Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Do 18. Feb 2016, 18:50

Irakische Truppenteile werden Richtung KRG verlegt. Es heißt, daß ein Angriff auf Mosul vielleicht Mitte des Jahres zu erwarten wäre.

Pentagon says Iraqi units in Kurdistan ready for battle of Mosul against IS

Washington: Parts of the Iraqi Army's 15th division, a unit of around 1000 soldiers, have moved into Iraqi Kurdistan in recent days, according to a senior US military official.

Army Colonel Steve Warren, the Baghdad-based spokesman for the US-led coalition in Iraq, confirmed to reporters that the unit's headquarters element had arrived at the Kurdish frontline position in Makhmur. The move was first reported late last week by Agence France-Presse.

Read more: http://www.smh.com.au/world/pentagon-sa ... z40XjlvNcq
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 20. Feb 2016, 08:56

Da stossen die Interessenkonflikte in der Neuordnung des Raumes aufeinander. Z.B. die kurdische YPG wird von Russland und den USA favorisiert. Moskau bombt ihnen den Weg frei. Washington will sie als Verbündete gegen den IS. Ankara verständlicherweise sieht das ganz anders.

Kurdische YPG in Syrien: Um diese Miliz buhlen die Weltmächte

Die USA sehen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien als Partner, russische Kampfjets bomben ihr den Weg frei. Selbst EU und die Uno stehen auf der Seite der Kurden. Damit bleibt ein Staat isoliert: die Türkei.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 78352.html
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » So 21. Feb 2016, 11:32

Die kurdische YPG wird von Damaskus offenbar als Allierter eingestuft. Jedenfalls lt. einer Beraterin von Assad.

Assad adviser trumpets Syrian-YPG cooperation

ERBIL, Kurdistan Region - A senior adviser to Syrian President Bashar al-Assad, Bouthaina Shaaban, claimed that the Syrian Kurdish YPG forces are fighting alongside the regime and Russia to “to clear northern Syria of terrorism.”

"There is no problem with the Kurds in Syria," she went on to claim in an interview with Syrian state media on Friday.

Her comments come shortly after Bashar Jaafari, Damascus's envoy to the United Nations, also spoke of coordination with the YPG, or Peoples’ Protection Units.

"These Syrian Kurds supported by the American administration are also supported by the Syrian government -- just for your information," Jaafari said.

“The victory achieved in the northern part of Syria, both by the Syrian army and the Syrian Kurds, is a joint victory for all the Syrians.

Everybody is benefiting from the Syrian army direct support," he said.

http://rudaw.net/english/middleeast/syria/200220162


Washington spricht der YPG das Vertrauen aus.

Despite Turkish protests, US says it ’trusts’ Syrian Kurdish YPG

http://www.todayszaman.com/diplomacy_de ... 12853.html


Solche Bündnisse sind oftmals allerdings auch nicht von langer Dauer. Zur Zeit haben diese genannten Beteiligten auch gemeinsame Interessen.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Do 25. Feb 2016, 10:52

Wie es schon vorherzusehen war, geht es in Libyen in die nächste Runde. Die USA, GB und Frankreich sollen schon seit Monaten dort Luftangriffe und Kommandoeinsätze durchführen. Angeblich auch Russland.

"Islamischer Staat" in Libyen: Amerikas nächster Krieg

Der IS bedroht zahlreiche Länder in Nordafrika - nun weiten die USA dort ihren Einsatz aus. In Libyen sind bereits US-Militärberater aktiv. Sie bilden die Vorhut für einen neuen Drohnenkrieg.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 79020.html


Ob sich der Staat Libyen erhalten lässt, ist fraglich. Wie im Falle Syriens und Iraks. Schon jetzt gibt es bekanntlich drei Fraktionen in Libyen. Eine anerkannte Regierung, eine nicht anerkannte und den IS.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » So 28. Feb 2016, 09:10

Eine Delegation der Hisbollah ist in Kairo zu Sicherheitsgesprächen eingetroffen. Es geht um den Libanon und dem saudischen Einfluß in der Region.

