Nachrichten aus dem Iran.

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King Kong 2006
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon King Kong 2006 » Di 26. Jan 2016, 15:06

Platon hat geschrieben:Das was der Iran durch den Vertrag erreicht hat, ist die Erlaubnis der USA die Kernenergie friedlich unter Aufsicht der IAEA zu nutzen.


Das ist meiner Meinung nach der Präzedenzfall, wenn es einen geben sollte. Die USA haben klar gemacht, daß jeder Staat, der nicht in der Gang der USA ist Probleme bekommt. Jenseits irgendeiner Frage von "gut" oder "böse". Der Iran hat die "Erlaubnis" der USA bekommen. Sehr großzügig. Aber so ähnlich verhält es sich. Alles hat seinen Preis. Den mußte der Iran bezahlen und den bezahlt auch die USA.
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JJazzGold
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon JJazzGold » Di 26. Jan 2016, 15:13

Platon hat geschrieben:(26 Jan 2016, 13:10)

Das was der Iran durch den Vertrag erreicht hat, ist die Erlaubnis der USA die Kernenergie friedlich unter Aufsicht der IAEA zu nutzen. Jedes andere Land kann und darf das auch, die Iraner haben nichts gewonnen, was ihnen nicht ohnehin vertraglich zugesichert ist. Es ging lediglich darum Bedenken auszuräumen, dass sie gegen vertragliche Bestimmungen zu verstoßen und die USA haben durch die Sanktionen erzwungen, dass dieser Nachweis ausführlich geführt wird. Es gibt kein iranisches Sonderrecht, sondern es ging immer nur darum den sicheren Nachweis zu führen, dass die Kernkraft im Iran auch wirklich nur zivil genutzt wird. Das es dem Iran aber prinzipiell zusteht ein Atomprogramm zu betreiben ist Bestandteil des Vertrages zur Nichtverbreitung von Atomwaffen, da gibt es nichts zu diskutieren.

Und es sollen ja in den nächsten Jahrzehnten zahlreiche Kernkraftwerke in der Region entstehen, in Ägypten, Jordanien, Saudi Arabien und in der Türkei, wo die Kernkraft bereits seit Jahrzehnten genutzt wird. Pakistan natürlich auch. Die zivile Nutzung der Kernkraft im Iran ist eigentlich überhaupt nicht ungewöhnlich, die zivile Nutzung der Kernkraft wird im Nahen und Mittleren Osten mittelfristig zur Normalität werden. Es ging immer nur um die Frage der Transparenz des Programms, die es herzustellen galt und das ist ja passiert. Der Iran hat auf Bedenken reagiert, für die es gut Gründe gab, indem er sein Programm eingeschränkt und uneingeschränkt unabhängige Kontrollen zuließ. Da wo er sich selbst kontrollieren darf, betrifft übrigens so weit ich weiß lediglich eine militärische Anlage, in der in der Vergangenheit Tests durchgeführt wurden, die auf eine militärische Nutzung hindeuten, es geht da nicht um das laufende Atomprogramm. Dort wird jeder Schritt unabhängig überwacht. Damit ist die Transparenz hergestellt und die Bedenken ausgeräumt.

Wenn Saudi Arabien öffentlich verkündet nicht nur Kernkraftwerke betreiben zu wollen, was sie schon länger angekündigt haben sondern auch Atomwaffen zu bauen, dann verkünden sie damit de facto den Austritt aus dem Vertrag zur Ausbreitung von Nuklearwaffen und würden sich in die Runde von Israel, Südsudan, Indien und Pakistan gesellen die den Vertrag ebenfalls nicht unterschrieben haben. Damit hat sich das Thema Kontrollen der IAEA ohnehin erledigt, das ist ein Schritt den die Iraner nie gegangen sind und wohl auch nie gegangen wären.



