Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

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fanatikkk

Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon fanatikkk » Do 27. Mär 2014, 19:51

Guten Abend. :)

Ich hatte heute mit einem Bekannten eine hitzige Diskussion über die ISAF Mission. Vor allem ging es in der Diskussion um den Stellenwert der NATO, bzw. insbesondere die Rolle von Deutschland, in dieser Mission und dem ganzen Afghanistan Konflikt.
Grundsätzlich ist es doch so, dass NATO Partner nur bei einem reinen Verteidigungsfall unterstützen müssen, also wirklich gezwungen sind aktiv zu werden, oder irre ich mich schon an diesem Punkt?
Des Weiteren war er der Meinung, dass der Vorfall mit dem World Trade Center, als Angriff auf die USA ausgelegt wurde und wir dadurch als NATO Partner verpflichtet waren in den Afghanistan Krieg und schlussendlich auch in der ISAF Mission mit aktiv zu werden. Das der Vorfall international als Angriff auf die USA angesehen wurde ist mir bewusst und der sogenannte "Kampf gegen den Terror" die Reaktion der USA war. Sind/Waren die NATO Partner dadurch verpflichtet an den Afghanistan-Krieg und der ISAF Mission teilzunehmen?
Ein weiterer Punkt war, dass ich behauptet habe das die nachfolgende ISAF Mission keine reine NATO Aktion mehr ist sondern eher ein genehmigter Einsatz zur nachfolgenden Befriedung/Stabilisierung durch die UN ist, der lediglich unter Führung der NATO stattfindet. Des Weiteren waren auch viele Nationen an der ISAF Mission beteiligt, die nicht zur NATO gehören.
Ich habe natürlich versucht mich selbst zu informieren. Aber dieser Konflikt, gerade in Bezug auf die Rolle die Deutschland in ihm spielt, ist doch reichlich komplex. Deswegen wollte ich fragen ob mir jemand behilflich sein kann, mich aufzuklären und meine Fragen zu beantworten. Vor allem in politisch-rechtlicher Sicht.

Meine Fragen in Kurzform
- War Deutschland aufgrund der NATO verpflichtet der USA im "Kampf gegen den Terror" beizustehen?
- Ist die ISAF Mission eine reine NATO Mission?

Danke vorab.


MfG fanatikkk
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Fadamo
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Fadamo » Mi 2. Apr 2014, 19:47

Heute kam eine reportage über kundus.
Die afghanen reden gar nicht gut über die deutschen.
Politik ist wie eine Hure,die kann man nehmen wie man will
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IndianRunner
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon IndianRunner » Mi 2. Apr 2014, 20:03

Fadamo » Mi 2. Apr 2014, 19:47 hat geschrieben:Heute kam eine reportage über kundus.
Die afghanen reden gar nicht gut über die deutschen.


Das die langsam die Schnauze voll haben wundert mich nicht, jeder Hans Wurst spielt bei denen mal Krieg, Zivilpersonen werden gefoltert oder willkürlich mittels Drohnen abgeschossen etc...
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relativ
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon relativ » Fr 4. Apr 2014, 13:21

fanatikkk » Do 27. Mär 2014, 19:51 hat geschrieben:Guten Abend. :)

Ich hatte heute mit einem Bekannten eine hitzige Diskussion über die ISAF Mission. Vor allem ging es in der Diskussion um den Stellenwert der NATO, bzw. insbesondere die Rolle von Deutschland, in dieser Mission und dem ganzen Afghanistan Konflikt.
Grundsätzlich ist es doch so, dass NATO Partner nur bei einem reinen Verteidigungsfall unterstützen müssen, also wirklich gezwungen sind aktiv zu werden, oder irre ich mich schon an diesem Punkt?
Des Weiteren war er der Meinung, dass der Vorfall mit dem World Trade Center, als Angriff auf die USA ausgelegt wurde und wir dadurch als NATO Partner verpflichtet waren in den Afghanistan Krieg und schlussendlich auch in der ISAF Mission mit aktiv zu werden. Das der Vorfall international als Angriff auf die USA angesehen wurde ist mir bewusst und der sogenannte "Kampf gegen den Terror" die Reaktion der USA war. Sind/Waren die NATO Partner dadurch verpflichtet an den Afghanistan-Krieg und der ISAF Mission teilzunehmen?
Ein weiterer Punkt war, dass ich behauptet habe das die nachfolgende ISAF Mission keine reine NATO Aktion mehr ist sondern eher ein genehmigter Einsatz zur nachfolgenden Befriedung/Stabilisierung durch die UN ist, der lediglich unter Führung der NATO stattfindet. Des Weiteren waren auch viele Nationen an der ISAF Mission beteiligt, die nicht zur NATO gehören.
Ich habe natürlich versucht mich selbst zu informieren. Aber dieser Konflikt, gerade in Bezug auf die Rolle die Deutschland in ihm spielt, ist doch reichlich komplex. Deswegen wollte ich fragen ob mir jemand behilflich sein kann, mich aufzuklären und meine Fragen zu beantworten. Vor allem in politisch-rechtlicher Sicht.

