Nachrichten aus dem Iran.

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King Kong 2006
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon King Kong 2006 » Di 28. Aug 2018, 20:53

Audi hat geschrieben:(28 Aug 2018, 21:26)

eigentlich muss sich der Iran sorgen machen. USA+Saudi+Israel + irgendwelche Rebellen vs Iran. Wie sind die Kräfteverhältnisse noch mal? Genau so wie die NATO angst vor Russland hat. 3.000.000 vs 800.000 Soldaten usw.... Absurd das Theater.Hier wird einem ein Hitler verkauft der gar nicht die Möglichkeiten hat


Das ist immer ein argumentatives Paradoxum. Oder irgendetwas Richtung Quantenphysik und der Katze, die tot, aber auch irgendwie lebendig ist.

Mal ist der Iran eine große Bedrohung, gerade auch konventionell, deshalb muß ja seit Jahrzehnten ein riesiger Berg an konventionellen Waffen verkauft bzw. gekauft werden, um ein "Gleichgewicht" konventionell herzustellen, dann ist die iranische Armee eigentlich ein vernachlässigender Schrotthaufen. Naja, Quantenphysik ist das weniger, das nennt man auch Propaganda. ;)

Das ist dann mal so und wenns passt mal so... Und dann wieder so, wie auch gegebenenfalls auch so! Das ist so, wie die iranische Bombe, die seit den Achtzigern stets "kurz vor der Vollendung" ist. Seit Jahrzehnten.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon tabernakel » Mi 29. Aug 2018, 18:02

King Kong 2006 hat geschrieben:(28 Aug 2018, 21:05) Naja, verstehe einer die Aufregung um die militärische Bedrohung Irans... Die horrenden Waffenkäufe der Saudis werden damit jedenfalls dann ja kaum begründet sein. :)
Mit den "neuen" Iranischen Fliegern alleine sicherlich nicht. Allerdings stellt der Iran auch ne Menge Langstrecken-Raketen her, und liefert diese auch an die Stellvertreterkrieger z.B im Jemen. DAS ist neben der permanenten Destabilisierungspolitik des Iran und dem assoziierten andauernden Säbelrasseln ne andere Geschichte, und begründet aus meiner Sicht durchaus warum Saudi.Arabien dem nicht wehrlos ausgeliefert sein will.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon King Kong 2006 » Do 30. Aug 2018, 19:26

tabernakel hat geschrieben:(29 Aug 2018, 19:02)

Mit den "neuen" Iranischen Fliegern alleine sicherlich nicht. Allerdings stellt der Iran auch ne Menge Langstrecken-Raketen her, und liefert diese auch an die Stellvertreterkrieger z.B im Jemen. DAS ist neben der permanenten Destabilisierungspolitik des Iran und dem assoziierten andauernden Säbelrasseln ne andere Geschichte, und begründet aus meiner Sicht durchaus warum Saudi.Arabien dem nicht wehrlos ausgeliefert sein will.


Das vertrackte daran ist, daß genau die defizitäre Luftwaffe Irans (für die Größe so eines Landes) dafür gesorgt hat, daß der Iran zur Abschreckung als Distanzwaffe zunehmend auf Raketensysteme gesetzt hat. Mit Haubitzen kann der Iran da niemand auf Distanz abschrecken oder bekämpfen.

Da die Luftwaffe aktuell das nicht in dem Maße hergibt. Und die Entwicklung von Kampfflugzeugen der neuesten Generation aus eigener Kraft, autark, ist mittlerweile sogar für Russland ein Problem geworden. Auch China hat sich da lange auf Russland gestützt. Und auch für die Europäer bietet sich da untereinander die Kooperation an. Für ein Land wie Iran ist das praktisch nicht zu wuppen. Daher die Fixierung auf Langstreckenraketensysteme für die Abschreckung von Gegnern auf Distanz.

Es ist unter dieser Betrachtung illusorisch den Iran aufzufordern davon abzulassen. Das wäre in etwa so, wie wenn man Israel oder Russland raten würde auf ihre Luftwaffe zu verzichten. Bzw. die ganz minimal zu halten. Das ist nicht mal als theoretisches Gesprächsthema akzeptabel. Für den Iran ebenso nicht.

Dennoch stehen z.B. die saudischen Rüstungskäufe in keinerlei Verhältnis zu den Rüstungsanstrengungen Irans.

