Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

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Teeernte
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon Teeernte » So 16. Sep 2018, 16:55

zollagent hat geschrieben:(16 Sep 2018, 17:51)

Wenn das mal in einem verständlichen Deutsch ginge, könnte man sich mit deinen Aussagen ja auch befassen. Beim nächsten Mal versuchst du, vier Worte nacheinander zu schreiben. ;)


Vier Worte ...wollte ich schreiben ....aber ich hab mir die Spekulation um die Grösse verkniffen.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon Alpha Centauri » So 16. Sep 2018, 20:00

Realist2014 hat geschrieben:(15 Sep 2018, 17:01)

welches "System" meinst du denn dann mit dieser deiner Aussage:

"Wenn dass System bestimmte kriminelle und betrügerische Verhaltensweisen geradezu zwingend erforderlich macht (Profitwachstum Gewinnmaximierung) ""



Genaues Lesen hilft vielleicht kommst du aber von allein drauf. Realo
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon Realist2014 » So 16. Sep 2018, 20:04

Alpha Centauri hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:00)

Genaues Lesen hilft vielleicht kommst du aber von allein drauf. Realo


War ja klar. Statt Klarstellung deinerseits ( das wäre seriöse Diskussion) kommt derartiger Nonsens.

Daher ist deine "Kritik" wohl wieder das Übliche "Geweine" über die Gewinne der Unternehmen im "System Marktwirtschaft"
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon Alpha Centauri » So 16. Sep 2018, 20:05

H2O hat geschrieben:(16 Sep 2018, 08:58)

Den Wahrheitsgehalt der Überschrift dieses Strangs zweifele ich an. Arbeitsplätze in den Autofabriken sind heiß begehrt, weil verhältnismäßig gut bezahlt. Richtiger wäre wohl "Attraktivität" durch "Ansehen" zu ersetzen. Klar, durch massenhaften Betrug am zahlenden Kunden und maßlose Gier von Führungskräften ist diese Industrie ins Zwielicht geraten, trotz hoher Umsätze und Gewinne.

Ich fürchte, daß einer sehr großen Zahl von Arbeitnehmern das Ansehen der Autoindustrie gleichgültig ist... Hauptsache die Kohle kommt!


Dass ich nicht so, zumal dass Automobil ein schwierige Zukunft vor sich hat, und bei einer derart kriminellen Industrie mit zu mischen halte ich für höchst fragwürdig ( wenn man ein moralisches Rückrat hat und nicht nach dem Motto lebt Geld regiert die Welt also auch meine)
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon Alpha Centauri » So 16. Sep 2018, 20:06

Realist2014 hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:04)

War ja klar. Statt Klarstellung deinerseits ( das wäre seriöse Diskussion) kommt derartiger Nonsens.

Daher ist deine "Kritik" wohl wieder das Übliche "Geweine" über die Gewinne der Unternehmen im "System Marktwirtschaft"


Kein Geweine sondern Fakt
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon H2O » So 16. Sep 2018, 20:14

Alpha Centauri hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:05)

Dass ich nicht so, zumal dass Automobil ein schwierige Zukunft vor sich hat, und bei einer derart kriminellen Industrie mit zu mischen halte ich für höchst fragwürdig ( wenn man ein moralisches Rückrat hat und nicht nach dem Motto lebt Geld regiert die Welt also auch meine)


Sicher werden Leute jetzt nachdenklich, die vorher auf dem hohen Roß saßen. Aber das Bedürfnis des Menschen nach mehr Beweglichkeit bleibt ja, und auch seine Zahlungsbereitschaft dafür. Eine Industrie, die dieses Bedürfnis pfiffig bedient, wird deshalb auch weiter gut verdienen. Insofern rate ich von Entscheidungen in Panikzuständen ab.
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon Realist2014 » So 16. Sep 2018, 20:23

Alpha Centauri hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:06)

Kein Geweine sondern Fakt



WAS ist "Fakt"?

Dass Unternehmen Gewinne machen MÜSSEN?

das stimmt- WO ist das Problem?

auch Automobilhersteller.

Trotzdem zahlen sie ja HOHE Löhne & Gehälter.

Daher sind sie auch nach wie vor als Arbeitgeber begehrt...
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon Realist2014 » So 16. Sep 2018, 20:25

Alpha Centauri hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:05)

Dass ich nicht so, zumal dass Automobil ein schwierige Zukunft vor sich hat, und bei einer derart kriminellen Industrie mit zu mischen halte ich für höchst fragwürdig ( wenn man ein moralisches Rückrat hat und nicht nach dem Motto lebt Geld regiert die Welt also auch meine)


Interessant.

