iranische Alltagskultur

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Kopernikus
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Re: iranische Alltagskultur

Beitragvon Kopernikus » Fr 14. Feb 2014, 13:32

Teheran, ganz alltäglich

Eine Gruppe junger iranischer Fotografen porträtiert die Bewohnerinnen und Bewohner von Teheran in ihrem alltäglichen Leben und stellt die Bilder auf Facebook. Das Projekt »Humans of Tehran« fordert täglich die Zensur des Regimes heraus und will gleichzeitig »dem Westen« eine Realität zeigen, deren Wahrnehmung oft durch ideologische Bewertungen, Klischees und Vorurteile verzerrt ist.

http://jungle-world.com/artikel/2014/05/49239.html
http://kartoffeln-im-netz.tumblr.com/
"Das Volk ist immer da, wo das große Maul, die heftigste Phrase ist." Alfred Döblin
http://www.youtube.com/watch?v=xwsOi0ypuSI
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Platon
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Re: iranische Alltagskultur

Beitragvon Platon » Di 11. Mär 2014, 15:02

Misreading Feminism & Women’s Rights in Tehran: Beyond Chadors, Ninjabis, & Secular Fantasies

It is nearly impossible to read any article about Iranian women and not spend the entire time rolling your eyes. Historically, the Western media has tended to make liberal use of Orientalist and infantilizing depictions of Iranian women as, alternatively, trapped in the harems of their turbaned overseers (a historically pre-1979 trope applied liberally to all Middle Eastern women) or militantly crazed and clad in black “traditional garb” (a post-1979 trope specific to Iranian, and later Islamist, women).

Since 9/11, meanwhile, these depictions have become increasingly politicized within the War on Terror “white men saving brown women from brown men” paradigm (so brilliantly identified by Gayatri Spivak & explored by, among others, Saba Mahmood & Lila Abu Lughod). Despite the increase in rightwing rhetoric calling for war on Iran, however, the charge that Iranian women are mistreated and must be saved (like their Afghan sisters, as NATO and some neo-colonial minded collaborators at Amnesty International would have you believe) has not quite caught on.

The recent controversy over the Iranian women “ninjas” offers some insight into why it has thus far been quite difficult to convince Americans of the need to save Iranian women. On 2 February, Press TV ran a clip describing the increasing popularity of ninjutsu, a Japanese martial art, among Iranian women in a dojo in Karaj, a Tehran suburb. Reuters subsequently ran a story on the video with the headline, “Thousands of Female Ninjas train as Iran’s Assassins,” and on 18 February, the Telegraph ran a story entitled, “Iran trains ninjas as potential assassins,” one of many other news outlets that wrote pieces about a secret army of Iranian women ninjas that were being trained for war. Of course, this was all utter nonsense, though few of the agencies- besides Reuters- bothered to correct their mistakes.

As it became clearer that the ninja army angle was failing, other sites began to take a nominally feminist stance. The Guardian ran a piece discussing how the ninjas were “fighting for sexual equality,” and the Atlantic came out with an article that answered the question of “Why thousands of Iranian women are training to be ninjas” with: “In a society that treats them like children, sports — and especially martial arts — offer a way to express strength and independence,” proceeding to detail how marginalized Iranian women are in the Iranian public sphere, where their participation is “arduous and painful.”

The Iranian women “ninjas” themselves, sufficiently pissed off at Reuters for starting this whole insulting mess, subsequently sued the agency for defamation.

So what the hell happened?

An Iranian channel ran a story about how a certain kind of martial arts is enjoying increasing popularity among Iranian women. This means that a) Iranian women have rights, b) Iranian women can access the public sphere, c) Iranian women participate in organized, public sports, and d) an Iranian government news channel has no problem with any of this.
[...]

http://ajammc.com/2012/06/30/misreading ... ntasies-2/
Zuletzt geändert von Platon am Di 11. Mär 2014, 15:05, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: iranische Alltagskultur

Beitragvon Liegestuhl » Sa 15. Mär 2014, 21:02

Zuletzt geändert von Liegestuhl am Sa 15. Mär 2014, 21:04, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: iranische Alltagskultur

Beitragvon Wölfelspitz » Sa 14. Jun 2014, 01:06



https://de.wikipedia.org/wiki/Rouhollah_Dadashi
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Re: iranische Alltagskultur

Beitragvon Liegestuhl » Mi 3. Feb 2016, 21:12

Platon, hast du schon Taxi Teheran von Jafar Panahi gesehen?
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Re: iranische Alltagskultur

Beitragvon Liegestuhl » Fr 5. Feb 2016, 12:17

Liegestuhl hat geschrieben:(03 Feb 2016, 21:12)

Platon, hast du schon Taxi Teheran von Jafar Panahi gesehen?


Ich möchte ungern ein zweites Mal fragen.
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Re: iranische Alltagskultur

Beitragvon Platon » Fr 5. Feb 2016, 17:14

Liegestuhl hat geschrieben:(05 Feb 2016, 12:17)

Ich möchte ungern ein zweites Mal fragen.

das ist auch nicht notwendig
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Re: iranische Alltagskultur

Beitragvon Platon » Fr 5. Feb 2016, 17:15

Liegestuhl hat geschrieben:(03 Feb 2016, 21:12)

Platon, hast du schon Taxi Teheran von Jafar Panahi gesehen?

Nein. Hast du den Film gesehen und ist er sehenswert?
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Re: iranische Alltagskultur

Beitragvon GreenStorm » Mo 8. Feb 2016, 00:05

Ja, und ja. Der Film fasst den "Spirit" Teherans (für mich jedenfalls) wunderbar zusammen. So absurd, unterhaltsam, schmerzlich fremd und lieb vertraut habe ich Teheran in seinen banalen Alltagsszenarien kennen- und auch lieben gelernt. Was mich natürlich vor Ort nicht vom meckern abgehalten hat (oder je wird :D) - aber das weisst Du ja sicherlich.

Sowohl die faktischen Gegebenheiten der Stadt (wie der Verkehr), wie auch die kulturellen Absurditäten verschiedener Stadtteile wie auch Bevölkerungsklassen sind schön aufgefangen. Ein netter Trip down memory lane.
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Re: iranische Alltagskultur

Beitragvon Platon » So 20. Mär 2016, 11:28

Das neue persische Jahr 1395 hat begonnen, traditionell wird das eigene Haftsin auf Facebook geteilt. Dazu sendet Obama seine Neujahrsgrüße und auch die Führer der IRI stellen Videos auf Youtube.
https://de.wikipedia.org/wiki/Haft_Sin




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Re: iranische Alltagskultur

Beitragvon King Kong 2006 » So 20. Mär 2016, 12:55

Wieso senden US-Präsidenten Grüße zu Nouruz? Nicht, daß dies eine schöne Geste wäre, aber wieso fühlen sich US-Präsidenten dazu aufgerufen? Selbst Bush hat dies gemacht. Machen sie das auch bei anderen Kulturen bzw. Feiern weltweit? Auf jeden Fall erreichen sie damit viele Menschen, über 300 Mio. Ich werde aber das Gefühl nicht los, daß es immer an die IranerInnen gerichtet ist. Vermutlich ist dieser Fokus, weil die USA-Iran immer ein Brennpunkt ist.

Dolle Sache im Iran. Vor allen Dingen, weil es uralt und vorislamisch ist. Die Tradition ist so islamisch, wie der Tannenbaum christlich ist zu Heiligabend.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Flaschengeist
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Re: iranische Alltagskultur

Beitragvon Flaschengeist » So 6. Aug 2017, 02:32

Platon hat geschrieben:(20 Mar 2016, 11:28)

Das neue persische Jahr 1395 hat begonnen, traditionell wird das eigene Haftsin auf Facebook geteilt. Dazu sendet Obama seine Neujahrsgrüße und auch die Führer der IRI stellen Videos auf Youtube.
https://de.wikipedia.org/wiki/Haft_Sin







Hallo Platon,

habe Sie Erfahrung mit Reisen durch den Iran?

Bisher habe ich nur gutes über den Iran als Reiseland gehört.

„Nur in Deutschland wird mir vorgeworfen, ich wäre deutschfreundlich“ :)

Christopher Clark

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