Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 11. Nov 2017, 19:43

Kardux hat geschrieben:(11 Nov 2017, 08:33)

Wann haben Sie im Bezug auf den Iran von "Imperialismus" geschrieben, bzw. die Iraner als Besatzer betitelt?


Ja, das stimmt. Auch der Iran sieht sich als anti-imperialistische Macht. Damit treten sie auch in Lateinamerika und Afrika auf. Die Revolution frisst meist ihre Kinder. China und Iran sind inzwischen (wieder) ähnlich unterwegs wie die Industrienationen, denen sie ihren durch den Kapitalismus angetriebenen Imperialismus vorwerfen.

Es gäbe wohl einen "Vorteil", Peking und Teheran verknüpfen nicht so sehr ihre Hilfsbereitschaft an politische Reformen wie der Westen. Damit ist nicht primär die USA gemeint, die haben auch einige fiese Allierte (gehabt), aber z.B. die EU nervt damit so einige. Solche Anforderungen stellen China und Iran nicht.

viewtopic.php?f=9&t=53770&start=60#p4050508


Mehr habe ich dazu nicht mehr zu sagen. Da du tausende Beiträge von mir analysiert hast, dachte ich, wäre das klar.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Kardux » So 12. Nov 2017, 13:06

King Kong 2006 hat geschrieben:(11 Nov 2017, 19:43)

Mehr habe ich dazu nicht mehr zu sagen. Da du tausende Beiträge von mir analysiert hast, dachte ich, wäre das klar.


Ja, Iran ist eine auftrebende Regionalmacht (vielleicht schon aus Ihrer Sicht eine light-version Weltmacht) die den USA die Stirn bieten. Genau das, liest man in diesem Beitrag heraus - wie in fast jedem Ihrer Beiträge. Der von Ihnen zitierte Beitrag ist mitnichten eine Kritik an den Iran, wohl eher eine Kampfansage an die US-Imperialisten...
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » So 12. Nov 2017, 18:45

Kardux hat geschrieben:(12 Nov 2017, 13:06)

Ja, Iran ist eine auftrebende Regionalmacht (vielleicht schon aus Ihrer Sicht eine light-version Weltmacht) die den USA die Stirn bieten. Genau das, liest man in diesem Beitrag heraus - wie in fast jedem Ihrer Beiträge. Der von Ihnen zitierte Beitrag ist mitnichten eine Kritik an den Iran, wohl eher eine Kampfansage an die US-Imperialisten...


Wenn du irgendein Problem hast, stell es in den Diskussionsstrang.
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Hariri gelobt bald wieder an seinen Arbeitsplatz zurückzukehren

Beitragvon King Kong 2006 » So 12. Nov 2017, 21:36

Der in Saudi-Arabien sich aufhaltende libanesische Ministerpräsident Hariri melde sich zu Wort. Alles offenbar ein Mißverständnis. Dabei lobt er seine Gastgeber die Saudis und kritisiert den Iran.

Hariri will in den Libanon zurückkehren

Hariri machte der Hisbollah und Iran erneut Vorwürfe. Teheran mische sich in die Angelegenheiten der arabischen Welt ein, sagte er. Dies müsse aufhören. Gleichzeitig lobte er den saudi-arabischen König Salman und Kronprinz Mohammed: Ihnen liege die Stabilität, Wirtschaft und Freiheit des Libanon am Herzen


Der christliche Präsident des Libanon Michel Aoun bezweifelt die Qualität der Aussagen des in Saudi-Arabien verweilenden (?) Hariri.

Der libanesische Präsident Michel Aoun hatte vor Ausstrahlung des Interviews mitgeteilt, alles was Hariri sagen würde, müsse angezweifelt werden. Denn es sei nicht seine freie Entscheidung, was er sage. Aoun hatte den Rücktritt des Premiers nicht offiziell angenommen.


Demonstranten in Beirut fordern Rückkehr Hariris

Es wird befürchtet, Saudi-Arabien könnte den Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten im Libanon anheizen, bis es zu einem bewaffneten Konflikt kommt. Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate rieten ihren Bürgern, nicht in das Land am Mittelmeer zu reisen.


Demonstranten fordern die Herausgabe Hariris.

In der libanesischen Hauptstadt Beirut demonstrierten am Sonntag Dutzende Menschen für die Rückkehr ihres Ministerpräsidenten. Fersehbilder zeigten die Protestierenden, die Plakate in die Höhe hielten, auf denen unter anderem Sprüche wie "Wir wollen unseren Ministerpräsidenten zurück" oder "Wir warten alle auf Sie" standen.


Letzteres kann man auch als Drohung verstehen. Das Auftreten Hariris bei den Saudis ist nicht überall gut angekommen.

