Kein Bock auf Karriere?!

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frems
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Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon frems » Mi 15. Aug 2018, 12:10

Abends ewig im Büro sitzen, nur damit man in ein paar Jahren vielleicht bei einer Beförderungsrunde belohnt wird? Immer weniger Studenten in Deutschland sehen darin einen Sinn. Nur noch 41 Prozent messen dem beruflichen Aufstieg eine hohe Bedeutung in ihrem Leben bei, geht aus einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage der Unternehmensberatung EY unter rund 2.000 Studenten in 27 Universitätsstädten hervor. An erster Stelle steht demnach Zeit für die Familie (70 Prozent), gefolgt von Freunden (66 Prozent) sowie Freizeitaktivitäten und Sport (50 Prozent). Im Vergleich zur vorangegangenen Untersuchung vor zwei Jahren hat die Karrierefreude damit rapide abgenommen: Damals hatten noch 57 Prozent der Studenten berufliche Aufstiegsambitionen.

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance ... 34568.html

Eine Präsentation mit weiteren Ergebnissen der Studie ist hier zu finden: https://www.ey.com/Publication/vwLUAsse ... e-2018.pdf

Zugleich (S. 12) nannten 57% der Befragten "Jobsicherheit" als wichtigen Faktor bei der Wahl ihres künftigen Arbeitgebers. Dies ist dennoch etwas weniger als vor zwei Jahren (63%). Mögliche Gehaltssteigerungen erwähnten "nur" 44% (2016: 37%). Nähe zum Wohnort (25%) und Arbeitsumgebung (18%) landeten im Mittelfeld, während Homeoffice (11%), Möglichkeit eines Sabbatjahres (6%) und der Dienstwagen (5%) am Ende landeten.

Was glaubt Ihr, welche Gründe hier eine Rolle spielen? Fehlen den Befragten einfach die Ambitionen? Sind sie stärker werteorientiert, bspw. hinsichtlich der zunehmenden Bedeutung von Familie und Freunden? Nahm die Zahl der befristeten Stellen für Absolventen ab, sodass ein sicherer Job leicht an Priorität verlor? Und geht man anhand der wirtschaftlichen Situation oder des demographischen Wandels eh davon aus, gute Chancen auf höhere Positionen mit entsprechend angepasstem Gehalt zu kriegen? Oder ist es so wie es drei Leser unter dem Artikel beschrieben und dafür die meisten "Sternchen" bekamen, da sie die Ansicht vertreten, Karriere sei für viele eh nicht möglich aufgrund der Strukturen in vielen Unternehmen?

1) Es ist wohl die sich immer weiter durchsetzende Erkenntnis, dass es eine echte „Karriere“ als Angestellter in den allermeisten Fällen nicht gibt. Ein Hochschulstudium auf sich zu nehmen, nur um mit dem erlernten Wissen und seiner Lebenszeit das Eigentum eines anderen zu vermehren, ist für viele zu Recht kein erstrebenswertes Ziel mehr.
Die Sachbearbeiter Laufbahnen der 70er und 80er, welche jungen Menschen aus einfachen Milieus einen Bildungsaufstieg samt Familie und stattlichem Vermögensaubau ermöglichten, sind heute zumindest in der Nähe von Ballungszentren Geschichte. Ohne Erbe kämpfen heutige Studierende um die Krümel eines Kuchens der längst verteilt wurde.

2) Warum Karriere, wenn's auch ohne geht? War "früher" genau so üblich: Ausbildung in der Firma, vielleicht noch ein Studium, und dann den Job bis zur Rente machen. Aus meinem Ingenieurs-Jahrgang haben vielleicht 10% "Karriere" gemacht, heißt, sie sind in's Management aufgestiegen (wozu sie ja überhaupt nicht ausgebildet waren). Die Anderen sind auch nach mittlerweile 35 Jahren noch Ingenieure. Das haben sie gelernt, das können sie, das machen sie.
Und unfähige Manager gibt es wirklich schon genug - sollte gerade E&Y wissen.

