Wie weiter mit Syrien ?

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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » Mo 17. Apr 2017, 15:05

DarkLightbringer hat geschrieben:Es muss drei Prioritäten in der Region geben - die Absetzung Assads, das Zurückdrängen des real existierenden IS Iran und die Zerschlagung des IS in seiner Gestalt als operationsfähige Terror-Organisation.


Genau das stört mich an Ihrem Standpunkt. Zum einen sagt die Reihenfolge Ihrer Liste schon viel über Sie aus, zum anderen fehlen in dieser Liste Akteure wie Al-Qaida, Ahrar al Sham und diverse andere Jihadistengruppen die mit Ihrer Utopie (einem demokratischen und pluralistischen Syrien) nicht kompatibel sind. Ihre Argumentation ist schon tendenziös wenn Sie die Zerschlagung des IS nicht als oberste Priorität setzen. Ist Assad ein Massenmörder? Gewiss, das ist er. Ist der Iran der derzeit größte Destabilisator des Nahen Ostens? Gewiss, das ist er. Und trotzdem ist der IS einzigartig. Kein Akteur in diesem Bürgerkrieg hat aufgrund der Ethnie oder Konfession so konsequent Menschen abgeschlachtet aber auch versklavt wie es der IS tat und weiterhin tut.

Danach kommt gewiss der Massenmörder Assad, die diversen anderen sunnitischen Jihadistengruppen aber auch die schiitischen Milizen, welche den gemäßgten Halsabschneidern um nichts nachstehen. Diese schiitischen Milizen werden vom Iran gestützt.

DarkLightbringer hat geschrieben:Die Opposition, das syrische Volk und die zivilisierten Nationen.
Terrorismus ist keine Option und das ist völlig unabhängig von der konfessionellen Frage. Wenn man so will, haben Assads Anhänger eine eigene Religion - es sollen schon Leute gefoltert worden sein, bis sie sagen "Es gibt keinen Gott außer Assad". Ähnliche Vorfälle weisen genau in diese Richtung.
Wenn Sie unter "Grenzen und Mauern" vorläufige Schutzzonen verstehen wollen, wären wir uns da fast einig.


Wer ist die Opposition? Es existiert keine demokratische Opposition in Syrien. Alle Rebellengruppen die boots on the ground haben sind radikal eingestellt und fordern die Einführung der Sharia. Und wie diese Gruppen zu Minderheiten stehen erleben wir doch tagtäglich in Syrien. Abgesehen davon gibt es das syrische Volk nicht - hat es auch nie gegeben.

Unter Grenzen und Mauern verstehe ich eine Neuordnung. Schutzzonen sind nur eine temporäre Lösung bis man neue Grenzen abgesteckt hat.

DarkLightbringer hat geschrieben:Selbst wenn jemand von der Opposition mal eine Ordnungswidrigkeit begangen hätte, zum Beispiel falsch geparkt, so wäre er immer noch weit gemäßigter als Assad.


Al-Qaida oder Ahrar al Sham begnügt sich aber nicht mit Falschparken. Das mag Ihnen vielleicht entgangen sein, ich erinnere Sie trotzdem daran. Wie gesagt, diese Opposition wird in Syrien von Jihadistengruppen repräsentiert, diese haben bereits schwerste Verbrechen begangen. Die Nusra-Front hat beispielsweise Kurden in Syrien mit chemischen Waffen angegriffen.

DarkLightbringer hat geschrieben:Die Destabilisierung in der Region ist ein Problem, in der Tat. Deshalb sollte etwas unternommen werden. Wenn Sie die Grenzen in der Region ändern wollen, müssen Sie das mit den betroffenen Ländern oder in der UNO beraten. Mein Standpunkt ist der, dass jede gewaltsame Veränderung von Staatsgrenzen der Selbstbestimmung widerspricht.


Stimmt, das Sykes-Picot-Abkommen war wirklich ein Ausdruck der Selbstbestimmung der Völker vorort...

DarkLightbringer hat geschrieben:Wenn man die Gespräche in Genf abbrechen würde, gäbe es dennoch Telefone. Das Regime setzt auf Krieg statt auf Politik. Das Ausspielen von Minderheiten gegen Mehrheiten lehnt die Opposition aus guten Gründen ab und das Thema Föderalismus ist ohne Waffenstillstand eher nachrangig.


Das Auspielen von Minderheiten? Die syrische Opposition ist ein Wolf im Schafspelz. Die strikte Ablehnung allen Minderheiten Rechte zu gewähren und den Föderalismus konsequent abzulehnen ist der ultimative Beweis, das es mit so einer Opposition keine Lösung geben wird. Verständlich das die Minderheiten mit solchen Heuchlern nicht weiter verhandeln möchten.

Wichtig ist natürlich ein Waffenstillstand, das ist die oberste Priorität, aber auch so gibt es keine nachhaltige Lösung. Denn im Grunde ist der Föderalismus gar nicht einmal verhandelbar. Er könnte lediglich die letzte Chance sein Syrien formal als Ganzes zu halten. Ansonsten geht es - wenn man konsequent sein möchte - darum Syrien nach den ethno-konfessionellen Grenzen aufzuteilen. Wer aber schon den Föderalismus ablehnt zeigt klar und deutlich das er nach der ganzen Macht greift.