Seine Exzellenz Monsieur Macron derweil sieht sich berufen große Politik zu betreiben. Zumal der Libanon und Syrien dereinst frz. Einflußgebiet war. Siehe Sykes-Picot.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron telefonierte am Samstag mit Aoun und versicherte, Frankreich unterstütze die Einheit und Unabhängigkeit des Libanons, wie die staatliche libanesische Agentur NNA berichtete.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/l ... 77641.html
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Kardux » Mo 13. Nov 2017, 00:05

King Kong 2006 hat geschrieben:(12 Nov 2017, 18:45)

Wenn du irgendein Problem hast, stell es in den Diskussionsstrang.


ad hominem entfernt

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Hariri und Hadi? Staatsführer als Dauergäste der Familie al-Saud

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 13. Nov 2017, 17:17

„Das ist nicht der Hariri, den wir kennen“

Von Gil Yaron, Jerusalem

Libanons Ministerpräsident wollte Gerüchte zerstreuen, er werde gegen seinen Willen in Saudi-Arabien festgehalten. Doch sein Interview, bei dem er fast in Tränen ausbrach, führte zu neuen Spekulationen.


Ein weiterer arabischer Staatsführer ist in Saudi-Arabien "verschollen" bzw. "zu Gast". Jemens Präsident Hadi.

So meldete sich der Premier selbst bei seinen eigenen Anhängern nicht mehr zu Wort, sondern verschanzte sich in seinem Anwesen in Riad. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, die Saudis hätten sein Handy konfisziert. In Beirut ist man nun überzeugt, Hariri werde gegen seinen Willen festgehalten, ähnlich wie Jemens Präsident Abdrabu Mansur Hadi, der angeblich seit Monaten unter Hausarrest steht.

https://www.welt.de/politik/ausland/art ... ennen.html


Die Vermutungen sind mannigfaltig. Auch, das seine schwerreiche Familie die seit Jahrzehnten business mit den Saudis macht, Geld an Saudi-Arabien zahlen müsste.

Saad Hariri and his deep-rooted Saudi links

Lebanese PM Saad Hariri holds Saudi citizenship and his family's interests in the kingdom date back to 1978

“The main reason for summoning [Hariri] back to Riyadh is to hold him captive with the rest of the detained princes and businessmen to blackmail him and force him to bring back the funds he has abroad, particularly those not linked to Lebanon," he said.

http://www.middleeasteye.net/news/harir ... -803078741
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Ist Hariri überhaupt noch tragbar? Und wieviele Bauern haben die al-Sauds noch?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 13. Nov 2017, 21:50

Selbst wenn er Saudi-Arabien wieder verlassen kann, kann er überhaupt noch in sein Amt zurückkehren?

Saudi Arabia appears ready to sacrifice the country in its reckless bid to confront Iran.

Hariri has clearly tried to balance between two masters: his Saudi bosses, who insist that he confront Hezbollah, and his own political interest in a stable Lebanon. On Sunday night, he appeared uncomfortable. At times, he and his interviewer, from his own television station, looked to handlers off camera. The exchange ended abruptly, after Hariri implied that he might take back his resignation and negotiate with Hezbollah, seemingly veering from the hardline Saudi script. “I am not against Hezbollah as a political party, but that doesn’t mean we allow it to destroy Lebanon,” he said. His resignation does nothing to thwart Hezbollah’s power; if anything, a vacuum benefits Hezbollah, which doesn’t need the Lebanese state to bolster its power or legitimacy.


Hariri muß unter enormen Druck stehen. Dennoch soll er - nach diesem Artikel - von seinem Script etwas abgewichen sein. Er kann nicht im Libanon arbeiten, wenn er z.B. die Hezbollah so angeht. Das weiß er. Das sollte auch Riad wissen. Skript hin oder her. Sie zerstören damit seine politische Existenz. Ist das gewollt oder haben sie sich wie im Jemen verschätzt? Auch den ehemaligen Präsident Jemens haben sie unter Hausarrest gestellt.

One theory is that the Saudis removed Hariri to pave their way for an attack on Lebanon. Without the cover of a coalition government, the warmongering argument goes, Israel would be able to launch an attack, with the pretext of Hezbollah’s expanded armaments and operations in areas such as the Golan Heights and the Qalamoun Mountains from which they can challenge Israel. Supposedly, according to some analysts and politicians who have met with regional leaders, there’s a plan to punish Iran and cut Hezbollah down to size. Israel would lead the way with full support from Saudi Arabia and the United States. Even if this theory proves true, there’s no guarantee Israel would play along. Riyadh’s miscalculation in Yemen suggests it’s likely to misread the situation in Lebanon and Israel.

https://www.theatlantic.com/internation ... ah/545678/


Gerade letzte These, sprich das Umfeld zu schaffen für eine mögliche militärische Intervention wird nicht zuletzt durch Aussagen von US-Außenminister Tillerson befeuert, in denen er Saudi-Arabien und Israel zur Zurückhaltung mahnt.

U.S. signals caution to Saudis despite shared concern about Iran

Tillerson was also “signaling to the Israelis ... that now is not the time to go after Lebanon,” said Salem, referring to long-standing Israeli concerns about Hezbollah’s growing military prowess.

http://www.reuters.com/article/us-usa-s ... DB0TY?il=0


Die USA wollen Hariri zurück.

US joins calls for return of Lebanon’s PM from Saudi Arabia

Saad Hariri’s fate still unclear, giving rise to rumors that he is being held in Gulf state against his will

https://www.timesofisrael.com/us-joins- ... di-arabia/


Das Interview das er in Saudi-Arabien gab war eine Katastrophe.