Meine Fragen in Kurzform
- War Deutschland aufgrund der NATO verpflichtet der USA im "Kampf gegen den Terror" beizustehen?
- Ist die ISAF Mission eine reine NATO Mission?

Danke vorab.


MfG fanatikkk

Naja verpflichtet war Deutschland eher nicht (Schröder hat es aber angeboten, eben weil die NATO einen Angriff auf ein Partnerland gesehen hat.) Die USA wollte bei der Vertreibung der Taliban ausser evt. den Engländern auch keine Nato -Unterstützung, ich vermute mal ihnen war das Risiko von möglichen Papierkram und das evt. auftauchen von Moralaposteln seitens der Nato ,bei ihrem Krieg, zu groß. Zum Aufräumen und Aufbauen waren wir aber willkommen, blöd nur, daß man so tat, als ob der Krieg beendet wäre, was er bis heute nicht ist. So war ein konsequenter Aufbau neuer Strukturen in diesem Land fast unmöglich, gerade bei den paar Soldaten, die nachher mehr damit zu tun hatten sich selber zu schützen, als den Aufbau des Landes.
ISAF ist eine federführende NATO-Aktion mit dem Segen der UN.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 27. Aug 2014, 20:37

Taliban auf dem Vormarsch?

Krieg in Nordafghanistan: Taliban hissen Flagge auf ehemaligem Bundeswehrcamp

Ein Jahr nach dem Abzug der Bundeswehr kehrt der Krieg zurück nach Kunduz. Taliban überrennen ganze Stadtteile, besetzen Polizeiposten. Die afghanische Armee kommt gegen den Ansturm kaum an.


Die Offensive der Taliban scheint gut organisiert. Zwei ihrer prominentesten Anführer, Mullah Salam und der berüchtigte Kommandeur Shamsuddin, sollen nach Angaben der Polizei aus Pakistan nach Kunduz zurückgekehrt sein. Sie standen früher ganz oben auf der Fahndungsliste der Bundeswehr.

"Schon bald wird Kunduz unter unserer Kontrolle stehen"


Berlin kann nichts erkennen.

Berlin will die neuen Erfolge der Taliban offenbar nicht wahrhaben: In der als Verschlusssache eingestuften wöchentlichen Unterrichtung für den Bundestag heißt es nur, 1100 afghanische Soldaten seien für eine Routinemission im Vorort Chahar Darreh eingesetzt. Von Gefechten mit den Taliban ist keine Rede. Vielmehr sei die Lage dort "insgesamt ausreichend kontrollierbar aber heterogen".

http://www.spiegel.de/politik/ausland/t ... 88440.html


Das Problem in Afghanistan war immer, daß jede Macht von außerhalb letztendlich immer nur das kontrolliert hat, worauf es gerade stand. Nichts Drumherum und wenn man die Position aufgab, dann wars dann.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Marie-Luise » Mi 27. Aug 2014, 20:48

relativ » Fr 4. Apr 2014, 14:26

Ich habe den Menschen kennengelernt, also den normalen Afghanen, wenn man dies so aus unser Sicht überhaupt sagen darf.


Wer ist schon "der normale Afghane"?

Meine Bekannte ist indischer Abstammung und Hindu. Diese Afghanen indischer Abstammung sind oft in der Finanz tätig und wohlhabend.

