Kein Bock auf Karriere?!

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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Gruwe » Mi 15. Aug 2018, 18:20

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(15 Aug 2018, 13:21)

Das ist schwierig zu beurteilen. Da sind wohl zwei Faktoren ausschlaggebend. Der eine ist, dass heute viel mehr Menschen Abitur machen und studieren als noch vor 10 oder 20 Jahren. Intelligenz und Ambition sind aber im wesentlichen Sinne wohl normalverteilt. Schon allein dadurch sinkt der Anteil derjenigen die z.B. mit Abitur tatsächlich eine wesentliche Führungsposition übernehmen wollen. Der zweite Faktor ist derjenige, dass hochqualifizierte und begehrte Arbeitskräfte heute schon eine andere Einstellung zur Arbeit haben. Die lassen sich mehr an Ergebnissen messen, als an der Anwesenheit am Arbeitsort. Und genau hier hinken die meisten Arbeitgeber wohl hinterher.


Ich würde vielleicht noch Bologna anführen: Die Schüler machen erstmal ihr Abi! Dann bekommt man eingetrichtert, dass man mit Abi unbedingt studieren muss.
Und dann denkt man sich eben: Tja, entweder nun 2,5-3 Jahre Berufsausbildung oder eben 3 Jahre zum Bachelor.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Gruwe » Mi 15. Aug 2018, 18:23

KarlRanseier hat geschrieben:(15 Aug 2018, 18:06)
Ich selbst hatte das auch noch nicht direkt nach dem Studium erkannt und saß bereits in der Tretmühle. Aber was nützt das Geld der Welt, wenn man gar keine Zeit hat, es auszugeben oder seine Familie zu sehen?


Das ist doch auch schon wieder Nonsens! Es gibt doch nicht nur die beiden Extreme 1) viel Geld, wenig Zeit und 2) wenig Geld, viel Zeit! Dazwischen gibt es eine unendlich große Anzahl an Abstufungen!
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 15. Aug 2018, 18:26

Gruwe hat geschrieben:(15 Aug 2018, 19:20)

Ich würde vielleicht noch Bologna anführen: Die Schüler machen erstmal ihr Abi! Dann bekommt man eingetrichtert, dass man mit Abi unbedingt studieren muss.
Und dann denkt man sich eben: Tja, entweder nun 2,5-3 Jahre Berufsausbildung oder eben 3 Jahre zum Bachelor.

Versprechen und nicht einhalten.
Das ist die Position von jungen Menschen.
Stimmt ja auch!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Gruwe » Mi 15. Aug 2018, 18:35

Bielefeld09 hat geschrieben:(15 Aug 2018, 19:26)

Versprechen und nicht einhalten.
Das ist die Position von jungen Menschen.
Stimmt ja auch!


Bitte was? Was versprechen?
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Realist2014 » Mi 15. Aug 2018, 18:35

Bielefeld09 hat geschrieben:(15 Aug 2018, 19:03)


Karriere beginnt mit der Ausbildung.
Und die Ausbildung muss auch mal gemacht werden.
Und die machen alle Ausbildung,
aber keine Karriere.
Das ist ein Teil der Gegenwart.


schön

und was genau ist nun das Problem?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 15. Aug 2018, 19:05

Milady de Winter hat geschrieben:(15 Aug 2018, 16:11)

Ich frag mich in dem Kontext eher, warum man unter diesem Aspekt eigentlich ein Studium aufgenommen hat. Wobei ich natürlich nicht weiß, aus welcher Richtung die befragten Studenten kommen bzw. ob es ein Querschnitt war oder man sich eher an die Klassiker (BWL & Co) gewandt hat.

Die Frage ist auch, was unter einer "Karriere" verstanden wird. Ich möchte behaupten, da sind die Chancen in der Industrie für z.B. BWLer immer noch höher als für Sozialpädagogen.

Ich weiß die Antwort auf die Frage nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich mehr "werteorientiert" ist, oder man einfach weniger "Bock" auf Tretmühle o.ä. hat (wovon man als Studi ggf. ausgeht, wenn man noch keinen wirklich intensiven Einblick in die Geschäftswelt bekommen hat). Über eines bin ich mir jedoch ziemlich sicher: wer glaubt, ein Job mit Auto-Karriere fällt ihm in den Schoß, der dürfte sich stark täuschen. Denn das passiert den wenigsten. Also vermute ich, dass man einfach einen guten Job will, der einem ein geregeltes Einkommen bietet. Aber die sogenannte Work-Life-Balance muss halt stimmen. Und das ist - meiner Erfahrung nach - kein leichtes Unterfangen.

