Der Kampf der Kurden gegen den IS

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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon King Kong 2006 » Do 30. Jun 2016, 08:55

garfield336 hat geschrieben:(30 Jun 2016, 09:05)

Ich habe von Kämpfen gelesen, zwischen Peshmerga und Iranischer Revolutionsgarde in Iran.

Weiss du davon mehr? Ich hoffe ja nicht, dass sich dort gerade eine neue Kriegsfront auftut.....


Das scheint ein Mischmasch zwischen KDPI und PKK/PJAK zu sein, keine Peschmerga, offizielle Streitkräfte der KRG. Es ist wohl nicht zu erwarten, daß sich das ausweitet. Die USA nehmen davon "keine Notiz". Es steht zwischen der KRG und Iran, wie auch auf dem Schlachtfeld im Irak/IS und in der Beziehung USA/Iran zuviel auf dem Spiel, als das die Beteiligten ein Interesse an einer Eskalation hätten. Teheran hat bereits angekündigt notfalls im Irak Operationen auszuführen. Drin ist man ja eh schon.
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Kardux » Do 30. Jun 2016, 15:17

garfield336 hat geschrieben:(30 Jun 2016, 09:05)

Ich habe von Kämpfen gelesen, zwischen Peshmerga und Iranischer Revolutionsgarde in Iran.

Weiss du davon mehr? Ich hoffe ja nicht, dass sich dort gerade eine neue Kriegsfront auftut.....


Das geht schon länger, nur handelt es sich dabei um die Peshmerga der ostkurdischen (Iranisch Kurdistan) Parteien PDK-I und PAK. Angeblich plant der Iran jetzt Parteibüros dieser Parteien in Südkurdistan (Irakisch Kurdistan) anzugreifen, sind derzeit aber nur Gerüchte. Seitdem Rouhani an der Macht ist wurden sehr viele Kurden hingerichtet - Tendenz nicht abfallend. Die Kriegsfront ist unvermeidbar, der Iran agiert nicht weniger kolonialistisch als die Türkei oder die arabischen Staaten. Und der Iran treibt immer mehr Kurden in die Arme der Kriegsparteien, die kurdischen Gebiete werden kontinuierlich abgewirtschaftet, Investitionen gibt es keine und die Menschen vorort sind oftmals gezwungen Schmuggel (nicht unbedingt Drogen) zu betreiben um zu Überleben. In den letzten Jahren ermordeten iranische Grenzsoldaten viele Schmuggler und entreissen den Menschen die letzte Arbeitsmöglichkeit. Der Weltöffentlichkeit verkauft man das dann in einem guten Licht.
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Ultra-tifosi » Do 30. Jun 2016, 19:35

komischerweise beliefert der Iran gleichzeitig die Irakischen Kurden mit Waffen für den Kampf gegen den IS, gleichzeitig bekämpft er mit aller Härte ihre Ableger im Iran.

Wie sieht die Situation eigentlich bei den Luren, Belutschen, Aserbaidschanern, Kaschgai, Mazandari, Gilaki, u.a. im Vielvölkerstaat Iran aus? Gibt es da ähnliche Probleme & ein Potenzial für einen Aufstand?
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Kardux » Do 30. Jun 2016, 23:44

Ultra-tifosi hat geschrieben:komischerweise beliefert der Iran gleichzeitig die Irakischen Kurden mit Waffen für den Kampf gegen den IS, gleichzeitig bekämpft er mit aller Härte ihre Ableger im Iran.


So ist nunmal der Nahe Osten - es wird abgewogen wer das kleinere Übel ist. Und der Iran sieht im sunnitischen Extremismus die größere Gefahr. Die Südkurden waren und sind eigentlich seit der Gründung des Iraks vom Iran abhängig. Immer wieder wurde der Iran als Rückzugsgebiet genutzt von den Südkurden oder wurden von iranischen Herrscher militärisch unterstützt - ein typischer Spielball. Wobei man eben auch erwähnen muss das Mustafa Barzanî, ein früherer Kurdenführer, während der Ausrufung der kurdischen Republik im Jahr 1946 gezeigt hat was man von iranischer Herrschaft hält, wenn sich die Möglichkeit ergibt.

Ultra-tifosi hat geschrieben:Wie sieht die Situation eigentlich bei den Luren, Belutschen, Aserbaidschanern, Kaschgai, Mazandari, Gilaki, u.a. im Vielvölkerstaat Iran aus? Gibt es da ähnliche Probleme & ein Potenzial für einen Aufstand?