Vielleicht meinst Du die Pashtunen?
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Praia61 » Mi 27. Aug 2014, 20:53

Das kommt davon , wenn man so kindisch denkt und glaubt man müsse den Afghanen westl. Werte und Demokratie beibringen. :rolleyes:
Welch verblödete "Experten" die das geglaubt haben und heute noch glauben.
Die NATO hätte nach dem 11. 9. Al Kaida nebst Osama bin Laden und wenns nicht anders geht etliche Taliban in die Hölle schicken
sollen und fertig.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Blickwinkel » Mi 27. Aug 2014, 20:56

Praia61 » Mi 27. Aug 2014, 21:53 hat geschrieben:Das kommt davon , wenn man so kindisch denkt und glaubt man müsse den Afghanen westl. Werte und Demokratie beibringen. :rolleyes:
Welch verblödete "Experten" die das geglaubt haben und heute noch glauben.
Die NATO hätte nach dem 11. 9. Al Kaida nebst Osama bin Laden und wenns nicht anders geht etliche Taliban in die Hölle schicken
sollen und fertig.


Osama bin Laden ist nicht mehr und die Taliban sind zu viele und meiden die offene Konfrontation, weil sie da unterliegen.
Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken läßt. (Ludwig Erhard)
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Praia61 » Do 28. Aug 2014, 11:34

Blickwinkel » Mi 27. Aug 2014, 20:56 hat geschrieben:
Osama bin Laden ist nicht mehr und die Taliban sind zu viele und meiden die offene Konfrontation, weil sie da unterliegen.

Diejenigen die direkt oder indirekt für den 11.9 verantwortlich waren waren der USA bekannt.
Es hätte genügt sie Wegzusnipern
Zuletzt geändert von Praia61 am Do 28. Aug 2014, 11:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Blickwinkel » Do 28. Aug 2014, 11:40

Praia61 » Do 28. Aug 2014, 12:34 hat geschrieben:Diejenigen die direkt oder indirekt für den 11.9 verantwortlich waren waren der USA bekannt.
Es hätte genügt sie Wegzusnipern


Die Amerikaner hätten es einfacher machen und dich per Fallschirm mit einem Messer zwischen den Zähnen über dem möglichen Aufenthaltsort abspringen lassen können. :)
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Praia61 » Do 28. Aug 2014, 11:49

Blickwinkel » Do 28. Aug 2014, 11:40 hat geschrieben:
Die Amerikaner hätten es einfacher machen und dich per Fallschirm mit einem Messer zwischen den Zähnen über dem möglichen Aufenthaltsort abspringen lassen können. :)

Gerade Osama wurde mehrfach geortet.
Ihn per Rakete wegzupusten wurde unterlassen, weil man so doof war man könnte ein paar wenige Unschuldige treffen.
Und das Ergebnis war man hat den Krieg in die Länge gezogen und wesentlich mehr Unschuldige getötet. :mad:
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Blickwinkel » Do 28. Aug 2014, 11:50

Praia61 » Do 28. Aug 2014, 12:49 hat geschrieben:Gerade Osama wurde mehrfach geortet.
Ihn per Rakete wegzupusten wurde unterlassen, weil man so doof war man könnte ein paar wenige Unschuldige treffen.
Und das Ergebnis war man hat den Krieg in die Länge gezogen und wesentlich mehr Unschuldige getötet. :mad:


Was bringt es, wissentlich Unschuldige zu töten?

Davon abgesehen gab es noch die Schlacht um Tora Bora, falls du dich noch erinnerst und da ist Osama im weitläufigen Höhlensystem entwischt.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Praia61 » Do 28. Aug 2014, 11:58

Blickwinkel » Do 28. Aug 2014, 11:50 hat geschrieben:
Was bringt es, wissentlich Unschuldige zu töten?

Davon abgesehen gab es noch die Schlacht um Tora Bora, falls du dich noch erinnerst und da ist Osama im weitläufigen Höhlensystem entwischt.

Was ist besser 30 tote Unschuldige oder 3000 tote Unschuldige :?:
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Blickwinkel » Do 28. Aug 2014, 12:01

Praia61 » Do 28. Aug 2014, 12:58 hat geschrieben:Was ist besser 30 tote Unschuldige oder 3000 tote Unschuldige :?:


Was soll diese Frage bringen? Was bringt es dir, halb Pakistan in Schutt und Asche zu legen, obwohl du gar nicht sicher weisst, wo Osama ist? Und ein Scharfschützenteam muss eine sehr genaue Aufklärung haben, weil die im Einsatzgebiet nur noch wenige Informationen erhalten dürfen, ansonsten könnten sie leicht aufliegen. Weisst du überhaupt, wie Scharfschützen operieren?
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Moses » Do 28. Aug 2014, 12:03

Artikel 5

Die Parteien vereinbaren, daß ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen werden wird; sie vereinbaren daher, daß im Falle eines solchen bewaffneten Angriffs jede von ihnen in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung der Partei oder den Parteien, die angegriffen werden, Beistand leistet, indem jede von ihnen unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten. Von jedem bewaffneten Angriff und allen daraufhin getroffenen Gegen-maßnahmen ist unverzüglich dem Sicherheitsrat Mitteilung zu machen. Die Maßnahmen sind einzustellen, sobald der Sicherheitsrat diejenigen Schritte unternommen hat, die notwendig sind, um den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit wiederherzustellen und zu erhalten.

