Wie weiter mit Syrien ?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Troh.Klaus
Beiträge: 588
Registriert: Sa 28. Okt 2017, 20:56

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Troh.Klaus » Di 5. Jun 2018, 22:56

DarkLightbringer hat geschrieben:(05 Jun 2018, 22:17)
Jetzt sind die Iraner das Problem in Syrien, IS ist out.

Genau. Dann ist es ja höchste Zeit, sich bisheriger Verbündeter zu entledigen. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, jetzt darf er massakriert werden.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 30888
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 5. Jun 2018, 23:02

Troh.Klaus hat geschrieben:(05 Jun 2018, 23:56)

Genau. Dann ist es ja höchste Zeit, sich bisheriger Verbündeter zu entledigen. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, jetzt darf er massakriert werden.

Man ist besorgt. Die Amis halten Stellung, ein Angriff auf den NATO-Partner ist jedoch nicht vorgesehen.

Die Kurden sind im übrigen nicht die einzigen, die entpriorisiert sind, die Palästinenser ja auch.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Troh.Klaus
Beiträge: 588
Registriert: Sa 28. Okt 2017, 20:56

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Troh.Klaus » Di 5. Jun 2018, 23:13

DarkLightbringer hat geschrieben:(06 Jun 2018, 00:02)
Man ist besorgt. Die Amis halten Stellung, ein Angriff auf den NATO-Partner ist jedoch nicht vorgesehen.
Die Kurden sind im übrigen nicht die einzigen, die entpriorisiert sind, die Palästinenser ja auch.

Wer ist besorgt? Die Türkei ist der einzige NATO-Partner in dieser Ecke und die befürchtet einen Angriff des NATO-Partners USA?
Im Übrigen sind nicht nur die Kurden und die Palästinenser "entpriorisiert", sondern z.B. auch die Europäer. Eigentlich alle, außer Trump.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 30888
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 5. Jun 2018, 23:22

Troh.Klaus hat geschrieben:(06 Jun 2018, 00:13)

Wer ist besorgt? Die Türkei ist der einzige NATO-Partner in dieser Ecke und die befürchtet einen Angriff des NATO-Partners USA?
Im Übrigen sind nicht nur die Kurden und die Palästinenser "entpriorisiert", sondern z.B. auch die Europäer. Eigentlich alle, außer Trump.

Die deutsche Bundesregierung ist besorgt, was Washington sagt, ist mir jetzt nicht bekannt. Wahrscheinlich sind die aber auch besorgt.
Die USA ist auch NATO-Partner und nein, sie erwartet natürlich keinen Angriff auf die Türkei.

Priorisiert ist der Iran und der Terrorismus im Nahen Osten.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Troh.Klaus
Beiträge: 588
Registriert: Sa 28. Okt 2017, 20:56

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Troh.Klaus » Di 5. Jun 2018, 23:32

DarkLightbringer hat geschrieben:(06 Jun 2018, 00:22)
Die deutsche Bundesregierung ist besorgt, was Washington sagt, ist mir jetzt nicht bekannt. Wahrscheinlich sind die aber auch besorgt.
Die USA ist auch NATO-Partner und nein, sie erwartet natürlich keinen Angriff auf die Türkei.

Priorisiert ist der Iran und der Terrorismus im Nahen Osten.

Oh ja, alle sind besorgt. Und die Kurden sind entpriorisiert. Dann ist ja alles gut.
Verbündete? Hach, das war gestern. Selbst schuld, wenn sie darauf rein gefallen sind, nicht wahr. Jetzt gibt es andere Prioritäten, da sind die Verbündeten von gestern nur lästig.
Das macht doch so richtig Laune, in Washington mal nach zu fragen, ob die Europäer, insbesondere Deutschland, noch als Verbündete zählen, oder vielleicht auch schon entpriorisiert wurden wie die Kurden.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 30888
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 5. Jun 2018, 23:40

Troh.Klaus hat geschrieben:(06 Jun 2018, 00:32)

Oh ja, alle sind besorgt. Und die Kurden sind entpriorisiert. Dann ist ja alles gut.
Verbündete? Hach, das war gestern. Selbst schuld, wenn sie darauf rein gefallen sind, nicht wahr. Jetzt gibt es andere Prioritäten, da sind die Verbündeten von gestern nur lästig.
Das macht doch so richtig Laune, in Washington mal nach zu fragen, ob die Europäer, insbesondere Deutschland, noch als Verbündete zählen, oder vielleicht auch schon entpriorisiert wurden wie die Kurden.

