Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

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Realist2014
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Realist2014 » So 3. Jun 2018, 07:50

jack000 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 23:06)

Und warum geht das bei Medizinprodukten im Import, bzw. bei Abgasnormen bei Autos beim Export in die USA?


nochmal

du vermischt hier die Anforderungen an die Produkte mit den LOKALEN gesetzlichen Anforderungen

es gibt KEINE Anforderung aus den USA welche fordern, dass bei der Herstellung von VW's in DEUTSCHLAND die AMERIKANISCHEN Umweltgesetze eingehalten werden müssen oder Kinderarbeit nicht erlaubt sei.

Bei den Medzinprodukte ist es genau so.

Daher ist das, was du da "möchtest" , ein völlig neue "Dimension" . Etwa auf dem Level vom Klimaschutz - gemischt mit Protektionismus...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Teeernte
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Teeernte » So 3. Jun 2018, 08:34

Realist2014 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 22:58)

es gibt KEINE Norm mit derartigen "Vorgaben"


Genau so ist es ! Leider...

Der achtjährige Kofi arbeitet auf der größten Müllkippe Afrikas. Inmitten giftiger Dämpfe sammelt er Metall, um ein paar Euro für die Familie zu verdienen. Der Elektroschrott, der Kofis Gesundheit gefährdet, stammt auch aus Bayern.
. https://www.br.de/br-fernsehen/sendunge ... l-100.html


Jedes Jahr landen nach Schätzungen von Ökopol über 150.000 Tonnen deutschen Elektromülls in Afrika und Asien.


Ende der Schattenwirtschaft nicht in Sicht


Laut UNO wird die Menge weggeworfener Elektrogeräten in den nächsten Jahren weltweit zunehmen. Und Kupfer und Aluminium sind begehrte Industrierohstoffe. Solange die Weltmarktpreise hoch bleiben und der Elektroschrott einfach exportiert werden kann, wird sich nichts ändern.
Das Geschäft mit dem Elektroschrott geht also weiter.


"Wertstoffe". wie Elektroschrott oder Kunststoffabfall ....ähmmmm - Wertstoff DARF aus D exportiert werden....in alle Welt.

Kaputte !! Autoreifen ..... ganze Schiffsladungen.

Vorne HUI......hinten Pfui. Es ist ein GESCHÄFT !
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Positiv Denkender » So 3. Jun 2018, 12:37

jack000 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 17:01)

Ich habe eigentlich grundsätzlich die Erwartungshaltung, dass wenn ich in Deutschland Produkte kaufe, das:
- Keine Arbeitnehmer ausgebeutet werden
- Keine Kinder beschäftigt werden
- Die Umwelt nicht verschmutzt wird
- Keine Tiere gequält werden
Und nicht, dass ich erst auf irgendwelche Siegel achten muss, damit das gegeben ist!

Um diese Probleme zu lösen sollte man diejenigen in die Verantwortung nehmen die in den betreffenden Staaten regieren .
Oder bist du bereit für Vergehen anderer die Verantwortung zu übernehmen . ?
Es handelt sich um eigenständige Staaten ,die letztendlich um ihre Eigenständigkeit gekämpft haben .
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Misterfritz » So 3. Jun 2018, 12:59

Positiv Denkender hat geschrieben:(03 Jun 2018, 13:37)

Um diese Probleme zu lösen sollte man diejenigen in die Verantwortung nehmen die in den betreffenden Staaten regieren .
Oder bist du bereit für Vergehen anderer die Verantwortung zu übernehmen . ?
Es handelt sich um eigenständige Staaten ,die letztendlich um ihre Eigenständigkeit gekämpft haben .
Da machst Du Dir das aber sehr einfach.
Nimm mal z.B. Bangladesh. Das Land ist bitterarm, überbevölkert, etc. - wenn da ein grosser Konzern kommt und Arbeitsplätze schafft, dann ist das Land sicherlich nicht in der Ausgangsposition zu sagen: Aber keine Kinderarbeit und gewisse Umweltstandards müssen auch eingehalten werden.
Eher könnte der Verbraucher sagen: Also Konzern XY: Wenn Du irgendwo T-shirts produzierst und an mich verkaufen willst: Sorge dafür, dass es keine Kinderarbeit in Deinen Fabriken gibt, dass Umweltstandards eingehalten werden. Und wenn der Verbraucher mehr will, dann sagt er eben noch: Siehe zu, dass die Kinder Deiner Arbeiter zur Schule gehen können.
Macht der Verbraucher in der Masse aber nicht.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Teeernte » So 3. Jun 2018, 13:18