Die Tendenz gibt es nur bei den sunnitischen Belutschen und Kurden. Die anderen Völker die du aufgelistet hast sind entweder schiitisch oder stark "persophil". Im Grunde können nur die Turkvölker im Iran einen Umbruch einleiten, die Azeris sind hingegen komplett schiitisch und die Turkmenen mehrheitlich schiitisch. Abgesehen davon haben die Turkvölker im Iran auch eine Herrschaftsgeschichte. Einer der bekanntesten Monarchen des Irans, Nadir Shah war Turkmene, die Qadjaren- Dynastie ebenfalls. Nichtsdestotrotz existiert speziell unter den Azeris eine Minderheit die sich sehr einen Anschluss an Aserbaidschan einsetzen - jedoch nicht wirklich politisch aktiv. Solange im Iran die schiitischen Klerikalfaschisten regieren denke ich auch nicht das man die Azeri-Massen für einen Aufstand gewinnen kann. Trotzdem, die Hegemonie des Persischen, also der persischen Sprache und Kultur, über die anderen Völker hat Konfliktpotential.

Interessant das du die Luren erwähnst. Ursprünglich waren das Kurden, hatten sich dann aber abgespalten. Religiös betrachtet sind es Schiiten, sprachlich hat man sich immer mehr dem Neupersischen angepasst. Heute sprechen viele Luren nicht einmal mehr Lurisch. Ein wirkliches Nationalbewusstsein hat sich bei den Völkern die du aufgelistet hast auch kaum entwickelt, weshalb auch immer.
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Ultra-tifosi » Fr 1. Jul 2016, 15:22

wobei die Belutschen leider teilweise sehr stark islamistisch eingestellt sind. Interessant was du zu den anderen Völkern im Iran sagst.

Wie sieht´s eigentlich in Rojava aus? Ich meine in Hinsicht der wirtschaftlichen Lage. Die Türkei blockiert ja sogar Hilfstransporte geschweigen denn lässt sie Handel zu. Und auch zur KRG gibt es (wegen der Türkei) immer wieder Probleme...
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Kardux » Sa 2. Jul 2016, 14:10

Ultra-tifosi hat geschrieben:wobei die Belutschen leider teilweise sehr stark islamistisch eingestellt sind.


Ja, in der Tat. Man könnte die Belutschen kulturell wohl am ehesten mit den Paschtunen vergleichen wobei es auch viele Gemeinsamkeiten mit den Kurden gibt (linguistisch als auch soziokulturell). Ihre seperatistischen Tendenzen (und das meine ich nicht negativ, da ihre Ambitionen legitim sind) umfassen nicht nur den Iran, sondern insbesondere Pakistan, wo die Mehrheit der Belutschen auch ansäßig ist.

Ultra-tifosi hat geschrieben:Wie sieht´s eigentlich in Rojava aus? Ich meine in Hinsicht der wirtschaftlichen Lage. Die Türkei blockiert ja sogar Hilfstransporte geschweigen denn lässt sie Handel zu. Und auch zur KRG gibt es (wegen der Türkei) immer wieder Probleme...


Also den Schmuggelhandel zwischen Rojava und der KRG gibt es eigentlich durchgehend, aber seit einigen Monaten darf man auch wieder offiziell Handel betreiben. Die wirtschaftliche Lage ist allgemein betrachtet nicht sehr rosig, weder in Rojava noch in der KRG. Auch Rojava ist vom Erdölverkauf abhängig und der reicht nicht aus um Flüchtlinge zu versorgen, gegen Islamisten und Loyalisten zu kämpfen, und darüber hinaus auch noch ein Gebiet administrativ zu kontrollieren das beständig größer wird. Also wie du beschrieben hast, möchte sich die KRG (PDK-EInflussgebiet) es sich mit der Türkei nicht verscherzen und blockiert den Handel, lange Zeit wurde sogar ein Embargo über Rojava verhängt. Fakt ist aber das ein kontrollierter Schmuggelhandel für korrupte Parteikader auf beiden Seiten sehr lukrativ ist, trotzdem gibt es neben dem wirtschaftlichen Aspekt auch immer die politischen Differenzen, wie man derzeit in Shingal sieht. Die PKK weigert sich konsequent dort abzuziehen, möchte sich quasi ein festes Standbein im Nordirak aufbauen um so dann die KRG-Rojava-Grenze bei Semalka zu übergehen. Die Handel in dieser Region ist derzeit sowieso unübersichtlich, da gibt es eigentlich kaum moralische Grenzen - jeder handelt mit jedem.
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Ultra-tifosi » Sa 2. Jul 2016, 16:39