Zumal sogar dem Pentagon auffällt, daß die iranische Doktrin primär defensiv ist.

PENTAGON: IRAN MILITARY DOCTRINE IS 'DEFENSIVE'

https://www.wnd.com/2015/06/pentagon-ir ... defensive/


Why Is Iran’s Military Doctrine Defensive?

According to a classified Pentagon assessment submitted to Congress on July 7, 2014 and obtained by Bloomberg News “Iran’s military strategy is defensive” and designed to “deter an attack, survive an initial strike, retaliate against an aggressor and force a diplomatic solution” while avoiding major concessions.

https://www.huffingtonpost.com/milad-jo ... 87686.html
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon tabernakel » Mo 3. Sep 2018, 13:02

King Kong 2006 hat geschrieben:(30 Aug 2018, 20:26) Es ist unter dieser Betrachtung illusorisch den Iran aufzufordern davon abzulassen. Das wäre in etwa so, wie wenn man Israel oder Russland raten würde auf ihre Luftwaffe zu verzichten. Bzw. die ganz minimal zu halten. Das ist nicht mal als theoretisches Gesprächsthema akzeptabel. Für den Iran ebenso nicht.

Wer fordert den Iran auf von der Produktion seiner (zudem veralteten) Militärjets abzulassen? Hast Du da nen Strohmann erlegt?

King Kong 2006 hat geschrieben:Dennoch stehen z.B. die saudischen Rüstungskäufe in keinerlei Verhältnis zu den Rüstungsanstrengungen Irans.

Während das Iranische Militär in der Tat aktuell nicht in offenen Kriegen eingesetzt wird, sieht es unter der Decke ganz anders aus. In Syrien sind viele Iranische Militärs im Einsatz um eine Landverbindung Teherans mit der Hezbollah und dem Mittelmeer zu erzwingen. Und im Jemen liefert(e) der Iran massiv Rüstungsgüter an die Schiitichen Fraktionen, der Krieg dort ist vor allem anderen Teheran zuzuschreiben da diese das Gebaren der Houthi durch diese massive Belieferung erst möglich gemacht haben.

Wie gesagt, ich verstehe voll und ganz dass die Saudis als Sunniten dem nicht wehrlos ausgesetzt sein wollen, von daher habe ich für deren Rüstungsanstrengungen durchaus Verständnis, auch in der Höhe. Haben schliesslich einigen Nachholbedarf gegenüber dem Iran der im Prinzip seit Ende des Iran-Irak-Kriegs kontinuierlich rüstet, und mit dem was dabei übrig bleibt Schiitische Rebellen der ganzen Region bis an die Zähne bewaffnet.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Kardux » Mo 3. Sep 2018, 16:00

tabernakel hat geschrieben:Wie gesagt, ich verstehe voll und ganz dass die Saudis als Sunniten dem nicht wehrlos ausgesetzt sein wollen, von daher habe ich für deren Rüstungsanstrengungen durchaus Verständnis, auch in der Höhe. Haben schliesslich einigen Nachholbedarf gegenüber dem Iran der im Prinzip seit Ende des Iran-Irak-Kriegs kontinuierlich rüstet, und mit dem was dabei übrig bleibt Schiitische Rebellen der ganzen Region bis an die Zähne bewaffnet.


Einzig und allein die USA und andere Waffenexporteure profitieren vom Hochrüsten der Golfaraber. Am Ende des Tages nutzen diese Waffen den Saudis nichts. Saudi Arabien samt seiner Verbündeten am Golf verfügt nicht über das "menschliche Kapital", wie einst der Irak unter Saddam. Ihr Fiasko im Jemen belegt meine Aussage.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon SirToby » Mo 3. Sep 2018, 16:09

Kardux hat geschrieben:(03 Sep 2018, 17:00)

Einzig und allein die USA und andere Waffenexporteure profitieren vom Hochrüsten der Golfaraber. Am Ende des Tages nutzen diese Waffen den Saudis nichts. Saudi Arabien samt seiner Verbündeten am Golf verfügt nicht über das "menschliche Kapital", wie einst der Irak unter Saddam. Ihr Fiasko im Jemen belegt meine Aussage.


