Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Audi » Do 29. Dez 2016, 16:52

Adam Smith hat geschrieben:(29 Dec 2016, 16:51)

Die USA sind mit Waffen und Soldaten in Syrien. Aus dem Grund tobt doch Erdogan.

und wenn sich alle verbünden kann die USA auch nicht mehr viel machen. Ob überhaupt trump will
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Adam Smith
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Adam Smith » Do 29. Dez 2016, 16:54

Audi hat geschrieben:(29 Dec 2016, 16:52)

und wenn sich alle verbünden kann die USA auch nicht mehr viel machen. Ob überhaupt trump will

Die Chinesen, Russen, Iraner, Iraker und Syrier mögen Erdogan nicht.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Audi » Do 29. Dez 2016, 16:58

Was meinst du wie schnell die ihn mögen wenn er was richtig gutes zu bieten hat. Es gibt keine Freunde nur Interessen
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King Kong 2006
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Do 29. Dez 2016, 17:43

Audi hat geschrieben:(29 Dec 2016, 16:15)

doch es ist zu verhindern. Wenn SAA ihre Regionen zurück erobern und Moskau und Iran UND die Türkei hinter sich haben, kann man nicht mehr viel tun. Wer soll denn da was tun? Mit was


Faktisch ist es bereits im Irak und Syrien so.

Rojava

Hauptstadt Qamischli

Regierungsform Demokratischer Konföderalismus

Einwohnerzahl 4,6 Millionen (Schätzung 2014)[1]

Als Rojava (Aussprache: j = [ʒ]; kurdisch رۆژاڤایا کوردستانێ, Rojavaya Kurdistanê; arabisch كردستان السورية, DMG Kurdistān as-sūriyya), auf Deutsch Rodschawa[3] oder Westkurdistan, werden von kurdischen Organisationen die de facto autonomen kurdischen Siedlungsgebiete in Syrien bezeichnet. Am 17. März 2016 rief eine Versammlung von kurdischen, assyrischen, arabischen und turkmenischen Delegierten die autonome Föderation Nordsyrien – Rojava aus, bestehend aus den drei Kantonen Rojavas. Rojava ist völkerrechtlich nicht anerkannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rojava




Ein kurdischer Staat ist natürlich etwas anderes. Aber ich glaube nicht, daß die syrische Staatsgewalt faktisch irgendetwas in Rojava zu sagen hat. Ich glaube auch kaum, daß Russen oder Iraner aktiv dort kämpfen würden. Somit ist dieser "substate" im Grunde genommen schon "weg". Wie die KRG im Irak. Solange die beteiligten Mächte Syrien und Irak noch als Staaten erhalten wollen, ist eine völkerrechtlich anerkannter Staat Kurdistan schwer zu verwirklichen. Falls sich die kurdischen Fraktionen überhaupt untereinander einigen können. Aber sie sind jetzt schon praktisch selbstverwaltend. Sollte sie ernsthaft in Bedrängnis geraten, wird wohl die USA aktiv werden. Falls unrealistischerweise Russland dagegen marschiert, wird die USA nur an anderen Schrauben drehen, damit Russland das merkt. Das muß nicht in der Region sein. Moskau wird sich dann fragen, ob sich das für die Landstriche lohnt... Zumal Russland ein Kurdistan gar nicht so unsympathisch ist. Damit kann man die Türkei ärgern. Und sich wieder als wichtiger Macher und Beschützer aufstellen und demonstrieren. Der Iran verhält sich auch ambivalent. Ein Kurdistan wird abgelehnt. Die Integrität Syriens und Iraks beschworen. Was logisch ist, daß der Iran selbst eine kurdische Minderheit hat und natürlich mehr Einfluß, wenn die Staaten erhalten bleiben. Da man in Damaskus und Bagdad quasi mittlerweile fast wie zuhause ist. Teheran war eines der ersten, wenn nicht der erste, der der irakischen KRG beigesprungen ist, als der IS marschierte.

Wenn die Türkei gekonnt hätte, dann gäbe es kein KRG und kein Rojava. Das maximale mit großer Kraftanstrengung ist das Gebiet, daß sie mit verbündeten Milizen schnell noch besetzen konnten, um einen weiteren Zusammenschluß der kurdischen Gebiete zu verhindern.