Der Iran hatte im Zuge seiner Unterschrift unter den Atomwaffensperrvertrag jederzeit die Möglichkeit Kernenergie friedlich zu nutzen. Dazu hätte es keines gesonderten Vertrags benötigt. Als notwendig sah man, in diesem Fall nicht nur die USA, einen erneuten Vertrag, weil der Iran in Form seines religiös-politischen Führungspersonals glaubhaft vermittelte, Nuklearwaffen zu bauen. De facto hatte sich der Iran damit aus dem Atomwaffensperrvertrag verabschiedet. Weshalb man ihn dann nicht aufforderte, diesen wieder zu unterschreiben und entsprechend der dort niedergeschriebenen Regelung Kontrollen zuzulassen, erschließt sich mir nicht. Ebenso wenig Verständnis bringe ich der gestatteten Eigenkontrolle entgegen, entweder ganz oder gar nicht.

Insofern steht jedem Staat, der einst den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnete, bei Bedarf eine ähnliche Strategie zu, die, wie man sieht, Milliarden zum Wiederaufbau generiert, man muss ja nicht so lange zucken, wie der Iran. Milliarden, die Saudi Arabien nicht benötigt, wohl aber der eine oder andere Staat, der einst ebenfalls den Atomwaffensperrvertrag unterschrieb. Der muss öffentlich nur glaubhaft genug darstellen können, unter anderen mittels Aussperrung der IAEA Inspektoren, in der Lage und willens zu sein, Nuklearwaffen zu produzieren, wie es dem Iran gelang, siehe IAEA Bericht 2011.

Was sollte ergo andere Staaten daran hindern, sich einer ähnlichen Strategie zu bedienen?

Was Saudi-Arabien betrifft, das spielte angesichts der Machtverhältnisse arabische Staaten versus Perser, schon länger mit dem Kauf, oder der Produktion von Nuklearwaffen, angeheizt u.a. durch das iranische Gebahren.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon King Kong 2006 » Di 26. Jan 2016, 15:29

JJazzGold hat geschrieben:(26 Jan 2016, 15:13)

Der Iran hatte im Zuge seiner Unterschrift unter den Atomwaffensperrvertrag jederzeit die Möglichkeit Kernenergie friedlich zu nutzen. Dazu hätte es keines gesonderten Vertrags benötigt. Als notwendig sah man, in diesem Fall nicht nur die USA, einen erneuten Vertrag, weil der Iran in Form seines religiös-politischen Führungspersonals glaubhaft vermittelte, Nuklearwaffen zu bauen. De facto hatte sich der Iran damit aus dem Atomwaffensperrvertrag verabschiedet. Weshalb man ihn dann nicht aufforderte, diesen wieder zu unterschreiben und entsprechend der dort niedergeschriebenen Regelung Kontrollen zuzulassen, erschließt sich mir nicht. Ebenso wenig Verständnis bringe ich der gestatteten Eigenkontrolle entgegen, entweder ganz oder gar nicht.

Insofern steht jedem Staat, der einst den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnete, bei Bedarf eine ähnliche Strategie zu, die, wie man sieht, Milliarden zum Wiederaufbau generiert, man muss ja nicht so lange zucken, wie der Iran. Milliarden, die Saudi Arabien nicht benötigt, wohl aber der eine oder andere Staat, der einst ebenfalls den Atomwaffensperrvertrag unterschrieb. Der muss öffentlich nur glaubhaft genug darstellen können, unter anderen mittels Aussperrung der IAEA Inspektoren, in der Lage und willens zu sein, Nuklearwaffen zu produzieren, wie es dem Iran gelang, siehe IAEA Bericht 2011.

Was sollte ergo andere Staaten daran hindern, sich einer ähnlichen Strategie zu bedienen?

Was Saudi-Arabien betrifft, das spielte angesichts der Machtverhältnisse arabische Staaten versus Perser, schon länger mit dem Kauf, oder der Produktion von Nuklearwaffen, angeheizt u.a. durch das iranische Gebahren.


Platon hat es eigentlich gut zusammengefasst. Es gibt keinen Präzedenzfall Iran. Es gibt auch keine Extrawurst für den Iran. Höchstens in dem Falle, daß die USA im Falle Iran ein riesiges Spektakel gemacht haben. Und im Falle anderer - befreundeter - Staaten nicht.

Der Iran ist umgeben von Atommächten.

