Wie weiter mit Syrien ?

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DarkLightbringer
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 14. Aug 2018, 08:03

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Aug 2018, 13:25)

So stehts in der WELT. In der SZ heißt es dazu:
https://www.sueddeutsche.de/politik/ruestungsgeschaeft-usa-und-saudi-arabien-schliessen-gigantischen-waffendeal-1.3514974. Waffen wohlgemerkt. Nicht Luftfahrt, Öl oder Absichten.

In dem Wörtchen "soll" steckt ja schon die Absichtserklärung. Auch die SZ kann sich nur auf das beziehen, was die US-Regierung verkündet hat.
Ob sich daran das Regime in Teheran erschreckt ? Eher nicht. Vom Jemen aus konnte sogar der Flughafen in Riad mit Raketen beschossen werden.
Was den iranischen Mullahs eher Sorgen bereiten dürfte, das sind die Sanktionen und die eigenen, murrenden Bürger.

Die Waffen-Geschäfte sind 2017 ja erst vereinbart worden. Es ist grundsätzlich einfach nicht glaubbar, dass Kriege durch mehr Waffen beendet oder gelöst werden. Schau dir die historischen Bilanzen des Vietnamkriegs an. Auch noch soviel militärische Überlegenheit hat den USA nix genützt. Die US-Regierungen haben zwei Dinge nicht verstanden oder verstehen wollen: Den innervietnamesischen Konflikt zwischen Nord und Süd. Und den Konflikt dieser US-Regierungen mit der eigenen amerikanischen Bevölkerung. Viel hilft nicht nur nicht viel sondern schadet unter Umständen erheblich.
Und mit Waffendeals wie dem mit Saudi Arabien will Trump seiner Bevölkerung weismachen, dass man ein Uhrwerk am besten mit einer Axt repariert.

Die iranisch-russische Achse glaubt ja offenbar an einen Sieg durch Krieg.
Und anders als in Vietnam damals steht man am Abgrund einer beträchtlichen Ausweitung des Krieges. Israel setzt alles daran, eine Drei-Fronten-Stellung zu vermeiden, Europäer verharren im Appeasement und das aggressive Iran ist in Wallung.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 14. Aug 2018, 08:10

Diese wahnsinnigen Rüstungskäufe des saudischen Herrscherhauses ist quasi Schutzgeld an die USA. Gehört zum Deal. Diese exorbitanten Geschäften haben keinen anderen Sinn. Niemand macht das annähernd in diesen groessenwahnsinngen Ausmaßen. Gegen wen sollen diese Berge an Rüstung sein? Die Sowjetunion?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » Di 14. Aug 2018, 08:31

King Kong 2006 hat geschrieben:(14 Aug 2018, 09:10)

Diese wahnsinnigen Rüstungskäufe des saudischen Herrscherhauses ist quasi Schutzgeld an die USA. Gehört zum Deal. Diese exorbitanten Geschäften haben keinen anderen Sinn. Niemand macht das annähernd in diesen groessenwahnsinngen Ausmaßen. Gegen wen sollen diese Berge an Rüstung sein? Die Sowjetunion?

Es handelt sich hier um eine Konkurrenzsituation, welche Mittelmacht im Nahen und Mittleren Osten bestimmend würde. Saudi-Arabien oder Iran. Und die Türkei möchte da auch mitmischen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 14. Aug 2018, 08:33

King Kong 2006 hat geschrieben:(14 Aug 2018, 09:10)

Diese wahnsinnigen Rüstungskäufe des saudischen Herrscherhauses ist quasi Schutzgeld an die USA. Gehört zum Deal. Diese exorbitanten Geschäften haben keinen anderen Sinn. Niemand macht das annähernd in diesen groessenwahnsinngen Ausmaßen. Gegen wen sollen diese Berge an Rüstung sein? Die Sowjetunion?

Gegen wen braucht es eigentlich die wahnwitzige US-Rüstung? Sicher nicht gegen den Iran oder Syrien.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 14. Aug 2018, 09:40

DarkLightbringer hat geschrieben:(14 Aug 2018, 09:03)
Die iranisch-russische Achse glaubt ja offenbar an einen Sieg durch Krieg.
Und anders als in Vietnam damals steht man am Abgrund einer beträchtlichen Ausweitung des Krieges. Israel setzt alles daran, eine Drei-Fronten-Stellung zu vermeiden, Europäer verharren im Appeasement und das aggressive Iran ist in Wallung.

