Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon relativ » Mi 30. Sep 2015, 10:29

Provokateur » Mi 30. Sep 2015, 09:36 hat geschrieben:Die haben einander auch schon etwas länger den Djihad erklärt. Ich frage mich, ob es schon zu Gefechten zwischen Taliban und IS gekommen ist.

Da geht es wohl auch eher um Macht und die finanzielle Töpfe.
Evt. Könnte man ja so eine int. Schutzzone errichten, um diese Kämpfe dann nicht zu stören. ;)
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon relativ » Mi 30. Sep 2015, 10:39

Provokateur » Mi 30. Sep 2015, 10:16 hat geschrieben:In Afghanistan wurde ein Fehler gemacht, der in Deutschland nicht gemacht wurde: Es hätte eine konsequente Enttalibanisierung stattfinden sollen.
Angefangen mit einer mehrjährigen Schulpflicht. Wer 2001 eingeschult worden wäre, hätte dann spätestens jetzt seinen Abschluss. Und die Taliban rekrutieren sich nun einmal vorrangig aus den Stämmen, in denen die Ideologie gelebt wird.

Eben an der Konsequenz hat es gefehlt. Weder wurde versucht die größsten Verbrecher zu beseitigen (eher im Gegenteil viele wurden Teil der Koalition), noch wurde ausreichend darauf geachtet, daß auch die Landbevölkerung eine Nachhaltige Existenz aufbauen konnten.
Es mangelte an Menpower, Durchhaltewillen, an ausreichend Organisation und den Willen im ganzen Land eine Aufbruchstimmung zu erzeugen.
Es waren nach der Vertreibung der Taliban unzählige NGOs im Land (Hauptsächlich in den größeren Städten). Viele dieser Gelder landeten auch bei Clanführern, Warlords, oder korrupten Beamten(Politikern).
Der Wille der Koalition, alte Zöpfe abzuschneiden und wirklich von vorne anzufangen war nicht da, weil man sich wohl ein schlanken Fuss machen wollte und mit so wenig Aufwand und Mitteln meinte etwas dauerhaftes erreichen zu können.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Ultra-tifosi » Mi 30. Sep 2015, 12:19

relativ » Mi 30. Sep 2015, 11:39 hat geschrieben:Eben an der Konsequenz hat es gefehlt. Weder wurde versucht die größsten Verbrecher zu beseitigen (eher im Gegenteil viele wurden Teil der Koalition), noch wurde ausreichend darauf geachtet, daß auch die Landbevölkerung eine Nachhaltige Existenz aufbauen konnten.
Es mangelte an Menpower, Durchhaltewillen, an ausreichend Organisation und den Willen im ganzen Land eine Aufbruchstimmung zu erzeugen.
Es waren nach der Vertreibung der Taliban unzählige NGOs im Land (Hauptsächlich in den größeren Städten). Viele dieser Gelder landeten auch bei Clanführern, Warlords, oder korrupten Beamten(Politikern).
Der Wille der Koalition, alte Zöpfe abzuschneiden und wirklich von vorne anzufangen war nicht da, weil man sich wohl ein schlanken Fuss machen wollte und mit so wenig Aufwand und Mitteln meinte etwas dauerhaftes erreichen zu können.



ihr vergesst alle wie einflussreich diese Warlords, Clanführer & andere alte Männer dort sind.
Die einfachen Leute aus dem Dorf (nicht alle, aber viele) sind durchaus bereit für ihren Clanführer oder Stammesältesten zu sterben.
Deswegen wurden diese Leute umschmeichelt (häufig ohne Erfolg)

Wie gesagt; als ausländische Macht herrscht du in Afghanistan nur über den Fleck, auf dem du stehst.
Um in Afghanistan die Anhängerschaft der lokalen Bevölkerung zu gewinnen, musst du entweder ein Volksheld wie Massoud sein oder eben die Gunst der Stammesältesten gewinnen...
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Provokateur » Mi 30. Sep 2015, 12:28

