Kriminelle Manager vor Gericht

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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon zollagent » So 6. Mai 2018, 11:11

Senexx hat geschrieben:(06 May 2018, 11:49)

Sie meinen, er muss genau nach den Details einer Software zur Motorensteuerung fragen?

Absurd.

Aber Sie können gerne Strafanzeige gegen die handelnden Personen stellen. Bitte informieren Sie uns, was dabei herauskommt.

Großer, als ich habe ein Betriebswirtschafts-Diplom und langjährige praktische Erfahrung in den Führungsetagen von Unternehmen. Und ich weiß, was ein Aufsichtsrat kann, darf und vor allem SOLLTE! Diese Entscheidung zur Programmierung solcher Software ist ja doch eine betriebliche Entscheidung vorausgegangen. Und nein, es sind nicht die "kleinen Abteilungsleiter", die solche Entscheidungen fällen.
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon Senexx » So 6. Mai 2018, 11:15

zollagent hat geschrieben:(06 May 2018, 12:11)

Großer, als ich habe ein Betriebswirtschafts-Diplom und langjährige praktische Erfahrung in den Führungsetagen von Unternehmen.

Rotfl.


Und ich weiß, was ein Aufsichtsrat kann, darf und vor allem SOLLTE! Diese Entscheidung zur Programmierung solcher Software ist ja doch eine betriebliche Entscheidung vorausgegangen. Und nein, es sind nicht die "kleinen Abteilungsleiter", die solche Entscheidungen fällen.

Ich habe nicht behauptet, dass es untere Chargen gewesen sein sollten. Ich bin der festen Überzeugung, dass das eine Vorstandssache war. Aber sehr wahrscheinlich kein Topos im Aufsichtsrat. Ist es auch nicht, von der Natur der Sache. Und kriminelle Aktivitäten können sie nicht "beaufsichtigen". Diese haben die Angewohnheit, dass sie verschleiert werden.
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon van Kessel » So 6. Mai 2018, 11:20

Ein Schuss vor den Bug hat (fast) jeden zum Nachdenken gebracht; namentlich 'Königen' der Wirtschaft. Es gibt aber auch die Fälle der Uneinsichtigkeit, wo diese Könige meinen, sie wären 'Unberührbare'. Da denke ich z. B. an Fußball-Manager.

Hier ist es zweifelsohne die Stärke der USA, dass sie ihre Verfassung und Gesetze ernst nehmen und sie nicht als 'alternativ' zermatschen. Der Herr der Spaltmaße (welcher sich Millionenbezüge anmaßte) wird wohl demütig werden. Es wird aber auch das Versagen der deutschen Politik offenbar, wo Vorgaben von Brüssel (den Ausstoß von Schadstoffen einer 'Flotte' betreffend') geflissentlich überhört wurde. Hier ist - wenn man denn den Mut hat, die Befehlskette nicht auszublenden - die Verantwortung der Kanzlerin ihre Richtlinienpolitik betreffend anzusprechen.

Ohne das stillschweigende 'Pre' von Kanzlerin und Minister, wäre die deutsche PKW-Industrie gezwungen gewesen, sich ehrlich zu machen. Der Fisch stinkt ....(wie gehabt).
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon zollagent » So 6. Mai 2018, 11:23

Senexx hat geschrieben:(06 May 2018, 12:15)

Rotfl.


Nicht mal richtig lachen kannst du. Und du willst mitdiskutieren? ROFL. :D :D :D

Senexx hat geschrieben:(06 May 2018, 12:15)Ich habe nicht behauptet, dass es untere Chargen gewesen sein sollten. Ich bin der festen Überzeugung, dass das eine Vorstandssache war. Aber sehr wahrscheinlich kein Topos im Aufsichtsrat. Ist es auch nicht, von der Natur der Sache. Und kriminelle Aktivitäten können sie nicht "beaufsichtigen". Diese haben die Angewohnheit, dass sie verschleiert werden.

Es ist die Aufgabe eines Aufsichtsrates, sich auch "einzumischen" und mir kann niemand erzählen, daß es keine Informationen gab, denen man hätte nachgehen können, wenn man denn gewollt hätte.