Ich bin mir gar nicht sicher, ob die Ergebnisse nicht in 2 Jahren wieder umgedreht sind, also einfach stark streuen. Abgesehen davon muss/soll man heute für alles mögliche studieren. Bei der Masse sind auch viele dabei, die mit einem allmählichen Aufstieg, der irgendwann endet, vollkommen bedient sind.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Milady de Winter » Mi 15. Aug 2018, 19:23

Gruwe hat geschrieben:(15 Aug 2018, 19:12)

Warum nicht?

Wir leben eben in einer Zeit, in der Bildung nicht nur mehr eine Investition ist, sondern eben auch eine Art Konsumgut! Die Leute verwirklichen sich eben selbst. Ich habe auch ein zweites Studium an der FernUni gemacht, meinem Beispiel sind darauf auch viele in meinem Bekanntenkreis gefolgt. Der Mensch versucht eben seine Bedürfnisse zu erfüllen. Woher kommt deine Ansicht, dass die Bedürfnisbefriedigung der Menschen derart einfach und eindimensional gestrickt ist, obwohl sich ja tagtäglich in allen Lebensbereichen das Gegenteil beobachten lässt?

Das ist völlig in Ordnung. Selbst, wenn jemand nur aus Spaß an der Freude studiert. Ich vermute dennoch, dass das die Wenigsten sind. Was waren Deine Beweggründe für ein zweites Studium? Und was hat es ultimativ bewirkt?

Weiters kommt es ja häufig vor, dass man für bestimmte Tätigkeiten eben eine entsprechende Qualifikation benötigt! Ich, und eben auch viele meine Bekannten (frühere Kommilitonen) haben uns erstmal für einen Job in der Forschung entschieden. Das sind jetzt nicht unbedingt die höchstbezahltesten Jobs mit akademischem Abschluss! Wie gedenkst Du, kann man einen Wissenschaftsjob ergattern, wenn einem der wissenschaftliche Abschluss fehlt?

Ggf. war meine Aussage nicht verständlich genug formuliert. Ich bezog mich weniger auf Studiengänge, die für diverse Jobs schlicht unerlässlich sind, als mehr darauf, dass man sich ein Studium nicht zwingend für jeden Job antun muss. Es sei denn natürlich, man möchte studieren - egal, ob man das Studium zwingend braucht. Was mich zu meiner Aussage oben zurück bringt.

Fairerweise ist das Wort Karriere aber auch ein dehnbares. Karriere kann man auf viele Arten machen, das setzt nicht zwingend einen Job in der obersten Führungsetage voraus.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Milady de Winter » Mi 15. Aug 2018, 19:23

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(15 Aug 2018, 20:05)

Ich bin mir gar nicht sicher, ob die Ergebnisse nicht in 2 Jahren wieder umgedreht sind, also einfach stark streuen. Abgesehen davon muss/soll man heute für alles mögliche studieren. Bei der Masse sind auch viele dabei, die mit einem allmählichen Aufstieg, der irgendwann endet, vollkommen bedient sind.

Eben. Und auch das kann "Karriere" beinhalten. Siehe meinen Beitrag von gerade eben.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Skull » Mi 15. Aug 2018, 19:55

Guten Abend,

zwei Beiträge...entsorgt.

Ergänze...nun vier.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Gruwe » Mi 15. Aug 2018, 20:09

Milady de Winter hat geschrieben:(15 Aug 2018, 20:23)

Das ist völlig in Ordnung. Selbst, wenn jemand nur aus Spaß an der Freude studiert. Ich vermute dennoch, dass das die Wenigsten sind. Was waren Deine Beweggründe für ein zweites Studium? Und was hat es ultimativ bewirkt?


Interesse! Wissensdurst!

Was soll das bedeuten "ultimativ" bewirkt? Kannst du das ein wenig spezifizieren?

Und nein, ich behaupte, dass es heute viel mehr Menschen sind, die auch aus Interesse heraus studieren. Jeder kennt doch irgendwie die Sprüche über die meisten Geisteswissenschaftler von wegen "studieren Taxifahren", usw.

Aber letzten Endes muss sich doch erstmal Jeder entscheiden, welche Ausbildung er machen will. Ok, da gibt es sicherlich die einen, die schauen sich ne Einkommensstatistik an und machen dann das, was die besten Verdienstmöglichkeiten verspricht!

Dann gibt es auch diejenigen, die sich natürlich auch für die Verdienstmöglichkeiten interessieren, aber auch für ihre eigenen Interessen und sich dann das aussuchen mit der für sie besten "Mischung".

Und dann gibt es sicherlich auch die, die nur nach Interessen auswählen.

