Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

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GLÜ2010
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon GLÜ2010 » So 7. Okt 2018, 16:40

Alter Stubentiger hat geschrieben:(07 Oct 2018, 15:42)
Realist2014 hat geschrieben:(07 Oct 2018, 14:14)

Die soziale Marktwirtschaft in der BRD geht ja zurück auf Ludwig Erhard in den 50ern des letzten Jahrhunderts.
Machen wir es daher doch mal konkret.Was genau war denn damals- also vor 60 Jahren - "besser" als heute? bezüglich Arbeitszeiten , bezüglich Arbeitsschutz .
Bezüglich der Zeit, wie lange ein "Arbeiter" arbeiten musste, um sich folgendes leisten zu können:
a) ein Auto
b) ein Fernreise nach Thailand
c) ein Kilo Schnitzelfleisch

usw...

Alter Stubentiger

Besser war dass es noch möglich war die soziale Marktwirtschaft immer wieder zu verbessern. Sozialer zu machen. Und es herrschte ein Konsens darüber dass dies nötig sei. Schon allein damit die Leute es so gut hatten dass die nicht nach dem Kommunismus im Osten strebten. Man orientierte sich also an der Lebenswirklichkeit derer die sich noch kein Auto, Fernreisen und das tägliche Schnitzel leisten konnten. Heute schauen Politiker eher nach den Befindlichkeiten der Konzerne und Kapitalanleger. Die Rendite dieser Leute wird über das Allgemeinwohl gestellt. Und darum kannst du hier die These vertreten dass steuerfreie Finanztransaktionen so enorm wichtig für Deutschland seien. Sind sie aber nicht. Sie sind nur wichtig für die welche zuviel Geld haben und dieses anstrengungslos weiter vermehren wollen. Volkwirtschaftlich sinnlos. Sollen sie nach England gehen.

Und dass macht es den Populisten so einfach. Die versprechen einfache Lösungen für die echten und eingebildeten Probleme des Volks. Und sie sind sogar so schlau dem Volk einige wenige Feinde zu präsentieren die am angeblichen Unglück Deutschlands schuld sind. Das diese Populisten die eigentlichen Probleme aber auch nicht anpacken wollen bleibt verborgen. So sieht es aus.





Zu Realist2014

Wie ich immer geschrieben habe befanden wir uns (seit den50ern erst )auf dem Weg zu einer Sozialen-Marktwirtschaft . Seit dem Ende der Sowjet-Union streben wir rasant in eine Profit-Maximierte-Marktwirtschaft . Siehe auch Stubentiger .
Nun lassen sich Jahrhunderte auch bei gleichen Wirtschaftssystemen schlecht vergleichen . Den alten Germanen würde es bei Soziale-Marktwirtschaft nicht materiell besser gehen als uns heute unter kommunistischer Herrschaft . Logo ? Ob Sie sich nicht freier gefühlt haben ist eine Frage nicht des Materiellen- sondern des Sozialen-Status ,

das heißt des Sozialen-Gefälles . Daran krankt unsere Zeit . Punkt .

Zu Alter Stubentiger „ Und dass macht es den Populisten so einfach. …... „ :

Ich kann Alter Stubentiger nur Zustimmen .

Siehe hierzu weiter meinen Beitrag auf Seite 1 :
viewtopic.php?f=4&t=66796&p=4312082&hilit=AFD+Meuthen#p4312082

„ Ich verstehe nicht , was Otto-Normalverbraucher sich von der AFD oder Trump verspricht . Alles was Sie braucht , ist ein klares Feindbild . Oder hat Sie sich schon zu anderen Themen geäußert . - - - Doch kürzlich hat sich hat sich z.B. AFD-Chef Meuthen (seines Zeichens promovierter Volkswirt) auf dem Parteitag in Augsburg verplappert .

AfD-Chef Meuthen will gesetzliche Rente abschaffen

Siehe : http://derwaechter.net/afd-chef-meuthen
https://www.t-online.de/nachrichten/deu

Die AFD will (insgeheim) IHRE sogenannten abgehängten Wähler befreien in dem Sie von den Gesetzlichen-Sozialsystemen befreit und Sie verpflichtet , sich selbst privat zu versichern . Wahrlich eine wahre Befreiung ala AFD (FDP ohne braunen Dünnschiß)

Es sollte inzwischen den meisten klar sein , dass die AFD auch nur eine Neo-Liberale-Partei ist d.h. Sie huldigt unserer obersten Gottheit der Profit-MAXIEMIERUNG , wie die FDP u.a. , dies aber kredenzt in braunem DÜNNSCHISS ! …..... "

Es gibt viel zu tun , - - - also lassen WIR es liegen - - - oder …...