Vielleicht hilft dir sogar WIKI, das entsprechende Kapitel im WÖHE hier reinzukopieren würde wohl den Rahmen sprengen:

...Aufgaben und Befugnisse des Aufsichtsrats

Aufgabe des Aufsichtsrats ist es, die Geschäftsführung – also den Vorstand – zu überwachen (§ 111 AktG). Hierzu kann der Aufsichtsrat Geschäftsführungsmaßnahmen von seiner Zustimmung abhängig machen (§ 111 Abs. 4 Satz 2 AktG). Daneben hat er Prüfungspflichten (insbesondere des Konzern- und Jahresabschlusses der Gesellschaft, § 111 Abs. 2 Satz 3 AktG) sowie Berichtspflichten.

Der Aufsichtsrat vertritt die Gesellschaft gegenüber dem Vorstand (§ 112 AktG). Er ernennt Vorstände und beruft diese ab. Er bestellt die Vorstandsmitglieder auf höchstens 5 Jahre, eine wiederholte Bestellung der Vorstandsmitglieder ist zulässig (§ 84 Abs. 1 Satz 1, 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann die Bestellung aus einem wichtigen Grund widerrufen (§ 84 Abs. 3 Satz 1 AktG).
Zuletzt geändert von zollagent am So 6. Mai 2018, 11:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon zollagent » So 6. Mai 2018, 11:25

van Kessel hat geschrieben:(06 May 2018, 12:20)

Ein Schuss vor den Bug hat (fast) jeden zum Nachdenken gebracht; namentlich 'Königen' der Wirtschaft. Es gibt aber auch die Fälle der Uneinsichtigkeit, wo diese Könige meinen, sie wären 'Unberührbare'. Da denke ich z. B. an Fußball-Manager.

Hier ist es zweifelsohne die Stärke der USA, dass sie ihre Verfassung und Gesetze ernst nehmen und sie nicht als 'alternativ' zermatschen. Der Herr der Spaltmaße (welcher sich Millionenbezüge anmaßte) wird wohl demütig werden. Es wird aber auch das Versagen der deutschen Politik offenbar, wo Vorgaben von Brüssel (den Ausstoß von Schadstoffen einer 'Flotte' betreffend') geflissentlich überhört wurde. Hier ist - wenn man denn den Mut hat, die Befehlskette nicht auszublenden - die Verantwortung der Kanzlerin ihre Richtlinienpolitik betreffend anzusprechen.

Ohne das stillschweigende 'Pre' von Kanzlerin und Minister, wäre die deutsche PKW-Industrie gezwungen gewesen, sich ehrlich zu machen. Der Fisch stinkt ....(wie gehabt).

Die Kanzlerin hat keine Richtlinienkompetenz gegenüber Konzernen und deren Produktions- und Verkaufspolitik. Sie kann Rahmenbedingungen festlegen. Einhalten müssen sie dann die Betroffenen.
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon Senexx » So 6. Mai 2018, 11:33

zollagent hat geschrieben:(06 May 2018, 12:23)

Es ist die Aufgabe eines Aufsichtsrates, sich auch "einzumischen" und mir kann niemand erzählen, daß es keine Informationen gab, denen man hätte nachgehen können, wenn man denn gewollt hätte.

Vielleicht hilft dir sogar WIKI, das entsprechende Kapitel im WÖHE hier reinzukopieren würde wohl den Rahmen sprengen:

Ich behaupte einmal, eine Detailfrage, wie die Gestaltung einer Motorsteuerung ist kein übliches Aufsichtsratthema.

Sie könne gerne das Gegenteil beweisen.
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon zollagent » So 6. Mai 2018, 11:46

Senexx hat geschrieben:(06 May 2018, 12:33)

Ich behaupte einmal, eine Detailfrage, wie die Gestaltung einer Motorsteuerung ist kein übliches Aufsichtsratthema.

Sie könne gerne das Gegenteil beweisen.

Dafür hat man Programmierer und Ingenieure. Die Entscheidung aber, diese Software so zu gestalten, daß sie die Hürde einer Abgasprüfungen "elegant umgeht", das ist sehr wohl eine Entscheidung des Vorstandes, die auch dem Aufsichtsrat mitgeteilt werden muß. Es handelt sich ja um mehr als die Entscheidung, ob eine Schraube in der Fertigung aus Gußeisen oder Aluminium sein muß.