Quelle: Der Nordatlantikvertrag
Washington DC, 4. April 1949

War das die Antwort, die der Strangersteller gesucht hat?
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Praia61 » Do 28. Aug 2014, 13:15

Blickwinkel » Do 28. Aug 2014, 12:01 hat geschrieben:
Was soll diese Frage bringen? Was bringt es dir, halb Pakistan in Schutt und Asche zu legen, obwohl du gar nicht sicher weisst, wo Osama ist? Und ein Scharfschützenteam muss eine sehr genaue Aufklärung haben, weil die im Einsatzgebiet nur noch wenige Informationen erhalten dürfen, ansonsten könnten sie leicht aufliegen. Weisst du überhaupt, wie Scharfschützen operieren?

Deine Infos sind mangelhaft :eek:
Er wurde schon in Afghanistan ausfindig gemacht.
Die Koordinaten waren schon in die Cruise Missle eingegeben.
Obama verweigerte den Abschussbefehl ( es könnte ja Zivilisten getötet werden ).
Stattdessen zog es Obama vor im Anschluss dieser vertanen Chance wesentlich mehr Zivilisten zu töten durch seine Einsatzbefehle der Drohnen.

Fazit : Wer nicht rechtzeitig handelt macht sich schuldig an wesentlich mehr Opfern.
Erspare es mir Beispiele zu nennen.
Die sollte jeder halbwegs gebildete Mensch kennen.
Die Zauderer , die Gutmenschen haben wesentlich mehr Blut an ihren Händen wie sie selbst zugeben
Zuletzt geändert von Praia61 am Do 28. Aug 2014, 13:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Blickwinkel » Do 28. Aug 2014, 13:41

Praia61 » Do 28. Aug 2014, 14:15 hat geschrieben:Deine Infos sind mangelhaft :eek:
Er wurde schon in Afghanistan ausfindig gemacht.
Die Koordinaten waren schon in die Cruise Missle eingegeben.
Obama verweigerte den Abschussbefehl ( es könnte ja Zivilisten getötet werden ).
Stattdessen zog es Obama vor im Anschluss dieser vertanen Chance wesentlich mehr Zivilisten zu töten durch seine Einsatzbefehle der Drohnen.

Fazit : Wer nicht rechtzeitig handelt macht sich schuldig an wesentlich mehr Opfern.
Erspare es mir Beispiele zu nennen.
Die sollte jeder halbwegs gebildete Mensch kennen.
Die Zauderer , die Gutmenschen haben wesentlich mehr Blut an ihren Händen wie sie selbst zugeben


Zwischen 2001 und dem Zeitpunkt von Obamas Ernennung 2009 liegen 8 Jahre in denen Osama ebenfalls nicht gefunden wurde. Also so viel zu deinem "ist doch einfach, schick ein paar Scharfschützen hin, die machen das". Es ist eben nicht so einfach gewesen, diesen Typen ausfindig zu machen. Und bis dahin sind schon einige Menschen im Krieg in Afghanistan umgekommmen.
Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken läßt. (Ludwig Erhard)
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon relativ » Do 28. Aug 2014, 13:47

Blickwinkel » Do 28. Aug 2014, 13:41 hat geschrieben:
Zwischen 2001 und dem Zeitpunkt von Obamas Ernennung 2009 liegen 8 Jahre in denen Osama ebenfalls nicht gefunden wurde. Also so viel zu deinem "ist doch einfach, schick ein paar Scharfschützen hin, die machen das". Es ist eben nicht so einfach gewesen, diesen Typen ausfindig zu machen. Und bis dahin sind schon einige Menschen im Krieg in Afghanistan umgekommmen.