Ich bin aber ganz weit davon entfernt zu sagen, dass das Ziel den hierarchisch möglichsten Posten zu ergattern, recht weit hinten steht. Ich kann es jetzt aber auch nur aus meinem Umfeld sagen bzw. von meinen damaligen Kommilitonen, denn in 5 Jahren spricht man ja auch miteinander! :D

Aber da wird Karriere eben ganz unterschiedlich definiert: Klar, es gibt die einen, für die ist Karriere möglichst hoch zu kommen, möglichst viel Geld zu verdienen. Aber das ist auch nur ein Anteil an der Gemeinschaft! Für andere wäre es Karriere, wenn sie an interessanten Forschungsprojekten mitarbeiten dürfen, promovieren können oder eben, wenn sie es in Positionen schaffen, in der sie sich verwirklichen können oder eben das machen, was sie individuell/gesellschaftlich als sinnvoll erachten! Natürlich will jeder sich sein Leben finanzieren können, aber lässt eben auch andere Variablen einfließen.

Nur lediglich eine dieser vielen Definitionen von "Karriere machen" als "richtige Definition" anzuerkennen, ist mir ehrlich gesagt viel zu engstirnig! Ich hab erst vor kurzem auf 15-20k im Jahr verzichtet um in meinen derzeitigen Traumjob in der Forschung unterzukommen. Das betrachte ich auch jetzt nach 1-2 Jahren immer noch als absolut richtige Entscheidung.


Ggf. war meine Aussage nicht verständlich genug formuliert. Ich bezog mich weniger auf Studiengänge, die für diverse Jobs schlicht unerlässlich sind, als mehr darauf, dass man sich ein Studium nicht zwingend für jeden Job antun muss. Es sei denn natürlich, man möchte studieren - egal, ob man das Studium zwingend braucht. Was mich zu meiner Aussage oben zurück bringt.

Fairerweise ist das Wort Karriere aber auch ein dehnbares. Karriere kann man auf viele Arten machen, das setzt nicht zwingend einen Job in der obersten Führungsetage voraus.


Nein, zwingend ist das nicht für alle Jobs! Aber wer sagt denn, dass beides sich ausschließen muss? Vielleicht will ich ja einen Job machen, für den ich zwar kein Studium brauch, aber ich dennoch solch ein Studium machen möchte. Eine Ausbildung muss ich ja sowieso machen! Und wenn ich dann wählen muss zwischen 2,5 Jahre Berufsausbildung und 3 Jahren bis zum Bachelor ist die Entscheidung klar. Denn da dürfte auch die heutige gängige Meinung mit reinspielen, dass man mit Studium weniger eingeschränkt ist. Äquivalent könnte man auch fragen, warum Leute mit Abi den Beruf des Frisörs erlernen!

Auch finde ich die Ansicht falsch, dass man sich ein Studium "antut". Ich persönlich habe eine Berufsausbildung gemacht und ein Studium. Beides war nix, wo ich im Nachhinein gesagt hätte, dass ich mir damit was "angetan" habe. Beides waren Abschnitte in meinem Leben, die ich nur ungern missen möchte!
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Milady de Winter » Mi 15. Aug 2018, 20:19

Gruwe hat geschrieben:(15 Aug 2018, 21:09)

Interesse! Wissensdurst!

Was soll das bedeuten "ultimativ" bewirkt? Kannst du das ein wenig spezifizieren?

Gerne. Wenn Du das Studium rein aus Interesse und Wissensdurst, nicht aber im Hinblick auf eine fachliche oder berufliche Weiterentwicklung gemacht hast, dann ignorier' die Frage. Ansonsten meinte ich damit, ob das Studium komplementär war bzw. es Dir Türen in Bereiche geöffnet hat, zu denen Du mit dem ersten bzw. ohne das zweite Studium schlecht oder gar keinen Zugang gehabt hättest. Also ob es Dich ultimativ auch praktisch weitergebracht hat, und nicht nur Deinen Wissensdurst gestillt hat. Was übrigens auch völlig in Ordnung wäre, falls Du diese Aussage von mir fälschlicherweise als negativ konnotiert empfindest.

Nein, zwingend ist das nicht für alle Jobs! Aber wer sagt denn, dass beides sich ausschließen muss? Vielleicht will ich ja einen Job machen, für den ich zwar kein Studium brauch, aber ich dennoch solch ein Studium machen möchte. Eine Ausbildung muss ich ja sowieso machen! Und wenn ich dann wählen muss zwischen 2,5 Jahre Berufsausbildung und 3 Jahren bis zum Bachelor ist die Entscheidung klar. Denn da dürfte auch die heutige gängige Meinung mit reinspielen, dass man mit Studium weniger eingeschränkt ist.