Egypt tightens security coordination with Hezbollah amid Syrian civil war

Hezbollah delegation visits Cairo as both parties seek to prevent the conflict in Lebanon between Hezbollah and the pro-Saudi establishment from deteriorating into a proxy-war.

A high-level delegation representing Hezbollah Secretary General Hassan Nasrallah arrived in Cairo on Monday to discuss the security coordination with Egypt in light of the inner conflict in Lebanon and the Syrian civil war, the Kuwaiti newspaper al-Jarida reported on Monday.

According to al-Jarida, the delegation includes the head of Hezbollah's Arab relations department, Hassan Izz-al-Din, the party's media advisor Mohammad Afif, and member of Lebanese parliament, Ali Miqdad.

http://www.jpost.com/Middle-East/Egypt- ... war-445730


Die Rolle Ägyptens ist interessant. Sie haben gute Kontakte zu Moskau und zu Damaskus. Wandelt sich das Verhältnis zu Saudi-Arabien? Al-Sissi schien ein Wunschkandidat Saudi-Arabiens zu sein. Während Mursi gute Kontakte zu Ankara hatte. Al-Sissi scheint aber zu versuchen eine eigenständigere Politik zu gestalten. Ist ihm Saudi-Arabien suspekt geworden? Zumal man sich in Ägypten als arabische Führungsmacht sieht. Nicht auf der arabischen Halbinsel.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 7. Mär 2016, 15:13

Angeblich errichten die USA zwei Flugfelder in der von den kurdischen YPG kontrollierten Gebieten in Nordsyrien.

U.S. builds two air bases in Kurdish-controlled north Syria: Kurdish report

The United States has nearly finished setting up an air base in Kurdish-controlled northern Syria and was proceeding with the construction of a second base for dual military and civilian use, a Kurdish website said on Sunday.

A spokesman for U.S. Central Command (CENTCOM) said, however, the United States was not taking control of any airfields in Syria.

The Erbil-based news website BasNews, quoting a military source in the Kurdish-backed Syria Democratic Forces (SDF), said most of the work on a runway in the oil town of Rmeilan in Hasaka was complete while a new air base southeast of Kobani, straddling the Turkish border, was being constructed.


Politisch ein interessantes Eisen für die anderen Beteiligten. Der US-Centcom dementiert. Zumindest soweit, daß diese nicht unter US-Kontrolle wären.

A CENTCOM spokesman said any suggestion U.S. forces were in control of any airfields in Syria was incorrect.


U.S. military ties with the Syrian Kurds have grown deeper despite the concerns of NATO ally Turkey, which views the Syrian Kurdish PYD party as a terrorist group because of its links to the PKK, which is waging an insurgency in Turkey.

http://www.reuters.com/article/us-midea ... SKCN0W80R7
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 11. Mär 2016, 17:14

Die Operationen Syriens, Iraks, Irans und Russlands in der Region sind zwischen Syrien und Irak grenzüberschreitend. Kooperiert wird zu Luft und zu Lande ebenfalls mit den USA und kurdischen Milizen.

Man nennt die vier Staaten auch die 4+1 (Militäreinheiten der Hisbollah)

Russia–Syria–Iran–Iraq coalition

The Russia–Syria–Iran–Iraq coalition (RSII coalition), or the so-called 4+1 (in which the "plus one" refers to Hezbollah of Lebanon),[1] is a joint intelligence-sharing cooperation between opponents of the Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL)[2] with operation rooms in Syria's Damascus and Iraq's Green Zone in Baghdad.[3][4] It was formed as a consequence of an agreement reached at the end of September 2015 between Russia, Iran, Iraq and Syria to "help and cooperate in collecting information about the terrorist Daesh group" (ISIL) with a view to combatting the advances of the group, according to the statement issued by the Iraqi Joint Operations Command.[5][6][7] The statement also cited "the increasing concern from Russia about thousands of Russian terrorists committing criminal acts within ISIS."[5]

