Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

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Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Raskolnikof » Di 17. Apr 2018, 16:36

Um es gleich vorweg zu sagen:
Mir geht es bei diesem Thema nicht darum, für eine bargeldlose Gesellschaft zu werben oder mich stark zu machen für die Abschaffung von Bargeld. Dafür gibt es bereits einen Thread.
Nein, hier sollen die bestehenden vielfältigen Möglichkeiten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs vorgestellt sowie deren Vor- und Nachteile gegenübergestellt aber auch eigene Erfahrungen dargelegt werden. Bargeldlos zahlen heißt ja nun schon lange nicht mehr einzig und allein mit der Girokarte bezahlen. Zu nennen wären da noch die Kreditkarte, PayPal, Sofortüberweisung, GiroPay, Amazon Payments, Clickandbuy, Mobile Payment u.a.

Alle unbar getätigten Bezahlformen haben zwei entscheidende Nachteile: Zum einen ist der Überweisungsbetrag nicht unmittelbar nach dem Bezahlvorgang für den Empfänger des Geldes verfügbar und zum anderen fallen für ihn Gebühren an. Letzteres macht es Kaufleuten, bei den es häufig um kleine Beträge geht (Brötchen beim Bäcker) schwer, sich auf Kartenzahlung einzulassen.

Im Ergebnis ist es nun z.Z. so, dass der Verbraucher und überzeugter Kartenzahler, der auf seine frischen Bäckerbrötchen nicht verzichten möchte, sein Obst und Gemüse gern auf dem Wochenmarkt einkauft, am Kiosk die „Bild“ oder die „Süddeutsche“ kauft oder auch mal aus der Dönerbude nebenan eine Kleinigkeit mitnimmt grundsätzlich zwei „Währungen“ mit sich führen muss, nämlich Bargeld und Karte. Das ist natürlich doof.

Was in Deutschland und anderen EU-Staaten noch fehlt um es den Verbrauchern schmackhaft zu machen ist ein Bezahlsystem, welches die beiden oben genannten Nachteile (ca. zweitägige Überweisungsdauer, Gebühren) nicht kennt. Zudem darf es keine „Insellösungen“ geben, die nur in bestimmten Bankenverbünden funktionieren wie z.B. paydirekt.
Diesen Spagat haben z. B. die Dänen mit ihrem MobilePay geschafft. Dabei wird mit dem Smartphone bezahlt. Das geht so flott wie mit Karte. Seit Herbst vergangenen Jahres können sogar Beträge bis 250 Kronen (~ 34 Euro) mit dem Smartphone bezahlt werden, ohne dass das Smartphone aktiviert oder die Bezahl-App explizit aufgerufen werden muss. Der Kunde bestätigt einfach den auf dem Display seines Geräts erscheinenden Zahlbetrag und fertig!

Der entscheidende Vorteil des dänischen MobilePay ist aber der, dass der Überweisungsbetrag binnen Sekunden dem Konto des Empfängers gutgeschrieben wird und der sofort über den Betrag verfügen kann und nicht erst nach zwei Tagen.
Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass die Gebühren bei diesem System äußerst niedrig sind, so dass in Dänemark mittlerweile es völlig normal ist, zwei Brötchen beim Bäcker oder das Bund Möhren auf dem Wochenmarkt per MobilePay zu bezahlen.
Dies macht in Dänemark tatsächlich die Bereithaltung zweier Währungen (Bargeld und Karte) überflüssig.

In der Eurozone will nun die EZB gemeinsam mit Hilfe einiger europäischer Großbanken einem solchen Bezahlsystem zum Durchbruch verhelfen, sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen. Das System nennt sich „TARGET Instant Payment Settlement, kurz TIPS“ und sollte Mitte dies Jahres in allen Eurostaaten an den Start gehen. Nun ist dafür der November angepeilt.
„Der Dienst wird in enger Zusammenarbeit mit den Banken in Europa entwickelt und werde ihnen mindestens in den ersten beiden Jahren nach der Inbetriebnahme zu einem günstigen Preis von höchstens 0,20 Cent (0,0020 €) je Zahlung angeboten.“
Quelle:
https://www.it-finanzmagazin.de/ezb-ent ... 018-52080/

Mit dieser Bezahlmöglichkeit hätten dann auch wir wie Dänemark eine Bezahlmethode, die dann auch für Bäcker, Marktbeschicker, Flohmarktstände und andere Kaufleute, die bislang aus Kostengründen Kartenzahlungen ablehnten, äußerst interessant wird, zumal kein zusätzlicher Dienstleister mitverdient.
Daneben wurde aber bereits ein weiteres, Smartphone basierendes Bezahlmittel entwickelt welches weltweit funktionieren soll und sich derzeit in der Erprobungsphase befindet. Davon aber in meinem nächsten Beitrag mehr.