Kommt m.E. drauf an, was du letztendlich machen willst, aber im allgemeinen stimme ich Dir da zu.

Auch finde ich die Ansicht falsch, dass man sich ein Studium "antut". Ich persönlich habe eine Berufsausbildung gemacht und ein Studium. Beides war nix, wo ich im Nachhinein gesagt hätte, dass ich mir damit was "angetan" habe. Beides waren Abschnitte in meinem Leben, die ich nur ungern missen möchte!

Auch hier: Zustimmung. Ich kenne aber etliche Leute, die der Meinung sind und waren, sie müssten "irgendwas" studieren, weil sie ohne Studium keine Chance hätten. Bei denen war es schon ein Stück weit "antun". Bei Dir und vielen anderen nicht, und das ist positiv.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Misterfritz » Mi 15. Aug 2018, 20:31

frems hat geschrieben:(15 Aug 2018, 13:10)
Was glaubt Ihr, welche Gründe hier eine Rolle spielen? Fehlen den Befragten einfach die Ambitionen?

Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Generation Erben nicht mehr ganz so viel erarbeiten muss, um z.B. Eigentum zu erwerben.
Und dann kommt noch ein Aspekt hinzu: Viele von denen, die jetzt studieren, sind auch nicht gerade in Armut aufgewachsen, mussten sich nicht unbedingt anstrengen, um konsumieren zu können.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Kiwikopf » Mi 15. Aug 2018, 20:43

Wiederum konnte man früher mit einer vergleischweise einfachen Ausbildung sehr gut eine Familie gründen und Eigentum erwerben, wenn man hier von "Generationen" spricht. Vielleicht bietet der Aufwand auch einfach nicht ausreichend Belohnung.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 15. Aug 2018, 20:48

Kiwikopf hat geschrieben:(15 Aug 2018, 21:43)

Wiederum konnte man früher mit einer vergleischweise einfachen Ausbildung sehr gut eine Familie gründen und Eigentum erwerben, wenn man hier von "Generationen" spricht. Vielleicht bietet der Aufwand auch einfach nicht ausreichend Belohnung.

Als Facharbeiter in der passenden Firma kannst du heute immer noch viel Geld verdienen.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Misterfritz » Mi 15. Aug 2018, 20:55

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(15 Aug 2018, 21:48)

Als Facharbeiter in der passenden Firma kannst du heute immer noch viel Geld verdienen.
Das ist richig,
allerdings sind auch einige Berufe, die verhältnismässig gut verdient haben und viele Vergünstigungen bekamen, sind einfach weggefallen: Sämtliche Berufe im (Steinkohle-)Bergbau.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 15. Aug 2018, 21:02

Misterfritz hat geschrieben:(15 Aug 2018, 21:55)

Das ist richig,
allerdings sind auch einige Berufe, die verhältnismässig gut verdient haben und viele Vergünstigungen bekamen, sind einfach weggefallen: Sämtliche Berufe im (Steinkohle-)Bergbau.

Bevor das zu Beschäftigungstherapie aus Erhaltungsgründen wurde, war Bergbau, ob unter Tage oder im Tagebau, eine extrem gesundheitsschädliche Schwerarbeit. Daher gab es auch Zulagen. Ob nun Kohle, Kali, Eisenerze oder Uran.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 15. Aug 2018, 21:08

Kiwikopf hat geschrieben:(15 Aug 2018, 21:43)

Wiederum konnte man früher mit einer vergleischweise einfachen Ausbildung sehr gut eine Familie gründen und Eigentum erwerben, wenn man hier von "Generationen" spricht. .


Kann man heute auch noch, wenn man denn bereit ist, den gleichen Verzicht wie damals zu üben und einen geringeren Lebensstandard in Kauf zu nehmen.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon jorikke » Mi 15. Aug 2018, 21:08

Misterfritz hat geschrieben:(15 Aug 2018, 21:55)

Das ist richig,
allerdings sind auch einige Berufe, die verhältnismässig gut verdient haben und viele Vergünstigungen bekamen, sind einfach weggefallen: Sämtliche Berufe im (Steinkohle-)Bergbau.


