Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

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Ankara und Teheran für Staatserhalt in der Region

Beitragvon King Kong 2006 » Do 5. Okt 2017, 10:22

Bei einem Besuch des türkischen Präsidenten Erdogan in Teheran lassen beide Seiten verlautbaren, daß man gegen die Desintegration von Staaten in der Region zusammenarbeiten will.

Iran and Turkey will work together to confront the disintegration of Iraq and Syria to ease tension in the crisis-hit region, Iranian President Hassan Rouhani said on Wednesday after meeting with his Turkish counterpart in Tehran.

https://www.reuters.com/article/us-iran ... SKBN1C91PJ
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Re: Kurdistan?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 16. Okt 2017, 11:13

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 Sep 2017, 16:48)

Nicht zuletzt wegen dieser Entwicklung haben Ankara und Teheran eine engere Kooperation begonnen.

Die USA sind auch besorgt, denn ein Wegfall Kurdistans würde den schiitischen und pro-iranischen Block im Irak dann absolut dominant werden lassen.

Hätten sie halt damals die Baathisten nicht wegbomben dürfen. Es gab durchaus Leute, die bei all dem Schrecken, den sie über die Jahrzehnte verbreitet haben, auch über die praktischen Folgen ihrer gewaltsamen Entmachtung nachdachten.
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Irak setzt Souveränität durch?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 16. Okt 2017, 14:48

Die erdölreiche irakische Provinz Kirkuk ist von großer Bedeutung. Für den Irak, wie für die Kurden, die die Kontrolle 2014 dort erlangten. Der Irak verlor sie einst an den IS, danach zogen kurdische Peschmerga ein. Nun haben irakischen Truppen offenbar die Kontrolle über die Stadt wiedererlangt.

A dozen Humvees from the U.S.-trained Counter Terrorism Service (CTS) arrived at the governorate building and took position in the vicinity alongside the local city police, they said. They drove to the centre of the city from airport which they had captured earlier in the day from Kurdish forces.

Read more: http://www.dailymail.co.uk/wires/reuter ... z4vg84Lt2p
Follow us: @MailOnline on Twitter | DailyMail on Facebook


Iraqi forces retake airport, military base, oil field from Kurds in Kirkuk

http://www.france24.com/en/20171016-ira ... hmerga-pkk


Bagdad spricht bei der Präsenz der PKK in Kirkuk von Kriegserklärung.

Bagdad nennt Präsenz von PKK-Kämpfern in Provinz Kirkuk "Kriegserklärung"

http://www.zeit.de/news/2017-10/15/irak ... g-15200008


Sicher sind diese Operationen im Kontext der kurdischen Unabhängigkeitsbestrebungen zu sehen.
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Mission accomplished - Öl gesichert & Iraks Integrität

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 18. Okt 2017, 14:48

Bagdad erklärt die Sicherung der Provinz Kirkuk für erreicht. Dabei wähnt man sich im staatsrechtlichen Rahmen. Bis dato ist auch nichts anderes aus Washington oder Berlin zu hören. Wenn man denn Teheran oder Ankara da mißtraut.

Iraq's military declares mission accomplished in Kirkuk

Iraq's military says it achieved its objectives in a lightning-quick operation that saw troops sweep through disputed Kurdish-held territory in a punishing riposte to an independence vote last month.

Iraqi troops and allied militia retook the northern province of Kirkuk and its lucrative oil fields on Monday and Tuesday, as well as formerly Kurdish-held areas of Nineveh and Diyala provinces - all outside the autonomous Kurdish region.


Die Abspaltung der KRG hält man zumindest in Bagdad für beendet. Selbst TV-Star Trump beschwört die Integrität des Irak. Nach dem abzusehenden Ende des IS will man jetzt auch gegenüber den Kurden Gebiete unter staatlicher Hoheit zurückbekommen.

Prime Minister Haider al-Abadi said Kurdish hopes for an independent state were now "a thing of the past".

"Security has been restored in sectors of Kirkuk, including Dibis, Al-Multaqa, and the Khabbaz and Bai Hassan North and South oil fields," Iraq's Joint Operations Command said on Wednesday.

http://www.aljazeera.com/news/2017/10/i ... 53447.html


BP soll jetzt schnell bei der Ausbeutung der großen Erdölfelder bei Kirkuk aktiv werden.

