Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

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Watchful_Eye
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Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Watchful_Eye » Do 31. Mai 2018, 14:46

Es heißt, die reichen Staaten beuten die Entwicklungsländer aus. Das ist insofern definitiv richtig, als dass die meisten Konzerne die niedrigen Lohnkosten in Entwicklungsländern ausnutzen. Häufig sind die Arbeitsbedigungen grausam, und zum Teil wird auf Kinderarbeit zurückgegriffen. Gleichzeitig zeigen verschiedene Quellen (u.a. "Enlightenment Now" von Steven Pinker) aber auch auf, dass in den allermeisten Entwicklungsländern ein klarer Rückgang von extremer Armut und Hunger zu verzeichnen ist. :)

Trotzdem ist der Ist-Zustand aber natürlich bei weitem noch nicht zufriedenstellend. Wie leistet man als Kunde den bestmöglichen Beitrag? Ich nenne hiermit mal 3 Alternativen zum klassischen Einkauf und berichte, was mir dazu bzgl Vor- und Nachteilen einfällt:

1. Fair Trade
Bei "Fair Trade" sorgen privat geregelte Mechanismen sorgen dafür, dass höhere Standards durchgesetzt werden sollen als diejenige, die am "freien Markt" gelten. Hungerlöhne und Kinderarbeit soll so verhindert werden können. Eine Kritik an "Fair Trade" ist, dass die an die Bauern gezahlten Preise nicht marktwirtschaftlich festgelegt werden, weshalb manche Experten befürchten, dass es den Bauern letztlich sogar erschwert wird, ihren Betrieb weiterzuentwickeln und sich auf eigene Füße zu stellen (Bericht im Guardian).

2. Made in Germany
Wenn etwas in Deutschland genäht ist, darf der Kunde erwarten, dass es nach deutschen Lohnstandards gefertigt wurde und es entsprechend beispielsweise frei von Kinderarbeit ist. Auch unterstützt man die heimische Marktwirtschaft und ggf. werden Transportwege gespart. Aber hilft man den Entwicklungsländern mehr damit, indem man sich dem Handel mit ihnen verweigert? In jedem Fall unterstützt man damit die eigene Volkswirtschaft und vermeidet ggf. unnötige Transportwege. Möglicherweise werden wir das in Zukunft noch viel häufiger sehen, da selbst die niedrigsten Hungerlöhne zunehmend nicht mehr mit der Produktivität von Industrierobotern mithalten können.

3. Second Hand
Ein konsequentes Kaufen von Second Hand-Ware dürfte dazu führen, dass insgesamt weniger Güter hergestellt werden. Das ist insofern sinnvoll, als dass auch weniger Ressourcen gebraucht werden. Andererseits bleibt ein unter Kinderarbeit hergestellter Schuh natürlich auch nach dem Weiterverkauf ein unter Kinderarbeit hergestellter Schuh, so dass man je nachdem, was man gebraucht kauft, dem zugrunde liegenden Ausbeutungssystem im speziellen nicht lossagt - und aufgrund günstiger Gebrauchtpreise davon sogar profitiert. Auch entstehen so natürlich auch insgesamt weniger Arbeitsplätze.

Wie bewertet ihr diese drei Konsumverhaltensweisen? Welche haltet ihr für die moralischste, welche die pragmatischste und alltagstaugliche? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Oder hat alles aus eurer Sicht keinen wirklichen Sinn und dient nur dem eigenen Gewissen?
Zuletzt geändert von Watchful_Eye am Do 31. Mai 2018, 15:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon unity in diversity » Do 31. Mai 2018, 15:08

Wenn dir vorgeworfen wird, dein Hemd hätte nicht die aktuelle Kragenform, darfst du das ignorieren.
Jede Mode lebt davon, daß ihre Vorgängermoden in Vergessenheit geraten sind.
Wir sollten mehr Wert auf die Haltbarbeit von Produkten aller Art legen.
Dazu zählen Pflegeleichtigkeit und Zeitlosigkeit.
Allways welldressed.
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Positiv Denkender » Do 31. Mai 2018, 15:52

Watchful_Eye hat geschrieben:(31 May 2018, 15:46)

