Wie weiter mit Syrien ?

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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Vizegott » Fr 28. Apr 2017, 15:40

DarkLightbringer hat geschrieben:(28 Apr 2017, 08:34)

Nochmal zur Definition: "Aggression ist die Anwendung von Waffengewalt durch einen Staat, die gegen die Souveränität, die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines anderen Staates gerichtet (...)".

Die Abwehr einer Drohne, die den Luftraum verletzt, fällt eindeutig unter Selbstverteidigung gem. Art. 51 UN-Charta.



Der golan isr syrischer luftraum.

Wer ist also der agressor?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 28. Apr 2017, 15:54

Vizegott hat geschrieben:(28 Apr 2017, 16:40)

Der golan isr syrischer luftraum.

Wer ist also der agressor?

Nach den mir vorliegenden Erkenntnissen ist die Drohne in israelischen Luftraum eingedrungen.

Tel Aviv vertritt die Auffassung, man habe das Recht, syrische Behörden daran zu hindern, Waffen über die Grenze an die Hisbollah zu leiten.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015 ... verbrechen

Der Terrorismus ist eine Bedrohung, die vitale Sicherheitsinteressen eines Landes berühren. Maßnahmen zur Abwehr einer solchen Bedrohungslage sind legitim.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Fr 28. Apr 2017, 15:56

DarkLightbringer hat geschrieben:(28 Apr 2017, 16:54)

Nach den mir vorliegenden Erkenntnissen ist die Drohne in israelischen Luftraum eingedrungen.

Tel Aviv vertritt die Auffassung, man habe das Recht, syrische Behörden daran zu hindern, Waffen über die Grenze an die Hisbollah zu leiten.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015 ... verbrechen

Der Terrorismus ist eine Bedrohung, die vitale Sicherheitsinteressen eines Landes berühren. Maßnahmen zur Abwehr einer solchen Bedrohungslage sind legitim.

Israel bombt in Syrien das drüfte vitale Sicherheitsinteressen eines Landes berühren. Mal gespannt wie man die syrische Armee aufbauen wird. Putin hat schon angeordnet die syrische Luftabwehr aufzubauen
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Platon » Fr 28. Apr 2017, 17:34

Audi hat geschrieben:(28 Apr 2017, 16:56)

Israel bombt in Syrien das drüfte vitale Sicherheitsinteressen eines Landes berühren. Mal gespannt wie man die syrische Armee aufbauen wird. Putin hat schon angeordnet die syrische Luftabwehr aufzubauen

Die Russen werden nicht als Schutzmacht einen Krieg gegen Israel fördern. Zum einen haben Russen und Israelis gute Beziehungen zum anderen ist die Sicherheit Israels ein zentrales US-Interesse und man wird dieses Eisen nicht anfassen. Die Israelis haben wiederum nie wirklich unprovoziert die SAA angegriffen sondern Versorgungswege der Hisbollah. Die Angriffe auf die SAA gab es weil die zuerst geschossen hatten. Mal ganz davon abgesehen, dass bei einer Konfrontation von IDF und russischem Militärgerät zweiteres keineswegs den Sieg davontragen würde.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Loki » Fr 28. Apr 2017, 17:45

Platon hat geschrieben:(28 Apr 2017, 18:34)
Die Israelis haben wiederum nie wirklich unprovoziert die SAA angegriffen sondern Versorgungswege der Hisbollah.

Er schrieb ja auch von "Israel bombt in Syrien", ohne explizit dabei die SAA zu nennen.
Wahrscheinlich meint er das hier: "Nach einer heftigen Explosion am Flughafen von Damaskus zeigt sich Israel nicht unzufrieden mit der Situation. Direkt bestätigen will der Geheimdienstminister einen israelischen Angriff aber nicht.
27.04.2017"

Code: Alles auswählen

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/syrien-krieg-israel-sieht-explosion-mit-politik-im-einklang-14989871.html



Klar, Trump hatte vorgemacht, wie neuerdings Völkerrecht auszulegen sei...
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Fr 28. Apr 2017, 17:46

Platon hat geschrieben:(28 Apr 2017, 18:34)