Misterfritz hat geschrieben:(03 Jun 2018, 13:59)

Da machst Du Dir das aber sehr einfach.
Nimm mal z.B. Bangladesh. Das Land ist bitterarm, überbevölkert, etc. - wenn da ein grosser Konzern kommt und Arbeitsplätze schafft, dann ist das Land sicherlich nicht in der Ausgangsposition zu sagen: Aber keine Kinderarbeit und gewisse Umweltstandards müssen auch eingehalten werden.
Eher könnte der Verbraucher sagen: Also Konzern XY: Wenn Du irgendwo T-shirts produzierst und an mich verkaufen willst: Sorge dafür, dass es keine Kinderarbeit in Deinen Fabriken gibt, dass Umweltstandards eingehalten werden. Und wenn der Verbraucher mehr will, dann sagt er eben noch: Siehe zu, dass die Kinder Deiner Arbeiter zur Schule gehen können.
Macht der Verbraucher in der Masse aber nicht.


Die Schweiz ist ja auch - neben Deutschland ein Staat der Kinderarbeit unter P18 nicht ausschliesst...

Zu jung für eine Lehre?
Informationen für Eltern
Weshalb sind Schulabgänger/innen immer jünger?
Zwischen 2000 und 2005 wurde im Kanton Luzern der Zeitpunkt des frühestmöglichen Eintritts in die Volksschule schrittweise um ein halbes Jahr vorverlegt. Dies hat zur Folge, dass einige Schülerinnen und Schüler, die nach 2000 eingeschult wurden, ihre obligato- rische Schulzeit vor ihrem 15. Geburtstag beenden.
Was dürfen Jugendliche ab welchem Alter tun?


ab 13 Jahren: Schnupperlehre, Ferienjob, weiterführende Schule oder schulisches Zwischenjahr. KINDERARBEIT

ab 14 Jahren: Berufliche Grundbildung ("Lehre"), anerkanntes Zwischenjahr mit regelmässiger Arbeit (für beides ist eine Bewilligung nötig, siehe unten) KINDERARBEIT

ab 15 Jahren: Berufliche Grundbildung ("Lehre"), Praktikum, Au Pair (Schweiz), Schul- austausch Ausland. KINDERARBEIT

ab 18 Jahren: Au Pair (Ausland). das geeeeeeeeeht...


Können Jugendliche eine Lehre beginnen, wenn sie noch nicht 15 Jahre alt sind?
Jugendliche, die bei Lehrbeginn zwischen 14 und 15 Jahre alt sind, brauchen für einen gültigen Lehrvertrag eine Bewilligung der Dienststelle Wirtschaft und Arbeit (wira).
. https://beruf.lu.ch/-/media/Beruf/Dokum ... _lehre.pdf

Na dann kauft mal alle Zeugs ohne Lehrlinge... Da gibts nicht mal Kartoffeln.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Misterfritz » So 3. Jun 2018, 13:48

Teeernte hat geschrieben:(03 Jun 2018, 14:18)

Die Schweiz ist ja auch - neben Deutschland ein Staat der Kinderarbeit unter P18 nicht ausschliesst...

. https://beruf.lu.ch/-/media/Beruf/Dokum ... _lehre.pdf

Na dann kauft mal alle Zeugs ohne Lehrlinge... Da gibts nicht mal Kartoffeln.