Iraq calls on BP to 'quickly' develop disputed oilfields after seizing areas of Kirkuk

https://www.cnbc.com/2017/10/18/kirkuk- ... ields.html


Dort gibt es guten Stoff.

Bagdad verfügt über Rohöl aller Qualitäten - vom schweren, sauren "Basra Heavy" aus dem südlichen Rumeila-Feld bis zum hochwertigen, eher schwefelarmen "Kirkuk Light" im Norden, dem "besten Öl der Welt", wie Chaschab beteuert.


Dieser Artikel stammt von 2002. ;)

Das beste Öl der Welt

Bagdad hat große Pläne mit seinen Energiereserven, Europäer und Russen schließen bereits Verträge ab. Sie haben ihre Rechnung ohne die Amerikaner gemacht.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25498994.html


Dann kamen die USA angeritten. Natürlich in bester Absicht. Alles andere kann man nachlesen.

Der Verlust dieser Einnahmequelle für Erbil und die Zurückgewinnung für Bagdad ist strategisch zu nennen. Für die KRG und dem Bestreben nach Unabhängigkeit (was offenbar nicht mal im Interesse "des Westens" war und ist) ist das eine folgenschwere Entwicklung.
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KRG im Irak - Zurück zur blauen Linie? Barzani geht

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 28. Okt 2017, 23:49

Damit wird die KRG wieder innerhalb der Grenzen von 2003 verlaufen. Alle anderen Gebiete, die im Laufe der Kämpfe an die KRG gingen sollen wieder unter die Souveränität Iraks gestellt werden. Die gemeinsame Landverbindung zu den kurdisch gehaltenen Gebiete in Syrien wird damit unterbrochen. Die USA fordern dazu Verhandlungen.

Irakische und kurdische Militärs verhandeln über Peschmerga-Rückzug

Bagdad will Ausweitung der Kurdengebiete rückgängig machen

Bagdad/Erbil – Ranghohe irakische und kurdische Militärs haben während einer eintägigen Waffenruhe über den Rückzug kurdischer Peschmerga-Kämpfer aus umstrittenen Gebieten im Nordirak verhandelt. Ein Sprecher des irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi sagte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag, Ziel sei die Stationierung von Regierungstruppen entlang der Grenzen ohne die Anwendung von Gewalt.

Am Freitagabend hatte Abadi angeordnet, die Truppenbewegungen der Armee im Konflikt mit den Peschmerga für 24 Stunden auszusetzen. Das galt unter anderem für die Region um den türkisch-irakischen Grenzübergang Fischchabur. In dem Gebiet, in dem mehrere Ölfelder liegen und durch das eine wichtige Pipeline verläuft, hatten sich Regierungstruppen und kurdische Peschmerga am Donnerstag heftige Artilleriegefechte geliefert.

Rückkehr zur "blauen Linie"

Abadis Sprecher Saad al-Hadithi sagte, beabsichtigt sei die Rückkehr zur "blauen Linie " von 2003. Diese begrenzte die autonome Region Irakisch-Kurdistan auf die drei nördlichen Provinzen Erbil, Dohuk und Suleimanijah. Nach Angaben eines kurdischen Vertreters ging der Druck zu Verhandlungen von den USA aus.

derstandard.at/2000066822872/Irakische-und-kurdische-Militaers-verhandeln-ueber-Peschmerga-Rueckzug


Die PMF (PMU) fordert die Aufgabe des letzten Grenzübergangs vom Irak zur Türkei bei Fishkhabur, das noch unter kurdischer Kontrolle steht. Danach droht die gewaltsame Übernahme.

Präsident Barzani kündigt übrigens seinen Rückzug nach dem 1.November 2017 an. Er hatte ja erst vor kurzem das "Unabhängigkeitsreferendum" gegen die Kritik der UN, der USA und Bagdads in Gang gebracht. Wieso geht er jetzt? Was soll das? Ist das ein gutes Manöver nach all dem jetzt einfach die Jacke anzuziehen und nach Hause zu gehen? Das hat der KRG die von ihr kontrollierten irakischen Gebiete gekostet. Praktisch soviel Territorium, wie die KRG selbst. Hat ihm jemand nahegelegt zu gehen? Was ist mit der KDP?