Kardux hat geschrieben:(02 Jul 2016, 15:10)

Ja, in der Tat. Man könnte die Belutschen kulturell wohl am ehesten mit den Paschtunen vergleichen wobei es auch viele Gemeinsamkeiten mit den Kurden gibt (linguistisch als auch soziokulturell). Ihre seperatistischen Tendenzen (und das meine ich nicht negativ, da ihre Ambitionen legitim sind) umfassen nicht nur den Iran, sondern insbesondere Pakistan, wo die Mehrheit der Belutschen auch ansäßig ist.


womit sie sich in erster Linie selbst schaden. Sowohl Paschtunen als auch Belutschen...


Also den Schmuggelhandel zwischen Rojava und der KRG gibt es eigentlich durchgehend, aber seit einigen Monaten darf man auch wieder offiziell Handel betreiben. Die wirtschaftliche Lage ist allgemein betrachtet nicht sehr rosig, weder in Rojava noch in der KRG. Auch Rojava ist vom Erdölverkauf abhängig und der reicht nicht aus um Flüchtlinge zu versorgen, gegen Islamisten und Loyalisten zu kämpfen, und darüber hinaus auch noch ein Gebiet administrativ zu kontrollieren das beständig größer wird. Also wie du beschrieben hast, möchte sich die KRG (PDK-EInflussgebiet) es sich mit der Türkei nicht verscherzen und blockiert den Handel, lange Zeit wurde sogar ein Embargo über Rojava verhängt. Fakt ist aber das ein kontrollierter Schmuggelhandel für korrupte Parteikader auf beiden Seiten sehr lukrativ ist, trotzdem gibt es neben dem wirtschaftlichen Aspekt auch immer die politischen Differenzen, wie man derzeit in Shingal sieht. Die PKK weigert sich konsequent dort abzuziehen, möchte sich quasi ein festes Standbein im Nordirak aufbauen um so dann die KRG-Rojava-Grenze bei Semalka zu übergehen. Die Handel in dieser Region ist derzeit sowieso unübersichtlich, da gibt es eigentlich kaum moralische Grenzen - jeder handelt mit jedem.


Aber wenigstens ist eine Besserung zu sehen (Aufhebung des Embargo, Legalisierung vom Handel).

Singal wird denke ich noch ein größeres Problem werden, da sich auch die Jesiden nicht einig sind mit wem sie es halten sollen (PKK oder Peshmerga).

Ja, die Berichte über Handel von diversen Kurden mit dem IS bzw. Leute im IS-Gebiet hört man immer wieder. Wahnsinn eigentlich.
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Kardux » Sa 2. Jul 2016, 17:55

Ultra-tifosi hat geschrieben:Singal wird denke ich noch ein größeres Problem werden, da sich auch die Jesiden nicht einig sind mit wem sie es halten sollen (PKK oder Peshmerga).


Ich bin mir absolut sicher das es innerhalb der Yeziden keinen Halt mehr für die PDK geben wird. Das ist völlig ausgeschlossen, auch wenn der derzeitige Oberbürgermeister von Shingal von der PDK bestimmt wurde. Die PKK hingegen genießt schon seit langer Zeit bei den Yeziden in der Türkei und Syrien große Sympathien, unter den Yeziden im Irak aber erst seit dem Massaker 2014. Die Yeziden im Irak können sich eigentlich nicht so recht mit den Volksparteien identifizieren und werden früher oder später wohl auch eine eigene große yezidische Partei gründen. Es gibt sogar eine seperatistische Bewegung unter den Yeziden, die sich ethnisch als auch linguistisch von den Kurden unterscheiden möchte, was wissenschaftlich gesehen völliger Unsinn ist. Ich stimme dir zu, dieses Gebiet wird ein größeres Problem werden, wohl auch deshalb weil nicht klar ist wie eine Koexistenz zwischen Yeziden und Muslimen (Araber und Kurden) noch realisiert werden soll. Irgendwo kann man die Yeziden auch nachvollziehen. Wenn Nachbarn, mit denen man seit Jahrzehnten zusammen lebt, einem dermassen das Messer in den Rücken stechen kann man kein Vertrauen mehr verlangen.
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Kardux » Sa 2. Jul 2016, 17:59

Ultra-tifosi hat geschrieben:Ja, die Berichte über Handel von diversen Kurden mit dem IS bzw. Leute im IS-Gebiet hört man immer wieder. Wahnsinn eigentlich.


