Wie weiter mit Syrien ?

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Audi
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Do 9. Aug 2018, 19:50

DarkLightbringer hat geschrieben:(09 Aug 2018, 19:09)

11 Millionen Flüchtlinge, eine halbe Million Tote, zerbombte Städte und die Perspektive weiterer Nahost-Kriege mit den Mullahs als Hauptakteuren - für Assads Terroristen mag das eine gelungene Bilanz sein, für den Rest der Welt jedoch nicht.

Und wie viele sind davon syrische Soldaten bzw pro Assad ?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » Fr 10. Aug 2018, 08:07

Audi hat geschrieben:(09 Aug 2018, 20:50)

Und wie viele sind davon syrische Soldaten bzw pro Assad ?

Das ist völlig irrelevant, weil auch die aufs Konto der Machtgier des Despoten zu verbuchen sind.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 10. Aug 2018, 14:50

Audi hat geschrieben:(09 Aug 2018, 20:50)

Und wie viele sind davon syrische Soldaten bzw pro Assad ?

Die Bilanz ist vor allem für die Zivilbevölkerung drastisch. Natürlich sind Terroristen wie Hisbollah oder IS auch nicht unverwundbar, aber deren Verluste wird man nicht primär bedauern wollen.

Im übrigen ist nach der Bilanz vor der Bilanz, wenn es zu einem Großen Krieg kommen sollte.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Fr 10. Aug 2018, 21:36

zollagent hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:07)

Das ist völlig irrelevant, weil auch die aufs Konto der Machtgier des Despoten zu verbuchen sind.

Nein ist es nicht. Ich glaube kaum, dass die "Opposition" mit Blumen in die pro Assad Stellungen schießt
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 11. Aug 2018, 07:32

Audi hat geschrieben:(10 Aug 2018, 22:36)

Nein ist es nicht. Ich glaube kaum, dass die "Opposition" mit Blumen in die pro Assad Stellungen schießt

Wenn beispielsweise Israel Stellungen der Hisbollah unter Feuer nimmt, dann gefährdet das in der Tat Leib und Leben von Terroristen.
Das lässt sich gar nicht vermeiden.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Julian » Sa 11. Aug 2018, 07:39

Die entscheidende Frage ist doch nun, ob der Sturm auf Idlib erfolgt oder nicht.

Nach den militärischen Erfolgen im Südwesten würde Assad nun auch am liebsten reinen Tisch in der Provinz Idlib machen, wohin sich die meisten Islamisten verzogen haben. Andererseits werden dort al-Qaida-Ableger und andere Terroristen aktiv von der Türkei unter ihrem Islamisten-Führer Erdogan unterstützt - und noch ist nicht klar, inwiefern Russland bereit ist, sein Verhältnis mit der Türkei aufs Spiel zu setzen.

Ich für meinen Teil hoffe, dass auch diese letzte Bastion des Islamismus geschleift wird. Wer dagegen ist, möge sich anschauen, was für Gestalten dort das Sagen haben.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 11. Aug 2018, 08:46

Julian hat geschrieben:(11 Aug 2018, 08:39)

Ich für meinen Teil hoffe, dass auch diese letzte Bastion des Islamismus geschleift wird. Wer dagegen ist, möge sich anschauen, was für Gestalten dort das Sagen haben.

Man muss etwas mehr differenzieren:
Idlib: Das Image der Terrorprovinz | ZEIT ONLINE
Idlib gilt als Hochburg der Extremisten, seit Hayat Tahrir al-Scham (HTS), ein Bündnis unter Führung ehemaliger Al-Kaida-Kämpfer 2017 militärisch die Oberhand gewann. Dass zivile Strukturen in Orten wie Kafranbel, Maarat al Numan und Atareb eine Übernahme durch die Dschihadisten erfolgreich abwenden konnten und sich in der Provinz eine bemerkenswerte medizinische Infrastruktur entwickelte, die HTS nicht anzurühren wagte, findet kaum Beachtung. Dabei hat sich die Kombination aus funktionierender lokaler Verwaltung und aktiver Zivilgesellschaft als effektivste Waffe im Kampf gegen die Extremisten erwiesen. [..]
erschiedene Rebellengruppen bemühen sich inzwischen um eine Isolierung von HTS, um dem Terrorimage entgegenzuwirken. Die beiden größten islamistischen Verbände – Ahrar al-Scham und Nour al-Din al-Zenki – haben mit vier anderen Rebellengruppen Anfang August ein eigenes Bündnis gegründet: die Nationale Befreiungsfront. Doch diese Distanzierung von HTS wird Assads Vormarsch nicht aufhalten. Schließlich geht es dem syrischen Präsidenten nicht um den Kampf gegen dschihadistischen Terror – dieser ist ihm viel zu nützlich – sondern um die Auslöschung alles Illoyalen.