Aufgrund dieser Vorraussetzungen gehe ich davon aus, daß eine Entwicklung der kurdischen Gebiete nicht wirklich aufzuhalten ist. Zuerst gabs nichts. Dann die KRG, dann Rojava. Alle die damit ein Problem haben, konnten dies nicht verhindern. Vielleicht abbremsen, wer weiß, vielleicht gäbe es dann schon ein Kurdistan.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Audi » Do 29. Dez 2016, 18:45

Türkei wird dennoch nicht einfach nur zu schauen. Interessanteste hier ist nunmal nicht UISA und Russland sondern Türkei und USA. Beide NATO Mitglieder und massiv Interesse dort
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » So 8. Jan 2017, 10:02

Umwälzungen und neue Entwicklungen?

Für Saudi-Arabien brechen Umwälzungen an. Der riesige Sozialstaat (gilt natürlich nicht für die Gastarbeiter dort) kann so nicht mehr funktionieren. Außenpolitisch gab es zudem in Syrien und im Jemen Niederlagen. Man könnte meinen, das wäre nicht so schlimm. Aber ein ins Rollen kommender Staat Saudi-Arabien auf der Arabischen Halbinsel ist regional und darüberhinaus wirkmächtig. Andererseits könnte es Zeit werden, daß sich etwas ändert. Welcher Staat hat schon den Namen der herrschenden Sippe heutzutage? Vereinigte Staaten von Trump oder Merkelland wären doch auch komisch.

Saudi-Arabien stellt die Weichen zwischen Wandel und Untergang

Finanzielle Schwierigkeiten, ein politisches Fiasko in Syrien und ein militärisches im Jemen: Das Königreich durchlebt eine Krise

Riad/Wien – Nicht das Kriegsland Syrien, nicht die Zukunft des Palästinenserstaats, nicht, was das neue Jahr und ein US-Präsident Donald Trump für den Atomdeal mit dem Iran bringen werden, war der häufigste Gegenstand der Betrachtungen von Nahostexperten zur Jahreswende. Nein, es war Saudi-Arabien, und in den allermeisten Fällen hatten die Analysen einen klaren negativen Drall: "2017, eine saudische existenzielle Krise" titelt etwa Madawi Al-Rasheed von der Londoner School of Econonics ihren Artikel. "Ein Jahr, das Saudi-Arabien vergessen möchte" überschreibt der ehemalige US-Regierungsberater Bruce Riedel einen Jahresrückblick, und der Nahostblogger James M. Dorsey kombiniert beides: "Sie glauben, dass 2016 ein hartes Jahr für Saudi-Arabien war? Warten Sie auf 2017!"

Was ist geschehen? Wie kommt es, dass sich Saudi-Arabien plötzlich aus der politischen Komfortzone hinausbewegt, in der es trotz aller lauter werdenden Systemkritik von außen noch immer verortet wurde?

derstandard.at/2000050323108/Saudi-Arabien-stellt-die-Weichen-zwischen-Wandel-und-Untergang


In diesem Zusammenhang könnte man sich dies nochmal zur Gemüte führen.

Plans for Redrawing the Middle East: The Project for a “New Middle East”

http://www.globalresearch.ca/plans-for- ... -east/3882


Saudi-Arabien ist auch nicht gerade ein alt gewachsener Staat, mit besonderer Identität. Kurdistan, der sogenannte schiitische Halbmond. Zumindest den Ideen sind keine Grenzen gesetzt.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 24. Feb 2017, 23:51

Der Staat Irak.

Barzani stellt staatliche Einheit Iraks infrage

Präsident der Autonomen Region Kurdistan für Referendum

Der irakische Kurdenführer Massud Barzani will mit einem Referendum die Loslösung der Kurden-Gebiete aus dem Irak befördern. Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Paywall) wies Barzani Einwände aus Teheran und Ankara zurück: "Das ist eine interne Angelegenheit zwischen uns und Bagdad, die nichts mit Iran und der Türkei zu tun hat." Ein Referendum abzuhalten sei "ein natürliches, gottgegebenes Recht des Volkes in Kurdistan". Die Tage des Irak als Staat mit einer starken Zentralregierung seien vorbei. "Es geht um Selbstbestimmung", sagte Barzani. (APA, dpa, 24.2.2017)

derstandard.at/2000053161808/Barzani-stellt-staatliche-Einheit-Iraks-infrage
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » So 26. Feb 2017, 10:29

Ich greife den Beitrag mal hier auf.