Es heißt, die reichen Staaten beuten die Entwicklungsländer aus. Das ist insofern definitiv richtig, als dass die meisten Konzerne die niedrigen Lohnkosten in Entwicklungsländern ausnutzen. Häufig sind die Arbeitsbedigungen grausam, und zum Teil wird auf Kinderarbeit zurückgegriffen. Gleichzeitig zeigen verschiedene Quellen (u.a. "Enlightenment Now" von Steven Pinker) aber auch auf, dass in den allermeisten Entwicklungsländern ein klarer Rückgang von extremer Armut und Hunger zu verzeichnen ist. :)

Trotzdem ist der Ist-Zustand aber natürlich bei weitem noch nicht zufriedenstellend. Wie leistet man als Kunde den bestmöglichen Beitrag? Ich nenne hiermit mal 3 Alternativen zum klassischen Einkauf und berichte, was mir dazu bzgl Vor- und Nachteilen einfällt:

1. Fair Trade
Bei "Fair Trade" sorgen privat geregelte Mechanismen sorgen dafür, dass höhere Standards durchgesetzt werden sollen als diejenige, die am "freien Markt" gelten. Hungerlöhne und Kinderarbeit soll so verhindert werden können. Eine Kritik an "Fair Trade" ist, dass die an die Bauern gezahlten Preise nicht marktwirtschaftlich festgelegt werden, weshalb manche Experten befürchten, dass es den Bauern letztlich sogar erschwert wird, ihren Betrieb weiterzuentwickeln und sich auf eigene Füße zu stellen (Bericht im Guardian).

2. Made in Germany
Wenn etwas in Deutschland genäht ist, darf der Kunde erwarten, dass es nach deutschen Lohnstandards gefertigt wurde und es entsprechend beispielsweise frei von Kinderarbeit ist. Auch unterstützt man die heimische Marktwirtschaft und ggf. werden Transportwege gespart. Aber hilft man den Entwicklungsländern mehr damit, indem man sich dem Handel mit ihnen verweigert? In jedem Fall unterstützt man damit die eigene Volkswirtschaft und vermeidet ggf. unnötige Transportwege. Möglicherweise werden wir das in Zukunft noch viel häufiger sehen, da selbst die niedrigsten Hungerlöhne zunehmend nicht mehr mit der Produktivität von Industrierobotern mithalten können.

3. Second Hand
Ein konsequentes Kaufen von Second Hand-Ware dürfte dazu führen, dass insgesamt weniger Güter hergestellt werden. Das ist insofern sinnvoll, als dass auch weniger Ressourcen gebraucht werden. Andererseits bleibt ein unter Kinderarbeit hergestellter Schuh natürlich auch nach dem Weiterverkauf ein unter Kinderarbeit hergestellter Schuh, so dass man je nachdem, was man gebraucht kauft, dem zugrunde liegenden Ausbeutungssystem im speziellen nicht lossagt - und aufgrund günstiger Gebrauchtpreise davon sogar profitiert. Auch entstehen so natürlich auch insgesamt weniger Arbeitsplätze.

Wie bewertet ihr diese drei Konsumverhaltensweisen? Welche haltet ihr für die moralischste, welche die pragmatischste und alltagstaugliche? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Oder hat alles aus eurer Sicht keinen wirklichen Sinn und dient nur dem eigenen Gewissen?

Oft ist es so dass diejenigen , die über zu geringe Löhne jammern, dort kaufen wo es am billigsten ist ,nicht am preiswertesten .
Wer einen Frisör aufsucht der für 10 € einen Haarschnitt anbietet sollte nicht über zu geringe Einkommen der Angestellten
lamentieren . Second Hand Ware ist nichts Neues. Mit gebrauchten Möbeln vom Vormieter haben wir unsere 1. Wohnung eingerichtet .
Kindersachen wurden von Familienmitgliedern übernommen deren Kinder aus den Klamotten herausgewachsen waren .
Second Hand war schon immer in ,siehe die vielen Flohmärkte .
Entscheidend allein ist dass sich jeder Mensch selbst entscheiden darf wie ,wo und was er kauft . Auch wenn es bei
manchen ,die über ihr zu geringes Einkommen jammern sicher zu überlegen wäre mal ins Reste Haus zu schauen
oder Anzeigen zu studieren in denen gut erhaltene Kleidung oder Gebrauchsgüter angeboten werden .
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Quatschki
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Quatschki » Do 31. Mai 2018, 19:44

Die Afrikaner ziehen ja auch lieber die Billigklamotten aus Indien oder das Zeug aus unseren Altkleidercontainern an, statt zu ihren Schneiderinnen zu gehen, obwohl die bestimmt nicht so teuer sind und das Geld im Lande bliebe.
Make Austria-Hungary Great Again!
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Teeernte » Fr 1. Jun 2018, 00:21

Erstens einmal - die Charity - Industrie mäkelt manchmal auf hohem Niveau.