DarkLightbringer hat geschrieben:Die Stabilität Europas beruht auf dem Wert der Demokratie - Gleichheit, Freiheit, Humanität - und der atlantischen Sicherheitsarchitektur. In Europa wird schon lange nicht mehr nach katholischen oder protestantischen Regierungen unterschieden.
Die Konzentration auf Ethnien, Konfessionen, Clans oder Verwandtschaftsverhältnisse führt an der Sache vorbei.


Europa kam erst zur Ruhe nachdem viele neue Staaten gegründet wurden - natürlich im Sinne von ethnozentrischen Überlegungen. Europa besteht größtenteils aus ethnisch homogenen Staaten. Und dort wo dies nicht der Fall ist kam es weiterhin zu Unruhen (siehe Baskenland, Nordirland, mit Abstrichen in Belgien). In Europa ist genügend Blut geflossen bis es zur Gleichheit, Freiheit, und Humanität kam. Und trotz dieses demokratischen Prozess und dem Zusammenschluss in einer Wertegemeinschaft namens EU pocht die Mehrheit der EU-Bürger auf ihre nationale Identität. Der Nationalismus nimmt auch wieder in Europa zu.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 18. Apr 2017, 03:41

Kardux hat geschrieben:(17 Apr 2017, 16:05)

Genau das stört mich an Ihrem Standpunkt. Zum einen sagt die Reihenfolge Ihrer Liste schon viel über Sie aus, zum anderen fehlen in dieser Liste Akteure wie Al-Qaida, Ahrar al Sham und diverse andere Jihadistengruppen die mit Ihrer Utopie (einem demokratischen und pluralistischen Syrien) nicht kompatibel sind. Ihre Argumentation ist schon tendenziös wenn Sie die Zerschlagung des IS nicht als oberste Priorität setzen. Ist Assad ein Massenmörder? Gewiss, das ist er. Ist der Iran der derzeit größte Destabilisator des Nahen Ostens? Gewiss, das ist er. Und trotzdem ist der IS einzigartig. Kein Akteur in diesem Bürgerkrieg hat aufgrund der Ethnie oder Konfession so konsequent Menschen abgeschlachtet aber auch versklavt wie es der IS tat und weiterhin tut.
Danach kommt gewiss der Massenmörder Assad, die diversen anderen sunnitischen Jihadistengruppen aber auch die schiitischen Milizen, welche den gemäßgten Halsabschneidern um nichts nachstehen. Diese schiitischen Milizen werden vom Iran gestützt.

Also, wenn der Medienbericht die Reihenfolge korrekt wieder gibt, dann hat die US-Botschafterin tatsächlich zuerst die Absetzung Assads genannt, dann den IS und am Schluß die Verringerung des iranischen Einflusses. Mir schien die Anfügung des Irans unmittelbar nach Assad logisch zu sein.
Assad ist fraglos der größte Schlächter vor Ort, vor allem aber ist das Regime das Kernproblem in Syrien. IS und Regime ergänzen einander, bedingen sich fast. Im Irak haben Sie dieses Problem nicht, weshalb man sich zur Gänze auf den IS konzentriert. Es macht keinen Sinn, an die Tür zu klopfen und nach Terroristen der Sorte A zu suchen, um dann wieder aus Prioritätsgründen zu gehen, mit dem Hinweis, Terroristen der Sorte B kommen gleich, aber um die kümmern wir uns gerade nicht. Ich würde die Dinge also nicht so völlig losgelöst voneinander sehen. Und Terrorismus "jedweder Form" ein Ende zu setzen, heißt einfach jedweder Form.

Wer ist die Opposition? Es existiert keine demokratische Opposition in Syrien. Alle Rebellengruppen die boots on the ground haben sind radikal eingestellt und fordern die Einführung der Sharia. Und wie diese Gruppen zu Minderheiten stehen erleben wir doch tagtäglich in Syrien. Abgesehen davon gibt es das syrische Volk nicht - hat es auch nie gegeben.

Wenn es Syrien gibt, gibt es auch ein Volk dazu. Gemeint ist das Staatsvolk innerhalb der international anerkannten Grenzen, also die Bürger jeder Coleur und Sippe. Die Syrische Nationalkoalition fordert ein demokratisches Syrien mit gleichen Rechten für alle.

Unter Grenzen und Mauern verstehe ich eine Neuordnung. Schutzzonen sind nur eine temporäre Lösung bis man neue Grenzen abgesteckt hat.

Die Menschen brauchen Sicherheit, Schutz vor Bomben und Terroristen. Und wenn Sie eine Neuordnung wollen, müssen Sie Wahlen gewinnen und Politik machen.

Al-Qaida oder Ahrar al Sham begnügt sich aber nicht mit Falschparken. Das mag Ihnen vielleicht entgangen sein, ich erinnere Sie trotzdem daran. Wie gesagt, diese Opposition wird in Syrien von Jihadistengruppen repräsentiert, diese haben bereits schwerste Verbrechen begangen. Die Nusra-Front hat beispielsweise Kurden in Syrien mit chemischen Waffen angegriffen.

Die weit überwiegende Mehrheit in Syrien besteht aus Zivilisten.

Stimmt, das Sykes-Picot-Abkommen war wirklich ein Ausdruck der Selbstbestimmung der Völker vorort...

Jedes Ereignis hat seine eigene Zeit. Zu Trojas Zeiten waren gewaltsame Grenzveränderungen allgemeiner Usus, heute nicht mehr.