3) Könnte es sein, dass die jungen Menschen durch Beobachtung in ihrem sozialen Umfeld miterleben durften, dass großes Engagement nicht zwangsläufig zu einer Beförderung führt und flache Hierarchienen nicht automatisch mehr Aufstiegschancen eröffnen? Viele konnten vielleicht auch erleben, was z.B. eine Matrixorganisation mit Verantwortungsdelegation ohne ausreichende Entscheidungsbefugnis mit den betroffene Arbeitnehmern macht. Und die Einsicht, dass nicht nur Häuptlinge gebraucht werden, ist ja auch mal gut. Und nicht zuletzt haben diese Jungen gesehen, dass durch Entscheidungen von Investoren die eigene Leistung innerhalb einer Firma schnell obsolet werden kann, wenn ein Firmenteil veräußert wird. Da sind sie eben - betriebswirtschaftlich gesehen - "Mengenanpasser" geworden.
Labskaus!

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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 15. Aug 2018, 12:21

frems hat geschrieben:(15 Aug 2018, 13:10)


Was glaubt Ihr, welche Gründe hier eine Rolle spielen? Fehlen den Befragten einfach die Ambitionen? Sind sie stärker werteorientiert, bspw. hinsichtlich der zunehmenden Bedeutung von Familie und Freunden?


Das ist schwierig zu beurteilen. Da sind wohl zwei Faktoren ausschlaggebend. Der eine ist, dass heute viel mehr Menschen Abitur machen und studieren als noch vor 10 oder 20 Jahren. Intelligenz und Ambition sind aber im wesentlichen Sinne wohl normalverteilt. Schon allein dadurch sinkt der Anteil derjenigen die z.B. mit Abitur tatsächlich eine wesentliche Führungsposition übernehmen wollen. Der zweite Faktor ist derjenige, dass hochqualifizierte und begehrte Arbeitskräfte heute schon eine andere Einstellung zur Arbeit haben. Die lassen sich mehr an Ergebnissen messen, als an der Anwesenheit am Arbeitsort. Und genau hier hinken die meisten Arbeitgeber wohl hinterher.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Milady de Winter » Mi 15. Aug 2018, 15:11

Ich frag mich in dem Kontext eher, warum man unter diesem Aspekt eigentlich ein Studium aufgenommen hat. Wobei ich natürlich nicht weiß, aus welcher Richtung die befragten Studenten kommen bzw. ob es ein Querschnitt war oder man sich eher an die Klassiker (BWL & Co) gewandt hat.

Die Frage ist auch, was unter einer "Karriere" verstanden wird. Ich möchte behaupten, da sind die Chancen in der Industrie für z.B. BWLer immer noch höher als für Sozialpädagogen.

Ich weiß die Antwort auf die Frage nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich mehr "werteorientiert" ist, oder man einfach weniger "Bock" auf Tretmühle o.ä. hat (wovon man als Studi ggf. ausgeht, wenn man noch keinen wirklich intensiven Einblick in die Geschäftswelt bekommen hat). Über eines bin ich mir jedoch ziemlich sicher: wer glaubt, ein Job mit Auto-Karriere fällt ihm in den Schoß, der dürfte sich stark täuschen. Denn das passiert den wenigsten. Also vermute ich, dass man einfach einen guten Job will, der einem ein geregeltes Einkommen bietet. Aber die sogenannte Work-Life-Balance muss halt stimmen. Und das ist - meiner Erfahrung nach - kein leichtes Unterfangen.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon frems » Mi 15. Aug 2018, 15:23

Milady de Winter hat geschrieben:(15 Aug 2018, 16:11)

Ich frag mich in dem Kontext eher, warum man unter diesem Aspekt eigentlich ein Studium aufgenommen hat. Wobei ich natürlich nicht weiß, aus welcher Richtung die befragten Studenten kommen bzw. ob es ein Querschnitt war oder man sich eher an die Klassiker (BWL & Co) gewandt hat.