Dafür sind neue entstanden in denen man auch gut verdienen kann. Ich denke da an einige Bekannte, die haben nie einen rechten Abschluss gemacht, max. "Mittlere Reife". Autodidaktisch haben sie sich aber in die verschiedensten Ebenen des IT-Zeitalter eingearbeitet und verdienen heute alle weit über 100k.
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Man glaubt sie zu brauchen, was in der Regel auch richtig ist. Letztlich zählt aber der Mensch und wenn der im Job gut ist, wird jeder Chef Diplome hintan stellen.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Misterfritz » Mi 15. Aug 2018, 21:08

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(15 Aug 2018, 22:02)

Bevor das zu Beschäftigungstherapie aus Erhaltungsgründen wurde, war Bergbau, ob unter Tage oder im Tagebau, eine extrem gesundheitsschädliche Schwerarbeit. Daher gab es auch Zulagen. Ob nun Kohle, Kali, Eisenerze oder Uran.

Ich weiss, ich habe lange genug in der Gegend gelebt und kenne sehr viele Leute dort. Einige haben vorher sogar andere Sachen gelernt, um dann doch wegen Verdienst in den Bergbau zu gehen. Es ging aber eben nur um den Verdienst.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Gruwe » Mi 15. Aug 2018, 21:21

Milady de Winter hat geschrieben:(15 Aug 2018, 21:19)

Gerne. Wenn Du das Studium rein aus Interesse und Wissensdurst, nicht aber im Hinblick auf eine fachliche oder berufliche Weiterentwicklung gemacht hast, dann ignorier' die Frage. Ansonsten meinte ich damit, ob das Studium komplementär war bzw. es Dir Türen in Bereiche geöffnet hat, zu denen Du mit dem ersten bzw. ohne das zweite Studium schlecht oder gar keinen Zugang gehabt hättest. Also ob es Dich ultimativ auch praktisch weitergebracht hat, und nicht nur Deinen Wissensdurst gestillt hat. Was übrigens auch völlig in Ordnung wäre, falls Du diese Aussage von mir fälschlicherweise als negativ konnotiert empfindest.


Naja, lässt sich das denn trennen?

Wenn mich eine Thematik derart interessiert, dass ich mich in Form eines nebenberuflichen Fernstudiums damit beschäftige, wieso sollte man dann ausschließen, dies nicht auch irgendwann mal in beruflicher Hinsicht zu nutzen?

Ob es mir beruflich was gebracht hat? Naja, das war jetzt sicherlich nicht meine Hauptintention. Mein erstes Studium war Elektrotechnik, verdinge mich in diesem Beruf in der energietechnischen anwendungsbezogenen Forschung. Mein Zweitstudium war nun Wirtschaftswissenschaft, im Master jetzt (gerade begonnen) VWL. Ich denke mal, dass wirtschaftliche Kenntnisse für einen Ingenieur sicher immer das Potential haben, dass er es gewinnbringend einbringen kann. Jetzt vielleicht nicht im derzeitigen Forschungsbereich, aber das ist ja auch nur ein Abschnitt im Berufsleben. Wäre dies allerdings mein alleiniges bzw. hauptsächliches Ziel gewesen, so hätte ein passendes Aufbaustudiengang/Weiterbildung "Wirtschaft für Ingenieure" oder sowas sicherlich ein besseres Aufwands-Nutzen-Verhältnis gehabt. Oder ich hätte mich in meinem Zweitstudium vermehrt in Richtung BWL orientieren müssen anstatt VWL.


Auch hier: Zustimmung. Ich kenne aber etliche Leute, die der Meinung sind und waren, sie müssten "irgendwas" studieren, weil sie ohne Studium keine Chance hätten. Bei denen war es schon ein Stück weit "antun". Bei Dir und vielen anderen nicht, und das ist positiv.


Na, das unterstellt aber nochmal teilweise, dass das Groh der Studenten sich förmlich durch das Studium "quält" ;) Das kann ich nun aus meiner persönlichen Erfahrung nicht so bestätigen. Dass sich einige mehr, andere weniger leicht tun, ist aber auch logisch!

Ein Aspekt möchte ich vielleicht noch anbringen, der mir "aufgefallen" ist: Ich finde es macht einen sehr großen Unterschied, aus welchem familiären Hintergrund die Leute stammen. Viele meiner Bekannten/Kommilitonen aus Arbeiterfamilien, die wollten eher einen interessanten Job haben und sich selbst verwirklichen. Klar, man will natürlich auch Geld verdienen, ist doch logisch. Aber bei denen stand das spätere Einkommen, etc. eindeutig weiter hinten an als bei denen, die aus Akademiker-Familien kamen. Genau so war es bei mir auch! Ich kam auch aus einer Arbeiterfamilie bzw. Alleinerziehender-Haushalt, wo es halt immer relativ eng war. Nichts im Gegensatz zu dem Lebensniveau heute. Da ist man dann doch eher geneigt, "weiche" Faktoren höher zu gewichten!

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