Das Auspielen von Minderheiten? Die syrische Opposition ist ein Wolf im Schafspelz. Die strikte Ablehnung allen Minderheiten Rechte zu gewähren und den Föderalismus konsequent abzulehnen ist der ultimative Beweis, das es mit so einer Opposition keine Lösung geben wird. Verständlich das die Minderheiten mit solchen Heuchlern nicht weiter verhandeln möchten.

Mit "Minderheiten" meinen Sie das Regime? Der SNC fordert schon lange gleiche Rechte für alle. Das Regime bringt Babys um und erklärt diese zu Terroristen.

Wichtig ist natürlich ein Waffenstillstand, das ist die oberste Priorität, aber auch so gibt es keine nachhaltige Lösung. Denn im Grunde ist der Föderalismus gar nicht einmal verhandelbar. Er könnte lediglich die letzte Chance sein Syrien formal als Ganzes zu halten. Ansonsten geht es - wenn man konsequent sein möchte - darum Syrien nach den ethno-konfessionellen Grenzen aufzuteilen. Wer aber schon den Föderalismus ablehnt zeigt klar und deutlich das er nach der ganzen Macht greift.

Ein Waffenstillstand ist das wichtigste, danach kann man Politik machen.

Europa kam erst zur Ruhe nachdem viele neue Staaten gegründet wurden - natürlich im Sinne von ethnozentrischen Überlegungen. Europa besteht größtenteils aus ethnisch homogenen Staaten. Und dort wo dies nicht der Fall ist kam es weiterhin zu Unruhen (siehe Baskenland, Nordirland, mit Abstrichen in Belgien). In Europa ist genügend Blut geflossen bis es zur Gleichheit, Freiheit, und Humanität kam. Und trotz dieses demokratischen Prozess und dem Zusammenschluss in einer Wertegemeinschaft namens EU pocht die Mehrheit der EU-Bürger auf ihre nationale Identität. Der Nationalismus nimmt auch wieder in Europa zu.

Es gab auch mal den Dreißigjährigen Krieg, sicher. Aber den will niemand mehr.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » Di 18. Apr 2017, 11:20

DarkLightbringer hat geschrieben:Also, wenn der Medienbericht die Reihenfolge korrekt wieder gibt, dann hat die US-Botschafterin tatsächlich zuerst die Absetzung Assads genannt, dann den IS und am Schluß die Verringerung des iranischen Einflusses. Mir schien die Anfügung des Irans unmittelbar nach Assad logisch zu sein.


Die USA hat mehr als nur einmal verkündet das die Zerschlagung des IS oberste Priorität hat.

Mattis: Priority remains the defeat of ISIS

https://www.usatoday.com/videos/news/nation/2017/04/11/mattis-priority-remains-defeat-isis/100345396/

Wenn die Reihenfolge so aussieht das man Assad absetzt und Irans Einfluss eindämmt ist die Zerschlagung des IS unmöglich. Wer möchte dann den IS noch vorort bekämpfen? Die Kurden reichen dafür gewiss nicht aus. Es sei denn der IS ist, wie es viele Verschwörungstheoretiker immer behaupten, ein Konstrukt der USA.

Und wieso fehlen in Ihrer Liste jihadistische Gruppen wie Ahrar al Sham oder AL Qaida?

DarkLightbringer hat geschrieben:Assad ist fraglos der größte Schlächter vor Ort, vor allem aber ist das Regime das Kernproblem in Syrien.


Assad ist quantitativ der größte Schlächter vor Ort, weil er die Mittel dazu hat. Qualitativ ist der IS der größte Schlächter vor Ort. Und die gemäßigten Halsabschneider unterscheiden sich qualitativ nicht vom Assad-Regime wenn es darum geht Menschen abzuschlachten oder zu opfern - nur haben sie, wie bereits erwähnt nicht die nötige Ausstattung und den Support wie ihn Assad besitzt. Wenn die gemäßigten Halsabschneider über eine Luftwaffe verfügen würden, dürften sich die Menschen an der syrischen Westküste, in Damaskus, aber auch in den Kurdengebieten warm anziehen. Zum Glück ist dies nicht der Fall.

Abgesehen davon messe ich Assad nicht diese Wichtigkeit zu, um ihn als das Kernproblem zu bezeichnen. Würden sich etwa alle Probleme in Luft auflösen wenn Assad morgen nicht mehr Präsident wäre? Würde ein alawitischer Nachfolger besser sein? Oder würde ein Regimechange zugunsten der Sunniten die ganz offen die Sharia fordern das Problem lösen? Assad ist nur eine Marionette, er vertritt bestimmte Volksgruppen, die von regionalen und überregionalen Mächten ausgenutzt werden um ihre geostrategischen Interessen zu verfolgen. Das Kernproblem in Syrien war und ist der totale Machtanspruch einer Gruppe über die andere. Das gilt es zu lösen.

DarkLightbringer hat geschrieben:Im Irak haben Sie dieses Problem nicht, weshalb man sich zur Gänze auf den IS konzentriert.