https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... an/seite-2

MMn. droht dort ein weiterer Massenmord Assads.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Julian » Sa 11. Aug 2018, 08:57

Tom Bombadil hat geschrieben:(11 Aug 2018, 09:46)

Man muss etwas mehr differenzieren:
Idlib: Das Image der Terrorprovinz | ZEIT ONLINE
Idlib gilt als Hochburg der Extremisten, seit Hayat Tahrir al-Scham (HTS), ein Bündnis unter Führung ehemaliger Al-Kaida-Kämpfer 2017 militärisch die Oberhand gewann. Dass zivile Strukturen in Orten wie Kafranbel, Maarat al Numan und Atareb eine Übernahme durch die Dschihadisten erfolgreich abwenden konnten und sich in der Provinz eine bemerkenswerte medizinische Infrastruktur entwickelte, die HTS nicht anzurühren wagte, findet kaum Beachtung. Dabei hat sich die Kombination aus funktionierender lokaler Verwaltung und aktiver Zivilgesellschaft als effektivste Waffe im Kampf gegen die Extremisten erwiesen. [..]
erschiedene Rebellengruppen bemühen sich inzwischen um eine Isolierung von HTS, um dem Terrorimage entgegenzuwirken. Die beiden größten islamistischen Verbände – Ahrar al-Scham und Nour al-Din al-Zenki – haben mit vier anderen Rebellengruppen Anfang August ein eigenes Bündnis gegründet: die Nationale Befreiungsfront. Doch diese Distanzierung von HTS wird Assads Vormarsch nicht aufhalten. Schließlich geht es dem syrischen Präsidenten nicht um den Kampf gegen dschihadistischen Terror – dieser ist ihm viel zu nützlich – sondern um die Auslöschung alles Illoyalen.

https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... an/seite-2

MMn. droht dort ein weiterer Massenmord Assads.


Wen interessiert, ob Krankenhäuser islamistisch geführt werden? Die militärische Macht haben die Islamisten inne; darum geht es.

Im übrigen wird doch selbst in dem von dir zitierten Artikel eingeräumt, dass die Gegner der Hayat Tahrir al-Scham, die sich Nationale Befreiungsfront nennen, selbst Islamisten sind. Es ist nicht untypisch für Islamisten, einander zu bekämpfen, man erinnere sich der Feindschaft zwischen al-Qaida und Islamischem Staat.

Was droht denn für ein Massenmord? Etwa so ein Massenmord wie bei der Befreiung Mossuls? Natürlich fordert ein Krieg Opfer, und aufgrund der Kriegsführung der Islamisten, die Zivilisten als Geiseln verwenden, auch zivile Opfer. Das kennt man doch aus anderen Beispielen wie der Hamas, die zivile Strukturen wie Krankenhäuser für militärische Belange benutzt.

Mir geht immer noch nicht in den Kopf, warum Assad einen Massenmord am eigenen Volk verüben sollte, wie in westliche Medien ständig wiederholt wird. Was soll ihm daran liegen? Die Mehrheit der Syrer sind Sunniten, selbst in den von Assad beherrschten Gebieten, und es wäre mir nicht bekannt, dass nun in Aleppo ein Völkermord angelaufen wäre.

Dass er Regimegegner verfolgt, das ist doch klar, aber auch nichts Neues für Despoten wie ihn. Wenn die Islamisten an die Macht kämen, würde ich viel eher mit Massenmorden rechnen. Sind denn die Bilder, die der Islamische Staat produziert hat, schon wieder aus den Augen, aus dem Sinn? Was haben islamistische Sunniten denn mit den Schiiten, mit den Drusen, mit den Christen vor?

Dann doch lieber Assad. Das sehen im übrigen auch die benannten Minderheiten in Syrien so.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 11. Aug 2018, 09:14

Julian hat geschrieben:(11 Aug 2018, 09:57)

Was soll ihm daran liegen?

Zyniker wie er ist, kann er den Youth Bulge reduzieren und damit die Zeitspanne, bis es zu erneuten Unruhen kommt, verlängern.

Dann doch lieber Assad.

Es ist die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Das sehen im übrigen auch die benannten Minderheiten in Syrien so.