Es wird Zeit , das Wir für eine WIRKLICHE Soziale-Marktwirtschaft kämpfen .

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Zuletzt geändert von GLÜ2010 am So 7. Okt 2018, 16:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Alter Stubentiger » So 7. Okt 2018, 16:57

Realist2014 hat geschrieben:(07 Oct 2018, 15:55)

Beleg das doch mal. So ganz konkret mit den Eigenkapitalrenditen in den 50ern und denen der DAX-Unternehmen heute...
Und dann natürlich die Dividendenrenditen der DAX 30
Ich nehme an, du kennst nicht mal die heutigen...



Wat? Ich habe geschrieben, dass eine derartige Steuer in D allein nix bringt...


Uninteressant. Das System läuft so dass Gewinne zu hohen Boni führen und zu Wertsteigerungen an der Börse. Und an der Börse kann man die Aktien dann teurer weiterverkaufen oder auf Kursschwankungen wetten oder sonstige Finanzprodukte rund um den DAX kreieren. Da liegen die Interessen. Darum kreisen die Gedanken. Da geraten die Interessen der breiten Bevölkerung aus dem Blick. Sonst hätte man schon vor Jahren auf dem Wohnungsmarkt gegengesteuert und den sozialen Wohnungsbau wieder vorangetrieben. Wie in den 60ern eben als auch sowas noch wichtig war.
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Skull » So 7. Okt 2018, 17:08

lili hat geschrieben:(07 Oct 2018, 16:02)

Dennoch müssen wir jetzt beim Thema bleiben, sonst Sanktionen.

Das Harz 4 Regime gefällt dir ja so. :D

Manchmal frage ich mich, wie weit eine vernünftige Diskussion und auch deren Begriffe gehen sollte... :D

Der Harz liegt mit dem Brocken in der Mitte Deutschlands. Hier geht es um die Reformen von Peter Hartz.

Und ein HartzIV Regime...gibt es auch nicht.

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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Skull » So 7. Okt 2018, 17:11

Alter Stubentiger hat geschrieben:(07 Oct 2018, 17:57)

Das System läuft so dass Gewinne zu hohen Boni führen und zu Wertsteigerungen an der Börse.
Und an der Börse kann man die Aktien dann teurer weiterverkaufen oder auf Kursschwankungen wetten
oder sonstige Finanzprodukte rund um den DAX kreieren.
Da liegen die Interessen. Darum kreisen die Gedanken. Da geraten die Interessen der breiten Bevölkerung aus dem Blick.

Man KANN natürlich irgendwelche cruden Beziehungen stricken.
Ob solche Beziehungen aber Sinn machen ist eine ganz andere Frage.

Der über-überwiegende Teil der wirtschaftlichen Tätigkeit in Deutschland und die daran hängenden Arbeitplätze...
haben nichts mit Aktiengesellschaften zu tun. Noch weniger mit der Börse. :D

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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon lili » So 7. Okt 2018, 17:12

Skull hat geschrieben:(07 Oct 2018, 18:08)

Manchmal frage ich mich, wie weit eine vernünftige Diskussion und auch deren Begriffe gehen sollte... :D

Der Harz liegt mit dem Brocken in der Mitte Deutschlands. Hier geht es um die Reformen von Peter Hartz.

Und ein HartzIV Regime...gibt es auch nicht.

mfg



Danke für die Korrektur. Ich habe das t hinzugefügt. ;)
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Realist2014 » So 7. Okt 2018, 17:18

Alter Stubentiger hat geschrieben:(07 Oct 2018, 17:57)

Uninteressant. Das System läuft so dass Gewinne zu hohen Boni führen und zu Wertsteigerungen an der Börse. war.


Stimmt

fast bei allen DAX Unternehmen werden die Mitarbeiter über BONI am Gewinn beteiligt....

DU hast also ein Problem damit, dass die Mitarbeiter von BMW usw einen Bonus bekommen?
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Realist2014 » So 7. Okt 2018, 17:21

Alter Stubentiger hat geschrieben:(07 Oct 2018, 17:57)

Da geraten die Interessen der breiten Bevölkerung aus dem Blick. Sonst hätte man schon vor Jahren auf dem Wohnungsmarkt gegengesteuert und den sozialen Wohnungsbau wieder vorangetrieben. Wie in den 60ern eben als auch sowas noch wichtig war.



was genau hat jetzt der soziale Wohnungsbau mit den Eigenkapitalrenditen und Dividendenrenditen der DAX 100 zu tun?