Indien, China, Russland, US-Kernwaffen auf dem Wasser, in der Türkei, saudisch-pakistanisches Atomwaffenarsenal. Laut Washington, Internationaler Atomenergiebehörde und Teheran gibt es kein iranisches Atomwaffenprogramm und keine iranische Atomwaffen. "Nur" haufenweise davon in seiner Nachbarschaft. Massenvernichtungswaffen. Im übrigen ist der Iran das einzige Land der Region, das mit diesen massiv angegriffen wurde. Es versteht sich, daß dies seinerzeit weiterhin unterstützt wurde (Saddam) und dem Iran in keinster Weise beigesprungen wurde. Auch wird weder Pakistan, Israel, Saudi-Arabien oder Indien massiver Druck gemacht irgendwelchen Vertragswerken beizutreten. Nicht mal sanktioniert, im Gegenteil, es gibt sogar gute Geschäfte und Unterstützung. Das sind Präzedenzfälle. Was soll uns das sagen? Und anderen Staaten?

Wer soll sich denn bemüßigt fühlen nachzurüsten? Afghanistan? Der IS? Wie soll das gehen. Und weshalb? Du darfst nicht immer nur den Iran sehen. Der Iran ist das einzige große Land dort, das weder eine nukleare Teilhabe, noch eigene Atomwaffen besitzt. Der einzige. Und das mit der Geschichte hinsichtlich dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen sich.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon JJazzGold » Di 26. Jan 2016, 15:43

King Kong 2006 hat geschrieben:(26 Jan 2016, 15:29)

Platon hat es eigentlich gut zusammengefasst. Es gibt keinen Präzedenzfall Iran. Es gibt auch keine Extrawurst für den Iran. Höchstens in dem Falle, daß die USA im Falle Iran ein riesiges Spektakel gemacht haben. Und im Falle anderer - befreundeter - Staaten nicht.

Der Iran ist umgeben von Atommächten.

Indien, China, Russland, US-Kernwaffen auf dem Wasser, in der Türkei, saudisch-pakistanisches Atomwaffenarsenal. Laut Washington, Internationaler Atomenergiebehörde und Teheran gibt es kein iranisches Atomwaffenprogramm und keine iranische Atomwaffen. "Nur" haufenweise davon in seiner Nachbarschaft. Massenvernichtungswaffen. Im übrigen ist der Iran das einzige Land der Region, das mit diesen massiv angegriffen wurde. Es versteht sich, daß dies seinerzeit weiterhin unterstützt wurde (Saddam) und dem Iran in keinster Weise beigesprungen wurde. Auch wird weder Pakistan, Israel, Saudi-Arabien oder Indien massiver Druck gemacht irgendwelchen Vertragswerken beizutreten. Nicht mal sanktioniert, im Gegenteil, es gibt sogar gute Geschäfte und Unterstützung. Das sind Präzedenzfälle. Was soll uns das sagen? Und anderen Staaten?

Wer soll sich denn bemüßigt fühlen nachzurüsten? Afghanistan? Der IS? Wie soll das gehen. Und weshalb? Du darfst nicht immer nur den Iran sehen. Der Iran ist das einzige große Land dort, das weder eine nukleare Teilhabe, noch eigene Atomwaffen besitzt. Der einzige. Und das mit der Geschichte hinsichtlich dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen sich.


Ich formuliere in einfachen Fragen, in welchem Artikel hat der Atomwaffensperrvertrag dem Iran, seinem Unterzeichner, die friedliche Nutzung von Kernenergie untersagt?
Weshalb war ergo neben dem Atomwaffensperrvertrag ein Zusatzvertrag, oder meinetwegen auch ein Neuvertrag notwendig?

Weshalb deutete der Iran in Form seines religiös-politischen Führungspersonals über Jahre regelmäßig öffentlich an, in der Lage zu sein Nuklearwaffen produzieren zu können und katapultierte sich damit aus dem Atomwaffensperrvertrag?

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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon King Kong 2006 » Di 26. Jan 2016, 15:54

JJazzGold hat geschrieben:(26 Jan 2016, 15:43)

Ich formuliere in einfachen Fragen, in welchem Artikel hat der Atomwaffensperrvertrag dem Iran, seinem Unterzeichner, die friedliche Nutzung von Kernenergie untersagt?
Weshalb war ergo neben dem Atomwaffensperrvertrag ein Zusatzvertrag, oder meinetwegen auch ein Neuvertrag notwendig?