Wir werden sehen, ob sie nach dem Ende des Bürgerkrieges immer noch so denken. Ich vermute, dass Assad ganz massiv unter denen wüten wird, die er als seine Feinde identifiziert.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » Sa 11. Aug 2018, 09:24

Audi hat geschrieben:(10 Aug 2018, 22:36)

Nein ist es nicht. Ich glaube kaum, dass die "Opposition" mit Blumen in die pro Assad Stellungen schießt

Behauptet ja auch Keiner. Aber der Verbrecher Assad war es, der das mit Heckenschützen bekämpfte, was du z.B. hier als freie Meinungsäußerung selbstverständlich in Anspruch nimmst, und er wird dabei vom Kriegsverbrecher Putin unterstützt. Es ist halt so, daß derjenige, der so was anstieß, derjenige ist, auf dessen Konto das Ganze verbucht wird.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Sa 11. Aug 2018, 09:44

zollagent hat geschrieben:(11 Aug 2018, 10:24)

Behauptet ja auch Keiner. Aber der Verbrecher Assad war es, der das mit Heckenschützen bekämpfte, was du z.B. hier als freie Meinungsäußerung selbstverständlich in Anspruch nimmst, und er wird dabei vom Kriegsverbrecher Putin unterstützt. Es ist halt so, daß derjenige, der so was anstieß, derjenige ist, auf dessen Konto das Ganze verbucht wird.
:D
Hätte man nicht die Islamisten "Domokraten, Opposition" mit waffen, Geld, medial unterstützt, hätte man seit jahren Frieden haben können. Dabei werden die Islamisten von mehreren Kriegsverbrecher USA, Erdogan, Saudi usw unterstützt
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Sa 11. Aug 2018, 09:45

Tom Bombadil hat geschrieben:(11 Aug 2018, 10:14)

Zyniker wie er ist, kann er den Youth Bulge reduzieren und damit die Zeitspanne, bis es zu erneuten Unruhen kommt, verlängern.


Es ist die Wahl zwischen Pest und Cholera.


Wir werden sehen, ob sie nach dem Ende des Bürgerkrieges immer noch so denken. Ich vermute, dass Assad ganz massiv unter denen wüten wird, die er als seine Feinde identifiziert.

Keine Gnade mit Islamisten. Die Christen in Aleppo haben dem Westen schon einmal Verrat vorgeworfen, dass die Christen einem egal sind aber Tränen um Islamisten vergossen werden. Geopolitik
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » Sa 11. Aug 2018, 11:18

Audi hat geschrieben:(11 Aug 2018, 10:45)

Keine Gnade mit Islamisten. Die Christen in Aleppo haben dem Westen schon einmal Verrat vorgeworfen, dass die Christen einem egal sind aber Tränen um Islamisten vergossen werden. Geopolitik

Nun, Russland hat doch eindeutig ausgesagt, daß es ein Eingreifen des Westens, wer auch immer das jeweils wäre, in Aleppo nicht dulden und als Angriff auf seinen Bündnispartner Syrien ansehen würde. Ob es das letztlich wirklich könnte oder ob das nur inhaltsleere Drohungen waren, haben wir ja nicht erfahren. Hör auf mit deinem Gesülze über Christen und Islamisten. Keiner davon interessiert dich überhaupt. Sie werden nur instrumentalisiert, um Putins Großmachtgebahren irgendwie Gewicht zu verleihen. Wenn die gleichen Christen, die du hier so bedauerst, sich Putins Interessen in den Weg stellen würden, würden sie genau so bombardiert oder auch nach Sibirien entschwinden, und dein Beifall wäre ihm gewiss.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » Sa 11. Aug 2018, 11:20

Audi hat geschrieben:(11 Aug 2018, 10:44)

:D
Hätte man nicht die Islamisten "Domokraten, Opposition" mit waffen, Geld, medial unterstützt, hätte man seit jahren Frieden haben können. Dabei werden die Islamisten von mehreren Kriegsverbrecher USA, Erdogan, Saudi usw unterstützt

Den "Frieden" einer Diktatur gab es doch schon vor 2011. Willst du ihn sehen?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 13. Aug 2018, 10:31

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Aug 2018, 17:49)

Die westlichen und demokratischen Positionen sind mir persönlich weit näher als die der "Islamischen Revolution", wie sie nun vorwiegend vom iranischen Regime und ihren Milizen vertreten wird.

Der Iran ist islamistisch gesehen deutlich "reiner" als das saudische Königreich mit dem gegenwärtigen Hang zur Reformation.
Das betonen die Terroristenführer ja selbst immer wieder.

Es mag nach innen vielleicht einen "Hang zur Reformation" geben. Ist der in Bezug auf die Konflikte im Nahen Osten wirklich relevant?

2017 gabs einen Waffenverkaufsdeal der USA mit Saudi Arabien über 350 Milliarden DOllar. Dreihundertfünfzigmilliarden Dollar. Hast Du eine Vorstellung davon, was das für ein gigantischer Haufen Geld ist? Und das nur für Panzer, Militärflugzeuge, Raketen usw.

