Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

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Mahmoud
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Mahmoud » Mo 18. Jun 2018, 17:40

Watchful_Eye hat geschrieben:(31 May 2018, 15:46)

Es heißt, die reichen Staaten beuten die Entwicklungsländer aus. Das ist insofern definitiv richtig, als dass die meisten Konzerne die niedrigen Lohnkosten in Entwicklungsländern ausnutzen. Häufig sind die Arbeitsbedigungen grausam, und zum Teil wird auf Kinderarbeit zurückgegriffen. Gleichzeitig zeigen verschiedene Quellen (u.a. "Enlightenment Now" von Steven Pinker) aber auch auf, dass in den allermeisten Entwicklungsländern ein klarer Rückgang von extremer Armut und Hunger zu verzeichnen ist. :)

Trotzdem ist der Ist-Zustand aber natürlich bei weitem noch nicht zufriedenstellend. Wie leistet man als Kunde den bestmöglichen Beitrag? Ich nenne hiermit mal 3 Alternativen zum klassischen Einkauf und berichte, was mir dazu bzgl Vor- und Nachteilen einfällt:

1. Fair Trade
Bei "Fair Trade" sorgen privat geregelte Mechanismen sorgen dafür, dass höhere Standards durchgesetzt werden sollen als diejenige, die am "freien Markt" gelten. Hungerlöhne und Kinderarbeit soll so verhindert werden können. Eine Kritik an "Fair Trade" ist, dass die an die Bauern gezahlten Preise nicht marktwirtschaftlich festgelegt werden, weshalb manche Experten befürchten, dass es den Bauern letztlich sogar erschwert wird, ihren Betrieb weiterzuentwickeln und sich auf eigene Füße zu stellen (Bericht im Guardian).



Wie bewertet ihr diese drei Konsumverhaltensweisen? Welche haltet ihr für die moralischste, welche die pragmatischste und alltagstaugliche? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Oder hat alles aus eurer Sicht keinen wirklichen Sinn und dient nur dem eigenen Gewissen?


Fair Trade ist für den Erzeuger der Ware sicher ein Vorteil, für den Verbraucher nicht unbedingt. Die Fair Trade-Schokolade hat lange nicht den Geschmack und den "Schmelz" von z.B. Lindt... ;)
Oder allgemein: Wenn Fair-Trade-Produkte die gleiche Qualität hätten, würde ich sie sicher häufiger kaufen.
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Mahmoud
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Mahmoud » Mo 18. Jun 2018, 17:44

Watchful_Eye hat geschrieben:(31 May 2018, 15:46)

Es heißt, die reichen Staaten beuten die Entwicklungsländer aus. Das ist insofern definitiv richtig, als dass die meisten Konzerne die niedrigen Lohnkosten in Entwicklungsländern ausnutzen. Häufig sind die Arbeitsbedigungen grausam, und zum Teil wird auf Kinderarbeit zurückgegriffen. Gleichzeitig zeigen verschiedene Quellen (u.a. "Enlightenment Now" von Steven Pinker) aber auch auf, dass in den allermeisten Entwicklungsländern ein klarer Rückgang von extremer Armut und Hunger zu verzeichnen ist. :)



2. Made in Germany
Wenn etwas in Deutschland genäht ist, darf der Kunde erwarten, dass es nach deutschen Lohnstandards gefertigt wurde und es entsprechend beispielsweise frei von Kinderarbeit ist. Auch unterstützt man die heimische Marktwirtschaft und ggf. werden Transportwege gespart. Aber hilft man den Entwicklungsländern mehr damit, indem man sich dem Handel mit ihnen verweigert? In jedem Fall unterstützt man damit die eigene Volkswirtschaft und vermeidet ggf. unnötige Transportwege. Möglicherweise werden wir das in Zukunft noch viel häufiger sehen, da selbst die niedrigsten Hungerlöhne zunehmend nicht mehr mit der Produktivität von Industrierobotern mithalten können.



Wie bewertet ihr diese drei Konsumverhaltensweisen? Welche haltet ihr für die moralischste, welche die pragmatischste und alltagstaugliche? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Oder hat alles aus eurer Sicht keinen wirklichen Sinn und dient nur dem eigenen Gewissen?


Betrachte ich als Augenwischerei. Made in Germany darf sich ein Produkt nennen, wenn z.B. in Deutschland der Zusammenbau der Komponenten erfolgt ist. Aber die Komponenten selbst können dabei 100mal um den Erdball gereist sein und in Ländern mit fragwürdigen Sozial- und Umweltstandards hergestellt worden sein.

Wenn es Dir um umweltbewusstes Handeln geht, dann vergiss "Made in Germany".