Tense and tearful: Lebanese PM's 80-minute interview backfires

When Saad Hariri gave an interview to a TV station he owns from his home in Riyadh on Sunday, the aim was to put to rest the widespread belief that he is being held against his will in the Saudi capital after quitting as Lebanese Prime Minister last week.

But the plan backfired spectacularly. Analysts say viewers appeared to pay less attention to what Hariri said than how he said it, and the uncomfortable interview seemed to reinforce claims that his shock resignation was ordered by the Saudis.

Last week, a high level ministerial source told CNN that Hariri's closest allies "have no idea what's going on," and that members of his own political party believe Saudi Arabia is "restricting" his movements.


"If the interview was meant to propagate a message that Hariri was in a strong position, that he was in a confident position, then it didn't really do that at all."

http://edition.cnn.com/2017/11/13/middl ... index.html


Er könne seinen Rücktritt zurücknehmen, wenn sich die schiitische Hisbollah-Bewegung im Libanon aus regionalen Konflikten wie im Jemen heraushalte. Libanesischen Regierungsvertretern zufolge wird Hariri gegen seinen Willen in Saudi-Arabien festgehalten.

derstandard.at/2000067713173/Iran-hofft-auf-Rueckkehr-Hariris-in-den-Libanon


Das ist sicher ein frommer saudischer Wunsch, aber realistisch?

What Saudi Arabia seems to prefer is a military response to a strategic shift, an approach made worse by its gross misread of reality. In Yemen, the Saudis insisted on treating the Houthi rebels as Iranian tools rather than as an indigenous force, initiating a doomed war of eradication. The horrific result has implicated Saudi Arabia and its allies, including the United States, in an array of war crimes against the Yemenis.

https://www.theatlantic.com/internation ... ah/545678/


Ich bin wirklich gespannt, wenn er tatsächlich wie angekündigt in den Libanon zurückkehrt, was er dann noch für eine Perspektive hat... Ich kann mir nicht vorstellen, daß er noch eine signifikante Rolle spielen kann. Auf jedenfall ist Saudi-Arabien involviert. Sonst könnte er sich ja dort kaum aufhalten und ein Interview führen.

Ob das ein geschickter saudische Zug war, bleibt abzuwarten. Riad hat sich unter einem neuen frischen Kronprinz offenbar entschieden aktiv sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Kismet ist was für die älteren Wüstensöhne. Hilft dir selbst, dann hilft die Allah. Schon unter Obama war man in Riad entsetzt über die "Annäherung" der USA und Irans. So, wie man sich in Europa auf sich selbst besinnen muß, geht es wohl bei dem Rückzug der USA auch den Golfarabern. Die al-Sauds haben realisiert, das die Zeiten sich geändert haben. Man wird jetzt sehen, wie gut sie Schach spielen können. Mit Bauern wie Hariri z.B.

2006
"Während die USA Poker in der Region gespielt haben, hat der Iran Schach gespielt. Der Iran spielt ein längeres und klügeres Spiel und ist weitaus erfolgreicher , wenn es um den Gewinn der Herzen und Köpfe der Menschen geht." Zudem sei Teheran im Atomstreit mit dem Westen mittlerweile davon überzeugt, dass es sich durchsetzen werde.

http://www.ag-friedensforschung.de/regi ... atham.html


Die Saudis haben sicher eine wohlwollende USA hinter sich. Allerdings birgt ihr Spiel auch für sie selbst Gefahren. Die USA werden eine massive Konfrontation mit dem Iran nicht zulassen. Das war unter Bush so und unter Obama. Das wird jetzt nicht anders sein. D.h. die Saudis werden in letzter Konsequenz auf sich alleine gestellt sein. Und das Land hat selbst seine Krisen und Konfliktherde. Seien es die schiitisch bewohnten Erdölgebiete Saudi-Arabiens oder der unglücklich verlaufende Krieg an seiner Grenze zum Jemen, der sich militärisch nicht lösen und bezwingen lässt. Oder jetzt zwei nördliche Nachbarn (Syrien und Irak), die nicht gerade die besten Bauern für Riad darstellen. Auch sitzt das Geld nicht mehr ganz so locker. Da in ein tit for tat mit dem Iran zu gehen muß wohl überlegt sein.
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Hariri & das Interview = Exitstrategie?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 14. Nov 2017, 08:01

Eine Möglichkeit dieses vewirrende Interview zu deuten ist, daß damit den al-Sauds eine Exitstrategie aus der Situation verschafft werden sollte. Der Schachzug Hariri in Saudi-Arabien zu positionieren und "Kritik" von dort aus zu üben ist nirgendwo gut angekommen. Nicht mal beim "Verbündeten", den USA.

After Lebanese Leader's TV Appearance, Doubts Grow About His Future — And Lebanon's

Maha Yahya, the director of the Middle East Center of the Carnegie Endowment for International Peace, says she believes Hariri's TV appearance may have been a way for him and the Saudis to save face in the international backlash. The United States, the U.K. and several European countries issued barely veiled rebukes of Saudi Arabia, as they called for stability in Lebanon.

Yahya said these statements likely had an impact.