In October 2015, it was suggested that the Russia–Syria–Iran–Iraq coalition may have been devised during the visit by Qasem Soleimani, commander of the Iranian Quds Force, to Moscow in July 2015

https://en.wikipedia.org/wiki/Russia–Syria–Iran–Iraq_coalition


Im Grunde genommen sind die Kräfte dieser Mitglieder die stärkste Kraft gegen den IS. Bagdad und das kurdische Arbil wären vermutlich ohne Unterstützung bereits gefallen bzw. arg in Bedrängnis geraten. Ebenso Damaskus. Die grenzüberschreitende Militärstrategie wird am Boden dem iranischen Generalstab zugeschrieben. Teilweise auf strategischer Ebene, teilweise auf taktischer. Moskau führt den Luftkrieg. Mittlerweile soll man sich auch prinzipiell nicht so ganz einig beim militärischen Vorgehen sein. Der Westen mosert zwar gegen die 4+1, aber eher aufgrund geopolitischer Fragen. Praktisch wird das geduldet. Nicht zuletzt, weil der IS sonst wie eine Welle über vieles geschwappt wäre. Die USA konnten/wollten diese nicht signifikant aufhalten. Wasch mich, aber mach mich nicht nass geht nicht. Mit den paar Flugzeugen der USA wurde praktisch nicht viel erreicht, was auch vom Pentagon zugegeben wurde. Man will sicher auch nicht mehr. Die Drecksarbeit machen andere auf dem Boden und jetzt in der Luft. Dafür sind sie auch die Player. Alles hat ein Für und Wider.

Natürlich ist der Raum Syrien/Irak auch Spielball der Mächte die sich gegenseitig dort beobachten und versuchen zu manipulieren.

Nachdem der IS für die beteiligten Mächte nicht mehr interessant ist bzw. weitesgehend ausgeschaltet werden konnte, wird die Kurdenfrage der nächste große Konflikt werden - der natürlich von allen Seiten wieder instrumentalisiert wird.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » So 13. Mär 2016, 20:33

Im Irak konnte der IS weiter zurückgedrängt werden. Der IS soll jetzt neben Syrien auch im Irak chemische Waffen eingesetzt haben.

IS jihadists pull out of several Iraq towns: officers

Baghdad (AFP) - Islamic State fighters retreated from several western Iraqi towns and towards the Syrian border on Sunday as security forces worked their way up the Euphrates Valley, officers said.

The jihadist organisation's leadership ordered its fighters out of Hit, Kubaysa and Rutba, prompting thousands of civilians to take to the road to meet advancing federal forces while others enjoyed their first hours of freedom in months.

"The majority of Daesh (IS) fighters in Hit, Rutba and Kubaysa have fled through the desert to other regions," Yahya Rasool, Iraq's top security spokesman, told AFP.

http://news.yahoo.com/jihadists-pull-to ... 46905.html


In Syrien, wie auch dem Irak sind die Oppositionsgruppen an chemische Waffen gekommen. Zuletzt wurde im Irak versucht gezielt an die Köpfe des dortigen IS-Waffenprogramms heranzukommen.

Isis launches two chemical attacks in northern Iraq

Up to 600 people injured and three-year-old girl killed in assault near city of Kirkuk


The group is believed to have created limited amounts of mustard gas. Tests confirmed the gas was used in a town in Syria when Isis was launching attacks there in August 2015. There have been other unverified reports of the group using chemical agents on battlefields in Syria and Iraq.


The extremist group is believed to have set up a special unit for chemical weapons research made up of Iraqi scientists who worked on weapons programmes under Saddam Hussein, as well as foreign experts.

http://www.theguardian.com/world/2016/m ... thern-iraq
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 16. Mär 2016, 18:53

Die syrischen Kurden wollen eine autonome Region ausrufen?