Sorry, da sehe ich aber sehr grosse Unterschiede. In Deutschland gibt es Schulpflicht, mindestens 9 Jahre, meist 10. Danach würde ich kaum von Kinderarbeit reden.
Kinderarbeit wie z.B. in Bangladesh heisst, dass die Kinder ganztags arbeiten und eben NICHT zur Schule gehen(können).
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Teeernte » So 3. Jun 2018, 14:52

Misterfritz hat geschrieben:(03 Jun 2018, 14:48)

Sorry, da sehe ich aber sehr grosse Unterschiede. In Deutschland gibt es Schulpflicht, mindestens 9 Jahre, meist 10. Danach würde ich kaum von Kinderarbeit reden.
Kinderarbeit wie z.B. in Bangladesh heisst, dass die Kinder ganztags arbeiten und eben NICHT zur Schule gehen(können).


Mag die Charity - Industrie Fordern was sie will...

SO. sieht es aus..:


Im Sommer 2014 sorgte ein neues Gesetz zu Kinderarbeit in Bolivien für weltweite Schlagzeilen und Diskussionen. Das Gesetz erlaubt in Ausnahmefällen schon Zehnjährigen zu arbeiten – und wurde unter anderem von arbeitenden Kindern selbst gefordert. Ein Skandal?
Grundsätzlich müssen wir feststellen, dass Kinderarbeit in vielen Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen eine Realität ist. In Bolivien haben viele Mädchen und Jungen gesagt, dass sie ihren Arbeitslohn zum Überleben brauchen. Befürworter des Gesetzes sind der Meinung, dass die Kinder sonst illegal arbeiten und dann viel mehr in Gefahr sind, ausgebeutet zu werden. Kritiker befürchten hingegen, dass der Kinderschutz durch das neue Gesetz aufgeweicht wird.

Das Beispiel zeigt, dass es wie so häufig keine einfache Antwort gibt. Ich würde in drei Abstufungen antworten:
Nicht alle Arbeit, die Kinder leisten, ist verwerflich. Sie kann unter Umständen sogar gut sein, um Erfahrungen zu sammeln und den Zusammenhalt in der Familie und Gemeinschaft zu stärken.
Arbeit von Kindern darf nicht – so steht es in der UN-Kinderrechtskonvention – ausbeuterisch oder gefährlich sein, das Kind vom Schulbesuch abhalten oder die „physische, mentale, geistige, moralische oder soziale Entwicklung“ beeinträchtigen. Ausbeuterische Kinderarbeit muss beendet werden und dafür müssen Regierungen, gesellschaftliche Akteure, Organisationen und Partner mehr tun. Auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg ist.
Kinderarbeit in der oben erwähnten „schlimmsten Form“ (also Sklaverei, Prostitution, der Einsatz von Kindersoldaten, gefährliche Arbeit in Steinbrüchen oder Minen) ist völlig unakzeptabel. Sie gehört abgeschafft. Sofort.
. https://www.unicef.de/informieren/aktue ... beit/78828
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Positiv Denkender » So 3. Jun 2018, 17:04

Misterfritz hat geschrieben:(03 Jun 2018, 13:59)

Da machst Du Dir das aber sehr einfach.
Nimm mal z.B. Bangladesh. Das Land ist bitterarm, überbevölkert, etc. - wenn da ein grosser Konzern kommt und Arbeitsplätze schafft, dann ist das Land sicherlich nicht in der Ausgangsposition zu sagen: Aber keine Kinderarbeit und gewisse Umweltstandards müssen auch eingehalten werden.
Eher könnte der Verbraucher sagen: Also Konzern XY: Wenn Du irgendwo T-shirts produzierst und an mich verkaufen willst: Sorge dafür, dass es keine Kinderarbeit in Deinen Fabriken gibt, dass Umweltstandards eingehalten werden. Und wenn der Verbraucher mehr will, dann sagt er eben noch: Siehe zu, dass die Kinder Deiner Arbeiter zur Schule gehen können.
Macht der Verbraucher in der Masse aber nicht.