Das schiitische Regime in Baghdad unterscheidet sich nicht von Assads-Regime. Es ist nicht weniger blutrünstig. Der IS ist auch nicht in Syrien entstanden, sondern im Irak. Die Erstarkung des IS erfolgte im Irak, als Reaktion auf Malikis Feldzug gegen die sunnitischen Iraker. Maliki durfte im Zentral- und Nordirak wüten wie er wollte, westliche Medien hatten dieses Thema fast komplett ignoriert. Dabei kam es zu extralegalen Hinrichtungen auf offener Straße seitens schiitischer Milizen oder der irakisch-schiitischen Armee. Die Schiiten im Irak begnügten sich bei ihrem Rachefeldzug gegen die Sunniten nicht darauf Letztere politisch ausgegrenzt zu haben bzw. Saddam und seine Gefolgschaft hingerichtet zu haben. Auch im Irak hat die Zerschlagung des IS oberste Priorität, aber der IS ist auch nicht das Kernproblem. Der IS kann in den Untergrund gehen, oder sich neu strukturieren, sich auch umbenennen. Andere Jihadistengruppen, die heute noch vom Westen zähneknirschend als Rebellen umfasst werden, könnten schon morgen in die Fußstapfen des IS treten. Es gilt eine Lösung für die Sunniten im Irak und in Syrien zu finden, aber nicht auf Kosten anderer Volksgruppen!

DarkLightbringer hat geschrieben:Ich würde die Dinge also nicht so völlig losgelöst voneinander sehen. Und Terrorismus "jedweder Form" ein Ende zu setzen, heißt einfach jedweder Form.


Aha. Also sollte man gleichzeitig Assad, die schiitischen Milizen und den IS zerschlagen? Und wer bitteschön soll das tun? Das syrische Volk? Syrische Zivilisten?

DarkLightbringer hat geschrieben:Wenn es Syrien gibt, gibt es auch ein Volk dazu. Gemeint ist das Staatsvolk innerhalb der international anerkannten Grenzen, also die Bürger jeder Coleur und Sippe. Die Syrische Nationalkoalition fordert ein demokratisches Syrien mit gleichen Rechten für alle.


Fordern kann man viel, wenn der Tag lang ist. In Baghdad hält sich die schiitische Regierung nicht einmal an die Verfassung. Weshalb sollten die sunnitische Mehrheit in Syrien demokratischer sein? Im Gegenteil. Die Syrische Nationalkoalition möchte nicht einmal den Schein wahren - schon heute lehnen sie den Föderalismus ab, also wie soll das dann bitte weiter gehen wenn sie in Damaskus sitzen? Und wie gesagt, es gibt kein syrisches Volk. Diese international anerkannten Grenzen wurden von westlichen Imperialisten gezogen. Eine natürliche Verbundenheit existiert nicht - daher kann man auch nicht von einem Volk sprechen.

DarkLightbringer hat geschrieben:Die Menschen brauchen Sicherheit, Schutz vor Bomben und Terroristen. Und wenn Sie eine Neuordnung wollen, müssen Sie Wahlen gewinnen und Politik machen.


Ja, natürlich brauchen das die Menschen. Und wer soll diese Sicherheit langfristig gewähren? Eine syrische Zentralregierung die von Sunniten geführt wird, welche die Sharia einführen wollen und einen Groll gegen Nicht-Sunniten und Nicht-Araber hegen?
Die Schutzzonen wären ein guter Anfang, aber auch keine langfristige Lösung. Am Ende muss man wohl schauen wer die Menschen in diesen Schutzzonen wirklich bedroht und dementsprechend dann Grenzen ziehen.

DarkLightbringer hat geschrieben:Die weit überwiegende Mehrheit in Syrien besteht aus Zivilisten.


Zivilisten entscheiden keine Kriege und sind kein Machtfaktor. Sie berufen sich immer wieder auf die syrische Opposition. Sind das etwa Zivilisten? Nein. Und auf wen beruft sich die syrische Opposition? Nicht etwa auf ihre Kämpfer vor Ort? Und wer genau ist das derzeit in Syrien? Zivilisten sind das bestimmt keine.

DarkLightbringer hat geschrieben:Jedes Ereignis hat seine eigene Zeit. Zu Trojas Zeiten waren gewaltsame Grenzveränderungen allgemeiner Usus, heute nicht mehr.


Dann war wohl die Zerstückelung Jugoslawiens auch zu Trojas Zeiten? Die Krim-Annexion war, wenn ich mich nicht irre vor 3 Jahren. Grenzveränderungen waren und sind etwas Natürliches seit es Menschen gibt. Rhetorische Zusätze wie "gewaltsam" sind im historischen Kontext irrelevant. Denn fast immer wurden diese Grenzen gewaltsam festgelegt und im Anschluss daran wurden diese Grenzen gewaltsam zusammen gehalten.

DarkLightbringer hat geschrieben:Mit "Minderheiten" meinen Sie das Regime? Der SNC fordert schon lange gleiche Rechte für alle. Das Regime bringt Babys um und erklärt diese zu Terroristen.


Natürlich ist das alawitische Regime von Assad eine numerische Minderheit im Land. Und ja, dieses Regime bringt Babys um und erklärt diese zu Terroristen. Und wie wird eine sunnitische Regierung in Damaskus agieren die all dieses Leid ertragen musste mit diesen "Babymördern" umgehen? Oder wollen Sie behaupten das für die Sunniten mit der Zerschlagung des Assad-Regimes alles bereinigt wäre? Assad und sein Kabinett haben diese Baby immerhin nicht eigenhändig getötet.