Syrische Kurden wollen autonome Region ausrufen

Kurdensprecher: Rahmen der Selbstverwaltung soll ausgeweitet werden Damaskus

Die syrischen Kurden wollen nach eigenen Angaben am Mittwoch eine autonome Region im Norden des Landes ausrufen. Das geht aus einem Dokument hervor, das gegenwärtig auf einer Konferenz in der syrischen Stadt Rmeilan debattiert wird. Vorgesehen sind demnach Gebiete mit demokratischer Verwaltung, die Wirtschaft, Sicherheit und Verteidigung selbst in die Hand nehmen. In dem Dokument wird es das Föderale Demokratische System von Rojawa-Nordsyrien genannt. Damit soll der "Rahmen der Selbstverwaltung ausgeweitet werden, den die Kurden und andere aufgebaut haben", kündigte Kurdensprecher Idriss Nassan am Mittwoch an. "Die Föderation wird das Zusammenleben garantieren und sichern." Das Autonomiegebiet soll auch drei bereits existierende Selbstverwaltungen in Nordsyrien einschließen. - derstandard.at/2000033017884/Syrische-Kurden-wollen-autonome-Region-ausrufen
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon H2O » Mi 16. Mär 2016, 18:57

King Kong 2006 hat geschrieben:(16 Mar 2016, 18:53)

Die syrischen Kurden wollen eine autonome Region ausrufen?


Überrascht Sie das?
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 16. Mär 2016, 19:06

H2O hat geschrieben:(16 Mar 2016, 18:57)

Überrascht Sie das?


Natürlich nicht. Ich habe es nur mit Fragezeichen versetzt, weil ich gespannt bin, ob es tatsächlich geschieht. Also, jetzt.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon bennyh » Do 17. Mär 2016, 06:43

King Kong 2006 hat geschrieben:(16 Mar 2016, 18:53)

Die syrischen Kurden wollen eine autonome Region ausrufen?

Wie wird Assad wohl darauf reagieren?
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Do 17. Mär 2016, 07:38

bennyh hat geschrieben:(17 Mar 2016, 06:43)

Wie wird Assad wohl darauf reagieren?


Assad ist dagegen. Moskau, ist offiziell dagegen. Die USA sind offiziell dagegen. Ankara ist dagegen und Teheran ist dagegen.

Assad ist ja nicht blöde. Für ihn wird irgendwo klar sein, daß Syrien in der alten Form nicht zu halten ist. Vermutlich ist ihm nicht entgangen, daß über die Hälfte des Territoriums nicht zu halten war. Also, "weg ist".

Letztes Jahr war abzusehen, daß sich "die Mächte" stärker um die Zukunft der Region bemühen würden. Deshalb haben sich z.B. die Russen jetzt wieder an den (Kriegs-)Tisch gesetzt, um die Claims abzustecken. Der Auftrag war, ihre Spielfiguren, also hier Assad in eine für die Gespräche verbesserte Position zu bringen. Das ist mutmaßlich erreicht worden. Deshalb ziehen sie wieder ab. Der andere Grund ist sicherlich, daß Russland noch weniger als die USA so etwas lange durchhalten. Selbst Washington rümpft die Nase, wenn man ein stärkeres Engagement dort von ihnen verlangt.

Eines wird dadurch noch einmal klar. Es sind die Regionalmächte, die letztendlich mit der Siuation dort leben müssen und die on the long run dort gestalten, nicht die überregionalen Mächte. Russland zieht einen Gutteil des Materials und Pesonals wieder ab. Der Iran wird in der Region bleiben. Die Türkei auch.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon HugoBettauer » Do 17. Mär 2016, 07:48

Einen Zerfall des Staates sehe ich heute noch weniger als vor einem Jahr.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon H2O » Do 17. Mär 2016, 08:48

King Kong 2006 hat geschrieben:(17 Mar 2016, 07:38)

Assad ist dagegen. Moskau, ist offiziell dagegen. Die USA sind offiziell dagegen. Ankara ist dagegen und Teheran ist dagegen. ...
...
...Es sind die Regionalmächte, die letztendlich mit der Siuation dort leben müssen und die on the long run dort gestalten, nicht die überregionalen Mächte. Russland zieht einen Gutteil des Materials und Personals wieder ab. Der Iran wird in der Region bleiben. Die Türkei auch.


Damit ist aber auch offiziell geklärt, was vor Ort
möglich sein wird. Iran und Türkei werden ihre Einflußzonen abstecken
und sich gegenseitig daran hindern, eine Vormachtstellung zu erlangen.
Ein kurdisches Puffergebiet hindert die Türkei, in die sunnitisch geprägten
Teile Iraks und Syriens ohne erheblichen Widerstand hinein zu gelangen.