Du wirst weltweit Verbraucher nicht beeinflussen . Die dortigen Regierungen müssen das ändern .
Ich mache es mir nicht einfach sondern die Verantwortlichen vor Ort . Diese Länder haben doch Jahrzehnte nicht getan .
Immer nur auf die bösen Ausländer zu schimpfen nützt nichts . Es wäre auch wenig sinnvoll wenn sich andere Staaten dort
einmischen würden . Das sind alles souveräne Staaten die müssen selbst in die Hufe kommen .
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mo 4. Jun 2018, 01:08

Misterfritz hat geschrieben:(03 Jun 2018, 13:59)

Da machst Du Dir das aber sehr einfach.
Nimm mal z.B. Bangladesh. Das Land ist bitterarm, überbevölkert, etc. - wenn da ein grosser Konzern kommt und Arbeitsplätze schafft, dann ist das Land sicherlich nicht in der Ausgangsposition zu sagen: Aber keine Kinderarbeit und gewisse Umweltstandards müssen auch eingehalten werden.
Eher könnte der Verbraucher sagen: Also Konzern XY: Wenn Du irgendwo T-shirts produzierst und an mich verkaufen willst: Sorge dafür, dass es keine Kinderarbeit in Deinen Fabriken gibt, dass Umweltstandards eingehalten werden. Und wenn der Verbraucher mehr will, dann sagt er eben noch: Siehe zu, dass die Kinder Deiner Arbeiter zur Schule gehen können.
Macht der Verbraucher in der Masse aber nicht.


Weil Verbraucher in der Masse sich dessen oft nicht bewusst sind.

Aber die Konzerne sind sich dessen bewusst insbesondere Gros Konzerne bzw Markenkonzerne wie Nike und die bestehen in Ihren Vertraegen mit Lieferanten darauf das es keine Kinderarbeit bei ihren Zuliefern gibt, das Arbeitsbedingungen menschlich sind und oft bezahlen sie aus eigener Tasche Kindergaerten und Schulen. Beim Umweltschutz gaebe es viel mehr zu tun aber solange die Landesgesetze lasch sind, Kontrolle nicht vorhanden und Korruption an der Alltagsordnung ist sind auch westlichen Konzerne die Haende gebunden
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 4. Jun 2018, 07:55

Watchful_Eye hat geschrieben:(31 May 2018, 15:46)

Es heißt, die reichen Staaten beuten die Entwicklungsländer aus. Das ist insofern definitiv richtig, als dass die meisten Konzerne die niedrigen Lohnkosten in Entwicklungsländern ausnutzen. Häufig sind die Arbeitsbedigungen grausam, und zum Teil wird auf Kinderarbeit zurückgegriffen. Gleichzeitig zeigen verschiedene Quellen (u.a. "Enlightenment Now" von Steven Pinker) aber auch auf, dass in den allermeisten Entwicklungsländern ein klarer Rückgang von extremer Armut und Hunger zu verzeichnen ist. :)


Das Thema an sich ist nicht einfach. Aber gut erstmal, dass gleich im ersten Beitrag auf diesen Rückgang hingewiesen ist. Ich stelle häufig fest, dass bei Diskussionen dazu immer wieder völlig ausgeblendet wird oder meist auch gar keine Kenntnisse darüber vorhanden sind, dass in Ländern wie China oder Bangladesh noch bis in jüngere Zeit hinein völlige, verbreitete existenzielle Armut und Hunger herrschten. Es fallen Reizworte wie "Billiglohn" und "Kinderarbeit" und schon ist man bei der idiotischen Idee, nur noch deutsche oder westliche Produkte kaufen zu wollen. Ohne auch nur einen Moment darüber nachzudenken, was ein solcher privater Boykott für die Menschen in Ländern wie BanglaDesh wirklich und tatsächlich und real bedeutet. Als wenn bei einem Abzug der entsprechenden bösen Unternehmen und Investoren nun plötzlich lachende, satte und zufriedene Kinder in fröhlichen Familien lebten.