Mal abgesehen davon, dass mir völlig unklar ist, wer eigentlich dieses ganze anzuschaffende Kriegsgerät bedienen soll ... für jeden der etwa 31 Millionen Saudis werden durchschnittlich für zirka tausend Dollar Waffen gekauft. Unabhängig von den politischen Allianzen, Ausrichtungen, Interessenslagen: Da wird ein Zimmerbrand mit einer Benzinsintflut versucht zu löschen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » Mo 13. Aug 2018, 10:43

Audi hat geschrieben:(12 Aug 2018, 16:06)

Folterer Assad bombt dort, Folterer USA bomben dort. Folterer Saudi + ganzen Islamisten folterer bomben dort. Da müsste man echt ein Buch schreiben :D

Und schon wird wieder relativiert. Die Russen mit ihrer Bomberei hast du wohlweislich ausgelassen. :D
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » Mo 13. Aug 2018, 10:45

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Aug 2018, 16:50)

Warlord Assad ist nur ein Diener des Islamistischen Imperiums.

Das halte ich für Unsinn. Assad ist kein Islamist, er ist ein Diktator, der sich, wenn er es für hilfreich befindet, islamistischer Sprüche bedient, aber im Prinzip ist er ein Schweinehund wie es ein Franco, ein Pinochet oder ein Cheaucescu war.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 13. Aug 2018, 10:49

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Aug 2018, 11:31)

Es mag nach innen vielleicht einen "Hang zur Reformation" geben. Ist der in Bezug auf die Konflikte im Nahen Osten wirklich relevant?

Das ist ideologisch und von der Signalwirkung her relevant. Insbesondere, wenn die Folgen von 1979 tatsächlich rückabgewickelt werden sollen.

2017 gabs einen Waffenverkaufsdeal der USA mit Saudi Arabien über 350 Milliarden DOllar. Dreihundertfünfzigmilliarden Dollar. Hast Du eine Vorstellung davon, was das für ein gigantischer Haufen Geld ist? Und das nur für Panzer, Militärflugzeuge, Raketen usw.
Mal abgesehen davon, dass mir völlig unklar ist, wer eigentlich dieses ganze anzuschaffende Kriegsgerät bedienen soll ... für jeden der etwa 31 Millionen Saudis werden durchschnittlich für zirka tausend Dollar Waffen gekauft. Unabhängig von den politischen Allianzen, Ausrichtungen, Interessenslagen: Da wird ein Zimmerbrand mit einer Benzinsintflut versucht zu löschen.

2017 soll es 34 Abkommen in den Bereichen Rüstung, Öl und Luftfahrt gegeben haben. Darunter sind aber auch Absichtserklärungen.

Wo ist denn die saudische "Benzinsintflut" in Syrien?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 13. Aug 2018, 11:06

zollagent hat geschrieben:(13 Aug 2018, 11:45)

Das halte ich für Unsinn. Assad ist kein Islamist, er ist ein Diktator, der sich, wenn er es für hilfreich befindet, islamistischer Sprüche bedient, aber im Prinzip ist er ein Schweinehund wie es ein Franco, ein Pinochet oder ein Cheaucescu war.

Er ist die nützliche Figur, von den Mullahs und den Putinisten gewollt.
Wer sollte denn sonst ins "Amt" gehievt werden - etwa gleich der Quds-Kommandeur Soleimani ?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 13. Aug 2018, 12:25

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 Aug 2018, 11:49)
2017 soll es 34 Abkommen in den Bereichen Rüstung, Öl und Luftfahrt gegeben haben. Darunter sind aber auch Absichtserklärungen.

So stehts in der WELT. In der SZ heißt es dazu:
Über einen Zeitraum von zehn Jahren soll Saudi-Arabien sogar Waffen im Wert von etwa 350 Milliarden Dollar aus den USA kaufen.
https://www.sueddeutsche.de/politik/ruestungsgeschaeft-usa-und-saudi-arabien-schliessen-gigantischen-waffendeal-1.3514974. Waffen wohlgemerkt. Nicht Luftfahrt, Öl oder Absichten.
Wo ist denn die saudische "Benzinsintflut" in Syrien?

Die Waffen-Geschäfte sind 2017 ja erst vereinbart worden. Es ist grundsätzlich einfach nicht glaubbar, dass Kriege durch mehr Waffen beendet oder gelöst werden. Schau dir die historischen Bilanzen des Vietnamkriegs an. Auch noch soviel militärische Überlegenheit hat den USA nix genützt. Die US-Regierungen haben zwei Dinge nicht verstanden oder verstehen wollen: Den innervietnamesischen Konflikt zwischen Nord und Süd. Und den Konflikt dieser US-Regierungen mit der eigenen amerikanischen Bevölkerung. Viel hilft nicht nur nicht viel sondern schadet unter Umständen erheblich.

Und mit Waffendeals wie dem mit Saudi Arabien will Trump seiner Bevölkerung weismachen, dass man ein Uhrwerk am besten mit einer Axt repariert.
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