Du darfst in der Tat davon ausgehen, daß ein Vorstand, der mir - unterstellt, ich wäre im Aufsichtsrat - solches verschweigt, sehr schnell seinen Hut nehmen müßte.
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon odiug » So 6. Mai 2018, 11:50

relativ hat geschrieben:(05 May 2018, 10:35)

Da stimme ich die völlig zu.
Das Argument mit der Konsement ist Schuld, oder Mitschuld halte ich auch nicht für logisch.
Konsumenten mit mittleren oder schmalen Geldbeutel, schauen natürlich auf den Preis der ANGEBOTEN wird und diesen Preis bestimmt nunmal die Wirtschaft ergo die Unternehmen. Ob sie diese "Billigmacherrei" jetzt hauptsächlich machen um z.B. ihren Umsatz zu steigern , Auslastung von Fabriken zu erhöhen,Konkurrenz auszuschalten, oder alles zusammen evt.pp, sie wissen das der Konsument die billigeren Angebote annimmt und wenn man sie noch mit kluger Werbung karniert, voila.

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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon Senexx » So 6. Mai 2018, 11:53

zollagent hat geschrieben:(06 May 2018, 12:46)

Dafür hat man Programmierer und Ingenieure. Die Entscheidung aber, diese Software so zu gestalten, daß sie die Hürde einer Abgasprüfungen "elegant umgeht", das ist sehr wohl eine Entscheidung des Vorstandes, die auch dem Aufsichtsrat mitgeteilt werden muß. Es handelt sich ja um mehr als die Entscheidung, ob eine Schraube in der Fertigung aus Gußeisen oder Aluminium sein muß.

Du darfst in der Tat davon ausgehen, daß ein Vorstand, der mir - unterstellt, ich wäre im Aufsichtsrat - solches verschweigt, sehr schnell seinen Hut nehmen müßte.

Sie drehen sich im Kreise.

Wenn der Vorstand eine solche Entscheidung verschweigt, kann der Aufsichtsrat nicht einschreiten.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon odiug » So 6. Mai 2018, 12:03

Senexx hat geschrieben:(06 May 2018, 12:33)

Ich behaupte einmal, eine Detailfrage, wie die Gestaltung einer Motorsteuerung ist kein übliches Aufsichtsratthema.

Sie könne gerne das Gegenteil beweisen.

Aber die Vorgaben, zu welchen Kosten ein Motor entwickelt werden soll, das ist Sache des Aufsichtsrats.
Und wenn dann die Rückmeldung aus der Entwicklungsabteilung von den Ingenieuren kommt, dass in diesem Kostenrahmen kein Motor hergestellt werden kann, der den Auflagen genügt, dann ist es eine Sache des Aufsichtrats das weitere Vorgehen zu bestimmen.
Bei VW war es nun so, dass der Entwicklungsabteilung abverlangt wurde, die Auflagen bis an die Grenzen auszuschöpfen, weil der Kostenrahmen Priorität hatte und das Ergebnis wurde nicht hinterfragt.
Das ist ein Führungsversagen.
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon van Kessel » So 6. Mai 2018, 12:04

"zollagent"
Die Kanzlerin hat keine Richtlinienkompetenz gegenüber Konzernen und deren Produktions- und Verkaufspolitik. Sie kann Rahmenbedingungen festlegen. Einhalten müssen sie dann die Betroffenen.
aber ihren diversen Verkehrsministern gegenüber schon, oder? Du hast auch wohl geflissentlich überlesen, was ich über die EU-Vorschriften geschrieben habe, von welchen erwartet wird, dass die gewählten Leiter von Ländern, diese exekutieren.

Deutschland (unter der Führung der A. Merkel) hat seit einem Jahrzehnt und mehr, die EU-Vorgaben ignoriert. Wofür, denkst du, ist eine Richtlinienkompetenz 'erfunden' worden? Dass dies, uni sono, mit anderen Verletzungen von EU-Verträgen einhergeht, muss ja wohl nicht mehr erwähnt werden. Also, wo sind die Vorgaben - durch Gesetze oder Normen - an die Hersteller weitergegeben worden?

Herr Dobrindt - oder wie die entsprechende Minister(in) auch immer heißen mag - setzen sie die EU-Richtlinien um. So einfach ist eine Richtlinienkompetenz; verstanden?
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon zollagent » So 6. Mai 2018, 12:07

van Kessel hat geschrieben:(06 May 2018, 13:04)

"zollagent"
aber ihren diversen Verkehrsministern gegenüber schon, oder? Du hast auch wohl geflissentlich überlesen, was ich über die EU-Vorschriften geschrieben habe, von welchen erwartet wird, dass die gewählten Leiter von Ländern, diese exekutieren.