Fragen über Fragen....

Und was genau möchtest du noch wie "in den 60ern"?

Das Ehefrauen die Zustimmung ihrer Ehemänner brauchen, um arbeiten zu dürfen?

50% weniger Wohnfläche pro Kopf?

längere Arbeitszeiten und (relativ) wesentlich teurere Konsumgüter ?
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Skull » So 7. Okt 2018, 17:22

Guten Abend,

ich möchte darum bitten, nicht wieder die ewig gleichen "Fässer" aufzumachen,
und das Threadthema umzufunktionieren.

Danke für Beachtung.
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Realist2014 » So 7. Okt 2018, 17:30

GLÜ2010 hat geschrieben:(07 Oct 2018, 17:40)

Zu Realist2014

. Seit dem Ende der Sowjet-Union [b]streben wir rasant in eine Profit-Maximierte-Marktwirtschaft
.

[ 0


das hast du jetzt schon x mal behauptet.

Nur leider noch nicht einmal mit FAKTEN belegen können

Also zum Beispiel dass HEUTE die Eigenkapitalrendite wesentlich höher ist als in den 50ern.

Oder die Dividendenrendite der DAX 30 Unternehmen heute wesentlich höher ist als in den 50ern

also- WO bleiben die FAKTEN für deine obige Behauptung?
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 8. Okt 2018, 14:53

Skull hat geschrieben:(07 Oct 2018, 18:11)

Man KANN natürlich irgendwelche cruden Beziehungen stricken.
Ob solche Beziehungen aber Sinn machen ist eine ganz andere Frage.

Der über-überwiegende Teil der wirtschaftlichen Tätigkeit in Deutschland und die daran hängenden Arbeitplätze...
haben nichts mit Aktiengesellschaften zu tun. Noch weniger mit der Börse. :D

mfg

Natürlich. War auch nur eine Antwort zu der Sache mit den Gewinnen bei den DAX-Unternehmen.
Es ist allerdings schon so daß die Politik seltsame Probleme hat Gesetzen zur Geltung zu verhelfen wenn es um DAX-Unternehmen geht. Wenn ein Eierhändler seine Kunden so betrügen würde wie die Automobilindustrie hätte man sicher keine Hemmungen den Eierhändler zur Rechenschaft zu ziehen. Aber hier laufen fast alle Manager der Autofirmen frei rum und machen einen auf dicke Hose. Und was dass an Aufmerksamkeit kostet.

Wenn man in den vergangenen Jahren mal einen Bruchteil dieser Aufmerksamkeit dem Wohnungsmarkt geopfert hätte dann hätten wir vielleicht weniger Probleme.
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 8. Okt 2018, 14:54

Realist2014 hat geschrieben:(07 Oct 2018, 18:18)

Stimmt

fast bei allen DAX Unternehmen werden die Mitarbeiter über BONI am Gewinn beteiligt....

DU hast also ein Problem damit, dass die Mitarbeiter von BMW usw einen Bonus bekommen?


[Mod editiert] Du weißt genau dass es um Leute wie Winterkorn geht und nicht um Fließbandarbeiter.
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Realist2014 » Mo 8. Okt 2018, 15:22

Alter Stubentiger hat geschrieben:(08 Oct 2018, 15:54)

[Mod editiert] Du weißt genau dass es um Leute wie Winterkorn geht und nicht um Fließbandarbeiter.


Ich dachte es geht um die Dividende von den Aktionären.

Jetzt plötzlich geht es um die Gehälter der Vorstände = Arbeitnehmer

also was jetzt?

Nach wie vor warte ich auf FAKTEN hinsichtlich der angeblich heute höheren Dividenden(-Renditen) gegenüber den 50ern....
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Skull » Mo 8. Okt 2018, 16:24

Alter Stubentiger hat geschrieben:(08 Oct 2018, 15:53)

Aber hier laufen fast alle Manager der Autofirmen frei rum und machen einen auf dicke Hose.
Und was dass an Aufmerksamkeit kostet.

Tja...wer könnte Dir da widersprechen... :?:

Nur hat das NICHTS mit dem Bezug zu tun, den Du da machen wolltest.