Kardux hat geschrieben:(25 Feb 2017, 22:02)

Der Iran darf sich über kurz oder lang auf einen heftigen Partisanenkrieg mit den Kurden gefasst machen. Die Belutschen werden dann gewiss mitziehen.


Das ist im Iran ja nicht unbekannt. Natürlich gab und gibt es im Iran auch militärische Auseinandersetzungen mit kurdischen Gruppen wie der PKK/PJAK. Das gibt es ja nicht nur in der Türkei. Die Situation mit den Belutschen ist bekannt. Allerdings ist ein wesentliches Element bei den Belutschen Kriminialität. Im Rahmen des Goldenen Halbmonds. Das Problem hat auch Pakistan auf der anderen Seite. Die Mauer die der Iran errichtet hat, soll dazu dienen, wie die geplante von Trump gegen Mexiko, "Probleme" draussen zu halten. Die Bewegungen der Belutschen sind mafiöser Art und im sunnitischen Extremismus zu finden. Sie sind weitaus weniger in nationaler Bewegung basierend als bei den Kurden.

Die Frage ist wer bereit ist die Kurden im Iran tatkräftig zu unterstützen. Und je mehr der Iran seinen schiitischen Halbmond ausbaut und festigt desto verzweifelter könnten die Verlierer dieser Politik (sunnitischen Araber) werden.


Die kurdische KDP und PKK/PJAK soll ja angeblich - laut Teheran - u.a. von Saudi-Arabien unterstützt werden. Ankara meint auch von den USA und Israel. Die israelischen Kontakte zu Terrorgruppen bei den Belutschen soll sogar die USA verärgert haben.

Wenn der Stein erst einmal zum Rollen gebracht wird kann sich der Iran auf syrische Verhältnisse gefasst machen. Bei einer eventuellen Schwächung der iranischen Streitkräfte würden sogar die Turkvölker im Iran (auch wenn sie derzeit Macht besitzen) in den Startlöchern sitzen. Ich möchte da nur an das Jahr 1946 erinnern, als die Azeris sich für knapp ein Jahr vom Iran loslösten.


Der Iran hat natürlich Potential zu einem Bürgerkrieg. Kurioserweise hat es noch keinen in dieser Form, daß der Iran zersprengt wird gegeben. Selbst unter widrigsten Umständen. Wie im Irak-Iran Krieg. Sogar die iranischen Araber hielten zum Iran und kooperierten nicht mit dem Araber Saddam. Die Kurden Iraks waren Verbündete Irans. Die Gefahr besteht trotzdem. Die Grenzen Irans haben sich seit Jahrtausenden verändert. Warum sollte damit Schluß sein? Allerdings, auch wenn es kurios klingt, diese Gefahr wird sogar von den USA sehr ernst genommen. Eine Kriegszone Iran ist sicher das letzte was "man" dort will. Auch die USA. Vom Nachbar Russland zu schweigen. Auch die anderen Nachbarn wollen das nicht wirklich. Der Kosten/Nutzen Faktor stimmt da überhaupt nicht. Deshalb haben die USA es auch nicht gewagt, als einer der maßgeblichen Gründe, den Iran durch Krieg ins Rotieren zu bringen.

Als in der Türkei quasi ein Bürgerkrieg tobte, vor kurzer Zeit, in den kurdischen Städten, ist niemand den Kurden zur Hilfe gekommen. Weder politisch, noch militärisch. Die TSK konnte dort wüten. Alles andere hätte wohl keinen Sinn gemacht. Eine kaputte Türkei? Wer hat etwas davon? Außer den kurdischen Gruppen. Auch da, seien wir ehrlich, gibt es keine einheitliche Meinung. Lieber in einer Türkei oder Iran wohnen, trotz Einschränkungen, oder in einer Bürgerkriegszone? Nicht jeder Kurde favorisiert die harte Tour.

Die Kurden zumindest sind geduldig.