Ich bin der festen Überzeugung, daß es keinen Sinn mach diesen user auf so etwas hinzuweisen. Der stellt sich die Welt so vor, wie sie in seiner Phantasie, oder Sozialisation zu seinen hat, alles andere is für ihn Gewäsch.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Praia61 » Do 28. Aug 2014, 17:42

Blickwinkel » Do 28. Aug 2014, 13:41 hat geschrieben:
Zwischen 2001 und dem Zeitpunkt von Obamas Ernennung 2009 liegen 8 Jahre in denen Osama ebenfalls nicht gefunden wurde. Also so viel zu deinem "ist doch einfach, schick ein paar Scharfschützen hin, die machen das". Es ist eben nicht so einfach gewesen, diesen Typen ausfindig zu machen. Und bis dahin sind schon einige Menschen im Krieg in Afghanistan umgekommmen.

Zitat :
"erfolgung

Am 17. September 2001 erklärte US-Präsident Bush, Bin Laden sei für die Anschläge des 11. Septembers 2001 hauptverantwortlich, und er müsse daher „tot oder lebendig“ dingfest gemacht werden.[106] Am 18. September forderte der UN-Sicherheitsrat das Talibanregime auf, Bin Laden „sofort und bedingungslos“ der amerikanischen Justiz zuzuführen. Der Talibanführer Mullah Omar lehnte dies mit der Begründung ab, Bin Ladens Schuld sei bis dato unbewiesen, und ohnehin habe er in Afghanistan nicht genug Freiraum, um Anschläge zu planen.[107]

Die USA verwiesen Anfang Oktober 2001 auf Geheimdienstinformationen zu Bin Ladens Urheberschaft, gaben aber nur vereinzelte Details bekannt, darunter Geldtransfers zwischen Scheich Said, dem mutmaßlichen Finanzchef von al-Qaida, nebst Attentätern und mitgeschnittene Telefonate, in denen sich Anhänger Bin Ladens über die Anschläge austauschen sollen.[108] Die US-Truppen begannen am 7. Oktober den Krieg in Afghanistan, um al-Qaida zu zerschlagen, Bin Laden zur Strecke zu bringen und das mit ihm verbündete Talibanregime zu stürzen. Angebote der Taliban vom 14. Oktober, Bin Laden nach Vorlage von Beweisen in ein politisch neutrales Land auszuliefern, lehnte Bush ab: „Wir wissen um seine Schuld.“[109]

Bin Laden wurde weiterhin als seit 1999 weltweit gesuchter Terrorist geführt und von US-Gerichten wegen früherer Anschläge, nicht aber wegen der Anschläge des 11. Septembers 2001 angeklagt. Der Steckbrief des FBI von 1999 verwies darauf, dass Bin Laden auch wegen anderer Terroranschläge gesucht werde.[110] In einem ausführlicheren Steckbrief-Dossier erklärte das FBI, im Verlauf der Ermittlungen, auch derer zu den Anschlägen des 11. Septembers 2001, könnten künftig weitere Anklagen gegen Bin Laden weitergereicht werden.[111] Nach Aussagen eines FBI-Sprechers aus dem Jahr 2006 diente das fürs Inland bestimmte Dossier als vorläufiger Haftbefehl; es sei vorerst ungeboten, die Anschläge des 11. Septembers 2001 darauf zu ergänzen.[112] Bin Laden wurde in späteren Anklagen gegen andere al-Qaida-Mitglieder als Hauptplaner der Anschläge des 11. Septembers 2001 genannt.[113] Die USA drängten auch die Regierung Saudi-Arabiens, Bin Laden wegen Gewaltverbrechen anzuklagen.[114] Die Regierung Großbritanniens stellte Bin Laden offiziell als erwiesenen Hauptverantwortlichen der Anschläge des 11. Septembers 2001 dar.[115]

Nach der Eroberung Kabuls im November 2001 floh Bin Laden vor den US-Truppen aus Kandahar in das Höhlensystem im Gebirgsmassiv Tora-Bora. In der Schlacht um Tora Bora im Dezember 2001 gelang ihm mit Hilfe afghanischer Vertrauter, die gleichzeitig für die Koalitionsgruppen arbeiteten, die Flucht.[116] Dies bestätigten Zeugenaussagen 2005 entgegen US-Vertretern, die Bin Ladens Anwesenheit in Tora-Bora jahrelang bezweifelt hatten.[117] Der CIA-Beamte Cofer Black bestätigte damals, er habe CIA-Fahndern im Herbst 2001 einen Mordauftrag für Bin Laden erteilt.[118]