Die Russen werden nicht als Schutzmacht einen Krieg gegen Israel fördern. Zum einen haben Russen und Israelis gute Beziehungen zum anderen ist die Sicherheit Israels ein zentrales US-Interesse und man wird dieses Eisen nicht anfassen. Die Israelis haben wiederum nie wirklich unprovoziert die SAA angegriffen sondern Versorgungswege der Hisbollah. Die Angriffe auf die SAA gab es weil die zuerst geschossen hatten. Mal ganz davon abgesehen, dass bei einer Konfrontation von IDF und russischem Militärgerät zweiteres keineswegs den Sieg davontragen würde.

aber die schwelle und verluste hoch treiben. Ist klar, dass die Russen den Syriern keine s-300 aufwärts geben werden. Aber kleiner oder ältere Systeme könnten in schuss gebracht werden. Es reicht, dass die Israelis sich einen Angriff mehrmals überlegen. Einen Angriff nahe des internationalen Flughafen Damaskus finde ich schon etwas heftig
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 28. Apr 2017, 18:45

Russland wird keine israelischen Luftangriffe verhindern. Das taten sie auch nicht in der Vergangenheit.

Warum das so ist, darüber kann man spekulieren. Die einen sagen, daß dies Absprachen zwischen Russland und Israel sind, die anderen, daß Russland der Konfrontation aus dem Weg geht. Oder, daß die westliche Militärtechnik die russischen Systeme aushebeln kann. Das geht bis dahin bei den Behauptungen, daß auch quasi die syrische Luftabwehr dahinsichtlich sabotiert hat.

REPORT: IRAN ACCUSES RUSSIA OF GIVING ISRAEL CODES FOR SYRIAN AIR DEFENSES

Kuwaiti daily quotes Iran Defense Ministry source as saying Iran was able to change the codes without Russia's knowledge, enabling Friday's missile launch against Israeli aircraft.

http://www.jpost.com/Arab-Israeli-Confl ... ses-484777


Das kann auch zu Spannungen zwischen dem Iran und Russland führen. Vermutlich müssen alle Beteiligten damit leben, daß man eben nicht alles haben kann.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » Fr 28. Apr 2017, 18:51

ich denke nicht, dass man irgendwelche codes oder gar vernebelungs Technik so super toll ist. Notfalls kann man da auch Abfangjäger fliegen lassen.
Putin und Israel haben gute Beziehungen und arrangieren sich. Nur mindert es die russische Glaubwürdigkeit. Der russische GenStab hat schon angekündigt syrische Luftabwehr zu aktivieren und auf zubauen
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Summers » Sa 29. Apr 2017, 19:38

Platon hat geschrieben:(28 Apr 2017, 18:34)
Mal ganz davon abgesehen, dass bei einer Konfrontation von IDF und russischem Militärgerät zweiteres keineswegs den Sieg davontragen würde.


Das ist eine Behauptung, die einfach mal so in den Raum geworfen wird. Wo sind denn die Belege für diese kühne Behauptung?

Die israelische Armee ist viel zu klein, um sich ernsthaft mit Russland anzulegen, da schließt man lieber Vereinbarungen, wie es ja auch geschieht.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 29. Apr 2017, 21:30

Summers hat geschrieben:(29 Apr 2017, 20:38)

Das ist eine Behauptung, die einfach mal so in den Raum geworfen wird. Wo sind denn die Belege für diese kühne Behauptung?

Die israelische Armee ist viel zu klein, um sich ernsthaft mit Russland anzulegen, da schließt man lieber Vereinbarungen, wie es ja auch geschieht.

Tel Aviv akzeptiert eine bedrohliche Aufrüstung von Terroristen im Libanon nicht. Luftschläge sind da nicht ausschließbar.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » So 30. Apr 2017, 08:52

Der vergessene Terror aus Teheran erreicht selten die Aufmerksamkeit der Medien. Dabei ist der Iran eine Art real existierender IS.

"Ich möchte wirklich keine Kinder in Syrien töten, aber ich werde es wohl machen müssen" (...)
http://www.zeit.de/politik/ausland/2017 ... cher-staat

So äußert sich ein junger Iraner, der die zwangsläufige Einberufung so lange wie möglich vor sich her schob. Religiöse Aufladung hin oder her, in dem Fall ist es ein Staat, der nach Killern und Terroristen verlangt. Es gibt auch Freiwillige, aber längst nicht alle sind geboren, um zu töten - wie der genannte Artikel nahe legt. Nicht mal im realen Gottesstaat.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » So 30. Apr 2017, 09:30

DarkLightbringer hat geschrieben:(30 Apr 2017, 09:52)

Der vergessene Terror aus Teheran erreicht selten die Aufmerksamkeit der Medien. Dabei ist der Iran eine Art real existierender IS.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017 ... cher-staat

So äußert sich ein junger Iraner, der die zwangsläufige Einberufung so lange wie möglich vor sich her schob. Religiöse Aufladung hin oder her, in dem Fall ist es ein Staat, der nach Killern und Terroristen verlangt. Es gibt auch Freiwillige, aber längst nicht alle sind geboren, um zu töten - wie der genannte Artikel nahe legt. Nicht mal im realen Gottesstaat.