Um ehrlich zu sein, finde ich diese Babymörder-Rhetorik auch sehr tendenziös. Ihr ständiger Versuch eine binäre Unterscheidung zwischen dem bösen Assad-Regime und der guten und unschuldigen Gegenseite aufzustellen ist realitätsfremd. Aber Sie tun es ganz bewusst. Auch Sie wissen das diese Gegenseite Babys umbringt, Menschen foltert, Frauen vergewaltigt, und Menschen systematisch enthauptet. Schon fast alle seriösen westlichen Medien haben sich von dieser binären Unterscheidung verabschiedet. Ahrar al Sham, Al Qaida sind nicht die Guten! Sie sind genauso blutrünstig wie Assad.

DarkLightbringer hat geschrieben:Ein Waffenstillstand ist das wichtigste, danach kann man Politik machen.


Ja, das auf jedenfall. Aber dann muss das auch ein wirklicher Waffenstillstand sein und keine Verschnaufpause für extremistische Jihadisten.

DarkLightbringer hat geschrieben:Es gab auch mal den Dreißigjährigen Krieg, sicher. Aber den will niemand mehr.


Ja, Europa hat seine Erfahrungen gesammelt. Das gilt nicht für den Nahen Osten. Ähnlich wie die Europäer enthusiastisch zum 1.WK voran schritten, sind die verschiedenen Volksgruppen im Nahen Osten bereit ihr Leben zu opfern und die Gegenseite ohne jede Rücksicht abzuschlachten. Ich erkenne keine Kriegsmüdigkeit und keinen Respekt für die Gegenseite. Nehmen wir beispielsweise den Irak. Wussten die Schiiten in Baghdad etwa nicht was der Feldzug gegen die Sunniten bewirken wird? Und haben sie ihn trotzdem in Kauf genommen? Sogar jetzt, nachdem man den IS besiegt hat wüten wieder schiitische Milize durch sunnitische Dörfer und Städte.

Mir geht es nicht darum die Menschen im Nahen Osten als Barbaren zu klassifizieren, aber die Kriegsgeilheit ist gegeben. Genauso wie das auch in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts noch in Europa der Fall war. Man sucht im Nahen Osten ständig nach militärischen Lösungen. Die Araber glauben das sie Israel von der Landkarte tilgen könnten, Türken glauben sie könnten Kurden bis in alle Ewigkeiten knechten, die schiitischen Iraner glauben das sie als Minderheit die Führung des Nahen Ostens übernehmen könnten, die sunnitischen Araber glauben sie könnten Schiiten wie Sklaven halten, usw.

Die Liste ist sehr lang.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Vizegott » Di 25. Apr 2017, 05:47

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Apr 2017, 14:04)

Ein internationales Abkommen hat diesen Prozess ermöglicht. Dem Vorwurf der "Siegerjustiz" ist zu entgegnen, dass auch zuvor schon Verstöße gegen die Haager Landkriegsordnung geahndet worden sind. Der Militärgerichtshof selbst wies darauf hin.


Doch. Für folgende Anklagepunkte gibt es keine generelle Immunität:
- Verbrechen gegen den Frieden;
- kriminelle Verschwörung;
- Kriegsverbrechen;
- Verbrechen gegen die Humanität.



Würde es den straftatbestand "verbrechen gegen den frieden" wirklich geben. Dann wäre jeder us präsident der letzten 50 jahre im knast gelandet.

Also entweder gibt es diesen straftatbestand nicht und dark hat sich was ausgedacht oder aber die usa sind kein rechtsstaat.

Schönen Gruß aus Kalifornien.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 27. Apr 2017, 16:25

Kardux hat geschrieben:(18 Apr 2017, 12:20)

Die USA hat mehr als nur einmal verkündet das die Zerschlagung des IS oberste Priorität hat.

https://www.usatoday.com/videos/news/nation/2017/04/11/mattis-priority-remains-defeat-isis/100345396/

Es ist eines der Ziele, es ist eine der Prioritäten.

Wenn die Reihenfolge so aussieht das man Assad absetzt und Irans Einfluss eindämmt ist die Zerschlagung des IS unmöglich. Wer möchte dann den IS noch vorort bekämpfen? Die Kurden reichen dafür gewiss nicht aus. Es sei denn der IS ist, wie es viele Verschwörungstheoretiker immer behaupten, ein Konstrukt der USA.

Umgekehrt, die Zerschlagung des Terror-Regimes würde eine Terrorismusbekämpfung überhaupt erst effektiv machen. IS und Assad spiegeln sich.

Und wieso fehlen in Ihrer Liste jihadistische Gruppen wie Ahrar al Sham oder AL Qaida?

Die EU hat eine lange Liste. Der Ausdruck „Terror jedweder Form“ ist meines Erachtens sowohl deutlich wie auch vollumfänglich.

Assad ist quantitativ der größte Schlächter vor Ort, weil er die Mittel dazu hat. Qualitativ ist der IS der größte Schlächter vor Ort. Und die gemäßigten Halsabschneider unterscheiden sich qualitativ nicht vom Assad-Regime wenn es darum geht Menschen abzuschlachten oder zu opfern - nur haben sie, wie bereits erwähnt nicht die nötige Ausstattung und den Support wie ihn Assad besitzt. Wenn die gemäßigten Halsabschneider über eine Luftwaffe verfügen würden, dürften sich die Menschen an der syrischen Westküste, in Damaskus, aber auch in den Kurdengebieten warm anziehen. Zum Glück ist dies nicht der Fall.