Und abschließend nochmals meine Bitte: Es soll hier keine Debatte darüber geführt werden, ob das Bargeld abgeschafft wird. Bargeld wird es geben, solange es von einem gewissen Prozentsatz der Verbraucher genutzt wird. Wie viele das sein müssen, dass sich der Umgang mit Bargeld rechnet und dieses erhalten bleibt vermag ich nicht zu beurteilen. Darüber sollte aber hier nicht spekuliert werden.
Zuletzt geändert von Raskolnikof am Di 17. Apr 2018, 16:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Raskolnikof » Di 17. Apr 2018, 16:37

WhatsApp Payments – brandneu auf dem Markt der alternativen Bezahlmethoden

Heimlich still und leise bahnt sich eine neue kontaktlose Bezahlform von Facebook an, für die nicht einmal eine Bank-oder Kreditkarte oder eine besondere Bezahl-App für das Smartphone erforderlich ist. Ein Smartphone allerdings schon. Facebook hat dafür die Möglichkeit geschaffen, WhatsApp auf Wunsch mit dem Bankkonto des WhatsApp-Nutzers zu verknüpfen. Dazu bedient sich WhatsApp dem „Unified Payments Interface“, kurz „UPI“. Dieses System macht Banküberweisungen in Echtzeit möglich.
Um die Funktion Nutzen zu können müssten die WhatsApp Nutzer lediglich die entsprechende Funktion in ihrem Messenger aktivieren und ihre Bankdaten abspeichern. Die Funktion wird, sobald in Europa verfügbar, den WhatsApp-Nutzern automatisch mit einem Softwareupdate aufs Smartphone geladen.

WhatsApp wird zumindest von fast allen jüngeren Smartphone-Nutzern genutzt. Da bietet sich die Verknüpfung von WhatsApp und Bankkonto geradezu an. Evtl. bestehende Hemmungen, für das bargeldlose Bezahlen eine Extrasoftware zu installieren entfallen. In erster Linie hat Facebook daran gedacht, seinen WhatsApp-Nutzern auf einfachste Weise zu ermöglichen, sich gegenseitig Geldbeträge „rüber zu schieben“. Da insbesondere Jugendlichen das Smartphone in der Hand festgebrannt scheint geht z.B. die Bezahlung einer Kinokarte, die der Freund ausgelegt hat digital wesentlich schneller als die Barzahlung.
Weiterer Vorteil: Der Überweisende benötigt keine Kontonummer des Zahlungsempfängers. Er überweist den Geldbetrag so wie er ein Foto per WhatsApp an einen Freund verschickt einfach an dessen virtuellen Adresse.

Für Geschäftsleute, die bereits die Kartenzahlung ermöglichen stellt die Erweiterung auf WhatsApp Payments aber auch kein Problem dar. Es muss nur eine Schnittstelle zu WhatsApp geschaffen werden. Kein Problem, da deren Kassen ohnehin ans Internet eingebunden sind.
Allerdings hat sich Facebook zu dieser Möglichkeit von WhatsApp im unternehmerischen Bereich noch nicht geäußert.

Vorteil von WhatsApp Payments: Gegenüber dem europäischen „TIPS“ (siehe vorigen Beitrag) hätte es den Vorteil, dass damit eine Bezahlung weltweit möglich wäre.