Weshalb deutete der Iran in Form seines religiös-politischen Führungspersonals über Jahre regelmäßig öffentlich an, in der Lage zu sein Nuklearwaffen produzieren zu können und katapultierte sich damit aus dem Atomwaffensperrvertrag?



Die Frage stellt man sich im Iran wohl auch. Da mußt du die USA fragen, weshalb die Instrumentalisierung des alten Atomvertrages solche Bahnen nehmen muß. Im übrigen fand man auch vertragliche Werke und Umgangsmodi im Falle Brasiliens. Sie wollten überhaupt nicht, daß man ihre Zentrifugen zu Gesicht bekommt. Man hat es in Sonderverhandlungen geregelt. Das ist Gang und Gäbe. Aus propagandistischen Gründen wird das im Falle Irans hochgejubelt. Das wird sich aber legen.

Wieso katapultiert man sich aus einem Atomwaffensperrvertrag, wenn man technisch in der Lage ist waffenfähiges Uran produzieren zu können? Das kann auch die Niederlande. Es ist eher andersherum. Die Aussage, daß man Atomwaffen bauen könne, es aber nicht tat, sollte eher aus Sicht Teherans darlegen, wie verrückt die Situation ist. Man hätte längst Waffen bauen und einsetzen können. Wenn man gewollte hätte. Tut man aber nicht.

Im übrigen kann der Iran weiterhin Atomwaffen bei bedarf bauen. Nur eben nicht in binnen 1-2 Monaten wie bisher. Das wird der Iran auch nicht verlieren. Genausowenig wie Japan, Brasilien, Deutschland, die Niederlande, Südkorea, Argentinien...
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon JJazzGold » Di 26. Jan 2016, 16:08

King Kong 2006 hat geschrieben:(26 Jan 2016, 15:54)

Die Frage stellt man sich im Iran wohl auch. Da mußt du die USA fragen, weshalb die Instrumentalisierung des alten Atomvertrages solche Bahnen nehmen muß. Im übrigen fand man auch vertragliche Werke und Umgangsmodi im Falle Brasiliens. Sie wollten überhaupt nicht, daß man ihre Zentrifugen zu Gesicht bekommt. Man hat es in Sonderverhandlungen geregelt. Das ist Gang und Gäbe. Aus propagandistischen Gründen wird das im Falle Irans hochgejubelt. Das wird sich aber legen.

Wieso katapultiert man sich aus einem Atomwaffensperrvertrag, wenn man technisch in der Lage ist waffenfähiges Uran produzieren zu können? Das kann auch die Niederlande. Es ist eher andersherum. Die Aussage, daß man Atomwaffen bauen könne, es aber nicht tat, sollte eher aus Sicht Teherans darlegen, wie verrückt die Situation ist. Man hätte längst Waffen bauen und einsetzen können. Wenn man gewollte hätte. Tut man aber nicht.

Im übrigen kann der Iran weiterhin Atomwaffen bei bedarf bauen. Nur eben nicht in binnen 1-2 Monaten wie bisher. Das wird der Iran auch nicht verlieren. Genausowenig wie Japan, Brasilien, Deutschland, die Niederlande, Südkorea, Argentinien...


Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich das der Iran auch fragt. Nicht nach den vorhergehenden Andeutungen, Aussagen und Aktionen der iranischen Führung.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Platon » Fr 26. Feb 2016, 11:43

Da nächste Woche in den USA Super Tuesday ist, ist heute im Iran Super Friday. Es werden Parlament und Expertenrat gewählt.