Iran hat diese Möglichkeit über die schiitisch geprägten Teile des Irak
und über Assads Restreich.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon bennyh » Do 17. Mär 2016, 11:11

King Kong 2006 hat geschrieben:(17 Mar 2016, 07:38)

Assad ist dagegen. Moskau, ist offiziell dagegen. Die USA sind offiziell dagegen. Ankara ist dagegen und Teheran ist dagegen.

Assad ist ja nicht blöde. Für ihn wird irgendwo klar sein, daß Syrien in der alten Form nicht zu halten ist. Vermutlich ist ihm nicht entgangen, daß über die Hälfte des Territoriums nicht zu halten war. Also, "weg ist".

Letztes Jahr war abzusehen, daß sich "die Mächte" stärker um die Zukunft der Region bemühen würden. Deshalb haben sich z.B. die Russen jetzt wieder an den (Kriegs-)Tisch gesetzt, um die Claims abzustecken. Der Auftrag war, ihre Spielfiguren, also hier Assad in eine für die Gespräche verbesserte Position zu bringen. Das ist mutmaßlich erreicht worden. Deshalb ziehen sie wieder ab. Der andere Grund ist sicherlich, daß Russland noch weniger als die USA so etwas lange durchhalten. Selbst Washington rümpft die Nase, wenn man ein stärkeres Engagement dort von ihnen verlangt.

Eines wird dadurch noch einmal klar. Es sind die Regionalmächte, die letztendlich mit der Siuation dort leben müssen und die on the long run dort gestalten, nicht die überregionalen Mächte. Russland zieht einen Gutteil des Materials und Pesonals wieder ab. Der Iran wird in der Region bleiben. Die Türkei auch.

Wie steht das syrische Volk, insb. die Sunniten, zu einer atonomen Region Kurdistan? Wäre das für die Bevölkerung akzeptabel oder ein absolutes No-Go?
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Do 17. Mär 2016, 19:05

@H20

Es ist ziemlich klar, daß weder die Türkei, noch der Iran für einen kurdischen Staat sind. Beide wollen die Staaten Syrien und Irak erhalten. Die Türkei möglichst einen sunnitisch-dominierten syrischen Staat, in der Hoffnung der Hauptansprechpartner dessen zu sein und der Iran eben nicht. Der Irak ist für die Türkei in dieser Hinsicht "verloren". Die schiitische Dominanz ist demografisch nicht herauszufordern.

@bennyh

Also, ich bin nicht der Sprecher "der Sunniten" Syriens, aber ich kann mir vorstellen, daß kein Araber Syriens für eine autonome Region Kurdistan zu begeistern ist. Jedenfalls die Mehrheit. Es sind gerade die Sunniten Syriens und Iraks, die am wenigsten laut eine Separation irgendeiner Ethnie oder Konfession propagieren. Der Hauptgrund wird sein, daß sie geografisch gesehen nicht auf der Gewinnerseite stehen.

Im Falle Iraks ist es klar, das sunnitische Kernland ist Rohstoffarm. Die Ölquellen liegen im schiitischen Teil und im kurdischen. Es gäbe auch keine Anbindung an ein Meer. D.h. ein isolierter Binnenstaat ohne Ressourcen. Im Falle Syriens wären sie im Moment jedenfalls, wie die Machtverteilung auf dem Boden vorherrscht, auch auf die Wüstengebiete im Osten zurückgeworfen. Restsyrien mit seinen Minderheiten findet man an einem Küstenstreifen zum Mittelmeer hin. Das Gebiet in dem der IS herrscht, wenn man ihn für "sunnitisches Gebiet" definiert ist ödes Binnenland.