"I suspect that this [statement by Hariri that he might return] is kind of a more honorable exit for everyone concerned," she said. "I think this kind of strong-arm tactic [by Saudi Arabia] obviously caused a lot of alarm, and that flies in the face of international norms. So I suspect that this was [to] kind of soften the entire situation."

https://www.npr.org/sections/parallels/ ... d-lebanons


Ob Hariris Bildungsurlaub bei den al-Sauds gut war, ist allerdings zu bezweifeln.
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Hariri wird in den Libanon zurückkehren

Beitragvon King Kong 2006 » Di 14. Nov 2017, 18:50

Allah sei Dank! Der nervlich in Saudi-Arabien in einem Interview schwer angeschlagene Hariri wird nach eigenen Aussagen in zwei Tagen wieder in den Libanon zurückkehren.

Was der Unsinn sollte, für seinen Rücktritt extra nach Saudi-Arabien reisen zu müssen, wird wohl erstmal nicht klar sein. Der Libanon forderte ihn zurück. Der Iran forderte ihn zurück. Die Hezbollah forderte ihn zurück. Die EU forderte ihn zurück. Die USA forderte ihn zurück. Da muß selbst ein Kronprinz der al-Sauds ein Einsehen haben.

Saad Hariri to return 'in the next two days' to Lebanon

http://www.aljazeera.com/news/2017/11/s ... 47695.html


Was dieses Possenspiel für seine politische Karriere, den Libanon und für Saudi-Arabien bedeutet, wird man noch sehen.

The Hariri mystery shows the extent and risks of Saudi influence

Riyadh’s hopes of turning Lebanon against Hizbollah could backfire

https://www.ft.com/content/8945864c-c88 ... 9fb7d6163e


Ab 2016 hat Hariri eine Koalition mit der Hezbollah eingegangen und Stabilität in den Libanon gebracht. Was sein Auftritt in Saudi-Arabien sollte ist unklar. Auf jeden Fall haben auch die USA kein Interesse den Libanon in eine Instabilität zu bringen. Ob sein Bildungsurlaub in Riad dafür hilfreich war, ist schwer zu bezweifeln. Der Mann ist - jetzt - fertig.

But since last year, Hariri has been leading a coalition government in which Hezbollah is a partner, and which had managed to provide a little stability in Lebanon.

The week of silence that followed only fueled rumors that he was forced to resign by his long-time supporters in Riyadh and that he is being held against his will. Lebanese President Michel Aoun told foreign ambassadors Hariri was “kidnapped.”

Fouad Sinora, a member of Hariri’s own political party, and a former Prime Minister himself, said he must return home. “The political party and its board members reaffirm its support for Prime Minister Saad Hariri,” he said. “The party stands by him under any circumstance.”

Few in the Lebanese capital believe Hariri stepped down on his own volition. Most speculate that he’s being prevented from returning to Lebanon, which Saudi officials have denied.

http://time.com/5021731/lebanon-saad-ha ... ia-beirut/
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Hariri ist politisch fertig - Macron schickt ihn in den Libanon zurück

Beitragvon King Kong 2006 » Do 16. Nov 2017, 13:08

Hariri wird zunächst nach Frankreich fliegen, dann in den Libanon und dort offiziell zurücktreten. Macron besteht darauf.

Libanons Premier Hariri nimmt Macrons Einladung nach Frankreich an

Saad al-Hariri soll in den nächsten 48 Stunden nach Paris fliegen und danach in Beirut seinen Rücktritt bestätigen

derstandard.at/2000067866822/Libanons-Praesident-wirft-Riad-Inhaftierung-von-Hariri-vor


Was genau dieser Schachzug den Saudis genützt hat, bleibt abzuwarten. Hariri kann in Rente gehen bzw. falls ihm die Saudis noch Geld übriggelassen haben seine Baufirmen leiten.
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Der Kronprinz hat keinen Plan? Warum Geld alleine nicht alles ist

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 17. Nov 2017, 16:19

Der Kronprinz ist da doch etwas vorsichtiger als Saddam Hussein. Der stürmte 1980 vorwärts. Mit dem Wissen der USA hinter sich. Kronprinz bin Salman ist zwar guter Kunde der USA aber die sind auch nicht mehr die USA von 1980. D.h. die können und wollen auch nicht mehr Feuerwehr sein, wenn etwas in der Region schief geht. Die Rolle die einst der Irak hatte und Saddam Hussein, kann Saudi-Arabien und der Prinz nicht ausfüllen.

Seitdem der Iran nicht mehr der wichtigste Allierte der USA zur Interessensvertretung in dieser Region ist, hat Washington keinen adäquaten Ersatz gefunden. Auch sind andere Protagonisten wie Saddam keine berechenbare Größe gewesen. Schon, daß Washington darauf gedrungen hat, daß Riad den Hariri wieder rausrückt, ist ein Zeichen, daß die USA nicht mehr die Alten sind, die sonst im Notfall dort mitprügeln. Keinen Plan? Was können die al-Sauds optimieren?

Saudi Arabia Has No Idea How to Deal With Iran

Few things are as explosive as the combination of power, ambition and anxiety — and there is plenty of all three in Riyadh these days.


Saudi Arabia may exaggerate Iranian intentions and power, but Western and Asian countries typically understate them. The Iranians themselves are clear about how they view the region: “No decisive actions can be taken in Iraq, Syria, Lebanon, North Africa and the Gulf region without Iran’s consent,” Hassan Rouhani, Iran’s president, reportedly boasted last month. Tehran may not be in full control in Baghdad, Damascus and Beirut, but thanks to its proxies and allies, it can decisively shape their battlefields and politics.