Das ist doch die kategorische europäische Linie - besorgt zu sein.

Die YPG hat in der Vergangenheit selbst hin und her priorisiert.

Die Europäer sind aus amerikanischer Sicht selbstverständlich wichtige und enge Verbündete, die in manchen Dingen auch ihren Beitrag leisten.
Im Nahen Osten sind die Europäer nicht sehr einflußreich, aber gewissermaßen eine moralische Instanz.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 30888
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 6. Jun 2018, 00:10

Troh.Klaus hat geschrieben:(06 Jun 2018, 00:32)

(…)Das macht doch so richtig Laune, in Washington mal nach zu fragen, ob die Europäer, insbesondere Deutschland, noch als Verbündete zählen, oder vielleicht auch schon entpriorisiert wurden wie die Kurden.

Pompeo betont die gleichen Ansichten der Freunde und ruft Verbündete zur Mitverantwortung auf.
Aus meinen Gesprächen mit europäischen Freunden weiß ich, dass es dort weitgehend die gleichen Ansichten zu dem gibt, was das iranische Regime tun muss, um in der internationalen Gemeinschaft akzeptiert zu werden. Ich ersuche die Verbündeten der Vereinigten Staaten darum, die iranische Regierung gemeinsam mit uns zu verantwortungsvollerem Handeln aufzurufen.
https://de.usembassy.gov/de/nach-dem-ab ... =hootsuite
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4564
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 6. Jun 2018, 07:25

Deshalb baut man in der Region nicht auf die USA. Wichtig sind nicht die Menschen. Sondern die Interessen von einer Industriemacht. Die einzigen die - vermeintlich - auf die USA bauen sind die Herrscher in den arabischen Ölstaaten. Weil ihre Herrschaft, auch vor der lästigen Bevölkerung, von den USA geschützt wird. Deal.

House of Bush, House of Saud: The Secret Relationship Between the World's Two Most Powerful Dynasties is a 2004 book by Craig Unger that explores the relationship between the Saudi Royal Family and the Bush extended political family. Unger asserts that the groundwork for today's terrorist movements and the modern wars that have sprung up about them was unintentionally laid more than 30 years ago with a series of business deals between the ruling Saudis and the powerful Bush family. The Saudis received investments and military protection in exchange for cooperation on lucrative oil deals. The author claims that the result has been a shady alliance between "the world's two most powerful dynasties." Unger writes, "Never before has an American president been so closely tied to a foreign power that harbors and supports our country's mortal enemies."

https://en.wikipedia.org/wiki/House_of_ ... se_of_Saud


Wie ich einmal schrieb, die USA sind weit weg. Und wankelmütig bei dem Aussuchen der Schutzbefohlenen. Das kann von Saddam über Prinz Salman, kurdischen Führern, Erdogan ja und nein usw. hin und herwanken. Was der Kurs, nicht die Menschen, gerade hergibt. Die Kurden werden sich immer mit den Türken, Iranern und Arabern arrangieren müssen.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Kardux
Beiträge: 2501
Registriert: Fr 29. Mär 2013, 16:48
Benutzertitel: کوردستان زیندووە

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » Mi 6. Jun 2018, 13:00

DarkLightbringer hat geschrieben:Die YPG hat in der Vergangenheit selbst hin und her priorisiert.


Die YPG/PKK hat mitnichten "hin und her priorisiert" - genau das kritisiere ich schon seit sehr langer Zeit. Hätte die PKK/YPG das notwendige Verständnis priorisieren zu können, müssten heute Kurden aus Efrîn ihre Heimat nicht verlassen! In Efrîn würden heute keine Halsabschneider patroullieren und es würden keine Araber aus Ghouta, Homs, usw. den Besitz von Kurden übernehmen.

Die YPG/PKK hat zu Beginn des Konflikts jedoch "priorisiert". Damals (2011-2014) als man sich im Westen noch zurücklehnte und die Priorität darin lag Assad unter ALLEN Umständen zu stürzen, hatten die Kurden als ausgemachtes Zielobjekt von moderaten und weniger moderaten Halsabschneidern nunmal keine andere Wahl als zu "priorisieren". Um ihre Existenz zu sichern waren die Kurden von Anfang an gezwungen sich gegen die Feinde Assads zu richten. Es gab zwar einige Zeit lang viele Kurden innerhalb der FSA, aber das änderte sich abrupt nachdem sich diese Bewegung den Interessen Ankaras und Dohas unterordnen musste.