Die Iraner als Ganzes sind gewohnt in langen Zeiträumen zu denken. Rückwärts- wie Vorwärts. ;)

Kurzum, natürlich ist Potential für separatistische Bewegungen im Vielvölkerstaat Iran. Ob, wann oder wie wird sich zeigen. Im übrigen, auch ein möglicher kurdischer Staat kann in sich bis zum Bürgerkrieg zerstreitten. Siehe z.B. die kurdische Autonomiebehörde im Irak.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon Kardux » Mi 1. Mär 2017, 12:38

King Kong 2006 hat geschrieben:Das ist im Iran ja nicht unbekannt. Natürlich gab und gibt es im Iran auch militärische Auseinandersetzungen mit kurdischen Gruppen wie der PKK/PJAK. Das gibt es ja nicht nur in der Türkei. Die Situation mit den Belutschen ist bekannt. Allerdings ist ein wesentliches Element bei den Belutschen Kriminialität. Im Rahmen des Goldenen Halbmonds. Das Problem hat auch Pakistan auf der anderen Seite. Die Mauer die der Iran errichtet hat, soll dazu dienen, wie die geplante von Trump gegen Mexiko, "Probleme" draussen zu halten. Die Bewegungen der Belutschen sind mafiöser Art und im sunnitischen Extremismus zu finden. Sie sind weitaus weniger in nationaler Bewegung basierend als bei den Kurden.


Die PJAK ist, wie Sie bereits angedeutet haben, ein Ableger der PKK und hat in Ostkurdistan (kurdischen Siedlungsgebiete im Iran) nicht die nötige Basis um einen großangelegten Partisanenkrieg gegen die iranische Armee zu führen. Seitdem die PKK und ihre Ableger im Irak und in Syrien vom Iran unterstützt werden, hat sich der Widerstand der PJAK (=PKK-Ableger in Ostkurdistan) sowieso erübrigt - zumindest vorerst. Nein, ich sprach nicht von einem Widerstand der von der PKK geführt wird, sondern von den alteingesessenen Parteien in Ostkurdistan (PDK-I und Komala). Aber auch die Ostkurden wissen, dass erst einmal der IS in Syrien und im Irak besiegt werden muss.

Zu den Belutschen:

Der Hang zum sunnitischen Extremismus ist gewiss gegeben, aber die Belutschen im Iran so konsequent zu kriminalisieren ist mehr als nur tendenziös und sehr IRI-lastig. Die iranische Regierung wirft ja auch den Ostkurden eine Tendenz zur Kriminalität vor, weil viele Menschen in Ostkurdistan vom Schmuggelhandel leben. Was sollen die Menschen vorort denn sonst tun? Dasselbe gilt doch auch für die Belutschen. Ihre Siedlungsgebiete werden ausgebeutet und Investitionen in diese Regionen konsequent abgelehnt.
Gewiss sind die Belutschen im Iran nicht mit den Kurden zu vergleichen, weil es an der Masse fehlt. Nichtsdestotrotz wäre es auch für den Iran sehr schwer gleichzeitig im Westen und im Osten Revolten niederzuschlagen, sofern diese groß angelegt sind.

Interessant bei den Belutschen ist, dass ihre Befreiungsbewegungen in Pakisten alles andere als islamistisch eingestellt sind. Im Iran wo Sunniten eingeschränkt sind ist die Konstellation eben eine andere.

King Kong 2006 hat geschrieben:Die kurdische KDP und PKK/PJAK soll ja angeblich - laut Teheran - u.a. von Saudi-Arabien unterstützt werden. Ankara meint auch von den USA und Israel. Die israelischen Kontakte zu Terrorgruppen bei den Belutschen soll sogar die USA verärgert haben.

PJAK wurde vor einigen Jahren (als sie noch aktiv gegen Tehran vorgingen) von den USA und Israel unterstützt, aber nicht wirklich nennenswert. Das Saudi Arabien PJAK unterstützt haben soll ist mir nicht bekannt. Wie gesagt, das Thema ist vorerst sowieso vom Tisch. Derzeit ist die PKK mit seinen Ablegern in Syrien und im Irak im "iranisch-schiitischen Lager". Die KDP pflegt gute Beziehungen zu den Golfarabern aber auch zur Türkei. Von einer wirklichen Unterstützung Saudi Arabiens kann jedoch keine Rede sein, zumindest nicht militärisch. Aber genau dies könnte sich noch ändern. Das saudische Konsulat in Erbil, dass erst 2016 eröffnet wurde, ist in dem Zusammenhang erwähnenswert. Gleichzeitig haben ostkurdische Rebellenführer und ihre Anhänger in der KRG Zuflucht gefunden. Dort organisieren sie sich derzeit.