Natürlich sollten man auch an die Nachteile dieses Bezahlsystems von Facebook/WhatsApp denken: Bei allen anderen Bezahlsystemen ist dem Kunden bewusst, dass er mit jedem Bezahlvorgang ein klein wenig „ärmer“ wird einfach weil ihm bewusst gemacht wird, dass er bezahlt. Dies wird ihm am ehesten bei der Barzahlung klar. Die Scheine oder/und das Hartgeld im Portemonnaie werden weniger. Aber auch die Bezahlung mit Karte ist ein aktiver Vorgang bei welchem dem Kunden deutlich gemacht wird, dass es an sein Konto geht.
Ganz anders aber läuft der Bezahlvorgang mit WhatsApp ab. Da verschwimmt der Bezahlvorgang zwischen versendeten und empfangenen Nachrichten und Fotos. Bezahlen wird zum Spiel. Klick auf den Kontakt, Betrag eingeben, Klick, Geld futsch.
Diese Leichtigkeit des Geldausgebens macht auch mich nachdenklich.

In Indien befindet sich diese Bezahlform seit Februar in der Erprobungsphase. Sollte diese positiv verlaufen ist geplant, WhatsApp Payments weltweit einzuführen.

https://www.bankbazaar.com/ifsc/whatsapp-pay.html

http://www.computerbild.de/artikel/cb-N ... 48637.html

https://www.netzwelt.de/whatsapp/161285 ... ature.html
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon franktoast » Di 17. Apr 2018, 17:09

Raskolnikof hat geschrieben:(17 Apr 2018, 17:36)

Um es gleich vorweg zu sagen:
Mir geht es bei diesem Thema nicht darum, für eine bargeldlose Gesellschaft zu werben oder mich stark zu machen für die Abschaffung von Bargeld. Dafür gibt es bereits einen Thread.
Nein, hier sollen die bestehenden vielfältigen Möglichkeiten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs vorgestellt sowie deren Vor- und Nachteile gegenübergestellt aber auch eigene Erfahrungen dargelegt werden. Bargeldlos zahlen heißt ja nun schon lange nicht mehr einzig und allein mit der Girokarte bezahlen. Zu nennen wären da noch die Kreditkarte, PayPal, Sofortüberweisung, GiroPay, Amazon Payments, Clickandbuy, Mobile Payment u.a.

Alle unbar getätigten Bezahlformen haben zwei entscheidende Nachteile: Zum einen ist der Überweisungsbetrag nicht unmittelbar nach dem Bezahlvorgang für den Empfänger des Geldes verfügbar und zum anderen fallen für ihn Gebühren an. Letzteres macht es Kaufleuten, bei den es häufig um kleine Beträge geht (Brötchen beim Bäcker) schwer, sich auf Kartenzahlung einzulassen.

Im Ergebnis ist es nun z.Z. so, dass der Verbraucher und überzeugter Kartenzahler, der auf seine frischen Bäckerbrötchen nicht verzichten möchte, sein Obst und Gemüse gern auf dem Wochenmarkt einkauft, am Kiosk die „Bild“ oder die „Süddeutsche“ kauft oder auch mal aus der Dönerbude nebenan eine Kleinigkeit mitnimmt grundsätzlich zwei „Währungen“ mit sich führen muss, nämlich Bargeld und Karte. Das ist natürlich doof.
[/b]


Bei vielen Bezahlsystem ist das Geld sofort für den anderen Verfügbar und nur weil man die indirekten Kosten von (kleinen) Bargeldzahlungen nicht sieht, sind sie trotzdem da (man stelle sich den Mitarbeiter vor, der 30min zur Bank hin und zurück fährt, um das Bargeld zur Bank bringen bei Stundenlohn x€, ebenso wird Arbeitszeit den Bankmitarbeiters oder des Automatenherstellers verbraucht etc., ebefalls wird Zeit verbraucht, wenn der Käufer selber Bargeld besorgen muss)

Theoretisch ist Bezahlen mit Bargeld wie einen Brief schreiben und bargeldlos eben Email. Im Zeitalter der Bits stellt sich die Frage irgendwann nicht mehr.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Beitragvon Skull » Di 17. Apr 2018, 17:10

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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Raskolnikof » Di 17. Apr 2018, 18:18

franktoast hat geschrieben:(17 Apr 2018, 18:09)

Theoretisch ist Bezahlen mit Bargeld wie einen Brief schreiben und bargeldlos eben Email. Im Zeitalter der Bits stellt sich die Frage irgendwann nicht mehr.

