
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Nukleare Sicherheit - EU/Iran - Projekt mit China

Beitragvon King Kong 2006 » So 30. Apr 2017, 15:12

Das Zentrum für nukleare Sicherheit in Zusammenarbeit mit der EU soll auch für andere Staaten in der Region von Nutzen sein.

Iran, EU to build advanced nuclear safety center

Salehi added that the nuclear safety center would extend services to regional countries as well.


Salehi said Iran and the EU also plan to set up a roadmap based on Euratom - a complementary research program for nuclear research and training.

According to this roadmap, Iran can use Euratom facilities in nuclear research and development, he said.

http://en.trend.az/iran/politics/2748222.html


Die Zusammenarbeit Chinas und Irans bei dem IR-40 Reaktor bei Arak (und dortige Schwerwasseranlage) scheint unter Dach und Fach. Im Rahmen des Atomabkommens wird der Reaktor umgebaut. Der Kern wurde von der iranischen Atomenergiebehörde bereits entnommen. China wird eine besondere Funktion dabei zuerteilt. U.a. zu sehen, ob alles in geordneten Bahnen verläuft.

According to the agreement, the Chinese side is to review the new design of the Arak reactor made by the Iranian experts and confirm its compliance with the international safety standards of the International Atomic Energy Agency.

Iranian experts completed initial phases of the reactor’s redesigning in March.

http://www.presstv.ir/Detail/2017/04/23 ... water-AEOI


Der IR-40 Reaktor sollte den veralteten US-Reaktor in Teheran ersetzen. Dies sind Forschungsreaktoren, die u.a. auch für die Gewinnung von Isotopen in der Nuklearmedizin genutzt werden. Der IR-40, so der Vorwurf hätte in der bisherigen Form zuviel Plutonium abgeworfen. Neben Uran ein weiterer Stoff aus dem Atombomben gemacht werden können.
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1. AKW in der arabischen Welt fast fertig

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 26. Mai 2017, 23:00

Der südkoreanische Konzern KEPCO errichtet insgesamt 4 Reaktorblöcke mit 5400 MW Leistung in den Emiraten. Der erste Block ist praktisch fertig. Inbetriebnahme wurde aber verschoben. Im Rahmen der Versorgung mit Brennstäben und Service sind auch Firmen aus Frankreich und Russland beteiligt.

Construction of UAE’s first nuclear reactor complete but operation delayed to 2018

http://www.thenational.ae/uae/governmen ... ed-to-2018




Es gibt mehrere Forschungsreaktoren in der arabischen Welt. So in Algerien oder Ägypten. Letzteres Land wird bald mit dem Bau von 4 Reaktorblöcken mit einer Gesamtleistung von 5000 MW beginnen. Mit Hilfe Russlands.
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Programm für bemannte Raumfahrt im Iran aufgegeben

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 31. Mai 2017, 21:52

Iran cancels project for sending human into space

Iran sent a monkey into space in January 2013 and it had announced a goal of sending a person by 2018. But Wednesday's report quotes Mohammad Homayoun Sadr, deputy head of the space organization, as saying the cost was judged to be prohibitive — an estimated $15 to $20 billion over 15 years.

http://abcnews.go.com/Technology/wireSt ... e-47743869


Für ein Land unter Sanktionen und Ausgaben in der Region ist dieses Projekt, nur um einen Menschen in den Weltraum zu bekommen zu teuer. Eine für viele überfällige Entscheidung. Optional ist eine bemannte Raumfahrt mit China im Gespräch. Außer den USA, Russland und China gibt es keine Raumfahrtnation, die mit eigenständigen Programmen eine bemannte Raumfahrt betreiben, bzw. einst betrieben haben. Auch die ESA und die USA greifen dabei auf Russland zurück. Indien wäre potentiell interessiert selbst einzusteigen.

Further, it is believed that Iran and China have been in discussions about Iranian participation in the Chinese space station.

https://spacewatchme.com/2016/05/china- ... ian-among/
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