Es kommt auf die Definition an....

Die UN-Kinderrechtskonvention (KRK) definiert Kinderarbeit als Tätigkeiten von unter 18-jährigen, die ihnen schaden oder sie am Schulbesuch hindern (KRK, Artikel 32).

(KRK, Artikel 32)

Es gibt Länder mit "WENIG" Schule. .....bereits ein 8 Klassensystem bringt danach "Kinderarbeit".

Billig / Teuer..... Fair...

Ein GUTES - einzelnes MASSGEFERTIGTES Herren-Ober-Hemd kostet in Indien umgerechnet 5 Eu ...mit Stoff und Arbeit...

Eine Markenjeans (Standard 5 Pockets) ist mit 7,50 Eu im Grosshandel zu haben. ALLES DARÜBER stecken sich die HÄNDLER ein.

...................................................Strich drunter.............

Jedes Stück Kleidung mit Kunstoff-faser erhöht beim Waschen den Anteil der Gewässerverunreinigung UND Kunstoff-MIKRO - Partikel.

Die kommen NICHT von der Einkaufstüte aus Kunstoff .....SONDERN DURCH DAS WASCHEN ! ! !. Die Klamotte wird immer LEICHTER - weil der Rest in den Abfluss als MIKRO FASER abgeht.

Nimm also Naturfaser...(ohne Zusatz).

Nimm den Fetzen so lange - bis er "HIN" ist. (Dann ists egal ob NEU oder Gebraucht gekauft.)
Grade wenn man die Grössen schnell wechselt ....sollte man wenig Klamotten haben - man schmeisst das Meiste eh weg - weil es nicht mehr passt.

Wer es da ERNST meint....da reichen 5 T-Shirts in schwarz und 2 gleiche Jeans.

....Made in Germany .... mach ich nur bei Hightech - Klamotten - die lang halten sollen ...Anorak/Wärmeschutz... geht selten kaputt...und man kann gut reklamieren , wenn doch Mist .

Mode ? ein Mädchenartikel....


Die Zukunft ?

Du kennst Deinen indischen Schneider ....über das Internet und bestellst direkt bei dem.... für 10 eu..... das Hemd. 30 gespaaaaaart... und das beste Hemd an.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon watisdatdenn? » Fr 1. Jun 2018, 00:59

Teeernte hat geschrieben:(01 Jun 2018, 01:21)
Du kennst Deinen indischen Schneider ....über das Internet und bestellst direkt bei dem.... für 10 eu..... das Hemd. 30 gespaaaaaart... und das beste Hemd an.

Das hört sich nicht dumm an. Hast du da mehr Infos?
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon TheManFromDownUnder » Fr 1. Jun 2018, 01:54

Bei aller Sorge um Kinderarbeit, Niedrigloehne und Arbeitsbedingungen, darf man nicht vergessen das es fuer die Arbeiter in den Billig Lohnlaendern keine alternative Arbeit gibt. In den Fabriken zu arbeiten bedeuted nicht hungern zu muessen. Die Ausbeuter sind nicht die westlichen Textil Retailers oder Marken wie Levis, Nike usw sondern die Landsleute der Arbeiter, die maximalen Profit bei minimalen Kosten wollen und denen Arbeits und Lebensbedingungen ihrer Landsleute egal sind.

In Entwicklungslaendern vor allem in Asien ist zu bemerken, das je besser die Schul und Ausbildung der Bevoelkerung ist um so besser die Loehne sind und Industrien Fuss fassen, die eine gut ausgebildete Arbeiterschaft brauchen. Beispiel Thailand. Dort fertigen u.a. Autohersteller wie Ford, General Motors, Toyota, Mercedes usw. Jobs in diesen Unternehmen sind sehr begehrt weil gut (fuer oertliche Verhaeltnisse) bezahlt und Sozial Leistungen wie werkseigenen Kindergaerten und medizinische Versorgung angeboten werden.