Wer sich also aktuell bei BMW/Porsche/VW usw bewirbt- der ist also ohne "moralisches Rückgrat"... :p
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon Realist2014 » So 16. Sep 2018, 20:26

Alpha Centauri hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:05)

Dass ich nicht so, zumal dass Automobil ein schwierige Zukunft vor sich hat, )


woran leitest du das ab bei steigenden Umsatzzahlen weltweit?
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon H2O » So 16. Sep 2018, 20:50

Realist2014 hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:26)

woran leitest du das ab bei steigenden Umsatzzahlen weltweit?


Die Automobilhersteller selbst warnen davor, daß die optimierten Fertigungsketten für Verbrennungsmotoren mit vielen mechanischen Teilen beim Übergang auf elektrische Antriebe durch viel einfachere Abläufe ersetzt werden. In Teilen (Armaturen, Anzeigen, Bedienungen) ist mit dem Taschenrechnereffekt zu rechnen: Rasch fallende Preise für standardisierte Lösungen. Das kann am Ende auch fast "jeder".
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon Realist2014 » So 16. Sep 2018, 21:00

H2O hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:50)

Die Automobilhersteller selbst warnen davor, daß die optimierten Fertigungsketten für Verbrennungsmotoren mit vielen mechanischen Teilen beim Übergang auf elektrische Antriebe durch viel einfachere Abläufe ersetzt werden. In Teilen (Armaturen, Anzeigen, Bedienungen) ist mit dem Taschenrechnereffekt zu rechnen: Rasch fallende Preise für standardisierte Lösungen. Das kann am Ende auch fast "jeder".


Ich glaube kaum, dass bei Fahrzeugen wie einem i8 ein derartiger Effekt eintreten wird...

solange individuelle Mobilität ein Thema ist, wird es auch "Premium" geben...

und zwar aus Deutschland...
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon H2O » So 16. Sep 2018, 21:32

Realist2014 hat geschrieben:(16 Sep 2018, 22:00)

Ich glaube kaum, dass bei Fahrzeugen wie einem i8 ein derartiger Effekt eintreten wird...

solange individuelle Mobilität ein Thema ist, wird es auch "Premium" geben...

und zwar aus Deutschland...


Durchaus möglich, daß es sozusagen ein deutsches APPLE-Auto gibt, das also über den Gebrauchsnutzen hinaus Gefühle anspricht. Aber es wird nicht nur APPLE-Autos geben, und da könnte es eng werden.
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon zollagent » Mo 17. Sep 2018, 07:45

H2O hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:14)

Sicher werden Leute jetzt nachdenklich, die vorher auf dem hohen Roß saßen. Aber das Bedürfnis des Menschen nach mehr Beweglichkeit bleibt ja, und auch seine Zahlungsbereitschaft dafür. Eine Industrie, die dieses Bedürfnis pfiffig bedient, wird deshalb auch weiter gut verdienen. Insofern rate ich von Entscheidungen in Panikzuständen ab.

Dagegen ist ja nichts zu sagen. Ein Geschäft ist ein Geben UND Nehmen. Nur hat man Mogelpackungen verkauft, und als das rauskam, benahm und benimmt man sich, als habe man nichts damit zu tun. So was kratzt am Image. Geld ist wichtig, aber wer Geld zum Mittelpunkt seines Lebens macht, ist und bleibt arm.
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon zollagent » Mo 17. Sep 2018, 07:47

Realist2014 hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:23)

WAS ist "Fakt"?

Dass Unternehmen Gewinne machen MÜSSEN?

das stimmt- WO ist das Problem?

auch Automobilhersteller.

Trotzdem zahlen sie ja HOHE Löhne & Gehälter.

Daher sind sie auch nach wie vor als Arbeitgeber begehrt...

Das ist allerdings ein Dreiecksgeschäft. Und den wichtigsten Partner dabei läßt du außen vor: Den Kunden. Wenn der wegen der Betrugsfälle nicht mehr kauft, war's das mit Gewinn und hohen Löhnen.
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon zollagent » Mo 17. Sep 2018, 07:48

H2O hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:50)

Die Automobilhersteller selbst warnen davor, daß die optimierten Fertigungsketten für Verbrennungsmotoren mit vielen mechanischen Teilen beim Übergang auf elektrische Antriebe durch viel einfachere Abläufe ersetzt werden. In Teilen (Armaturen, Anzeigen, Bedienungen) ist mit dem Taschenrechnereffekt zu rechnen: Rasch fallende Preise für standardisierte Lösungen. Das kann am Ende auch fast "jeder".