Ein ehemaliger jordanischer Minister meint hierzu:

Jordan's Ex-Minister Urges Arabs to Support Kurdish Statehood

Saleh al-Qallab believes a Kurdish state will end Iran's encroachments in the regionArab nations should not look at the Kurdistan Region's demand for independence with suspicion as the time for the Kurdish nation to achieve their right has approached, said the former media minister of Jordan.

In an article published on Thursday in the London-based Arabic Sharq al-Awsat newspaper, Saleh al-Qallab wrote that considering the recent developments in the region, the Arabs "as a nation brother to the Kurdish nation" should support the Kurds for achieving statehood.

Qallab explained why the Arab nations have no option but to do so in order to end the Iranian regime's ambitions to expand its authority over the countries in the region through Iraq and Syria.

Qallab described the current Iraqi VP and former prime minister Nouri al-Maliki "the deputy" for the Iranian regime who resorts to any means to return to power as PM.

According to Qallab, to reach his aim, Maliki depends on tens of sectarian organizations, some of which embedded in the Shi'ite Popular Mobilization Forces which are "under the command of Iranian commander Qasem Suleimani."

As Iranians fear the creation of a Kurdish state in Iraq may incite the Kurdish people within Iran's territories, they oppose Kurdistan Region President Masoud Barzani who heads the campaign for a Kurdish state, Qallab wrote.

He continued by saying that Barzani has vowed to declare independence if Maliki returns to power and should this happen "Arabs must not stand still about this move as Mahabad Republic will repeat itself and this time in a more serious way."

"Then the Iranians will get busy sorting out their own issues and their encroachment in the region will end."

On August 16,1945 Republic of Mahabad was declared in the city of Mahabad. The Kurdish state was dismantled 11 months later after the Iranian army suppressed the revolutionaries.

http://www.basnews.com/index.php/en/news/middle-east/329311

Viele Alternativen haben die sunnitischen Araber derzeit wahrlich nicht. Fest steht, dass man sich in Erbil auf kommende Auseinandersetzungen mit schiitischen Milizen gefasst macht - das wird der nächste Konflikt werden.

King Kong 2006 hat geschrieben:Der Iran hat natürlich Potential zu einem Bürgerkrieg. Kurioserweise hat es noch keinen in dieser Form, daß der Iran zersprengt wird gegeben. Selbst unter widrigsten Umständen.


Der Iran wurde 1946 "zersprengt". Und das kann wieder geschehen, weil das Potential, wie Sie bereits sagten, gegeben ist.

King Kong 2006 hat geschrieben:Wie im Irak-Iran Krieg. Sogar die iranischen Araber hielten zum Iran und kooperierten nicht mit dem Araber Saddam.


Natürlich hielten die Araber im Iran nicht zu Saddam. Immerhin sind die Araber im Iran größtenteils Schiiten, speziell in Ahwaz. Genau dieses Gebiet war Saddams Hauptaugenmerk. Unter den schiitischen Araber ist der ethnisch-motivierte Nationalismus nicht erkennbar, das gilt natürlich nicht nur für die Araber im Iran. Die Schiiten in Baghdad sind hier ein gutes Beispiel. Ohne lange zu überlegen übergaben sie Iraks Souveränität an Tehran.

King Kong 2006 hat geschrieben:Die Kurden Iraks waren Verbündete Irans.

Teile der Kurden im Irak sind auch heute noch Verbündete Irans. Ab Erbil und nordwärts werden sie jedoch keine Freunde Tehrans finden. Der 1. Golfkrieg war eine ganz andere Konstellation. Die Kurden im Irak waren mit sich selber beschäftigt um Saddam loszuwerden.