Wirtschaftswissenschaften waren 14% der Befragten. Größter Block ist MINT mit 28%, gefolgt von Sozialwissenschaften mit 19%. Kleinere Bereiche sind dann Kulturwissenschaften (6%) und Medizin (4%).

Die Frage ist auch, was unter einer "Karriere" verstanden wird. Ich möchte behaupten, da sind die Chancen in der Industrie für z.B. BWLer immer noch höher als für Sozialpädagogen.

Naja, ein BWLer kann auch ewig eine Kaufmannstätigkeit machen, während manch Sozialpädagoge irgendeine soziale Einrichtung leitet. Ich weiß nicht, ob sich das so viel nimmt und ob es so einen großen Bedarf an reinen Führungskräften gibt. Da müsste das Studium ja ganz anders ausgelegt sein.

Ich weiß die Antwort auf die Frage nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich mehr "werteorientiert" ist, oder man einfach weniger "Bock" auf Tretmühle o.ä. hat (wovon man als Studi ggf. ausgeht, wenn man noch keinen wirklich intensiven Einblick in die Geschäftswelt bekommen hat). Über eines bin ich mir jedoch ziemlich sicher: wer glaubt, ein Job mit Auto-Karriere fällt ihm in den Schoß, der dürfte sich stark täuschen. Denn das passiert den wenigsten. Also vermute ich, dass man einfach einen guten Job will, der einem ein geregeltes Einkommen bietet. Aber die sogenannte Work-Life-Balance muss halt stimmen. Und das ist - meiner Erfahrung nach - kein leichtes Unterfangen.

Seh ich nicht anders. Ich find's aber auch nicht problematisch, wenn ein Medizinstudent einfach mal eine Praxis übernehmen möchte statt auf die Leitung eines großen Krankenhauses zu schielen. Oder wenn ein Ingenieur halt lieber an der Materie bleibt, sprich, tüfteln und entwickeln statt eine große Abteilung zu leiten, wo er mehr mit Personal, Verhandlungen und Kosten statt mit Technik zu tun hat. Für diese Jobs braucht man ja auch diese Leute.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Polibu » Mi 15. Aug 2018, 15:28

Die Mittelschicht wird geschröpft, wo es geht. Viele sehen keinen Sinn mehr darin sich zu verausgaben und zuzusehen wie die Steuergelder verschwendet werden. Als Leistungsträger der Gesellschaft ist es schwer zuzuschauen wie andere Leute, die von wirtschaftlichem Handeln keine Ahnung haben das Geld zum Fenster raus werfen. Deshalb beschränken sich immer mehr Leistungsträger auf das Noetigste. Gerade noch so viel arbeiten, dass es einem selber gut geht und das Plus an Freizeit mit Familie und Freunde genießen.

Dieser Umstand ist eine Katastrophe für das Land. Die, die das Land nach vorne bringen können, halten sich zurück. Die, die das Sozialsystem am Laufen halten, halten sich zurück. Wie das enden wird kann sich eigentlich jeder denken.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon jorikke » Mi 15. Aug 2018, 15:49

Ich empfinde das als ganz normale Entwicklung. Man braucht nur das Einkommen von 1960 mit dem heutigen zu vergleichen. Auch damals kam man über die Runden. Von Fettlebe aber keine Spur. Wollte man sich einige Annehmlichkeiten mehr leisten oder seine Familie gut versorgen, dann musste man ordentlich zulangen. Sozusagen der Not gehorchen, nicht dem eigenen Triebe. War zwar Scheiße, aber man kannte es ja nicht anders.
Heute hingegen kann der Normalo auch ohne großartiges ranklotzen ein angenehmes Leben führen.
Es ist doch direkt eine Frage der Intelligenz, diese Möglichkeiten auch anzunehmen um zu entdecken, das Leben bietet mehr als nur Maloche.
P.S.
...ist aber der direkte Weg zur Dekadenz.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 15. Aug 2018, 16:04