Deutschland (unter der Führung der A. Merkel) hat seit einem Jahrzehnt und mehr, die EU-Vorgaben ignoriert. Wofür, denkst du, ist eine Richtlinienkompetenz 'erfunden' worden? Dass dies, uni sono, mit anderen Verletzungen von EU-Verträgen einhergeht, muss ja wohl nicht mehr erwähnt werden. Also, wo sind die Vorgaben - durch Gesetze oder Normen - an die Hersteller weitergegeben worden?

Herr Dobrindt - oder wie die entsprechende Minister(in) auch immer heißen mag - setzen sie die EU-Richtlinien um. So einfach ist eine Richtlinienkompetenz; verstanden?

Das hat mit den Manipulationen der Software im Abgassystem von Kraftfahrzeugen ursächlich erstmal nichts zu tun.
Zuletzt geändert von zollagent am So 6. Mai 2018, 12:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon zollagent » So 6. Mai 2018, 12:08

Senexx hat geschrieben:(06 May 2018, 12:53)

Sie drehen sich im Kreise.

Wenn der Vorstand eine solche Entscheidung verschweigt, kann der Aufsichtsrat nicht einschreiten.

Du hast wirklich keine Ahnung, wie es in Vorstandsetagen zugeht. Wenn ein Aufsichtsrat etwas wissen will, wird man ihm das nicht verschweigen können.
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon zollagent » So 6. Mai 2018, 12:12

odiug hat geschrieben:(06 May 2018, 13:03)

Aber die Vorgaben, zu welchen Kosten ein Motor entwickelt werden soll, das ist Sache des Aufsichtsrats.
Und wenn dann die Rückmeldung aus der Entwicklungsabteilung von den Ingenieuren kommt, dass in diesem Kostenrahmen kein Motor hergestellt werden kann, der den Auflagen genügt, dann ist es eine Sache des Aufsichtrats das weitere Vorgehen zu bestimmen.
Bei VW war es nun so, dass der Entwicklungsabteilung abverlangt wurde, die Auflagen bis an die Grenzen auszuschöpfen, weil der Kostenrahmen Priorität hatte und das Ergebnis wurde nicht hinterfragt.
Das ist ein Führungsversagen.

In der Tat. Es ist nicht nur ein Fehler, etwas falsch zu machen, es ist auch ein Fehler, etwas, was man tun müßte, NICHT zu tun. Man nennt das Versäumnis. Denn es ist vor allem eine Strategiefrage, das Ergebnis einer Arbeit, hier der Entwicklung von Kraftfahrzeugen, auf Kompatibilität mit dem Recht auf den Zielmärkten zu prüfen.
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon relativ » So 6. Mai 2018, 12:58

odiug hat geschrieben:(06 May 2018, 12:50)

Seit wann ist ein Auto billig :?:
Seit wann ist ein VW billig :?:
Selbst der "Nacktfrosch" ... VW Interna für den Up, das kleinste Modell von VW ist im Vergleich zu anderen Herstellern immer noch sehr Teuer.

Die Autowirtschaft kann man diesbezüglich auch zum Thema machen siehe z.B. Zulieferer, auch wenn das Auto eher zum Luxussegment einzuordnen wäre.
Bei Lebensmittel ect. ist dies alles noch extremer, vorallem wenn man dies im Kontext von Niedriglohn, Zeitverträgen und Hartz 4 ect. betrachtet.
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon zollagent » So 6. Mai 2018, 13:47

relativ hat geschrieben:(06 May 2018, 13:58)

Die Autowirtschaft kann man diesbezüglich auch zum Thema machen siehe z.B. Zulieferer, auch wenn das Auto eher zum Luxussegment einzuordnen wäre.
Bei Lebensmittel ect. ist dies alles noch extremer, vorallem wenn man dies im Kontext von Niedriglohn, Zeitverträgen und Hartz 4 ect. betrachtet.