Es gibt aktuell in der iranischen Politik zwei "Lager", die überaus Konservativen zusammen mit den pro-Revolutionsgarden gegen eine Koalition aus gemäßigt Konservativen, Moderaten und Reformern. Wobei beide Lager nicht scharf zu trennen sind, weil Entscheidungsprozesse im Iran häufig eher informell stattfinden und es auch Leute gibt die gute Beziehungen zu den führenden Köpfen beider Lager haben.
Die Wahlen heute sind von Bedeutung, weil das Parlament ein Blockade-Instrument gegen den Moderat-konservativen Präsidenten Rohani sein kann, ebenso wird erwartet, dass der heute zu wählende Expertenrat irgendwann den Nachfolger des Revolutionsführers Khamenei bestimmt. Dabei ist vor allem ausschlaggebend, dass bestimmte Personen in den Expertenrat kommen könnten, während andere es möglicherweise nicht werden. Denn eine solche Wahl würde wieder eher informell ablaufen und wenn Führungsfiguren der Moderaten wie Rafsanjani dann vor Ort sind und solche der Ultra-Konservativen wie Mesbah-Yazdi nicht, dann kann das Einfluss auf die am Ende zu treffende Wahl haben. Sofern es überhaupt eine echte Wahl gibt und nicht Khamenei seinen Nachfolger vor seinem Tod bestimmt hat.

Heute werden also die Machtverhältnisse von Netzwerken und Persönlichkeiten innerhalb des Systems der islamischen Republik neu austariert und es ist eine sehr hohe Wahlbeteilligung zu erwarten, da selbst viele oppositionelle Gruppen nicht zum Wahlboykott aufgerufen haben, wohl um den Unterstützern von Präsident Rohani ein starkes Ergebnis zu ermöglichen.
Von daher darf man eigentlich davon ausgehen, dass die gemäßigten Kandidaten - wo sie denn antreten dürfen - im Normalfall auch gewählt werden.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Platon » Fr 26. Feb 2016, 15:15

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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Platon » Fr 26. Feb 2016, 22:37

Es sieht nach einer hohen Wahlbeteiligung aus. Nun muss man die Ergebnisse abwarten.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 26. Feb 2016, 22:53

Aufgrund der hohen Wahlbeteiligung wurde die Zeit für die Stimmabgabe verlängert.

Parlamentswahlen: Iranische Regierung meldet hohe Wahlbeteiligung

Die Parlamentswahl im Iran ist wegen großen Andrangs um sechs Stunden verlängert worden. Nach dem Ende der Wahl sprach das Innenministerium von einer hohen Beteiligung ohne Zwischenfälle.

Wahlberechtigt sind fast 55 Millionen Bürger landesweit, darunter 8,5 Millionen in der Hauptstadt Teheran. Das Ministerium rechnet für Samstag mit ersten belastbaren Ergebnissen. Allerdings könne es wegen der Doppelwahl auch Verzögerungen geben.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 79632.html
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Platon » Sa 27. Feb 2016, 11:19

AP berichtet, dass Reformer und Moderaten ein gutes Ergebnis haben und "in Führung" sind, auf FarsNews steht, dass die Prinzipialisten/Nicht-Reformer 60% und die Refomer 30% bei den Parlamentswahlen erhalten haben. Die restlichen gelten als "Unabhängige", welche allerdings eher den Prinzipialisten zuzurechnen sind. Die Frage ist am Ende also wer alles bei den Prinzipialisten als gemäßigt zu gelten hat und wer nicht. Denn "Reformer/Islahtalab" ist eine Bezeichnung die auf Rohani z.B. nicht zutrifft. Es sind dazu nur vorläufige Ergebnisse.
Englisch, Reformer haben gewonnen:
http://www.nytimes.com/aponline/2016/02 ... share&_r=0
Persisch, Prinzipialisten haben gewonnen:
http://www.farsnews.com/newstext.php?nn=13941208000191
http://www.mehrnews.com/news/3567071/%D ... 9%87%D8%A7
http://www.farsnews.com/newstext.php?nn=13941207001732 (Reformer: blau, Prinzipialisten: gelb, Rohani-Moderate lila)
Die Auszählung soll 3 Tage dauern.
http://www.mehrnews.com/news/3567635/%D ... 9%86%D8%AF
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Platon » Sa 27. Feb 2016, 11:47

Man muss dazu sagen, dass bei einigen Wahlkreisen noch nicht fertig ausgezählt ist und es in manchen auch eine zweite Runde geben wird, weil keiner der Kandidaten die erforderlichen Stimmen erhalten hat, es kann also durchaus noch Veränderungen geben.
http://www.mehrnews.com/news/3566764/%D ... 8%B3%DB%8C (rot=Prinzipialisten, blau=Reformer, grün=unabhängige, die Spalte ganz links zeigt an, dass es eine zweite Runde gibt)
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Platon » Sa 27. Feb 2016, 13:50