Das war eine schöne Geschichte, mehr auch nicht :D
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Platon » So 30. Apr 2017, 09:57

Es wäre mir ganz neu, dass einfache Soldaten der IRI in Syrien kämpfen. Es kämpfen vor allem Offiziere und Angehörige der Spezialeinheiten der Revolutionsgarden. Wenn der Typ sich als normaler Soldat der Armee meldet und nicht der Revolutionsgarden stehen die Chancen, dass er am Ende als Wehrpflichtiger in Syrien landet gleich null. Kanonenfutter sind vor allem die Afghanen und Iraker aber nicht die Iraner.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Platon » So 30. Apr 2017, 10:15

Gut, ich habe nochmal nachgeforscht, es gibt wohl auch eine Spezialeinheit der regulären Armee, die sogar offiziell in Syrien kämpft.
https://en.wikipedia.org/wiki/65th_Airb ... gade_(Iran)

http://www.atimes.com/article/iran-assu ... ar-forces/ 1.7.2016
http://www.longwarjournal.org/archives/ ... aleppo.php 3.8.2016

Aber es bleibt dabei, dass der normale Soldat der iranischen Armee definitiv nicht in Gefahr läuft nach Syrien versetzt zu werden. Sonst wären die Verlustzahlen der Iraner in Syrien mittlerweile auch um einiges höher und nicht bei irgendwie 1000 oder so. Es ist halt doof, dass der Wehrdienst im Iran 2 Jahre dauert und man sich nur für viel Geld von diesem befreien kann. Der Typ in dem Artikel hat falsche Sachen erzählt und hat einfach nur Panik.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » So 30. Apr 2017, 10:26

Platon hat geschrieben:(30 Apr 2017, 11:15)

Gut, ich habe nochmal nachgeforscht, es gibt wohl auch eine Spezialeinheit der regulären Armee, die sogar offiziell in Syrien kämpft.
https://en.wikipedia.org/wiki/65th_Airb ... gade_(Iran)

http://www.atimes.com/article/iran-assu ... ar-forces/ 1.7.2016
http://www.longwarjournal.org/archives/ ... aleppo.php 3.8.2016

Aber es bleibt dabei, dass der normale Soldat der iranischen Armee definitiv nicht in Gefahr läuft nach Syrien versetzt zu werden. Sonst wären die Verlustzahlen der Iraner in Syrien mittlerweile auch um einiges höher und nicht bei irgendwie 1000 oder so. Es ist halt doof, dass der Wehrdienst im Iran 2 Jahre dauert und man sich nur für viel Geld von diesem befreien kann. Der Typ in dem Artikel hat falsche Sachen erzählt und hat einfach nur Panik.

Genau das meinte ich ja. Es kommen wenn dann nur Berufssoldaten die sich verpflichtet haben. Deswegen ein schönes Märchen für die West Medien wo Dark natürlich drauf ein springt.
Btw in Deutschland ist auch kein Wehrpflichtiger nach Kosovo oder Afganistan gekommen
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » So 30. Apr 2017, 12:02

Zur Ergänzung:

Das Problem: Schahab ist ein kräftiger junger Mann, groß gewachsen und sportlich. "Die schicken mich bestimmt ins Ausland!"
(...)
Schahab ist der festen Überzeugung, dass ihn die Generäle demnächst in eines der blutigsten und tödlichsten Kriegsgebiete in der jüngsten Menschheitsgeschichte schicken werden.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2017 ... cher-staat

Natürlich kann er sich da auch irren. Der Punkt ist, dass manche junge Iraner den Krieg als grausam einschätzen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon King Kong 2006 » So 30. Apr 2017, 14:46