Als sich die USA dann vor dem Fall Kobanês entschlossen die Kurden zu unterstützen, veränderte sich die Ausgangslage der Kurden. Nun mussten sie zwischen Moskau und Washington lavieren. Sie entschieden sich aber recht früh dazu östlich des Euphrates aber auch in Menbic mit den USA zu kooperieren. Von einer Priorisierung kann gar keine Rede sein! Die Kurden (sowohl in Syrien als auch im Irak) haben IMMER die USA, Russland vorgezogen - eine Feindschaft zu den Russen will man jedoch nicht, verständlich wie ich finde. Die Russen drängten jedoch seit Jahren darauf hin, dass sich die YPG/PKK vom Westen abwenden - mit dem ultimativen Ziel, das Assad die Kontrolle über ganz Syrien erlangt (speziell den Erdölgebieten). Die Kurden haben ihren Kurs nicht verändert und durften dank dieser dummen Politik der PKK die Konsequenzen in Efrîn tragen. Russland ließ, nachdem sie die PKK lange Zeit warnten, die Leine an der Erdogan hing und noch immer hängt los.

Die Reaktion der USA? Efrîn war niemals unser Aufgabenbereich. Ok, das ist noch verständlich gewesen - auch wenn es im Hinblick auf die Entvölkerung Efrîns einen faden Beigeschmack hinterlässt. Aber nun soll die PKK auch Menbic für pro-türkische Jihadisten räumen - ein Gebiet das sehr wohl unter ihrem Aufgabenbereich stand. Morgen heißt es dann, räumt Raqqa. Und übermorgen müssen wohl kurdische Städte geräumt werden.

Dann sollte man doch schon jetzt so konsequent sein und die Russen/Assad herein bitten. Erhalten die Kurden dann Autonomie? Gewiss nicht. Aber wenigstens muss man nicht mit den weitaus schlimmeren Konsequenzen leben, denen die USA ja aus welchen Interessen auch immer zustimmen...

Auch wenn man sich die Politik der USA im Irak betrachtet erkennt man keine wirkliche Linie. Und da spricht nicht nur der verbitterte und enttäuschte Kurde aus mir.

Vielleicht wird man aber in naher Zukunft in Washington einsehen, dass man mit Verbündeten anders umgehen muss...
Make Kurdistan Free Again...
Benutzeravatar
Kardux
Beiträge: 2501
Registriert: Fr 29. Mär 2013, 16:48
Benutzertitel: کوردستان زیندووە

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » Mi 6. Jun 2018, 13:16

King Kong 2006 hat geschrieben:Die Kurden werden sich immer mit den Türken, Iranern und Arabern arrangieren müssen.


Nette Rhetorik. Wieso kommen Sie aber nicht auf den Punkt?

Ich kann Ihnen aber versichern, dass sich die Kurden niemals mit Faschismus, Apartheid, Genozid, Assimilierung und Leugnung arrangieren werden und erst rest nicht müssen. Niemals. Das sollte mittlerweile der dümmste Türke, Perser oder Araber begriffen haben. Versuchen tun sie es noch immer, weil man im Nahen Osten auch sonst nicht an Ko-Existenz und Vernunft Interesse zeigt - derzeit zumindest.
Make Kurdistan Free Again...
Benutzeravatar
Europa2050
Beiträge: 3044
Registriert: Di 4. Mär 2014, 08:38
Benutzertitel: Kein Platz für Nationalismus

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Europa2050 » Mi 6. Jun 2018, 14:19

Kardux hat geschrieben:(06 Jun 2018, 14:00)

Die YPG/PKK hat mitnichten "hin und her priorisiert" - genau das kritisiere ich schon seit sehr langer Zeit. Hätte die PKK/YPG das notwendige Verständnis priorisieren zu können, müssten heute Kurden aus Efrîn ihre Heimat nicht verlassen! In Efrîn würden heute keine Halsabschneider patroullieren und es würden keine Araber aus Ghouta, Homs, usw. den Besitz von Kurden übernehmen.

Die YPG/PKK hat zu Beginn des Konflikts jedoch "priorisiert". Damals (2011-2014) als man sich im Westen noch zurücklehnte und die Priorität darin lag Assad unter ALLEN Umständen zu stürzen, hatten die Kurden als ausgemachtes Zielobjekt von moderaten und weniger moderaten Halsabschneidern nunmal keine andere Wahl als zu "priorisieren". Um ihre Existenz zu sichern waren die Kurden von Anfang an gezwungen sich gegen die Feinde Assads zu richten. Es gab zwar einige Zeit lang viele Kurden innerhalb der FSA, aber das änderte sich abrupt nachdem sich diese Bewegung den Interessen Ankaras und Dohas unterordnen musste.