Beim Expertenrat zeichnet sich ab, dass es keine Überraschungen geben wird. Sowohl die Köpfe der Moderaten wie Rafsanjani und Rohani, beide führen die Liste an, als auch der Konservativen und Ultra-Konservativen wie Jannati und Mesbah Yazdi (der aber bisher am letzten Platz) haben es "geschafft". Sie alle sind im Wahlkreis Teheran angetreten. Wichtig ist aber erstmal, dass offenbar keine Wahlfälschung stattfindet um Rohani und Rafsanjani doch noch aus dem Gremium zu entfernen.
http://www.farsnews.com/newstext.php?nn=13941208000143
http://www.farsnews.com/newstext.php?nn=13941207001773
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Platon » Sa 27. Feb 2016, 13:56

Das ist der Stand, wie er auch aus den persisch-sprachigen Artikeln der IRI-Medien hervorgeht.

Iranians are awaiting the results of Friday elections for parliament and a body which is tasked with appointing the Leader and monitoring his performance as vote counting began.

Interior Ministry said on Saturday around 60 percent of voters cast ballots in the elections after voting hours were extended five times for a total of six extra hours to allow millions of latecomers to participate.

At least 33 million out of 55 million eligible voters took part in polls for the parliament and the Assembly of Experts, ministry spokesman Hossein-Ali Amiri said.

The numbers will increase as not all ballots have been counted, he added.

President Hassan Rouhani hailed the voter turnout as he held talks with Swiss President Johann Schneider-Ammann in Tehran about developing new relations.

“People’s participation was enthusiastic, lively and exceptionally glorious. The congestion of the crowd was so high that the elections lasted until midnight,” he said during a joint news conference in Tehran.

Three million first-time voters were among the 55 million people aged 18 and over who are eligible to cast ballots in the country of 80 million.

Members of parliament generally break into two main blocs, those who support a reformist agenda and those who call themselves principlists.

Early results showed reformists faring better than expected while principlists prevailed in some constituencies. In the central Isfahan province, principlists won almost all the seats as they did in the southern Khuzestan province.

The Fars news agency, citing unofficial results, said about 60 percent of "definite entrants" into the 290-seat Majlis so far were priniciplists.

“Also, about 30 percent of the elected are reformists and moderates, while the rest are independents most of whom are inclined to the principlists,” it added.

The results in Tehran, the bellwether of Iran's political scene, were not known yet.

In the capital, reformists are vying for seats under the leadership of Mohammed Reza Aref, a former vice president, while the main principlist faction in the elections is headed by Gholamali Hadad Adel, a former parliament speaker.

A second round will be held in a number of cities for seats where no candidate received more than 25 percent of votes.

On Friday, voters also cast their ballots for those running for the 88-member Assembly of Experts.

Fars said former president Akbar Hashemi Rafsanjani and President Hassan Rouhani were leading the polls in Tehran, but the candidates supported by the principlist camp were ahead in general.

Rouhani is seeking re-election in the Assembly of Experts where 161 others are running for seats.

Members of the assembly serve eight-year terms while MPs are elected every four years.

http://presstv.ir/Detail/2016/02/27/452 ... ry-turnout
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Platon » So 28. Feb 2016, 12:07

Die Doppelte Berichterstattung geht weiter. Auf Deutsch:
Schlappe für Hardliner in Teheran
Irans Hardliner werden abgestraft

Iran:
Principlists lead votes countrywide, reformists win Tehran

Es sieht danach aus, als wenn die Reformer ein starkes Ergebnis erreichen, vor allem in Teheran. Das hatte sich dort bereits angedeutet, weil man auf Twitter von langen Schlangen in Wahlkabinen im Norden aber leeren Wahlkabinen im Süden hören durfte. Aber sieht danach aus, als wenn die Konservativen Gegner von Rohani weiterhin eine Mehrheit im Parlament haben werden. Im Expertenrat sowieso, dort wurden ja kaum Reformer und Gemäßigte zur Wahl zugelassen.