Eher mit den Besitzverhältnissen und den Beziehungen...von STAAT, Politik und Automobilfirmen.

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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Der Neandertaler » Mo 8. Okt 2018, 17:04

Hallo Wähler.
Wähler hat geschrieben:"Hartz-I war allerdings ... daher abgeschafft gehört"- was ist daran unkonkret? ;)
    Alles!
Besonders weil Du nicht gesagt hast was und warum Du etwas abschaffen möchtest. Wie ich vorher bereits ausgeführt habe, war die Forderung der Wirtschaft:
    "entweder rechtliche Bedingungen für alle Arbeitnehmer ändern, oder eben Zeitarbeit und befristetet Arbeitsverträge erweitern."
Um es sich nicht in Gänze mit den Gewerkschaften zu verscherzen, traf Schroeder Vorkehrungen, um den Unternehmen vermehrt Zeit- und Leiharbeit zu ermöglichen, bzw.: diese zu verbessern. Wenn diese Möglichkeit nun wieder abgeschaft wird, steht zumindest diese alte Forderung der Wirtschaft wieder zur Debatte.

Abgesehen davon:
    Hartz-I beinhaltet ja mehr als nur Zeit- und Leiharbeit! Durch Hartz-I wurde das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz in wesentlichen Punkten geändert. Etwa wurde das besondere Befristungsverbot, das Synchronisationsverbot, das Wiedereinstellungsverbot und die Beschränkung der Überlassungsdauer auf höchstens zwei Jahre aufgehoben. Leiharbeitnehmer wurde per Gesetz durch den sogenannten Gleichstellungsgrundsatz Stammarbeitnehmer des entleihenden Unternehmens gleichgestellt. Gleiche Arbeitszeit, gleiches Arbeitsentgelt, gleiche Urlaubsansprüche, etc.
      (equal pay und equal treatment)
Also:
    was meinst Du nun müsse abgeschaft werden?
      ... aber bitte mit Begründung!
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Wähler » Mo 8. Okt 2018, 17:23

Der Neandertaler hat geschrieben:(08 Oct 2018, 18:04)
Also: was meinst Du nun müsse abgeschaft werden? ... aber bitte mit Begründung!

Vor Hartz-I war Leiharbeit nur sehr eingeschränkt möglich. Es galt der Grundsatz: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Die Automobilindustrie mit ihren hohen Tariflöhnen beschäftigt bezeichnender Weise seit vielen Jahren im Branchenvergleich die meisten Leiharbeiter. Wenn das den Sozialdemokraten nicht aufstößt, dann dürfen sie sich nicht wundern, wenn sie kaum noch jemand wählt. Ich fordere also als politische Orientierung im Kern für Hartz I Rückkehr zum Zustand vor 2005.
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Gruwe » Mo 8. Okt 2018, 17:26

Wähler hat geschrieben:(08 Oct 2018, 18:23)
Es galt der Grundsatz: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.



Hierzu erstmal die grundlefende Frage: Wie willst du diese hinreichend genau messen? Denn schließlich bedeutet gleiche Tätigkeit nicht automatisch gleiche Arbeit (siehe z.B. Abstufung etwa nach Betriebszugehörigkeit in Tarifverträgen).
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Wähler » Mo 8. Okt 2018, 17:37

Wähler hat geschrieben:(08 Oct 2018, 18:23)
Vor Hartz-I war Leiharbeit nur sehr eingeschränkt möglich. Es galt der Grundsatz: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Die Automobilindustrie mit ihren hohen Tariflöhnen beschäftigt bezeichnender Weise seit vielen Jahren im Branchenvergleich die meisten Leiharbeiter. Wenn das den Sozialdemokraten nicht aufstößt, dann dürfen sie sich nicht wundern, wenn sie kaum noch jemand wählt. Ich fordere also als politische Orientierung im Kern für Hartz I Rückkehr zum Zustand vor 2005.

Gruwe hat geschrieben:(08 Oct 2018, 18:26)
Hierzu erstmal die grundlefende Frage: Wie willst du diese hinreichend genau messen? Denn schließlich bedeutet gleiche Tätigkeit nicht automatisch gleiche Arbeit (siehe z.B. Abstufung etwa nach Betriebszugehörigkeit in Tarifverträgen).