Als sich die USA dann vor dem Fall Kobanês entschlossen die Kurden zu unterstützen, veränderte sich die Ausgangslage der Kurden. Nun mussten sie zwischen Moskau und Washington lavieren. Sie entschieden sich aber recht früh dazu östlich des Euphrates aber auch in Menbic mit den USA zu kooperieren. Von einer Priorisierung kann gar keine Rede sein! Die Kurden (sowohl in Syrien als auch im Irak) haben IMMER die USA, Russland vorgezogen - eine Feindschaft zu den Russen will man jedoch nicht, verständlich wie ich finde. Die Russen drängten jedoch seit Jahren darauf hin, dass sich die YPG/PKK vom Westen abwenden - mit dem ultimativen Ziel, das Assad die Kontrolle über ganz Syrien erlangt (speziell den Erdölgebieten). Die Kurden haben ihren Kurs nicht verändert und durften dank dieser dummen Politik der PKK die Konsequenzen in Efrîn tragen. Russland ließ, nachdem sie die PKK lange Zeit warnten, die Leine an der Erdogan hing und noch immer hängt los.

Die Reaktion der USA? Efrîn war niemals unser Aufgabenbereich. Ok, das ist noch verständlich gewesen - auch wenn es im Hinblick auf die Entvölkerung Efrîns einen faden Beigeschmack hinterlässt. Aber nun soll die PKK auch Menbic für pro-türkische Jihadisten räumen - ein Gebiet das sehr wohl unter ihrem Aufgabenbereich stand. Morgen heißt es dann, räumt Raqqa. Und übermorgen müssen wohl kurdische Städte geräumt werden.

Dann sollte man doch schon jetzt so konsequent sein und die Russen/Assad herein bitten. Erhalten die Kurden dann Autonomie? Gewiss nicht. Aber wenigstens muss man nicht mit den weitaus schlimmeren Konsequenzen leben, denen die USA ja aus welchen Interessen auch immer zustimmen...

Auch wenn man sich die Politik der USA im Irak betrachtet erkennt man keine wirkliche Linie. Und da spricht nicht nur der verbitterte und enttäuschte Kurde aus mir.

Vielleicht wird man aber in naher Zukunft in Washington einsehen, dass man mit Verbündeten anders umgehen muss...


Nicht bei diesem U.S.-Präsidenten, der für einen vermeintlichen kurzfristigen Vorteil immer Verrat begehen wird - an Schutzbefohlenen, Freunden, Verbündeten aber auch an Verträgen, Vertrauen und letztlich auch dem Ansehen der USA :mad2:
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
Benutzeravatar
Kardux
Beiträge: 2501
Registriert: Fr 29. Mär 2013, 16:48
Benutzertitel: کوردستان زیندووە

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » Mi 6. Jun 2018, 15:01

Europa2050 hat geschrieben:(06 Jun 2018, 15:19)

Nicht bei diesem U.S.-Präsidenten, der für einen vermeintlichen kurzfristigen Vorteil immer Verrat begehen wird - an Schutzbefohlenen, Freunden, Verbündeten aber auch an Verträgen, Vertrauen und letztlich auch dem Ansehen der USA :mad2:


Ohne Trump verteidigen zu wollen (das ist wirklich nicht meine Intention) muss ich jedoch auch auf die inkonsistente Nahost-Politik seines Vorgängers verweisen. Ich bin der Meinung das Trump - dieser völlig irrationale Präsident - sogar die gesamte Außenpolitik (wenn nicht sogar Innenpolitik) der USA sinnbildlich verkörpert.

Verrat haben die USA schon oft an Verbündeten begangen (u.a. den Kurden). Und das lag gewiss nicht an der Inkompetenz der amerikanischen Verantwortlichen (Kissinger beispielsweise). Aber die Richtung, welche die USA seit 2000 geht, widerspricht jeder Logik.
Make Kurdistan Free Again...
Benutzeravatar
Europa2050
Beiträge: 3044
Registriert: Di 4. Mär 2014, 08:38
Benutzertitel: Kein Platz für Nationalismus

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Europa2050 » Mi 6. Jun 2018, 15:12

Kardux hat geschrieben:(06 Jun 2018, 16:01)

Ohne Trump verteidigen zu wollen (das ist wirklich nicht meine Intention) muss ich jedoch auch auf die inkonsistente Nahost-Politik seines Vorgängers verweisen. Ich bin der Meinung das Trump - dieser völlig irrationale Präsident - sogar die gesamte Außenpolitik (wenn nicht sogar Innenpolitik) der USA sinnbildlich verkörpert.