Verrat am eigenen Volk ist nichts Neues bei den Kurden. Ich könnte darüber Romane schreiben. Das zieht sich durch die Gesellschaft wie ein roter Faden, vom einfachen Mann, den Geistlichen, Clanführern, bis hin zu politischen Führern.
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Kardux » Fr 22. Jul 2016, 08:11

SDF Gives IS Militants 48 Hours to Retreat from Manbij

The civil mediators in Manbij offered an initiative to both SDF and IS to halt the ongoing clashes in the city.

MANBIJ — Syrian Democratic Forces (SDF) announced their approval of the initiative suggested by the civil mediators in Manbij in Syria to allow the militants of the Islamic State (IS) leave the city with light weapons, without a fight. After 50 days of severe clashes between IS and the US-backed SDF in the city, the civil mediators in Manbij offered an initiative to both sides to halt the ongoing clashes in the city and, according to the suggested initiative, the besieged IS militants in Manbij must leave the city within 48 hours. The SDF forces approved the suggestion, but the IS militants however have not yet showed any reaction. "All military operations in Manbij and its surrounding areas need to come to a halt," states the content of the initiative obtained by BasNews. "Both sides need to release the civilians they have captured" the initiative reads.

SDF, according to the initiative, needs to open an exit route for the besieged IS elements to leave the city for Raqqa or Maskana district, adding that the IS militants must in return avoid planting IEDs and offer the maps of the previously planted IEDs in the city. The SDF council said that the withdrawal of the militants must take place within 48 hours and "this initiative is the only and the final one for the besieged IS elements to leave the city”. The US-led and backed alliance known as the Syria Democratic Forces (SDF) in which Kurdish forces are a major component, formed by the US to fight the Islamic State in northern Syria with the support of the airstrikes from the US-led global coalition.

The SDF fighters previously launched an offensive to recapture Manbij in northern Aleppo in Syria and the forces have recently taken the western parts of the city, besieging the IS militants after deadly clashes between the sides took place over the past 50 days.

http://www.basnews.com/index.php/en/news/middle-east/288563

Angeblich sind Einheiten der SDF bereit dem IS einen abgesicherten Rückzug im belagerten Manbij zu gewähren, jedoch in 48 Stunden. Die Wichtigkeit dieser Ortschaft wird schon offensichtlich wenn man bedenkt wie hartnäckig sich der IS seit Wochen dort hält obwohl die Region für sie verloren ist.
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Kardux » So 24. Jul 2016, 10:45

In Erbil/Hewlêr ist derzeit der Ausnahmezustand ausgerufen worden, die wichtigsten Straßen der Stadt wurden abgeriegelt. Große Malls geschlossen. Man erwartet Terroranschläge des IS in der Stadt.
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Ultra-tifosi » Mo 25. Jul 2016, 19:12

Kardux hat geschrieben:(24 Jul 2016, 11:45)

In Erbil/Hewlêr ist derzeit der Ausnahmezustand ausgerufen worden, die wichtigsten Straßen der Stadt wurden abgeriegelt. Große Malls geschlossen. Man erwartet Terroranschläge des IS in der Stadt.


schon was neues hierzu? Ich finde aktuell nichts...
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Ultra-tifosi » Mi 27. Jul 2016, 09:23

vorläufige Opferzahlen um die Offensive auf Manbji:

140-200+ tote SDF Kämpfer (darunter 1 MLKP)

241 tote Zivilisten

632-1.800 tote IS-Kämpfer

der Großteil der IS-Kommandeure ist mittlerweile tot

der IS hält noch den Ostteil der Stadt besetzt sowie den Großteil des Stadtzentrums...
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Kardux » Mi 27. Jul 2016, 12:51

Ultra-tifosi hat geschrieben:(25 Jul 2016, 20:12)

schon was neues hierzu? Ich finde aktuell nichts...