Ist schon richtig was du sagst. Nur gibt es immer wieder neue Bezahlsysteme, die das Bezahlen immer mehr vereinfachen, dabei dem Zahlungsempfänger das Geld unmittelbar nach dem Bezahlvorgang verfügbar und, ganz entscheidend, dieses immer preiswerter machen. "Sichere" Bezahlsysteme wie PayPal sichern zwar dem Empfänger den Überweisungsbetrag zu, der überweisungsbetrag nimmt aber den normalen Bankenweg (~ 2 Tage). Zudem eignet sich PayPal weniger für den schnellen Einkauf beim Bäcker oder dem Wochenmarkt.
Insofern unterscheiden sich eine Email und eine Kartenzahlung. Die Email ist Sekunden später beim Empfänger, bei der Kartenzahlung wird lediglich die Zahlung zugesagt und eine Überweisung getätigt. Bei MobilePay (Dänemark) bzw. dem hier geplanten "TIPS" der EZB oder WhatsApp Payments ist die Überweisung tatsächlich mit einer Email zu vergleichen.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Raskolnikof » Di 17. Apr 2018, 18:22


Was ist das denn? Kann man so etwas auch in Deutschland benutzen? Was soll ich in Deutschland mit einer Bezahlkarte für die Metro in Tokio? Du scherzt! :D
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Skull » Di 17. Apr 2018, 18:43

Raskolnikof hat geschrieben:(17 Apr 2018, 19:22)

Was ist das denn? Kann man so etwas auch in Deutschland benutzen? Was soll ich in Deutschland mit einer Bezahlkarte für die Metro in Tokio? Du scherzt! :D

Ich scherze nicht. ;)

DIR ging es doch um Bezahlsysteme, oder ?

Die IC Karte aus Japan kannst Du u.a. in den Grossräumen Tokyo und Kyoto benutzen.
Dort leben ca 30 Millionen Menschen.

DAS sind alles keine einfachen U-Bahnkarten. Das sind (alle drei)
Karten, mit denen Du den public transport nutzen kannst UND vielfach in Geschäften,
Restaurants, Shops und sonst wo ... (be) ZAHLEN kannst.

Werden (immer wieder) aufgeladen und dann benutzt. Kontaktlos, sozusagen.

Nun verstanden ? :D

mfg
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon H2O » Di 17. Apr 2018, 19:19

Ich muß oft Geld aus Deutschland auf polnische Banken in polnischen Zloty versenden. Dazu nutze ich einen Dienstleister AZIMO, der die Transaktion für 1 € abwickelt. Bei Beträgen unter 500 € geht das mit Sofortüberweisung von meinem Bankkonto auf das von AZIMO, und die leiten die Zahlung in polnischen Zloty weiter auf das angegebene polnische Bankkonto. Mit "Sofortüberweisung" ist noch eine 4. Seite an dieser Überweisung beteiligt. Wochentags kommt innerhalb 1 Stunde die e-mail- Rückmeldung "Die Bank X hat das Geld bekommen."

Das wäre ja super, wenn künftig mit TIPS innerhalb der EU die Zahlung in Sekunden abgeschlossen wäre. Wie geht TIPS mit den Wechselkursen um? Oder gilt TIPS nur in der Euro-Zone? Da ist die Geldüberweisung ja viel einfacher als in Länder mit Fremdwährung.

Geben Sie hier im Forum bitte ein Signal, wenn TIPS installiert werden kann! Ich gehe davon aus, daß man dieses Verfahren auch auf einem Rechner betreiben kann, so wie bisher Inlandsüberweisungen... nur viel schneller ab zu wickeln. Die Smartphone-Anzeigen sind für ältere Semester nicht mehr so leicht ab zu lesen. :)
Zuletzt geändert von H2O am Di 17. Apr 2018, 19:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Polibu » Di 17. Apr 2018, 19:21

EC-Karte, Kreditkarte, Bargeld . Andere Zahlungsmittel nutze ich nicht.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon H2O » Di 17. Apr 2018, 19:26

Polibu hat geschrieben:(17 Apr 2018, 20:21)

EC-Karte, Kreditkarte, Bargeld . Andere Zahlungsmittel nutze ich nicht.


Überweisen Sie denn nichts von Ihrem Bankkonto auf ein Empfängerkonto? Oder alles mit Angabe der Kreditkarte beim Online-Einkauf?
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Polibu » Di 17. Apr 2018, 19:28

H2O hat geschrieben:(17 Apr 2018, 20:26)

Überweisen Sie denn nichts von Ihrem Bankkonto auf ein Empfängerkonto? Oder alles mit Angabe der Kreditkarte beim Online-Einkauf?