Verrat haben die USA schon oft an Verbündeten begangen (u.a. den Kurden). Und das lag gewiss nicht an der Inkompetenz der amerikanischen Verantwortlichen (Kissinger beispielsweise). Aber die Richtung, welche die USA seit 2000 geht, widerspricht jeder Logik.


Bin jetzt nicht so tief in den Details wie Du, aber siehst Du Obama bezüglich der Kurden auch so?
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4564
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 6. Jun 2018, 16:29

Kardux hat geschrieben:(06 Jun 2018, 14:16)

Nette Rhetorik. Wieso kommen Sie aber nicht auf den Punkt?

Ich kann Ihnen aber versichern, dass sich die Kurden niemals mit Faschismus, Apartheid, Genozid, Assimilierung und Leugnung arrangieren werden und erst rest nicht müssen. Niemals. Das sollte mittlerweile der dümmste Türke, Perser oder Araber begriffen haben. Versuchen tun sie es noch immer, weil man im Nahen Osten auch sonst nicht an Ko-Existenz und Vernunft Interesse zeigt - derzeit zumindest.


Das heißt ja nicht, das man das gut finden muß. Aber die USA sind da kein verläßlicher Partner. Ankara konnte die Trump-Truppe überzeugen die PKK/YPG/PJAK zum Rückzug zu bewegen. Aus Gebieten, die sie erobern konnten. Die USA bevorzugen die Türkei vor der PKK/YPG/PJAK. Ehemalige Waffengefährten. Die Waffen müssen auch abgegeben werden. Weitere Städte, die die Kurden halten sollen folgen.

Kurden ziehen aus syrischem Manbij ab, Russen von Libanon-Grenze

Çavuşoğlu überzeugte Pompeo in Washington

In der Stadt sind zur Unterstützung der YPG US-Spezialkräfte stationiert. Ein türkischer Angriff auf die Stadt drohte daher zu einer Konfrontation mit dem Nato-Partner USA zu führen. Seit einigen Monaten liefen Verhandlungen zwischen den Verbündeten, um den Konflikt zu entschärfen. Am Montag reiste der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu daher zu Gesprächen mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo nach Washington.

Nach seiner Rückkehr am Dienstag verkündete Çavuşoğlu, es sei ein Fahrplan vereinbart worden, wonach die YPG-Einheiten vor ihrem Abzug aus Manbij die Waffen abgeben, die sie von den USA für den Kampf gegen den IS erhalten hätten. Sobald der Plan umgesetzt sei, werde ein ähnlicher Plan für andere Städte unter YPG-Kontrolle umgesetzt, sagte der Außenminister laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu.


Das wird im Interesse der Araber (Syrien, Irak), Iraner und eben Türken sein.

Interessant ist auch ein Manöver der Russen.

Zugleich hat sich Russland nach Meldungen der israelischen Zeitung "Haaretz" wieder von einem Grenzstreifen zwischen Syrien und dem Libanon zurückgezogen, den es zuletzt besetzte hatte. Grund waren damals Sorgen Israels, dass der Iran über die mit ihm verbündete libanesische Schiitenmiliz Hisbollah in dem Gebiet Waffen in den Libanon schmuggeln könnte. Nun soll dort die syrische Armee stationiert werden.

derstandard.at/2000081015318/Syrische-Kurdenmiliz-zieht-aus-Manbidsch-ab


Russland ist für Israel und dem Iran ein Vorteil und Nachteil. Zum einen ist eine Veto-Macht an der Seite Irans in Syrien von Vorteil, auf der anderen Seite für Israel, da sie als Puffer zum Iran dienen können. Jetzt zieht sich Russland zurück.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Kardux
Beiträge: 2501
Registriert: Fr 29. Mär 2013, 16:48
Benutzertitel: کوردستان زیندووە

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » Do 7. Jun 2018, 09:52

Europa2050 hat geschrieben:(06 Jun 2018, 16:12)

Bin jetzt nicht so tief in den Details wie Du, aber siehst Du Obama bezüglich der Kurden auch so?