Über 90 Prozent der zivilen Opfer gehen auf das Konto des Blutregimes und seiner Verbündeten.

Abgesehen davon messe ich Assad nicht diese Wichtigkeit zu, um ihn als das Kernproblem zu bezeichnen. Würden sich etwa alle Probleme in Luft auflösen wenn Assad morgen nicht mehr Präsident wäre? Würde ein alawitischer Nachfolger besser sein? Oder würde ein Regimechange zugunsten der Sunniten die ganz offen die Sharia fordern das Problem lösen? Assad ist nur eine Marionette, er vertritt bestimmte Volksgruppen, die von regionalen und überregionalen Mächten ausgenutzt werden um ihre geostrategischen Interessen zu verfolgen. Das Kernproblem in Syrien war und ist der totale Machtanspruch einer Gruppe über die andere. Das gilt es zu lösen.

Hinter Assad steckt das Kernproblem. Entsprechend ist seit sechs Jahren nicht mal der Ansatz eines nennenswerten Waffenstillstandes zu sehen.

Das schiitische Regime in Baghdad unterscheidet sich nicht von Assads-Regime. Es ist nicht weniger blutrünstig. Der IS ist auch nicht in Syrien entstanden, sondern im Irak. Die Erstarkung des IS erfolgte im Irak, als Reaktion auf Malikis Feldzug gegen die sunnitischen Iraker. Maliki durfte im Zentral- und Nordirak wüten wie er wollte, westliche Medien hatten dieses Thema fast komplett ignoriert. Dabei kam es zu extralegalen Hinrichtungen auf offener Straße seitens schiitischer Milizen oder der irakisch-schiitischen Armee. Die Schiiten im Irak begnügten sich bei ihrem Rachefeldzug gegen die Sunniten nicht darauf Letztere politisch ausgegrenzt zu haben bzw. Saddam und seine Gefolgschaft hingerichtet zu haben. Auch im Irak hat die Zerschlagung des IS oberste Priorität, aber der IS ist auch nicht das Kernproblem. Der IS kann in den Untergrund gehen, oder sich neu strukturieren, sich auch umbenennen. Andere Jihadistengruppen, die heute noch vom Westen zähneknirschend als Rebellen umfasst werden, könnten schon morgen in die Fußstapfen des IS treten. Es gilt eine Lösung für die Sunniten im Irak und in Syrien zu finden, aber nicht auf Kosten anderer Volksgruppen!

Es gilt, die Region zu stabilisieren. Im Irak ist das denkbar, in Syrien noch nicht.

Aha. Also sollte man gleichzeitig Assad, die schiitischen Milizen und den IS zerschlagen? Und wer bitteschön soll das tun? Das syrische Volk? Syrische Zivilisten?

Die Lösungsvorschläge sind doch bekannt, eine Übergangsregierung plus Waffenstillstand wäre der erste Schritt, letztlich dann freie Wahlen. In Syrien muss natürlich das syrische Volk der Träger der Souveränität sein.

Fordern kann man viel, wenn der Tag lang ist. In Baghdad hält sich die schiitische Regierung nicht einmal an die Verfassung. Weshalb sollten die sunnitische Mehrheit in Syrien demokratischer sein? Im Gegenteil. Die Syrische Nationalkoalition möchte nicht einmal den Schein wahren - schon heute lehnen sie den Föderalismus ab, also wie soll das dann bitte weiter gehen wenn sie in Damaskus sitzen? Und wie gesagt, es gibt kein syrisches Volk. Diese international anerkannten Grenzen wurden von westlichen Imperialisten gezogen. Eine natürliche Verbundenheit existiert nicht - daher kann man auch nicht von einem Volk sprechen.

Da muss man dann das internationale Recht von Privatansichten unterscheiden. Das Staatsvolk bezieht sich auf die Bevölkerung innerhalb anerkannter Grenzen.

Ja, natürlich brauchen das die Menschen. Und wer soll diese Sicherheit langfristig gewähren? Eine syrische Zentralregierung die von Sunniten geführt wird, welche die Sharia einführen wollen und einen Groll gegen Nicht-Sunniten und Nicht-Araber hegen? Die Schutzzonen wären ein guter Anfang, aber auch keine langfristige Lösung. Am Ende muss man wohl schauen wer die Menschen in diesen Schutzzonen wirklich bedroht und dementsprechend dann Grenzen ziehen.

Eine Übergangsregierung mit international begleitetem Waffenstillstand würde das Fenster zur Stabilisierung ermöglichen. Schutzzonen wären ein Schritt in diese Richtung.

Zivilisten entscheiden keine Kriege und sind kein Machtfaktor. Sie berufen sich immer wieder auf die syrische Opposition. Sind das etwa Zivilisten? Nein. Und auf wen beruft sich die syrische Opposition? Nicht etwa auf ihre Kämpfer vor Ort? Und wer genau ist das derzeit in Syrien? Zivilisten sind das bestimmt keine.

Die zivile Opposition ist sicher vielfältiger Natur, aber in Genf verhandelt der HNC mit dem Regime.