Doch klar. Ich meine jetzt, wenn ich shoppen gehe. Online bezahle ich per Online Banking, Paypal und Kreditkarte. Habe ich nicht dran gedacht.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon H2O » Di 17. Apr 2018, 19:48

Polibu hat geschrieben:(17 Apr 2018, 20:28)

Doch klar. Ich meine jetzt, wenn ich shoppen gehe. Online bezahle ich per Online Banking, Paypal und Kreditkarte. Habe ich nicht dran gedacht.


Ich bin jetzt schon ganz heiß auf TIPS... wenn das so gut funktioniert wie beschrieben. Hoffentlich überall in der EU!
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Raskolnikof » Di 17. Apr 2018, 19:51

H2O hat geschrieben:(17 Apr 2018, 20:19)Wie geht TIPS mit den Wechselkursen um? Oder gilt TIPS nur in der Euro-Zone? Da ist die Geldüberweisung ja viel einfacher als in Länder mit Fremdwährung.

Target Instant Payment Settlement (TIPS) ist zunächst nur für die Eurozone gedacht. Was ja nicht heißt, dass das System später auch der Welt zugänglich gemacht wird. Wie das System konkret umgesetzt werden soll und ob da wie bei PayPal wieder irgendwelche Institutionen mitverdienen wollen ist mir noch nicht klar.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon H2O » Di 17. Apr 2018, 19:59

Raskolnikof hat geschrieben:(17 Apr 2018, 20:51)

Target Instant Payment Settlement (TIPS) ist zunächst nur für die Eurozone gedacht. Was ja nicht heißt, dass das System später auch der Welt zugänglich gemacht wird. Wie das System konkret umgesetzt werden soll und ob da wie bei PayPal wieder irgendwelche Institutionen mitverdienen wollen ist mir noch nicht klar.


Schade, dann kann ich also nur mein deutsches Leben mit TIPS erleichtern. Wenn da allerdings weitere Leute mitverdienen wollen, dann ist die gewöhnliche gebührenfreie Überweisung bis jetzt ja unschlagbar! Da bin ich wirklich gespannt wie ein Flitzebogen!

Vielleicht treten die Polen ja doch noch vor lauter Schreck dem Euro bei! Schön wäre das ja!
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon franktoast » Mi 18. Apr 2018, 07:11

Raskolnikof hat geschrieben:(17 Apr 2018, 19:18)

Ist schon richtig was du sagst. Nur gibt es immer wieder neue Bezahlsysteme, die das Bezahlen immer mehr vereinfachen, dabei dem Zahlungsempfänger das Geld unmittelbar nach dem Bezahlvorgang verfügbar und, ganz entscheidend, dieses immer preiswerter machen. "Sichere" Bezahlsysteme wie PayPal sichern zwar dem Empfänger den Überweisungsbetrag zu, der überweisungsbetrag nimmt aber den normalen Bankenweg (~ 2 Tage). Zudem eignet sich PayPal weniger für den schnellen Einkauf beim Bäcker oder dem Wochenmarkt.
Insofern unterscheiden sich eine Email und eine Kartenzahlung. Die Email ist Sekunden später beim Empfänger, bei der Kartenzahlung wird lediglich die Zahlung zugesagt und eine Überweisung getätigt. Bei MobilePay (Dänemark) bzw. dem hier geplanten "TIPS" der EZB oder WhatsApp Payments ist die Überweisung tatsächlich mit einer Email zu vergleichen.

Das stimmt nicht. Wenn ich eine Ware bei dir per Paypal bezahle, hast du das Geld in einer Sekunde bei dir verfügbar. Du kannst sofort per Paypal auch wieder was kaufen. Du kannst aber auch ohne einen Cent bei Paypal mit Paypal bezahlen. Genauso wie du ohne Geld auf dem Girokonto mit diesem Konto bezahlen kannst.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon H2O » Mi 18. Apr 2018, 07:35

franktoast hat geschrieben:(18 Apr 2018, 08:11)

Das stimmt nicht. Wenn ich eine Ware bei dir per Paypal bezahle, hast du das Geld in einer Sekunde bei dir verfügbar. Du kannst sofort per Paypal auch wieder was kaufen. Du kannst aber auch ohne einen Cent bei Paypal mit Paypal bezahlen. Genauso wie du ohne Geld auf dem Girokonto mit diesem Konto bezahlen kannst.