Die Saudis sind wahrscheinlich einfach schlechte Soldaten.

https://www.businessinsider.de/saudi-ar ... ?r=US&IR=T
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon tabernakel » Mo 3. Sep 2018, 22:29

Kardux hat geschrieben:(03 Sep 2018, 17:00)

Einzig und allein die USA und andere Waffenexporteure profitieren vom Hochrüsten der Golfaraber. Am Ende des Tages nutzen diese Waffen den Saudis nichts. Saudi Arabien samt seiner Verbündeten am Golf verfügt nicht über das "menschliche Kapital", wie einst der Irak unter Saddam. Ihr Fiasko im Jemen belegt meine Aussage.
Ich denke eher das Problem der Saudis ist dass ihre Armee immer noch primär auf einen Grosskonflikt ausgelegt ist, anstatt auf Stellvertreterkrieg mittels Milizen den u.A. der Iran in der gesamten Region praktiziert. Das ist wohl auch der Grund warum Saudi-Arabien bewusst auf den Einsatz von Bodentruppen im Jemen verzichtet hat, denn solange ihre Armee nicht in Kooperation mit lokalen Milizen geschult und geübt ist würden die dort nur ein Blutbad unter den Zivilisten anrichten und nichts erreichen. So bleibt's beim Einsatz der Luftwaffe und der Artillerie ... bis auf weiteres.

Zudem: Das Saudische Militär ist wohl kaum mit dem Militär Saddam Husseins zu vergleichen. Die Iranische Islamic Revolutionary Guard Corps taugt da schon eher zum Vergleich mit Saddam's Republikanischer Garde ...
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Kardux » Di 4. Sep 2018, 07:09

tabernakel hat geschrieben:Ich denke eher das Problem der Saudis ist dass ihre Armee immer noch primär auf einen Grosskonflikt ausgelegt ist, anstatt auf Stellvertreterkrieg mittels Milizen den u.A. der Iran in der gesamten Region praktiziert. Das ist wohl auch der Grund warum Saudi-Arabien bewusst auf den Einsatz von Bodentruppen im Jemen verzichtet hat, denn solange ihre Armee nicht in Kooperation mit lokalen Milizen geschult und geübt ist würden die dort nur ein Blutbad unter den Zivilisten anrichten und nichts erreichen. So bleibt's beim Einsatz der Luftwaffe und der Artillerie ... bis auf weiteres.


Die Saudis haben wegen ihrer militärischen Inkompetenz bereits ein Blutbad im Jemen angrichtet (nicht das militärische Kompetenz sehr viel besser für Zivilisten wäre). Ich glaube auch nicht, dass das Problem die Ausrichtung der saudischen Militärs auf einen Großkonflikt ist. Schon 1990 hätte Saddam Saudi Arabien überrollen können, genauso könnte es der Iran heute - wenn er nur will. Am Ende des Tages ist man sowieso von den USA abhängig und diese scheinen ihren Schutz an unsinnige Waffenkäufe zu koppeln. Die Saudis sind weder auf einen Stellvertreterkrieg noch einen Großkonflikt vorbereitet. Bis heute schaffen es die Saudis einfach nicht gute Söldner-Truppen aufzustellen. Das wirft Fragen auf.

tabernakel hat geschrieben:Zudem: Das Saudische Militär ist wohl kaum mit dem Militär Saddam Husseins zu vergleichen. Die Iranische Islamic Revolutionary Guard Corps taugt da schon eher zum Vergleich mit Saddam's Republikanischer Garde ...


Und warum nicht? Fehlt es etwa an Geld?
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon King Kong 2006 » Di 4. Sep 2018, 15:34

tabernakel hat geschrieben:(03 Sep 2018, 14:02)

Wer fordert den Iran auf von der Produktion seiner (zudem veralteten) Militärjets abzulassen? Hast Du da nen Strohmann erlegt?


Während das Iranische Militär in der Tat aktuell nicht in offenen Kriegen eingesetzt wird, sieht es unter der Decke ganz anders aus. In Syrien sind viele Iranische Militärs im Einsatz um eine Landverbindung Teherans mit der Hezbollah und dem Mittelmeer zu erzwingen. Und im Jemen liefert(e) der Iran massiv Rüstungsgüter an die Schiitichen Fraktionen, der Krieg dort ist vor allem anderen Teheran zuzuschreiben da diese das Gebaren der Houthi durch diese massive Belieferung erst möglich gemacht haben.