Riads Masterplan: Jemen von der Versorgung abschneiden. Katar blockieren und abschneiden und den Premierminister des Libanon in Riad aufgelöst in einem Interview seinen Rücktritt erklären lassen. Auf den Schlachtfeldern Syriens und Iraks haben die Proxies der Saudis praktisch verloren. Bagdad und Damaskus erlangen immer mehr die Kontrolle zurück.

Saudi Arabia’s intervention in Yemen, on behalf of the government forces fighting against Iranian-backed Houthi rebels has been costly and inconclusive, even after more than two and a half years. In fact, it could lead to the very outcome that Riyadh most wanted to prevent: the transformation of the Houthi movement into something akin to Lebanon’s Hezbollah — except much closer to Saudi borders. Indeed, unless the war in Yemen comes to an end soon, those well-armed, Iran-backed militants will soon sit atop a shattered state and a starved society.

The Saudi-led blockade of Qatar has been more successful. The effort to tame that country’s assertive regional policies has worked and the crisis has now been put on the back burner of international diplomacy. That said, the reputational cost has been high for all: A dispute framed by the Saudis as a struggle for the future of the Middle East is seen in many capitals as an unnecessary and disruptive clash of wealthy royals.

The latest Saudi venture — the forced resignation as prime minister of Lebanon and probable house arrest of Saad Hariri, once a favorite ally of Riyadh — has bewildered many in Lebanon and elsewhere. It is also likely to backfire. This move plays into the hands of Iran and Hezbollah, who duplicitously pose as rule abiding, despite having undermined the Lebanese state for decades, assassinating rivals, plunging the country into foreign wars and exporting fighters across the region. In contrast, Saudi Arabia was backing state institutions and working through established politicians like Mr. Hariri. What Riyadh has now in mind — and in store — for Lebanon is unclear.


Was geht schief?

In fact, if its goal is to counter Iran, Riyadh is picking the wrong battlefields.

Lebanon and Yemen are peripheral countries, where wars are costly and complex, outcomes ambiguous and returns low. In the Middle East, the balance of power is determined in Syria and Iraq. But in those countries, the costs are high and the risks even higher. And in both places, Iran is well ahead.

In 2011, Riyadh reasoned that sponsoring the Syrian rebellion would help compensate for Iran’s dominance in Iraq. It hasn’t worked that way. The faltering Syrian insurgency cannot be revived, the United States has basically washed its hands of the Syrian civil war, and the country’s future is being decided in Moscow, Ankara and Tehran.


Auch ist das reine "Bezahlen" nicht ausreichend um sich Allierte halten zu können. Die USA haben nicht nur Geld, sie könnten auch zumindest versuchen Allierten zu helfen in der Not bzw. sie fertig zu machen (Riad kann einen Hariri dumm aussehen lassen, das geht schon), wenn sie sich zieren. Diese Macht haben die al-Sauds nicht in diesem Maße. Auch nicht die soft power und tief gehenden Kontakte und Beziehungen wie der Iran zu seinen Verbündeten. Den Willen und die Möglichkeiten. Ob es der Schah war der in Pakistan Islamabad mit Kampfhubschraubern oder im Oman mit einem Expeditionskorps aushalf. Oder jetzt der Iran. In der KRG Nordiraks war der Iran der erste, der angerast kam, als der IS nahe rückte. Noch vor den USA. Geschweige denn den Saudis. Oder der massive Einsatz in Syrien. Egal, was man davon hält, ob es die richtige Hilfe für die Richtigen ist, der Iran kommt. Saudi-Arabien hat Geld, sicher hilfreich, aber nicht alles. Die USA hätten beides. Mit Geld alleine kann man nicht wirkungsvoll im großen Rahmen spielen. Dahinter braucht man mehr Substanz.

Riyadh has learned the hard way that regional alliances, cultivated at great cost, don’t necessarily deliver the expected political and military benefits. The Saudis have propped up the government of President Abdel Fattah el-Sisi in Egypt with billions of dollars, yet Mr. Sisi is now resuming relations with President Bashar al-Assad of Syria and rejecting Saudi pressure to escalate tensions with Iran. Mr. Sisi has also declined Saudi requests to send troops to Yemen to fight against the Houthis.


Wohingegen es gut läuft ist mit der Trump-Administration (im Gegensatz zur Obama-Administration). TV-Star Trump stellte dies eindruckvoll mit einem Schwerttanz in Riad unter Beweis. Und Berge von Waffensystemen, die verkauft werden.

Fundamentally, who prevails in the rivalry between Tehran and Riyadh comes down to capacity and competence. Iran has the networks, expertise, experience and strategic patience required to fight and win proxy wars at low cost and with plenty of disingenuous deniability. The Saudis simply don’t, which is why seeking to beat the Iranians at this game is dangerous and costly.