Polibu hat geschrieben:(15 Aug 2018, 16:28)

Die Mittelschicht wird geschröpft, wo es geht. Viele sehen keinen Sinn mehr darin sich zu verausgaben und zuzusehen wie die Steuergelder verschwendet werden. Als Leistungsträger der Gesellschaft ist es schwer zuzuschauen wie andere Leute, die von wirtschaftlichem Handeln keine Ahnung haben das Geld zum Fenster raus werfen. Deshalb beschränken sich immer mehr Leistungsträger auf das Noetigste. Gerade noch so viel arbeiten, dass es einem selber gut geht und das Plus an Freizeit mit Familie und Freunde genießen.

Dieser Umstand ist eine Katastrophe für das Land. Die, die das Land nach vorne bringen können, halten sich zurück. Die, die das Sozialsystem am Laufen halten, halten sich zurück. Wie das enden wird kann sich eigentlich jeder denken.

Zwei Fragen:
1. Warum geht die Mittelschicht jeden Tag arbeiten?
2.Warum arbeiten Menschen eigentlich immer zu ihren eigenem Vorteil und Gehalt?
und jetzt noch eine Zusatzfrage:
Wer schon für sein Land arbeitet und alles gibt,
soll noch was mehr für die Karriere geben?
Es waren ja nur Fragen. :s
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 15. Aug 2018, 16:18

jorikke hat geschrieben:(15 Aug 2018, 16:49)

Ich empfinde das als ganz normale Entwicklung. Man braucht nur das Einkommen von 1960 mit dem heutigen zu vergleichen. Auch damals kam man über die Runden. Von Fettlebe aber keine Spur. Wollte man sich einige Annehmlichkeiten mehr leisten oder seine Familie gut versorgen, dann musste man ordentlich zulangen. Sozusagen der Not gehorchen, nicht dem eigenen Triebe. War zwar Scheiße, aber man kannte es ja nicht anders.
Heute hingegen kann der Normalo auch ohne großartiges ranklotzen ein angenehmes Leben führen.
Es ist doch direkt eine Frage der Intelligenz, diese Möglichkeiten auch anzunehmen um zu entdecken, das Leben bietet mehr als nur Maloche.
P.S.
...ist aber der direkte Weg zur Dekadenz.

So ein Unfug hier zu behaupten!
Wir haben bis zu ca. 75% Karriere bewusste Jugendliche und junge Erwachsene.
Die muss man fördern!
Wann lernt Wirtschaft eigentlich was?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 15. Aug 2018, 16:25

frems hat geschrieben:(15 Aug 2018, 13:10)

Zugleich (S. 12) nannten 57% der Befragten "Jobsicherheit" als wichtigen Faktor bei der Wahl ihres künftigen Arbeitgebers.

Das passt zu dem anderen Strang, dass die Autoindustrie als Arbeitgeber uninteressanter wird, viele streben einen gemütlichen Job beim Staat an, möglichst als unkündbarer Beamter.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Boracay » Mi 15. Aug 2018, 16:28

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Aug 2018, 17:25)

Das passt zu dem anderen Strang, dass die Autoindustrie als Arbeitgeber uninteressanter wird, viele streben einen gemütlichen Job beim Staat an, möglichst als unkündbarer Beamter.


Der Anteil derer die einen sicheren Job wollen ist deutlich gesunken. Kann also nicht stimmen die Aussage. Liegt auch an der Vollbeschäftigung. Selbst wenn du nicht mal bis 3 zählen kannst kriegst heute problemlos einen Job. Sogar Werkzeugmechaniker werden heute per Headhunter abgeworben.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Realist2014 » Mi 15. Aug 2018, 16:29

Bielefeld09 hat geschrieben:(15 Aug 2018, 17:04)

Z
2.Warum arbeiten Menschen eigentlich immer zu ihren eigenem Vorteil und Gehalt?


um IHR Leben zu finanzieren....
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 15. Aug 2018, 16:45

Realist2014 hat geschrieben:(15 Aug 2018, 17:29)

um IHR Leben zu finanzieren....