Nein, du musst die kindererziehung komplett aus den tribalen Strukturen herauslösen. Dann lernen die Kinder etwas komplett anderes kennen und sind als Erwachsene nicht gewillt, diesen Ältesten Folgschaft zu leisten.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon relativ » Mi 30. Sep 2015, 12:50

Ultra-tifosi » Mi 30. Sep 2015, 12:19 hat geschrieben:

ihr vergesst alle wie einflussreich diese Warlords, Clanführer & andere alte Männer dort sind.
Die einfachen Leute aus dem Dorf (nicht alle, aber viele) sind durchaus bereit für ihren Clanführer oder Stammesältesten zu sterben.
Deswegen wurden diese Leute umschmeichelt (häufig ohne Erfolg)

Wie gesagt; als ausländische Macht herrscht du in Afghanistan nur über den Fleck, auf dem du stehst.
Um in Afghanistan die Anhängerschaft der lokalen Bevölkerung zu gewinnen, musst du entweder ein Volksheld wie Massoud sein oder eben die Gunst der Stammesältesten gewinnen...


Du vergisst, daß die Warlords diesen Leuten im Dorf einfach mal die Pistole vor die Brust setzen. Entweder du machst bei mir mit, oder deine Familie muss hungern bzw, wird vertrieben ect.pp.
Da ist nicht viel mit, ich hab ne einfache Wahl, oder ich hab den so lieb.
Die wurde ihnen nicht gegeben, weil diesen kriminellen "Rittern" (Warlords) eben nicht der "Kopf abgeschlagen" wurde und vielen Dörfen eben keine Perspektive gegeben wurde. Da wurde den Bauern gesagt, ihr dürft kein Opium ect. mehr anbauen, sondern baut lieber Mais, Reis, Korn ect. an, wenn nicht fackeln wir deine Felder ab. Leider konnten sie damit kein Geld verdienen, weil Afghanistan immer noch vom World Food Progamm billige Narungsmittel bekommen hat und diese im ganzen Land verteilt wurden, also bauten die wieder Kokain an mit der Folge, daß viele ihrer Grundversorgung entzogen wurde, weil die Felder abgefackelt wurden. Da besannen sich viele darauf, was sie noch konnten, nämlich kämpfen und da traf es sich gut, daß der Clanführer noch "Schrabnellfutter" für seine Privatarmee brauchte und dafür auch noch gut bezahlte, bzw. die Sicherheit/Versorgung der Familie garantierte.
Die Clanstrukturen zwar sind nicht immer gleich. Einige Clans versuchen auch in "die Moderne" mit zu gehen und ihre Führer werden/sind nicht kurrupt ect. aber was hilft es diesen dann, wenn sie dann von der Taliban und anderen Extremisten auf die Fresse bekommen, da sie z.B. kein Schutz bekommen. Die können sich dann nur selber schützen und dies ist wie jeder weiss, für den Aufbau eines Rechtsstaates immer suboptimal.
Auch Massoud war nicht so beliebt, ausser bei seinen Anhängern und dem Westen.
In Afghanistan und dies ist jetzt meine ganz persönliche Meinung, geht es nur, wenn Köpfe und Strukturen zerschlagen werden. Die ganze Verwaltung von unten bis oben muss erstmal von Leuten übernommen werden, die Demokratisch und Rechtstaatlich erzogen wurden. Dann bildet man die Jungen Leute diesbezüglich aus, die diesen Job dann mal übernehmen können, oder man lässt es ganz einfach ganz bleiben.
Es gab ja z.B. 2003 einige Afghanen die im Westen aufgewachsen sind, bzw. dort lange gelebt haben, die zurückgekehrt sind. Das Problem war und sind aber die alten Kader, die ihre Macht behalten haben und nicht wollten, daß für sie, ausländische Leute, Führungspositionen übernehmen. Da der Westen (die USA) auch nur mit Hilfe dieser Leute den Sieg eringen konnte, war der Ausgang klar. Die Heimkehrer konnten sich auf höheren Posten nicht lange halten und das alte System der Korruption und Vetternwirtschaft übernahm wieder mehr und mehr das Ruder.
Zuletzt geändert von relativ am Mi 30. Sep 2015, 12:54, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Ultra-tifosi » Mi 30. Sep 2015, 13:52

Das stimmt schon. Aber du musst zugeben; mit Massoud hätte Afghanistan sich anders entwickelt.
Auf jeden Fall wäre Massoud ein anderes Kaliber gewesen als der Lappen Karzai.