Aber das kann sich durchaus noch verschieben, je nachdem wer alles in der zweiten Runde gewählt wird. Alles in allem kann man aber schon sagen, dass es diesmal keine offensichtliche Wahlfälschung gegeben hat und daher auch keine Proteste oder Ähnliches zu erwarten sind.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Platon » So 28. Feb 2016, 12:20

Es bleibt abzuwarten wie diese Achtungserfolge der Unterstützer von Rohani auf die Innenpolitik der folgenden Jahre auswirken, denn das hier glaube ich kaum:
[...] Gewählt wurde neben dem Parlament auch der Expertenrat, der im Falle des Todes des geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Chamenei dessen Nachfolger wählen würde. Auch hier liegen die beiden Spitzenkandidaten der Reformer klar vor den Hardlinern. Nach Mitteilung des Innenministeriums führen der ehemalige Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani und Präsident Rohani in der Liste für die Hauptstadt Teheran.

Das Top-Trio der Hardliner mit den Ajatollahs Ahmad Dschannati, Mohammed Jasdi und Mesbah Jasdi liege abgeschlagen auf den Plätzen 10, 12 und 16. Diese kommen zwar mit ihrer jetziger Platzierung in den Rat, hätten aber nur noch wenig Einfluss. In Teheran werden 16 Kleriker für den Expertenrat gewählt, der für die Ernennung des obersten Führers des Staates zuständig ist. Der Rat mit 88 Mitgliedern befasst sich zwar nicht mit aktuellen politischen Themen, aber ein Sieg von Rafsandschani und Rohani würde den Einfluss des erzkonservativen Klerus im Lande deutlich schmälern. Die Mandate im Parlament werden für vier Jahre vergeben, die Mandate im Expertenrat für acht Jahre.[...]

http://www.dw.com/de/pleite-f%C3%BCr-ha ... a-19079995

Es geht bei diesen Entscheidungsprozessen nicht um Wählerstimmen sondern um informellen Einfluss und Charisma innerhalb der regierenden Elite und da sind Rafsanjani und Rohani natürlich nicht schlecht, aber auch nicht derart überragend wie einen das Wahlergebnis glauben lassen könnte.
Ich vermute eher, dass es eine Machtteilung zwischen Konservativen und Reformern/Gemäßigten auf Augenhöhe geben wird und das eine Lager ohne das Andere nichts zustande bringt. Ein solcher neuer IRI-Mainstream, welcher "radikale" Reformer, die im Endeffekt Säkularisten sind, ebenso an den Rand drängt wie radikale Konservative, die am Ende einen Führerstaat ohne Demokratie wollen, dürfte im Sinne Rohanis sein und könnte für die politische Stabilität sorgen die von ausländischen Investoren gewünscht und im Falle eines Machtübergangs von Khamenei zu einem Nachfolger oder einem Nachfolgergremium (bestehend aus 3 Revolutionsführern) im Sinne des Systems wäre.

Die spannendsten Auseinandersetzungen dürften sich demnächst an symbolträchtigen aber eigentlich unbedeutenden Sachen entzünden, wie die Freilassung der Führer der grünen Bewegung 2009 Mussawi und Karroubi. Für die Anhänger der Reformer eine wichtige Forderung, weil sie die Schmach von 2009 nicht vergessen haben, für die Konservativen eigentlich ein rotes Tuch, da sie beide für Konterrevolutionäre halten.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon JJazzGold » Do 10. Mär 2016, 11:33

Welch' "wundervolle, hoffnungsspende, den Nahen Osten mit Sicherheit stabilisierende" Nachrichten aus dem Iran. Zynismus off.