Iraks Kurdenpräsident Barzani kündigt Rückzug an

derstandard.at/2000066829051/Irakischer-Kurdenfuehrer-Barzani-wird-Praesidentenamt-am-1-11-abgeben
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Quo vadis KRG?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 30. Okt 2017, 00:16

Die Manöver eines offenbar abhgehobenen Barzanis haben dazu geführt, daß eine KRG, die bis vor kurzem so "gut" wie noch nie dastand nun vor einem Trümmerhaufen steht.

Kurden-Präsident Barzani hinterlässt einen Trümmerhaufen

Nach dem Sieg in Mossul waren die Kurden stark wie nie, aber ihr Präsident hat alles verspielt


Historische Rolle

Der 71-Jährige hat hoch gepokert und verloren. Was ihn zum riskanten Schritt verleitete, gegen den Rat auch aller seiner internationalen Freunde das Referendum durchzuziehen, ist schwer zu ergründen. Vielleicht war sein Wunsch, die Unabhängigkeit Irakisch-Kurdistans als persönliches Vermächtnis zu hinterlassen, so stark, dass er seine politische Klugheit ausschaltete.

Manche Beobachter sprechen aber auch von einem Mann, der, umgeben von Jasagern, zunehmend in eine autoritäre Abgehobenheit glitt. Vielleicht meinte er, mit diesem Befreiungsschlag, der die zerstrittenen Kurden wieder zum Träumen brachte, die politische Hegemonie wiederzuerlangen, die durch das Aufkommen einer starken Opposition gefährdet schien.

Korruptionsvorwürfe

Das historische Konkurrenzverhältnis zu Jalal Talabani, der Anfang Oktober nach langer Krankheit starb und dem so diese erneute Demütigung Kurdistans erspart blieb, hatte er zwar für sich entschieden – Talabani war irakischer Staatspräsident geworden -, aber Barzani blieb in Kurdistan und baute dort seine Macht – und die seiner Familie – kontinuierlich aus. Die Klagen über Korruption, Nepotismus und Stillstand des demokratischen Prozesses wurden jedoch immer lauter.


Chance nach Mossul

Nach dem Sieg über den IS in Mossul, bei dem die Peschmerga eine unverzichtbare Rolle gespielt hatten, waren die Kurden im Irak so stark wie noch nie – und wären in einer einmaligen Position gewesen, ihr Verhältnis mit Bagdad neu zu verhandeln. Das ist nun verspielt: Heute haben sie nicht nur das seit 2014 kontrollierte Territorium verloren, auch ihre in der irakischen Verfassung von 2005 festgeschriebenen Errungenschaften stehen unter Beschuss.

derstandard.at/2000066849335-1895/Kurdenpraesident-Barzani-hinterlaesst-einen-Truemmerhaufen


Der nächste größere Konflikt könnte sich in Syrien abspielen. Damaskus, Teheran, Ankara und Bagdad werden die Präsenz der Kurden in den von ihnen eroberten Gebieten in der Form kaum tolerieren. Spannend wird die Haltung Moskaus. Sie werden den Kurden - aus Sicht eigener Interessen - wohl am wohlwollendsten gegenüberstehen. Wenn sie auch kaum Einflußmöglichkeiten im Irak haben, dann sicher in Syrien. Moskau nutzt die Kurden als Druckmittel gegen die Türkei, als Karte gegenüber den USA. Deshalb wird wohl Russland die kurdischen Gruppen in Syrien nicht komplett fallenlassen. Das könnte zu Interessenkonflikten mit den anderen Mitgliedern der Russia–Syria–Iran–Iraq coalition (RSII coalition), also referred to as 4+1 (in which the "plus one" refers to Hezbollah of Lebanon) führen.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 30. Okt 2017, 13:13

Diese Koalition darf man sich nicht eindimensional oder als homogenen Block denken.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 30. Okt 2017, 21:38

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(30 Oct 2017, 13:13)

Diese Koalition darf man sich nicht eindimensional oder als homogenen Block denken.