Das Hauptproblem sind in Afghanistan aber nicht die Stammesstrukturen, sondern Pakistan oder besser gesagt ISI.
ISI lässt Afghanistan nicht zu Ruhe kommen, sodass sich keine Zivilgesellschaft entwickeln kann.

Wie Massoud sagte, ohne Pakistan wären die Taliban binnen eines Jahres geschlagen. Tausende Soldaten der pakistanischen Armee kämpften inoffiziell als Taliban in Afghanistan mit.

Die Doktrin des ISI besagt, dass in Kabul eine pakistanfreundliche und Indienfeindliche Regierung sitzen muss, um im Kriegsfall Afghanistan als Rückszugsraum nutzen zu können.

Ob es der Psychopath Hekmatayr ist, das Haqqani Netzwerk oder eben die Taliban. Alle hängen am Tropf des ISI.

ohne Pakistan gibt es keinen Frieden in Afghanistan...
Zuletzt geändert von Ultra-tifosi am Mi 30. Sep 2015, 13:55, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Platon » Mi 30. Sep 2015, 14:54

Provokateur » Mi 30. Sep 2015, 10:36 hat geschrieben:Die haben einander auch schon etwas länger den Djihad erklärt. Ich frage mich, ob es schon zu Gefechten zwischen Taliban und IS gekommen ist.

Der IS in Afghanistan sind Abtrünnige der Taliban, zumeist von der mittleren Kommandoebene, die sich aus Unzufriedenheit von der Führung der Taliban abgewandt und dem IS Gefolgschaft geschworen haben. Das hat auch viel mit der Führungskrise wegen dem Tod Mullah Omars vor 2 Jahren zu tun, welcher die Bewegung gelähmt hat.

Siehe auch hier:
viewtopic.php?p=3202769#p3202769
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 30. Sep 2015, 15:10

Ultra-tifosi » Mi 30. Sep 2015, 12:52 hat geschrieben:Das stimmt schon. Aber du musst zugeben; mit Massoud hätte Afghanistan sich anders entwickelt.
Auf jeden Fall wäre Massoud ein anderes Kaliber gewesen als der Lappen Karzai.

Das Hauptproblem sind in Afghanistan aber nicht die Stammesstrukturen, sondern Pakistan oder besser gesagt ISI.
ISI lässt Afghanistan nicht zu Ruhe kommen, sodass sich keine Zivilgesellschaft entwickeln kann.

Wie Massoud sagte, ohne Pakistan wären die Taliban binnen eines Jahres geschlagen. Tausende Soldaten der pakistanischen Armee kämpften inoffiziell als Taliban in Afghanistan mit.

Die Doktrin des ISI besagt, dass in Kabul eine pakistanfreundliche und Indienfeindliche Regierung sitzen muss, um im Kriegsfall Afghanistan als Rückszugsraum nutzen zu können.

Ob es der Psychopath Hekmatayr ist, das Haqqani Netzwerk oder eben die Taliban. Alle hängen am Tropf des ISI.

ohne Pakistan gibt es keinen Frieden in Afghanistan...

Ja. Pakistan ist der Schlüssel. Aber Massoud fehlte der Wille zur Macht. Sonst hätte er ja die Gelegenheit ergriffen als die Mudschaheddin Kabul eroberten.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Ultra-tifosi » Mi 30. Sep 2015, 15:17

Alter Stubentiger » Mi 30. Sep 2015, 16:10 hat geschrieben:Ja. Pakistan ist der Schlüssel. Aber Massoud fehlte der Wille zur Macht. Sonst hätte er ja die Gelegenheit ergriffen als die Mudschaheddin Kabul eroberten.


hat er doch.