Wie gesagt, ich verstehe voll und ganz dass die Saudis als Sunniten dem nicht wehrlos ausgesetzt sein wollen, von daher habe ich für deren Rüstungsanstrengungen durchaus Verständnis, auch in der Höhe. Haben schliesslich einigen Nachholbedarf gegenüber dem Iran der im Prinzip seit Ende des Iran-Irak-Kriegs kontinuierlich rüstet, und mit dem was dabei übrig bleibt Schiitische Rebellen der ganzen Region bis an die Zähne bewaffnet.


Es geht darum, daß du über ballistische Raketen gesprochen hast. Das ist die Distanzwaffe der Wahl. Weil der Iran eben keine modernen Kampfflugzeuge produzieren kann.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon tabernakel » Sa 15. Sep 2018, 09:53

Kardux hat geschrieben:(04 Sep 2018, 08:09) Die Saudis haben wegen ihrer militärischen Inkompetenz bereits ein Blutbad im Jemen angrichtet (nicht das militärische Kompetenz sehr viel besser für Zivilisten wäre).

Für wie viel "Blutbad" das Saudische Militär da wirklich verantwortlich ist warten wir lieber erst mal ab. Und vergessen nicht dass die Manipulation von NGOs (und das Vorgaukeln bzw in-die-Tasche-schieben von zivilen Opfern) heute zu den Kernfertigkeiten asymmetrischer Konfliktparteien gehört. Die Hamas z.B. hatte 2014 auch keine Skrupel die Opfer ihrer eigenen Raketenunfälle (wo diese zu kurz flogen und in Gaza selbst einschlugen) dem Konfliktgegner in die Schuhe zu schieben. Genauso wenig wie Zivilisten zum "Schutz" der eigenen Operationen einzusetzen, wie auch wieder aktuell bei den Vorgängen an Gaza's Grenzzaun.

Kardux hat geschrieben:(04 Sep 2018, 08:09) Ich glaube auch nicht, dass das Problem die Ausrichtung der saudischen Militärs auf einen Grosskonflikt ist. Schon 1990 hätte Saddam Saudi Arabien überrollen können, genauso könnte es der Iran heute - wenn er nur will.
Wie gut oder schlecht das Saudische Militär am Ende in so einem Konflikt mit dem Iran wäre warten wir auch lieber erst mal ab.

Kardux hat geschrieben:(04 Sep 2018, 08:09) Und warum nicht? Fehlt es etwa an Geld?
Es fehlt eher an Grossmannssucht, an ständigen Militärparaden und militärischen Drohungen gegen die Nachbarn, an "Revolutionsgarden", usw. Und nicht zu vergessen Sprachfertigkeiten und Ausbildung für asymmetrische Konflikte. Und nicht zuletzt einem Waffenlieferanten der sich durch (potentiell gestreute) Gerüchte über Massaker nicht abschrecken lässt weiter zu liefern, also Russland, China, der Iran, usw ...
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon zollagent » Sa 15. Sep 2018, 16:02

King Kong 2006 hat geschrieben:(04 Sep 2018, 16:34)

Es geht darum, daß du über ballistische Raketen gesprochen hast. Das ist die Distanzwaffe der Wahl. Weil der Iran eben keine modernen Kampfflugzeuge produzieren kann.

So weit ich weiß, hat der Iran gerade ein selbst produziertes Kampfflugzeug vorgestellt. Ob er es selbst entwickelt hat, daran darf man Zweifel haben. Und wie durchsetzungsfähig es ist, wird man auch sehen. Angeblich soll es an die F-16 oder den Eurofighter heranreichen. Wie das mit einer aufgepeppten Kopie der F-5aus den Sechziger Jahren zu bewerkstelligen ist, muß man noch sehen.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 15. Sep 2018, 16:16

tabernakel hat geschrieben:(15 Sep 2018, 10:53)

Für wie viel "Blutbad" das Saudische Militär da wirklich verantwortlich ist warten wir lieber erst mal ab. Und vergessen nicht dass die Manipulation von NGOs (und das Vorgaukeln bzw in-die-Tasche-schieben von zivilen Opfern) heute zu den Kernfertigkeiten asymmetrischer Konfliktparteien gehört. Die Hamas z.B. hatte 2014 auch keine Skrupel die Opfer ihrer eigenen Raketenunfälle (wo diese zu kurz flogen und in Gaza selbst einschlugen) dem Konfliktgegner in die Schuhe zu schieben. Genauso wenig wie Zivilisten zum "Schutz" der eigenen Operationen einzusetzen, wie auch wieder aktuell bei den Vorgängen an Gaza's Grenzzaun.