Nach der Berufserfahrung sollte in der Regel eine faire Eingruppierung erfolgen. Bekannte von mir arbeiten seit 15 Jahren in der IT-Industrie als Leiharbeiter, obwohl sie durch die Vielfalt ihrer Berufserfahrung höher qualifiziert sind, als langjährige Betriebszugehörige im Entleiherbetrieb. Hier sind auch mit Einverständnis der Gewerkschaften asymmetrische Machtstrukturen zu Lasten Dritter eingezogen worden, die einem fairen Arbeitsrecht zuwiderlaufen. Deswegen bin ich auch aus Überzeugung Betriebsrat.
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Realist2014 » Mo 8. Okt 2018, 18:02

Wähler hat geschrieben:(08 Oct 2018, 18:37)

. Bekannte von mir arbeiten seit 15 Jahren in der IT-Industrie als Leiharbeiter, obwohl sie durch die Vielfalt ihrer Berufserfahrung höher qualifiziert sind, als langjährige Betriebszugehörige im Entleiherbetrieb. .


Jetzt stellt sich mir- speziell in der IT-Branche- schon die Frage , wieso deine Bekannten bei der schon seit Jahren sehr guten Situation im IT-Markt keine "Direktanstellung" finden.
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Der Neandertaler » Mo 8. Okt 2018, 18:07

Wähler hat geschrieben:Vor Hartz-I war Leiharbeit nur sehr eingeschränkt möglich. Es galt der Grundsatz: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Die Automobilindustrie mit ihren hohen Tariflöhnen beschäftigt bezeichnender Weise seit vielen Jahren im Branchenvergleich die meisten Leiharbeiter. Wenn das den Sozialdemokraten nicht aufstößt, dann dürfen sie sich nicht wundern, wenn sie kaum noch jemand wählt. Ich fordere also als politische Orientierung im Kern für Hartz I Rückkehr zum Zustand vor 2005.
Horsche mal:
    von Fakten und/oder Vorahnungen läßt Du Dich nicht beeindrucken?
Zumal das, was Du an- und ausführst, keine Begründung ist - es ist bestenfalls eine Beschreibung eines Zustands ... zudem teilweise auch noch falsch!

Das "Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG)" in der aktuellen Form regelt ja die Arbeitszeit, das Arbeitsentgelt, sowie die Urlaubsansprüche der Leiharbeitnehmer ... gegenüber der Stammbelegschaft des Betriebes, in dem der Leiharbeitnehmer tätig ist.
    (Gleich­stel­lungs­grund­satz, equal pay)
Fakt ist, daß das Bundesverfassungsgericht 1967 entschieden hat, daß ein bis dahin bestehendes Verbot der Arbeitnehmerüberlassung mit dem Grundrecht der freien Berufswahl unvereinbar ist. Infolgedessen wurde 1972 das "Gesetz zur Regelung der gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung (AÜG)" geschaffen, um die Arbeitnehmerüberlassung sozialverträglich auszugestalten und ihr einen Ordnungsrahmen zu geben.

Seit Einführung des AÜG, 1972, sind Schritt für Schritt Änderungen vorgenommen worden:
  • erstmals wurde 2003 der so genannte Gleichstellungsgrundsatz im Gesetz verankert -
  • 2011 wurde die Möglichkeit etabliert, womit auf Antrag der Tarifpartner eine Lohnuntergrenze für allgemeinverbindlich erklären lassen können - also eine Art Mindestlohn für Leiharbeit -
  • seit 2017 gilt eine Überlassungshöchstdauer für Leiharbeitern von 18 Monaten.
      (§ 1 Abs. 1b AÜG)
Daß nun einige Unternehmen die einzelnen, etwas unklar (aus-) formulierten Punkte ausnutzen, dafür braucht man aber nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten und das gesamte Gesetz vollkommen abschaffen.
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Re: Soziale-Marktwirtschaft oder Neo-Liberale-(Profit-Maximierungs) Marktwirtschaft

Beitragvon Gruwe » Mo 8. Okt 2018, 18:09

Realist2014 hat geschrieben:(08 Oct 2018, 19:02)

Jetzt stellt sich mir- speziell in der IT-Branche- schon die Frage , wieso deine Bekannten bei der schon seit Jahren sehr guten Situation im IT-Markt keine "Direktanstellung" finden.


Ja...diese Frage stelle ich mir im Übrigen auch!
Such doch heute mal qualifizierte Mitarbeiter in der IT-Branche oder auch im technischen Bereich. Da beißt man sich derzeit quasi die Zähne aus!

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