Ende 1994/Anfang 1995 besiegte Massoud die Milizen, die um die Kontrolle der Hauptstadt Kabul gekämpft hatten, in Kabul. Die Bombardierung der Hauptstadt kam zu einem Halt.[18][19] Die Regierung des Islamischen Staates unternahm Maßnahmen zur Wiederherstellung von Recht und Ordnung, Gerichte nahmen ihre Arbeit wieder auf. Einige Individuen innerhalb der Regierungstruppen, die Verbrechen begangen hatten und überführt worden waren, wurden zur Verantwortung gezogen und verurteilt.[20] Massoud initiierte einen landesweiten politischen Prozess mit dem Ziel nationaler Konsolidierung, Stabilisierung und demokratischen Wahlen.[21] Es fanden drei Konferenzen mit Vertretern aus den meisten Provinzen Afghanistans statt.[21] Massoud lud auch die Taliban ein, sich diesem Prozess anzuschließen und sich an der Schaffung von Stabilität zu beteiligen.[21]

Auch Kandahar im Süden des Landes hatte 1994 blutige Kämpfe erlebt. Der Süden Afghanistans war weder unter der Kontrolle der Zentralregierung noch unter der Kontrolle von durch außen kontrollierte Milizen wie der Hekmatyars. Lokale Milizen- oder Stammesführer hatten diesen Teil Afghanistans beherrscht. 1994 waren die Taliban in der südlichen Stadt Kandahar erstmals in Erscheinung getreten.[22] Sie hatten am 5. November 1994 die Stadt Kandahar unter ihre Kontrolle gebracht. Bis zum 25. November 1994 kontrollierten sie die Stadt Laschkar Gah und die Provinz Helmand. Im Laufe des Jahres 1994 hatten sie weitere Provinzen im Süden und Westen des Landes, die nicht unter Kontrolle der Zentralregierung standen, erobert. Die Taliban lehnten eine demokratische Staatsform ab.[21]

Anfang 1995 starteten die Taliban eine großangelegte Bomben- und Belagerungskampagne gegen Kabul, die zwei Jahre andauerte.

Die Taliban erlitten zunächst schwere Niederlagen gegen die Truppen Massouds.[18] Internationale Beobachter vermuteten bereits das Ende der Talibanbewegung. Zwei Jahre belagerten und bombardierten die Taliban Kabul. Im September 1996 hatten sich die Taliban mit militärischer Unterstützung Pakistans und finanziellen Hilfen aus Saudi Arabien neu formiert und planten eine Großoffensive gegen Kabul. Maßgeblich beteiligt an der finanziellen und materiellen Förderung der Taliban durch Pakistan waren der damalige General und spätere Präsident Pervez Musharraf und Innenminister Nasirullah Babar, der die Taliban als „unsere Jungs“ bezeichnete.[23]

Am 26. September 1996 befahl Massoud einen strategischen Rückzug seiner Truppen in den Norden Afghanistans.[24][5] Am 27. September 1996 marschierten die Taliban in Kabul ein und errichteten das Islamische Emirat Afghanistan, welches lediglich von Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten anerkannt wurde. Die Regierung des Islamischen Staates Afghanistans blieb die international anerkannte Regierung Afghanistans (mit einem Sitz bei den Vereinten Nationen).


https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmad_Schah_Massoud#Krieg_in_Kabul
Zuletzt geändert von Ultra-tifosi am Mi 30. Sep 2015, 15:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 30. Sep 2015, 15:21

GrünLinker » Di 29. Sep 2015, 14:12 hat geschrieben:
ja eben, jonge.
und diese standhaften weichen vor den schmaliban?