Dann war wohl die Zerstückelung Jugoslawiens auch zu Trojas Zeiten? Die Krim-Annexion war, wenn ich mich nicht irre vor 3 Jahren. Grenzveränderungen waren und sind etwas Natürliches seit es Menschen gibt. Rhetorische Zusätze wie "gewaltsam" sind im historischen Kontext irrelevant. Denn fast immer wurden diese Grenzen gewaltsam festgelegt und im Anschluss daran wurden diese Grenzen gewaltsam zusammen gehalten.

Man kann Grenzveränderungen auch verhandeln und gem. internationaler Anerkennung gestalten. Gewalt ist keine gute Idee, wenn man denn keinen Krieg will.

Natürlich ist das alawitische Regime von Assad eine numerische Minderheit im Land. Und ja, dieses Regime bringt Babys um und erklärt diese zu Terroristen. Und wie wird eine sunnitische Regierung in Damaskus agieren die all dieses Leid ertragen musste mit diesen "Babymördern" umgehen? Oder wollen Sie behaupten das für die Sunniten mit der Zerschlagung des Assad-Regimes alles bereinigt wäre? Assad und sein Kabinett haben diese Baby immerhin nicht eigenhändig getötet.

Die Erfahrungen sind da, aber sie sind nicht gut. Ein Grund mehr, sich über Stabilisierungen Gedanken zu machen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 27. Apr 2017, 16:38

Vizegott hat geschrieben:(25 Apr 2017, 06:47)

Würde es den straftatbestand "verbrechen gegen den frieden" wirklich geben. Dann wäre jeder us präsident der letzten 50 jahre im knast gelandet.

Also entweder gibt es diesen straftatbestand nicht und dark hat sich was ausgedacht oder aber die usa sind kein rechtsstaat.

Schönen Gruß aus Kalifornien.

Natürlich gibt es das Aggressionsverbrechen.
„Aggression ist die Anwendung von Waffengewalt durch einen Staat, die gegen die Souveränität, die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines anderen Staates gerichtet oder sonst mit der Charta der Vereinten Nationen unvereinbar ist, wie in dieser Definition ausgeführt.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Verbrechen_der_Aggression

Den Hauptkriegsverbrechern im Nürnberger Tribunal wurden auch schon "Verbrechen gegen den Frieden" vorgehalten. Es war einer von vier Anklagepunkten.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Vizegott » Do 27. Apr 2017, 16:43

DarkLightbringer hat geschrieben:(27 Apr 2017, 17:38)

Natürlich gibt es das Aggressionsverbrechen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Verbrechen_der_Aggression

Den Hauptkriegsverbrechern im Nürnberger Tribunal wurden auch schon "Verbrechen gegen den Frieden" vorgehalten. Es war einer von vier Anklagepunkten.


Also ist die bombardierung syriens durch die usa und ihre verbündeten ein solches verbrechen.

Richtig?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 27. Apr 2017, 17:01

Vizegott hat geschrieben:(27 Apr 2017, 17:43)

Also ist die bombardierung syriens durch die usa und ihre verbündeten ein solches verbrechen.

Richtig?

Weshalb ?

Der verbotene Einsatz von Chemiewaffen stellt eine Gefährdung des Weltfriedens, der Region, der USA und seiner Verbündeten dar. Die präsidiale Erklärung weist auf Selbstverteidigung hin.

Es ist von entscheidendem Interesse für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten, die Verbreitung und den Einsatz tödlicher Chemiewaffen zu verhindern und davor abzuschrecken. Es steht außer Zweifel, dass Syrien verbotene Chemiewaffen eingesetzt und damit seine Verpflichtungen gemäß des Übereinkommens über das Verbot chemischer Waffen verletzt und die dringenden Forderungen des UN- Sicherheitsrats ignoriert hat.

Jahrelange Versuche, Assads Verhalten zu ändern, sind alle gescheitert, und zwar dramatisch gescheitert. In der Folge verschärft sich die Flüchtlingskrise weiterhin, die Destabilisierung der Region schreitet fort und bedroht die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Verbündeten.
https://blogs.usembassy.gov/amerikadien ... in-syrien/
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Vizegott » Do 27. Apr 2017, 18:45

DarkLightbringer hat geschrieben:(27 Apr 2017, 18:01)

Weshalb ?

Der verbotene Einsatz von Chemiewaffen stellt eine Gefährdung des Weltfriedens, der Region, der USA und seiner Verbündeten dar. Die präsidiale Erklärung weist auf Selbstverteidigung hin.

https://blogs.usembassy.gov/amerikadien ... in-syrien/



Syrien wird durch den westen doch schon viel länger angegriffen.

Und natürlich ist die unterstützung von terrorgruppen in syrien durch den westen illegal und damit ein vverbtechen gegen den frieden.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 27. Apr 2017, 18:57

Vizegott hat geschrieben:(27 Apr 2017, 19:45)

Syrien wird durch den westen doch schon viel länger angegriffen.

...mit schärfsten Worten. Glaube, es gibt aber auch eine UN-Resolution.

Und natürlich ist die unterstützung von terrorgruppen in syrien durch den westen illegal und damit ein vverbtechen gegen den frieden.

Assad ist der Inbegriff des Terrors.

Aktuell wird von einer heftigen Explosion am Flughafen von Damaskus berichtet. Es wird eine israelische Operation vermutet, Tel Aviv bestätigt das aber nicht.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 45040.html
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Vizegott » Do 27. Apr 2017, 23:34

DarkLightbringer hat geschrieben:(27 Apr 2017, 19:57)

...mit schärfsten Worten. Glaube, es gibt aber auch eine UN-Resolution.