Sicher nicht. Russland benutzt den Iran, den Irak und Syrien. Der Iran benutzt den Irak, Syrien und nutzt Russland. Und Damaskus und Bagdad wissen, wie abhängig sie von ersteren sind. Natürlich beteuern sie alle gegenseitig, wie gut befreundet sie sind.
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Re: KRG im Irak - Zurück zur blauen Linie? Barzani geht

Beitragvon King Kong 2006 » Di 31. Okt 2017, 19:31

King Kong 2006 hat geschrieben:(29 Oct 2017, 00:49)

Die PMF (PMU) fordert die Aufgabe des letzten Grenzübergangs vom Irak zur Türkei bei Fishkhabur, das noch unter kurdischer Kontrolle steht. Danach droht die gewaltsame Übernahme.


In Bezugnahme dazu, nach dem Ultimatum der PMF kann die irakische Armee offenbar die Kontrolle über seine Grenzübergänge zur Türkei und Syrien übernehmen.

The Iraqi military has said it is preparing to take control of the autonomous Kurdistan Region's only border crossings with Turkey and Syria.
A statement said a delegation had visited the Ibrahim al-Khalil and Fish Khabur posts to determine requirements.

http://www.bbc.com/news/world-middle-east-41816138
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Re: KRG im Irak - Zurück zur blauen Linie? Barzani geht

Beitragvon Kardux » Mi 1. Nov 2017, 08:24

King Kong 2006 hat geschrieben:(31 Oct 2017, 19:31)

In Bezugnahme dazu, nach dem Ultimatum der PMF kann die irakische Armee offenbar die Kontrolle über seine Grenzübergänge zur Türkei und Syrien übernehmen.


Das Ultimatum ist längst abgelaufen und beide Grenzübergänge sind weiterhin in kurdischer Hand. Die USA bestimmen vorort ALLES - wann fangen Sie an das zu begreifen. Ohne die USA wäre kein einziger Schiit in Kerkûk eingedrungen. Nachdem der IS besiegt ist, benötigen die USA nunmal einen weiteren Grund um zu bleiben - um zwischen Kurden und Schiiten zu "vermitteln". Die Grenzübergänge werden unter die Aufsicht der USA gestellt. Die Peshmerga bleiben dort weiterhin stationiert und es dürfen sich schiitische Beamte hinzugesellen. Wie weit deren Befugnisse gehen werden, dass ist derzeit der Streitpunkt in den Verhandlungen mit den USA.

Wir Kurden dürfen uns bei unseren politischen Führern bedanken, dass wir um exakt 14 Jahre zurückgeworfen wurden. Im Grunde standen wir aber während "Operation Iraqi Freedom" besser da als heute...

Geduldig sind wir trotzdem, es kommen irgendwann bessere "Führer". Wirklich hoch wurde die Messlatte nicht gelegt.
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Re: KRG im Irak - Zurück zur blauen Linie? Barzani geht

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 1. Nov 2017, 22:37

Kardux hat geschrieben:(01 Nov 2017, 08:24)

Das Ultimatum ist längst abgelaufen und beide Grenzübergänge sind weiterhin in kurdischer Hand. Die USA bestimmen vorort ALLES - wann fangen Sie an das zu begreifen. Ohne die USA wäre kein einziger Schiit in Kerkûk eingedrungen. Nachdem der IS besiegt ist, benötigen die USA nunmal einen weiteren Grund um zu bleiben - um zwischen Kurden und Schiiten zu "vermitteln". Die Grenzübergänge werden unter die Aufsicht der USA gestellt. Die Peshmerga bleiben dort weiterhin stationiert und es dürfen sich schiitische Beamte hinzugesellen. Wie weit deren Befugnisse gehen werden, dass ist derzeit der Streitpunkt in den Verhandlungen mit den USA.

Wir Kurden dürfen uns bei unseren politischen Führern bedanken, dass wir um exakt 14 Jahre zurückgeworfen wurden. Im Grunde standen wir aber während "Operation Iraqi Freedom" besser da als heute...