Ist PayPal nicht mehr eine Art Versicherung, die den Zahlungsempfänger absichert, daß nämlich der Einzahler Geld bereit gestellt hat, und die den Einzahler absichert, bis die Ware auch wirklich empfangen wurde? Das war doch bei ebay zeitweise der Punkt: Daß es unehrliche Käufer und unehrliche Verkäufer gab. Um das Geschäft weiter attraktiv zu halten, wurde PayPal erfunden. So wie Sie die Sache beschreiben, ist PayPal jetzt eine Art Giro-Konto geworden. Ich hatte schon gesehen, daß PayPal sehr oft seine Geschäftsbedingungen geändert hat und jetzt auch nicht mehr fest mit ebay verbunden ist.
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Raskolnikof » Mi 18. Apr 2018, 09:21

franktoast hat geschrieben:(18 Apr 2018, 08:11)

Das stimmt nicht. Wenn ich eine Ware bei dir per Paypal bezahle, hast du das Geld in einer Sekunde bei dir verfügbar. Du kannst sofort per Paypal auch wieder was kaufen. Du kannst aber auch ohne einen Cent bei Paypal mit Paypal bezahlen. Genauso wie du ohne Geld auf dem Girokonto mit diesem Konto bezahlen kannst.

So die Theorie. Ja, wenn du eine Ware bei mir per PayPal kaufst habe ich nach Abschluss des Kaufes den Kaufbetrag unmittelbar auf meinem PayPal-Konto. Nur steht mir dieser Betrag nur äußerst beschränkt auch tatsächlich sofort zur Verfügung weil ich mit diesem Paypal-Guthaben nur Onlinekäufe bei Unternehmen tätigen kann, welche auch Paypal-Zahlungen akzeptieren.
Es geht hier aber ja um Alternativen zur Barzahlung, also der Bezahlung für Waren des täglichen Bedarfs. Und da ist nun mal PayPal keine Lösung. Aldi, Lidl, Edeka, Obi, Karstadt... da kommst du mit deinem PayPal Guthaben nicht weiter. Willst du über dein Paypal-Guthaben verfügen musst du dieses erst einmal online auf dein Girokonto transferieren. Erst dann kannst du über dieses verfügen.
Zudem ist Paypal auch keine Alternative zum Bargeld, weil die Transaktionsgebühren für den Geldempfänger einfach zu hoch sind. Die betragen 1,9 Prozent zzgl. 35 Cent je Transaktion. Das sind bei 100 Euro = 2,25 Euro. Das ist für den Bäcker oder Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt uninteressant. Weiterhin gibt es für PayPal-Zahlungen keinerlei Infrastruktur, was Kassenterminals oder Kundenkarten (PayPal-Kreditkarten) betrifft.
Kurzum: PayPal ist eine sichere Bezahlform. Nur um über das über PayPal erhaltene Geld vor Ort tatsächlich verfügen zu können muss ich die üblichen Banklaufzeiten in Kauf nehmen (~ 2 Tage).
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon Raskolnikof » Mi 18. Apr 2018, 09:26

H2O hat geschrieben:(18 Apr 2018, 08:35)

Ist PayPal nicht mehr eine Art Versicherung, die den Zahlungsempfänger absichert, daß nämlich der Einzahler Geld bereit gestellt hat, und die den Einzahler absichert, bis die Ware auch wirklich empfangen wurde? Das war doch bei ebay zeitweise der Punkt: Daß es unehrliche Käufer und unehrliche Verkäufer gab. Um das Geschäft weiter attraktiv zu halten, wurde PayPal erfunden. So wie Sie die Sache beschreiben, ist PayPal jetzt eine Art Giro-Konto geworden. Ich hatte schon gesehen, daß PayPal sehr oft seine Geschäftsbedingungen geändert hat und jetzt auch nicht mehr fest mit ebay verbunden ist.