Nö. Und die Amis helfen den Standhaften


Schlag im Koran nach.
Und gehorchet Allah und Seinem Gesandten und hadert nicht miteinander, damit ihr nicht kleinmütig werdet und euch die Kraft nicht verlasse. Seid standhaft; wahrlich, Allah ist mit den Standhaften.
Interessant nicht? Das war nämlich die Situation in Kabul bevor die Taliban es von den Mudschaheddin eroberten.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Ultra-tifosi » Mi 30. Sep 2015, 15:27

Alter Stubentiger » Mi 30. Sep 2015, 16:21 hat geschrieben:
Schlag im Koran nach.
Und gehorchet Allah und Seinem Gesandten und hadert nicht miteinander, damit ihr nicht kleinmütig werdet und euch die Kraft nicht verlasse. Seid standhaft; wahrlich, Allah ist mit den Standhaften.
Interessant nicht? Das war nämlich die Situation in Kabul bevor die Taliban es von den Mudschaheddin eroberten.


das stimmt so nicht.
Massoud hatte bereits Hekmatayr und andere Milizen aus Kabul verdrängt (Januar 1995)
Die Taliban eroberten Kabul erst nach einem strategischen Rückzug Massouds (September 1996)
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 30. Sep 2015, 15:36

Ultra-tifosi » Mi 30. Sep 2015, 14:27 hat geschrieben:
das stimmt so nicht.
Massoud hatte bereits Hekmatayr und andere Milizen aus Kabul verdrängt (Januar 1995)
Die Taliban eroberten Kabul erst nach einem strategischen Rückzug Massouds (September 1996)


Das ist kein Widerspruch.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 30. Sep 2015, 20:22

Ahmad Schah Massoud wurde von den Taliban "zur rechten Zeit" getötet. Er war der einzige Warlord dem noch so etwas wie afghanischer Freiheitskämpfer aus den Kämpfen gegen die Sowjets anhing. Andere Größen wie Hekmatjar oder General Dostam gelten schon seinerzeit als Extremisten und Schlächter. Nach einem Einmarsch der USA der bevorstand hätte Massoud eine wichtige Rolle in Afghanistan spielen können. Das wurde aus Sicht der Taliban aus dem Weg geräumt. Es gibt keine charismatische und starke Persönlichkeit zur Zeit in Afghanistan. Natürlich hätte er als Tadschike jedoch nie die Akzeptanz der Paschtunen erringen können.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Ultra-tifosi » Mi 30. Sep 2015, 23:04

King Kong 2006 » Mi 30. Sep 2015, 21:22 hat geschrieben:Ahmad Schah Massoud wurde von den Taliban "zur rechten Zeit" getötet. Er war der einzige Warlord dem noch so etwas wie afghanischer Freiheitskämpfer aus den Kämpfen gegen die Sowjets anhing. Andere Größen wie Hekmatjar oder General Dostam gelten schon seinerzeit als Extremisten und Schlächter. Nach einem Einmarsch der USA der bevorstand hätte Massoud eine wichtige Rolle in Afghanistan spielen können. Das wurde aus Sicht der Taliban aus dem Weg geräumt. Es gibt keine charismatische und starke Persönlichkeit zur Zeit in Afghanistan. Natürlich hätte er als Tadschike jedoch nie die Akzeptanz der Paschtunen erringen können.


Ja leider. Es gibt niemanden in Afghanistan der die ethnischen Völker vereinen könnte...

Hekmatayar ist ein islamistischer Psychopath der Frauen Säure in´s Gesicht schüttet und schreckliche Sachen mit ihnen macht. Ganz zu schweigen, was er in Kabul veranstaltet hat.
Dostum ist brutal, zweifelslos, vor allem gegenüber Taliban und den häufig mit ihnen sympathisierenden Paschtunen aber immerhin säkulär. Und unter seiner Führung war der Norden verhältnismäßig sicher und besaß einen gewissen Wohlstand.