Das wird wohl auch kommen. Mit solchen Problemen hatten einstmals die Hufschmiede zu kämpfen. Und verloren. Das Bessere ist halt der Feind des Guten. Und der schon mal angesprochene "Kodak-Effekt" steht drohend am Horizont. Ob unsere Autoindustrie das auch wahrnimmt? Technischer Fortschritt bedingt, daß so manche hohen Rösser verlassen werden und dafür Ponies oder Esel bestiegen werden müssen.
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon H2O » Mo 17. Sep 2018, 07:53

zollagent hat geschrieben:(17 Sep 2018, 08:45)

Dagegen ist ja nichts zu sagen. Ein Geschäft ist ein Geben UND Nehmen. Nur hat man Mogelpackungen verkauft, und als das rauskam, benahm und benimmt man sich, als habe man nichts damit zu tun. So was kratzt am Image. Geld ist wichtig, aber wer Geld zum Mittelpunkt seines Lebens macht, ist und bleibt arm.


Die Sache mit dem Geld kann man so locker sehen, wenn man dafür nichts arbeiten mußte. Wenn ein mittlerer Erwerbstätiger kurz mal eben 20.000 € verbrennt, dann sind das die Nettolöhne von 6 Monaten seines Lebens. Durch die Brille gesehen verstehe ich schon vorauseilend die Wut, die etliche Menschen überfallen wird, wenn sie dessen gewahr werden, daß sie um ihren Lohn geprellt wurden.
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon jorikke » Mo 17. Sep 2018, 08:03

Bei der pessimistischen Diskussion um die Zukunft des deutschen Automobilbaus werden grundlegende Dinge übersehen.
Die Annahme, Herstellung, Konstruktion und Technologiewandel werden auch für Newcomer beherrschbar, ist per se erst mal richtig.
In meiner beruflichen Laufbahn habe ich genau diese Dinge, in einer anderen Branche allerdings, miterlebt.
Der Markt wurde dort - bei etwa 10 weltweit agierenden Anbietern -, regionale mal außen vor, von zwei Großen beherrscht.
(Nach der Überwindung der Kriegsfolgen, etwa ab 1970.)
Dann kam auch dort der technologische Wandel. Mechanik wurde durch Elektronik ersetzt, Technologie war zukaufbar und die ehemals hoch komplizierten Geräte konnten nun von fast "Jedermann" hergestellt werden.
Jetzt, fast 50 Jahre später, wird der Markt noch immer von zwei großen Firmen dominiert.
Den Gleichen, wie vor 50 Jahren.
Die Erklärung ist recht einfach.
Es liegt an der Dominanz des kaufmännischen gegenüber der Technik.
Ganz praktisch ausgedrückt, wenn jeder das Gleiche herstellen kann, gewinnt der, der die Vertriebswege beherrscht.
In meinem Fall verkaufte der eine Große nur direkt mit eigenem Vertreternetz und hatte zudem alle Großkunden mit langfristigen Verträgen und hohen Rabatten an sich gebunden.
Der andere "Große" machte es ebenso, hatte aber zusätzlich alle namhaften freien Händler durch Verträge und hohe Rabatte an sich gebunden.
Niemand von den vielen kleinen Anbietern ist es in den letzten 50 Jahren gelungen in diesen Markt ernsthaft Fuß zu fassen.
( Na gut, einer war "kernig" genug.)
Ich sehe keinen Grund, dass einer in der PKW Branche diese Hürde knacken könnte.
Tesla versucht es gerade mit ungeheurem Kapitalaufwand.
Es könnte klappen, wird aber zweifellos Nachahmer abschrecken. Zu hoher finanzieller Aufwand, zu geringe Renditeaussichten am fernen Horizont.
Allenfalls die Ausnahme, die die Regel bestätigt.
P.S.
Noch ein etwas gehässiger Nachsatz:
… Techniker haben sich schon immer zu ernst genommen.
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon zollagent » Mo 17. Sep 2018, 08:39

H2O hat geschrieben:(17 Sep 2018, 08:53)

Die Sache mit dem Geld kann man so locker sehen, wenn man dafür nichts arbeiten mußte. Wenn ein mittlerer Erwerbstätiger kurz mal eben 20.000 € verbrennt, dann sind das die Nettolöhne von 6 Monaten seines Lebens. Durch die Brille gesehen verstehe ich schon vorauseilend die Wut, die etliche Menschen überfallen wird, wenn sie dessen gewahr werden, daß sie um ihren Lohn geprellt wurden.