Nur mal so als Nachdenk-Anregung: Wovon hängt es ab, dass im Politsprech Subjektivierungen gebräuchlich sind. Eine "Achse" oder "der Iran" kann weder "etwas glauben" noch "in Wallung" sein. Während (die) Europäer tatsächlich in einer Mehrheit auf Beschwichtigung aus sein können. Hat aber nix direkt mit dem Thema zu tun ...

Der entscheidende Faktor in den Nahost-Konflikten dürfte aber immernoch die Politik der USA sein. Sehr zum Nachdenken hat mich kürzlich ein Beitrag zum Begriff "Pragmatismus" gebracht. Speziell zum "amerikanischen Pragmatismus". Als Denkrichtung. Nicht zu einem unterstellten Pragmatismus des Durchschnitts-US-Amerikaners sondern zur philosophischen Schule von William James oder Charles Sanders Peirce. Nach der - grob vereinfacht - genau das wahr ist, was sich als nützlich herausstellt. Das ganze Gerede von "alternativen Fakten" ist doch keineswegs ein völlig neues Phänomen. Und Donald Trump ist keineswegs eine irgendwie rätselhafte Erscheinung. Wir als Europäer haben nur einfach eine andere tradierte Einstellung zum Wahrheits-Begriff.

Und in diesem Sinne müsste man die Konflikte im Nahen Osten mal versuchsweise aus einer solchen amerikanisch-pragmatischen Sichtweise überdenken. Auch der Iran kann, wenn es sich denn als nützlich erweisen sollte, plötzlich vom Erzfeind zum Partner für die USA werden. Wurden Islamisten nicht auch von den USA unterstützt als es um das Vordringen der Sowjetunion in Afghanistan ging? Wir in Europa suchen immer nach einem auszumachenden Bösewicht. Die Amerikaner suchen nach dem größtmöglichen Nutzensbringer.

Hochgekrempelte Ärmel, Bruce Springsteen, "Born to Run", mach was, statt endlos drüber nachzudenken, was "richtig" und "falsch" ist ... eigentlich sympathisch. Aber bringt diese Haltung uns in den Nahost-Konflikten weiter? Im persönlichen Leben die richtige Maxime. In der internationalen Politik kommts eher auf Vernetzung an. Auf das systematische Aufbauen von Sicherheitsarchitekturen. Mit dem Wandel-Durch-Annäherung-Konzept und schließlich Helsinki-Abkommen der Generation Brandt haben die Europäer glaub' ich mindestens ebenso Bedeutsames geleistet wie die amerikanischen Pragmatiker.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon SirToby » Di 14. Aug 2018, 12:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(14 Aug 2018, 10:40)

Nur mal so als Nachdenk-Anregung: Wovon hängt es ab, dass im Politsprech Subjektivierungen gebräuchlich sind. Eine "Achse" oder "der Iran" kann weder "etwas glauben" noch "in Wallung" sein. Während (die) Europäer tatsächlich in einer Mehrheit auf Beschwichtigung aus sein können. Hat aber nix direkt mit dem Thema zu tun ...

Der entscheidende Faktor in den Nahost-Konflikten dürfte aber immernoch die Politik der USA sein. Sehr zum Nachdenken hat mich kürzlich ein Beitrag zum Begriff "Pragmatismus" gebracht. Speziell zum "amerikanischen Pragmatismus". Als Denkrichtung. Nicht zu einem unterstellten Pragmatismus des Durchschnitts-US-Amerikaners sondern zur philosophischen Schule von William James oder Charles Sanders Peirce. Nach der - grob vereinfacht - genau das wahr ist, was sich als nützlich herausstellt. Das ganze Gerede von "alternativen Fakten" ist doch keineswegs ein völlig neues Phänomen. Und Donald Trump ist keineswegs eine irgendwie rätselhafte Erscheinung. Wir als Europäer haben nur einfach eine andere tradierte Einstellung zum Wahrheits-Begriff.



Es gibt die Stelle bei Star Wars, als Obiwan beschuldigt wird, nicht die Wahrheit zu sagen. Er antwortet darauf, alles was er gesagt habe, sei wahr. Von einem bestimmten Standpunkt aus. Daran musste ich gerade denken, als ich ihren Text las.