King Kong 2006 hat geschrieben:Die Grenzen Irans haben sich seit Jahrtausenden verändert. Warum sollte damit Schluß sein? Allerdings, auch wenn es kurios klingt, diese Gefahr wird sogar von den USA sehr ernst genommen. Eine Kriegszone Iran ist sicher das letzte was "man" dort will. Auch die USA. Vom Nachbar Russland zu schweigen. Auch die anderen Nachbarn wollen das nicht wirklich. Der Kosten/Nutzen Faktor stimmt da überhaupt nicht. Deshalb haben die USA es auch nicht gewagt, als einer der maßgeblichen Gründe, den Iran durch Krieg ins Rotieren zu bringen.


Das mag schon stimmen, aber je mehr sich die Hegemonie des Irans festigt und ausbreitet, desto weniger begeistert werden alle Akteure sein - natürlich auch miteingeschlossen die Russen und Amerikaner. Abgesehen davon vertrete ich die Meinung das weder Russland noch die USA an "Sicherheitszonen" im Nahen Osten interessiert sind. Welches Interesse hätte man an einem stabilen Nahen Osten? Und welches Interesse hätten beide Weltmächte wenn der Iran den gesamten Nahen Osten mehr oder weniger kontrolliert bzw. beeinflusst? Wollen wir nicht vergessen das Russland und der Iran über Jahrhunderte hinweg Feinde waren. Was die USA betrifft, so könnte es bei einem Szenario zum Knall kommen. Je mächtiger der schiitische Iran wird, desto unruhiger könnten die Schiiten im Osten Saudi Arabiens (wo sich die großen Ölfelder befinden) werden. Dann wären Kuwait und die kleinen Staaten am Golf keine Hürde mehr, auch wenn diese mehrheitlich sunnitisch sind. Dann möchte ich sehen wie wichtig den USA eine Sicherheitszone ist. Analog zu dieser Entwicklung sind ja Irans atomare Bestrebungen. Ein Traumszenario für Russen und Amerikaner.

King Kong 2006 hat geschrieben:Als in der Türkei quasi ein Bürgerkrieg tobte, vor kurzer Zeit, in den kurdischen Städten, ist niemand den Kurden zur Hilfe gekommen. Weder politisch, noch militärisch. Die TSK konnte dort wüten. Alles andere hätte wohl keinen Sinn gemacht. Eine kaputte Türkei? Wer hat etwas davon? Außer den kurdischen Gruppen. Auch da, seien wir ehrlich, gibt es keine einheitliche Meinung. Lieber in einer Türkei oder Iran wohnen, trotz Einschränkungen, oder in einer Bürgerkriegszone? Nicht jeder Kurde favorisiert die harte Tour.


Natürlich ist den Nordkurden niemand zur Hilfe gekommen. Die Türkei ist weiterhin ein Teil der Nato und dem sunnitischen Block im Nahen Osten. Da bleiben den Nordkurden nur der Iran und Russland als potentielle Unterstützer. Dem Iran war und ist bewusst wie gefährlich die Konsequenzen für sie selber wären, wenn man die Nordkurden unterstützt. Die Türkei würde heute auch nicht die Ostkurden unterstützen wenn diese im Iran Strukturen aufgebaut hätten. Russland galt hingegen speziell nach dem Flugzeugabschuss-Vorfall als geeigneter Unterstützer. Und das wusste auch Erdogan. Dementsprechend hat er seine Russlandpolitik im weiteren Verlauf auch angepasst. Putin konnte den Egomanen Erdogan ohne drastische wirtschaftliche Massnahmen zum Kniefall zwingen. Wer, wenn nicht die Kurden sollten der Grund für diesen Kniefall gewesen sein?

Syrian Kurds open diplomatic mission in Moscow
First Syrian Kurdish overseas mission aims to secure support for autonomy as Russia seeks to demonstrate it has allies other than Bashar al-Assad

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/russia/12150692/Syrian-Kurds-open-diplomatic-mission-in-Moscow.html

Der Ableger der PKK eröffnete im Februar 2016 ein Verbindungsbüro in Moskau. Zufall? Nur zur Erinnerung: Ende November 2015 schießen die Türken das russische Flugzeug ab, danach intensivieren sich die Besuche von russischen Vertretern und syrischen Kurden was am Ende zur Eröffnung eines de-facto Konsulats in Moskau führt. Die eröffnung kommt also knapp 2 Monate nach dem Absturz. Im Juni 2016 kommt dann der Kniefall Erdogans.