Iran has another strength: It has demonstrated that it will be there for its friends and allies in good and bad times. Saudi Arabia does not have the same constancy. Just ask Syrian rebels, Iraqi tribal leaders and Lebanese politicians.

https://www.nytimes.com/2017/11/16/opin ... ategy.html


Kronprinz bin Salman kann natürlich wie Saddam versuchen den Iran einfach direkt in die Fresse zu schlagen. Wurde auch mit Massenvernichtungswaffen versucht. Aber wie gesagt... keine Erfolgsgarantie. Denke da kann man Saddam fragen.
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Teheran erklärt den IS für besiegt

Beitragvon King Kong 2006 » Di 21. Nov 2017, 10:34



Der IS als Kalifat ist praktisch nicht mehr existent. In Sotschi diskutieren Teheran, Ankara und Moskau wie es jetzt weitergeht.
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Re: Teheran erklärt den IS für besiegt

Beitragvon Adam Smith » Mi 22. Nov 2017, 19:42

King Kong 2006 hat geschrieben:(21 Nov 2017, 10:34)

Der IS als Kalifat ist praktisch nicht mehr existent. In Sotschi diskutieren Teheran, Ankara und Moskau wie es jetzt weitergeht.


Die "Großen Drei" beratschlagen sich über ein Land. Das gab es 1945 schon einmal.

Die Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 im Schloss Cecilienhof bei Potsdam, offiziell als Dreimächtekonferenz von Berlin bezeichnet, war ein Treffen der drei Hauptalliierten des Zweiten Weltkriegs nach dem Ende der Kampfhandlungen in Europa zur Beratung auf höchster Ebene über das weitere Vorgehen.

Die „Großen Drei“: (von links nach rechts) der britische Premierminister Clement Attlee, der US-Präsident Harry S. Truman, der sowjetische Generalissimus Josef Stalin; stehend dahinter: der US-Admiral William Daniel Leahy, der britische Außenminister Ernest Bevin, der US-Außenminister James F. Byrnes und der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow


https://de.wikipedia.org/wiki/Potsdamer_Konferenz
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Kongreß der Völker für Syrien & Hariri zelebriert im Libanon

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 22. Nov 2017, 23:45

Russland, Türkei und Iran für Konferenz der Völker Syriens

Teilnehmer der von Putin einberufenen Konferenz erzielten keine Einigung in der Kurden-Frage Sotschi

Mit einer Konferenz zahlreicher syrischer Konfliktparteien wollen Russland, die Türkei und der Iran die Suche nach einer politischen Lösung für den Bürgerkrieg vorantreiben. In einer gemeinsamen Erklärung riefen die Präsidenten Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdogan und Hassan Rouhani am Mittwoch Regierung und Opposition in Syrien auf, an einem sogenannten Kongress der Völker teilzunehmen.

derstandard.at/2000068315260/Russland-Tuerkei-und-Iran-fuer-Konferenz-der-Voelker-Syriens


Während die Drei knobeln startet in Riad ein Treffen der syrischen Opposition.

Gleichzeitig zur Präsidentenrunde in Sotschi startet am Mittwoch in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad ein auf drei Tage anberaumtes Oppositionstreffen

derstandard.at/2000068239682/Putins-Startschuss-fuer-die-Syrien-Diplomatie


Mal schauen, was dabei rumkommt.

Derweil lässt sich Hariri im Libanon feiern. Nationale Geschlossenheit wird nach seiner "Rückkher" aus Saudi-Arabien demonstriert.

Hariri vor ihn feiernden Unterstützern.

Beirut/Kairo – Ein Bild nationaler Geschlossenheit lieferte die libanesische Führung am Mittwoch anlässlich des Nationalfeiertags. Seite an Seite nahmen Präsident Michel Aoun, Parlamentschef Nabil Berri und Premier Saad Hariri die traditionelle Militärparade im Zentrum von Beirut ab. Nach der überraschenden Rücktrittsankündigung Hariris am 4. November in Riad hatten sämtliche politische Gruppierungen in seltener Geschlossenheit ihren nationalen Stolz verletzt gesehen und sich gegen ausländische Einmischung ausgesprochen.

derstandard.at/2000068301100/Libanon-Hariri-gibt-Verhandlungen-eine-Chance


Saad Hariri ist zurück in Beirut - und erklärt, vorerst doch libanesischer Ministerpräsident bleiben zu wollen. Seine Anhänger jubeln. Doch Saudi-Arabien dürfte diese Schmach kaum auf sich sitzen lassen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/l ... 79767.html


Was wird der nächste Schachzug der Meisterklasse von Saudi-Arabien sein? Welchen Staatsführer könnten sie einladen und erstmal dabehalten? Vielleicht jemanden aus dem Irak oder Ägypten?
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 25. Nov 2017, 06:12

Wir könnten Schulz hinschicken. Den können sie behalten, merkt kein Mensch.
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YPG und Syrien

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 30. Dez 2017, 15:37

Auf der einen Seite hat die kurdische KRG fast alle Gebiete außerhalb der Grenzen der KRG wieder an die Zentralgewalt in Bagdad verloren. Auf der anderen Seite konnte die kurdische YPG in Syrien große Geländegewinne erzielen, weit über kurdisches Siedlungsgebiet hinaus, durch den massiven Zusammenbruch des IS in Syrien. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Damaskus, wie Bagdad das revidieren will und vielleicht wird.