Verantwortliche westliche Konzerne legen wert und ueberwachen das ein Mindesstandard an Arbeits und Lohnbedigungen von den Herstellern eingehalten werden. "Fair Trade" ist eine gute Iniative aber nicht immer wirksam weil lokale Hersteller aus wegen Profitgier versuchen Abkommen zu umgehen . Betonung auf Hersteller des Herkunftslandes.

Insbesonder fuer Kleidung ist Made in Germany nicht mehr realistisch. Zu teuer!

Second Hand ist ok! Op Shops haben Konjunktur aber ich persoenlich wuerde keine gebrauchte Kleidung tragen.

Der indische Internet Schneider klingt gut aber wer garantiert das der Schneider nicht im Slum das Hemd fuer 20 cent Lohn fertigen laesst und es dem gutglauebigen Kunden Uebersee fuer Euro 10 verkauft?

Auch nicht vergessen, das in Bangladash die Lebenshaltungskosten ein Bruchtteil von denen in unseren Laendern ist.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon watisdatdenn? » Fr 1. Jun 2018, 06:51

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(01 Jun 2018, 02:54)
Insbesonder fuer Kleidung ist Made in Germany nicht mehr realistisch. Zu teuer!

Da wäre ich mir nicht sicher.
Hier mein Thread über vollautomatisierte t-Shirt Herstellung:
http://politik-forum.eu/viewtopic.php?f=13&t=62127
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon TheManFromDownUnder » Fr 1. Jun 2018, 10:47

watisdatdenn? hat geschrieben:(01 Jun 2018, 07:51)

Da wäre ich mir nicht sicher.
Hier mein Thread über vollautomatisierte t-Shirt Herstellung:
http://politik-forum.eu/viewtopic.php?f=13&t=62127


T-Shirts, davon schreibe ich nicht wenn ich Kleidung meine.

Business Shirts, Anzuege usw. Ausserdem wie schaffen vollautomatisierte Herstellungen Jobs? Sie killen Jobs! Und falls Made in Germany nehmen Jobs von Menschen die ihre Jobs brauchen um nicht zu verhungern.

Macht das die Welt besser?
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon watisdatdenn? » Fr 1. Jun 2018, 12:02

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(01 Jun 2018, 11:47)
Business Shirts, Anzuege usw. Ausserdem wie schaffen vollautomatisierte Herstellungen Jobs? Sie killen Jobs! Und falls Made in Germany nehmen Jobs von Menschen die ihre Jobs brauchen um nicht zu verhungern.

Macht das die Welt besser?

Ich sage ja nur, dass ich mir durchaus vorstellen kann mit Hilfe hochtechnologischer Automatisierung auch in Deutschland Kleidung günstig herzustellen.

Mein Idealbild wäre, dass Kleidung nähen überhaupt keine menschliche Arbeit mehr braucht und bisherige Näher dafür besser gebildet werden und höherwertige Tätigkeiten aufnehmen.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon TheManFromDownUnder » Sa 2. Jun 2018, 04:36

watisdatdenn? hat geschrieben:(01 Jun 2018, 13:02)

Ich sage ja nur, dass ich mir durchaus vorstellen kann mit Hilfe hochtechnologischer Automatisierung auch in Deutschland Kleidung günstig herzustellen.
Mein Idealbild wäre, dass Kleidung nähen überhaupt keine menschliche Arbeit mehr braucht und bisherige Näher dafür besser gebildet werden und höherwertige Tätigkeiten aufnehmen.


Ist ja alles schoen und gut aber wenn es keine hoeherwertigen Taetigkeiten gibt? Sollen die Naeherinnen und deren Familien verhungern?
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon watisdatdenn? » Sa 2. Jun 2018, 13:14

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(02 Jun 2018, 05:36)
Ist ja alles schoen und gut aber wenn es keine hoeherwertigen Taetigkeiten gibt? Sollen die Naeherinnen und deren Familien verhungern?