Das Grundproblem sehe ich daran, dass es in Ländern wie Deutschland eine scheinbar unhinterfragbare Tatsache ist, dass kurzlebige Verbrauchsgüter wie Kleidung und Nahrung billig zu sein hat. Unter anderem, damit man sich teurere Güter wie Autos und Computer umso mehr leisten kann. Wie dies in einer globalisierten Wirtschaft durch staatliche oder sonstige regelnde, lenkende Maßnahmen ändern könnte, ist mir aber auch nicht klar.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon franktoast » Di 5. Jun 2018, 10:09

Quatschki hat geschrieben:(31 May 2018, 20:44)

Die Afrikaner ziehen ja auch lieber die Billigklamotten aus Indien oder das Zeug aus unseren Altkleidercontainern an, statt zu ihren Schneiderinnen zu gehen, obwohl die bestimmt nicht so teuer sind und das Geld im Lande bliebe.

Das bezweifle ich, ob das billiger wäre... Es geht ja auch um Produktivität. Ein Afrikaner ohne Nähmaschine ist trotz deutlich geringerem Lohn trotzdem teurer als ein Inder mit Nähmaschine. Also mal so grob gesprochen.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon franktoast » Di 5. Jun 2018, 10:12

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(04 Jun 2018, 02:08)

Weil Verbraucher in der Masse sich dessen oft nicht bewusst sind.

Aber die Konzerne sind sich dessen bewusst insbesondere Gros Konzerne bzw Markenkonzerne wie Nike und die bestehen in Ihren Vertraegen mit Lieferanten darauf das es keine Kinderarbeit bei ihren Zuliefern gibt, das Arbeitsbedingungen menschlich sind und oft bezahlen sie aus eigener Tasche Kindergaerten und Schulen. Beim Umweltschutz gaebe es viel mehr zu tun aber solange die Landesgesetze lasch sind, Kontrolle nicht vorhanden und Korruption an der Alltagsordnung ist sind auch westlichen Konzerne die Haende gebunden

Jep und Nike macht das nicht einfach so zum Spaß, sondern weil das Image eines Konzern eben enorm wichtig ist für den Profit. Also in der Öffentlichkeit unethische Produktionsweisen kosten eben deutlich mehr als bessere Arbeitsbedingungen.

Denn es gibt Organisationen, die eben Zulieferer prüfen (gut so). Und die machen öffentlich wirksame Listen, welche Konzerne da schlecht sind. Und da will kein Konzern ganz oben stehen...

Es sei denn, dem Konsumenten ist das nicht wichtig... Natürlich geht es Nike um Umsatz. Und da geht es nicht nur um Personen, die direkt bei Nike kaufen. Stell dir vor, du kaufst einen Nikeschuh und deine Freunde schauen dich blöd an, weil die in deren Augen unethisch sind...
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon franktoast » Di 5. Jun 2018, 10:17

jack000 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 17:01)

Ich habe eigentlich grundsätzlich die Erwartungshaltung, dass wenn ich in Deutschland Produkte kaufe, das:
- Keine Arbeitnehmer ausgebeutet werden
- Keine Kinder beschäftigt werden
- Die Umwelt nicht verschmutzt wird
- Keine Tiere gequält werden
Und nicht, dass ich erst auf irgendwelche Siegel achten muss, damit das gegeben ist!

Definiere "Ausbeutung" von Arbeitsnehmern. Da fängt es doch schon an. Das ist ja schwer subjektiv und kann man von Ausbeutung sprechen, wenn eine Näherin 30€ im Monat für relativ leichte Arbeit bekommt anstatt 10€ für harte Feldarbeit?
Wo fängt Umweltverschmutzung an?
Was ist Tierquälerei? Einen Ochsen auf dem Feld einen Pflug ziehen zu lassen? Tiere einzusperren und zu töten?
Wo fängt Kinderarbeit an? Wenn ein Junge mit 14 nach der Schule sich noch etwas dazu verdienen will? Oder mit 12?

Relativ, alles relativ.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon TheManFromDownUnder » Di 5. Jun 2018, 10:44

franktoast hat geschrieben:(05 Jun 2018, 11:12)

Jep und Nike macht das nicht einfach so zum Spaß, sondern weil das Image eines Konzern eben enorm wichtig ist für den Profit. Also in der Öffentlichkeit unethische Produktionsweisen kosten eben deutlich mehr als bessere Arbeitsbedingungen.