Syrien: USA warnen Assad vor Offensive gegen Kurden

Verteidigungsminister Mattis kündigt Ankunft von US-Diplomaten in Ostsyrien an Washington

US-Verteidigungsminister Jim Mattis hat den syrischen Staatschef Bashar al-Assad vor einer Offensive gegen kurdische Einheiten gewarnt, die von den USA unterstützt werden. "Das wäre ein Fehler", sagte Mattis am Freitag im Pentagon vor Journalisten. Es gebe derzeit eine "Demarkationslinie" zwischen den von den USA und ihren Bündnispartnern kontrollierten Gebieten in Ostsyrien und denen, die Assad und Russland im Westen des Landes kontrollierten. Diese Linie dürfe nicht überschritten werden.

derstandard.at/2000071227330/USA-warnen-Assad-vorOffensive-gegen-Kurden


Breaking: Kurdish offensive against Syrian Army produces embarrassing results

https://www.almasdarnews.com/article/br ... g-results/


Ich gehe davon aus, daß ähnlich wie im Irak, die YPG in Syrien die eroberten Gebiete auf Dauer gegen die Regierungstruppen und Verbündete (Russland, Iran, Irak, Libanon/Hezbollah und in dem Falle auch der Türkei) nicht halten können. Es wird abzuwarten sein, wie stark Trump bereit ist mit denen in den Clinch zu gehen.
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Irak - Politische Implementierung der Milizen

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 6. Jan 2018, 10:56

Nach dem Zusammenbruch des IS im Irak werden nach und nach die Milizen im Irak in die irakische Armee und dem Sicherheitsapparat integriert. Somit werden Mitglieder - als Vorraussetzung dafür - die Möglichkeit eröffnet für die kommenden Wahlen zu kandidieren. So auch die mächtigen PMU/PMF. Sammelbecken für weitesgehend schiitische Gruppen, aber auch Sunniten und vor allen Dingen Christen (z.B. Babylon Brigaden). Auch ethnisch gemischt, so sind neben Arabern auch Turkmenen (Turkmenische Brigade) darin zu finden. Die PMU kämpfte auch aktiv gegen den IS in Syrien.

Iraq's PMU leaders 'resign' in preparation for elections

Iraqi Prime Minister Haider al-Abadi announced Dec. 15 that his government had begun implementing its policy to bring all weapons in the country under state control, following a statement by the premier days earlier declaring the "end of the war" against the Islamic State (IS).

Abadi's announcement came just hours after the speech that Abdul Mahdi al-Karbalai — spokesman of Iraq's Supreme Shiite leader Ali al-Sistani — gave on the same day, in which he called for the need to integrate "volunteers" — in reference to fighters of the Popular Mobilization Units (PMU) — “into the constitutional and legal framework that limits [the possession of] weapons to the state” so that the PMU fighters "are not exploited for political objectives.”

Abadi welcomed Sistani’s call to “not use PMU volunteers and fighters politically,” adding, “The government is working to organize the PMU in accordance with the state’s legal framework.”

PMU factions had already begun to disengage from their internal organization and hand over their fighters and weapons to the prime minister as commander in chief of the armed forces.


The main PMU factions have indeed taken positive steps to comply with the Iraqi law, integrate their forces into the official security system and refrain from participating in the elections so long as they are still part of the PMU.

Read more: http://www.al-monitor.com/pulse/origina ... z53OcnZWcs


Christliche und turkmenische Einheiten in der PMU

The Christian Lions of Babylon Brigades

Von Chaldean Nation

Iraqi Christians, the Chaldean and Syriac people with their local Iraqi citizen support are training in Baghdad to defend all Christians towns in Mesopotamia from the foreign criminal terrorists of daash and from terrorist loving countries such as Afghanistan, Saudia Arabia, Qatar, Tunis, Turkey, Kuwait, Libya and Morocco. The Iraqi forces will defeat the criminals that are using their religion to massacre innocent native Iraqis.

https://www.facebook.com/media/set/?set ... 662&type=3


Turkmen Brigades (Popular Mobilization Units)

The Turkmen Brigades are Iraqi Turkmen militias as part of the Popular Mobilization Forces formed in 2014.

The group's commander, Said Yilmaz Najar, rejected proposals of an unified Turkmen militia from the Iraqi Turkmen Front, saying that his group has both Shia and Sunni Turkmen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Turkmen_B ... tion_Units)


Es wird die Kunst sein die verschiedenen Fraktionen, die in der mächtigen PMU organisiert sind weitesgehend von einer militärischen Organisationsform in die politische Partizipation zu überführen.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 28. Feb 2018, 09:34

Wiederaufbau in Syrien. Damaskus will international Aufträge verteilen. Auf jedenfall werden Iran, Russland und China einen Löwenanteil übernehmen. Aus israelischer Sicht wäre China zu bevorzugen, da der Iran und Russland damit sich noch tiefer in Syrien eingraben. So übernimmt jetzt schon der Iran ein Teil des mobilen Netzwerkes.

Iran to operate mobile service network in Syria
https://www.reuters.com/article/us-mide ... SKBN1511QE


China, so die Annahme verfolge noch die am wenigsten politisch eingefärbten Absichten in Syrien. So der Vorteil aus israelischer Sicht.