Es gibt noch mehr als genug Baustellen, die momentan zu langsam angegangen werden, weil es zu wenig qualifizierte Leute gibt:
- Mars Kolonisieren
- IT (Freelancer Modelle, wie z.b. upwork)
- moderne Roboter (mit deutlich mehr KI), die auch mal ein Zimmer aufräumen können und nicht nur staubsaugen.
- Maschinenbauer (Herstellung eigener Traktoren etc..)
- Forschung (Gentechnik, Materialien, etc..)
Usw..

Es gibt mehr als genug zu tun. Als qualifizierte Fachkraft ist man auch stark gefragt. Hier sehe ich wirklich keinen Engpass an Tätigkeiten..


Damit diese Tätigkeiten angegangen werden können braucht es erst mal Bildung (möglichst automatisiert, so dass kein Lehrer dafür benötigt wird).
Es ist ein bekannter Spruch, aber er stimmt: Bildung ist der Schlüssel (zu Wohlstand und Effizienz)
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Positiv Denkender » Sa 2. Jun 2018, 13:54

Teeernte hat geschrieben:(01 Jun 2018, 01:21)

Erstens einmal - die Charity - Industrie mäkelt manchmal auf hohem Niveau.

Es kommt auf die Definition an....


(KRK, Artikel 32)

Es gibt Länder mit "WENIG" Schule. .....bereits ein 8 Klassensystem bringt danach "Kinderarbeit".

Billig / Teuer..... Fair...

Ein GUTES - einzelnes MASSGEFERTIGTES Herren-Ober-Hemd kostet in Indien umgerechnet 5 Eu ...mit Stoff und Arbeit...

Eine Markenjeans (Standard 5 Pockets) ist mit 7,50 Eu im Grosshandel zu haben. ALLES DARÜBER stecken sich die HÄNDLER ein.

...................................................Strich drunter.............

Jedes Stück Kleidung mit Kunstoff-faser erhöht beim Waschen den Anteil der Gewässerverunreinigung UND Kunstoff-MIKRO - Partikel.

Die kommen NICHT von der Einkaufstüte aus Kunstoff .....SONDERN DURCH DAS WASCHEN ! ! !. Die Klamotte wird immer LEICHTER - weil der Rest in den Abfluss als MIKRO FASER abgeht.

Nimm also Naturfaser...(ohne Zusatz).

Nimm den Fetzen so lange - bis er "HIN" ist. (Dann ists egal ob NEU oder Gebraucht gekauft.)
Grade wenn man die Grössen schnell wechselt ....sollte man wenig Klamotten haben - man schmeisst das Meiste eh weg - weil es nicht mehr passt.

Wer es da ERNST meint....da reichen 5 T-Shirts in schwarz und 2 gleiche Jeans.

....Made in Germany .... mach ich nur bei Hightech - Klamotten - die lang halten sollen ...Anorak/Wärmeschutz... geht selten kaputt...und man kann gut reklamieren , wenn doch Mist .

Mode ? ein Mädchenartikel....


Die Zukunft ?

Du kennst Deinen indischen Schneider ....über das Internet und bestellst direkt bei dem.... für 10 eu..... das Hemd. 30 gespaaaaaart... und das beste Hemd an.

Millionen Menschen meiner Generation haben mit 14 Jahren eine Lehre angetreten . Die Allermeisten davon haben sich
bestens in ihren Berufen geschlagen . Kinderarbeit unter 18 sollte allerdings der eigenen Berufsausbildung dienen
und nicht als Zwang um die Familie zu ernähren .Bleibt die Frage wie sehen es die Menschen in den Ländern wo Kinder
arbeiten müssen, statt zur Schule zu gehen . Sind die Regierungen dieser Länder eigentlich für nichts verantwortlich ?
Für dortige Armut ist immer nur Deutschland verantwortlich ? Erstaunlich wenn Linksgedrehte die Verantwortlichen
und Regierungen von Entwicklungsländern und 3.Staaten ständig als Opfer hinstellen statt deren Regierungen
einmal in die Verantwortung zu nehmen um die dortigen Verhältnisse zu verbessern .
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Realist2014 » Sa 2. Jun 2018, 13:59

watisdatdenn? hat geschrieben:(02 Jun 2018, 14:14)

Es gibt noch mehr als genug Baustellen, die momentan zu langsam angegangen werden, weil es zu wenig qualifizierte Leute gibt:
- Mars Kolonisieren
- IT (Freelancer Modelle, wie z.b. upwork)
- moderne Roboter (mit deutlich mehr KI), die auch mal ein Zimmer aufräumen können und nicht nur staubsaugen.
- Maschinenbauer (Herstellung eigener Traktoren etc..)
- Forschung (Gentechnik, Materialien, etc..)
Usw..