Wie gut oder schlecht das Saudische Militär am Ende in so einem Konflikt mit dem Iran wäre warten wir auch lieber erst mal ab.

Es fehlt eher an Grossmannssucht, an ständigen Militärparaden und militärischen Drohungen gegen die Nachbarn, an "Revolutionsgarden", usw. Und nicht zu vergessen Sprachfertigkeiten und Ausbildung für asymmetrische Konflikte. Und nicht zuletzt einem Waffenlieferanten der sich durch (potentiell gestreute) Gerüchte über Massaker nicht abschrecken lässt weiter zu liefern, also Russland, China, der Iran, usw ...

Absolut lachhaft. Aber es ist ja der Trend alles den Nicht-Regierungs-Organisationen in die Schuhe zu schieben um Autokraten zu entlasten. Aber in der Realität sind die mächtigen Autokraten die Täter. Sie überfallen ihre Nachbarn, üben Pressezensur und sind vor allem damit beschäftigt ihre Macht zu zementieren. Und die Saudis gehören ganz bestimmt in den Club dieser Autokratien.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 15. Sep 2018, 18:34

zollagent hat geschrieben:(15 Sep 2018, 17:02)

So weit ich weiß, hat der Iran gerade ein selbst produziertes Kampfflugzeug vorgestellt. Ob er es selbst entwickelt hat, daran darf man Zweifel haben. Und wie durchsetzungsfähig es ist, wird man auch sehen. Angeblich soll es an die F-16 oder den Eurofighter heranreichen. Wie das mit einer aufgepeppten Kopie der F-5aus den Sechziger Jahren zu bewerkstelligen ist, muß man noch sehen.


Das ist sicher kein "großer Wurf". Der Iran hat schon einmal basierend auf der F-5 kampfwertgesteigerte Kampfflugzeuge gebaut, namens HESA Saeqeh und HESA Azarakhsh. Letzteres soll eine fast 1 zu 1 Kopie der F-5 sein. In der HESA Saeqeh steckt allerdings neue Avionik, Radar, neue Triebwerke und sie ist natürlich mit neuen Waffensystemen bestückt. Das ist sicherlich nicht mit einer US F-35 zu vergleichen ist aber auch kein "alter Krams" mehr. Wenn das äußere Design noch so aussieht.

Der Iran kann auch eigener Kraft vielleicht Prototypen herstellen, die brauchbar sind, aber es fehlt die industrielle Infrastruktur um hochmoderne Kampfflugzeuge zu entwickeln und noch mehr die Infrastruktur für eine Serienproduktion. Das was jetzt vorgestellt wurde ist zur Zeit das Beste, was die Industrie selbst hervorbringen kann. Deshalb stützt man sich auf jeden Fall auf Raketensystemen bei der Abschreckung. Für die US-Airforce sind diese Flugzeuge keine wirkliche Gefahr. Schrecken nicht ab. Ich bezweifle ernsthaft, daß da ein Vergleich mit einer F-16 oder dem Eurofighter gezogen werden kann. Zumal diese ja auch mit der Zeit kampfwertgesteigert werden.

Anfang der Neunziger war mal im Gespräch, daß der Iran MiG-29 in Lizenz bauen könnte. Daraus wurde aber nichts. In Lizenz kann der Iran in Kooperation alles mögliche produzieren bzw. montieren.

Was technologisch interessanter ist, ist das Langstreckenabwehrsystem Bavar 373. Es basiert auf dem russischen S-300. Ist aber angeblich deutlich kampfwertgesteigert und hat zahlreiche Subsysteme made in Iran. Es unterläuft letzte Tests. Das ist schon ein großer Wurf.