Um Lohn geprellt wurde ja eher Keiner. Aber durch eine Mogelpackung Geld zu verbrannt zu bekommen, das dürfte hier das Problem sein. Ich sehe das auch keineswegs "locker".
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon zollagent » Mo 17. Sep 2018, 08:45

jorikke hat geschrieben:(17 Sep 2018, 09:03)

Bei der pessimistischen Diskussion um die Zukunft des deutschen Automobilbaus werden grundlegende Dinge übersehen.
Die Annahme, Herstellung, Konstruktion und Technologiewandel werden auch für Newcomer beherrschbar, ist per se erst mal richtig.
In meiner beruflichen Laufbahn habe ich genau diese Dinge, in einer anderen Branche allerdings, miterlebt.
Der Markt wurde dort - bei etwa 10 weltweit agierenden Anbietern -, regionale mal außen vor, von zwei Großen beherrscht.
(Nach der Überwindung der Kriegsfolgen, etwa ab 1970.)
Dann kam auch dort der technologische Wandel. Mechanik wurde durch Elektronik ersetzt, Technologie war zukaufbar und die ehemals hoch komplizierten Geräte konnten nun von fast "Jedermann" hergestellt werden.
Jetzt, fast 50 Jahre später, wird der Markt noch immer von zwei großen Firmen dominiert.
Den Gleichen, wie vor 50 Jahren.
Die Erklärung ist recht einfach.
Es liegt an der Dominanz des kaufmännischen gegenüber der Technik.
Ganz praktisch ausgedrückt, wenn jeder das Gleiche herstellen kann, gewinnt der, der die Vertriebswege beherrscht.
In meinem Fall verkaufte der eine Große nur direkt mit eigenem Vertreternetz und hatte zudem alle Großkunden mit langfristigen Verträgen und hohen Rabatten an sich gebunden.
Der andere "Große" machte es ebenso, hatte aber zusätzlich alle namhaften freien Händler durch Verträge und hohe Rabatte an sich gebunden.
Niemand von den vielen kleinen Anbietern ist es in den letzten 50 Jahren gelungen in diesen Markt ernsthaft Fuß zu fassen.
( Na gut, einer war "kernig" genug.)
Ich sehe keinen Grund, dass einer in der PKW Branche diese Hürde knacken könnte.
Tesla versucht es gerade mit ungeheurem Kapitalaufwand.
Es könnte klappen, wird aber zweifellos Nachahmer abschrecken. Zu hoher finanzieller Aufwand, zu geringe Renditeaussichten am fernen Horizont.
Allenfalls die Ausnahme, die die Regel bestätigt.
P.S.
Noch ein etwas gehässiger Nachsatz:
… Techniker haben sich schon immer zu ernst genommen.

Mir erscheint diese Schilderung, die ja grundsätzlich richtig ist, mit einem kleinen Makel behaftet: Sie hat den Inlandsmarkt im Blick. Aber die Automobilindustrie ist international aufgestellt, und da sind auch andere, mit Kapital ausgestattete Newcomer. Was hat man am Anfang über die Japanischen Autohersteller gespottet. Ein Satz aus der FAZ ist mir heute noch in Erinnerung "Hochbeinige, mit altertümlicher Technik ausgestattete und mit angestaubtem Design angebotene 1100er und 1300er Vehikel stehen bei den Händlern, zu günstigen Preisen, ohne die sie nicht verkauft werden könnten". Das hat sich geändert. Marktbeherrschung kann immer nur auf abgegrenzten Märkten stattfinden. Fragwürdig ist das obendrein.
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Re: Autoindustrie als Arbeitgeber verliert an Attraktivität

Beitragvon H2O » Mo 17. Sep 2018, 09:00

jorikke hat geschrieben:(17 Sep 2018, 09:03)
...
Noch ein etwas gehässiger Nachsatz:
… Techniker haben sich schon immer zu ernst genommen.


Mal sehen, wer die entstehenden Lücken für elektrische Stadtflitzer füllt. VW oder e.Go. Als Techniker wäre ich überrascht, wenn es VW wäre!

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