Wenn es dagegen um Qualität geht, dann kann es noch immer ein Gütesiegel sein. Kann, aber nicht "muss".... ;)
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Mahmoud
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Mahmoud » Mo 18. Jun 2018, 17:51

Watchful_Eye hat geschrieben:(31 May 2018, 15:46)

Es heißt, die reichen Staaten beuten die Entwicklungsländer aus. Das ist insofern definitiv richtig, als dass die meisten Konzerne die niedrigen Lohnkosten in Entwicklungsländern ausnutzen. Häufig sind die Arbeitsbedigungen grausam, und zum Teil wird auf Kinderarbeit zurückgegriffen. Gleichzeitig zeigen verschiedene Quellen (u.a. "Enlightenment Now" von Steven Pinker) aber auch auf, dass in den allermeisten Entwicklungsländern ein klarer Rückgang von extremer Armut und Hunger zu verzeichnen ist. :)



3. Second Hand
Ein konsequentes Kaufen von Second Hand-Ware dürfte dazu führen, dass insgesamt weniger Güter hergestellt werden. Das ist insofern sinnvoll, als dass auch weniger Ressourcen gebraucht werden. Andererseits bleibt ein unter Kinderarbeit hergestellter Schuh natürlich auch nach dem Weiterverkauf ein unter Kinderarbeit hergestellter Schuh, so dass man je nachdem, was man gebraucht kauft, dem zugrunde liegenden Ausbeutungssystem im speziellen nicht lossagt - und aufgrund günstiger Gebrauchtpreise davon sogar profitiert. Auch entstehen so natürlich auch insgesamt weniger Arbeitsplätze.

Wie bewertet ihr diese drei Konsumverhaltensweisen? Welche haltet ihr für die moralischste, welche die pragmatischste und alltagstaugliche? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Oder hat alles aus eurer Sicht keinen wirklichen Sinn und dient nur dem eigenen Gewissen?


Second Hand? Unbedingt! Ich kaufe Autos Second Hand, habe Fahrräder Second Hand gekauft und Handys immer! Ich hab schon Bücher, CD`s und Schallplatten second hand gekauft. Es gibt Dinge, die man aus zweiter Hand prima kaufen kann. Handys z.B. Wieviele Konsumtrottel gibt es, die jedes Jahr das neueste Modell haben müssen und dann ihr fast neuwertiges Teil verkaufen? Sehr viele!

Und bevor ich Dinge in den Müll schmeisse, versuche ich sie über Ebay los zu werden, auch für wenig Geld. Selbst wenn dabei nur 5 Euro raus kommen und ich mit dem Päckchen zur 3 km entfernten Post radeln muss um es aufzugeben: Ich habe das Gefühl, ein klein wenig Müll vermieden zu haben. Auch wenn der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag steht...
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Kölner1302 » Mo 18. Jun 2018, 18:55

deHehenried hat geschrieben:(18 Jun 2018, 18:12)

Bose, Apple, Audi. Wo genau erkennst du Qualität? Die Vorstellungen von Qualität scheinen bei manchen Menschen meilenweit auseinanderzugehen.


Es gibt eine soziale Schicht, die achten darauf, dass

Deine Haushaltgeräte von Miele
Dein Fernseher ein Flachbildschirm
Dein Handy von Aplle oder mindestens von Samsung
Dein Auto von Audi, VW oder Mercedes
Deine Sportsachen von Adidas
usw. sind.

Fährst Du n Dacia
hast n Handy von Phicom
Ne Waschmaschine von Beco

gucken die Dich mit Arsch nicht mehr an.

Und zwar nicht wenige

Ach ja und für die Ökkos must Du Deine Lebensmittel im Bioladen gekauft haben... kaufst Du im Aldi ... na Du weißt schon.
Ausgepackt sieht man s aber nicht mehr - ätsch!

Warum die das machen musst Du sie mal fragen... gibt s bestimmt auch hier im Forum n paar von...
Zuletzt geändert von Kölner1302 am Mo 18. Jun 2018, 19:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Realist2014 » Mo 18. Jun 2018, 19:03

Kölner1302 hat geschrieben:(18 Jun 2018, 19:55)

Es gibt eine soziale Schicht, die achten darauf, dass

Deine Haushaltgeräte von Miele
Dein Fernseher ein Flachbildschirm
Dein Handy von Aplle oder mindestens von Samsung
Dein Auto von Audi, VW oder Mercedes
Deine Sportsachen von Adidas
usw. sind.

n...



welche "soziale Schicht" soll das sein?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Misterfritz » Mo 18. Jun 2018, 19:39

Kölner1302 hat geschrieben:(18 Jun 2018, 19:55)

Es gibt eine soziale Schicht, die achten darauf, dass

Deine Haushaltgeräte von Miele
Dein Fernseher ein Flachbildschirm
Dein Handy von Aplle oder mindestens von Samsung
Dein Auto von Audi, VW oder Mercedes
Deine Sportsachen von Adidas
usw. sind.