Wenn der Iran eine moderne Luftflotte haben will, muß er sich noch diese immer noch kaufen. Es ist offenbar wesentlich leichter und billiger Raketensysteme zu produzieren, als die Infrastruktur für moderne Kampfflugzeuge. Wenn der Iran das könnte, würde er es sofort tun.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon tabernakel » So 16. Sep 2018, 20:27

Alter Stubentiger hat geschrieben:(15 Sep 2018, 17:16) Absolut lachhaft. Aber es ist ja der Trend alles den Nicht-Regierungs-Organisationen in die Schuhe zu schieben um Autokraten zu entlasten.
Gewöhn Dich dran, NGO-Manipulation ist heute für jede asymmetrische Kriegspartei Kern ihres Wirkens, direkt neben dem eigentlichen militärischen Teil. Mit keiner Art von Manipulation lassen sich so einfach westliche militärische Nachschublieferungen unterdrücken, oder Operationen des Gegners verhindern. Im letzten Jahrtausend waren noch Kindersoldaten ein übles Thema, nicht mehr ... als Tote sind Kinder aus Sicht der kleineren Konfliktparteien zu ihrem eigenen Unglück viel effektiver.

Alter Stubentiger hat geschrieben:Aber in der Realität sind die mächtigen Autokraten die Täter. Sie überfallen ihre Nachbarn, üben Pressezensur und sind vor allem damit beschäftigt ihre Macht zu zementieren. Und die Saudis gehören ganz bestimmt in den Club dieser Autokratien.
Der korrekte Ausdruck im Falle Saudi-Arabiens ist wohl so was wie "monarchische Oligarchie. Sicherlich kein Traumzustand aus unserer Sicht. Aber Du kommst damit bei den Gegenspielern des Iran an? Wo ein Mensch (der Revolutionsführer) alleine die Mitglieder des Gremiums bestimmt welches bei Amtsbewerben über deren Wählbarkeit abstimmt? Und diese in der deutlich überwiegenden Zahl der Fälle schlicht ablehnt weil die Bewerber politische nicht genehm erscheinen? Und was soll das mit Demokratie zu tun haben??? Richtig, gar nichts ausser die Hülle, und die korrekte Bezeichnung im Falle des Iran ist daher "Theokratie".
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 17. Sep 2018, 15:34

tabernakel hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:27)

Gewöhn Dich dran, NGO-Manipulation ist heute für jede asymmetrische Kriegspartei Kern ihres Wirkens, direkt neben dem eigentlichen militärischen Teil. Mit keiner Art von Manipulation lassen sich so einfach westliche militärische Nachschublieferungen unterdrücken, oder Operationen des Gegners verhindern. Im letzten Jahrtausend waren noch Kindersoldaten ein übles Thema, nicht mehr ... als Tote sind Kinder aus Sicht der kleineren Konfliktparteien zu ihrem eigenen Unglück viel effektiver.

Der korrekte Ausdruck im Falle Saudi-Arabiens ist wohl so was wie "monarchische Oligarchie. Sicherlich kein Traumzustand aus unserer Sicht. Aber Du kommst damit bei den Gegenspielern des Iran an? Wo ein Mensch (der Revolutionsführer) alleine die Mitglieder des Gremiums bestimmt welches bei Amtsbewerben über deren Wählbarkeit abstimmt? Und diese in der deutlich überwiegenden Zahl der Fälle schlicht ablehnt weil die Bewerber politische nicht genehm erscheinen? Und was soll das mit Demokratie zu tun haben??? Richtig, gar nichts ausser die Hülle, und die korrekte Bezeichnung im Falle des Iran ist daher "Theokratie".

Diese Macht ist längst nicht mehr so uneingeschränkt wie im vorigen Jahrtausend. Es brodelt im Iran. Die Leute sind unzufrieden.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon tabernakel » Mo 17. Sep 2018, 18:48

Alter Stubentiger hat geschrieben:(17 Sep 2018, 16:34) Diese Macht ist längst nicht mehr so uneingeschränkt wie im vorigen Jahrtausend.
Da die Gesetzte dazu die gleichen wie im letzten Jahrtausend sind, ist auch die Macht des "Revolutionsführers" die gleiche wie im letzten Jahrtausend.

Alter Stubentiger hat geschrieben: Es brodelt im Iran. Die Leute sind unzufrieden.
Das ist denke ich korrekt beobachtet. Nur was ändert das? Gar nichts. Die Leute im Deutschen Kaiserreich waren auch oft unzufrieden Ende des 19. Jahrhunderts, und die durften auch Wählen. Trotzdem hat der Kaiser nach Gutdünken ihm genehme Regierungen ein- und abgesetzt, und dann den 1. Weltkrieg eröffnet. Und was bekamen wir danach? Richtig, die Weimarer Republik, also den ersten Deutschen Gehversuch in richtiger Demokratie ... bis die Leute Hitler fast die absolute Mehrheit bescherten, und der sich dann die Macht sicherte.

Im Iran passiert ganz ähnliches. Der Revolutionsführer lässt das Kontingent der Amtsbewerber weiterhin auf diejenigen einschränken die ihm genehm sind - sozusagen der erste Wahlgang, mit effektiv einem einzigen Wahlberechtigten. Das Eindampfen kann u.U. auch den aktuellen Amtsinhaber betreffen - 2012 wurden z.B. die Verbündeten von Präsident Ahmadineschad schlicht von der Wahl ausgeschlossen - nicht etwa weil jener Ahmadineschad ein völlig derangierter Fundamentalist war, sondern weil er bei einigen theologischen Fragen mit Chamene’i kollidierte. In der Folge trat Ahmadineschad dann 2013 nicht mehr zur Wiederwahl an - es war klar dass auch er ausgeschlossen worden wäre.

Also, WO soll da der Unterschied sein? Und WIE sollen die Bürger im Iran angesichts der Iranische Revolutionsgarde (die aus meiner Sicht so etwas wie die SA/SS im dritten Reich darstellt) daran irgendwas ändern können?
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 17. Sep 2018, 20:06

tabernakel hat geschrieben:(17 Sep 2018, 19:48)

Da die Gesetzte dazu die gleichen wie im letzten Jahrtausend sind, ist auch die Macht des "Revolutionsführers" die gleiche wie im letzten Jahrtausend.

Das ist denke ich korrekt beobachtet. Nur was ändert das? Gar nichts. Die Leute im Deutschen Kaiserreich waren auch oft unzufrieden Ende des 19. Jahrhunderts, und die durften auch Wählen. Trotzdem hat der Kaiser nach Gutdünken ihm genehme Regierungen ein- und abgesetzt, und dann den 1. Weltkrieg eröffnet. Und was bekamen wir danach? Richtig, die Weimarer Republik, also den ersten Deutschen Gehversuch in richtiger Demokratie ... bis die Leute Hitler fast die absolute Mehrheit bescherten, und der sich dann die Macht sicherte.

Im Iran passiert ganz ähnliches. Der Revolutionsführer lässt das Kontingent der Amtsbewerber weiterhin auf diejenigen einschränken die ihm genehm sind - sozusagen der erste Wahlgang, mit effektiv einem einzigen Wahlberechtigten. Das Eindampfen kann u.U. auch den aktuellen Amtsinhaber betreffen - 2012 wurden z.B. die Verbündeten von Präsident Ahmadineschad schlicht von der Wahl ausgeschlossen - nicht etwa weil jener Ahmadineschad ein völlig derangierter Fundamentalist war, sondern weil er bei einigen theologischen Fragen mit Chamene’i kollidierte. In der Folge trat Ahmadineschad dann 2013 nicht mehr zur Wiederwahl an - es war klar dass auch er ausgeschlossen worden wäre.

Also, WO soll da der Unterschied sein? Und WIE sollen die Bürger im Iran angesichts der Iranische Revolutionsgarde (die aus meiner Sicht so etwas wie die SA/SS im dritten Reich darstellt) daran irgendwas ändern können?


Das Volk hat schon so einiges erreicht was aber von einigen nicht richtig eingeordnet wird. Die Folgen wirst du sehen wenn die weitere Isolierung des Iran erst so richtig greift.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon tabernakel » Mo 17. Sep 2018, 21:40

Alter Stubentiger hat geschrieben:(17 Sep 2018, 21:06) Das Volk hat schon so einiges erreicht was aber von einigen nicht richtig eingeordnet wird. Die Folgen wirst du sehen wenn die weitere Isolierung des Iran erst so richtig greift.
Sorry, aber das ist schlicht und ergreifend Wishful Thinking. Das Volk im Iran hat genau gar nichts erreicht, das ist alles nichts anderes als Kosmetik. Ja sie dürfen protestieren - warum auch nicht, die Revolution basierte darauf, und da kann der totalitäre Staatsapparat wunderbar sehen wer gegen ihn ist - und diese dann verschwinden lassen. Und wenn zu viel protestiert wird dann rückt halt die Revolutionsgarde an. Der Iran ist meilenweit von der Demokratie entfernt, denn die Trennung von Staat und Kirche sowie Gewaltenteilung ist dafür schlicht Grundvoraussetzung. Genauso vielleicht wie die hiesige Erfahrung der Bürger wohin militärischer Grössenwahn führt.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 18. Sep 2018, 08:28

tabernakel hat geschrieben:(17 Sep 2018, 22:40)