Geduldig sind wir trotzdem, es kommen irgendwann bessere "Führer". Wirklich hoch wurde die Messlatte nicht gelegt.


D.h. die USA wollten, daß die Kurden Kerkuk räumen und "die Schiiten" die Kontrolle übernehmen? Klingt für mich wenig überzeugend. Und wenn, was würde das besagen? Bagdad und dahinter Teheran machen Druck. Entweder Übernahme der Grenzkontrolle durch den Irak, oder "wir" (z.B. die PMF) kommen und regeln das vor Ort. Was machen die USA, damit sie, wie du sagst überhaupt eine Chance haben noch irgendwie da zu bleiben? Sie machen Druck auf Erbil. Kurzum, die USA gaben aufgrund Drucks von Bagdad/Teheran nach. Oder warum machen sie das sonst? Das hätten sie kaum freiwillig gemacht. D.h. selbst unter dieser deiner Betrachtung sind nicht die USA die Macher. Sie reagieren auf Druck Bagdads/Teherans.

Die Grenzkontrollen wurden vom Irak übernommen.

Iraqi government forces have taken control of the main border crossing with Turkey in Iraq's Kurdistan region, according to Turkish Prime Minister Binali Yildirim.

The Ibrahim al-Khalil border crossing "has been handed over to the central government" of Iraq, Yildirim told his ruling party at a televised meeting in Ankara on October 31.

He said all border controls will now be carried out by Iraqi and Turkish officials.

https://www.rferl.org/a/iraq-turkey--ar ... 26138.html


Die Peschmerga hätten das nie freiwillig gemacht, oder? D.h. sie wurden gezwungen. Von den USA? Nun ja, liest sich auch besser. In Teheran weist man sowieso zurück da irgendetwas gemauschelt zu haben. Gut, dann haben wir das eben wiedermal den USA zu verdanken. ;)
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Kardux » Mi 1. Nov 2017, 23:12

King Kong 2006 hat geschrieben:D.h. die USA wollten, daß die Kurden Kerkuk räumen und "die Schiiten" die Kontrolle übernehmen? Klingt für mich wenig überzeugend.


Die Anführungsstriche sind überflüssig. Natürlich handelt es sich um Schiiten - was sonst?

Die USA wollten in erster Linie M. Barzani loswerden. Ja und Kerkûk kann genauso schnell erobert werden wie es verloren wurde. So lange ist es nicht her, dass die Schiiten geflohen sind und das trotz bester Waffen. Das sollte man nicht vergessen.

King Kong 2006 hat geschrieben:Die Grenzkontrollen wurden vom Irak übernommen.


Wurden sie nicht. Das sind Fake-News.

Aber die Kämpfe zwischen beiden Seiten haben wieder begonnen. Mal sehen wie es ausgeht...
King Kong 2006 hat geschrieben:Die Peschmerga hätten das nie freiwillig gemacht, oder? D.h. sie wurden gezwungen. Von den USA? Nun ja, liest sich auch besser. In Teheran weist man sowieso zurück da irgendetwas gemauschelt zu haben. Gut, dann haben wir das eben wiedermal den USA zu verdanken.


Mit welchen Waffen kämpfen denn derzeit die Shia-Jihadisten - nicht etwa mit amerikanischen?

Alles was im Irak geschieht hängt an erster Stelle von den USA ab. Das werden Sie schon früh genug erkennen...
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 1. Nov 2017, 23:15

Kardux hat geschrieben:(01 Nov 2017, 23:12)

Alles was im Irak geschieht hängt an erster Stelle von den USA ab. Das werden Sie schon früh genug erkennen...


Ohne Druck hätten die USA keinen Druck auf Erbil ausgeübt. Die USA sind dort keine omnipotenten Macher. Sie haben reagiert, um nicht noch mehr Raum im Irak zu verlieren. Das sind Rückzugsgefechte.

Ansonsten liest sich das und sieht das auch anhand der Ergebnisse aber anders aus. Der Irak ist der Kontrolle der USA entglitten. Schon unter Bush.