Als integraler Bestandteil Syriens und Iraks findet man jedoch Anschluß an besser entwickeltes, rohstoffreicheres Küstenland. Das Problem ist nur, daß zumindest im Irak eine dominante Rolle nicht anzustreben ist. In Syrien besteht eine größere Chance. Die wird aber - jedenfalls im Moment - neben dem Sammelsurium der Minderheiten, die die syrische Armee dominieren auch von Russland und dem Iran verteidigt. Die Frakturierung Syriens erscheint mir wahrscheinlicher in der Konsequenz als im Falle Iraks. Was natürlich faktisch bei beiden Staaten schon existiert. Es gibt keine funktionierende Staatsgewalt. Damaskus hat keine Gewalt mehr über mehr als die Hälfte seines Territoriums. Bagdad muß ebenfalls Rücksicht auf Erbil nehmen und im Westen hört es ganz auf. Es sind failed states. Das, was sich aus sunnitischen Gebieten autark herausbilden würde, wäre geografisch gesehen nicht das Gelbe vom Ei.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon H2O » Do 17. Mär 2016, 20:25

King Kong 2006 hat geschrieben:(17 Mar 2016, 19:05)

@H20

Es ist ziemlich klar, daß weder die Türkei, noch der Iran für einen kurdischen Staat sind. Beide wollen die Staaten Syrien und Irak erhalten. Die Türkei möglichst einen sunnitisch-dominierten syrischen Staat, in der Hoffnung der Hauptansprechpartner dessen zu sein und der Iran eben nicht. Der Irak ist für die Türkei in dieser Hinsicht "verloren". Die schiitische Dominanz ist demografisch nicht herauszufordern.

@bennyh

Also, ich bin nicht der Sprecher "der Sunniten" Syriens, aber ich kann mir vorstellen, daß kein Araber Syriens für eine autonome Region Kurdistan zu begeistern ist. Jedenfalls die Mehrheit. Es sind gerade die Sunniten Syriens und Iraks, die am wenigsten laut eine Separation irgendeiner Ethnie oder Konfession propagieren. Der Hauptgrund wird sein, daß sie geografisch gesehen nicht auf der Gewinnerseite stehen.

Im Falle Iraks ist es klar, das sunnitische Kernland ist Rohstoffarm. Die Ölquellen liegen im schiitischen Teil und im kurdischen. Es gäbe auch keine Anbindung an ein Meer. D.h. ein isolierter Binnenstaat ohne Ressourcen. Im Falle Syriens wären sie im Moment jedenfalls, wie die Machtverteilung auf dem Boden vorherrscht, auch auf die Wüstengebiete im Osten zurückgeworfen. Restsyrien mit seinen Minderheiten findet man an einem Küstenstreifen zum Mittelmeer hin. Das Gebiet in dem der IS herrscht, wenn man ihn für "sunnitisches Gebiet" definiert ist ödes Binnenland.

Als integraler Bestandteil Syriens und Iraks findet man jedoch Anschluß an besser entwickeltes, rohstoffreicheres Küstenland. Das Problem ist nur, daß zumindest im Irak eine dominante Rolle nicht anzustreben ist. In Syrien besteht eine größere Chance. Die wird aber - jedenfalls im Moment - neben dem Sammelsurium der Minderheiten, die die syrische Armee dominieren auch von Russland und dem Iran verteidigt. Die Frakturierung Syriens erscheint mir wahrscheinlicher in der Konsequenz als im Falle Iraks. Was natürlich faktisch bei beiden Staaten schon existiert. Es gibt keine funktionierende Staatsgewalt. Damaskus hat keine Gewalt mehr über mehr als die Hälfte seines Territoriums. Bagdad muß ebenfalls Rücksicht auf Erbil nehmen und im Westen hört es ganz auf. Es sind failed states. Das, was sich aus sunnitischen Gebieten autark herausbilden würde, wäre geografisch gesehen nicht das Gelbe vom Ei.


Die türkischen und iranischen Überlegungen
kann man gut verstehen. Wie ich im weiteren
gelesen habe, ist das "Reich des IS" schnöde
Einöde, also gar nichts Gutes.

Derzeit sieht es so aus, als ob sich die sy-
rischen Kurden halten könnten, weil die Russen
die Türken ärgern wollen... und auch schon mit
Rückkehr gedroht haben, wenn das denn unbe-
dingt sein muß.