Es gibt mehr als genug zu tun. Als qualifizierte Fachkraft ist man auch stark gefragt. Hier sehe ich wirklich keinen Engpass an Tätigkeiten..


Damit diese Tätigkeiten angegangen werden können braucht es erst mal Bildung (möglichst automatisiert, so dass kein Lehrer dafür benötigt wird).
Es ist ein bekannter Spruch, aber er stimmt: Bildung ist der Schlüssel (zu Wohlstand und Effizienz)


und WER ist für obiges verantwortlich?

in den DORTIGEN Ländern, um die es ja hier geht.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon watisdatdenn? » Sa 2. Jun 2018, 14:25

Realist2014 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 14:59)
und WER ist für obiges verantwortlich?

in den DORTIGEN Ländern, um die es ja hier geht.

Natürlich ist das Aufgabe der Leute vor Ort.
Ich stelle ja nur mein Idealbild vor. Die Südkoreaner haben gezeigt wie es geht.

Ich will nicht, dass Kinder für mich Kleidung nähen. Ich will überhaupt nicht, dass Menschen etwas für mich nähen. Das sollten Roboter tun! Menschen sind zu wertvoll dafür.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Realist2014 » Sa 2. Jun 2018, 15:01

watisdatdenn? hat geschrieben:(02 Jun 2018, 15:25)

Natürlich ist das Aufgabe der Leute vor Ort.
Ich stelle ja nur mein Idealbild vor. Die Südkoreaner haben gezeigt wie es geht.

Ich will nicht, dass Kinder für mich Kleidung nähen. Ich will überhaupt nicht, dass Menschen etwas für mich nähen. Das sollten Roboter tun! Menschen sind zu wertvoll dafür.


und in Südkorea werden Klamotten mit Robotern hergestellt, die in der HERSTELLUNG dann billiger sind als die "handgenähten" aus Indien etc.?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 2. Jun 2018, 15:50

Watchful_Eye hat geschrieben:(31 May 2018, 15:46)

Es heißt, die reichen Staaten beuten die Entwicklungsländer aus. Das ist insofern definitiv richtig, als dass die meisten Konzerne die niedrigen Lohnkosten in Entwicklungsländern ausnutzen. Häufig sind die Arbeitsbedigungen grausam, und zum Teil wird auf Kinderarbeit zurückgegriffen. Gleichzeitig zeigen verschiedene Quellen (u.a. "Enlightenment Now" von Steven Pinker) aber auch auf, dass in den allermeisten Entwicklungsländern ein klarer Rückgang von extremer Armut und Hunger zu verzeichnen ist. :)

Trotzdem ist der Ist-Zustand aber natürlich bei weitem noch nicht zufriedenstellend. Wie leistet man als Kunde den bestmöglichen Beitrag? Ich nenne hiermit mal 3 Alternativen zum klassischen Einkauf und berichte, was mir dazu bzgl Vor- und Nachteilen einfällt:

1. Fair Trade
Bei "Fair Trade" sorgen privat geregelte Mechanismen sorgen dafür, dass höhere Standards durchgesetzt werden sollen als diejenige, die am "freien Markt" gelten. Hungerlöhne und Kinderarbeit soll so verhindert werden können. Eine Kritik an "Fair Trade" ist, dass die an die Bauern gezahlten Preise nicht marktwirtschaftlich festgelegt werden, weshalb manche Experten befürchten, dass es den Bauern letztlich sogar erschwert wird, ihren Betrieb weiterzuentwickeln und sich auf eigene Füße zu stellen (Bericht im Guardian).

2. Made in Germany
Wenn etwas in Deutschland genäht ist, darf der Kunde erwarten, dass es nach deutschen Lohnstandards gefertigt wurde und es entsprechend beispielsweise frei von Kinderarbeit ist. Auch unterstützt man die heimische Marktwirtschaft und ggf. werden Transportwege gespart. Aber hilft man den Entwicklungsländern mehr damit, indem man sich dem Handel mit ihnen verweigert? In jedem Fall unterstützt man damit die eigene Volkswirtschaft und vermeidet ggf. unnötige Transportwege. Möglicherweise werden wir das in Zukunft noch viel häufiger sehen, da selbst die niedrigsten Hungerlöhne zunehmend nicht mehr mit der Produktivität von Industrierobotern mithalten können.