Sogar der Iran hat noch US-Waffen. Deshalb haben sie dort aber keinen großen Einfluß mehr.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Kardux » Fr 10. Nov 2017, 09:27

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 Nov 2017, 23:15)

Ohne Druck hätten die USA keinen Druck auf Erbil ausgeübt. Die USA sind dort keine omnipotenten Macher. Sie haben reagiert, um nicht noch mehr Raum im Irak zu verlieren. Das sind Rückzugsgefechte.

Ansonsten liest sich das und sieht das auch anhand der Ergebnisse aber anders aus. Der Irak ist der Kontrolle der USA entglitten. Schon unter Bush.

Sogar der Iran hat noch US-Waffen. Deshalb haben sie dort aber keinen großen Einfluß mehr.


Wir könnten sehr lange darüber streiten, was die Gründe für die derzeitige Entwicklung im Irak ist. Ihre Sicht ist klar - Sie vertreten den schiitischen Standpunkt, sind ein geistiger Anhänger der Mullah-Diktatur.

Ich sehe das nunmal anders. Das der Iran großen Einfluss hat und schwer aus den Gebieten zu verdrängen ist, kann man nicht abstreiten. Aber wenn sich die Schiiten in Baghdad am Ende des Tages wirklich vollends auf die Seite des Irans stellen (und das werden sie!) und gegen amerikanische Interessen agieren werde ich Sie an sogenannte "Rückzugsgefechte" erinnern. Die USA sind prinzipiell am Erhalt der irakischen Einheit interessiert. Diese Traumvorstellung spukt noch in ihren Köpfen herum. Die erste große Niederlage der USA im Irak war der Absturz von Eyad Allawi - einem moderaten Schiiten, der weite Teile der Sunniten und säkulare Schiiten für sich gewinnen konnte. Und obwohl er die Mehrheit in den Parlamentswahlen 2010 erhielt schaffte er es nicht eine Regierung zu bilden. Der Iran brachte nämlich Maliki und Jafaari zusammen. Ein herber politischer Schlag der das Schicksal des Iraks besiegelte. Von da an, gab es kein Zurück mehr. Dementsprechend selbstsicher agierte Maliki dann auch. Die Verbrechen die seine Armee/Milizen in den Sunnitengebieten knapp ein Jahr nach seiner Regierungsbildung begangen, waren der Auslöser für das Erstarken der sunnitischen Jihadisten. Als der Irak im Sommer 2014 ein Scherbenhaufen war (was er de facto seit seiner Gründung ist) schlugen die USA zurück. Man übte politischen (war es wirklich nur politischer?) Druck auf Baghdad aus und setzte somit Maliki ab. Mit Abadi kam ein "halbwegs" moderater Schiit, mit dem man sich verständigen konnte. Darüberhinaus verhinderte man auch die Ernennung des Führers der Badr-Brigaden Hadi al-Amiri als Innenminister. Eine herbe Niederlage für den Iran. Aber dabei sollte es ja nicht bleiben. Die Badr-Brigaden sind übrigens Teil der PMU und wohl die stärkste Gruppe darin. Der politische Aufstieg dieser Shia-Jihadisten in den kommenden Wahlen wird aber selbst von den USA nicht abzuwenden sein. Und hier ist der Punkt. Mit der Eroberung der "umstrittenen" Kurdengebiete erlangte der sonst unbeliebte Abadi viele Sympathien unter Schiiten aber auch unter Sunniten (sowohl arabische als auch turkmenische). Nichtsdestotrotz steht auch Abadi unter dem Einfluss des Irans, das wissen auch die USA. Aber ein wirklicher Wunschkanditat Tehrans ist er mitnichten. Die Wahlen im kommenden Jahr werden deshalb wegweisend sein.

Die Frage die Sie sich stellen könnten, wäre wie es die USA schaffte Maliki abzusetzen.

Abgesehen davon hinkt Ihr Vergleich bezüglich der Verfügbarkeit von US-Waffen. Natürlich besitzt der Iran noch welche, immerhin war man bis zur Absetzung des Shahs ein Verbündeter (um es sanft auszudrücken). Der Irak erhielt und erhält sie aber noch bis heute und das ganz offiziell.