Der kurdische Geheimdienst erhielt Meldungen wonach eine Gruppe von IS- Jihadisten mehrere Anschläge in Erbil geplant hatte, deshalb war der Sicherheitsapparat auch in Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Medien haben darüber nicht berichtet, weshalb auch immer. Vielleicht wollte man auch kein großes Theater veranstalten. Die Lage in Südkurdistan ist sowieso schon prekär aufgrund der nicht enden wollenden Korruption und Finanzkrise. Am Ende ist zum Glück nichts geschehen. Aber wirklich sicher ist es auch nicht.

Die KRG hat sehr viele sunnitisch-arabische Binnenflüchtlinge aufgenommen, wieviele genau ist nicht ganz klar. Unter diesen Menschen werden auch einige Schläferzellen des IS vermutet. Von einem Klima der Angst würde ich nicht sprechen, aber man ist sich der Gefahr bewusst. Die kurdische Bevölkerung und Regierung verhalten sich diesbezüglich bisher vorbildlich, keine Spur von einer Lynchjustiz. Die Kurden orientieren sich weiterhin an Martin Luther Kings Perspektive:

Darkness cannot drive out darkness; only light can do that. Hate cannot drive out hate; only love can do that.
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Nosony
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon Nosony » Di 15. Nov 2016, 10:34

In bin ich über ein Drohnenvideo über den Kampf in Mossul (Vororte) gestolpert, der IS hat mit Selbstmordfahrzeugen 6 gepanzerte Fahrzeuge der Koalition erwischt. Puh, das wird ein sehr harter Häuserkampf mit hohen Material/Blutzoll.
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Re: Der Kampf der Kurden gegen den IS

Beitragvon YezideDerFreiheit » Di 15. Nov 2016, 19:24

Kardux hat geschrieben:(02 Jul 2016, 18:55)

Ich bin mir absolut sicher das es innerhalb der Yeziden keinen Halt mehr für die PDK geben wird. Das ist völlig ausgeschlossen, auch wenn der derzeitige Oberbürgermeister von Shingal von der PDK bestimmt wurde. Die PKK hingegen genießt schon seit langer Zeit bei den Yeziden in der Türkei und Syrien große Sympathien, unter den Yeziden im Irak aber erst seit dem Massaker 2014. Die Yeziden im Irak können sich eigentlich nicht so recht mit den Volksparteien identifizieren und werden früher oder später wohl auch eine eigene große yezidische Partei gründen. Es gibt sogar eine seperatistische Bewegung unter den Yeziden, die sich ethnisch als auch linguistisch von den Kurden unterscheiden möchte, was wissenschaftlich gesehen völliger Unsinn ist. Ich stimme dir zu, dieses Gebiet wird ein größeres Problem werden, wohl auch deshalb weil nicht klar ist wie eine Koexistenz zwischen Yeziden und Muslimen (Araber und Kurden) noch realisiert werden soll. Irgendwo kann man die Yeziden auch nachvollziehen. Wenn Nachbarn, mit denen man seit Jahrzehnten zusammen lebt, einem dermassen das Messer in den Rücken stechen kann man kein Vertrauen mehr verlangen.



Top Top Top, ich bin wie immer erstaunt wieviel detail wissen du kennst .
Also es wird zwar auf Rudaw und bei den kurdischen nachrichtensender aus dem irak immer gesagt das die Yeziden die PKK selbst nicht wollen und dafür doch lieber die KPD stimmt nicht ganz , eigentlich gar nicht .
Die allermeisten denken wirklich , das es für sie besser ist an Kurdistan angeschlossen zu werden , ( als Provinz ) aber eigentlich nicht unter der Macht der KPD. Das Problem ist , dass sie zu schwach und zu wenige da sind um es richtig zu äußern , sie sind abhängig von der KPD , verstehst du ??? ..... Selbst der Bürgermeister von SHingal und die ganzen oberen verantworlichen sagen angeblich immer das sie zu KPD stehen , aber es stimmt nicht, KEINER steht mehr dazu, aber was sollen die den anderes sagen, wir stehen zur PKK ? ich meine Sie haben keine Affinität mehr zur KPD , diese äßerungen das man die pkk da raushaben will und die KPD wieder regieren lassen will entstehen nur aus der NOT der Menschen da, sie sind zu schwach , haben keine waffen .... was sollen die denn der übermächtigen KPD sagen .... wir hassen euch ??? ihr seid faschos ??? wir wissen ganea das sich einige von euch unseres Todes gefreut haben??? ,,, die yeziden wissen genau wer freund und feind ist ... nur können die das nicht äußern .....

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