So führen Weltmächte Politik. Irgendwas braucht man immer in der Hinterhand um aufstrebende Regionalmächte zu schwächen. Die Kurden sind in der Hinsicht sowohl für Amerikaner als auch Russen sehr interessant. Geeignete Bauernfiguren die man nach Belieben gegen aufmüpfige Regierungen verwenden kann, aber immer nur so weit, bis die Gegenseite einlenkt. Trotzdem bin ich der Meinung das auch die Kurden in der Türkei noch Tatsachen schaffen werden, aber das benötigt wie auch im Iran viel Geduld. Die Errungenschaften der Kurden in Syrien und im Irak sind eben auch der Tatsache geschuldet das beide arabische Staaten niemals in ihrer kurzen Geschichte gefestigt waren.

Zur harten Tour:
Weder die Kurden in der Türkei noch im Iran haben eine wirkliche Wahl. Es ist ja nicht so, dass Tehran oder Ankara den Kurden vernünftige Alternativen bieten. Im Iran sind die Kurden politisch total ausgeschlossen. In der Türkei kippte die Lage als die Kurden zum ersten mal politische Erfolge (bei den Wahlen) erzielten. Die "weiche Tour" bedeutet auf lange Sicht Assimilation und Knechtschaft.

King Kong 2006 hat geschrieben:Die Iraner als Ganzes sind gewohnt in langen Zeiträumen zu denken. Rückwärts- wie Vorwärts. ;)

Kurzum, natürlich ist Potential für separatistische Bewegungen im Vielvölkerstaat Iran. Ob, wann oder wie wird sich zeigen. Im übrigen, auch ein möglicher kurdischer Staat kann in sich bis zum Bürgerkrieg zerstreitten. Siehe z.B. die kurdische Autonomiebehörde im Irak.


Wenn die Iraner in langen Zeiträumen denken würden, hätten sie wohl kaum so viele blutige Putsche hinter sich und müssten sich im Inneren des Landes auch nicht mit einer klerikalfaschistischen Regierung herumschlagen. Natürlich hat man mit seiner Geschichte viel Erfahrung im Staatswesen, aber der Nahe Osten ist viel zu umkämpft und komplex, dass man sich auf Entwicklungen gut einstellen könnte. Hinzu kommt auch, dass der Iran einen Sturz von "Innen", also den Persern selber fürchten muss. Proteste wie 2009 können sich wiederholen. Die "Ausflüge" von Soleimani kosten immerhin auch Geld und so gut die derzeitige Stellung des Irans im Nahen Osten auch aussieht kann man das nicht von der wirtschaftlichen Lage der einfachen Iraner sagen.

Und ja, auch ein kurdischer Staat kann sich bis zum Bürgerkrieg zerstreiten, keine Frage. Das ist aber eine andere Geschichte. Ich spreche hier von Kolonialismus der bis heute noch nicht überwunden wurde in weiten Teilen der Welt, speziell im Nahen Osten. Sogar in Europa, wo nach dem 1. und 2. Weltkrieg konsequenterweise Kleinstaaterei betrieben wurde ist ein Trend zur "erweiterten Kleinstaaterei" erkennbar. Sollten das nicht die Menschen für sich selber entscheiden dürfen?
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 1. Mär 2017, 15:29

Kardux hat geschrieben:Der Iran wurde 1946 "zersprengt". Und das kann wieder geschehen, weil das Potential, wie Sie bereits sagten, gegeben ist.


Wenn der Iran zersprengt wurde, dann wäre er kaputt. Es gab kurzfristig Kontrollverlust über einen kleinen Teil des Territoriums. Das ist nicht unüblich ist Kriegszeiten. Gerade bei titanenhaften Auseinandersetzungen wie den WWII.

Wenn die Iraner in langen Zeiträumen denken würden, hätten sie wohl kaum so viele blutige Putsche hinter sich und müssten sich im Inneren des Landes auch nicht mit einer klerikalfaschistischen Regierung herumschlagen. Natürlich hat man mit seiner Geschichte viel Erfahrung im Staatswesen, aber der Nahe Osten ist viel zu umkämpft und komplex, dass man sich auf Entwicklungen gut einstellen könnte. Hinzu kommt auch, dass der Iran einen Sturz von "Innen", also den Persern selber fürchten muss. Proteste wie 2009 können sich wiederholen. Die "Ausflüge" von Soleimani kosten immerhin auch Geld und so gut die derzeitige Stellung des Irans im Nahen Osten auch aussieht kann man das nicht von der wirtschaftlichen Lage der einfachen Iraner sagen.