Das iranische Militär hat zwei ballistische Langstreckenraketen offenbar erfolgreich getestet. Das Programm soll sich dabei gegen den "Feind, das zionistische Regime" richten, wie ein Sprecher des Militärs bekanntgab. Es seien Ziele in rund 1400 Kilometern Entfernung getroffen und zerstört worden.
Im Rahmen eines Manövers hat das iranische Militär erneut zwei ballistische Raketen abgefeuert. Es habe sich um Langstreckengeschosse gehandelt, berichteten amtliche Medien am Mittwoch unter Berufung auf den stellvertretenden Kommandeur der Revolutionsgarden, General Hossein Salami.
"Abschreckungspotenzial"
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll sich das Raketenprogramm gegen Israel richten: "Wir haben unsere Raketen mit einer Reichweite von 2000 Kilometern gebaut, um unseren Feind, das zionistische Regime, aus einer sicheren Entfernung treffen zu können", wie die Agentur Isna Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh zitiert. Bei den Raketentests hätte man Ziele in rund 1400 Kilometern Entfernung getroffen und zerstört.

http://www.focus.de/politik/ausland/drohung-an-israel-iranisches-militaer-testet-zwei-weitere-ballistische-langstreckenraketen_id_5345213.html
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon Platon » Mo 28. Mär 2016, 21:33

Werbefilmchen über Iran mit Drohnenaufnahmen in HD.
https://vimeo.com/160626138
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon H2O » Di 29. Mär 2016, 07:37

JJazzGold hat geschrieben:(10 Mar 2016, 11:33)

Welch' "wundervolle, hoffnungsspende, den Nahen Osten mit Sicherheit stabilisierende" Nachrichten aus dem Iran. Zynismus off.



Das iranische Militär hat zwei ballistische Langstreckenraketen offenbar erfolgreich getestet. Das Programm soll sich dabei gegen den "Feind, das zionistische Regime" richten, wie ein Sprecher des Militärs bekanntgab. Es seien Ziele in rund 1400 Kilometern Entfernung getroffen und zerstört worden.
Im Rahmen eines Manövers hat das iranische Militär erneut zwei ballistische Raketen abgefeuert. Es habe sich um Langstreckengeschosse gehandelt, berichteten amtliche Medien am Mittwoch unter Berufung auf den stellvertretenden Kommandeur der Revolutionsgarden, General Hossein Salami.
"Abschreckungspotenzial"
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll sich das Raketenprogramm gegen Israel richten: "Wir haben unsere Raketen mit einer Reichweite von 2000 Kilometern gebaut, um unseren Feind, das zionistische Regime, aus einer sicheren Entfernung treffen zu können", wie die Agentur Isna Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh zitiert. Bei den Raketentests hätte man Ziele in rund 1400 Kilometern Entfernung getroffen und zerstört.

http://www.focus.de/politik/ausland/drohung-an-israel-iranisches-militaer-testet-zwei-weitere-ballistische-langstreckenraketen_id_5345213.html


Was bleibt anderes übrig, als daß friedliche Staaten
eine Zweitschlagskapazität ausbauen, die nach einem
Erstschlag auf das eigene Gebiet einen vernichtenden
Gegenschlag ermöglichen? Vielleicht lässt sich so die
Wahrscheinlichkeit eines Erstschlags auf nahezu Null
vermindern.
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Re: Nachrichten aus dem Iran.

Beitragvon JJazzGold » Di 29. Mär 2016, 08:19

H2O hat geschrieben:(29 Mar 2016, 08:37)

Was bleibt anderes übrig, als daß friedliche Staaten
eine Zweitschlagskapazität ausbauen, die nach einem
Erstschlag auf das eigene Gebiet einen vernichtenden
Gegenschlag ermöglichen? Vielleicht lässt sich so die
Wahrscheinlichkeit eines Erstschlags auf nahezu Null
vermindern.


Das Kontra-Bedrohungspotential in Israel wurde und wird ausgebaut werden. D.h., dass nach dem Iran Deal Gelder und Technologie in beträchtlicher Menge von den USA nach Israel fließen werden, oder wahrscheinlich schon geflossen sind. Den USA ist ebenso wie den anderen Bauleitern des Iran Deals bewusst, dass der Deal nicht das Papier wert ist, auf dem geschrieben wurde. Man mag kurzfristig den Iranern innenpolitisch etwas Luft verschafft haben, außenpolitisch wurde wieder einmal im Nahen Osten gezündelt. Jetzt muss Israel maximal hoch gerüstet werden und über die Aufrüstung Saudi Arabiens als Gegenpol zum Iran im Nahen Osten sollte sich auch niemand mehr echauffieren.
God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
Dinosaurs eat man. Woman inherits the earth.

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