Am 22. Februar 2004 meldete die britische Zeitung Sunday Express, Bin Laden und etwa fünfzig seiner Anhänger seien im bergigen Nordwesten Pakistans nahe der afghanischen Grenze ausgemacht und eingekreist worden.[119] Militärsprecher der USA und Pakistans dementierten dies umgehend.[120] Am 20. Juni 2005 gab der damalige CIA-Chef Porter Goss an, er kenne den Aufenthaltsort Bin Ladens. Um seiner habhaft zu werden, müsse man „Heiligtümer souveräner Nationen“ in Betracht ziehen. Dass er Pakistan meinte, wurde vermutet, da sich ein anderer US-Botschafter zuvor entsprechend geäußert hatte.[121] US-Präsident George W. Bush ließ die 1995 zur Suche und Ergreifung Bin Ladens eingerichtete CIA-Spezialeinheit Alec Station Ende 2005 auflösen.[122]

Während der Suche behaupteten verschiedene Quellen, Bin Laden sei sterbenskrank oder bereits verstorben. So berichtete die französische Zeitung Le Figaro Ende Oktober 2001, er habe sich im Juli 2001 einer Nierenbehandlung in Dubai unterzogen und dabei einen CIA-Beamten getroffen.[123] Dies dementierten der Klinikdirektor in Dubai[124] und Bin Laden selbst.[125] Dennoch behauptete Pakistans Staatspräsident Musharraf im Januar 2002, Bin Laden habe sich Geräte zur Dialyse-Behandlung aus Pakistan zuschicken lassen. Aufgrund der vielen vermuteten Ortswechsel des Flüchtigen könne er diese Dialysegeräte kaum praktisch anwenden. Somit liege die Annahme nahe, er sei wegen unterlassener lebensnotwendiger Behandlung verstorben.[126] Manche CIA-Vertreter bestätigten, andere bestritten die Nierenkrankheit noch 2008.[127] Nach einem Bericht des französischen Geheimdienstes DGSE, über den die Zeitung L’Est Republicain am 23. September 2006 berichtete, sollten saudi-arabische Ermittler überzeugt sein, dass Bin Laden an einer starken Typhusinfektion verstorben sei. Dies dementierten CIA-Direktor Michael V. Hayden[128] und weitere Vertreter der USA, Pakistans und Frankreichs.[129] Nach Aussage seiner jüngsten Witwe war Bin Laden bis zu seiner Tötung kerngesund.[130]

Am 13. Juli 2007 beschloss der US-Senat, die bisher vom FBI ausgesetzte Belohnung für Hinweise, die zur Festnahme oder Tötung Bin Ladens führen würden, von 25 Millionen US-Dollar auf bis zu 50 Millionen Dollar zu verdoppeln. Er reagierte damit auf CIA-Berichte, wonach sich al-Qaida reorganisiert und neue Anschläge auf die USA zu planen begonnen habe.[131]

Die US-Reporterin Christiane Amanpour erhielt 2008 von US-Beamten Hinweise, dass sich Bin Laden nicht in einer Höhle, sondern einer Villa in Pakistan verstecke.[132] Bin Ladens Versteck wurde zwischen 2002 und 2010 unter anderem im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet Waziristan, im pakistanischen Ort Parachinar,[133] im afghanischen Ort Ghazni[134] und im nordpakistanischen Distrikt Chitral vermutet.[135]

US-Präsident Obama verlangte 2009 von der CIA einen detaillierten Operationsplan, um Bin Laden zu finden und zu fassen.[136]

Nach von Wikileaks 2010 veröffentlichten Aussagen früherer Guantanamo-Häftlinge soll Bin Laden von Tora-Bora zunächst nach Jalalabad, von dort in die afghanische Provinz Kunar geflohen und Anfang 2003 mit seiner Familie in die pakistanische Ortschaft Khwar gezogen sein.[116] Berichte vom Oktober 2010, wonach er sich im nordwestlichen Pakistan in einem komfortablen Wohnhaus aufhalte, dementierte Pakistans Innenminister Rehman Malik umgehend.[137]"
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Re: Afghanistan, ISAF, NATO und Deutschland

Beitragvon Praia61 » Do 28. Aug 2014, 17:44

relativ » Do 28. Aug 2014, 13:47 hat geschrieben:Ich bin der festen Überzeugung, daß es keinen Sinn mach diesen user auf so etwas hinzuweisen. Der stellt sich die Welt so vor, wie sie in seiner Phantasie, oder Sozialisation zu seinen hat, alles andere is für ihn Gewäsch.

Schön dass du deine Überzeugung hier zum Besten gabst.
Ich gebe sie nicht wieder.
Ohne die Wahrheit zu schreiben die einer Beleidigung gleichkommt geht das nicht.

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