Militärisch gesehen, stelle ich mir auch die Frage weshalb der Siegeszug der Schiiten gestoppt wurde. Man steht doch kurz vor der letzten wirtschaftlichen Ader der KRG, den beiden Grenzübergängen. War es wirklich die Feuerkraft der Kurden, die den Fokus der Schiiten auf al-Qaim setzte? Ich glaube nicht! Welche Rolle hat denn die USA indem man beide Seiten auf den Verhandlungstisch setzt? Und welche der Iran?

Sie sollten nicht so vorschnell über den Einfluss der USA urteilen. Der Irak ist weiterhin rohstoffreich, das überlässt man nicht den Mullahs in Tehran, so ohne weiteres.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 10. Nov 2017, 17:00

Kardux hat geschrieben:(10 Nov 2017, 09:27)

Wir könnten sehr lange darüber streiten, was die Gründe für die derzeitige Entwicklung im Irak ist. Ihre Sicht ist klar - Sie vertreten den schiitischen Standpunkt, sind ein geistiger Anhänger der Mullah-Diktatur.


Weil ich nicht deine persönlichen Ansichten teile? Ich sehen die Situation eben offenbar anders.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Kardux » Fr 10. Nov 2017, 17:08

King Kong 2006 hat geschrieben:(10 Nov 2017, 17:00)

Weil ich nicht deine persönlichen Ansichten teile? Ich sehen die Situation eben offenbar anders.


Wer von der glorreichen irakischen Armee spricht und seit Jahren Propaganda für die Mullahs in Tehran und die Hizbollah macht ist nunmal ein geistiger Anhänger dieser Shia-Extremisten. Das hat mit unterschiedlicher Meinung haben nichts zu tun.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 10. Nov 2017, 21:33

Kardux hat geschrieben:(10 Nov 2017, 17:08)

Wer von der glorreichen irakischen Armee spricht und seit Jahren Propaganda für die Mullahs in Tehran und die Hizbollah macht ist nunmal ein geistiger Anhänger dieser Shia-Extremisten. Das hat mit unterschiedlicher Meinung haben nichts zu tun.


Bist du ein Sympathisant der terroristischen PKK/PJAK und YPG?
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Kardux » Sa 11. Nov 2017, 07:03

King Kong 2006 hat geschrieben:(10 Nov 2017, 21:33)

Bist du ein Sympathisant der terroristischen PKK/PJAK und YPG?


Netter Versuch. Meine offene Kritik gegenüber der PKK ist nachlesbar. Ich fühle mich keiner kurdischen Partei angehörig.

Das Sie ein geistiger Anhänger der Shia-Jihadisten sind war lediglich eine Feststellung meinerseits. Ihre tausenden Beiträge (die manchmal sogar informativ sind) sprechen für sich. Außer Lobhudeleien habe ich noch keinen kritischen Satz von Ihnen gelesen.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 11. Nov 2017, 07:49

Kardux hat geschrieben:(11 Nov 2017, 07:03)

Netter Versuch. Meine offene Kritik gegenüber der PKK ist nachlesbar. Ich fühle mich keiner kurdischen Partei angehörig.

Das Sie ein geistiger Anhänger der Shia-Jihadisten sind war lediglich eine Feststellung meinerseits. Ihre tausenden Beiträge (die manchmal sogar informativ sind) sprechen für sich. Außer Lobhudeleien habe ich noch keinen kritischen Satz von Ihnen gelesen.


Das nennt man auch selektive Wahrnehmung. ;)

Wenn du meine tausenden Beiträge gelesen hättest, dann wüßtest du z.B. das ich seit Jahren (!) mehrmals daraufhingewiesen haben, daß es mutmaßlich eine nukleare und raketentechnische Zusammenarbeit mit Nordkorea gibt. Das ist nicht offizielle Lesart Irans. Das wird verneint. Ich vertrete sie nicht. Sondern diametral gegensätzliches. Um nur ein Thema zu nennen.