In Syrien kämpfen von der regulären Armee aus Spezialeinheiten, aus Luftlanderegimentern, Scharfschützen etc. Von den IRGC gibt es da deutlich mehr. Gerade innerhalb der Quds. Wer allerdings dahin geht, der weiß, was da auf ihn zukommt. Wie bei den US-Streitkräften, Briten, Franzosen, Fremdenlegion. Das sind keine Wehrpflichtigen. Der Iran hat in vielen Ländern kämpfendes Personal. Wer zu den IRGC geht, der rechnet damit. Bzw. der Auslandssektion, der Quds. Die kämpften schon mit den US-Delta Force zusammen gegen die Taliban in Afghanistan. :D

Ansonsten gibt es Kampfeinheiten von Afghanen, Pakistanis, Irakern usw. Diese stehen z.T. unter dem Kommando der Quds und der libanesischen Hisbollah.

Wer im Iran Wehrpflichtiger ist, kommt im Regelfall nicht in die Problematik einen Kampfeinsatz außerhalb des Irans zu sehen. Innerhalb sehr wohl. Es gab wieder Tote im Grenzgebiet zu Pakistan/Afghanistan. Terror und organisierte Kriminalität.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Kardux » Fr 5. Mai 2017, 11:59

DarkLightbringer hat geschrieben:(27 Apr 2017, 17:25)

Es ist eines der Ziele, es ist eine der Prioritäten.


Umgekehrt, die Zerschlagung des Terror-Regimes würde eine Terrorismusbekämpfung überhaupt erst effektiv machen. IS und Assad spiegeln sich.


Die EU hat eine lange Liste. Der Ausdruck „Terror jedweder Form“ ist meines Erachtens sowohl deutlich wie auch vollumfänglich.


Über 90 Prozent der zivilen Opfer gehen auf das Konto des Blutregimes und seiner Verbündeten.


Hinter Assad steckt das Kernproblem. Entsprechend ist seit sechs Jahren nicht mal der Ansatz eines nennenswerten Waffenstillstandes zu sehen.


Es gilt, die Region zu stabilisieren. Im Irak ist das denkbar, in Syrien noch nicht.


Die Lösungsvorschläge sind doch bekannt, eine Übergangsregierung plus Waffenstillstand wäre der erste Schritt, letztlich dann freie Wahlen. In Syrien muss natürlich das syrische Volk der Träger der Souveränität sein.


Da muss man dann das internationale Recht von Privatansichten unterscheiden. Das Staatsvolk bezieht sich auf die Bevölkerung innerhalb anerkannter Grenzen.


Eine Übergangsregierung mit international begleitetem Waffenstillstand würde das Fenster zur Stabilisierung ermöglichen. Schutzzonen wären ein Schritt in diese Richtung.


Die zivile Opposition ist sicher vielfältiger Natur, aber in Genf verhandelt der HNC mit dem Regime.


Man kann Grenzveränderungen auch verhandeln und gem. internationaler Anerkennung gestalten. Gewalt ist keine gute Idee, wenn man denn keinen Krieg will.


Die Erfahrungen sind da, aber sie sind nicht gut. Ein Grund mehr, sich über Stabilisierungen Gedanken zu machen.


Ihr Beitrag ist aus meiner Sicht einfach nichtssagend. Auf der einen Hand verurteilen Sie "Terror jedweder Form" (natürlich bezogen auf Gruppen wie Ahrar al Sham, Jaysh al Islam, Al Qaida), dann wiederum setzen Sie auf die HNC, die eben von den genannten vertreten wird (mit Ausnahme von Al Qaida - gaaanz offiziell). Sie sprechen ständig vom "syrischen Volk" oder der zivilen Opposition. Beides Begriffe, die lediglich in den Köpfen von westlichen Anti-Assad-Akteuren herum spucken. Das syrische Volk existiert nicht! In Syrien gibt es verschiedene ethnische und religiöse Volksgruppen die sich nicht als ein syrisches Volk definieren. Dabei gibt es sanftes Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Zwölfer-Schiiten, Alawiten, anderen kleinen schiitischen Gruppen, und orientalischen Christen. Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass sich all diese Gruppen kulturell stark unterscheiden. Die Zwölfer-Schiiten sind tendenziell religiös, im Gegensatz zu den Alawiten. Hinzu kommen die Kurden. Mit den pro-PKK-Kurden im Norden "Syriens" unterhielt Assad-Senior schon gute Beziehungen, die wurden wieder aktiviert. Die Kurden hatten keine andere Wahl als zu kooperieren, auf der Gegenseite standen sunnitische Araber die von der Türkei gelenkt wurden/werden und sich u.a. die physische Vernichtung der Kurden in Syrien als Ziel setzten. Also schon das "Assad-Lager" kann nicht als ein Volk definiert werden. Ganz zu schweigen von der Gegenseite - den sunnitischen Arabern, welche ihre Befehle von Riad, Doha und Ankara erhalten. So sieht kein Zusammengehörigkeitsgefühl aus! Wie sonst könnten Menschen mit einem syrischen Ausweis es sonst zulassen, dass andere Menschen mit demselben Ausweis von sogenannten Ausländern (Iranern, Russen, Tschetschenen, Usbeken, Nordafrikanern, Afghanen) abgeschlachtet werden?

