Wie weiter mit Syrien ?

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Thilo_T
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Eine weitere US-Provokation in Syrien - der Luftangriff nicht zufällig

Beitragvon Thilo_T » Fr 19. Mai 2017, 18:32

Also wissen alle, dass die US-Koalition erneut die syrischen Truppen angegriffen. WArum aber nicht? Denen hat niemand zu befehlen. Hier ist ein alternativer Standpunkt dargestellt. In jedem Konflikt gibt es immer eine gute und eine böse Seite. Ich bin gewöhnt zu denken, das im Syrien-Konflikt Syrien persöhnlich der Böse ist und an allem schuldig . Manchmal zweifle ich, dass die US die wirklich gute Seite aber ist.
"Am 18.Mai hat die US-Koalition in Syrien einen Militär-Konvoi massiert bombardiert. Der Luftangriff ereignete sich nordwestlich des Ortes At-Tanf nahe der Grenze Syriens zum Iraq.
Der CETCOM-Sprecher Josh Jakes teilte mit, das Pentagon habe keine Information über Toten und Verletzten bei dem Liftangriff. (https://the-newspapers.com/2017/05/19/u ... ent-forces)
Bemerkenswert ist, dass die USA die syrischen Regierungstruppen schon mehrmals angegriffen hatten. Beispielweise während Barack Obamas Präsidentschaft ermöglichte der US-Luftangriff auf einem Stützpunkt der syrischen Armee bei Deir ez-Zor dem Islamischen Staat (IS), diesen Stützpunkt später zu erobern. Damals sei es ein versehentlicher Bombenangriff gewesen, so Washington.
In diesem April schon bei der führenden Trump-Administration bombardierten US-Jets die Luftwaffenbasis al-Schairat. Die USA nannten die Attacke eine Antwort auf den Chemiewaffenangriff in Chan Scheichun.
So was war eigentlich die wahre Ursache für Aggression der internationalen US-Koalition nun dieses Mal? Einige syrische Militärexperten nehmen an, die US-Luftwaffe soll nicht so sehr ihre Partner geschützt haben (http://www.centcom.mil/MEDIA/PRESS-RELE ... -garrison/ ) als vielmehr dem Vormarsch der Regierungstruppen nach Deir ez-Zor einen Riegel vorschoben haben.
Eine Ursache dürfte darin bestehen, dass Syriens Militärführung sich auf einen großzügigen Militäreinsatz gegen IS-Terroristen vorbereitet. Für Damaskus ist eine Befreiung von der Stadt Deir ez-Zor und Wiedereroberung der gleichnamigen Provinz eine schöne Möglichkeit, die größten Ölfelder unter seine Kontrolle wieder zu bringen. Dies wird die Wirtschaftslage im Land wesentlich verbessern.
Gleichzeitig ist Deir ez-Zor ein leckerer Bissen auch für den Westen. Der hat kein Interesse daran, Syrien wieder aufzubauen, so werden die Koalitionskräfte weiter der Regierungstruppen in den Weg nach den Ölfeldern treten.
Die US-geführte Koalition bombardierte die Assad-Truppen ebenfalls während die Syrien-Friedensgespräche in Genf in vollem Gange waren. Diese Machtdemonstration dürfte darauf ausgerichtet werden, die ohnehin schwierigen Syrien-Verhandlungen maximal zu erschweren.
Die wiederholten Luftangriffe der Anti-IS-Koalition auf die Regierungstruppen dafür sprechen, dass Washington seine Politik der Doppelmoral bei der Beilegung vom Konflikt in Syrien nicht aufgibt. Man erinnert sich an eine US-Initiative, Deeskalationszonen in Syrien einzurichten, ihre Handlungen dortzulande zeigen aber das Gegenteil. Durch die Luftangriffe der Koalition werden die Menschen verletzt, die wirklich am Kampf gegen den IS beteiligt sind. Doch zeigt sich sie Welt weder überrascht noch enttäuscht davon."


Was denkt ihr zum Thema? Wofür wurde es tatsächlich getan?
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Platon
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Platon » Sa 20. Mai 2017, 08:33

Die pro-Assad-Truppen (offenbar eine schiitische Miliz) hatten sich in einem großen Konvor einer Basis bis auf wenige Kilometer genähert, in der von den USA unterstützte Rebellen und britische und amerikanische Spezialeinheiten stationiert sind. Als dieser Konvoi dann auf Kontaktversuche der USA und der Russen nicht reagiert hat, haben die USA ihn bombardiert und so aufgehalten.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 48372.html
https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/5 ... n-al-tanf/

Es war am Ende einfach eine Fehleinschätzung dieser Miliz was ihr Vorrücken auf diese Basis für eine Reaktion hervorrufen würde und der Versuch einen offenbar bevorstehenden Angriff auf britische und amerikanische Streitkräfte in Syrien zu verhindern.
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Janus
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Janus » Mi 24. Mai 2017, 17:19

Ja, das stand so in den Medien. In wie weit es zutrifft ist eine andere Frage. Man führe sich vor Augen von wem die Informationen in unseren medien stammen und wer da Erklärungen liefert.
Um nicht falsch verstanden zu werden: ich sehe das relativ nüchtern. In und um Syrien wird auch ein PR-Krieg geführt.

Zu Thilo's Ausführungen würde die These, dass der Westen/die USA eine Balkanisierung, also eine Aufteilung Syriens und evtl. Teile des Iraks in diverse konfessionell homogene Einzelstaaten im Sinn hat, passen. Dazu müsste Deir ez-Zor an den IS fallen. Der amerikanische Luftangriff auf den Berg Al-Tharda im September 2016, welcher dessen Eroberung durch den IS und eine Spaltung des Kessels ermöglichte war schon sehr auffällig. Man hat aus Versehen eine Schlüsselstellung bombardiert. :rolleyes:
Audi
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Audi » So 28. Mai 2017, 11:19

Homs in Syrien
Alltag in einer zerstörten Stadt

Seit rund einer Woche hat die syrische Armee die ehemalige Rebellenhochburg Homs wieder unter ihrer Kontrolle. Viele Viertel liegen in Trümmern, Tausende Menschen starben. Die Überlebenden erobern sich jetzt friedlich ihre Stadt zurück

http://www.tagesschau.de/ausland/syrien-homs-107.html

Und so etwas wird vom Westen unterstützt? Ich gönne den Menschen den Frieden. Möge die SAA weitere gebiete Befreien. Wundern tut mich jetzt nichts mehr wieso aus Aleppo nicht berichtet wird...

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