Fährst Du n Dacia
hast n Handy von Phicom
Ne Waschmaschine von Beco

gucken die Dich mit Arsch nicht mehr an.

Und zwar nicht wenige

Ach ja und für die Ökkos must Du Deine Lebensmittel im Bioladen gekauft haben... kaufst Du im Aldi ... na Du weißt schon.
Ausgepackt sieht man s aber nicht mehr - ätsch!

Warum die das machen musst Du sie mal fragen... gibt s bestimmt auch hier im Forum n paar von...
Was kennst Du für Leute?
Ernsthaft, sind die wichtig für Dich oder warum regst Du Dich auf?
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon H2O » Mo 18. Jun 2018, 19:46

Realist2014 hat geschrieben:(18 Jun 2018, 20:03)

welche "soziale Schicht" soll das sein?


Ich glaube, daß ich dazu gehöre. Mich stört aber nicht, wenn dahinter Dünkel vermutet wird.

Meine Miele-Geräte sind inzwischen sehr alt (>25 Jahre) bei heftiger Nutzung in der Familien- und Kinderphase. Diese Erfahrung würde mich immer wieder zu diesem Fabrikat greifen lassen, wenn eins davon ausfiele. Obwohl, ahem, ich gar nicht mehr so lange leben werde...

Mein Auto ist doch tatsächlich von VW; 18 Jahre alt und immer artig gelaufen. Soll ich dem Ding zürnen, wenn es schlapp machen sollte? Nein, wieder dort kaufen... ein guter Gegenwert für's Geld!

Beim Handy kann ich auch punkten mit Samsung S3 neo... astreines Gerät mit austauschbarem Akku. Da würde ich mich auch wieder eindecken, wenn das Gerät verunglücken sollte.

Dafür habe ich kein Fernsehen und auch keine Adidas Bekleidung. Das reißt mich wieder heraus aus der Dünkelfalle... hoffe ich.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Misterfritz » Mo 18. Jun 2018, 20:27

H2O hat geschrieben:(18 Jun 2018, 20:46)
Meine Miele-Geräte sind inzwischen sehr alt (>25 Jahre) bei heftiger Nutzung in der Familien- und Kinderphase. Diese Erfahrung würde mich immer wieder zu diesem Fabrikat greifen lassen, wenn eins davon ausfiele. Obwohl, ahem, ich gar nicht mehr so lange leben werde...
Das mag früher mal eine gute Entscheidung gewesen sein, aber heutzutage verbraucht so 'ne olle Miele viel zuviel Wasser und Strom. Jede neuere noname Maschine hat da bessere Werte.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon H2O » Di 19. Jun 2018, 06:09

Misterfritz hat geschrieben:(18 Jun 2018, 21:27)

Das mag früher mal eine gute Entscheidung gewesen sein, aber heutzutage verbraucht so 'ne olle Miele viel zuviel Wasser und Strom. Jede neuere noname Maschine hat da bessere Werte.


Ich werde diese Frage prüfen, wenn eine Anschaffung bevor steht. Das mache ich auch grundsätzlich so. Ein gut funktionierendes Haushaltsgerät verschrotten, weil nach 25 Jahren anderer Entwicklungen wichtige Leistungsdaten verbessert wurden: Das nenne ich Verschwendung. In den Angeboten stehen diese Daten technischer Geräte doch gut lesbar im nicht Kleingedruckten!

Nachtrag:

Ihre Ansagen haben mich beunruhigt. Sie sind aber einer Legende der Wettbewerber aufgesessen.
Viel mehr als 20% weniger Verbrauch als Energieklasse A+++ sind vermutlich nicht im Angebot. Einfach einmal hinein schauen; lohnt sich aber nur für Haushalte mit starker Nutzung von Geräten, denn ihren Preis haben diese Geräte schon. Ganz einfach einmal hinein schauen:
https://www.miele.de/haushalt/index.htm

In meinem Fall viele Jahre immer 4 Personen (2 Erwachsene, 2 Kinder) und (4 Erwachsene, davon 2 Pflegefälle... die Maschinen liefen fast Tag und Nacht durch!). Sie haben aber dennoch Recht: Jetzt sind wir zwei Altchen allein, da täte es wohl jedes Gerät viele Jahre, weil vielleicht 2-mal in der Woche die Waschmaschine brummt, und einmal täglich der Geschirrspüler im Spargang. Da könnte man viel Geld einsparen, denn am Ende unserer Tage geht das Zeug alles auf den Schrott. :(

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