Assad ist der Inbegriff des Terrors.

Aktuell wird von einer heftigen Explosion am Flughafen von Damaskus berichtet. Es wird eine israelische Operation vermutet, Tel Aviv bestätigt das aber nicht.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 45040.html



Sie wiedersprechen sich in einem satz.

Sie bezichtigen israel und gleichzeitig soll assad schuld sein.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 27. Apr 2017, 23:42

Vizegott hat geschrieben:(28 Apr 2017, 00:34)

Sie wiedersprechen sich in einem satz.

Sie bezichtigen israel und gleichzeitig soll assad schuld sein.

Es scheint eine weitere Aktivität gegeben zu haben.
Israel schießt Flugobjekt aus Syrien ab
http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 45192.html

Was soll daran widersprüchlich sein, Tel Aviv betrachtet ein Aufmarschgebiet der terroristischen Hisbollah eher kritisch.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Vizegott » Fr 28. Apr 2017, 01:03

DarkLightbringer hat geschrieben:(28 Apr 2017, 00:42)

Es scheint eine weitere Aktivität gegeben zu haben.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 45192.html

Was soll daran widersprüchlich sein, Tel Aviv betrachtet ein Aufmarschgebiet der terroristischen Hisbollah eher kritisch.



Israel schießt über syrischen Territorium ein vermutlich syrischen flugkörper ab.

Ich hätte nun mit ihrer aufrichtigen Empörung gerechnet.

Verbrechen gegen den frieden...
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Moses » Fr 28. Apr 2017, 06:53

Vizegott hat geschrieben:(28 Apr 2017, 02:03)

Israel schießt über syrischen Territorium ein vermutlich syrischen flugkörper ab.

Ich hätte nun mit ihrer aufrichtigen Empörung gerechnet.

Verbrechen gegen den frieden...


Weil das ein dreiste Lüge und anti-israelitische Propaganda ist.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 28. Apr 2017, 07:34

Vizegott hat geschrieben:(28 Apr 2017, 02:03)

Israel schießt über syrischen Territorium ein vermutlich syrischen flugkörper ab.

Ich hätte nun mit ihrer aufrichtigen Empörung gerechnet.

Verbrechen gegen den frieden...

Nochmal zur Definition: "Aggression ist die Anwendung von Waffengewalt durch einen Staat, die gegen die Souveränität, die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines anderen Staates gerichtet (...)".

Die Abwehr einer Drohne, die den Luftraum verletzt, fällt eindeutig unter Selbstverteidigung gem. Art. 51 UN-Charta.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Fr 28. Apr 2017, 14:20

[quote="DarkLightbringer"](28 Apr 2017, 08:34)

Nochmal zur Definition: "Aggression ist die Anwendung von Waffengewalt durch einen Staat, die gegen die Souveränität, die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines anderen Staates gerichtet (...)".

Die Abwehr einer Drohne, die den Luftraum verletzt, fällt eindeutig unter Selbstverteidigung gem. Art. 51 UN-Charta.[/Quote
Ja dann müssten von USA, UK, Israel bis Russland alle vor Gericht. :p
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 28. Apr 2017, 14:37

Audi hat geschrieben:(28 Apr 2017, 15:20)


Aber warum denn? Im Falle Russlands verstehe ich diese Einschätzung ja, im Falle Israels könnten die Golan-Höhen gemeint sein - aber USA, UK ?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Fr 28. Apr 2017, 14:45

DarkLightbringer hat geschrieben:(28 Apr 2017, 15:37)

Aber warum denn? Im Falle Russlands verstehe ich diese Einschätzung ja, im Falle Israels könnten die Golan-Höhen gemeint sein - aber USA, UK ?

Setzen sie mal Ihre US Rosa Brille ab und dann sehen sie es :thumbup:
Es gibt sehr viele Punkte wo man USA wegen verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen könnte.
Verbrechen gegen das Völkerrecht
Und viele anderen

Da nehmen sich nun mal die USA, Russland, Israel nichts. Auch UK
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 28. Apr 2017, 14:53

Audi hat geschrieben:(28 Apr 2017, 15:45)

Setzen sie mal Ihre US Rosa Brille ab und dann sehen sie es :thumbup:
Es gibt sehr viele Punkte wo man USA wegen verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen könnte.
Verbrechen gegen das Völkerrecht
Und viele anderen

Da nehmen sich nun mal die USA, Russland, Israel nichts. Auch UK

Man braucht keine Brille, um einen konkreten Tavorwurf zu erheben.

Frankreich hat Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen gegen die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad eingeleitet.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015 ... verbrechen

Dies tangiert eindeutig das Humanitäre Völkerrecht.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Fr 28. Apr 2017, 14:54

DarkLightbringer hat geschrieben:(28 Apr 2017, 15:53)

Man braucht keine Brille, um einen konkreten Tavorwurf zu erheben.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015 ... verbrechen

Dies tangiert eindeutig das Humanitäre Völkerrecht.

Wieso nicht gegen die USA? wohl zu krass für Frankreich? :p

Der Westen hat dieses CHaos in Syrien mit verursacht. Frankreich kann einreichen was es will, nimmt eh keiner ernst in Damaskus

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