Der erstmalige Einmarsch der Türken in Nordsyrien erfolgte nunmal während der Obama-Administration. Sein einflussreicher Vize, Joe Biden, hat seine ambivalente Haltung zu den Kurden schon damals sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

https://www.nbcnews.com/news/world/kerry-tells-turkey-syrian-kurds-are-retreating-officials-n637661
http://www.dw.com/en/biden-says-kurdish-pkk-is-a-terror-group-plain-and-simple/a-19000607

Allgemein betrachtet war der pro-iranische Kurs der Obama-Regierung auch nicht wirklich förderlich - zumindest nicht für Israel, sunnitische Araber und natürlich die Kurden. Der Iran sah sich in seinem Vormarsch den Nahen Osten zu beherrschen eigentlich nur bestärkt. Was man auch nicht vergessen sollte ist die Tatsache, das mit Brett McGurk, Trump weiterhin auf einen Obama-Schützling im Nahen Osten setzt. Seine Nähe zu den Schiiten ist allseits bekannt.
Make Kurdistan Free Again...
Benutzeravatar
Kardux
Beiträge: 2501
Registriert: Fr 29. Mär 2013, 16:48
Benutzertitel: کوردستان زیندووە

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » Do 7. Jun 2018, 11:09

King Kong 2006 hat geschrieben:Das wird im Interesse der Araber (Syrien, Irak), Iraner und eben Türken sein.


Natürlich wird es im Interesse der oben genannten Völker sein, wenn die Kurden wieder marginalisiert werden. Waffen und Land abgeben. Sprache, Identität und Würde aufgeben. Das kennen wir schon.

King Kong 2006 hat geschrieben:Das heißt ja nicht, das man das gut finden muß. Aber die USA sind da kein verläßlicher Partner.


Weder die Kurden noch sonst eine Nation können erwarten das eine Weltmacht wie die USA zu 100 % verlässlich ist. Kein realistischer Mensch erwartet dies. Die USA haben ihre eigenen Interessen welche sie durchbringen möchten - das ist klar. Aber einen gewissen Realismus darf man auch von den USA erwarten. Die USA sind, auch wenn es Leute wie Sie nicht wahrhaben wollen, sehr interessiert daran im Nahen Osten zu verweilen (die Gründe kennen wir). Aber auf Dauer wird es ihren "natürlichen" Verbündeten auch zu blöd. Wie soll man sich denn auch auf einen stetigen Zick­zack­kurs einstellen?

Was nochmal das genaue Schicksal der Kurden betrifft:

Man wird sich nicht ewig mit solch inkompetenten politischen Führern (kurdischen Führern meine ich) wie jetzt herumschlagen müssen. Es werden auch irgendwann vernünftige Menschen kommen. Und bis dahin wird die kurdische Zivilbevölkerung den Faschisten in Teheran, Ankara, Baghdad und Damaskus das Leben weiterhin schwer machen. Man wird seine nationale Identität nicht aufgeben.

Es mag zwar sein, dass die jetzige Lage der Kurden wieder sehr schlecht aussieht (Autonomie im Nordirak ist mehr als nur geschwächt, Kurden im Iran und in der Türkei werden wie seit langem nicht mehr unterdrückt, von einer Autonomie kann in beiden Staaten keine Rede sein und die Kurden in Syrien müssen wohl damit rechnen das ihre gesamte Autonomieregion in naher Zukunft entweder von Assad bzw. von den pro-türkischen Jihadisten zerschlagen wird), aber im Nahen Osten ergeben sich immer Möglichkeiten. Niemand kann heute abschätzen was morgen in der Türkei und dem Iran geschieht - von Regimechange, Militärputschen, Bürgerkrieg bis hin zur sanften Demokratisierung ist fast alles möglich. Eine viel größerere Wundertüte sind die beiden failed states Syrien und Irak. Und in allen vier Fällen, werden die Kurden immer in den Startlöchern stehen und versuchen sich vom Joch dieser faschistischen Staaten zu befreien.
Make Kurdistan Free Again...
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 30888
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 7. Jun 2018, 11:51

Kardux hat geschrieben:(06 Jun 2018, 14:00)

Die YPG/PKK hat mitnichten "hin und her priorisiert" - genau das kritisiere ich schon seit sehr langer Zeit. Hätte die PKK/YPG das notwendige Verständnis priorisieren zu können, müssten heute Kurden aus Efrîn ihre Heimat nicht verlassen! In Efrîn würden heute keine Halsabschneider patroullieren und es würden keine Araber aus Ghouta, Homs, usw. den Besitz von Kurden übernehmen.