PayPal bietet seinen Kunden einen s.g. "Käuferschutz" an.
https://www.paypal.com/de/webapps/mpp/p ... d-security
http://www.aufrecht.de/medienauftritte/ ... kanne.html
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon franktoast » Mi 18. Apr 2018, 09:51

Raskolnikof hat geschrieben:(18 Apr 2018, 10:21)

So die Theorie. Ja, wenn du eine Ware bei mir per PayPal kaufst habe ich nach Abschluss des Kaufes den Kaufbetrag unmittelbar auf meinem PayPal-Konto. Nur steht mir dieser Betrag nur äußerst beschränkt auch tatsächlich sofort zur Verfügung weil ich mit diesem Paypal-Guthaben nur Onlinekäufe bei Unternehmen tätigen kann, welche auch Paypal-Zahlungen akzeptieren.
Es geht hier aber ja um Alternativen zur Barzahlung, also der Bezahlung für Waren des täglichen Bedarfs. Und da ist nun mal PayPal keine Lösung. Aldi, Lidl, Edeka, Obi, Karstadt... da kommst du mit deinem PayPal Guthaben nicht weiter. Willst du über dein Paypal-Guthaben verfügen musst du dieses erst einmal online auf dein Girokonto transferieren. Erst dann kannst du über dieses verfügen.
Zudem ist Paypal auch keine Alternative zum Bargeld, weil die Transaktionsgebühren für den Geldempfänger einfach zu hoch sind. Die betragen 1,9 Prozent zzgl. 35 Cent je Transaktion. Das sind bei 100 Euro = 2,25 Euro. Das ist für den Bäcker oder Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt uninteressant. Weiterhin gibt es für PayPal-Zahlungen keinerlei Infrastruktur, was Kassenterminals oder Kundenkarten (PayPal-Kreditkarten) betrifft.
Kurzum: PayPal ist eine sichere Bezahlform. Nur um über das über PayPal erhaltene Geld vor Ort tatsächlich verfügen zu können muss ich die üblichen Banklaufzeiten in Kauf nehmen (~ 2 Tage).


Na dann sei doch mal realistisch. Du hast weder auf dem Girokonto noch Paypalkonto einen Cent. Dann kauft jemand was von dir für 100€. Ne Minute später steht du bei Lidl an der Kasse und willst per Girokarte bezahlen. Das machst du dann auch. Nun hast du 100€+ auf dem Paypalkonto und 100€ minus auf der Girokarte. Dann ziehst du das Geld von Paypal ab und 1-2 Tage später hast du es auf dem Girokonto. Ok, natürlich musst du dann auf den einen Tag 10% Dispozinsen bezahlen. 2,7Cent.

Oder wie es realistischer ist: Kreditkarte(Debit).
Du hast auf Kreditkarte und Girkonto 0€. Dann kaufst du mit Kreditkarte für 100€ ein. Geht, kein Problem, keine Zinsen. Ende des Monats zieht die Kreditkarte von deinem Girokonto 100€ weg. Auf das Minus des Girokontos zahlst du allerdings Zinsen.

Zusammenfassung: Du kannst zinslos Geld ausgeben, dass du gar nicht hast. Kannst du denn Bargeld ausgeben, dass du nicht hast?
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Re: Alternativen zum Bargeld – Vor-und Nachteile der Systeme

Beitragvon franktoast » Mi 18. Apr 2018, 09:54

H2O hat geschrieben:(18 Apr 2018, 08:35)

Ist PayPal nicht mehr eine Art Versicherung, die den Zahlungsempfänger absichert, daß nämlich der Einzahler Geld bereit gestellt hat, und die den Einzahler absichert, bis die Ware auch wirklich empfangen wurde? Das war doch bei ebay zeitweise der Punkt: Daß es unehrliche Käufer und unehrliche Verkäufer gab. Um das Geschäft weiter attraktiv zu halten, wurde PayPal erfunden. So wie Sie die Sache beschreiben, ist PayPal jetzt eine Art Giro-Konto geworden. Ich hatte schon gesehen, daß PayPal sehr oft seine Geschäftsbedingungen geändert hat und jetzt auch nicht mehr fest mit ebay verbunden ist.

Ne, Paypal kann das Geld entsprechend wieder zurück transferieren. Das klappt genauso bei Standardüberweisungen, ist aber aufwändiger.

Das klappt übrigens auch bei Bargeld. Kauf bei Lidl einen Wasserkocher für 20€. Lidl freut sich, verplant das Geld, gibt es aus. Nen Tag später stehst du mit kaputtem Wasserkocher da und stürzt Lidl in den Ruin :)
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