Und es stimmt. Es gibt objektive Fakten, und "Wahrheiten", die man daraus macht. Viele können und wollen den Unterschied zwischen beiden nicht verstehen.
Daniel Patrick Moynihan: "Sie haben ein Recht auf ihre eigene Meinung! Sie haben kein Recht auf ihre eigenen Fakten!"
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 14. Aug 2018, 15:33

@Zollagent

Das ist schon richtig, das Saudi-Arabien versucht in Konkurrenz zu traditionellen Hegemonen wie Iran (Perserreiche) und der Türkei (Osmanisches Reich) zu treten. Diese Rüstungsausgaben sind aber der helle Wahnsinn. Das hat nichts mehr damit zu tun, was die Türkei oder der Iran an Rüstungsausgaben haben. Saudi-Arabien übertrifft z.B. Russland. Und kämpft um die drei vorderen Plätze mit den USA und China. Das ist nicht "normal".

Und die Türkei von der es heißt sie hätte die 2. größte NATO-Armee schleppt sich noch auf den 15. Platz bei den Rüstungsausgaben. Den Iran findet man nicht mal auf der Liste, der kommt viel weiter unten.

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_c ... penditures

Wenn ein italienisches Restaurant Ausgaben von 200 000 Dollar im Monat hat, stimmt da was nicht. Wenn ein Land wie Saudi-Arabien mit Rüstungsausgaben neben großen Staaten mit globalen Machtanspruch wie den USA und China zu finden ist, dann stimmt da was nicht. Das ist nicht mehr mit "Konkurrenzverhalten" zu deuten. Saudi-Arabien ist eine Melkkuh. Das gilt nicht nur für Produkte aus dem zivilen Bereich, die man dort hinschwemmen kann, für teures Geld, sondern auch aus dem militärischen Bereich. Zum anderen braucht Saudi-Arabien eine wohlwollende USA. Denn trotz Waffen, sind sie schwach. Damit kaufen sie sich Schutz. Und einen Freibrief/Ablassbriefe beim zerbomben im Inn- und Ausland. In dem aktuellen Fall ist Trump eben der Pate.

@Sole.survivor

Wer global die Nr. 1 sein will, der muß wohl was hinlegen. Zumal der militärisch-industrielle Komplex mit dem Pentagon und den Rüstungsbetrieben, Arbeitsplätzen und Politikern von Ort die Sache am Laufen halten müssen. Stellte zumindet der israelische Militärhistoriker van Crefeld fest, der schon mit dem Pentagon zu tun hatte. Irgendwann ist das ein Selbstläufer, der sich selbst erhalten muß. Natürlich wird das mit "militärischen Giganten" wie dem Iran - aktuell - begründet. Klingt plausibler und dramatischer. Nicht so profan. Gilt auch für die wahnsinnigen Ausgaben der Saudis. Soviel hat nicht mal Saddam ausgegeben und der hatte Geld und ne Menge Materialverschleiß im Krieg gegen den Iran. Tag für Tag.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » Di 14. Aug 2018, 17:53

King Kong 2006 hat geschrieben:(14 Aug 2018, 16:33)

@Zollagent

Das ist schon richtig, das Saudi-Arabien versucht in Konkurrenz zu traditionellen Hegemonen wie Iran (Perserreiche) und der Türkei (Osmanisches Reich) zu treten. Diese Rüstungsausgaben sind aber der helle Wahnsinn. Das hat nichts mehr damit zu tun, was die Türkei oder der Iran an Rüstungsausgaben haben. Saudi-Arabien übertrifft z.B. Russland. Und kämpft um die drei vorderen Plätze mit den USA und China. Das ist nicht "normal".

Und die Türkei von der es heißt sie hätte die 2. größte NATO-Armee schleppt sich noch auf den 15. Platz bei den Rüstungsausgaben. Den Iran findet man nicht mal auf der Liste, der kommt viel weiter unten.

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_c ... penditures

Wenn ein italienisches Restaurant Ausgaben von 200 000 Dollar im Monat hat, stimmt da was nicht. Wenn ein Land wie Saudi-Arabien mit Rüstungsausgaben neben großen Staaten mit globalen Machtanspruch wie den USA und China zu finden ist, dann stimmt da was nicht. Das ist nicht mehr mit "Konkurrenzverhalten" zu deuten. Saudi-Arabien ist eine Melkkuh. Das gilt nicht nur für Produkte aus dem zivilen Bereich, die man dort hinschwemmen kann, für teures Geld, sondern auch aus dem militärischen Bereich. Zum anderen braucht Saudi-Arabien eine wohlwollende USA. Denn trotz Waffen, sind sie schwach. Damit kaufen sie sich Schutz. Und einen Freibrief/Ablassbriefe beim zerbomben im Inn- und Ausland. In dem aktuellen Fall ist Trump eben der Pate.
....

Es hat halt immer ein G'schmäckle, wenn Diktaturen mit sicherlich eigenen Absichten als Stellvertreter instrumentalisiert werden.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Sa 1. Sep 2018, 15:23

Rebellenprovinz Idlib
Türkei verstärkt Truppen in Syrien
01.09.2018 11:00 Uhr

Syriens letzte große Hochburg der Rebellen ist die Region um die Stadt Idlib im Nordwesten des Landes. Die Regierung zieht dort Truppen zusammen.

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/re ... n-100.html
Showdown? Ich kann kaum glauben, dass Erdogan gegen Syrien, Russland und Iran seine Truppen einsetzen wird

Laut der FAZ sind die Verhandlungen mit Al nusra und co gescheitert. Erdogan wollte mit der Auflösung einen syrischen Angriff abwenden.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Julian » So 9. Sep 2018, 00:51

So langsam wird es spannend um Idlib. Es ist von Bombardierungen die Rede; meiner Meinung nach sind diese aber noch zu begrenzt, um vom Beginn einer Offensive zu sprechen.

Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen Putin, Erdogan und Rouhani würde ich aber schon mit einer militärischen Lösung rechnen; Syrien kann nicht zehntausende islamistischer Terroristen in einer seiner Provinzen dulden, dazu noch gefördert von einem benachbarten Staat. Auch die Kurden würden sich nur zu gerne für Afrin rächen, sowohl an den islamistischen arabischen Söldnern als auch an Erdogan.

Der Westen scheint ja keine Rolle mehr für die Lösung des Konfliktes zu spielen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » So 9. Sep 2018, 01:07

Julian hat geschrieben:(09 Sep 2018, 01:51)

So langsam wird es spannend um Idlib. Es ist von Bombardierungen die Rede; meiner Meinung nach sind diese aber noch zu begrenzt, um vom Beginn einer Offensive zu sprechen.

Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen Putin, Erdogan und Rouhani würde ich aber schon mit einer militärischen Lösung rechnen; Syrien kann nicht zehntausende islamistischer Terroristen in einer seiner Provinzen dulden, dazu noch gefördert von einem benachbarten Staat. Auch die Kurden würden sich nur zu gerne für Afrin rächen, sowohl an den islamistischen arabischen Söldnern als auch an Erdogan.

Der Westen scheint ja keine Rolle mehr für die Lösung des Konfliktes zu spielen.

Naja, irgendwie will der Westen die Islamisten dort halten. Die typischen Länder schreien schon nach Angriff bei einem sinnlosen Chemiewaffen Einsatz. USA bereitet sich auf einen Angriff vor. Jeder kann sich denken was als nächstes kommt
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon TheManFromDownUnder » So 9. Sep 2018, 01:07

Julian hat geschrieben:(09 Sep 2018, 01:51)

So langsam wird es spannend um Idlib. Es ist von Bombardierungen die Rede; meiner Meinung nach sind diese aber noch zu begrenzt, um vom Beginn einer Offensive zu sprechen.

.


Spannend sowie im Kino! Jetzt geht es los!

Bitte mehr Bomben! Immer druff auf Frauen, Kinder, Fluechtlinge!

Schoen wenn man Krieg und Elend aus sicher Ferne im trauten Heim und in den Sessel furzend vor dem TV kommentiert. :thumbup:
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Julian » So 9. Sep 2018, 07:47

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(09 Sep 2018, 02:07)

Spannend sowie im Kino! Jetzt geht es los!

Bitte mehr Bomben! Immer druff auf Frauen, Kinder, Fluechtlinge!

Schoen wenn man Krieg und Elend aus sicher Ferne im trauten Heim und in den Sessel furzend vor dem TV kommentiert. :thumbup:


Bestreitest du, dass die Provinz Idlib voller Extremisten ist und auch insgesamt von Islamisten beherrscht wird? Weißt du das einfach nicht, oder unterstützt du etwa sogar die Islamisten?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon JJazzGold » So 9. Sep 2018, 08:47

Immer draufhalten, Putin&Konsorten, eine Million Kinder wächst schon nach und gesicherte Fluchtkorridore für diese sind nur Islamisten ermutigende Zeitverschwendung, nicht wahr? Zudem, es sind ja weder eure Kinder, auch keine russischen oder iranischen Kinder. Vielleicht überleben ja sogar welche, die könnt ihr dann als quasi von euch vor den Islamisten und Rebellen gerettet ausgeben.
Macht sich bestimmt gut als internationale Russia Today Schlagzeile, “Putin rettete 10 Kinder in Idlib“.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon King Kong 2006 » So 9. Sep 2018, 08:59

Mosul und andere Städte Iraks waren nie das Zivilisten-Drama, immer nur in Syrien. Deshalb nimmt im Nahen Osten keiner mehr die Anteilnahme ernst. Es geht um reine Interessenswahrung. Von dieser Kritik bleibt keiner verschont.

When Bashar Assad's forces retook south Syria in July, rebel groups expected Israel to intervene, due to the support they had received, sources told Tsurkov. One fighter said: “This is a lesson we will not forget about Israel. It does not care about … the people. It does not care about humanity. All it cares about it its own interests.”

https://www.haaretz.com/middle-east-new ... -1.6462729


Wenn wie bei der Rückeroberung Aleppos die Zivilbevölkerung von der Opposition beim Verlassen durch Fluchtkorridore zurückgehalten wird, dann wird es eine blutige Angelegenheit.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Orbiter1 » So 9. Sep 2018, 09:15

Julian hat geschrieben:(09 Sep 2018, 08:47)

Bestreitest du, dass die Provinz Idlib voller Extremisten ist und auch insgesamt von Islamisten beherrscht wird? Weißt du das einfach nicht, oder unterstützt du etwa sogar die Islamisten?
Von den 3 Mio Einwohnern die sich dort aufhalten sind ca. 60.000 Islamisten, d. h. 2%, die anderen 98% (darunter 1 Mio Kinder) wird es aber genauso treffen. Weißt du das einfach nicht, oder unterstützt du die Bombardierung unschuldiger Zivilisten?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » So 9. Sep 2018, 09:20

Orbiter1 hat geschrieben:(09 Sep 2018, 10:15)

Von den 3 Mio Einwohnern die sich dort aufhalten sind ca. 60.000 Islamisten, d. h. 2%, die anderen 98% (darunter 1 Mio Kinder) wird es aber genauso treffen. Weißt du das einfach nicht, oder unterstützt du die Bombardierung unschuldiger Zivilisten?

Na und jetzt? die 60 000 Islamisten dort walten lassen und aufgeben? :rolleyes: seltsam, in Mossul usw. hat man es auch nicht so stehen lassen und die Bilder sind bekannt.

Man sollte druck auf die Islamisten machen und diese zum Frieden zwingen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » So 9. Sep 2018, 09:21

JJazzGold hat geschrieben:(09 Sep 2018, 09:47)

Immer draufhalten, Putin&Konsorten, eine Million Kinder wächst schon nach und gesicherte Fluchtkorridore für diese sind nur Islamisten ermutigende Zeitverschwendung, nicht wahr? Zudem, es sind ja weder eure Kinder, auch keine russischen oder iranischen Kinder. Vielleicht überleben ja sogar welche, die könnt ihr dann als quasi von euch vor den Islamisten und Rebellen gerettet ausgeben.
Macht sich bestimmt gut als internationale Russia Today Schlagzeile, “Putin rettete 10 Kinder in Idlib“.

Ja nein, lassen wir alle Islamisten dort. So wie in Kobane, Mossul usw. Wie können diese Konsorten wie Putin und so einfach mal Islamisten angreifen und vertreiben. :|
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » So 9. Sep 2018, 09:22

King Kong 2006 hat geschrieben:(09 Sep 2018, 09:59)

Mosul und andere Städte Iraks waren nie das Zivilisten-Drama, immer nur in Syrien. Deshalb nimmt im Nahen Osten keiner mehr die Anteilnahme ernst. Es geht um reine Interessenswahrung. Von dieser Kritik bleibt keiner verschont.



Wenn wie bei der Rückeroberung Aleppos die Zivilbevölkerung von der Opposition beim Verlassen durch Fluchtkorridore zurückgehalten wird, dann wird es eine blutige Angelegenheit.

In Jemen heult auch keiner eine Träne. Keine Sanktionen, keine verurteilungen. Einfach nix. Deswegen juckt es hier in Deutschland auch niemanden mehr, man hat es einfach durchschaut
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon JJazzGold » So 9. Sep 2018, 09:27

Audi hat geschrieben:(09 Sep 2018, 10:21)

Ja nein, lassen wir alle Islamisten dort. So wie in Kobane, Mossul usw. Wie können diese Konsorten wie Putin und so einfach mal Islamisten angreifen und vertreiben. :|


Die typische schwarz-weiß Denke, die auch Putin und den Iran auszeichnet. Es gibt nur entweder-oder, der Gedanke, Kinder und Eltern einen gesicherten Fluchtkorridor einzurichten, hat in diesem asozial reduzierten Denken keinen Platz. Was sind schon eine Million vom Bombardement gefährdeter syrischer Kinder, die sind doch keinen Gedanken wert.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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