Die YPG/PKK hat zu Beginn des Konflikts jedoch "priorisiert". Damals (2011-2014) als man sich im Westen noch zurücklehnte und die Priorität darin lag Assad unter ALLEN Umständen zu stürzen, hatten die Kurden als ausgemachtes Zielobjekt von moderaten und weniger moderaten Halsabschneidern nunmal keine andere Wahl als zu "priorisieren". Um ihre Existenz zu sichern waren die Kurden von Anfang an gezwungen sich gegen die Feinde Assads zu richten. Es gab zwar einige Zeit lang viele Kurden innerhalb der FSA, aber das änderte sich abrupt nachdem sich diese Bewegung den Interessen Ankaras und Dohas unterordnen musste.

Als sich die USA dann vor dem Fall Kobanês entschlossen die Kurden zu unterstützen, veränderte sich die Ausgangslage der Kurden. Nun mussten sie zwischen Moskau und Washington lavieren. Sie entschieden sich aber recht früh dazu östlich des Euphrates aber auch in Menbic mit den USA zu kooperieren. Von einer Priorisierung kann gar keine Rede sein! Die Kurden (sowohl in Syrien als auch im Irak) haben IMMER die USA, Russland vorgezogen - eine Feindschaft zu den Russen will man jedoch nicht, verständlich wie ich finde. Die Russen drängten jedoch seit Jahren darauf hin, dass sich die YPG/PKK vom Westen abwenden - mit dem ultimativen Ziel, das Assad die Kontrolle über ganz Syrien erlangt (speziell den Erdölgebieten). Die Kurden haben ihren Kurs nicht verändert und durften dank dieser dummen Politik der PKK die Konsequenzen in Efrîn tragen. Russland ließ, nachdem sie die PKK lange Zeit warnten, die Leine an der Erdogan hing und noch immer hängt los.

Die Reaktion der USA? Efrîn war niemals unser Aufgabenbereich. Ok, das ist noch verständlich gewesen - auch wenn es im Hinblick auf die Entvölkerung Efrîns einen faden Beigeschmack hinterlässt. Aber nun soll die PKK auch Menbic für pro-türkische Jihadisten räumen - ein Gebiet das sehr wohl unter ihrem Aufgabenbereich stand. Morgen heißt es dann, räumt Raqqa. Und übermorgen müssen wohl kurdische Städte geräumt werden.

Dann sollte man doch schon jetzt so konsequent sein und die Russen/Assad herein bitten. Erhalten die Kurden dann Autonomie? Gewiss nicht. Aber wenigstens muss man nicht mit den weitaus schlimmeren Konsequenzen leben, denen die USA ja aus welchen Interessen auch immer zustimmen...

Auch wenn man sich die Politik der USA im Irak betrachtet erkennt man keine wirkliche Linie. Und da spricht nicht nur der verbitterte und enttäuschte Kurde aus mir.

Vielleicht wird man aber in naher Zukunft in Washington einsehen, dass man mit Verbündeten anders umgehen muss...

Die PYD hat es verpasst, sich im Rahmen des Arabischen Frühlings zu reformieren oder zu erneuern und gemeinsam mit der anderen Kurdenvertretung sich der nationalen Erhebung anzuschließen. Das war der eine Fehler. Der andere Fehler war, ein unsicherer Kantonist zu sein.
Das Zaudern der Westmächte war auch ein Fehlprozess und so kam es, wie es kommen musste. Man hätte sich primär um Assad kümmern und den Plan einer Übergangsregierung verfolgen müssen, sodann um terroristische Sekten.
Aber das ist Vergangenheit.

Nun versucht natürlich jede Partei, sich seine Einflußsphäre zu sichern, ein Stück vom Kuchen abzuschneiden und die jeweiligen Partikularinteressen zu verfolgen. Syrien ist ein Failed State, aufgeteilt in diverse Kontrollabschnitte.
Und eines dieser Kontrollabschnitte fußt eben auf der türkisch-russisch-iranischen Absprache.
Nun haben Amerikaner, Araber und Israelis die iranische Krake als Hauptmotor des chaotischen Getriebes erkannt und stellen sich zur Eindämmung auf. Das ist jetzt priorisiert. IS war gestern, IR ist heute.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4564
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 7. Jun 2018, 13:06

Kardux hat geschrieben:(07 Jun 2018, 12:09)

Natürlich wird es im Interesse der oben genannten Völker sein, wenn die Kurden wieder marginalisiert werden. Waffen und Land abgeben. Sprache, Identität und Würde aufgeben. Das kennen wir schon.