Denn es gibt Organisationen, die eben Zulieferer prüfen (gut so). Und die machen öffentlich wirksame Listen, welche Konzerne da schlecht sind. Und da will kein Konzern ganz oben stehen...

Es sei denn, dem Konsumenten ist das nicht wichtig... Natürlich geht es Nike um Umsatz. Und da geht es nicht nur um Personen, die direkt bei Nike kaufen. Stell dir vor, du kaufst einen Nikeschuh und deine Freunde schauen dich blöd an, weil die in deren Augen unethisch sind...


Auf die Idee das ein Konzern sozial und umwelt verantwortlich kommst du nicht?
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 5. Jun 2018, 10:59

jack000 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 17:25)

Es geht nicht darum ob das realistisch ist oder nicht, es ist meine Erwartungshaltung! Daher muss das Ziel sein darauf hin zu arbeiten! Dazu beitragen kann z.B. ein Verbot vom Import nicht zertifizierter Kleidung.


und z.B. auch Verbot von Massentierhaltung in Deutschland.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Quatschki » Di 5. Jun 2018, 12:45

franktoast hat geschrieben:(05 Jun 2018, 11:09)

Das bezweifle ich, ob das billiger wäre... Es geht ja auch um Produktivität. Ein Afrikaner ohne Nähmaschine ist trotz deutlich geringerem Lohn trotzdem teurer als ein Inder mit Nähmaschine. Also mal so grob gesprochen.

Er ist unproduktiver.
Andererseits muß er, wenn er nichts tut, trotzdem ernährt werden.
Es müßte also der Inder oder jemand anderes (Europa?) ihn mit ernähren.
Und das müßte ja auch irgendwie kalkuliert werden in der volkswirtschaftlichen Überlegung!
Ob er "teurer" ist, ist eine Frage des Geld- und Zollsystems.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon franktoast » Di 5. Jun 2018, 13:05

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(05 Jun 2018, 11:44)

Auf die Idee das ein Konzern sozial und umwelt verantwortlich kommst du nicht?

Nein, ein Konzern will Gewinn machen, sonst nichts. Ein System, dass darauf beruht, dass Menschen oder Unternehmen altruistisch sind, funktioniert nicht.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Realist2014 » Di 5. Jun 2018, 13:06

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(05 Jun 2018, 11:44)

Auf die Idee das ein Konzern sozial und umwelt verantwortlich kommst du nicht?



das kann er nur- wenn er genügend GEWINN erzielt...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon franktoast » Di 5. Jun 2018, 13:07

Quatschki hat geschrieben:(05 Jun 2018, 13:45)

Er ist unproduktiver.
Andererseits muß er, wenn er nichts tut, trotzdem ernährt werden.
Es müßte also der Inder oder jemand anderes (Europa?) ihn mit ernähren.
Und das müßte ja auch irgendwie kalkuliert werden in der volkswirtschaftlichen Überlegung!
Ob er "teurer" ist, ist eine Frage des Geld- und Zollsystems.

Nein, es ist eine Frage der Marktpreise und Effizienz. Es geht ja darum, wie hoch die Verfügbarkeit von Nähmaschinen (Kapital), Arbeitskärften (und deren Fähigkeit), Transport etc. ist.
Und wenn die Afrikaner eher schlecht beim Klamottenherstellen sind, dann stellen sie eben was anderes her, wo sie besser sind.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Quatschki » Di 5. Jun 2018, 13:34

franktoast hat geschrieben:(05 Jun 2018, 14:07)

Nein, es ist eine Frage der Marktpreise und Effizienz. Es geht ja darum, wie hoch die Verfügbarkeit von Nähmaschinen (Kapital), Arbeitskärften (und deren Fähigkeit), Transport etc. ist.
Und wenn die Afrikaner eher schlecht beim Klamottenherstellen sind, dann stellen sie eben was anderes her, wo sie besser sind.

Und was passiert mit denen, die nirgendwo besser sind?

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