Hier paßt eine Nachricht, die ich heute auf SWR1 gehört habe: Die Post will die Entfristung von Arbeitsverträgen von der Anzahl der Krankmeldungen abhängig machen. Langsam erhält man den Eindruck, die früheren Staatsunternehmen und auch die öffentlichen Dienststellen sind schlimmere Kapitalisten als die bösen, gescholtenen Konzerne. Daß es immer Bedarf an Zustellung von Post gibt und geben wird, macht ohnehin schon eine Befristung solcher Arbeitsverträge sinnlos. Der einzige Sinn ist der, eine Probezeit unzulässig zu verlängern. Hoffentlich wird der Gesamtbetriebsrat dem einen Riegel vorschieben.
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon Orwellhatterecht » So 6. Mai 2018, 16:10

zollagent hat geschrieben:(04 May 2018, 13:17)

Gewisse Managergebaren, das ist sehr euphemistisch ausgedrückt. Ich meine, unsere Wirtschaftsethik muß neu formuliert werden. Wo bitte wird dem Kunden denn nicht etwas vorgegaugelt, was er letztlich nicht erhält? Man sehe sich die "Qualität" der angebotenen Möbel an, alles zusammengepapptes und mit Plastikfolie überzogenes Sägemehl, bei den Lebensmittel schaudert es einen, was da an Ersatzstoffen reingemixt wird, um einen Geschmack vorzugaukeln, der zwar an etwas erinnert, aber von dem Beworbenen gar nicht stammt, zusammengeklebte Fleischreste als "Schnitzel", praktisch überall Unmengen Zucker reingemischt, ob es mit dem Lebensmittel ursächlich nun was zu tun hat oder nicht, man sehe sich die Bekleidungsindustrie an, Billigstware aus Fernost mit Qualitätsmängeln, die einem buchstäblich die Schuhe ausziehen. Und alles noch dazu unter Bedingungen herstellt, die jedweder Ethik, sei es im Umgang mit Menschen, sei es im Umgang mit Tieren, Hohn sprechen. Da paßt das Verhalten der Automobilindustrie nahtlos dazu. Es ist die Denke, die in den Chefetagen vorherrscht, das Umsatzmachen um jeden Preis, kein Geschäft Geld gegen Ware. Geld gegen wertlosen Kram, der viel verspricht, aber nichts hält. Der Betriebswirtschaft müssen Zügel angelegt werden. Und das sage ich als studierter Betriebswirt mit jahrelanger praktischer Erfahrung. Ich weiß, wovon ich rede.



Eigentlich kann ich Dir nur beipflichten, so ist es !
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon Orwellhatterecht » So 6. Mai 2018, 16:12

H2O hat geschrieben:(04 May 2018, 16:50)

Diese Befürchtung haben einige Teilnehmer schon gehegt. Staatsanwälte arbeiten weisungsgebunden. Da gibt es also Steuerungsmöglichkeiten der Regierung in Hannover.




Staatsanwälte ja, aber Richter eindeutig nein. Und dafür sollten wir uns allesamt einsetzen, dass das auch so bleibt !
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon Orwellhatterecht » So 6. Mai 2018, 16:13

H2O hat geschrieben:(04 May 2018, 16:50)

Diese Befürchtung haben einige Teilnehmer schon gehegt. Staatsanwälte arbeiten weisungsgebunden. Da gibt es also Steuerungsmöglichkeiten der Regierung in Hannover.




Staatsanwälte ja, aber Richter eindeutig nein. Und dafür sollten wir uns allesamt einsetzen, dass das auch so bleibt und wenigstens Richter ihre relative Unabhängigkeit behalten !
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Re: Kriminelle Manager vor Gericht

Beitragvon Senexx » So 6. Mai 2018, 17:24

odiug hat geschrieben:(06 May 2018, 13:03)

Aber die Vorgaben, zu welchen Kosten ein Motor entwickelt werden soll, das ist Sache des Aufsichtsrats.
Und wenn dann die Rückmeldung aus der Entwicklungsabteilung von den Ingenieuren kommt, dass in diesem Kostenrahmen kein Motor hergestellt werden kann, der den Auflagen genügt, dann ist es eine Sache des Aufsichtrats das weitere Vorgehen zu bestimmen.
Bei VW war es nun so, dass der Entwicklungsabteilung abverlangt wurde, die Auflagen bis an die Grenzen auszuschöpfen, weil der Kostenrahmen Priorität hatte und das Ergebnis wurde nicht hinterfragt.
Das ist ein Führungsversagen.

Ihre Detailkenntnisse der inneren Entscheidungsabläufe bei VW sind interessant. Sie sollten sich den Ermittlungsbehörden als Informant andienen.
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