3. Second Hand
Ein konsequentes Kaufen von Second Hand-Ware dürfte dazu führen, dass insgesamt weniger Güter hergestellt werden. Das ist insofern sinnvoll, als dass auch weniger Ressourcen gebraucht werden. Andererseits bleibt ein unter Kinderarbeit hergestellter Schuh natürlich auch nach dem Weiterverkauf ein unter Kinderarbeit hergestellter Schuh, so dass man je nachdem, was man gebraucht kauft, dem zugrunde liegenden Ausbeutungssystem im speziellen nicht lossagt - und aufgrund günstiger Gebrauchtpreise davon sogar profitiert. Auch entstehen so natürlich auch insgesamt weniger Arbeitsplätze.

Wie bewertet ihr diese drei Konsumverhaltensweisen? Welche haltet ihr für die moralischste, welche die pragmatischste und alltagstaugliche? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Oder hat alles aus eurer Sicht keinen wirklichen Sinn und dient nur dem eigenen Gewissen?


Fair Trade kannst du vergessen, Ausbeutung nicht profitabler Standard ( der Klassiker die Mode und Textilien Industrie da machen alle mit von Discounter Kiki und Co. bis hin zu Edel Marken wie Dokumentationen belegen auf Kosten der bengalischen Näherin die korrupte Politik Vorort tut ihr übriges dazu. Faire Trade ist gut für Kommerz und ein moralisches Saubermann Image doch leider mehr Schein als Sein
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon jack000 » Sa 2. Jun 2018, 16:01

Watchful_Eye hat geschrieben:(31 May 2018, 15:46)Wie bewertet ihr diese drei Konsumverhaltensweisen? Welche haltet ihr für die moralischste, welche die pragmatischste und alltagstaugliche? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Oder hat alles aus eurer Sicht keinen wirklichen Sinn und dient nur dem eigenen Gewissen?

Ich habe eigentlich grundsätzlich die Erwartungshaltung, dass wenn ich in Deutschland Produkte kaufe, das:
- Keine Arbeitnehmer ausgebeutet werden
- Keine Kinder beschäftigt werden
- Die Umwelt nicht verschmutzt wird
- Keine Tiere gequält werden
Und nicht, dass ich erst auf irgendwelche Siegel achten muss, damit das gegeben ist!
Deutschland 2017: "Bevor ich loslege, würde ich gerne noch wissen, ob es für Sie in Ordnung ist, dass ich als weibliche Person hier sitze und auch Ihre Dolmetscherin weiblich ist."
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 2. Jun 2018, 16:09

jack000 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 17:01)

Ich habe eigentlich grundsätzlich die Erwartungshaltung, dass wenn ich in Deutschland Produkte kaufe, das:
- Keine Arbeitnehmer ausgebeutet werden
- Keine Kinder beschäftigt werden
- Die Umwelt nicht verschmutzt wird
- Keine Tiere gequält werden
Und nicht, dass ich erst auf irgendwelche Siegel achten muss, damit das gegeben ist!


Dieses Siegel sagen rein gar nichts aus wie fair und nach welchen Standards Vorort das Produkt produziert wurde und zur Not ( um dass jeweilige Image ethisch etwas auf zu hübschen) kauft man die sich halt , sieht jao auch schick aus und dient als Beruhigungspille des Pseudo moralischen Gewissens des Konsumenten.
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Re: Bewusstes Konsumverhalten am Beispiel Kleidung

Beitragvon Realist2014 » Sa 2. Jun 2018, 16:19

jack000 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 17:01)

Ich habe eigentlich grundsätzlich die Erwartungshaltung, dass wenn ich in Deutschland Produkte kaufe, das:
- Keine Arbeitnehmer ausgebeutet werden
- Keine Kinder beschäftigt werden
- Die Umwelt nicht verschmutzt wird
- Keine Tiere gequält werden
t!


wenn sich das auf IN Deutschland hergestelle Produkte bezieht- ist das eine realistische Erwartungshaltung...

ansonsten nicht....
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden

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