Weder die Kurden noch sonst eine Nation können erwarten das eine Weltmacht wie die USA zu 100 % verlässlich ist. Kein realistischer Mensch erwartet dies. Die USA haben ihre eigenen Interessen welche sie durchbringen möchten - das ist klar. Aber einen gewissen Realismus darf man auch von den USA erwarten. Die USA sind, auch wenn es Leute wie Sie nicht wahrhaben wollen, sehr interessiert daran im Nahen Osten zu verweilen (die Gründe kennen wir). Aber auf Dauer wird es ihren "natürlichen" Verbündeten auch zu blöd. Wie soll man sich denn auch auf einen stetigen Zick­zack­kurs einstellen?

Was nochmal das genaue Schicksal der Kurden betrifft:

Man wird sich nicht ewig mit solch inkompetenten politischen Führern (kurdischen Führern meine ich) wie jetzt herumschlagen müssen. Es werden auch irgendwann vernünftige Menschen kommen. Und bis dahin wird die kurdische Zivilbevölkerung den Faschisten in Teheran, Ankara, Baghdad und Damaskus das Leben weiterhin schwer machen. Man wird seine nationale Identität nicht aufgeben.

Es mag zwar sein, dass die jetzige Lage der Kurden wieder sehr schlecht aussieht (Autonomie im Nordirak ist mehr als nur geschwächt, Kurden im Iran und in der Türkei werden wie seit langem nicht mehr unterdrückt, von einer Autonomie kann in beiden Staaten keine Rede sein und die Kurden in Syrien müssen wohl damit rechnen das ihre gesamte Autonomieregion in naher Zukunft entweder von Assad bzw. von den pro-türkischen Jihadisten zerschlagen wird), aber im Nahen Osten ergeben sich immer Möglichkeiten. Niemand kann heute abschätzen was morgen in der Türkei und dem Iran geschieht - von Regimechange, Militärputschen, Bürgerkrieg bis hin zur sanften Demokratisierung ist fast alles möglich. Eine viel größerere Wundertüte sind die beiden failed states Syrien und Irak. Und in allen vier Fällen, werden die Kurden immer in den Startlöchern stehen und versuchen sich vom Joch dieser faschistischen Staaten zu befreien.


Die Kurden haben erneut ihre Schuldigkeit für die USA getan. Nicht mehr wichtig. Die beiden grossen Führer Trump und Erdogan sind natürliche Buddies. Mit dem Iran wird man sich nach Trump wieder arrangieren.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Alter Stubentiger
Beiträge: 3141
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 08:20
Benutzertitel: Sozialdemokrat

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 7. Jun 2018, 13:34

DarkLightbringer hat geschrieben:(07 Jun 2018, 12:51)

Die PYD hat es verpasst, sich im Rahmen des Arabischen Frühlings zu reformieren oder zu erneuern und gemeinsam mit der anderen Kurdenvertretung sich der nationalen Erhebung anzuschließen. Das war der eine Fehler. Der andere Fehler war, ein unsicherer Kantonist zu sein.
Das Zaudern der Westmächte war auch ein Fehlprozess und so kam es, wie es kommen musste. Man hätte sich primär um Assad kümmern und den Plan einer Übergangsregierung verfolgen müssen, sodann um terroristische Sekten.
Aber das ist Vergangenheit.

Nun versucht natürlich jede Partei, sich seine Einflußsphäre zu sichern, ein Stück vom Kuchen abzuschneiden und die jeweiligen Partikularinteressen zu verfolgen. Syrien ist ein Failed State, aufgeteilt in diverse Kontrollabschnitte.
Und eines dieser Kontrollabschnitte fußt eben auf der türkisch-russisch-iranischen Absprache.
Nun haben Amerikaner, Araber und Israelis die iranische Krake als Hauptmotor des chaotischen Getriebes erkannt und stellen sich zur Eindämmung auf. Das ist jetzt priorisiert. IS war gestern, IR ist heute.

Erdogan ist nicht weniger präsent als die Iraner oder die Russen.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 30888
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 7. Jun 2018, 13:38

Alter Stubentiger hat geschrieben:(07 Jun 2018, 14:34)

Erdogan ist nicht weniger präsent als die Iraner oder die Russen.

Wo ist er denn, im Jemen, im Irak, im Libanon, auf den Golanhöhen ?
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]

Zurück zu „36. Arabische Welt“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast