Weiter Kämpfe in Libyen

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nichtkorrekt
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon nichtkorrekt » Do 29. Mai 2014, 18:31

Soviel zum Thema "Arabischer Frühling":

http://www.welt.de/wirtschaft/article12 ... ddafi.html
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Ермолов
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Ермолов » Mo 2. Jun 2014, 18:39

Mindestens 18 Tote bei schweren Kämpfen in Bengasi

In Libyen wird die Sicherheitslage drei Jahre nach dem Sturz Muammar al-Gaddafis immer unübersichtlicher. In Bengasi sterben bei Kämpfen mindestens 18 Menschen.


http://www.sueddeutsche.de/politik/liby ... -1.1983113

Das sieht man, wozu Gaddafi das Land gebracht hat. Selbst drei Jahre nach seinem Tod sterben wegen ihm aufrechte Demokraten für die Freiheit Libyens. :mad:
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Wölfelspitz
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Wölfelspitz » Mi 4. Jun 2014, 19:23

Das Land hat seit dem Tode Gaddafis 2011 schon 5 Präsidenten gehabt. Dazu kommt, dass sich die hier damals ach so gefeierten Freiheitskämpfer wie vorhergesagt als in Wahrheit begeisterte Islamisten, Berufsrevolutionäre und vor allem einfach Kriminelle entpuppen, die in Krieg und Aufstand und auch noch vom Ausland flugs als "Rebellen" geadelt, eine prima Gelegenheit sahen, sich den Problemen bürgerlicher Existenzsicherung durch Erwerbsarbeit zu entziehen. Konsequenterweise sind diese Elemente jetzt auch so interessiert an einem prosperierenden, aufgeklärtem Libyen wie eine Springmaus am Wracktauchen:

Am Montag ordnete das Parlament in Tripolis eine Militäroperation an, um die von kriminellen Banden und Separatisten besetzten Ölverladehäfen wieder unter staatliche Kontrolle zu bringen.

Sollten die neusten Berichte stimmen, ist den Rebellen nun mit dem Auslaufen der «Morning Glory» ein weiterer Schritt zur Beschaffung von Geldmitteln geglückt.

http://www.srf.ch/news/international/wi ... exportiert

Dazu starrt das Land nun nur so vor Waffen und die Milizen sind die wahren "Regierungen" in ihrem jeweiligen Gebiet. Ein Traum...
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nichtkorrekt
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon nichtkorrekt » Mi 4. Jun 2014, 20:32

Wölfelspitz » Mi 4. Jun 2014, 19:23 hat geschrieben:Das Land hat seit dem Tode Gaddafis 2011 schon 5 Präsidenten gehabt. Dazu kommt, dass sich die hier damals ach so gefeierten Freiheitskämpfer wie vorhergesagt als in Wahrheit begeisterte Islamisten, Berufsrevolutionäre und vor allem einfach Kriminelle entpuppen, die in Krieg und Aufstand und auch noch vom Ausland flugs als "Rebellen" geadelt, eine prima Gelegenheit sahen, sich den Problemen bürgerlicher Existenzsicherung durch Erwerbsarbeit zu entziehen. Konsequenterweise sind diese Elemente jetzt auch so interessiert an einem prosperierenden, aufgeklärtem Libyen wie eine Springmaus am Wracktauchen:

Am Montag ordnete das Parlament in Tripolis eine Militäroperation an, um die von kriminellen Banden und Separatisten besetzten Ölverladehäfen wieder unter staatliche Kontrolle zu bringen.

Sollten die neusten Berichte stimmen, ist den Rebellen nun mit dem Auslaufen der «Morning Glory» ein weiterer Schritt zur Beschaffung von Geldmitteln geglückt.

http://www.srf.ch/news/international/wi ... exportiert

Dazu starrt das Land nun nur so vor Waffen und die Milizen sind die wahren "Regierungen" in ihrem jeweiligen Gebiet. Ein Traum...


Es scheint nur niemanden zu interessieren. Letzten Endes sind alle Befürchtungen was den sogenannten "arabischen Frühling" angeht wahr geworden, manchmal sieht der "Stammtisch" die Dinge doch klarer als Politik und Presse, von Ägypten hört man auch nichts mehr, von Syrien auch kaum noch.
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Wölfelspitz » Mo 14. Jul 2014, 22:40

UN gibt Libyen auf: http://www.tagesschau.de/ausland/libyen-un-100.html

"Wegen der zunehmend unsicheren Lage in Libyen setzen die Vereinten Nationen (UN) ihre Hilfsmission im Land aus. Die UN-Mitarbeiter würden vorübergehend aus dem Land gebracht, teilte die Mission auf ihrer Webseite mit. Derzeit arbeiten etwa 200 UN-Mitarbeiter in Libyen.

"Das Personal kehrt zurück, sobald das die Sicherheitslage erlaubt", hieß es. Die UN hätten dem libyschen Volk bei der Revolution 2011 beigestanden und würden es auch nun nicht im Stich lassen.

Die Hauptstadt Tripolis erlebt zur Zeit den größten Ausbruch von Gewalt seit dem Sturz und Tod des langjährigen Herrschers Muammar al Gaddafi. Rivalisierende Milizen kämpften am Sonntag um die Kontrolle über den internationalen Flughafen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden mindestens sechs Menschen getötet und 25 verletzt. Der Flughafen wurde aus Sicherheitsgründen für drei Tage geschlossen. Dies habe mit zu der Entscheidung geführt, ihre Mitarbeiter bis auf weiteres aus dem Land zu bringen, erklärte die UN-Mission."

Schöne Revolutionäre: Kriminelle, die sich um den Kuchen streiten und in Wahrheit den Ton im Land angeben und nicht die offizielle Regierung.
Wären sie konsequent, müssten die Amerikaner oder sonstwer da doch jetzt ebenfalls wieder einmarschieren und der Bevölkerung zu Hilfe kommen. Schließlich wird die Bevölkerung weiter gepeinigt. Aber sieh an, stattdessen kommt da schlichtweg gar nichts mehr.

"Auch in anderen Städten gab es Kämpfe. In Bengasi wurden nach Angaben eines Krankenhauses bei Gefechten zwischen Milizen mindestens vier Menschen getötet und 30 verletzt.

Die libysche Regierung muss sich häufig auf verbündete Milizen verlassen, da die offiziellen Sicherheitskräfte noch nicht stark genug sind, um für Recht und Ordnung zu sorgen."


Im Videotext des ZDF las sich das anders. Da hieß/heißt es, die offiziellen Truppen kämen gegen diese Milizen schlichtweg nicht an. Das heißt, da verlässt sich keiner auf die, die Milizen machen natürlich nur ihr eigenes Ding!
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 26. Jul 2014, 20:14

Die USA ziehen Botschaftspersonal aus Libyen ab. Libysche Waffen für die Region.

Tripolis - Wegen anhaltender Kämpfe zwischen rivalisierenden Milizen haben die USA ihr Botschaftspersonal aus der libyschen Hauptstadt Tripolis abgezogen. Das teilte das US-Außenministerium in Washington mit. Nach einem Bericht des Senders CNN verließen etwa 150 Angehörige der diplomatischen Vertretung die Stadt in der Nacht zum Samstag in einem Autokonvoi in Richtung Tunesien. Die Botschaft habe nicht mehr "sicher operieren" können, wurden US-Beamte zitiert.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/l ... 83018.html


In Libyen scheint es keine Zentralgewalt mehr zu geben. Die einzelnen Regionen und Stadteile in Tripolis werden von Milizen kontrolliert.

Libyen dient für viele Gruppierungen in der Region als Waffenlager.

Libya's out-of-control weapons spread across region, fueling conflicts

The arms free-for-all fuels not only Libya's instability but also stokes conflicts around the region as guns are smuggled through the country's wide-open borders to militants fighting in insurgencies and wars stretching from Syria to West Africa.


The rebel brigades that formed to fight him have turned into powerful militias, many based on tribe, region, city or even neighborhood, that often battle each other as they carve out zones of control. Some have hard-line Islamist or even al-Qaida-inspired ideologies.


A 97-page report released in March by United Nations Panel of Experts said weapons that originated in Libya were found in 14 countries, often reaching militant groups. The report said smuggling is mainly from Libyan militias' arsenals.

Sophisticated man-portable, ground-to-air rocket systems, known as MANPADS, have reached four conflict zones, including Chad and Mali.

"Fears that terrorist groups would acquire these weapons have materialized," the report said.

http://www.foxnews.com/world/2014/03/22 ... conflicts/
Zuletzt geändert von King Kong 2006 am Sa 26. Jul 2014, 20:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon UncleSams_Berater » Sa 26. Jul 2014, 20:23

Wenigstens hat man für militärischen Schutz des Botschaftspersonal gesorgt:

"At the request of the Department of State, the U.S. military assisted in the relocation of personnel from the U.S. Embassy in Tripoli," a spokesman from the U.S. Department of Defense said.

"During movement, F-16's, ISR assets and an Airborne Response Force with MV-22 Ospreys provided security," the statement said. The evacuation was not announced in advance in order to ensure the staffers safe departure.


Quelle: http://www.foxnews.com/world/2014/07/26/us-evacuates-embassy-in-libya-amid-clashes-in-tripoli/
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Wölfelspitz » Di 29. Jul 2014, 13:47

Die Milizien wollen die Macht im Land übernehmen, unabhängig von irgendwelchen Wahlen - so heute im Mittagsmagazin. Dann natürlich der Kampf um Pfründe und Öl.

Das sind die "Rebellen" und "Aufständischen", die man als Befreier von Gadaffi so umjubelt hat - auch im Forum von den üblichen westfähnchenschwenkenden Verdächtigen. Kritikern, die genau so etwas voraussagten - auch ich gehörte dazu, das kann ich ruhig mal sagen - wurde überheblich über den Mund gefahren. Die haben das vielleicht genossen! :rolleyes:

Eine undurchsichtige, Shoplifter-Islamisten-Sonstwas-Mafiatruppe, die sich ihre eigenen Taschen füllt, nur herumballern kann und das Land auf das sicherheitstechnische Niveau von Somalia quetschen wird.

Herzlichen Glückwunsch. Man sollte zum Spaß mal ein paar alte Jubelbeiträge von den damaligen Maulhelden bringen, die meinten, jetzt ginge mit Hilfe des Westens in Libyen die Sonne auf und Kritiker wären bloß dumme Diktatorenfreunde und würden damit was kompensieren.

Umgekehrt wird viel eher ein Schuh draus.
Zuletzt geändert von Wölfelspitz am Di 29. Jul 2014, 13:48, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Tankist » Di 29. Jul 2014, 22:38

Ja ich schätze auf das Konto der heldenhaften Rebellen, die sich gegenseitig bekämpfen, gehen mittlerweile Tausende Tote. Dazu Entführungen, Waffenschmuggel, Aufstieg von Islamisten. Die westlichen Staaten, die damals eingegriffen haben und die Rebellen aufrüsteten und unterstützten sehen sich natürlich außerhalb jeglicher Verantwortung.
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Wölfelspitz » Do 31. Jul 2014, 21:01

http://www.focus.de/politik/ausland/kri ... 28707.html


Die Situation in Libyen ist selbst für Experten kaum noch zu durchblicken. Vor drei Jahren wurde Muammar al-Gaddafi gestürzt, doch Stabilität hat das nicht gebracht: Nun kämpfen ehemalige Rebellen, verfeindete Stammesgruppen und Islamisten um die Macht.


Libyen versinkt im Chaos. Welche Milizen, Stammesgruppen oder Armeeverbände gerade gegeneinander kämpfen, ist selbst für Experten nur noch schwer zu überblicken. Inzwischen ist die Lage so eskaliert, dass Frankreich am Mittwoch seine Landsleute aus Libyen in Sicherheit brachte und andere Länder wie Deutschland ihre Staatsbürger zur Ausreise aufforderten.

Drei Jahre nach dem Sturz des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi steht der Westen der Gewalt weitgehend machtlos gegenüber. "Der politische Übergangsprozess in Libyen ist praktisch kollabiert", stellt der Libyen-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, Wolfram Lacher, fest. Der Westen habe sich nach dem Tod Gaddafis im Oktober 2011 "bewusst" zurückgezogen, "weil es in Libyen ein weit verbreitetes Misstrauen gegen ausländischen Einfluss gibt".

Doch die neue Regierung sei von Anfang an zu schwach gewesen; nun seien die Kämpfe verschiedener Gruppen um territorialen Einfluss und politische Macht so eskaliert, dass dem Westen und der UNO "jedes nennenswerte Druckmittel" fehle.


Gute Nacht :D
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Ермолов » Fr 1. Aug 2014, 22:08

Ach was. Das sind alles nur kurzfristige Unannehmlichkeiten, die dem langfristigen Ziel der freiheitlichen Demokratie anstelle der Tyrannei keinesfalls im Wege stehen.

Wer etwas anderes behauptet, ist eine mieser Diktaturversteher.
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon UncleSams_Berater » Di 26. Aug 2014, 18:49

Nachdem dem Islamisten einige Gebiete in Libyen erobern konnten, kam es offenbar zu Luftangriffen durch Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate...

Die geheimen Luftschläge der Vereinigten Arabischen Emirate

Haben Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate gemeinsam Luftangriffe auf Stellungen der Islamisten-Milizen in Libyen geflogen? Einem Bericht der "New York Times" zufolge ja - Ägypten bestreitet das. Jetzt warnt der Westen vor einer Einmischung von außen.

Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate sollen Libyen bombardiert haben, berichtet die New York Times. Es sei nicht das erste Mal, dass Ägypten und die Emirate zusammengearbeitet hätten.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi widerspricht der Darstellung der Zeitung.

Die Bewohner von Tripolis berichten von Bombenangriffen auf die Islamisten-Milizen in der Hauptstadt.

Die USA und ihre wichtigsten europäischen Partner verurteilen die "Eskalation der Gewalt" in Libyen.


Weiterlesen: http://www.sueddeutsche.de/politik/angriffe-auf-islamisten-stellungen-in-libyen-die-geheimen-luftschlaege-der-vereinigten-arabischen-emirate-1.2103950
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Tankist » So 16. Nov 2014, 12:29

Wieder mal etwas über Libyen:

Tatsächlich gilt Libyen längst als Rückzugsgebiet für Dschihadisten. In der ostlibyschen Stadt Derna, einer Islamisten-Hochburg schon zu Gaddafi-Zeiten, hat der "Schura-Rat der Jugend des Islam" dem Kalifat der Terrormiliz "Islamischer Staat" die Treue geschworen. Sie kontrolliert bereits weite Gebiete im Irak und im Norden Syriens. Auch in Derna haben staatliche Einrichtungen kaum noch Einfluss. Angesichts dieser Verhältnisse sei es "völlig unstrittig", dass der Staat in Libyen gescheitert sei, sagt Günter Meyer. Es gebe keine staatlichen Autoritäten, die das Land kontrollierten, und die Situation habe sich in den vergangenen drei Jahren dramatisch verschlechtert. "Viele Libyer", sagt Meyer, "sehnen sich nach den stabilen Verhältnissen unter Gaddafi zurück - obwohl er ein autoritärer Herrscher war."


http://www.dw.de/libyens-langsamer-zerfall/a-18061559

Eine wirklich großartige Entwicklung.
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Tankist » Di 1. Dez 2015, 23:51

Zu Libyen eine interessante Aussage eines ehemaligen US-Geheimdienstchefs:


Das war ein riesiger Fehler. So brutal Saddam Hussein war - ihn nur zu eliminieren, war falsch. Das Gleiche gilt für Gaddafi und Libyen, das heute ein failed state ist. Die große historische Lektion lautet, dass es eine strategisch unglaublich schlechte Entscheidung war, in den Irak einzumarschieren. Die Geschichte sollte und wird über diese Entscheidung kein mildes Urteil fällen.


http://www.spiegel.de/politik/ausland/ex-us-geheimdienstchef-mike-flynn-ueber-den-is-wir-waren-zu-dumm-a-1065038.html#

Italien fürchtet Erstarken des IS in Libyen

Mehr als 2000 Kämpfer des IS sollen sich in der libyschen Stadt Sirte festgesetzt haben. Italien fürchtet, die Terrormilizen können sich das derzeitige Machtvakuum in der früheren italienischen Kolonie zunutze machen.


http://www.handelsblatt.com/politik/international/islamischer-staat-italien-fuerchtet-erstarken-des-is-in-libyen/12659266.html
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Tankist » Do 3. Dez 2015, 23:16

Artikel über die Lage in Libyen und den Vormarsch des Islamischen Staats dort:

Das Ersatzkalifat des "Islamischen Staats"


Einige Tausend IS-Kämpfer haben sich in Libyen festgesetzt. Der zerfallende Staat wird zum attraktiven Ziel für den Dschihad, der Konflikt im Land ist festgefahren.


Von Martin Gehlen

Die Gotteskrieger des "Islamischen Staats" vermarkten Libyen inzwischen als ihr zweites Kalifat. Mal posieren sie grinsend auf den Straßen, mal werben sie per Video für den Post-Gaddafi-Staat als neues Dschihad-Ziel. "Das Leben hier ist gut, man kann ein Auto und ein Haus bekommen", prahlte ein ägyptischer Extremist gegenüber Gesinnungsgenossen. "Überdenkt euren Wunsch, nach Syrien zu gehen. Libyen braucht euch", twitterte ein anderer.

Während die Aufmerksamkeit der Welt fast völlig auf den Kampf gegen die Dschihadisten in Syrien und im Irak fixiert ist, schlägt die Terrormiliz in Libyen seit Monaten immer festere Wurzeln. Zwischen 2.000 und 3.000 IS-Kämpfer halten sich nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen inzwischen dort auf, vor einem Jahr waren es noch keine 200. Sie kontrollieren vor allem die zentrale Küstenregion um Gaddafis Geburtsstadt Sirte, die 600 Kilometer von europäischem Boden entfernt ist. Der Aufstand der Bürger wurde von den Eindringlingen im August brutal niedergeschlagen. Die lokalen Anführer, darunter auch zwei Geistliche, öffentlich enthauptet und gekreuzigt.


Nach Einschätzung der UN entwickelt sich die ölreiche Mittelmeernation immer mehr zur regionalen Terrordrehscheibe, die nicht nur die direkten Nachbarn Tunesien, Ägypten und Algerien, sondern auch Europa bedroht. "Das IS-Oberkommando in Irak und Syrien betrachtet Libyen als die beste Option, um ihr Kalifat weiter auszudehnen", heißt es in der 24-seitigen Analyse für den Weltsicherheitsrat.


Der IS profitiert vor allem vom politischen Chaos im zerfallenden libyschen Staat. Zwei Regierungen und zwei Streitkräfte kämpfen um die Vormacht. Im Westen kontrolliert das Bündnis "Fajr Libya", das aus moderaten Islamisten und Milizen kleinerer Städte besteht, die Hauptstadt Tripolis, das 200 Kilometer entfernte Misrata sowie die Oasenstadt Sabha im Süden. Seine Regierung und Parlament sind international nicht anerkannt.

Im Osten dominiert die "Libysche Nationalarmee" unter General Khalifa Haftar. Seit mehr als einem Jahr versucht Haftar, die islamistischen Milizen aus Bengasi zu vertreiben und verwandelte dabei Teile der einstigen Heldenstadt gegen Gaddafi in eine Trümmerwüste. Die international anerkannte politische Führung Libyens, deren Wahlmandat inzwischen abgelaufen ist, residiert unter seinem Schutz in Al-Baida und Tobruk nahe der Grenze zu Ägypten.


http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-12/libyen-islamischer-staat

Es geht voran. :(
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Tankist » Mo 14. Dez 2015, 16:55

Der IS greift nach dem libyschen Öl:

http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-1067708.html
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Tankist » Do 7. Jan 2016, 20:29

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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon UncleSams_Berater » Fr 19. Feb 2016, 13:23

US-Kampfjets töten in Libyen IS-Kämpfer

US-Kampfjets haben IS-Stellungen in Libyen angegriffen. Dabei sollen mehr als 40 Kämpfer des "Islamsichen Staates" getötet worden sein. Ziel der Angriffe war ein hochrangiger Dschihadist aus Tunesien.


In Libyen sind bei einem Luftangriff auf mutmaßliche Kämpfer der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) nach verschiedenen Berichten mehr als 40 Menschen getötet worden. Ein "nicht identifiziertes" Flugzeug habe am Freitagmorgen ein Haus in Sabratha westlich der Hauptstadt Tripolis bombardiert, teilte ein Vertreter der Stadtverwaltung mit. In dem Haus hatten sich demnach mutmaßliche IS-Kämpfer aufgehalten. Die meisten Toten stammten den Angaben zufolge aus Tunesien.

Ein Sprecher des US-Militärs bestätigte, dass Luftangriffe auf mehrere Ziele in Libyen geflogen worden seien. Dabei sei ein Trainingscamp des IS getroffen worden. Nach Angaben der "New York Times" richtete sich der Angriff gegen einen hochrangigen Dschihadisten aus Tunesien, der im vergangenen Jahr an zwei Anschlägen in dem Nachbarland beteiligt gewesen sein soll


Weiterlesen: http://www.tagesschau.de/usa-libyen-101.html

Die USA bombardiert nun den IS auch in Libyen, ein längst überfälliger Schritt wenn ihr mich fragt da der IS in Libyen sehr stark geworden ist.
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Ultra-tifosi » Do 7. Apr 2016, 15:33

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.nationale-regierung-in-tripolis-erfolg-fuer-deutschen-libyen-vermittler.1edf82bc-55ef-44da-bb7a-54d1979eed62.html

das islamistische Schattenregime in Tripolis gibt zugunsten einer neuen Einheitsregierung auf. Jetzt muss nur noch der Abgeordnetenrat in Tobruk (Die bisher international anerkannte Regierung) folgen.
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Re: Weiter Kämpfe in Libyen

Beitragvon Ultra-tifosi » So 24. Apr 2016, 11:17

Die Lybisch Nationale Armee (LNA) von General Haftar wird wohl der größte Toyota Importeur in ganz Afrika ;)

https://twitter.com/NextDoorArab/status/723981269911134209?lang=de

Die Situation in Benghazi; https://twitter.com/wbmonitor/status/722721305246699520?lang=de

Allgemein sieht´s für die LNA sehr gut aus. Man ist in Derna eingerückt, in Benghazi sind die IS-Milizen fast geschlagen & in Ajbadiya hat man den Shura-Rat vernichtend geschlagen.

Der IS ist aktuell mehr für die Gegenregierung eine Bedrohung als für die LNA.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ad/Libyan_Civil_War.svg

Die Chance, das Haftar nach einem Sieg über die Gegenregierung/Milizen & dem IS sich zum neuen Diktator aufschwingt, ist durchaus vorhanden. Allerdings ist er jetzt schon 73, ein langes Leben als Diktator hätte er nicht mehr.

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