Auch weise ich wiederholt daraufhin, welche Interessen Iran seit 1979 in der Region verfolgt. In diesem Thread, wie auch in dem Geopolitikthread. Auch verwende ich dort u.a. den Begriff "Imperialismus", den man Iran vorhält. Auch mögliche kriminelle Aktionen der "Shia-Jihadisten" der Hezbollah.

Die Dinge von mehreren Seiten zu beleuchten ist kein Attribut von "Shia-Jihadisten". Das du regelmäßig türkische Teilnehmer als irgendwas entlarvst oder mich jetzt als "Shia-Jihadist"-Anhänger (roter Faden ist das Thema Kurden, zufällig...) mag ja dir als "Aufdeckungsforist" vermutlich schmeicheln, aber wie gesagt einsseitig etwas zu besprechen passt doch eher in etwas einfältigere Foren.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Kardux » Sa 11. Nov 2017, 08:33

King Kong 2006 hat geschrieben:Wenn du meine tausenden Beiträge gelesen hättest, dann wüßtest du z.B. das ich seit Jahren (!) mehrmals daraufhingewiesen haben, daß es mutmaßlich eine nukleare und raketentechnische Zusammenarbeit mit Nordkorea gibt. Das ist nicht offizielle Lesart Irans. Das wird verneint. Ich vertrete sie nicht. Sondern diametral gegensätzliches. Um nur ein Thema zu nennen.


Ich habe Sie als geistigen Anhänger der Mullah-Diktatur bezeichnet, nicht als deren offizielles Sprachrohr. Natürlich verneint der Iran offiziell seine nuklearen Ambitionen. Sie wären ja blöd, dies nicht zu tun.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich geistige Anhänger dieser Diktatur an der militärischen Stärke "aufgeilen" und diese offen darlegen.

King Kong 2006 hat geschrieben:Auch weise ich wiederholt daraufhin, welche Interessen Iran seit 1979 in der Region verfolgt. In diesem Thread, wie auch in dem Geopolitikthread. Auch verwende ich dort u.a. den Begriff "Imperialismus", den man Iran vorhält.


Wann haben Sie im Bezug auf den Iran von "Imperialismus" geschrieben, bzw. die Iraner als Besatzer betitelt?

King Kong 2006 hat geschrieben:Die Dinge von mehreren Seiten zu beleuchten ist kein Attribut von "Shia-Jihadisten".


Ich stimme Ihnen zu. Wer Artikel verfasst/verlinkt wie "Die Hizbollah pflanzt Bäume" beleuchtet wirklich alle Seiten. Und wer die sektiererische schiitisch-irakische Armee im Eifer des Gefechts als "glorreiche irakische Armee" bezeichnet möchte lediglich objektiv bleiben. Mein Fehler.

Natürlich sind die Handlanger Tehrans Shia-Jihadisten. Was sollen sie sonst sein? Wollen Sie etwa die Greueltaten der Hashd bzw. der Hizbollah und anderer Shia-Jihadisten in Syrien und im Irak verneinen? Mit ihren Flaggen (schiitische Symbole) und ihren Khomeini-Bildern zeigen sie den Sunniten ganz klar, wer über wen herrscht.

King Kong 2006 hat geschrieben:Das du regelmäßig türkische Teilnehmer als irgendwas entlarvst oder mich jetzt als "Shia-Jihadist"-Anhänger (roter Faden ist das Thema Kurden, zufällig...) mag ja dir als "Aufdeckungsforist" vermutlich schmeicheln, aber wie gesagt einsseitig etwas zu besprechen passt doch eher in etwas einfältigere Foren.


Es bedarf gar keiner Kunst, Sie als geistigen Anhänger der IRI "aufzudecken". Das Kompliment nehme ich nicht an. Ich habe Ihre Propaganda schon oft genug kritisiert, auch wenn es keinen Bezug zu den Kurden gab. Ich hatte nur den Eindruck, dass Sie in letzter Zeit (nach den vielen militärischen Siegen der Shia-Jihadisten) noch euphorischer sind als sonst.

Und auch für die türkischen Teilnehmer gilt, dass ich niemanden entlarvt habe. Deren Kurdophobie und Sympathie zum IS war/ist offensichtlich - selbst für Aussenstehende.
Make Kurdistan Free Again...

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