Who will lead the reconstruction of Syria?

Though it sounds like a financial decision, whoever rebuilds the devastated country will have a foothold in the country.


This means that the major countries will want to take part in the reconstruction are Iran, China, and Russia.


The Uyghur Muslim minority in Xinjiang province in northwest China, and an unknown number of its descendants (estimates range from a few hundred to five thousand and sometimes more) have joined the anti-Assad jihadists. Beijing’s interest that the Syrian regime prevent the return to China of these trained and highly motivated fighters is another reason for Beijing to support Assad.

Of course, China’s desire to win large-scale rehabilitation contracts in Syria is a key interest no matter who wins. If many projects are funded by Chinese loans or grants to the Syrian regime, Beijing will gain a strong footing in Syria. This is valuable for the Chinese president’s main project, the Belt and Road Initiative. Furthermore, Beijing would gain an advantage over the US, whose intervention in Syria failed.


Iran’s interests in leading the reconstruction are the desire to gain a military foothold in Syria, first and foremost against Israel; to be closer to their Lebanese ally, thus strengthening the Shiite Crescent under its leadership; and to keep its ally, Assad, in power. Russia’s interests include its desire to keep the naval facility in Tartus and forestall Western regional aspirations, which include the removal of Assad.

In contrast, China’s interests are generally connected to economic development and maintaining stability. They are less personal. Therefore, if Beijing leads the reconstruction, all parties would be able to contribute to mutual economic growth. China’s policy of non-intervention in the countries it does business with can be a stabilizing factor that could bring together Syria’s factions. The Chinese also know how to conduct simultaneous relations with sworn enemies, which could be very helpful in this particular case.

Also, from Israel’s perspective, it would be much better to see a Chinese aid program and Chinese companies rebuilding the Syrian Golan Heights rather than Iranian ones. Of course, China’s economic capacity is superior to that of Russia or Iran, but since the other two have great influence over the Assad regime, they might tilt decisions in favor of a reconstruction program that would benefit them more than the Syrian people.

http://www.israelnationalnews.com/Artic ... aspx/21769


Während noch gekämpft wird, beginnt bereits der Aufbau.

Syria begins rebuilding even as ruination persists

http://www.arkansasonline.com/news/2018 ... s-ruinati/


Interview: Prospects for investment in Syria’s reconstruction

https://globalriskinsights.com/2018/02/ ... rtunities/


Umso länger der desolate Zustand des Landes anhält, desto mehr Gewalt u.a. wird dort natürlich wachsen und auch exportiert. Da beißt sich natürlich die Katze in den Schwanz. Wenn es heißt erst muß Assad, die FSA, Al-Qaida, YPG usw. vernichtet werden. US-Einfluß, iranischer Einfluß, russischer Einfluß, israelischer Einfluß, türkischer Einfluß, saudischer Einfluß usw. dort bekämpft und zurückgedrängt werden, mit Assad keine neuen Investitionen und Aufbau koordiniert werden darf u.ä. dreht sich das alles im Kreis.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Do 21. Jun 2018, 21:13

Kurdische Kräfte müssen sich aus der Region Manbij zurückziehen. Der kurdische Waffenbruder der USA wird von türkischen Einheiten ersetzt. Syrien soll erhalten bleiben.

ISTANBUL (Reuters) - Syrian Kurdish YPG fighters will begin leaving northern Syria’s Manbij region as of July 4, following a month of preparations, Turkish Foreign Minister Mevlut Cavusoglu said on Thursday.


Earlier this month Turkey and the United States endorsed a tentative deal, in which the Kurdish YPG militia would withdraw from Manbij and Turkish and U.S. forces would jointly maintain security and stability there.

https://www.reuters.com/article/us-mide ... SKBN1JH0ZW


Moskau, Teheran und Ankara knobeln derweil um das Prozedere einer syrischen Verfassung.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 30. Jul 2018, 09:48

Die von den USA unterstützte YPG/PKK/PJAK tritt in Verhandlungen mit Assad. Größere Städte sollen wieder unter syrischer Kontrolle gestellt werden. Gegen größere Autonomie. Darunter die ehemalige Hauptstadt des IS, Raqqa und Deir-Zor einer wichtigen Stadt im Osten des Landes, das die Infrastruktur zum Irak hin mitsteuert.

US-backed YPG, Assad regime agree on decentralized Syria, transferring key cities

The PKK's Syrian affiliate reportedly completed the first step of negotiations with the Bashar Assad regime, agreeing on a decentralized state system for Syria and handing over key cities, including Raqqa and Deir ez-Zor, to the regime. According to news sources, the political wing of the Syrian Democratic Forces (SDF), the Syrian Democratic Council (SDC), and the Assad regime held the first meeting for negotiations over the weekend in Damascus. At this meeting, representatives of the Syrian regime made an offer that included several conditions for a possible agreement between the two sides.


Cooperation between the YPG/PKK and the Assad regime is not new. During Turkey's Operation Olive Branch against the YPG in Afrin earlier this year, it received help from the regime. "The Syrian regime helps the Kurds with humanitarian support and some logistics, like turning a blind eye and allowing Kurdish support to reach some fronts," said an SDF militant.

https://www.dailysabah.com/war-on-terro ... key-cities
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