Sorry, aber das ist schlicht und ergreifend Wishful Thinking. Das Volk im Iran hat genau gar nichts erreicht, das ist alles nichts anderes als Kosmetik. Ja sie dürfen protestieren - warum auch nicht, die Revolution basierte darauf, und da kann der totalitäre Staatsapparat wunderbar sehen wer gegen ihn ist - und diese dann verschwinden lassen. Und wenn zu viel protestiert wird dann rückt halt die Revolutionsgarde an. Der Iran ist meilenweit von der Demokratie entfernt, denn die Trennung von Staat und Kirche sowie Gewaltenteilung ist dafür schlicht Grundvoraussetzung. Genauso vielleicht wie die hiesige Erfahrung der Bürger wohin militärischer Grössenwahn führt.

Ich sags ja. Du kannst die Dinge nicht richtig einordnen. Das Regime kann nicht mehr so agieren. Und die Proteste die du als üblich einschätzt haben das Regime erschüttert und sind auch jetzt noch ein Grund dafür warum man den Atomdeal nicht sterben lassen will.

Von den arabischen Ländern eine Demokratie wie in der BRD oder Frankreich zu erwarten ist sowieso illusorisch. Unsere lieben Verbündeten, die Saudis, haben die ja auch nicht.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon tabernakel » Di 18. Sep 2018, 08:54

Alter Stubentiger hat geschrieben:(18 Sep 2018, 09:28) Ich sags ja. Du kannst die Dinge nicht richtig einordnen. Das Regime kann nicht mehr so agieren. Und die Proteste die du als üblich einschätzt haben das Regime erschüttert und sind auch jetzt noch ein Grund dafür warum man den Atomdeal nicht sterben lassen will.
ich denke das mit dem "Du kannst die Dinge nicht richtig einordnen" gilt in diesem Fall schlicht vor allem anderen für Dich selbst. Denn das Iranische Regime braucht für die Innenpolitik mit Sicherheit keine Atomwaffen, dafür reicht die Iranische Justiz (welche politische Gegner zu zehntausenden hat hinrichten lassen) in Verbindung mit den ca. 125000 Mann der Iranischen Revolutionsgarde locker:
Iranische Revolutionsgarde - Bedeutung für die Politik Die militärische Aufgabe, die der Revolutionsgarde übertragen wurde, wechselte nach dem Ersten Golfkrieg. Heute obliegt der Garde u. a. die Aufgabe, mögliche gegnerische politische Gruppen zu bekämpfen. Im Kabinett von Präsident Mahmud Ahmadinedschad waren 13 der 21 Ministerposten mit ehemaligen Kommandanten der Revolutionsgarde besetzt, dazu gehörte auch das Geheimdienstministerium.


Alter Stubentiger hat geschrieben: Von den arabischen Ländern eine Demokratie wie in der BRD oder Frankreich zu erwarten ist sowieso illusorisch. Unsere lieben Verbündeten, die Saudis, haben die ja auch nicht.
Das siehst Du denke ich richtig, und ich erwarte dies in der Tat nicht, weil ich weiss dass die Gegend für Demokratie nicht wirklich bereit ist - hat bei uns ja auch Jahrhunderte und zwei Weltkriegs-Katastrophen gebraucht bis es mit der Demokratie geklappt hat. Was ich allerdings deshalb noch lange nicht durchgehen lasse ist dass eine Theokratie an Atomwaffen bastelt, und gleichzeitig durch Waffenlieferungen an Paramilitärs eine komplette Weltregion mit Terror und Revolutionen überzieht. Und ich bin schlicht nicht blauäugig genug mir auch noch einzureden das wäre innenpolitisch motiviert, nur weil der Revolutionsführer mal auszuprobieren geneigt war einen für den Westen "netter" erscheinenden Präsidenten zuzulassen.

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