Und ich begreife bis jetzt nicht von welcher zivilen Opposition die Rede sein soll. Der Konflikt ist militärisch - so wie gefühlt jeder Konflikt im Nahen Osten. Das Demonstrationen gewaltig niedergeschlagen werden, war so sicher wie das Amen in der Kirche. Wer im Nahen Osten gegen die Zentralregierung demonstriert, weiß ganz genau worauf er/sie sich einlässt. Die Türkei, die vor einigen Jahren noch als das gemäßigteste muslimische Land galt, hat nach den Gezi-Protesten gezeigt in welche Richtung es geht. Nach Osten! Nicht das die Türkei in seiner Geschichte dafür bekannt war zimperlich zu sein, aber sie war einige Zeit vor den Gezi-Protesten auf einem halbwegs guten Weg (es war der demokratische Zug, auf den man kurzfristig aufsprang).

Also so sehr ich die sunnitischen Demonstranten in Syrien nachvollziehen kann, so klar war es, was auf sie zukommt. Das Aufbegehren der Sunniten bekam auch erst einen richtigen Aufwind nachdem sich Teile der syrischen Armee gegen Assad stellten. Wie soll das bitte geschehen sein, wenn diese keine Rückendeckung von externen Akteuren erhalten hätten? Bezeichnend für die utopische Bezeichnung "zivile Opposition" ist die Tatsache, dass sich sogar im Laufe der Zeit die militärische Opposition, also die FSA immer weiter radikalisierte, dann von Jihadisten komplett unterwandert wurde, und letztendlich zerschlagen wurde.

Langer Rede kurzer Sinn, wer in Syrien an Verhandlungstischen sitzen möchte und wirklich mitreden möchte, braucht vorort Kräfte. Und nicht einmal das reicht. Wichtig sind die Nachschublinien und dementsprechend die Geldgeber.

Also unterlassen Sie Ihre Märchen von der zivilen Opposition in Syrien oder DEM syrischen Volk. In diesem Konflikt geht es um wirtschaftliche und geostrategische Interessen - nicht mehr, und nicht weniger.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 12. Mai 2017, 07:25

In den einzurichtenden Schutzzonen soll den Rebellen Amnestie angeboten werden.

Syriens Präsident bietet Rebellen Amnestie an

http://derstandard.at/2000057406774/Syr ... mnestie-an
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Syrische Armee erlangt weitesgehend Kontrolle im Raum Damaskus

Beitragvon King Kong 2006 » So 14. Mai 2017, 13:25

Syrische Armee erobert Rebellengebiete bei Damaskus weitgehend zurück

Die syrische Armee und ihre Verbündeten haben die von Rebellen gehaltenen Gebiete in der Nähe der Hauptstadt Damaskus fast vollständig zurückerobert.


Der Verlust von Kabun ist für die Rebellen ein weiterer schwerer Rückschlag, nachdem sie bereits den angrenzenden Bezirk Barseh aufgeben mussten. Hunderte Rebellen und ihre Familien wurden in dieser Woche aus Barseh weggebracht, nachdem sie ihre Waffen niedergelegt und sich zum Abzug in die von Aufständischen gehaltene Provinz Idlib bereit erklärt hatten. Unter ihnen waren auch einige Kämpfer aus Kabun.

Unbestätigten Berichten zufolge wurde eine Einigung zwischen Rebellen und Regierung erzielt, nach der Kabun am Sonntag geräumt werden soll.

derstandard.at/2000057538621/Syrische-Armee-erobert-Rebellengebiete-bei-Damaskus-weitgehend-zurueck


Offenbar sind die Rebellen auf dem Rückzug.
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