Um den IS nieder zu kämpfen, brauchen die USA
die syrischen und die irakischen Kurden. Damit
hat Iran dann auch keine besondes gute Ausgangs-
position.

Sieht so aus, als ob die Kurden auf genau diesen
Zeitpunkt zugearbeitet hätten.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Do 17. Mär 2016, 20:34

H2O hat geschrieben:(17 Mar 2016, 20:25)

Die türkischen und iranischen Überlegungen
kann man gut verstehen. Wie ich im weiteren
gelesen habe, ist das "Reich des IS" schnöde
Einöde, also gar nichts Gutes.

Derzeit sieht es so aus, als ob sich die sy-
rischen Kurden halten könnten, weil die Russen
die Türken ärgern wollen... und auch schon mit
Rückkehr gedroht haben, wenn das denn unbe-
dingt sein muß.

Um den IS nieder zu kämpfen, brauchen die USA
die syrischen und die irakischen Kurden. Damit
hat Iran dann auch keine besondes gute Ausgangs-
position.

Sieht so aus, als ob die Kurden auf genau diesen
Zeitpunkt zugearbeitet hätten.


Manche Entwicklungen kann man nicht aufhalten, es ist die Frage, wie man damit umgeht. Da sich eine kurdische Autonomie entlang einer großen Grenze zur Türkei entwickelt und dahinsichtlich ein großes Konfliktpotential in der Türkei besteht, was man an den Kämpfen in der Türkei zur Zeit sieht, ist gerade Ankara darüber nicht begeistert. Es besteht der Grundgedanke an der KRG wirtschaftlich zu partizipieren, was durchaus gelang. Das wird aber in letzter Zeit durch das drohende Damoklesschwert der kurdischen Bewegung in der Türkei weit überschattet.

Die USA haben diverse kurdische Kräfte sicher im Auge als Partner. Aber sie können die Türkei und den Iran nicht ignorieren. Und die offizielle staatliche Integrität Syriens und Iraks. Washington muß da einen Balanceakt aufführen. Ich gehe aber davon aus, daß der kurdische Stein rollt.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
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H2O
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon H2O » Do 17. Mär 2016, 21:17

King Kong 2006 hat geschrieben:(17 Mar 2016, 20:34)

Manche Entwicklungen kann man nicht aufhalten, es ist die Frage, wie man damit umgeht. Da sich eine kurdische Autonomie entlang einer großen Grenze zur Türkei entwickelt und dahinsichtlich ein großes Konfliktpotential in der Türkei besteht, was man an den Kämpfen in der Türkei zur Zeit sieht, ist gerade Ankara darüber nicht begeistert. Es besteht der Grundgedanke an der KRG wirtschaftlich zu partizipieren, was durchaus gelang. Das wird aber in letzter Zeit durch das drohende Damoklesschwert der kurdischen Bewegung in der Türkei weit überschattet.

Die USA haben diverse kurdische Kräfte sicher im Auge als Partner. Aber sie können die Türkei und den Iran nicht ignorieren. Und die offizielle staatliche Integrität Syriens und Iraks. Washington muß da einen Balanceakt aufführen. Ich gehe aber davon aus, daß der kurdische Stein rollt.


Mein Gefühl sagt mir, daß Präsident Erdogan mit aller
Macht aus Kurden Türken machen möchte. Das wird
ihm gegen den Willen der Kurden vermutlich niemals
gelingen... das sind viel zu viele Menschen, die er dazu
versklaven müsste.

Da wäre ein Politikwechsel erforderlich, in dem eine
Verhandlungslösung über eine kurdische Teilautonomie
in den türkischen Kurdengebieten als Teilstaat der
Türkei betrieben würde. Das derzeitige Blutvergießen
wird damit enden, daß am Ende die Kurden um ihre
Loslösung von der Türkei kämpfen.

Bei einer gütlichen Einigung könnte die Türkei eine sehr
große wirtschaftliche Rolle spielen beim Wiederaufbau
der vom Krieg zerstörten kurdischen Gebiete in Syrien
und Irak... osmanische Träume auf ganz andere Weise
erfüllt!

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