Ich hatte drei Fragen gestellt.
Warum beantwortest du bei Karrierefragen nur eine?
Mal wieder kein Platz für junge Generationen?
Keine Chance für die Karriere für junge Menschen.
Das ist doch eher dein Thema in der freien Wirtschaft.
Hier geht es doch eher um universitäre Ausbildungen und Karrieremöglichkeiten.
Möglicherweise nicht dein Ding.
Und das Menschen während ihrer Karrierebildung ihr Leben finanzieren lassen müssen,
ist doch ein Problem des Systems, oder?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Alana4 » Mi 15. Aug 2018, 16:48

Der gesunde Menschenverstand sagt einem doch: die Spitze ist nun einmal spitz! Da passen nur wenige drauf. Auf der Karriereleiter ganz oben stehen können nicht alle! Auch nicht alle Guten! Und sogar nur selten die Besten. Einige Stufen der "Karriereleiter" heißen heute wie anno dunnemals: Glück, zurt richtigen Zeit am richtigen Ort, Beziehungen. ein erstes kleines bescheidenes Stüfchen ist Können und Wissen. Mehr aber nicht.

"Arbeit" hat sich gewandelt, ist komplexer geworden. Gut ausgebildet für diese komplexen Arbeits- und Produktionsabläufe------ja, das heißt in vielen Fällen "Studium"- oft nötig, um die ganz normalen Arbeiten zu erledigen, für die es vor 30 Jahren evtl. eben noch keines Studienabschlusses bedurfte.
Aber dass "Studium" auch "Karriere" bedeutet, war nie so und ist nicht so und wird nie so sein. Geht doch auch gar nicht. wie kann man jungen Menschen sowas nur suggerieren- ein Riesenfehler der letzten Jahrztehnte!
Ich beherrsche die deutsche Rechtschreibung! Aber meine Tastatur hat damit manchmal Probleme.
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon KarlRanseier » Mi 15. Aug 2018, 17:06

Wenigstens halbwegs intelligente Menschen arbeiten, um zu leben, aber sie leben nicht, um zu arbeiten.

Ich selbst hatte das auch noch nicht direkt nach dem Studium erkannt und saß bereits in der Tretmühle. Aber was nützt das Geld der Welt, wenn man gar keine Zeit hat, es auszugeben oder seine Familie zu sehen? Der Wert ist Null, nein, er ist sogar noch geringer, wenn man jeden Tag mit Widerwillen zur Arbeit geht, weil sie einen ankotzt.

Auf Luxus kann man leicht verzichten, auf eine Arbeit, die einem Spaß macht und die man selbst für sinnvoll hält, weniger, denn dort verbringt man einen beachtlichen Teil seines Lebens.
Wir fordern VOLKSFAHRRÄDER!
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 15. Aug 2018, 17:35

Alana4 hat geschrieben:(15 Aug 2018, 17:48)

Der gesunde Menschenverstand sagt einem doch: die Spitze ist nun einmal spitz! Da passen nur wenige drauf. Auf der Karriereleiter ganz oben stehen können nicht alle! Auch nicht alle Guten! Und sogar nur selten die Besten. Einige Stufen der "Karriereleiter" heißen heute wie anno dunnemals: Glück, zurt richtigen Zeit am richtigen Ort, Beziehungen. ein erstes kleines bescheidenes Stüfchen ist Können und Wissen. Mehr aber nicht.