Wie ich grade lese, haben sich Dostum, Mohaqiq & Ahmed Zia Massoud (der Bruder des Volkshelden) gegen die Taliban als Nationale Allianz zusammengetan.
Damit wäre die Situation wieder wie 14 Jahre zuvor:
Die Vertreter der Tadschiken (Massoud), Usbeken (Dostum) & schiitischen Hazara (Mohaqiq) tun sich gegen die hauptsächlich aus Paschtunen bestehende Taliban zusammen.
genau wie vor 14 Jahren, fast dieselben Personen, dieselben Namen...
Zuletzt geändert von Ultra-tifosi am Mi 30. Sep 2015, 23:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon King Kong 2006 » Do 1. Okt 2015, 06:55

Ultra-tifosi » Do 1. Okt 2015, 00:04 hat geschrieben:
Ja leider. Es gibt niemanden in Afghanistan der die ethnischen Völker vereinen könnte...

Hekmatayar ist ein islamistischer Psychopath der Frauen Säure in´s Gesicht schüttet und schreckliche Sachen mit ihnen macht. Ganz zu schweigen, was er in Kabul veranstaltet hat.
Dostum ist brutal, zweifelslos, vor allem gegenüber Taliban und den häufig mit ihnen sympathisierenden Paschtunen aber immerhin säkulär. Und unter seiner Führung war der Norden verhältnismäßig sicher und besaß einen gewissen Wohlstand.

Wie ich grade lese, haben sich Dostum, Mohaqiq & Ahmed Zia Massoud (der Bruder des Volkshelden) gegen die Taliban als Nationale Allianz zusammengetan.
Damit wäre die Situation wieder wie 14 Jahre zuvor:
Die Vertreter der Tadschiken (Massoud), Usbeken (Dostum) & schiitischen Hazara (Mohaqiq) tun sich gegen die hauptsächlich aus Paschtunen bestehende Taliban zusammen.
genau wie vor 14 Jahren, fast dieselben Personen, dieselben Namen...


Die eher gemäßigte Nordallianz war klassischer Ansprechpartner von Russland und dem Iran. Während die Taliban eher Pakistan, Saudi-Arabien und in wechselhafter Beziehung ( :D ) US-Ansprechpartner war.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Doktor Schiwago » Do 1. Okt 2015, 07:05

US-Luftwaffe bombardiert Taliban-Kämpfer bei Kundus
http://www.wdr2.de/nachrichten/wdrzweinamo153170.html

Seltsamerweise gibt es hier - im Gegensatz zu Syrien - keine Meldungen von "Aktivisten" über zivile Opfer.
Warum wohl?
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Provokateur » Do 1. Okt 2015, 08:52

Die Taliban haben in den Außenbezirken von Kunduz Usbeken und Tadjiken gejagt und erschossen und somit für genug zivile Opfer gesorgt.

Im Übrigen haben Spezialkräfte Kunduz zum Großteil zurückerobert.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon UncleSams_Berater » Do 1. Okt 2015, 12:40

NMA » Mi 30. Sep 2015, 10:13 hat geschrieben:@ UncleSams_Berater

Wieso hat dann die "mächtigste Luftwaffe der Welt" die Taliban nicht schon vor 14 Jahren ausgeräuchert? Ich fürchte, die mächtigste Luftwaffe der Welt, die mächtigste Armee der Welt, ist mal wieder nicht das geeignete Mittel, ein Land zu befrieden. Wieso kommt das in den Köpfen der US-Falken nicht an?


Das geht nicht nur mit Militär, aber die westlichen Truppen müssen länger da bleiben damit es Stabilität in Afghanistan gibt
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon UncleSams_Berater » Do 1. Okt 2015, 12:41

NMA » Mi 30. Sep 2015, 10:13 hat geschrieben:@ UncleSams_Berater

Wieso hat dann die "mächtigste Luftwaffe der Welt" die Taliban nicht schon vor 14 Jahren ausgeräuchert? Ich fürchte, die mächtigste Luftwaffe der Welt, die mächtigste Armee der Welt, ist mal wieder nicht das geeignete Mittel, ein Land zu befrieden. Wieso kommt das in den Köpfen der US-Falken nicht an?


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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon UncleSams_Berater » Do 1. Okt 2015, 13:10

Laut der Afghanischen Regierung ist Kundus zum größten Teil von der Armee wieder zurückerobert worden.
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