Der Iran hatte seine ups and downs. Allerdings gibts ihn heute noch mit einem kulturellen und geschichtlichen Bewußtsein und Identität. Über einen sehr langen Zeitraum. Andere findet man nur noch in den Geschichtsbüchern. Geostrategisch wird im Iran in langfristigen Perspektiven geplant. Was durchaus von seinen Gegnern als ärgerlich befunden wird. Das gilt für viele Bereiche, für die Außenpolitik oder z.B. beim Atomprogramm. Das mag kurz- und mittelfristig nicht die Dividende bringen. Sondern Kosten. Aber wie so oft zählt der long run. Proteste, Putsche usw. kommen und gehen. Noch ist der Iran nicht nur ausschließlich in den Geschichtsbüchern zu finden. Viele prognostizieren wieder den Aufschwung Irans oder sie fürchten es. Je nach Perspektive. Und ja, besser gehts immer. Im Iran gibt es viel zu kritisieren.

Und ja, auch ein kurdischer Staat kann sich bis zum Bürgerkrieg zerstreiten, keine Frage. Das ist aber eine andere Geschichte. Ich spreche hier von Kolonialismus der bis heute noch nicht überwunden wurde in weiten Teilen der Welt, speziell im Nahen Osten. Sogar in Europa, wo nach dem 1. und 2. Weltkrieg konsequenterweise Kleinstaaterei betrieben wurde ist ein Trend zur "erweiterten Kleinstaaterei" erkennbar. Sollten das nicht die Menschen für sich selber entscheiden dürfen?


Wie soll ich das beantworten? Moralisch? Philosophisch? Realpolitisch? Aus Sicht von Regierungen? "So von selbst" hat man selten jemanden gehen lassen. Das gilt nicht nur für Nahost (inklusive Israel und der Türkei). Sogar für das zivilisierte Europa oder Nordamerika. Siehe Jugoslawien oder US-Civil War.
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Re: Staatenzerfall in Nahost? Die Ära nach Sykes-Picot

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 3. Apr 2017, 07:34

Eine Folge von Bürgerkriegen.

Evakuierung mehrerer Dörfer: Syrien zerfällt in Herrschaftsbereiche

Was für die leidende Zivilbevölkerung eine Befreiung ist, führt zu einem systematischen demografischen Wandel

Damaskus/Kairo – Am Montag beginnt die Evakuierung von vier syrischen Kleinstädten, die seit mehr als zwei Jahren belagert sind. Die Einwohner von Zabadani und Madaya in der Provinz Damaskus, die von den Truppen des syrischen Regimes und ihren Verbündeten eingekesselt werden, verlassen ihre Heimat Richtung Idlib. Im Gegenzug werden die zwei schiitischen Dörfer Foua und Kefraya in der Provinz Idlib evakuiert, die von Rebellen eingekreist sind.

Was für die leidende Zivilbevölkerung eine Befreiung ist, führt zu einem systematischen demografischen Wandel, der vor allem vom Regime ganz gezielt betrieben wird. In den vergangenen zwei Jahren wurden mehrere solcher lokaler Verständigungen nach langer Belagerung geschlossen – die syrische Opposition spricht von ethnischen Säuberungen. Die Lücken werden mit Loyalisten des Regimes und verbündeten Milizen gefüllt. Für die Opposition ist klar, dass damit die Basis für eine Spaltung des Landes nach ethnischen und religiösen Kriterien geschaffen wird.

Diese verschiedenen Einflusssphären, die auf eine politische Lösung auf Basis einer Föderation hindeuten, kristallisieren sich immer deutlicher heraus. Die mächtigsten Player auf dem Kriegsschauplatz – Russland, die USA, aber auch der Iran und die Türkei – haben in ihren Einflussbereichen Militärbasen eingerichtet, um dann am Verhandlungstisch entsprechend Gewicht zu haben.

derstandard.at/2000055271795/Evakuierung-mehrerer-Doerfer-Syrien-zerfaellt-in-Herrschaftsbereiche
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