"Arbeit" hat sich gewandelt, ist komplexer geworden. Gut ausgebildet für diese komplexen Arbeits- und Produktionsabläufe------ja, das heißt in vielen Fällen "Studium"- oft nötig, um die ganz normalen Arbeiten zu erledigen, für die es vor 30 Jahren evtl. eben noch keines Studienabschlusses bedurfte.
Aber dass "Studium" auch "Karriere" bedeutet, war nie so und ist nicht so und wird nie so sein. Geht doch auch gar nicht. wie kann man jungen Menschen sowas nur suggerieren- ein Riesenfehler der letzten Jahrztehnte!

Na ja, wie geht denn dann deutsche Karriere?
Was empfiehlst du denn Jugendlichen?
Nun mal Klartext. :?:
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Realist2014 » Mi 15. Aug 2018, 17:45

Bielefeld09 hat geschrieben:(15 Aug 2018, 17:45)

Ich hatte drei Fragen gestellt.
Warum beantwortest du bei Karrierefragen nur eine?
?


die Antwort passt auf alle drei Fragen
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Realist2014 » Mi 15. Aug 2018, 17:46

KarlRanseier hat geschrieben:(15 Aug 2018, 18:06)

Wenigstens halbwegs intelligente Menschen arbeiten, um zu leben, aber sie leben nicht, um zu arbeiten.

I s.


sicher

nur darf man auch nicht über die "eingeschränkten" Konsummöglichkeiten "jammern"
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Realist2014 » Mi 15. Aug 2018, 17:47

Bielefeld09 hat geschrieben:(15 Aug 2018, 17:45)


Und das Menschen während ihrer Karrierebildung ihr Leben finanzieren lassen müssen,
ist doch ein Problem des Systems, oder?


Die "Karriere" beginnt NACH der Ausbildung/Studium und wird daher SELBER finanziert

da gibt es kein "Problem des Systems"
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 15. Aug 2018, 18:03

Realist2014 hat geschrieben:(15 Aug 2018, 18:47)

Die "Karriere" beginnt NACH der Ausbildung/Studium und wird daher SELBER finanziert

da gibt es kein "Problem des Systems"

Es tut mir leid!
So einfach sind Wahrheiten deinerseits eben nicht!
Karriere beginnt mit der Ausbildung.
Und die Ausbildung muss auch mal gemacht werden.
Und die machen alle Ausbildung,
aber keine Karriere.
Das ist ein Teil der Gegenwart.
Wollen Sie streiten?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Kein Bock auf Karriere?!

Beitragvon Gruwe » Mi 15. Aug 2018, 18:12

Milady de Winter hat geschrieben:(15 Aug 2018, 16:11)

Ich frag mich in dem Kontext eher, warum man unter diesem Aspekt eigentlich ein Studium aufgenommen hat.


Warum nicht?

Wir leben eben in einer Zeit, in der Bildung nicht nur mehr eine Investition ist, sondern eben auch eine Art Konsumgut! Die Leute verwirklichen sich eben selbst. Ich habe auch ein zweites Studium an der FernUni gemacht, meinem Beispiel sind darauf auch viele in meinem Bekanntenkreis gefolgt. Der Mensch versucht eben seine Bedürfnisse zu erfüllen. Woher kommt deine Ansicht, dass die Bedürfnisbefriedigung der Menschen derart einfach und eindimensional gestrickt ist, obwohl sich ja tagtäglich in allen Lebensbereichen das Gegenteil beobachten lässt?

Weiters kommt es ja häufig vor, dass man für bestimmte Tätigkeiten eben eine entsprechende Qualifikation benötigt! Ich, und eben auch viele meine Bekannten (frühere Kommilitonen) haben uns erstmal für einen Job in der Forschung entschieden. Das sind jetzt nicht unbedingt die höchstbezahltesten Jobs mit akademischem Abschluss! Wie gedenkst Du, kann man einen Wissenschaftsjob ergattern, wenn einem der wissenschaftliche Abschluss fehlt?

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